Wenn das Otto Dix wüsste

Heute schrieb mir Matthias aus Gelmeroda: »Okay, im Fontblog werden meist hervor­ra­gende Designs gezeigt, ich komme aber nicht umhin, dir folgendes nega­tive Beispiel zu schi­cken: Das neue Corporate Design der dies­jäh­rigen BUGA-Stadt Gera in Thüringen, meiner Heimatstadt.« Buga steht für die Bundesgartenschau, die im Zweijahresturnus in verschie­denen deut­schen Städten statt­findet. Sie wird von den austra­genden Orte – zu Recht – als Anstoß für deren Tourismus und zur Verbesserung der Infrastruktur genutzt.

Die Email von Matthias endet mit den Worten: »Zum Heulen. Was kann man nur machen?« Ich denke, dass man da gar nix mehr machen kann … außer mitheulen.

Pressemitteilung zum »unver­wech­sel­baren Gesicht« von Gera …
Downloadseite mit dem CD-Manual Otto-Dix-Stadt Gera


57 Kommentare

  1. Christian

    da hätten sie mal lieber einen ordent­li­chen design­wett­be­werb veran­staltet! :-)

  2. thomas

    das logo ist in diesem falle nur die spitze des eisberges, der wesent­lich fettere und weitaus schlim­mere teil ist im pdf verborgen. ist das jetzt nied­rig­schwel­liges design, das in dieser form vom stadt­an­ge­stellten gemacht werden kann, um kosten zu sparen oder weiss man nicht von dem tollen beruf des grafik­de­si­gners?
    wie auch immer gera ist eine sehr deut­sche stadt, wie auch die farben zeigen. schade schade …

  3. Jürgen

    Vielleicht ist man in Gera der Ansicht, das viele poten­ti­elle Besucher der Bundesgartenschau in den alten Bundesländern (noch) gar nicht wissen, dass Gera in Deutschland liegt. Anders kann ich mir die Betonung des Schwarzrotgold nicht erklären, denn die Bundesgartenschau ist ja eine Bundesgarten­schau und keine (alle 10 Jahre statt­fin­dende) Internationale Gartenschau (wie die in Hamburg, 2013).

  4. Benjamin Cyprian Sindram Mueller

    Viel schlimmer als das Logo — da stimme ich Thomas zu — ist das CorporateDesignManual… es ist todtraurig so etwas sehen zu müssen.

    Ich denke — der Aktualität wegen — das Logo wurde 1981 schon einmal gebaut, von der Fachangestellten des Vorzimmers und bis heute als „Goody“ unter Verschluss gehalten. Bis die Zeit gekommen war…

  5. thomas

    benjamin. ddr-design sah anders aus ;-)

    aber es will mir nicht in den kopf, dass von seiten der entscheider so wenig weit­blick vorhanden ist, das sowas abge­nickt wird. wenn poli­ti­sche entschei­dungen auf ähnli­chem niveau getroffen werden, sieht es sehr düster aus um gera.

  6. HD Schellnack

    Aaaaaaaaaaaaaallllllterrrrrrrrrrrrrr…. Bad-Taste-Party 2007. Manual und Logo sehen aus wie CorelDraw-Meisterwerke von vor 10 Jahren. Wofür auch die genialen Schriftideen spre­chen. Man kann gar nichgt so viel essen, wie man kotzen möchte.

    Slapstick-Design. Für den unwahr­schein­li­chen Fall, dass ich Futter brauche für die Meinung, das Corporate Design (und wieso sind Städte Corporations???) eine vom Kopf her stin­kende Leiche ist, hier ist der Beweis.

    Surreal.

  7. thomas

    » Surreal« hier isses wieder. HD lass dir dieses wort doch einfach schützen :-D

  8. Ralf Herrmann

    Was heißt »WIE CorelDraw-Meisterwerke« …? Schau mal in die Datei-Info: Originalname: ODSG-CD-Manual-endfass-ex.cdr
    Das Logo hat übri­gens schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Sieht man ja. Lediglich der Dix-Zusatz ist neu. Und das ist augen­schein­lich eine Verzweiflungstat, dieser toten Stadt noch irgend etwas Positives abzu­ge­winnen. Im Grunde passt es also wieder.

  9. HD Schellnack

    Es ist ECHT CorelDraw???
    Sexy.

  10. Michael

    Hat das „A“ in den Spiegel geschaut und weiß um die Häßlichkeit des eigenen Erscheinungsbildes? Oder warum hat es sonst so einen Schmollmund?

    Cool auch der Absatz im Handbuch zur Schriftauswahl auf Plakaten. Eigentlich ist alles erlaubt. Ich sehe schon die ersten Comic-Sans-Headlines … brrrrr

  11. sebastian jung

    was habt ihr den,

    Das Logo passt wie die Faust aufs Auge :D

    Endlich mal eine Stadt die in ihrem Logo konse­quent zu ihren Schwächen steht! :D

    p.s. otto dix ausge­nommen

  12. Jens Kutilek

    Hier die verant­wort­liche Agentur: Bogisch Agentur für Werbung. Die Referenzen sind doch sehr aufschluß­reich :)

  13. thomas

    »Eigentlich ist alles erlaubt. Ich sehe schon die ersten Comic-Sans-Headlines … brrrrr«

    ich habe heute einen brief von FA Hamm bekommen wo auf einem formular ein eintrag mit der comic sans geschrieben wurde, vermut­lich um sich von der arial die sonst verwendet wurde abzu­setzen. gelungen :-(

  14. HD Schellnack

    Viel aufschluss­rei­cher sind die SPECIAL THANKS …
    Gott, was für ein Fund. Ich komm nicht zum arbeiten vor lauter Lachen :-D

  15. thomas

    in der tat. vor allem ein gefun­denes fressen für alle, die sich gerne auf den schlips getreten fühlen. scheint ja ein amüsanter haufen zu sein die agentur. lauter kleine nette chau­vi­nisten und »möchtegern«-witzbolde.

  16. Michael

    PAPIERKORB: Entwürfe die keiner wollte …

    Und was unter­scheidet diese Entwürfe jetzt von denen, die die Kunden offenbar wollten (aka Referenzen)?

  17. thomas

    nur die rubrik michael. und die wird morgens gewür­felt!

  18. Dan Reynolds

    PAPIERKORB: Entwürfe die keiner wollte …

    …und Gottseidank! Proof, that not all clients out there are dumb ;-)

  19. Michael

    Hilfe, es gibt sogar ein best of … – naja best of irgendwas halt.

    Ich glaube, dort fehlt es einfach an der rich­tigen Fachliteratur.

  20. Jürgen

    Köstliche Entdeckung. Die Webseite der Agentur ersetzt 2 Ausgaben Titanic.
    Die Special-Thanks-Seite verrät die geheimen Kreativverstärker: Jacobs-Kaffee, Marlboro, Jägermeister und Acesal.

  21. Basch

    ist das die Grafikagentur des Sohnes der Schwester des stell­ver­trtenden Bürgermeisters??

  22. Chris

    also die webseite ist wirk­lich ein heißer link­tipp. wie kann eine stadt so eine agentur mit einem corpo­rate design beauf­tragen? ist viel­leicht verwandschafts/bekanntschafts grad schuld? also es scheint wohl der club guter texter e.v. sich zusam­men­ge­funden zu haben.eine herr­lich­keit!

  23. robertmichael

    pein­lich, einfach nur pein­lich. :(
    hat gera eine gerade und eine gebo­gene brücke oder was soll das im logo sein. ein cd-manual in arial setzten ist auch, ähm… mutig?

  24. Franoukwel

    Und Arial kann ggf. auch mit Swiss 921 ergänzt werden. Oerks

  25. Axel Porsch

    Ich urlaube zwar gerade in Kücükkuyu, einem char­manten Nest an der türki­schen Ägäis, aber dieser Thread ist ja nun doch wieder ein ganz beson­deres Leckerli.

    Ich sage nur: Goggle ist Dein Feind, ääh Freund:

    http://​www​.gera​-forum​.de/​p​h​p​f​o​r​u​m​g​e​r​a​n​u​m​/​f​o​r​u​m​g​e​r​a​n​u​m​/​v​i​e​w​t​o​p​i​c​.​p​h​p​?​t​=​305

    http://​www​.gera​.de/​s​i​x​c​m​s​/​d​e​t​a​i​l​.​p​h​p​?​i​d​=​2​6​4​8​8​&​_​n​a​v​_​i​d​1​=​1​0​2​2​6​&​_​n​a​v​_​i​d​2​=​1​0​2​2​7​&​_​l​a​n​g​=​d​e​&​_​p​r​i​n​t=1

    Allerdings, verehrte Designer/Innen, acqui­riert doch mal probe­halber in Gera und Umgebung, ich fürchte, man wird Euch (und Eure Honorarwünsche) nicht verstehen. Bewerbungen bitte hier einwerfen: Buero.Oberbuergermeister@gera.de. Und dies ist wirk­lich nicht sarkas­tisch gemeint. Und die Leistungen des Friseursalons B. aus G sind natür­lich wirk­lich… na ja…

  26. Axel Porsch

    …ach übri­gens, weil es viel­leicht zu Missverständnissen kommen könnte: das 2007er Logo von Gera hat natür­lich rein gar nix mit mit der Buga2007 zu tun.

    Die stellt sich nämlich so dar:

    http://​www​.buga2007​.de/

    Bemerkenswerterweise nicht nur in deut­scher und engli­scher Site sondern auch in tsche­chisch! Respekt!

    Die Gestalter kommen aus Wiesbaden und lieferten die gestal­te­ri­sche Basis: http://​www​.die​-basis​.de/

    Witzigerweise präsen­tiert Gera – house of logos, auf der Sponsorenseite noch eine weitere Variante:

    http://​www​.foer​der​verein​-buga2007​.de/​p​a​r​t​n​e​r​.​h​tml (dritt­letztes Logo/Wappen).

    uiiihh, da entdecke ich gerade noch (smile) die site von Gera Tourismus: http://​www​.gera​-tourismus​.de

    Anhaltspunkte zu Copyright-Informationen findet man/frau hier:

    http://​de​.wiki​pedia​.org/​w​i​k​i​/​S​m​i​ley

    so und nun gehe ich Raki trinken. Wer möchte viel­leicht mal was für Kücükkuyu tun? Kontakt zum Bürgermeister kann ich gern herstellen, Etatmittel hat er aber auch nicht. http://​www​.kucuk​kuyu​.com/

  27. HD Schellnack

    «Gera muss unbe­dingt bekannter werden.»
    Das ist ja mal gelungen…

  28. Vergesslicher

    ….glaubt hier irgendein Schreiber, das der Erfolg der der BUGA in Gera vom Logo abhängen wird? Wie jetzt – ja genau das ist nur ein Logo für eine „Gartenbauveranstaltung“ – nicht der Louvre oder Fürst Pückler – Ronneburg und Wismut – Bratwurst nicht Lachs.

    Kommt mal wieder runter liebe Freunde des Design – das ist ja eher pein­lich was hier geschnackt wird.

    Ahoi D.

  29. Harki

    Kommt mal wieder runter liebe Freunde des Design – das ist ja eher pein­lich was hier geschnackt wird.

    Ja, das geht schon so unge­fähr in die rich­tige Richtung, aber es greift doch zu kurz, meine ich. Es geht doch hier um eine Stadt, um Städte allge­mein. Um Korporationen mit viel­hun­dert­jäh­riger, oft tausend­jäh­riger Tradition mithin.

    Warum müssen die sich benehmen wie irgend­welche Neureichen? Warum lassen sie sich von semi­al­pha­be­ti­sierten Fachhochschultypen „Logos“ andrehen?

    Sie haben doch ihr Wappen, sie haben ihre Handwerker. Warum fressen sie aus dem glei­chen Trog wie irgendein Unternehmen? Warum lassen sich auch ganz alte Städte ein Arschgeweih in Gestalt eines „Logos“ aufschwatzen? Nicht nur im Osten, sondern durchaus auch in den zivi­li­sier­teren Teilen unseres Landes.

    Eine stolze Stadt, ein Staat erst recht, braucht kein „Logo“ – man hat ein Wappen, wie es eben ist und sein soll.

    Gera:

    Nebenbei: „Otto-Dix-Stadt“ – das ist natür­lich auch pein­lichste Zonen-Sprache. Man gibt nicht mit einem großem Sohn schon im Namen an wie ein Araber („Ibn Blabla“), dazu ist der eigene Name zu wichtig.

  30. thomas

    harki: »warum lassen sie sich von semi­al­pha­be­ti­sierten Fachhochschultypen ›Logos‹ andrehen?« verdammter bildungs­snob!

  31. Jürgen

    @ Harki:
    Lass’ bitte die völki­schen Seitenhiebe weg … das hilft hier in der Diskussion kein biss­chen weiter (2. Ermahnung).

  32. robertmichael

    mir macht das header­bild auf http://​www​.gera​-tourismus​.de angst. ist die frau ange­schossen wurden? warum schaut die so? liegt das am bild­rau­schen? brrr.

    inter­es­sant ist auch das logo von »thüringer städte« http://​www​.thue​ringer​-staedte​.de im oberen teil der webseite ist ja die ff ginger im einsatz aller­dings besteht das logo selbst aus einem mix von bauhaus und klas­si­zismus. die webseite der desi­gner im impressum finde ich spie­le­risch schöner als die von grabatz & partner.

  33. Stephan

    hihi…verstehe die Aufregung nicht.*kopfschüttel* 80% der bund­e­deut­schen Erscheinungsbilder (und nicht nur die der Städte und Kommunen) kommen doch so locker­flo­ckig daher, das es eine Freude ist.*runzelstirn*. Visuelle Geisteskrankheiten sind eben sehr verbreitet.
    Die habe ich auf meine „Ignore-list“ gestellt, findet man unter:
    appel­strgs­hift­in­se­tras­hund­bleib­wo­debis als Synapsenverbindung in der zentralen Denkverwaltung. Tut gut, kann ich nur empfehlen ;)

  34. H. Erich Fraas

    Zitat aus dem Geratext: „einen verbind­li­chen Mindeststandard besitzt und dabei eine hohe Widererkennbarkeit“

    Ich möchte kein e kaufen!

  35. Andreas

    Wer diesem Logo zustimmt, findet es bestimmt auch eine ganz tolle Idee, auf der Buga haupt­säch­lich Geranien zu pflanzen. Haha-haha. Ha.

  36. HD Schellnack

    Wobei ich das Stadtwappen aus Axels link oben wirk­lich deut­lich besser finde als das «Logo». Es ist nicht ganz falsch zu sagen, dass die Städte ein Stück Historie und Innerer Größe wegwerfen, um Unternehmen nach­zu­ei­fern, die mit Corporate Identity und Signets ja eigent­lich nur das eigene histo­ri­sche Vakuum gefüllt haben, weil sie eben keine Wappen HATTEN. Ein bißchen schade ist dass schon, zumal die Städte in den seltensten Fällen profes­sio­nelles und wirk­lich gut gemachtes Design haben, sondern meist von irgend­einer verbän­delten Klitschenagentur was gemacht kriegen, das dann zudem in zig Gremien poli­tisch weich­ge­spült wird, bis es an Aussagekraft eben einen «Mindeststandard» darstellt. Und nicht mehr.

  37. Frank Zollstock

    So schlecht finde ich das logo auf den ersten Blick gar nicht. Ähm… redet doch bitte jetzt einmal Klartext was daran so schlecht sein soll… (???)

  38. strudel

    ja, ich würde auch gern mal wissen, was es denn jetzt genau an diesem Logo auszu­setzen gibt? Aber so, wie ihr hier darüber herzieht, muss es sich ja um ganz grobe Schnitzer handeln. Könntet ihr das mal einem Laien wie mir erläu­tern?

    BTW denke ich auch, daß Gera bereits ein altes Stadtwappen hatte, welches man nicht notwen­di­ger­weise diesem neuen Logo hätte opfern müssen. Soweit ich weiß wurde das Logo mal entworfen, damit auch Firmen oder Einrichtungen, die nicht direkt was mit der Stadt zu tun haben, sich mit irgend­einem Gera-Zeichen schmü­cken können, aber das Stadtwappen nicht verwenden durften. Daß man dieses alte/neue Logo samt CD jetzt auch für die Stadt selbst verwendet und sich dabei so weit vom alten Stadtwappen entfernt finde – traurig.

  39. Richard Hebstreit

    Habe eben mal eine Suche im Markenregister des Patentamtes gemacht, ob die Designstrategen der Stadtverwaltung Ger sich wenigs­tens die neue Marke auch im Patentamt gesi­chert haben.

    Die Suche nach

    Otto Dix Stadt Gera
    Otto-Dix-Stadt Gera
    ergab das Ergebnis Null!

    Die haben das wohl glatt vergessen!
    (Kann auch sein, es ist im Anmeldeprozess)

    Lediglich bei der Suche nach dem Begriff „Gera“ findet man 29 Einträge mit dem Begriff „gera“.
    Von der adtver­wal­tung gera ist nichts zu finden.

    Das Manual dazu find ich von der Struktur her eigent­lich prima. Das Logo mit einer Latte Farben für eine Stadt find ich über­trieben. Wahrscheinlich haben die Geld ohne Ende, dass sie alle Autos und Schilder fast 4-farbig bekleben können. (Trotzden zu sehr meckern lohnt auch nicht. Für die Werbewirtschaft in Gera, die die bunten Bilderchen produ­zieren müssen, ist das ein gefun­denes Fressen!)
    Der Drang nach Reduktion und Einfachheit ist erkennbar. Wenn ich eine Zensur darauf vergeben müßte wäre es eine 4! Aber alles in allem…..so einen Mist hab ich auch schon mal verzapft…..sogar für mich selber!

  40. Jürgen

    Gerne möchte ich, so gut das in Kurzform geht, die Mängel des Gera-Logos zusam­men­fassen.
    1. Farbgebung: Die Farben Schwarz-Rot-Gold/Gelb asso­zi­ieren einen natio­nalen Bezug, der für das Logo einer Bundesbehörde sicher ange­messen ist. Für das Signet der zweit­größten Stadt Thüringens ist die Farbgebung unpas­send, weil falsch inter­pre­tierbar (z. B. anma­ßend).
    2. Otto-Dix-Bezug: Im (richtig ausge­suchten) Bezug zu Otto Dix steckt ein grafi­sches Potenzial, das im Logo nicht aufge­griffen sondern (unbe­ab­sichtig) konter­ka­riert, mindes­tens jedoch verspielt wird. Wäre Otto Dix der Erfinder der gebo­genen Kunststoffröhre (http://​www​.hewi​.de), dann wäre das Logo immer noch schlecht gestaltet, aber die gerun­dete Schrift und die Bögen hätten ihre Berechtigung. Dix war jedoch Expressionist und ein Vertreter der Neuen Sachlichkeit. Hier ein Inspirationsansatz aus der Berlinischen Galerie.
    3. Kalte, typo­gra­fi­sche Konstruktion: Sicherlich ist Gera kein roma­ti­sches Barockstädtchen. Aber so »dumpf über­sicht­lich« wie das Logo asso­zi­iert ist es auch nicht. Der Entwerfer eines Stadtlogos sollte stets versu­chen, die posi­tiven Momente der Stadt einzu­fangen und wider­zu­spie­geln.
    5. Die Schriften: Einfallslos, austauschbar, unnötig verspielt
    6. Gesamteindruck: Industrielogo

    • Nal

      vielen Dank für Ihre Denkweise dazu,interessant was ich da lese, man kann in einer einfa­chen ,,Stifthaltung,,ohne Grafikprogramme doch zaubern aber niemals kann man jeden Geist damit fassen und beleben,Kreativität bedient nicht alles,Farben haben jedoch Augen im umge­kerhten Sinne,

  41. Fjord

    @ Jürgen

    Als Punkt 7 wäre noch hinzu­zu­fügen, dass das „A“ am Ende mit den herun­ter­ge­zo­genen „Mundwinkeln“ einen extrem schlecht gelaunten Eindruck macht.

  42. HD Schellnack

    Ich glaube, mein Problem an dem Logo ist, dass der Mangel an Idee, Auseinandersetzung mit der Stadt und das Fehlen von Inspiration auch noch hand­werk­lich schlecht umge­setzt wurde.

  43. Arne

    Ich finde es schade, dass Gera sich dieses Logo ausge­sucht hat. Es erin­nert mich irgendwie sehr an die Logos der 1980er Jahre. Es wirkt sehr trist, für mich auch irgendwie stim­mungslos; quasi der graue Plattenbau unter den Logos (selbst mit den Farben). Auch das gesamte Corporate Design der Stadt wirkt sehr trist und leider nicht sehr frisch und inno­vativ. Auch wenn es sich um eine Stadt handelt, denke ich, dass ein gutes bzw. einheit­li­ches Design wichtig ist.
    Bei der Schriftübersicht in der CD-Anleitung wusste ich ich nicht, ob ich eher lachen oder weinen sollte … und die Internet-Seite der Werbe-Agentur ist jawohl … naja … ich persön­lich würde meine Aufträge nicht an eine Agentur vergeben, die sich bei Alkohol-, Zigaretten- und Medikamenten-Marken bedankt! Mal ganz abge­sehen von den „Referenzen“ ;-) Aber immerhin was zum schmun­zeln …

  44. Niels

    Nur nebenbei: das ursprüng­liche Signet der BUGA2007 (auf der Website in der rechten oberen Ecke) wurde von Christian Upmeier, einem dama­ligen Dozenten an der Bauhaus-Uni in Weimar, vor ca. sieben Jahren entworfen. Ich habe mit ihm zusammen im Herbst 2001 den Pitch zur Gestaltung und Umsetzung der aller­ersten Website für die BUGA2007 gewonnen; kurz nach Fertigstellung wurde die Site von einer anderen Agentur (offenbar noch einer anderen als der jetzigen) sehr verschlimm­bes­sert. Das ursprüng­liche Signet haben sie erstaun­li­cher­weise beibe­halten, wissen aber wohl bis heute nicht, welches Erscheinungsbild denn nun gültig ist, da es nebenbei bzw. an vorderster Stelle auch das »Blütenauge« als Zeichen gibt (siehe http://​www​.buga2007​.de/​w​w​w​/​b​u​g​a​/​p​r​e​s​s​e​/​i​n​f​o​d​o​w​n​l​o​ad/).

  45. Der Dirk

    Na, nun will ich auch mal was dazu sagen – nachdem sich hier jede Menge Leute die Köpfe zerbre­chen, was alles schlecht ist (übri­gens für mich viel mehr typisch deutsch als die Farben der Stadt Gera, welche halt histo­risch bedingt so sind wie sie sind). Sicherlich könnten die geschätzten Kollegen das alles viel besser machen, auch wenn das verfüg­bare Budget sehr (in Worten: SEHR) karg ist, das Logo schon besteht und durch die gefühlten 12 Entscheider aus Kostengründen auch beibe­halten wird. Von weitem betrachtet mag das Resultat der kleinste mögliche Kompromiss zu sein – als Geraer bin ich schon mal froh, dass es jetzt wenigs­tens den gibt, nachdem hier jahre­lang jeder sein eigenes Gestaltungssüppchen gekocht hat. Und für die Webseitenmäkler sei noch ange­merkt: Sicher kommen eigene Projekte etwas zu kurz und über Geschmack lässt sich bekannt­lich streiten. Aber besser eine diskus­si­ons­wür­dige Website und Geld verdient als eine tolle Seite und den ganzen Tag nix anderes zu tun als hier rein zu bröckeln! Konstruktive Gestaltungsvorschläge zur Website werden übri­gens gern entgegen genommen. Bis denne – mit den besten Grüßen aus der Otto-Dix-Stadt Gera, der Stadt der Bundesgartenschau 2007! Der Dirk war’s …

  46. Harry

    Wen es inter­es­siert. Bin aus Gera. Der Designer des Entwurfs ist Quereinsteiger und hat schon das Design der städ­ti­schen Verkehrsbetriebe gemacht. Dort war Bürgermeister Dr. Vornehm vor seiner Amtszeit der Chef. Das Budget ist zwar sehr schmal, aber man hätte damit schon einen Designer vor Ort beauf­tragen können. Ja, das Logo ist schon häss­lich. Das BUGA Auge wäre ok.

  47. Torkel

    Na dann will ich mich doch auch mal zu diesem netten Thema äußern. Das „neue“ Logo der Stadt Gera ist glaub ich so schlecht auch nicht. Wenn man bedenkt mit welchen finan­zi­ellen Mitteln es umge­setzt wurde ist doch ein ganz guter Kompromiss entstanden. Das histo­ri­sche Wappen für höher ange­bun­dene Sachen vorzu­be­halten und nicht werbe­tech­nisch auszu­schlachten finde ich auch eine gut über­legte Sache. Das einzige was für diese Stadt wirk­lich typisch ist sind diese stän­digen Negativdiskussionen. Ich arbeite in einem Unternehmen was in Gera ziem­lich in der Öffentlichkeit steht. Da ich einer der wenigen echten Gerschen im Marketing bin musste ich mich im letzten Jahr für meine Stadt (oder besser für einige Einwohner) echt schämen. Mit welcher Dummheit und Penetranz eine gute Sache für diese Stadt schlecht geredet wurde ist echt bezeichnet es gab echt keine Stelle die ausge­lassen wurde. Das ist eher typisch für diese Stadt. Und auf einige Bürger passen da Attribute wie provinz­haft, pein­lich, oder wich­tig­tue­risch. Mit freund­li­chen Grüßen Torkel

  48. Mirko

    Nachlese: Nun ist schon ein Monat seit der Einführung des neuen Corporate Designs der Stadt Gera vergangen. Alle Punkte des s.g. Manuals wurden und werden kompro­misslos umge­setzt. Als Geraer Grafikdesigner war ich natur­gemäß über die Qualität und Banalität der Design-Arbeit erschro­cken. (Weniger verwun­dert war ich über die Tatsache einer fehlenden Ausschreibung.)
    Seither habe ich alles mir Mögliche versucht, mit den Entscheidungsträgern ins Gespräch zu kommen, um wenigs­tens teil­weise eine Aufweichung des Manuals zu errei­chen. Konkret ging es mir um das Erscheinungsbild der Museen, mit ihren Ausstellungsplakaten, Veranstaltungsplakaten sowie Kunstkatalogen. Leider umsonst. Die Entscheider erwiesen sich als äußerst bera­tungs­re­sis­tent. Auf allen Plakaten und Drucksachen wird ab dato ein gelber Bogen links und das Gera-Logo rechts oben erscheinen. Schade. Mit der Neuwahl des Oberbürgermeisters vor einem Jahr, hatte ich auch auf eine offe­nere Haltung im Rathaus gehofft.
    Aber es ist nunmal ein schwie­riges Unterfangen, jemanden den Unterschied zwischen schlechten und guten Design zu erklären. Bei einer Rechnung ist das z.B. durch einfa­ches Nachrechnen möglich nach­zu­weisen, ob sie falsch oder richtig ist. Bei Design hängt doch sehr viel am Verständnis und der Aufgeschlossenheit, vor allem jedoch an der ästhe­ti­schen Bildung des Auftraggebers ab. Dazu kommt noch das Problem, dass der Begriff des Designers nicht geschützt ist und den meisten Auftraggebern dadurch die Orientierung erschwert wird. Warum muss ich jahre­lang studieren und weitere jahre­lang Bafög zurück­zahlen, wenn ein Bogisch meine Arbeit macht und einen noch mit Kollege anspricht? Wobei man wiederum dem Werbestudio Bogisch gar nicht so recht einen Vorwurf machen kann, weil – er weiß es ja nicht besser und scheint, so entnehme ich seinem Statement im Forum, es auch nicht zu wollen.

    Nun ist jeden­falls in Gera das Kunst- und Kulturplakat de facto abge­schafft. Und es wird kaum jemand merken. Vor Jahren ist das künst­le­ri­sche Theaterplakat an den Bühnen der Stadt von der Bildfläche verschwunden und niemand hat aufge­schrien. So wird auch jetzt niemand schreien.
    Die Museumsmitarbeiter bangen um ihre Stelle und mucksen sich nicht (und ich kenne keinen, dem nicht unter vier Augen der Hut hoch­geht, ob des frag­wür­digen Designs), die „rich­tigen“ Designer unserer Stadt trauen sich nicht, aus Angst keine Aufträge mehr zu bekommen und die Entscheidungsträger fühlen sich belei­digt: »und nun erst recht«. So ist das eben. Und es passieren keine Wunder.

  49. Zünder

    Kurz Zusammengefasst: „häss­lich und plump“

    Dieser komi­sche Bogen über dem „A“ erin­nert wohl eher an eine Bratwurst bzw. auch in Thüringen „Roster“ genannt.

    Das dieser Auftrag scheinbar unter der Hand vergeben wurde, wundert mich dann auch nicht mehr.

    Schlimm.

Kommentarfunktion ist deaktiviert.

<em>kursiv</em>   <strong>fett</strong>   <blockquote>Zitat</blockquote>
<a href="http://www…">Link</a>   <img src="http://bildadresse.jpg">