Fundstücke aus der Provinz (1)

»Urlaub zu Hause kann so schön sein« schreibt das Dorfblättchen. Und das stimmt. Wenn man länger nicht mehr in seiner Heimatstadt war, sieht man viele Alltäglichkeiten mit anderen Augen. Vor allem ist die »freie Zeiteinteilung entspan­nend zu händeln«, wobei »spon­tane Aktionen auf dem Plan stehen können«.

Wie oft bin ich schon an diesem Piktogramm im Freibad vorbei geschwommen und habe mich gefragt, warum noch niemand diese Sportart erfunden hat: Handfußball. Weil es den nicht gibt, stellen sich die Kinder doof und spielen mal Handball, mal Fußball am Beckenrand.

Die neue Möblierung in der Altstadt muss noch von der Bevölkerung ange­nommen werden. Der Gastwirt des Pizzastübchens unter­stützt diesen Prozess mit einem Notizzettel: »Ich bin ein Fahrradständer«. Das ist drin­gend nötig, denn die Metallbögen verraten ihre Funktion nicht.

Das »Siegertreppchen« ist ein Kunstwerk im Kurpark, gestaltet von Heide Weidele und Martina Schober. Seine 3 Standflächen zieren wunder­liche Lobeshymnen auf die Heimatstadt, geschrieben im Stil eines Kinderaufsatzes.


2 Kommentare

  1. Sanddorn

    »freie Zeiteinteilung entspan­nend zu händeln« Nur dumm wenn der böse Nachbar wieder einen Händel anfängt.

    Lieber Fahrradständer, wie funk­tio­nierst du?

    Des Dackels Siegertreppchen ist ja noch nett, vergli­chen damit.

  2. Anja

    Handelt es sich beim vermu­teten „Handfußball“ nicht eher um Jonglage? Das sieht doch sehr artis­tisch aus …

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