Erster Font mit OpenType-Sprachintelligenz
Links (vorher): inkonsistente Hierarchisierung; ist Mönchengladbach weniger wert als Münster oder Dortmund? Rechts (nachher): Saubere Hierarchie, beste Lesbarkeit, 15 Prozent weniger Schild (= weniger Kosten)
In drei Beiträgen (Teil 1, Teil 2, Teil 3) habe ich die Fontblog-Leser auf die nun anzukündigende Font-Innovation eingestimmt: die erste OpenType-Schrift mit Sprach-Interaktion (für deutsche und englische Texte; Font hier downloaden).
Noch handelt es sich um eine eingeschränkte Früversion, die jedoch innerhalb rudimentärer Sprachsysteme (z. B. SMS-Slang, Chat-Jargon) schon den vollen Funktionsumfang zeigt. Eine Vollversion kommt im Sommer auf den Markt.
Ingenieuren des Instituts für Deutsche Sprache (Duden) und den Font-Technikern von FSI FontShop International ist es gelungen, die OpenType-Technik für die Kontrolle der Rechtschreibung zu nutzen. Andreas »Eigi« Eigendorf (FSI): »In einer OT-Schrift, die theoretisch 65.000 Zeichen enthalten kann, ist locker Platz für 100 Grammatik-Algorithmen, die deutschen und englischen Zeichensatzregeln und ein Rechtschreibwörterbuch.«
Die OpenType-Schrift FF Mtâ„¢ enthält alle notwendigen Zeichen, um Texte simplifizierter Sprachen zu schreiben, zum Beispiel SMS-Slang, Chat-Jargon oder Web-2.0-Marketing-Sprech (»flickr«, »zoomr …«). Statt Versalien enthält die Schrift an deren Position Kapitälchen. Als Leckerbissen für Designer gibt es die berühmten gestrichelten Pfeile, diverse Ziffernarten, Ligaturen und nette Sonderzeichen. Dank der guten Ausstattung lässt sich sowohl die traditionelle alte Rechtschreibung bewerkstelligen, als auch die junge: rAzr, flIckr, brgr, stks.

Ein Blick hinter die Kulissen von FF Mtâ„¢: Kapitälchen (komplett), Gemeine (ohne Vokale), Akzentbuchstaben, Pfeile, diverse Ziffernarten, Sonder- und Kontrollzeichen
Die integrierte Rechtschreibung funktioniert bereits für über 10 Prozent der lateinischen Schriftzeichen. »Mit der Glyphen-Gruppe ›gemeinen Vokale‹ lassen sich in der Schrift FF Mtâ„¢ praktisch keine Fehler mehr machen« versichert Prof. Dr. phil. Arnulf Deppermann, Leiter der Abteilung Pragmatik beim Institut für Deutsche Sprache in Mannheim. Er war mit seinem Team entscheidend damit beschäftigt, dem Font die Rechtschreib-Intelligenz beizubringen.
Unsere Freunde von FontShop San Francisco haben noch ganz andere Vorzüge der Schrift FF Mtâ„¢ entdeckt. Stephen Coles schrieb mir, als er eine frühen Beta-Version in die Hände bekam: »Hier in den USA gibt es immer mehr Wörter, die ohne Vokale auskommen. Seit Jahren haben wir uns an Bus-Beschriftungen wie ›brkln xprswy‹ gewöhnt, was »Brookly Expressway« heißt. Die Einsparpotentiale in allen Bereichen unserer Wirtschaft sind enorm.« (siehe auch Abbildung ganz oben)
Damit ergeben sich schon mit der nun vorliegenden Version von FF Mtâ„¢ Vorteile beim Schreiben, wie sie bisher noch keine andere Schrift geboten hat:
• schnelles Schreiben durch Auto-Vokal-Exstirpation
• Bis zu 30 % Platzersparnis durch Zeichenreduktion
• automatische Rechtschreibkontrolle für Vokal-Kleinbuchstaben
• mächtiger Brand- und Buzz-Word-Generator
• beste Lesbarkeit weil FF-Meta-basierte Zeichen
• cross-plattform-kompatibel (Mac, Windows)
• typografische OpenType-Features
• vorbereitet für Rechtschreibreform 2.0
• kostenlos, hier geht es zum Download…
Ich bin gespannt, wie die neue Font-Technologie bei Euch ankommt. Bitte schickt mir Anwendungsbeispiele, die ich gerne in einer Art Galerie veröffentlichen möchte.


|
| 
am 1. April 2007 um 00.30 Uhr:
htt ws, hn vkl, grß-/klnschrbng z schrbn. mn sllt gnrll d sprch npssn. wr wrdn 5+ tstn sprn, zmlch vl pltz, nr brchtn ng wrtr n brrbtng. bnflls knnt mn d grmmtk npssen, m dvrs rlchtrngn z rhltn.
am 1. April 2007 um 00.31 Uhr:
[...] Vilcus plug dactyloadapter Erster Font mit OpenType-Sprachintelligenz [...]
am 1. April 2007 um 00.55 Uhr:
… sehr schön. Allerdings würde ich mir für die Brand- und Buzz-Word-Generator-Funktion noch ein spezielles »2.0«-Zeichen wünschen, im Moment tippt man da einfach noch unnötig viel …
am 1. April 2007 um 01.35 Uhr:
sgt ml, ‘ch ’st ‘br schwn klr, ds ds hjr ‘lmljch vwr ‘llm ‘f ‘jne prwdjj dr hbr’jschn schprch ‘wnd ds jddschn hn’slwift, ‘dr?
am 1. April 2007 um 02.58 Uhr:
Der ideale Font für e-bay. Endlich kann ich dort Angebote reinschreiben, die sich dann wie die in meiner Tageszeitung lesen.
Danke FntSp!
am 1. April 2007 um 09.58 Uhr:
ws fr n schwchsnn *ll* vr llm wl sms-sprch s mhr ls dm wglssn vn vkln bstht. ;) br schn lsbr snd d bchstbn wngstns. ;)
am 1. April 2007 um 10.21 Uhr:
Armes Deutschland.
Erst schafft es keine Rechtschreibreform, jetzt werden einfach Buchstaben weggelassen.
Das ist der Beginn der Vrdmmng!
am 1. April 2007 um 10.36 Uhr:
Also mal ganz ehrlich, diese Entwicklung ist überflüssig wie ein Kropf: die Resultate sind kaum zu entziffern, auch mit einiger Übung wird man nicht die Lesegeschwindigkeit eines »normalen« Textes erreichen, und wer kryptisch schreiben wollte, konnte das vorher auch schon, indem er einfach die Vokale wegließ. Aus meiner Sicht ist der Fall klar: Hier werden sinnlos Energie und Steuergelder verschwendet. Aber Kreativität muss man sich eben was kosten lassen…
am 1. April 2007 um 11.30 Uhr:
@ Hk Wldnr
Ensprch! Ich fnd ds Frschngsrbt shr wchtg. Grd ntr nbtrcht, ds htgn Tgs mpfnd ch s ls ntwndg nd sgr blgtrsch, br Sprmßnhmn jglchr Art z dsktrn. ch dnk, hr wrdn Strgldr xtrm snnvll nvstrt, d sch j sptr mhrfch wdr nsprn lssn, ndm z.B. ll Vrkhrsschldr s wngr Mtrl gbt wrdn knnn. In dsm Zsmmnhng sllt mn Fntshp ch dn Bln Umwltngl vrlhn.
Und s knn mn dch dtlch mhr Gld nsprn, ls d Tgsschu, d b ht knn lv-Tsch mhr ht.
Sh hr: Um 20 Uhr wrd d Knsrv gffnt
am 1. April 2007 um 11.55 Uhr:
[...] Schrift vor, die ohne Vokale auskommt und in der die Rechtschreibprüfung gleich integriert ist. Erster Font mit OpenType-Sprachintelligenz ist der Titel und es wird versucht uns weiß zu machen, dass Mnchgldbch einfacher zu lesen sei als [...]
am 1. April 2007 um 12.14 Uhr:
tja das gute mönchengladbach, da haben wir viele probleme mit in allen bereichen :D ich glaube das ist der längste stadtname in deutschland :P
am 1. April 2007 um 12.39 Uhr:
gnz grß klss! d bst mldng ds htgn tgs!
lbr jrgn, grtltn zr bsndrn prfd dr vrbrtng drch 3 vrnghnd btrge *rofl*
am 1. April 2007 um 12.43 Uhr:
am 1. April 2007 um 12.58 Uhr:
Jtzt fllt mr ch ds Bmnn-nd-Bmnn-Plkt wdr n: „Mn mß sprn w mn knn“… :-)
ch kntt’ mch gltt drn gwhnn… nd Fntshp schnllt Dtschlnd dn Grtl ngr!
am 1. April 2007 um 13.08 Uhr:
Bitte nehmt uns nicht die Vokale. Sowas hat schreckliche Folgen. Die alten Ägypter haben auch so einen Blödsinn gemacht. Heute weiß daher kein Mensch mehr, ob Nofretete nicht vielleicht doch Nefertiti hieß.
am 1. April 2007 um 13.46 Uhr:
[...] Font mit OpenType-Sprachintelligenz FontShop stellt eine Schriftart mit Rechtschreib- und Grammatikregeln, die außerdem für Slang und SMS besonders gut geeignet ist. [...]
am 1. April 2007 um 13.51 Uhr:
@ shrf,
ist das nicht völlig egal, wie die hieß?
warum soll man das wissen müssen, es ändert
doch nichts an der sache? ich bin für eine vereinfachung der deutschen sprache.
nur ein toter vokal ist ein guter vokal!
am 1. April 2007 um 14.10 Uhr:
[...] Brunos Mutter: Muss Braunbärin Jurka sterben? 17. Gulli: Raubkopiererfahndung auf malaysisch 18. Fontblog: Erster Font mit OpenType-Sprachintelligenz (via) 19. Wulle.se: Bald kein ä, ö und Ã¥ im [...]
am 1. April 2007 um 15.17 Uhr:
[...] Fontblog: Erster Font mit OpenType-Sprachintelligenz (via) [...]
am 1. April 2007 um 15.18 Uhr:
Ich fuhr grad mit dem Fahrrad durch Aachen – und komme auf der Eupener Straße auf einmal ins Stutzen: Müllmänner mit der Aufschrift »din st bld! achn – stdt dr typgrfschn zknft« auf ihren orangen Jacken ziehen das in der DIN gesetzte »Aachen« vom Ortsschild ab und kleben stattdessen eine Folie mit einer kryptischen Zeichenfolge drauf. Zum Glück hatte ich mein Kamera-Handy dabei:
Großansicht
Gerade noch höre ich einen der Männer sagen »Den Zusatz sparen wir uns, die Alemannia steigt doch eh ab – wozu paar Wochen vorher noch die Aufschrift austauschen?!«, dann fahren sie weiter Richtung Lütticher Straße, vermutlich zum nächsten Ortsschild. Fragen, was die Aktion soll, kann ich sie also nicht mehr.
Endlich zu Hause, werfe ich den Rechner an, checke die Feeds durch – und siehe da: im Fontblog ist diese neue Art der Typografie bis ins kleinste Detail erklärt. Danke hierfür!
am 1. April 2007 um 16.20 Uhr:
und was wenn ich in aachen rausmuss?
nchst sfhrt CHN.
son blödsinn.
am 1. April 2007 um 16.35 Uhr:
ich kann ‘aue’ auf der landkarte nicht mehr finden. :/
hmm.
am 1. April 2007 um 18.00 Uhr:
(Kommentar 18:00 Uhr freigeschaltet)
ich find den heutigen Tag immer wieder toll
am 1. April 2007 um 18.00 Uhr:
(Kommentar 18:00 Uhr freigeschaltet)
1 glngnr Aprl-Schrz. Glckwnsch.
am 1. April 2007 um 18.00 Uhr:
(Kommentar 18:00 Uhr freigeschaltet)
Mit Blick auf Datum und Uhrzeit dieses Beitrags sehe ich zwei Möglichkeiten: Aprilscherz oder kein Aprilscherz.
Für den Fall, dass dieser Beitrag ernstgemeint ist: Was zum Geier?
Für den m.E. wahrscheinlicheren Fall eines Aprilscherzes muss ich mich ernsthaft fragen, ob das in diesem Stil (mit immerhin vier Beiträgen) nötig war. Ich für meinen Teil bin außerordentlich genervt und beende erst einmal für ein paar Tage meinen Feedreader – bis die Dementiwellen verebbt sind.
…wenigstens ist heute Sonntag…
am 1. April 2007 um 18.00 Uhr:
(Kommentar 18:00 Uhr freigeschaltet)
Wlchr Tg ist ht
- Und wrd hr znsrt, wr af enn aprlschrz hnwst? :]
prst mhlzt!
am 1. April 2007 um 18.00 Uhr:
(Kommentar 18:00 Uhr freigeschaltet)
cl d zm rstn prl
nch nfchr nd bssr wr s f zchnstzng z vrzchtn
am 1. April 2007 um 18.00 Uhr:
(Kommentar 18:00 Uhr freigeschaltet)
prl prl.
am 1. April 2007 um 18.00 Uhr:
(Kommentar 18:00 Uhr freigeschaltet)
PRL, PRL !
am 1. April 2007 um 18.00 Uhr:
(Kommentar 18:00 Uhr freigeschaltet)
Ich vermute mal:
April! April!
Hab ich was gewonnen?
Zumindest hoff ich dass das hier ein vrfrhter aprlschrz ist.
am 1. April 2007 um 18.00 Uhr:
(Kommentar 18:00 Uhr freigeschaltet)
ein gut durchdachter aprilscherz
am 1. April 2007 um 18.00 Uhr:
(Kommentar 18:00 Uhr freigeschaltet)
Ist ds hr vllcht n Aprlschrz?
am 2. April 2007 um 10.03 Uhr:
J! (für: Oje!)
! (für: Aua!)
am 2. April 2007 um 17.15 Uhr:
kürzlich ein Mail erhalten mit höchst interessantem Grußkürzel:
Systematik: Abkürzung “Liebe Grüße” + Initialen
Ergebnis: lgak
sehr charmant!
am 16. April 2007 um 15.52 Uhr:
[...] Via Fontblog.de [...]