Frühstückserkenntnis: SI ist gescheitert

Seit genau 30 Jahren versucht der Gesetzgeber, den Deutschen die alten Maßeinheiten PS, Zoll und kcal auszu­treiben. Vergeblich, wie ich heute morgen am Frühstückstisch wieder fest­stellen durfte. Das in Technik und Wissenschaft längst etablierte inter­na­tio­nale Einheitensystem SI (Système inter­na­tional d’unités) konnte sich trotz Verbote im Alltag nicht durch­setzen. In den Fahrzeugpapieren steht zwar kW, beim Händler und in der Werbung spre­chen wir von PS. Vor 20 Jahren rollte eine Abmahnwelle durch die Republik, weil Computer-Monitore in der Werbung immer noch in Zoll gemessen wurden; für kurze Zeit tauchten cm und Zoll gemeinsam auf, heute ist Zoll wieder Standard. Auch der Packungsdesigner meiner Milchtüte wird keine auf die Mütze kriegen, weil er statt des vorge­schrie­benen Joule (J) nach wie vor in Kalorien (cal) rechnet. Anarchie im Alltag. Hintergrund: Internationales Einheitensystem (Wikipedia)


4 Kommentare

  1. Konstantin

    Besonders bei Computermonitoren ärgere ich mich jedes Mal, wenn ich von Zoll in cm umrechnen muss, um zu erfahren, wie groß den der Bildschirm unge­fähr ist. Bei den anderen Größen ist das Problem, dass die Leute keine Vorstellung haben, was denn 1 kW im Vergleich zu einer PS ist. Ungefähr so wie mit der Euro-Umstellung: Alle denken (zumin­dest für die ersten paar Wochen) noch in Mark und rechnen um, damit sie ein Bezugssystem haben.

  2. Emanuel

    Also um ehrlich zu sein, könnte ich weder mit kW-, noch mit Joule-Angaben etwas anfangen.

    Nur mit cm bin ich doch vertrauter als mit Zoll :D

  3. Stefan Kalscheid

    Maße kommen vom Messen; Und Messen bedeuted Vergleichen. Wenn ich ein Auto, einen Monitor, oder einen Joghurt kaufe, kann ich mit den entspre­chenden Angaben für Leistung, Größe und Brennwert nur etwas anfangen, wenn ich Vergleichswerte heran­ziehen kann. Und diese kenne ich zeit­le­bens nur in den »veral­teten« Größen PS, Zoll und Kcal. Ich habe kein Interesse, daran etwas zu ändern.

  4. Martin

    Noch amüsanter wird das ganze aber, wenn der geneigte PC-Anwender Kibibyte und Kilobyte vermengt.
    Groß ist dann die Verwunderung, wenn die neuerstan­dene Festplatte nach dem Formatieren nur noch 232 GB groß ist und nicht wie im Prospekt verspro­chen 250 GB.
    Vorschnell werden dann die Hersteller diverser Speichermedien verur­teilt falsche Daten anzu­geben. Dabei ist es vornehm­lich ein OS-Hersteller aus dem Nordwesten der USA der nicht zwischen Gib und GB unter­scheiden kann.

    mehr hier: http://​www​.onlinecom​pu​ter​sci​en​ce​de​gree​.com

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