— Schriftgeschichten —


★ der Woche: Dulcinea, nur 49,– € statt 65,– €

Der neue Script-Font Dulcinea von Ramiro Espinoza ist das Ergebnis einer langjährigen Auseinandersetzung mit der spanischen Barock-Kalligraphie in all ihren Extremen. Die Schreibkünstler Pedro Díaz Morante und Juan Claudio Aznar de Polanco dominierten diese Epoche und beendeten mit ihrem unbändigen, floralen Stil die lange Tradition der disziplinierten, winkeligen Renaissance-Cancellaresca.

Morante war es, der die Schwellzugfeder in Spanien einführten und populär machte. Obwohl sein weltberühmter Text »Arte Nueva de escribir« (Die neue Art zu schreiben), erstmals veröffentlicht 1616, jede Menge Alphabete enthält, die viele Gemeinsamkeiten mit der Breitfeder-Cancellaresca aufwiesen, deutete sich der neue Stil bereits an, so wie ihn Gianfrancesco Cresci in Italien bereits praktizierte.

Die Schwünge der Schriften waren üppig und kompliziert, wobei sie jedoch eine Fülle von Ungereimtheiten aufwiesen. »Ganz knapp an der Hässlichkeit vorbei …« schreibt Ramiro Espinoza in seinen Erläuterungen zur digitalisierten Dulcinea. Und trotzdem enthielten diese Texte eine künstlerische Essenz, die durchaus in Beziehung gesetzt werden kann zum ironischen und manchmal düsteren Charakter des spanischen Barock. »Daher ihr Name – eine Hommage an ›Dulcinea del Toboso‹, der fiktiven Figur in Miguel de Cervantes Roman Don Quijote, die zu seiner imaginären Geliebten wurde.«

Dulcinea im Schriftmusterbaukasten (Compare) der FontBook-App fürs iPad

Und so ist Dulcinea weit mehr als nur ein Revival. Ihre Zeichen sind weder eine exakte Reproduktion der Lettern von Morante und Polanco, noch soll deren Stil digital wiederbelebt werden. »Hätte ich in diese Richtung gearbeitet, wären sehr archaische Buchstabenformen entstanden und eine Schrift, für die es in der heutigen Typografie keine Aufgabe gäbe.« betont Ramiro Espinoza. Trotzdem habe er unzählige interessante Details entdeckt und bewahrt, so dass der spielerischen Geist des Originals enthalten blieb.

Dulcinea bietet raffinierte Optionen für das Setzen von Texten und Überschriften. Zum Beispiel reichlich Ligaturen und Schwungbuchstaben, sowie ausladende Alternativzeichen. Bevorzugte Einsatzgebiete: Mode- und Frauenzeitschriften, Packaging, Rezeptbücher, sowie im Wäsche- und Kosmetik-Marketing.

Als Stern der Woche bietet FontShop die elegante und hochwertige Dulcinea im OpenType-Format statt für 65,- € für nur 49,– € auf www.fontshop.com an. Dazu bitte beim Bezahlen der Promocode DE_star_2012_37 eingeben. Mehr Schriftmuster im Dulcinea-PDF …

»Diese Schrift sollte sich Ikea mal ansehen …«

Ein Gespräch mit dem Kölner Typedesigner Felix Braden, der drei Jahre an seiner neuen Sans-Familie FF Scuba arbeitete

Er gehört noch nicht zu den großen internationalen Namen im Schriftdesign, was sich mit der gerade erschienenen FF Scuba sicherlich bald ändern wird. Felix Braden studierte an der Fachhochschule Trier bei Prof. Andreas Hogan Kommunikationsdesign, war einer der Gründer von Glashaus Design und hob bereits 2000 seine eigenes Schriftenlabel Floodfonts aus der Taufe. Seine Lizenzschriften erschienen zuletzt bei Fountain (Capri, Sadness), URW++ (Supernormale), Volcano Type (Bikini) und kürzlich bei FontFont. Wir sprachen mit Felix Braden, um mehr über sein typografisches Wirken in den zurückliegenden Jahren zu erfahren.

Felix, deine Bekanntheit in der Designszene basiert vor allem auf deiner Website Floodfonts.com und deiner Twitter-Identität @floodfonts. Seit 12 Jahren gibt es Floodfonts, ab 2004 kamen einige deiner Free-Fonts im Netz groß raus, zum Beispiel Moby und Hammerhead. Wirst du diese Schriften auch demnächst ausgebaut neu veröffentlichen?

Den meisten Spaß am Schriftgestalten habe ich eigentlich mit den ersten 52 Zeichen. Die Chance, dass ich ein altes Alphabet ausbaue, ist eher gering: Da bleibt ja nur Fleißarbeit übrig (Grinsen). Es müsste sich schon eine besondere Gelegenheit bieten. Als vor kurzem der Webfont-Service Typekit auf mich zukam und anfragte, ob sie Moby, Hydrophilia und Bigfish in ihr Programm aufnehmen könnten, war dies eine solche Gelegenheit. Deren Konzept, das komplette Hosting der Webfonts zu übernehmen, hat mich sofort begeistert. Die überarbeiteten Print-Fonts mit den erweiterten Zeichensätzen biete ich trotzdem kostenlos auf Floodfonts an.

Du hast an der FH Trier studiert. In den letzten Jahren sind einige Schriftdesigntalente aus Trier bekannt geworden, zum Beispiel Stefan Hübsch und Sascha Timplan. Gibt es an der FH spezielle Kurse zu Schriftdesign?

Leider wurde Schriftdesign zu meiner Studienzeit in Trier nicht als Fach angeboten. Soweit ich weiß hat sich daran auch nichts geändert. Allerdings gibt es einen guten Lehrer im Fach Typografie, Prof. Andreas Hogan, der die Studierenden immer wieder animiert, sich mit Schriftgestaltung zu beschäftigen. Er hat mich bei der Gestaltung meiner ersten Alphabete sehr gefördert. Man hatte zu meiner Zeit wenigstens die Möglichkeit, im Fach Typografie eine selbst gestaltete Schrift als Semesterarbeit einzureichen.

Bevor du dich intensiv mit dem Schriftentwerfen beschäftigt hattest, erschienen bereits ersten digitalen Alphabete von dir. Waren das für dich auch so 90er-Jahre-Schriftexperimente, wie sie von vielen exerziert wurden, die zum ersten Mal mit der Software Fontographer Bekanntschaft machten? Oder lauerte da eine tiefere Liebe auf den ersten Blick?

Irgendwie beides: Nach meinem Abitur 1993 wollte ich unbedingt zeichnen und Grafik-Design studieren. Ohne davon eine richtige Vorstellung zu haben, suchte ich mir einen Praktikumsplatz in eine Werbeagentur. Mit Glück landete ich bei Gaga, einem ambitionierten Designbüro in dem genau die experimentierfreudige Aufbruchstimmung der Neunziger herrschte und mir wirklich eine ganz neue Welt eröffnete. Hier traf ich auf den Designer Jens Gehlhaar, mit dem ich schon vor meinem Studium einen richtig guten Lehrer in Schriftgestaltung hatte. Die Tatsache, dass Fontographer zu dieser Zeit gerade total angesagt war und jeder Designer damit ’rumspielte, war hilfreich um Hemmungen abzubauen. Mein erstes Alphabet habe ich innerhalb einer Woche für das Demotape einer befreundeten Metal-Band digitalisiert.

Wenn Du einem Schriftdesig-Einsteiger einen Rat geben solltest, was würdest du empfehlen?

Nicht zögern, einfach machen! Beim Schriftgestalten rächt sich planloses Arbeiten zwar später auch mal, aber man muss ja nicht gleich mit einer Großfamilie starten.

Neben dem Schriftentwerfen arbeitest du vor allem als Grafikdesigner. Wir würdest du diesen Teil deiner Arbeit charakterisieren?

Ich bin froh, dass ich nicht nur Typedesign mache, sondern mich auch mit Editorial-Design, Corporate-Design und Illustration beschäftigen kann. Mir haben Ausflüge in andere Design-Bereiche immer sehr viel gebracht und auch der Austausch mit Leuten aus anderen Disziplinen. Wenn ich mich einordnen sollte, dann irgendwo zwischen Illustration und Typografie – meine gestalterischen Wurzeln liegen sicherlich im Zeichnen und Schrift ist das Thema, das mich in den letzten Jahren am meisten interessiert und beschäftigt hat. Letztendlich denke ich, dass mir beide Interessen beim Type- und Logo-Design sehr hilfreich sind und sich das, was ich jetzt tue, irgendwie zwangsläufig daraus ergeben hat.

Du wohnst und arbeitest in Köln. Wie erlebst du die lokale Designszene der Domstadt? Tickt sie anders als die der übrigen deutschen Design-Metropolen?

Ich weiß nicht, ob es in Zeiten von Behance und den immensen Möglichkeiten des Online-Austauschs unter Designern noch so etwas wie länderspezifische Stilrichtungen gibt, geschweige denn städtespezifische. Einen typischen Kölner Stil konnte ich jedenfalls noch nicht entdecken. Mir persönlich ist der direkte Austausch mit anderen Designern sehr wichtig. Leider ist die Typedesign-Szene in Köln sehr klein. Wir bekommen nur selten einen Typostammtisch hin, dem ich dann wochenlang entgegenfiebere. Dabei besuchen uns immer wieder mal interessante Gäste, wie Indra Kupferschmid, Dan Reyolds oder Alex Rütten, die mir eine große Inspirationsquelle sind. Manchmal schaue ich etwas wehmütig auf die Designszenen in Berlin und München, wo es fast wöchentlich ein solches Angebot gibt.

Was die Geschichte der Stadt angeht, finde ich Köln allerdings höchst interessant. Sobald jemand im Stadtgebiet ein Loch buddelt, kommt irgendein spektakulärer Fund zu Tage. Allein im Römisch-Germanischen-Museum finden sich viele großartige (typo)grafische Arbeiten aus der Antike, so dass sich ein Besuch unbedingt lohnt.

FF Scuba ist deine erste Schrift für die FontFont-Bibliothek. Zuvor erschienen bereits andere Familien bei Fountain, URW++ und Volcano Ttype. Was war anders bei FontFont?

Die Zusammenarbeit mit Fontfont war super. Die Intensität der Betreuung und auch der Aufwand, der in die Entwicklung von FF Scuba investiert wurde, waren bemerkenswert. Besonders dankbar bin ich dem typografischen Direktor bei FontFont, Andreas Frohloff, der mir unzählige Korrekturvorschläge gemacht hat und die Schrift einen Riesenschritt nach vorne gebracht hat. Während der zwei Jahre, in denen wir gemeinsam an Scuba gearbeitet hatten, habe ich enorm viel über Schriftgestaltung gelernt. Der Fairness halber muss ich ergänzen, dass ich bei den anderen Labels mit einem höheren Prozentsatz an den Verkäufen beteiligt bin. Ich denke, in der Summe haben beide Konzepte ihre Berechtigung.

Wenn du deine ersten Entwürfe auf Papier mit dem digitalisierten Endergebnis vergleichst, wie viel vom Original-Feeling steckt da noch drin?

Zur Premiere von FF Scuba habe ich einige alte Skizzen ausgegraben und war sehr überrascht, wie viel Ähnlichkeit das Endergebnis mit den Skizzen hat. Die Doppelseite »cobang« ist tatsächlich die erste Skizze, die ich zur Scuba – damals hieß sie noch Adria – gemacht habe. Einige Seltsamkeiten, wie die konisch zulaufende Oberlänge habe ich noch entfernt, aber ansonsten ist das doch recht nah an der Release-Version, oder?

Wie haben jüngst vernommen, dass eine der Inspirationen für Scuba der Wunsch war, einen Offline-Parter für Verdana zu schaffen. Wo gibt  es eine Verwandtschaft zwischen Scuba und Verdana, wo liegen die Unterschiede?

Die größte Ähnlichkeit mit Verdana hat FF Scuba in der Fernwirkung, bzw. am Bildschirm in kleinen Größen. Doch selbst in diesen Fällen läuft sie enger, und ihre Buchstaben sind viel schmaler. Sobald die Lettern größer werden und die Details wie die konisch zulaufenden Enden der Stämme oder die ans Rechteck angenäherte o-Form erkennbar sind, besitzen die Schriften kaum mehr Ähnlichkeit. Gerade bei den fetteren Schnitten zeigen sich die Unterschiede sehr deutlich: Bei Verdana Bold sind die Horizontalen – durch die Orientierung am Pixelraster – nur fast halb so schwer wie die Vertikalen. FF Scuba fehlt dieser Kontrast völlig, ihre Horizontale wirkt richtig massiv.

Manche Schriftentwerfer berichten von Blockaden, worauf sie wochenlang keine Buchstaben mehr sehen können oder wollen. Kennst du das Gefühl auch, wenn ja, wie überwindest du so was?

Leider gibt es immer mal wieder Phasen, in denen ich einfach keine Lust auf Buchstaben habe. Glücklicherweise ticken die Uhren im Typedesign langsam. In der Regel kann ich mein Projekt dann einfach zur Seite legen, etwas anderes machen und abwarten, bis der Drang wieder da ist. Meistens geht das recht schnell.

Gibt es deiner Ansicht nach Grafik-Jobs, bei den Scuba die erste Wahl sein könnte?

Ich denke, Scuba hat viel Charakter und ist für eine Mengensatz-geeignete Sans sehr eigen. Alleine das macht sie zu einem guten Tool zur Markenbildung. Ich glaube, mit Scuba ist es mir gelungen einen warmen, menschlichen Aspekt in einen sehr kühlen, technischen Designansatz einfließen zu lassen. Ein Kontrast, der meiner Meinung nach das Besondere der Schrift darstellt. Somit wäre Scuba perfekt geeignet für Unternehmen mit einer hohen technischen Affinität, die trotzdem den Menschen im Mittelpunkt ihres Handelns sehen, zum Beispiel in der Medien- und Computerbranche.

Jeder Designer träumt von einem Idealauftrag oder -kunden. Wenn du die freie Wahl hättest … wem würdest du mit FF Scuba ein Redesign verpassen?

Wie wahrscheinlich viele andere Type-Designer war ich vor einigen Jahren von der Nachricht schockiert, dass Ikea Verdana als neue Hausschrift durchgängig für alle Medien verwenden werde und somit Bequemlichkeit und Kostenersparnis über alle Designkriterien stellt. Ich kann mich nicht mehr richtig erinnern, aber ich glaube irgendwann in dieser Zeit habe ich mit der Arbeit an Scuba begonnen. Ich würde mich extrem freuen, wenn sich Ikea die Schrift mal genauer ansehen würde, um sie irgendwann als Hausschrift für Print und Verdana weiterhin am Bildschirm einzusetzen – von mir aus auch für die Korrespondenz.

Vielen Dank für das Gespräch, Felix.

Für kurze Zeit gibt es FF Scuba OT Regular und  Web (Std Western) als kostenlosen Testfont.

Bezugsquelle: FF Scuba auf www.fontshop.com (bis 30. Juni 2012 gibt es 20 % Rabatt mit dem Promocode FS_Promo_FSD_2.0)

PDF mit vielen Schriftmustern und erläuternden Texten: FF Scuba-Broschüre

Einführung in FF Chartwell

Der seit wenigen Stunden lieferbare neue FontFont FF Chartwell ist die einfachste Lösung für Designer, schnell ansprechende Charts zu erstellen – mit maximaler grafischer Freiheit und ohne in Tabellen herumzufummeln. Konzipiert wurde Chartwell von Travis Kochel, einem interdisziplinären visuellen Gestalter aus Portland (Oregon), der am Art Institute of Chicago studierte. Weil die Schrift exzessiv mit OpenType-Features spielt und diese in den meisten Browsern noch nicht unterstützt werden (was sich bald ändern wird, siehe Fontblog-Beitrag OT-Features im Web … wer braucht das?), kann die Funktionsweise von FF Chartwell im Moment nicht in unseren Shops dargestellt werden, auch nicht in der FontBook-App. Daher dieser kurze Beitrag zur Einführung. Eine PDF-Anleitung gibt es auch (4 S., 320 K)

Inspiriert wurde Travis Kochel von den OpenType-Spielereien früherer FontFonts, zum Beispiel in FF Beowolf (Beowolf OT kommt, mit 85.000 Zeichen) und FF PicLig (Neue FF PicLig: eine Schrift zum Liebhaben). Er ahnte die Möglichkeit, mit Hilfe von OpenType-Font-Features aus Zahlen Diagramme zu bauen: einfach die Ziffern tippen, verschiedene Farben vergeben und mit einem Schriftwechsel in Balken- oder Torten-Grafiken umwandeln. Das nachträgliche Editieren sollte mit dieser flexiblen Technik ein Kinderspiel sein.

In 4 Schritten ein Tortendiagramm mit Chartwell erstellen

1. Sicherstellen, dass die Spationierung auf NULL eingestellt ist.

2. Zahlenwerte zwischen 0 und 100 bereithalten. Die Werte eintippen und mit einem Pluszeichen verknüpfen. Ein Buchstaben zwischen a und f zu Beginn der Zeichenkette definiert das zugrunde liegende Raster, zum Beispiel Rose, Rings oder Radar. Der Schriftschnitt Bars Vertical erzeugt ein Balkendiagramm, mit dem Font FF Chartwell Lines lassen sich Megenverteilungen in einem waagrechten Balken darstellen. Durch einfallsreiche Überlagerungen können sich ungezählte Varianten ergeben.

3. Die Ziffern einfärben, damit sich die Diagrammflächen nachher abgrenzen:

4. Den OpenType-Befehl Stylistic Alternates bzw. Stylistic Set 1 auf die Zeichenkette anwenden, fertig:

Unsere Kollegen bei FontShop International, Herausgeber der FontFonts, haben einen kleinen Screencast gedreht, in dem die Funktionsweise von FF Chartwell in 4 Minuten erläutert wird. Es spricht und führt vor: Unser TYPO-Day-Referent Jens Kutilek:

Chartwell erschien erstmals 2011 im Eigenverlag des Entwerfers und wurde in den letzten Monaten (auf seinen Wunsch) bei FontShop International von 3 auf 7 Schnitte ausgebaut; das unterstützende Alphabet für die Beschriftung der Charts erhielt einen Pro-Zeichensatz-Ausbau.

Superfamilie Novel wächst weiter, Einführungspreis

Die Novel-Superfamilie wächst kontinuierlich weiter. Nach der Antiqua Novel, der Novel Sans und der erst vor wenigen Wochen erschienenen Novel Mono, erhielt die Familie soeben einen weiteren wichtigen Zuwachs, die Novel Sans Condensed (12 Schnitte), eine platzsparende Serifenlose. (weiterlesen …)

Corporate-Font FF Sero: Transparenz und Präzision

Ich habe viel zu selten die Gelegenheit, für die Fontblog-Rubrik Schriftgeschichten einen längeren Beitrag zu verfassen. Die letzten großen Portraits liegen Wochen zurück und widmeten sich FF Suhmo (Meine aktuelle Lieblingsschrift), FF Amman (Amman: die Stadt, die Schrift, der Film) und der Azuro (Ideal für das Lesen am Bildschirm: die neue Azuro). Heute ist es wieder mal soweit. Ich bin fasziniert von einer Neuerscheinung, über die ich berichten möchte … ja ich bin gezwungen, hier und jetzt über diese Schrift zu schreiben: Ein Satzfehler im aktuellen Fonts-16-Mailing veranlasst mich dazu, die Story nicht auf die lange Bank zu schieben.

Das ist Fonts 16:

Auf Seite 5 wird die neue FF Sero vorgestellt, in der gedruckten Ausgabe leider mit einem vertauschten (= falschen) Text. In der oben eingebetteten Digitalausgabe ist das inzwischen korrigiert.

Kurz nach Erscheinen von Fonts 16 am letzten Montag rief ich Jörg Hemker, den Entwerfer von FF Sero an, um mich für die Panne zu entschuldigen. Dabei verriet er mir, dass er jede Menge Abbildungen und Hintergrundwissen zu Sero in petto habe, woraus man sicherlich irgendwann eine etwas ausführlichere Vorstellung der Schrift verfassen könnte um so die fehlenden Informationen nachzuliefern. »Nicht irgendwann,« beschloss ich im selben Moment, »das machen wir noch diese Woche«. Und hier ist sie …

Was mich sofort bei FF Sero fasziniert hat, als ich den Text für Fonts 16 schrieb, der aber nie erschien, war die filigrane Abstufung bei den leichten Strichstärken: Welche andere Schrift bietet schon Schnitte wie Extra Thin, Thin, Extra Light und Light? Und damit sind bereits 50 % des Strichstärken-Repertoires von Sero aufgezählt … Es folgen lediglich noch Regular, Medium, Bold und Black, ohne Semi, Extra und Ultra. Das ist schon sehr ungewöhnlich. Und ich war froh, die Ursache für diese Familienarchitektur direkt vom Entwerfer zu erfahren: »Ein besonderes Merkmal der Sero ist die gleichbleibende x-Höhe über alle Strichstärken. Bei zunehmendem Gewicht nehmen die Zeichen in den Binnenräumen an Schwärze zu. Dadurch bleibt die Schriftgröße in allen Fetten durchgehend gleich, und die Zeichen werden in der Black nicht zu breit.«

Mit anderen Worten: Eine fette Sero nimmt kaum mehr Platz ein als eine Sero Light, was in der Strichstärkenübersicht oben recht gut zu erkennen ist. Eine andere Schrift, die ähnlich funktioniert, ist die FF Fago von Ole Schäfer, erschienen 2000.

Die Betonung der leichten Schnitte ist also systemimmanent bei FF Sero, weil die kräftigeren Schnitte nach »innen wachsen«, und dieser Raum ist beschränkt. Jörg Hemker macht aus der Not eine Tugend, siedelt die Hälfte der Familie unterhalb der Regular-Strichstärke an und gibt der gesamten Familie im wahrsten Sinne des Wortes Leichtigkeit. In Rahmen einer Corporate Identity könnte man die Attribute transparent, klar, zurückhaltend oder präzise in den Raum werfen … und spätestens an dieser Stelle werden die ersten Corporate Designer vielleicht sagen: FF Sero füllt eine Lücke in Bereich der Corporate Typography, wo es im Moment eine große Nachfrage gibt.

Kommen wir zur Ästhetik der Schrift. Als fleißiger Benutzer der FontBook-App, die – anders als das gedruckte FontBook – die Klasse der Sans-Schriften in die Untergruppen Dynamisch (Humanist), Geometrisch, Grotesk, Statisch (Anglo Grotesk) und Grotesk einteilt, fragte ich mich des öfteren: Zu welcher Gruppe gehört denn nun Sero? Dass mir die Aufgabe nicht leicht fiel, ist der Antwort von Jörg Hemker zu entnehmen, als ich ihn nach den Wurzeln der Schrift befragte:

»Mein Gedanke hinter der Sero war es, die Eigenschaften einer amerikanischen Grotesk mit denen einer humanistischen Sansserif zu vereinen. Ich untersuchte, welches sind die positiven, welches die negativen Merkmale, wie gehen beide Dinge zusammen und welche sind die richtigen für eine neue Schrift.«

Die Formen amerikanischer Schriften (zum Beispiel Franklin Gothic, Benton Sans, News Gothic …) sind geschlossen, da sie auf ein klassizistisches Formenprinzip zurückgehen. Hingegen sind die Zeichen einer humanistischen Schrift (Frutiger, FF Meta, …) offen gehalten, besitzen eher organische als geometrische Merkmale. Sind die Stärken einer Grotesk ihre Plakativät, wirkt eine Sans-Serif lesefreundlich in Textgrößen.

»Meine Sero ist der Versuch, diese entscheidenen Charakteristika zu vereinen. Ein geringer Kontrast schafft einen robusten, warmen Charakter, die betonten Oberlängen geben der Schrift spannungsvolle Stabilität. Wirkte meine FF Zwo noch recht statisch, fällt die Sero wesentlich dynamischer aus.« erläutert Jörg Hemker

Und weiter: »Anfangs waren die Buchstabenformen recht expressiv gehalten, was sich jedoch während des Entwicklungsprozesses abmilderte. Mein wichtigstes Gestaltungskriterium war Sachlichkeit, was bedeutete, dass die Buchstaben neutraler wurden … und feiner. Dadurch gewann die Sero am Ende ein hohes Maß an Transparenz – wie die Schweizer sagen. Da die Figuren von modischen Elementen befreit sind, wirken sie langlebig … stehen somit für Kontinuität. Das Schriftbild wirkt sachlich, besitzt aber eine individuelle Ausprägung.«

Das Ziffernsystem von FF Sero ist umfangreich und bietet vielfältige typografische Möglichkeiten, wie sie gerade im Corporate Design gefordert sind. Es gibt Ziffern für Auszeichnungen, den Texteinsatz und für Tabellensatz. Während die Versalziffern auf einen plakativen Einsatz zielen, war das Kriterium für die Text- und Tabellenziffern die Differenzierbarkeit der Zeichen. Jede Ziffernart verfügen über jeweils passende Währungszeichen. Besonders wichtig für Tabellen, Formulare, Rechnungen und Geschäftsberichte: In allen Strichstärken haben Tabellenziffern und Währungszeichen gleiche Dikten. Schließlich bietet FF Sero komplette Ziffernsätze für Zähler und Nenner, sowie einen Satz an Kreisziffern.

Die Sero-Schriftfamilie beherrscht – vom ersten Entwurf an – neben den lateinisch basierenden Sprachen auch Griechisch und Kyrillisch. »Mir erschien dies sehr wichtig«, erläutert Jörg Hemker diese Vorgehensweise, »weil ich so die spezifischen Eigenarten vermeintlich gleich wirkender Zeichen bereits im Entwurfsprozess berücksichtigen konnte.« Außerdem hatte er von Anfang an den Wunsch, eine Schriftfamilie für internationale Corporate-Design-Jobs zu entwickeln. Die Vorteile von FF Sero liegen nicht zuletzt in ihrer Vielsprachigkeit. Vergleichbare Sans-Serif-Familien liegen nur bedingt oder gar nicht in nicht-lateinischen Varianten vor.

Zum Abschluss noch etwas Zukunftsmusik. Um die Schrift auch fürs Editorial-Design attraktiv zu mache, arbeitet Jörg Hemker bereits an einer schmallaufende Version. »Darüber hinaus plane ich eine spezielle Displayvariante (Abb oben), die durch eine größere x-Höhe und geringe Ober- und Unterlängen einen plakativen Satz ermöglicht und so neue gestalterische Freiräume schafft. Spannend hierbei ist es herauszufinden, wie weit die Schwärze der Zeichen verdichtet werden kann.«

FF Sero ist ab sofort auf www.fontshop.com lieferbar, und zwar als OpenType- oder OpenType-Pro-Version (Fremdsprachen), das gleiche für den Office-Bereich (Format TrueType) sowie als Webfonts (Formate .woff und .eot).

Adrian Frutiger – Der Film

Im Jahr 2007 führte der Berliner Filmemacher Sebastian Rohner ein langes Interview mit dem Schweizer Schriftentwerfer Adrian Frutiger, der zu den maßgebenden Schöpfern der Schweizer Typografie gehört. Seine zwei bekanntesten Schriften sind die serifenlose Linear-Antiqua Univers und die für den Pariser Flughafen Charles de Gaulle entworfene Roissy, eine frühe Form der später veröffentlichten und mehrfach ausgebauten Frutiger. Daneben entwarf Frutiger die nicht minder beliebten Avenir, Centennial, Iridium, Meridien und Serifa. Seine auf Maschinenlesbarkeit optimierte OCR-B wurde 1973 zum ISO-Standard erhoben.

Rohner über Frutiger: »Einer der größten Designer des 20. Jahrhunderts ist den meisten Menschen vollkommen unbekannt. Dieses Interview soll das ändern.« schreibt er in der Erläuterung des nun frei gegebenen Videos auf YouTube. Der aufschlussreiche Film wirft nicht nur ein Licht auf den bedeutenden Schriftentwerfer sondern auf eine Designdisziplin, die kaum exotischer sein könnte und doch alle (lesenden) Menschen berührt. Vielen Dank für dieses Zeitdokument, Sebastian.

Zwanzig Jahre FF Hands

Als im Jahr 1991 die beiden Handschriften FF Erikrighthand und FF Justlefthand als erste FontFonts auf den Markt kamen, hatten die beiden Scripts zwei (durchaus beabsichtigte) Geburtsfehler:
• Sie wurden als »Hands 1« veröffentlicht, es erschien aber nie »Hands 2«
• Die zwei Handschriften waren mit heißer Nadel gestrickt

Beide Makel wurden erst heute, nach 20 Jahren ausgebügelt. Beide konnten auch nicht verhindern, das die Jugendwerke von Erik van Blokland und Just van Rossum zu weltweiten Bestsellern wurden und viele Nachahmer fanden.

Ursprünglich waren Erikrighthand und Justlefthand als reine Spaßschriften gedacht, als provokante Statements gegen den Perfektionismus, ähnlich wie der Random-Font Beowolf. Ihre Entstehungsgeschichte ist nachzulesen im Buch »Made with FontFont«. Ende 1990 hält sich Erik van Blokland in New York, sein Random-Twin Just van Rossum in Berlin auf. Eines Abends fällt ihnen ein, dass sie auf Wunsch von Joan und Erik Spiekermann für die gerade gegründet FontFont-Bibliothek noch zwei Script-Fonts beisteuern sollen, eine leichte und eine fette. Wegen der Entfernung bzw. der steinzeitlichen Übertragungstechnik (Fax), zeichnet »Erik der Ferne« mit seiner rechten Hand und einem Filzstift kräftige Buchstaben auf ein Fax-Formular, Just greift mit seiner linken Hand zu einem Fineliner und tut dasselbe in Light. Anschließend verrichten ein Scanner sowie die Software-Programme Photoshop, Streamline und Fontographer ihren Job, und fertig ist das Schriftpaket FF Hands 1 mit 4 Fonts. Es stößt in die gähnend leere Marktlücke der ungekünstelten Handschriften und werde weltberühmt.

Da ich seit 20 Jahren Mitglied im FontFont-Typeboard bin und somit mitverantwortlich für die Veröffentlichung neuer Schriften, möchte ich heute mal einen Traum zerplatzen lassen, den mir Außenstehende schon häufig angetragen haben: Die Vorstellung von der Schriftschöpfung als Auftragsarbeit. Es ist ein Märchen zu glauben, das ein Schriftenhaus seine Designerschützlinge – wie es ihm gefällt – Bestseller am Fließband produzieren lassen könne. Das funktioniert nicht. Auch Buchverlagen gelingt dies nur in Ausnahmefällen, denn den wenigen Serientätern wie Stephen King oder Joanne K. Rowling steht eine Heerschar von One-Hit-Wondern gegenüber.

Ihr glaubt gar nicht, in wie vielen der bis heute 55 Typeboard-Sitzungen ich bei Erik van Blokland nachgefragt habe – er ist ebenfalls Typeboard-Gründungsmitglied –, wann denn nun endlich Hands 2 fertig sei. Es sollte eine Display-Version der Grundschriften werden, mit feineren Buchstabenkonturen, und mehr Stützpunkten. Tatsächlich waren die ersten Fassungen 1991 ja nicht aus Schlampigkeit so grob digitalisiert: Die damalige PostScript-Umgebung (Rechner, Drucker, Adobe Type Manager) ließ es aus Gründen der Stabilität nicht zu, dass man ausgefranste Script-Glyphen bis in die letzte Verästelung digital nachbildete. Die Faustregel damals: mehr als 20 Stützpunkte/Buchstabe können dafür sorgen, dass eine Quark-QPress-Seite abstürzt oder ein Druckjob nicht ausgeführt wird.

Nun endlich, mit dem Erscheinen des FontFont-Release 54, liegen FF Erikrighthand und FF Justlefthand in neuer, verbesserter Qualität vor. Verpackungsdesigner, Plakatgestalter, Ladenbeschrifter (typische Anwendungsfelder für die beiden Hands) können aufatmen. Der Grund für die Überarbeitung war der Abschied von PostScript. Dieses Format gibt es bei FontFont nicht mehr, sondern nur noch OpenType (als .otf und .ttf). Erik van Blokland und Just van Rossum haben diese Gelegenheit genutzt, ihren Klassiker nun zu überarbeiten.

Die beiden Schriftentwerfer aus Den Haag sind weiterhin gut befreundet, arbeiten jedoch nicht mehr so eng zusammen wie vor 10 oder 20 Jahren. Daher haben sie ihr jugendlichen Handschriften mit unterschiedlicher Philosophie überarbeitet. Erik van Blokland nutzte den Technologiewechsel, so wie er es bei der FF Trixie bereits meisterhaft vorgeführt hat (siehe Fontblog-Beitrag Neu: FF Trixie OT, von Erik van Blokland), für eine grundlegende Überarbeitung der einzelnen Glyphen. Er verpasst Erikrighthand einen neuen Schwung, der sie noch authentischer nach Filzerschrift aussehen lässt. Dabei hat sie ihren spontanen Charme behalten, so dass man sie weiterhin als Handschrift-Imitation und endlich auch für die großdimensionale Gestaltung einsetzen kann.

Just van Rossum entschied sich für eine werktreue Überarbeitung, keine neue Abmischung … wie die Beatles mit ihrer Musik. Er tastete die einzelnen Glyphen nicht an, baute aber mehrere Hundert Ligaturen und Akzentbuchstaben hinzu, so dass nun auch Justlefthand den modernen Ansprüchen einer OpenType-Typografie genügt – in den Features und der Sprachunterstützung.

Die einst separat erschienen Schnitte Expert und Small Caps sind selbstverständlich im OpenType-Zeichensatz aufgegangen. Damit werden die Schriften auch leichter bedienbar. Mehr über ihre Ästhetik und die technische Ausstattung verraten die beiden Steckbriefe (PDF), die sich hinter den Abbildungen links oben und rechts verbergen.

Wer ist eigentlich dieser Mister K. Informal?

Die wunderbare Schreibschrift FF Mister K von Julia Sysmäläinen wird unaufhörlich erweitert. Nachdem im Januar 2010 ein voluminöses Set an Symbolen und Illustrationen hinzukam (FF Mister K Dingbats, Fontblog berichtete: Mister K ist nicht mehr solo), hat die Familie letzte Woche erneut Zuwachs bekommen. Der Schnitt FF Mister K Informal ist eine äußerst nützliche Ergänzung – für »alle Gelegenheiten«.

Mit dem Etikett informal werden im englischen Sprachraum Briefe bezeichnet, die das Gegenteil von formal (zu deutsch: förmlich) sind, also persönliche Schreiben, die mit »Hallo« oder »Lieber Freund« beginnen. Digitalisierte Schriften mit dem Etikett Informal im Namen wollen genau diesem Anwendungszweck dienen, möchten also sympathisch-persönlich wirken. Exakt dies leistet die neue FF Mister K Informal.

Welcher Natur ist aber nun die ursprüngiche Mister K? Am besten lässt sie sich wohl als Künstlerschrift charakterisieren, denn sie basiert bekanntermaßen auf der Handschrift von Franz Kafka. Als solche ist sie jedoch weit mehr als das, nämlich eine starke, exzentrische Persönlichkeit. Einen solchen Font kann man nicht jeden Tag einsetzen, die Mister K Informal dagegen schon. Und genau dafür wurde sie gemacht. Die Jeden-Tag-ganz-liebe-Grüße-Schrift.

Dies übrigens zeigt mein neues FontBook zum Stichwort »informal« an:

Ideal für das Lesen am Bildschirm: die neue Azuro

FontShop veröffentlicht heute seine zweite exklusive Schriftfamilie, nach Axel von Erik Spiekermann – erschienen vor zwei Jahren, siehe Fontblog-Beitrag Axel, die neue Spiekermann. Die Neuerscheinung heißt Azuro, wurde von Georg Seifert entworfen und von Jens Kutilek gemastert. Azuro ist wahrscheinlich die erste Schriftfamilie, deren Bildschirmverhalten bereits in der Entwurfsphase unter Windows, Mac-OS und Apple iOS unermüdlich getestet wurde, einschließlich Rückwirkung auf den Designprozess. Und deshalb ist Azuro am Bildschirm und auf Papier in hohem Maße leserlich.

Die OpenType-Familie (TrueType flavoured) bietet die Schnitte Regular, Italic, Bold und Bold Italic, enthält 589 Zeichen pro Font (inkl. griechisch und kyrillisch) und kommt für den Einsatz am Desktop-Rechner (TrueType, 199 €) und im Web (.eot und .woff, 149 €) auf den Markt. Zur Einführung bietet FontShop beide Familien bis 31. Mai 2011 zum unwiderstehlichen Lizenzpreis von je 19,90 € an, nur im Download und nur auf fontshop.com!

Erst den ausführlichen Beitrag lesen … oder sofort zu Azuro Office oder Azuro Web auf fontshop. com …?!

(weiterlesen …)

Graham Short, der Mikrograveur

Dies ist die Geschichte vom 64-jährigen Graveur Graham Short (Hands of Genius) aus Birmingham, der die Zeile »NOTHING IS IMPOSSIBLE« in die Kante einer Rasierklinge gravierte. Der SPIEGEL berichtet in seiner aktuellen Ausgabe über dieses Kunststück: »Am Ende bedeckten 180 Klingen den Boden seiner Werkstatt. 180 Enttäuschungen. Aber eine Klinge kam fehlerfrei durch. ›Ich danke Euch für eure Unterstützung‹ schrieb Short auf Twitter, als die Mission erfüllt war. ›Es war überwältigend.‹«

Ich wollte mehr wissen über den Präzisionskünstler. Und vor allem wollte ich gut aufgelöste Bilder seiner Arbeit. Also schrieb ich eine E-Mail an seine Galerie White Space in London. Eben kam die Antwort mit faszinierenden Fotos.

Meister Graham Short wurde 1946 in Birmingham geboren, in eine Familie mit Gravur-Tradition. Einer seiner Vorfahren war Sir Francis Short, ein berühmter viktorianischer Kupferstecher. Nach einer sechsjährigen Lehre beim Graveurmeister Bill Evans im führenden Gravur-Unternehmen der britischen Insel, Efficiency Tool, gründete er 1974 im Juwelierviertel von Birmingham seine Ein-Mann-Werkstatt. Nach wenigen Jahren fanden sich bedeutende Namen auf Shorts Kundenliste, darunter der Royal Household, das Schottische Parlament, die National Gallery, Rolls Royce, die Büchsenmacher von James Purdey & Sons, Chanel und Vivienne Westwood.

Das Vaterunser auf einem Stecknadelkopf, aufgenommen mit einem Makro-Objektiv

Irgendwann faszinierte ihn die Idee Gravuren zu erstellen, die mit dem bloßen Auge nicht mehr zu erkennen waren. So entstand sein Meisterwerk, das ihn über Nacht weltberühmt machte: das Vaterunser auf dem goldenen Kopf einer Stecknadel. Lesen kann man den Text nur mit einem starken Mikroskop. Rund 300 Stunden brauchte Graham Short für dieses Werk, das aus 1841 separat gravierten Strichen besteht. Zunächst experimentierte er mit 200 Stahlstiften, doch die Buchstaben platzten weg auf dem spröden Untergrund. Der Vorteil von Gold: es ist stabil, lässt sich gut verarbeiten und korrodiert nicht.

Für seine Miniaturwerke benötigt Short allerlei Werkzeuge. Unverzichtbar dabei sind sehr feinen Nadeln die aus dem Ende des 19. Jahrhunderts stammen. In den 1980er Jahren kaufte er einen ganzen Satz solcher Nadeln von einem Antiquitätenhändler. Beim Mikrogravieren stößt er die Nadel nicht, wie es in seinem Beruf üblich ist, sondern er zieht sie, was eine bessere Kontrolle erlaubt. Zuvor erhitzt er sie zweimal.

Das Vaterunser auf einem Stecknadelkopf (unter dem Mikroskop)

Wenn er für das britische Königshaus graviert, führt Short eine Jahrhunderte alte Arbeitszeit-Tradition der britischen Graveure fort: Er geginnt um 22:00 Uhr und graviert die Nacht durch. Der SPIEGEL hat ihn bei der Arbeit beobachtet: »Nachts fahren kaum Autos, alles ist ruhig, nichts kann ihn ablenken. Um den Hals trägt er ein Stethoskop, mit Klebeband auf seinem Herzen fixiert. So wartet er auf den richtigen Moment, auf die vollkommene Ruhe in seinem Körper, um dann eine winzige Bewegung auszuführen, den oberen Querstrich eines F etwa. Short arbeitet zwischen zwei Herzschlägen, denn auf dem Kopf einer Stecknadel ist kein Platz für Fehler.« Der Meister ist topfit, schwimmt täglich 1000 Metern was zu einem Ruhepuls von 30 Schlägen pro Minute geführt hat.

Auf die Kante einer solchen Rasierklinge gravierte Graham Short die Worte »NOTHING IS IMPOSSIBLE« (Foto: ©Zen Shui @ZOOM, Fotograf Yves Regaldi)

Die jüngste Arbeit von Graham Short, »Nichts ist unmöglich«, eingraviert in die Kante einer Rasierklinge … 19 Buchstaben, 80 Zugbewegungen

Zwischen Neutralität und Überschwang: Heimat

Zwei Schriften in einer Familie

Neutralität und Ausdrucksstärke sind auf den ersten Blick zwei Attribute, die sich ausschließen. Umso interessanter war es eine Schrift zu gestalten, die mit Hilfe von Alternativbuchstaben zwischen beiden Polen oszilliert – eine extreme und zugleich neutrale Schrift sein will. Christoph Dunst hat diese Herausforderung angenommen und legt nun sein neustes Werk vor, die Schriftfamilie Heimat (fontshop.de-Link …).

Der Begriff Neutralität ist nicht unbedingt mit Vertrautheit gleichzusetzen. Viele Schriftkenner halten beispielsweise Akzidenz Grotesk oder Helvetica für neutral, übersehen aber, dass in den Konstruktionen beider Schriften sehr viel mehr Raffinesse steckt, als dass sich die Formen selber erklären. Was diese Schriften neutral wirken lässt ist allein ihre Allgegenwärtigkeit und dass sie deshalb kaum wahrgenommen werden. (weiterlesen …)

Amman: die Stadt, die Schrift, der Film

Ende 2008 besucht der junge deutsche Designer und Multimedia-Künstler Yanone die jordanische Hauptstadt Amman, um eine zweisprachige lateinisch-arabische Schriftfamilie zu entwickeln. Die Zusammenarbeit mit dem dort ansässigen Designbüro Syntax findet anlässlich der Vorbereitungen zur 100-Jahr-Feier der Metropole statt. In nur wenigen Wochen gelingt es Yanone Innovationen in die Schriftfamilie zu integrieren, die es bisher in der digitalen arabischen Schriftgestaltung nicht gegeben hat. Heute ist seine Großfamilie die »Corporate-Schrift« von Amman.

Ahmad Humeid, Gründer und Geschäftsführer von Syntax, und Yanone trafen sich zum ersten Mal 2004 an der Bauhaus-Universität in Weimar. Hier hielt Humeid einen Vortrag und veranstaltete einen Workshop zur kulturübergreifenden Gestaltung. Kurze Zeit später lud er Yanone als dritten von zehn Studenten zu einem Praktikum in sein Büro in Amman ein. Vier Jahre später, als sich Yanones Studium der Visuellen Kommunikation dem Ende neigte, beschlossen die beiden Designer, für Amman eine eigenständige Schriftfamilie zu kreieren. Syntax hatte kurz zuvor den Auftrag erhalten, das öffentliche Erscheinungsbild von Greater Amman Municipality, der Stadtgemeinde von Amman, zu überarbeiten. Der neugewählte Bürgermeister Ammans, Omar Ma’ani, wollte der Stadt anlässlich des bevorstehenden hundertjährigen Jubiläums einen neuen Anstrich verleihen.

Ahmad Humeid erinnert sich: »Soweit ich weiß, hat es bis dato noch keinen Versuch gegeben, eine exklusive Schrift für eine arabische Hauptstadt zu kreieren. Die Idee des Städtemarketings ist neu in unseren Breitengraden, eine Handvoll Projekte existieren zwar, hauptsächlich in der Golf-Region. Eine Schriftfamilie für eine Hauptstadt wie Amman zu entwickeln war zunächst nur ein Traum. Aber angesichts der nahenden 100-Jahr-Feier standen die Sterne gut für ein solches Projekt.

Wir kannten Yanone als talentierten und engagierten Praktikanten durch das Austauschprogramm mit deutschen Bauhaus-Studenten. Außerdem hatten wir Hussein Alazaat im Boot, ein Designer aus unserem Büro, mit großer Leidenschaft für traditionelle arabische Kalligrafie. Zu guter letzt – aber überaus wichtig –, begegneten wir einem aufgeschlossenen, vorwärts schauenden Team beim Auftraggeber, der Greater Amman Municipality, angeführt von einem Bürgermeister, der Gestaltung und seinen strategischen Wert schätzt.«

Das moderne Amman ist eine junge Stadt, erst 2009 feierte sie ihr 100-jähriges Bestehen

Nebenbei bot sich das Projekt auch als perfektes Thema für Yanones Diplomarbeit an der Bauhaus-Universität an. »Ich wollte einen großen Sprung in die zeitgenössische arabischer Schriftgestaltung wagen«, fasst Yanone sein Diplomziel zusammen. Ihm fielen mehrere Aspekte einer großen Schriftfamilie ins Auge, die zwar in der westlichen Welt gang und gäbe sind, im Arabischen jedoch bis heute nicht zu finden waren. Der augenfälligste war die Eingliederung zweier Schriftstile in eine Familie: Eine humanistische Grotesk, mit gleichmäßiger Strichstärke und moderner Erscheinung, und eine Antiqua, mit einer eher traditionellen Erscheinung; im westlichen Sprachraum spricht man dann auch von einer Schriftsippe.

Die Aufrechte (links) wird in zwei Zügen geschrieben, die Kursive ohne Absetzen in einem Zug

Die wichtigste Innovation ist womöglich die Integration einer echten arabischen Kursiven. Kursive kommen im westlichen Schriftsatz seit ihrer Einführung durch den Italiener Aldus Manutius 1501 zum Einsatz. Heute werden sie meist als dekorative Komponente verwendet, um Wörter zu betonen oder hervorzuheben, sowie Namen, Zitate oder fremdsprachige Texte zu kennzeichnen. Die lateinische Kursive ist enger als die Aufrechte und nach rechts geneigt. Ihre Formen entstammen der Handschrift: einzelne Buchstaben werden ohne Absetzen der Feder geschrieben (Abb. oben).

Da heutzutage die Textgestaltung im Nahen Osten überwiegend zweisprachig erfolgt, meist Englisch und Arabisch, benötigt das arabische Pendant eines englischen Textes ebenso die Möglichkeit der kursiven Auszeichnung. Die Hersteller von digitalen arabischen Schriftfamilien antworten auf diese Forderung meist mit schiefgestellten Varianten der aufrechten Grundschnitte. Vergleichbares geschah auch in der westlichen Welt in den 1980er Jahren, als viele Satzmaschinen-Hersteller, angetrieben vom Konkurrenzkampf, in Windeseile ihre Blei- und Fotosatzbestände digitalisierten, und dabei die Kursive links liegen ließen. Stattdessen errechneten sie mit Computerhilfe eine schiefgestellte Oblique aus der Aufrechten.

Die vier arabischen Stile der Amman-Großfamilie: rechts die aufrechten Serif und Sans, links die dazugehörigen Kursiven

Yanone übersetzte diese lange Tradition einer echten Kursiven Schrift ins Arabische. Er zeichnete eine digitale Variante des gebräuchlichen arabischen Handschriftstils Ruq’aa, der die aufrechte Druckschrift Naskh fortan begleiten sollte. Das Ruq’aa ist ein einfacher, kursiver Stil aus dem 9. Jahrhundert. Er hat runde, fließende Kurven und enggeschriebene Wörter mit vielen Ligaturen. Es ist der am häufigsten verwendete Stil der alltäglichen Handschrift. Der Naskh ist ein schnell geschriebener, runder Stil, hervorragend lesbar, mit kurzen horizontalen Strichen und gleichmäßig langen Ober- und Unterlängen. Es ist der bis heute am häufigsten verwendete Schreibstil für das Drucken von Büchern und Veröffentlichungen, für den auch die meisten Bleisatz- und digitalen Schriften zur Verfügung stehen.

Erste Skizzen für Amman Grotesk (oben) und die Antiqua: kantig, lebhaft, kontrastreich

Die Konstruktion des Amman-Alphabets reflektiert das »kantige«, unkonventionelle Lebensgefühl einer jungen, agilen Hauptstadt. Einzelne Formen sind so eckig wie möglich angelegt, ohne die Lesbarkeit von Texten aufs Spiel zu setzen. Die Linienführung orientiert sich an der vorherrschenden Architektur der Stadt: Rechteckige Häuser auf den sieben Hügeln und seinen Tälern.

Die einstöckigen, eher aus der kursiven lateinischen Schrift bekannten, a und g der Amman Serif (links) und die mehrstöckigen Pendants aus Stempel Garamond

Yanone wählte das einstöckige a und g als Basisformen für die lateinische Hälfte der Amman-Großfamilie, die in Antiqua-Druckschriften eher selten verwendet werden (vgl. Abb. oben). Die Formen sollen die Idee des lokalen architektonischen Gefühls unterstreichen. Hussein Alazaat, Kalligraf und Gestalter bei Syntax, ergänzt dazu: »Wenn du in arabisch denkst, musst du von rechts nach links denken. Außerdem musst du die langen horizontalen Linien des Arabischen in Betracht ziehen. Das Lateinische dagegen hat eine deutlich vertikal orientierte Ausprägung. Die Herausforderung bestand nun darin, die beiden Schreibstile einander anzupassen, ohne die Tradition der einzelnen Alphabete zu negieren. Die Amman-Familie wurde von Anfang an zweisprachig für eine arabische Hauptstadt entworfen … ein absolutes Novum. Noch dazu ist es bezüglich des Ausbaus die umfangreichste arabisch-lateinische Schriftfamilie, die ich kenne.«

Anfänglich waren vier Strichstärken für Amman Sans und drei für Amman Serif geplant, was sich in der Praxis als zu wenig erwies … es wurden sieben bei der Sans und vier bei der Serif

Ahmad Humeid ist stolz auf das Endergebnis: »Die Amman-Großfamilie ist vielseitig einsetzbar. Stadt-Kommunikation, vor allem für eine boomende Metropole wir Amman, deren Identität im Wandel begriffen ist, muss sich meist traditionell und ›normal‹ anfühlen; zu anderen Gelegenheiten dagegen jung und dynamisch. Mit einer serifenbetonten und einer serifenlosen Version spielen zu können, ist sehr nützlich. Die ›moderne‹ Typografie baut auf die Schnitte mit gleichbleibender Strichstärke, die für arabische Augen geometrisch und vielleicht etwas unverwandt aussieht. Die ›traditionelle‹ Variante sieht kalligrafischer aus, mit starkem Strichstärkenkontrast und einer weicheren Erscheinung. Unterm Strich unterscheidet sich die Amman-Familie ausreichend vom Mainstream, um hier und da ein Stirnrunzeln hervorzurufen. Trotzdem liegt sie nah genug an der Tradition der arabischen Schrift, um von den Menschen akzeptiert zu werden.«

Alle 14 Schriftschnitte der FF Amman Sans OpenType-Schriftfamilie, von Thin bis Black; wer zusätzlich die arabischen Schriftzeichen einsetzen möchte, greift zur gleich große ausgebauten FF Amman Sans Arabic

Nach Fertigstellung der Amman-Großfamilie hat FSI FontShop International dem Entwerfer angeboten, die Schrift in die angesehene FontFont-Bibliothek aufzunehmen und somit einem großen Publikum zugänglich zu machen. Es wurde die zweite arabische Schriftfamilie in der Bibliothek, nachdem 2009 schon die FF Seria Arabic des Libanesen Pascal Zoghbi herauskam. Seine Schriftfamilie entstand im Rahmen des Typographic Matchmaking-Projekts, dass von der Khatt-Stiftung für arabische Typografie durchgeführt wurde. Ziel war es, zehn arabische Pendants zu bekannten lateinischen Schriftfamilien zu entwerfen. FF Amman erschien im Juni 2010.

Die 8 Schriftschnitte der FF Amman Serif OpenType-Schriftfamilie, von Regular bis Extra Bold; wer zusätzlich die arabischen Schriftzeichen einsetzen möchte, greift zur gleich große ausgebauten FF Amman Serif Arabic

Die beste Dokumentation über die Schrift, die Stadt und ihr Design enthält eine wunderbare 58-seitige Broschüre, zusammengetragen und gestaltet vom Entwerfer selbst. Sie kann bei Issuu als Online-PDF betrachtet werden, nach Anmeldung auch heruntergeladen. Zum sofortigen Blättern dient das nachfolgend eingebettete Präsentationsfenster (unbedingt Full-screen genießen):

Amman: der Film

In den vergangenen Wochen hat Yanone seiner Schrift ein audiovisuelles Denkmal gesetzt. Er produzierte in Jordaniens Hauptstadt einen 20-minütigen Dokumentarfilm mit allen am Schriftprojekt beteiligten Personen.

Eigentlich gibt es zwei Filme. Der 21-minütige Hauptfilm trägt den Titel »New (type) face for Amman« und führt sowohl in das Schriftprojekt, als auch die Lebensart der jordanischen Designer ein. Dabei schildern die Designer Ahmad Humeid, Ahmad Sabbagh, Roba Al-Assi, Zeina Darwatsah, Ibrahim Owais und Yanone ihre Gedanken zum Corporate Design ihrer Heimatstadt und die Rolle der Exklusivschrift. Zwischendurch führen sie idie Zuschauer zu markanten Orten und Sehenswürdigkeiten. Anschließend fassen Ivo Gabrowitsch und Andreas Frohloff ihre Begeisterung für FF Amman zusammen:

Der kurze »Part II« des Amman-Film-Projekts besteht aus einer wilden, einminütigen Handkamerafahrt über die Hauptverkehrsstraße der jordanischen Hauptstadt. Unter Lebensgefahr quetscht sich der Regisseur zwischen die anfahrenden PKWs vor einer Ampel auf der Rainbow Street. Dabei schnappt das Mikrofon Musik- und Sprachfetzen auf, die durch die heruntergelassenen Seitenscheiben nach außen dringen und sich zu einer Symphonie der Großstadt zusammenfügen. So hat noch niemand für eine Schrift geworben:

Auf der Webseite zum Film (amman-the-ffilm.com) befindet sich weiteres Bonusmaterial, darunter das komplette Interview mit dem vorausschauenden Designer Ahmad Humeid, Geschäftsführer des Designbüros Syntax und Initiator der Schrift FF Amman. Dieser Fim und 16 weitere FontShop-FontCasts können auch über iTunes geladen bzw. abonniert werden: zu den iTunes-FontCasts …

Weiterführende Informationen und Links:

Über Yanone:

Yanone wurde 1982 als Jan Gerner in Dresden geboren. Er ist ein junger Gebrauchsgrafiker und Schriftgestalter, Multi-Media-Künstler, DJ und Sound-System-Operator. Nachdem er neun Jahre seiner Kindheit und Jugend mit der Familie in Addis Abeba, Hauptstadt des ostafrikanischen Äthiopiens lebte, kehrte er 1997 ins wiedervereinigte Deutschland zurück und schloss seine Schulbildung am Gymnasium in Dresden ab. Sein Vater lehrte ihm mit 14 Jahren die Programmiersprache Pascal. Das zum Hobby gewordene Programmieren sollte fortan sein Berufswunsch sein. Frühe Erfahrungen im Web-Design und das Gestalten der Abi-Zeitung seines Jahrgangs verschoben den Fokus allerdings schnell auf die Gebrauchsgrafik, und die Schriftgestaltung im Speziellen.

2002 nahm er das Studium der Mediensysteme an der Bauhaus-Universität in Weimar auf, wo er 2004 ins Fach Visuelle Kommunikation wechselte. Ein Freund brachte ihm damals das Gefühl für das Gestalten einzelner Buchstaben und die benötigte Software bei, was sein Interesse in Schriftgestaltung erneuerte. Seine sieben Universitäts-Jahre brachten ihn u.a. auch zu einem Praktikum nach Amman, Jordanien, in das dort ansässige Gestaltungsbüro SYNTAX, und nach Berlin zum Schriftenhersteller FontShop International. Dort lernte er das Verständnis und den notwendigen Durchblick zum Herstellen professioneller Schriften.

Im September 2010 wird Yanone den Type]Media Master-Studiengang an der Königlichen Akademie der bildenden Künste in Den Haag antreten, um seine kalligrafischen und schriftgestalterischen Fähigkeiten auszubauen.

About Syntax:

Over the past decade, Syntax has evolved into one of the Middle-East‘s largest independent branding and design focused companies and one of the region’s leading independent brand, design and media consultancies. Today, Syntax is entrusted with the creation and re-invention of major corporate and institutional brands. Destination and city branding have also become one of Syntax’s strengths. In 2008, Syntax was commissioned with the creation of the first comprehensive citizen-focused branding program for Amman, Jordan’s capital city. Syntax’s team culture is driven by progressive strategists, designers, writers, media specialists, technologists and project managers. Ultimately Syntax aspires to be its clients’ innovation partner. Its unique blend of services and disciplines enables it to deliver “positive transformations”: distinctive brands, informative media, inspiring environments and engaging experiences.

Yanone-Portraitfotos: Daniel Scholz (Black Overall, fotura.com), Michael Ott (White Overall, dasschmott.de)