Keine Ahnung, aber die Marke hat gerade eine raffinierte Viralkampagne auf YouTube gestartet, für die Generation Web (für den 2. Teil des Films werdet ihr auf YouTube umgeleitet; kleiner Tipp … man kann nach dem Ansehen des Films das Wort »shoots« im Titel durch naheliegende Alternativen ersetzen):
— Spaß —
Weltkarte des Internets
Gordon Lyon, auch bekannt unter dem Pdeudonym Fyodor Vaskovich, lebt und arbeitet in Palo Alto, Kalifornien, ist Experte für Netzsicherheit, Open-Source-Programmierrer, Autor und Hacker. Sein wichtigstes Produkt ist der Open-Source-Sicherheitsscanner Nmap. Lyon ist Vizepräsident der Vereinigung Computer Professionals for Social Responsibility.
Vor einigen Wochen jagte Gordon Lyon seinen Nmap-Scanner über eine Million Top-Websites (gemäß Alexa-Ranking www.alexa.com/topsites) und sammelte deren Mini-Icons ein, auch Favicons genannt. Insgesamt waren das am Ende 328.427 verschiedene Icons, davon 288.945 echte Abbildungen. Aus diesen baute er eine Art Internet-Weltkarte (Icons of the Web), in der die Größe eines jeden Icons die Bedeutung (Reichweite) der dazugehörigen Webadresse widerspiegelt. Weitere Informationen, die interaktive Karte und eine Suche dazu auf nmap.org/favicon. Und siehe da, das Fontblog-Favicon (Alexa-Rang 77.521) ist auch drin:

Ordnung ist das halbe Leben – ein Fotoalbum
Etwas Erbauliches zum Wochenausklang: Die Website Things Organized Neatly bestätigt, dass man es auch übertreiben kann mit dem Aufräumen. Designer erfreuen sich an übermenschlichen Strukturen und Mustern.
Journalistische Warnaufkleber

Der britische Comedian und Blogger Tom Scott wundert sich darüber, dass es zwar für elektronische Medien Warnungen vor Sex, Gewalt oder derber Sprache gebe, aber nichts Vergleichbares für Zeitungen und Zeitschriften. Seiner Ansicht nach ist es an der Zeit, diesen Zustand zu beenden. Er entwarf eine Sammlung von Aufklebern mit Botschaften wie: »WARNUNG: Dieser Artikel ist nur eine abgeschriebene Pressemitteilung.«, »WARNUNG: Enthält nicht verifizierte Informationen ohne Quellenangaben aus Wikipedia.« oder »WARNUNG: Der Verfasser tarnt seine eigene Meinung mit ›manche Leute behaupten‹.«
Scott klebte die Sticker auf kostenlose Zeitungen, die in Londoner-U-Bahnen oder auf Flughäfen zum Mitnehmen ausliegen. Seine Leser fordert er im Blog auf: »Vielleicht habt ihr Lust, es mir gleich zu tun.« Zu diesem Zweck bietet er einen Aufkleberbogen zum Download an. Der österreichische Internetberater Robert Harm hat die Aufkleber ins Deutsche übersetzt. Auf seiner Website kann man die Aufkleber als PDF oder veränderbare Illustrator-Datei laden. Ihr druckt sie am besten auf mehrspaltigen DIN-A4-Etikettbögen aus, zum Beispiel von Avery-Zweckform.
Pro7-Chef Thilo Proff: 5. Stromberg-Staffel kommt

»Büro ist wie Achterbahn fahren, ein ständiges Auf und Ab. Wenn man das acht Stunden lang machen muss, täglich, dann kotzt Du irgendwann.«
Nennt mich Bürotrottel, Chef oder Ernie … für mich ist das die Meldung des Tages: Die 5. Staffel Stromberg kommt. Ich weiß ja auch nicht, warum mich die Figur so motiviert …
Kai D. aus B. tappt in Roaming-Falle
Dieses Video ist nicht mehr neu (8 Tage), und trotzdem haben es erst wenig Menschen angesehen, erst 28.000 YouTube-Besucher. Dabei sind Millionen Menschen der gleichen Gefahr ausgesetzt wie das »Opfer« im Film. Seit dem 1. Juli 2010 gibt es zwar gesetzliche Schranken für die Kosten des Daten-Roaming in der EG, aber nicht im übrigen Ausland. Ich halte den Clip für eine elegante Kritik an der Praxis, Kunden in die Kostenfalle zu locken.
Die Geschichte ist kurz erzählt. Bild-Chefredakteur Kai Diekmann hielt sich im Januar 2010 ein paar Tage in Marokko auf. Zu jener Zeit lief sein 100-Tage-Blog-Experiment (Fontblog berichtete), das er trotz Abwesenheit nicht unterbrechen wollte. Weil es sich nicht über die bizarr hohen Tarife mobiler Datenverbindungen im Ausland im Klaren war, bloggte Diekmann fleißig durch. In nur 3 Tagen entstanden Kosten von über 40.000 €. Die Telekom ließ nicht mit sich diskutieren, auch ein Chefgespräch Kai Diekmann/René Obermann auf einem Managerforum endete ergebnislos.
Nun entschloss sich Diekmann den Fall auf seine Art publik zu machen, nicht über BILD, sondern viral, andressiert an die Netz-Community (und damit an gute Daten-Kunden), die wie er der Gefahr ausgesetzt ist, in die Roaming-Falle zu tappen.
Weil ich die Fontblog-Leser und mich vor witzlose Schwadronaden über BILD, Springer, SPIEGEL, Apple, iPhone und iPad bewahren möchte, habe ich die Kommentarfunktion für diesen Beitrag abgeschaltet.
Navigation Overkill
Der Künstler und Fotograf Garvin Nolte hat ein Fahrzeug mit 27 Navigationsgeräten ausgerüstet, ein Ziel eingegeben und sich 8 Minuten visuell und akustisch durch Berlin-Neukölln leiten lassen. Er zeichnete die Aktion auf Video auf und veröffentlichte dieses unter dem Titel Crossroads (what to do) auf der Plattform Vimeo. Die Videoinstallation ist als Loop geschnitten und »spielt auf abstrakte Wiese mit dem Einfluss anderer auf den eigenen Weg durchs Leben.« Die beiden größten Herausforderungen für Nolte waren das Sammeln der Navis, die er sich bei Freunden und einem Verleih borgte, und natürlich das Fahren: »Du ahnst nicht, wie anstrengend das war, durch diese Scheibe zu gucken und sich auf den Verkehr zu konzentrieren.« (via @julianzimmermann)
Unschlagbar sahnige Typografie

Unschlagbar – das war das Siegermotiv beim Best New 18/1 Award 2009, das die Düsseldorfer Agentur castenow.communications eigens für die Marke Glücksklee der Allgäuer Alpenmilch GmbH entworfen hat. Das Plakat überzeugte die Jury in Punkto Aufmerksamkeit, Verständlichkeit, Involvement & Überzeugung und setzte sich so gegen alle Konkurrenten durch.
Als Gewinn gab es Großflächen im Media-Wert von 750.000 Euro, die eine Dekade lang im 18/1 Format in bester Lage geschaltet werden können. Jetzt scheinen Glücksklee und die Düsseldorfer diesen Gutschein einzulösen. Berlin hängt voll mit Unschlagbar-Plakaten … wahrscheinlich, weil die Spiele der Deutschen Mannschaft in Südafrika Erste Sahne sind und auch das nächste am kommenden Samstag wieder zur Kaffee- und Kuchenzeit ausgestrahlt wird. Sahne statt Bier.
Fontnäpfchen … nur noch auf Twitter
Die beliebte Fontblog-Unterhaltungsserie Fontnäpfchen, das sind typografische Verfehlungen im Alltag, wird ab heute auf Twitter fortgesetzt. Folge 18 widmet sich dem eben von der Postbank versendeten Happy-Hour-Newsletter, in dem sich das Institut stümperhaft als FUßBALL-BANK bezeichnet.
- Fontblog auf Twitter folgen: twitter.com/fontblog besuchen, »folgen« klicken
- Fontblogs Twitter-Beiträge lesen: hier rechts unter »Links« auf @fontblog klicken
Wunderbarer Slicer

Es war im Sommer 1996, als ich bei einem Trödler in Kreuzberg den wunderbaren Slicer erwarb. Ich kaufte das Küchengerät nicht wegen seiner Multifunktionalität, sondern alleine aufgrund der Verpackung. Bis heute steht der Apparat ungeöffnet in meinem Bücherregal, quasi als Mahnung. Bei technischen Overkills greife ich nach ihm wie zu einem bewährten Medikament, lese ein paar Zeilen und bin wieder fröhlich.
Hier im Blog habe ich den Slicer noch nie vorgestellt, wohl aber damals in der PAGE. Alle träumten zu jener Zeit von künstlicher Intelligenz und Übersetzungsautomaten. Noch heute sind die Ergebnisse solcher Techniken dürftig. Das hindert die Hersteller von Billigartikeln nicht, Bedienungsanleitungen (damals sogar Verpackungen) kostengünstig in fremde Sprachen zu übertragen. Besonders reizvoll sind solche Texte, wenn sie mit typografischen Missverständnissen gespickt sind.
»5 Maschinen in 1« prangt es auf der vierfarbigen Pappkarton und »Scheiben, Würfel, Fetzen, Splitter, hackt«. Der Übersetzungscomputer des taiwanesischen Herstellers hat jede Menge amüsanter Formulierungen auf Lager. »Tun Sie Allen Diesen & Weiteren Mit Ihrern 5 Stück Zusätzliches Werkzeug!« prangt das zentrale Verkaufsargument in gelber Schrift auf rotem Grund, denn das Gerät hat 5 Funktionen: »SchlieBt ein 5 stück befreit Zusätzliches Werkzeug!«
Dass der wunderbare Slicer die Phantasie von Hausfrau und -mann mehr anregt als jedes andere Küchengeräte, dem Textcomputer sei dank: »Essen – Dekorateur«, »Wunderbarer Juicer«, »Wunderbarer rein-rorere!« und schließlich: »Schwafeln Sfe Sutter«. Damit uns die Realsatire erhalten bleibt, habe ich die Slicerbox eben mal von allen Seiten fotografiert und so montiert, dass alle Seiten zu lesen sind. Klicken zur Vergrößerung:
Das wirklich magische iPad
Der japanische Illusionist Shinya Uchida hat das Apple-Zitat »a magic device« wörtlich genommen und entlockt seinem iPad auf offener Straße eine lebendige Taube, produziert eine Käseecke aus Frischmilch, fotografiert aus der hohlen Hand und zaubert sich eine Brille auf die Nase. Man kennt viele dieser Tricks seit Jahrzehnten, aber noch nie hat sie jemand derart geschickt für die Geek-Generation zu neuem Leben erweckt.
In der Erläuerungen zur Version mit englischen Untertiteln erfährt man die Namen weiterer Helfer: den iPad-Filmdesigner Kai, Gastzauberer DaiGo und Kameraman Aya.
(kostenlos) Telefonieren mit dem iPad
Es ist so »verdammt krass, das ist so derbe, ich zitter« (Danke, Lena). Seit ich hier im Fontblog über mein Lieblingsspielzeug schreibe, hat sich die Besucherzahl verdoppelt und die Trolle haben die Flucht ergriffen. Sie nölen jetzt auf Twitter rum. Als ich dort mit 140 Zeichen beschrieben habe, wie man mit dem iPad telefoniert, schreibt einer: »In der Fußgängerzone ist man mit dem iPad am Ohr der King!«
Solche phantasievollen Scherze entstehen übrigens aus Angst, nicht aus Neid. Oft wird behauptet, wir leben in einer Neidgesellschaft. Das sehe ich anders. Neid ist eine nach innen gerichtete Emotion, ein Tranquilizer. Angst macht die Menschen zu Beißern.
So, wo waren wir stehen geblieben … auch so, das Telefonieren. Moderne Menschen machen das per Skype – und halten sich einen Computer ans Ohr, har-har-ha-ha-ha … in der Fußgängerzone … Bhuaaahhhhhhh … mir laufen die Tränen. OK, jetzt aber im Ernst. Wenn ich mit dem iPad telefonieren möchte, liegt dieses vor mir auf dem Tisch, ich starte die Skype-App (iPhone-Version), wähle eine Nummer, es macht tuuut, der andere hebt ab und wir sprechen in digitaler Sprachqualität. Bürohengste können das meinetwegen mit einem Konferenztischtelefon vergleichen. Dabei ist es egal, ob ich per Wlan im Netz bin oder über Mobilfunk, mit der cleveren SIM-Karte von o2-Blue (Werbung, Werbung) – es kostet nichts (von Skype zu Skype) oder fast nichts (Skype zu Telefon). Noch Fragen?




