Stadtmarketing-Positivbeispiel Klagenfurt

Nach der kontro­versen Diskussion über das neue Logo der Otto-Dix-Stadt GeraWenn das Otto Dix wüsste«), möchte ich heute ein Beispiel aus unserem Nachbarland Österreich präsen­tieren. Vor drei Tagen bin ich auf das neue Marketing-Logo der Stadt Klagenfurt am Wörthersee gestoßen (Abbildung oben), das mir spontan gefiel. Ich habe ein wenig recher­chiert, gemailt und sowohl mit dem Entwerfer als auch dem Auftraggeber tele­fo­niert. Der Fall zeigt, wie hart der Kampf um ein akzep­tiertes Zeichen für eine öffent­liche Einrichtung sein kann – im Machtfeld von Politik, Medien und Eitelkeit.

Zunächst eine kleine Chronologie, aufge­zeichnet nach wernicht​wirbt​der​stirbt​.at:

Frühjahr 2006: Der Klagenfurt-Marketing-Chef Helmut Ellensohn schreibt die Neugestaltung eines Stadt-Signets aus, das vor allem den Handel beflü­geln soll. Vor 18 Jahren führte Ellersohn als Tourismus-Manager das bekannte Kärnten-Logo (ursprüng­lich mit Tangram-Figur) ein, das 180.000 mal als KFZ-Aufkleber gedruckt wurde und noch heute im Einsatz ist. Seit 5 Jahren verwendet die Stadtverwaltung von Klagenfurt den »Lindwurm« (Abbildung links) der orts­an­säs­sigen Agentur Graphic Brandy Brandstätter für behörd­liche Drucksachen.

15. November 2006: Von ursprüng­lich 20 Agenturen sind noch 7 im Boot. »Die Entscheidung fällt noch in diesem Monat«, verspricht Ellensohn.

30. November 2006: Jetzt redet auch das Organisationskomitee für die Fußball-EM 2008 mit: Man wünscht kein neues Stadt-Marketing-Logo. Stattdessen soll es für die Europameisterschaft, so Klagenfurts Bürgermeister Harald Scheucher, ein eigenes Logo mit dem unver­wech­sel­baren Kopf des Lindwurms geben, Klagenfurts Wahrzeichen.

21. Mai 2007: Über ein Jahr nach der Ausschreibung scheint die Entscheiung gefallen. Stadtmarketing-Chef Helmut Ellensohn präsen­tiert eine Gemeinschaftsarbeit der Designer Georg Gratzer (Schriftzug) und Hans »Brandy« Brandstätter (Lindwurm). Bürgermeister Harald Scheucher (ÖVP) und sein Vize Ewald Wiedenbauer (SPÖ) gefällt das Logo nicht: »Es wirkt schwer­fällig. Es ist zu beam­ten­haft und ohne Dynamik«. Sie betonen, dass es kein neues Stadt-Logo sei sondern ledig­lich ein Werbemittel für Handel und Gastronomie. Selbst Brandstätter ist enttäuscht: »Respektlos, dilet­tan­tisch und altmo­disch – ich bin sprachlos.«

30. Mai 2007: Das Mastermind der neuen Wort-Bild-Marke, Georg Gratzer, wehrt die Angriffe der Öffentlichkeit, es fehle ein Marketingkonzept, ab: »Man muss einen Unterschied machen, ob ein paar A4-Blätter abzu­geben sind, 3D-Logos kreiert werden müssen oder eine ganze Kampagne erwartet wird. Es kommt also ganz auf die Situation an.«

31. Mai 2007: Brandy Brandstätter verbietet dem Stadtmarketing die Verwendung seines Lindwurms mit dem Schriftzug von Georg Gratzer. Er möchte, dass sein vom Magistrat bereits einge­setztes Stadt-Logo auch vom Stadtmarketing über­nommen wird. Dort reagiert man gelassen: »Es gibt noch weitere Illustrationen des Lindwurms. Wir werden uns diese Woche für eine entscheiden« (Michael Slamanig, Aufsichtsratsvorsitzender Klagenfurt-Stadtmarketing).

13. Juni 2007: Stadtmarketing-Chef Ellensohn und die Stadtpolitiker einigen sich: Das Gratzer-Logo soll vorerst für ein Jahr für Handel und Gastronomie im Einsatz sein. Wenn es erfolg­reich ist, soll über eine Weiterführung beraten werden. Die Suche nach einem neuen Wappentier ist noch nicht abge­schlossen.

28. August 2007: Die Nachrichtenagentur Medianet meldet die Präsentation des neuen Klagenfurt-Marketing-Logos, »… der Schriftzug stammt von Georg Gratzer, der Lindwurm aus der Feder von Brandy Brandstätter.« Letzteres ist eine Fehlinformation: Der neue Lindwurm wurde von Hans Gerhard Kalian gezeichnet.

Nun Beginnt als der Wettlauf mit der Zeit. Wird das neue Signet vom Klagenfurter Gewerbe akzep­tiert? Die Gastronomie habe auf das Logo bereits reagiert: Segafredo und das Café VIP am Alten Platz hätten den Schriftzug bereits über­nommen. Zur Kritik am Klagenfurter »Logo-Dschungel« meint Ellensohn gegen­über der Kärntner »Woche«: »In großen Städten ist es üblich, dass es verschie­dene Schriftzüge gibt. In Wien sind 12 verschie­dene Logos im Einsatz! In Klagenfurt werden zur Zeit – inklu­sive des neuen Sportlogos – fünf Signets verwendet.« Mit dem neuen Lindwurm solle das Klagenfurt-Logo »eine Wortbildmarke für Jahrzehnte« werden, ein »gelerntes Zeichen«, wie Milka, Suchard oder Red Bull.


41 Kommentare

  1. GeorgeP

    Der »Lindwurm« ist ein schlechter Scherz, oder? Die Typo ist weniger schlimm, wobei der in Unterlänge gezo­gene »K«-Strich etwas unbe­holfen wirkt und das Treffen von »K« und »g« mir auch nicht gefallen mag.

    Geschmacksache, wie so oft.

    • Ich sehe das anders!

      Die Schrift ist fürchterlich(st). Der Lindwurm dagegen, zumin­dest die Originalvariante, wohl geformt und gelungen. Was den Trend anbe­langt: Der Schriftverstümmler hinkt dem Trend wohl schon lange hinterher: Jugend wirkt anders!

  2. jamie oliver

    Der Font sieht doch ein wenig nach Creampuff aus. Der war doch mal aktuell, ist jetzt aber doch längst kalter Kaffe. :-)
    Scheinbar hat das Entwerfen länger gedauert und der Trend ist vorbei­ge­zogen.
    Pech gehabt!

  3. Hanna

    Lang lebe meine Heimatstadt!

  4. thomas

    Ich grübel zuge­ge­be­ner­maßen auch noch, was daran positiv sein soll. die unfä­hig­keit rich­tige entschei­dungen zu treffen, wohl kaum. das ist ehren­sache unter poli­ti­kern auf dieser ebene will mir scheinen.
    grafisch weiss ich auch nicht so recht ob’s gefällt. wenn ich die glitzermetall3doberfläche wegdenke, was dann wohl das anku­scheln an alle klagen­furter schüt­zen­ver­eine sein soll, könnte es okay sein. das lind­würm­chen muss wohl noch mal an die flasche, das ist ja noch ein baby­wurm. dann wäre das doch wirk­lich brauchbar freund­lich.

  5. Heinrich

    cream­puff ist nichts anderes als ein plagiat der ECLAT, die in dem fall unpro­por­tional verzerrt ist, was dem schriftzug nicht gut tut.

  6. Bernd

    Ich frage mich, was denn diese Arbeit (nur Logo-Erstellung) wohl gekostet haben muss …?

  7. MartinH.

    Ich habe mich damals auch mit Entwürfen an der Ausschreibung betei­ligt. Wen die Entwürfe inter­es­sieren, hier zwei der Varianten für das Klagenfurtlogo.

  8. jakob

    @Bernd:

    Die Rechnung des/der Designer wird nur einen Bruchteil der Kosten ausma­chen, die durch den ewig langen Entscheidungsweg enstanden sind.

  9. renko

    Zum Eclat vs Creampuff-Streit: Nick Curtis hat auf Typophile erklärt, wie es zu dem Missverständnis kam.

  10. Frank

    Sorry, für mich sieht das „Positivbeispiel“ aus wie ’ne typi­sche Headline vom einem Grossraum-Disco-Flyer.

  11. christoph

    »In großen Städten ist es üblich, dass es verschie­dene Schriftzüge
    (= verschie­dene Stadtlogos) gibt«

    als müsse man jeden blöd­sinn nach­ma­chen

  12. Jürgen

    @Christoph: Es ist durchaus üblich, dass Stadtverwaltung, Tourismus-Behörde oder Wirtschafts-Marketing mit getrenntem Corporate Design antreten … das finde ich auch gut so, denn amtliche, poli­ti­sche, wirt­schaft­liche oder Merchandising-Interessen sollte schön getrennt auftreten.

  13. LinMan

    @MartinH.

    Was wird in der ersten Variante durch das Logo darge­stellt?

    Ich muss sagen, die zweite Variante gefällt mir sehr gut, fast besser als das endgültig gewählte Logo.

  14. Marcus

    Sieht fuer mich aus wie ne schlechte deut­sche Biermarke… Positivbeispiel?

  15. Jens

    Das Logo ist extrem poppig geraten und wirkt auf mich eher volks­fest­haft und popu­lis­tisch gestaltet, naja.

    Also ich weiss nicht: ein Herb Lubalin hatte aus diesem Thema mit einem Schriftzug mit Sicherheit das heraus­ge­zau­bert, was die Macher des Logos eigent­lich gemeint hatten.

    Aber trotz der kafka­esken, behörd­li­chen Durchläufen des Entwurfes (sehr schön, das mal in den zeit­li­chen und lokal­po­li­ti­schen Abläufen zu sehen) in den Institutionen, finde ich das Logo-Ergebnis vom verwen­deten Font und von der Umsetzung im immerhin einer Stadt reprä­sen­tie­renden Logo eher banal. Also sowas reicht einfach nicht…

  16. Karsten

    Die neue Partnerstadt von Klagenfurt?
    Löwensenf!
    Lion meets Lindwurm…;-)

  17. thomas

    das wäre dann düssel­dorf karsten ;-) oder neuss?

  18. MartinH.

    Danke! :˙) Die erste Variante zeigt das offene Maul des Lindwurms.

  19. Eixi

    Das Ganze ist von Anfang (Ausschreibung) bis zum Ende (Nutzungsrechtekomplikationen) schlecht gemacht. Die Fachgruppe kämpft seit langem für die Abschaffung der „Gratis-Präsentationen“ und dann kommt da eine semi-öffent­liche Institution, die einen Gratis-Wettbewerb startet als wenns um das Werbebudget von Microsoft gehen würde (Nebenbemerk: In Österreich gibts für öffent­liche Stellen eigene Richtlinien nach dem Bundesvergabegesetz, die eine Art Abschlagszahlung zwin­gend vorsehen). Kein Wunder, dass dann nur eine halb­her­zige Lösung wie ein altmo­di­scher Script-Font mit kitschigen Photoshop-Effekten raus­kommen kann.
    Dieses Ergebnis schadet der ganzen Grafik-Szene in Kärnten, weil der Ottonormalverbraucher-Unternehmer sagt sich natür­lich: Wenn zig Designer SOWAS als bestes Ergebnis raus­bringen, kann ichs ja gleich selber machen…
    Das „Lob“ von einem Fontophilen wie Jürgen Siebert über­rascht mich daher sehr. Der Rest der öster­rei­chi­schen Grafiker war nämlich nicht so beein­druckt.

  20. Jürgen

    Was mir an der Angelegenheit Klagenfurt-Marketing-Logo gefällt.

    Wenn ich eines gelernt habe, bei unseren Diskussionen über die Qualität von Logos (WM 2006, Gera, Haus der Kulturen, …), dann ist es dies: Ein gutes Logo besteht nur zur Hälfte aus Gestaltung, die andere Hälfte ist Politik. Letztere spielt beson­ders dann eine Rolle, wenn es um öffent­liche Einrichtungen geht. Bei Firmenlogos oder Markenlogos kann die poli­ti­sche Komponente – im Idealfall – sogar gegen Null gehen: Wenn der Auftraggeber seinem Designer vertraut und ihm freie Hand gibt.

    »Öffentliche Logos« sind also stets ein Kompromiss. Trotzdem müssen sie gemacht werden: nur Eigenbrötler oder hoch­nä­sige Gestalter können es sich leisten, einen solchen Auftrag per se abzu­lehnen. Darum genießen bei mir alle, die sich auf dieses Abenteuer einlassen, Artenschutz. Ich behandle sie scho­nend, weil ich weiß, dass ihre Gestaltungsfreiheit einge­schränkt war.
    Was ich nicht verk­nusen ist hand­werk­liche Unfähigkeit. Ich meine: Wir sind alle Profis hier. Wer beruf­lich Logos gestaltet, hat eine Ausbildung absol­viert. Es gibt Fälle, da ist diese Ausbildung nicht wahr­nehmbar. Zum Beispiel beim Gera-Logo. Ich kenne die Umstände nicht, aber hier scheint erschwe­rend hinzu­zu­kommen, dass der/die Auftraggeber keine Ahnung haben, wohin die Image-Reise ihrer Stadt gehen soll. Wo ist die Vision, an was glauben die Stadtväter von Gera?
    Sicherlich hat das Klagenfurt-Logo tech­ni­sche bzw. ästhe­ti­sche Mängel:
    • die ausge­wählte Schrift ist nicht sonder­lich origi­nell
    • der Metallic-Effekt ist unpas­send
    Ich hätte eine andere Schreibschrift genommen und diese einen Pinsel- anstatt einen 3D-Effekt verpasst. Feinheiten … durchaus wichtig, aber ein Streit unter Gelehrten.
    Die tatsäch­liche Leistung des Logos liegt in der – per se nicht origi­nellen – Verknüpfung von Schrift und Symbol. Ich empfinde die Balance als gelungen: Schriftzug plus Wahrzeichen. Das Logo biedert sich nicht an, wie die vielen abge­schmackten Brandenburger-Tor Logos unge­zählter Berliner Unternehmen.
    Na klar sieht diese Klagenfurt-Logo aus wie ein Bier-, Kaffee-, Plätzchen-, Schokolade und von mir aus auch wie ein Senf-Markenzeichen. Gerade das ist seine Leistung und war Teil des Briefings. Der lokale Handel und die Gastronomie sollen es nutzen, um die Marke Klagenfurt gemeinsam zu stärken. Es geht also um Akzeptanz (nicht zu verwech­seln mit Anbiederung). Ich bin der festen Überzeugung, dass es seine Aufgabe erfüllen wird.

  21. Eixi

    Gerade diese Kombination ist aber auch ein Stein des Anstosses gewesen: Kaum hat der erste Grafiker (der übri­gends vom Glück der Verwendung seines „Originalwurms“ erst bei der Veröffentlichung erfahren hat) die Nutzung unter­sagt, wurde einfach ein anderer Grafiker aus dem Hut gezogen, damit wieder ein Wurm überm Schriftzug steht…
    Was zeigt uns das? „Frankenstein-ing“ in seiner größten Ausprägung – buntes Zusammenwerfen von Schriften und Icons ohne Gesamtkonzept.
    Und gerade eben was den heiklen Punkt der Politik angeht, war dieses Schauspiel alles andere als ein „Positivbeispiel“ :)

  22. Georg G

    Als Gestalter des Logos für die Klagenfurt Marketing GmbH habe ich mich bis dato in der öffent­li­chen Diskussion darüber zurück gehalten, weil ich glaube, dass es eher nicht meine Aufgabe ist, meine Werke zu kommen­tieren oder vor Mitbewerbern in Schutz zu nehmen: das Ergebnis meiner Arbeit steht – und die Zielgruppe wird darüber befinden, ob das Logo ange­nommen wird und über­lebt, nicht die Mitbewerber.

    Klar gestellt soll aller­dings werden, dass es keine Gratis-Präsentation war (ich habe markt­üb­li­ches Abschlags-/Annahmehonorar in meinem Schreiben zur Auftragsbestätigung ange­kün­digt). Dass nicht wenige Kollegen unge­fragt ganze Mappen von Logovorschlägen lieferten, hat ihre Ernsthaftigkeit viel­leicht ein ganz klein biss­chen in Zweifel gezogen. Was soll denn ein Auftraggeber von jemandem halten, der in seinem ableh­nenden Kommentar zu meinem Logo gleich in der Anlage seinen Vorschlag mitschickt?

    Und selbst­ver­ständ­lich habe ich die Erlaubnis von Brandy Brandstätter einge­holt, seinen Lindwurm verwenden zu dürfen, bevor ich präsen­tiert habe, das lässt sich schon aus der Chronologie ablesen. Gern zeige ich die dazu gehö­rige Korrespondenz her.

    Das schöne arabi­sche Sprichwort „Die Hunde werden bellen, aber die Karawane wird weiter ziehen“ umschreibt ja die Kommentare der Mitbewerber ganz gut. Jedenfalls danke ich für ihre Äußerungen, je aufge­regter, desto besser. Und ich danke Ihnen, Herr Siebert, für die unauf­ge­regte Berichterstattung.

    • Bernhard T.

      Tja, das hätten Sie auch weiter so hand­haben sollen. Peinlich genug, die ganze Sache!

    • Vorgespielte Nettigkeit,

      mein Lieber, mag diplo­ma­ti­sche Erscheinungen wider­spie­geln, sie ändert aber nichts an der Realität. Und wohin Diplomatie die Welt gebracht hat, kann jeder, der ein biss­chen Hirn hat, allen Ortens erkennen: An den Rand des Abgrundes. Deshalb spricht man auch von abgrund­tief häss­lich etc., wenn’s darum geht, mittels Diplomatie oder noch schlimmer: mittelst Schweigens anderen posi­tives vorzu­gau­keln. Und wer Sie persön­lich mal hat kennen lernen dürfen, weiß eines ganz gewiss: Ein Gaukler ist das Männchen allemal. Was viele Kursbesucher um ihr Geld bringt, ohne dass sie nütz­li­ches haben lernen können; gut, dass das grüne Institut Sie endlich abge­setzt hat. Schlecht daran, dass die Nachfolger nicht besser sind. Fazit: Das Institut wirkt volks­wirt­schaft­lich schä­di­gend weiter. Wo nämlich Geld verbraucht wird, ohne Nutzen (wegen fehlender Anerkennung der Ausbildung usw.) zu bringen, wird in meinem Fach, der Volkswirtschaftslehre, auch von Pseudowirtschaft gespro­chen.

      Die Auswirkungen davon werden die nächsten Generationen nur auf meine und Ihre Kosten spüren müssen. Nun, gut: Das Wirken der VWL-Professoren wiegt noch schlimmer als das schlechter Ausbildungsstätten, wobwohl schlechte Schulen und eigen­nüt­zige Lehrer auch ganze Völker auf Generationen schä­digen. Deshalb schlage ich Bildung übers Netz vor, wo sich jeder den besten Lehrer suchen kann und nicht an irgend­welche Unis gehen muss, wo er an alle dort Unterrichtenden gebunden wird, egal wie übel die sind. Viele Unis sind nämlich nur bekannt, weil sie übers TV und Pseudoratings (betrifft vor allem die ameri­ka­ni­schen Eliteunis!) marke­ting­tech­nisch ausge­schlachtet werden.

  23. Anton Vierthaler

    im fall von klagen­furt ist man, meiner beschei­denen meinung nach, noch mal mit einem blauen auge davon gekommen.
    so siehts aus, wenn derglei­chen richtig in die hose geht:

    http://​www​.marke​-salz​burg​.at/​L​o​g​o​.​6​9​.​0​.​h​tml

    was aichner clodi da in meiner heimat­stadt verbro­chen haben, sucht seines glei­chen. auch wenn sie es zuge­ge­bener maßen sicher nicht leicht mit salz­burgs entschei­dungs-struk­turen gehabt haben dürften.

  24. reinhard niessner gtn kommunikationsdesign

    …nun zu dieser unse­ligen Logo Geschichte Klagenfurt: hier wurde, wie so oft in Gemeindedingen, nicht die opti­male Lösung gefunden. Eben ein Kompromiss. Machen wir Politik oder Werbung? Schafft man, beides zu vereinen, könnte man Weltmeister werden. Hier wird einfach drauflos gear­beitet, wie auch anderswo. Ein alles entschei­dendes Logo einer Hauptstadt eines Landes ist eine einma­lige Chance, einmal was wirk­lich Pfiffiges, Gutes und auch Akzeptables zu machen. Aber dazu sollten nicht irgend­welche »Positiv-Schein-Kommentare« als Entscheidungshilfe verwendet werden, sondern es sollten auch wirk­lich die Zielgruppen befragt werden. Aber für so wich­tige Grundlagen ist offen­sicht­lich kein Geld da! Interessant sind die nicht über­prüf­baren Abschlagszahlungen, die nach diversen Angriffen nun aufge­taucht sind.
    Eine ordent­liche Ausschreibung, wie sie gesetz­lich vorge­schrieben sind, hat es mit Sicherheit nicht gegeben. Vielmehr amikale Andeutungen, dass jeder von den »angeb­lich« 20 »Wettbewerbsteilnehmern« sowieso bereits im Boot sein wird. Natürlich ohne zu wissen, dass die Kontakte in Quantität und nicht in Qualität mündet. Angeblich soll das Logo schon vor Erstellung irgendwo auf einem Schreibpult zu finden gewesen sein, bevor noch irgend jemand einen Strich gesetzt hatte. Ob das stimmt? Möglich wärs, denn Georg Gratzer hat angeb­lich die Angelegenheit nur ausge­ar­beitet. Natürlich fach­män­nisch, versteht sich.
    Wenn nun jemand das Boot erreicht hat (ist ja eh nur eine Nussschale!) ist er natür­lich verpflichtet, das ganze auch zu tragen. Und das ist sicher­lich mehr unan­ge­nehm als zuträg­lich. Wir können natür­lich im Nachhinein über alles streiten, es wird leider nichts mehr helfen. Der Zug, die so genannte Karawane, ist leider kein Express, wie das Kärnten Tangram. Es ist besten­falls ein gemüt­li­cher Personenzug. Eh´die Mentalität in Klagenfurt. Passt genau. So gesehen ist das schon positiv zu sehen.

  25. Christian Ryssel

    Was sollen alle diese „geschmäck­li­chen“ Kommentare?
    Die Wirkung eines Logos kann man und sollte man bei der Zielgruppe auf Wirkung hin im Vorfeld testen.Kriterien könnten sein (beispielhaft):Prägnanz,Lesbarkeit,Anmutungsqualitäten,
    Assoziationen-und dann, inwie­weit all das mit dem Marketingkonzept über­ein­stimmt.
    Auch kann dies im Vergleich zu anderen Entwürfen analy­siert werden:vergleichsweise objektiv, aber meist fehlt das Geld oder die Zeit oder man will es von Auftraggeberseite her garnicht,weil ja dann im Vorhinein fest­ge­legt werden müßte,was man eigent­lich will.Und daran hapert es leider am häufigsten.
    Last but not least: das Logo per se wird ja nicht isoliert erscheinen sondern im Umfeld von….und da erzielt es allein durch die Umgebung eine jeweils entspre­chend kondi­tio­nierte Wirkung:mal eher so und mal eher so.
    Also: Schaun wir mal!

    • Bäumi

      Hallo Christian, ich gebe Dir uinein­ge­schränkt Recht. Vielleicht kannst Du Dich bei mir einmal mit neuer Adresse melden.

  26. Gerti G.

    Prägnant ist der Lindwurm, lesbar die Schrift, die Anmutung gesamt gesehen aller­dings könnte von keinem Grafikanfänger scheuß­li­cher darge­stellt werden, soviel steht fest.
    Eine wahre Katastrophe ist dieser Schriftzug allemal. Und stünde er über den Lindwurm, ein erdrü­ckender Gedanke – bei dem zarten Tier, so wär der Lindwurm wohl nur noch ein „armer Wurm“. Also: Weg mit dem Schriftenscheusal von dem sonst so feinen Wurm!

    • Der

      zweite Herr hat selten Recht. Wie verschroben muss man denken, sodass man den Namen einer der bewähr­testen Veranstaltungen des Landes von Twister in Creos umbe­nennt?

      Der blutigste Anfänger weiß, dass man eine Marke aufrecht erhält; beson­ders, wenn sie auch noch gut läuft. Aber mancher Stolz will durch dümm­lichste Eigenkreation bestä­tigt sein, hehe: CREOS!

      Unkreativer geht es nicht.

  27. urt

    Na, sieh einmal einer an: Klagenfurt, die Stadt der Boxer, der Kämpfer, die Stadt des Krieges viel­leicht sogar?

    Da kämpfen doch glatt die Unterlängen des „K-Majuskels“ und des „g-Minuskels“ in schräg ange­deu­teter Serif-Manier mitein­ander als träfen Foreman und der späte Ali aufein­ander. Offensichtlich elefan­trös und ohne Liebe unter­streicht die Steinzeitschrift lieblos und ohne Grazie die feinen, lieb­li­chen Züge des Wörthersees, der dann auch noch vergessen wird.

    Klagenfurt

    Stadt der Berge nicht und nicht die Stadt am See: ausge­trocknet scheint sie, ohn’ Idyll’ und ohn’ Kultur, plump und fett aus Stein gemei­ßelt, keine Liebe, nur noch Kampf – güt’ger Gott, oh Schriftenkrampf!

  28. urt

    Unabsichtlich abge­sendet: war noch nicht fertig! – Aber: Was soll’s?

  29. Mr. Loewenstein

    Wer fürchtet sich vor der Hirschlausfliege?

    Dort wo sich die Fäuste der Unterlängen treffen, erkennt man nicht die Fäuste der erwähnten Boxer, sondern die mehr als furcht­erre­genden Beinabschlüsse (Füße) der Hirschlausfliege. Wer ihr einmal erlegen ist – sie lässt sich nicht erschlagen, da kriegt man Angst -, besucht Klagenfurt ganz bestimmt nicht mehr!

  30. Melancholie, äh, Mélanie

    Was soll denn ein Auftraggeber von jemandem halten, der in seinem ablehnenden Kommentar zu meinem Logo gleich in der Anlage seinen Vorschlag mitschickt?

    Oben zitiertes gefällt mir gar nicht, denn: Wer sich selbst lobt (Gratzer!), stinkt zum Himmel!

    Wow, wird der denken, es gibt auch noch „reziproke Altruisten“ (habe ich irgendwo in diesem Blog gelesen und überprüft – hier passt’s gut!), die für ein wenig Glanz bereit sind Arbeit zu leisten. Und die Chancen stehen gar nicht so schlecht, wenn ich das einmal anmerken darf, dass das Ergebnis besser ist!

    Klagenfurt

    Stadt der Berge nicht und nicht die Stadt am See: ausgetrocknet scheint sie, ohn’ Idyll’ und ohn’ Kultur, plump und fett aus Stein gemeißelt, keine Liebe, nur noch Kampf – güt’ger Gott, oh Schriftenkrampf!

    Gefällt mir gut!

    Auch das gefällt mir:

    Eine wahre Katastrophe ist dieser Schriftzug allemal. Und stünde er über dem Lindwurm, ein erdrückender Gedanke – bei dem zarten Tier, so wär der Lindwurm wohl nur noch ein “armer Wurm”.

    32 | Mr. Loewenstein
    Wer fürchtet sich vor der Hirschlausfliege?

    Dort wo sich die Fäuste der Unterlängen treffen, erkennt man nicht die Fäuste der erwähnten Boxer, sondern die mehr als furchterregenden Beinabschlüsse (Füße) der Hirschlausfliege. Wer ihr einmal erlegen ist – sie lässt sich nicht erschlagen, da kriegt man Angst -, besucht Klagenfurt ganz bestimmt nicht mehr!

  31. C. I. E.

    Richtig, Mélanie, das sieht wirk­lich schlecht aus.

  32. urt

    Fast wär’s unsere Agentur geworden, aber schön, trotzdem dabei gewesen zu sein. Und: Gratulation den Gewinnern!

  33. Frank

    @ urt: Welche da wäre? Die Agentur meinte ich!

    Aber: Wenn ich davon ausgehe, dass die Kärntner Flagge von oben nach unten verläuft (gelb, rot, weiß), dann finde ich diese Interpretation auch nur noch als fürch­ter­liche Verzerrung, was bei den Politikern aber gar nicht anders sein kann – als eben verzerrt.

    Oder soll das die konse­quente Andeutung dieses Designs gewesen sein? Eine Andeutung versteck­tester Ironie?

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