Sei Stadt, sei Wandel, sei Berlin … [Update]

Die Bürger Berlins stehen im Mittelpunkt der neuen Hauptstadtkampagne, die der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit heute mittag der Öffentlichkeit vorgestellt hat (die gesamte Rede im Fontblog).

Die Kampagne »be Berlin« startet am 11. März 2008 und ist vorerst bis zum Jahr 2009 angelegt. Im Mittelpunkt steht die Website www.sei.berlin.de, auf der Berlinerinnen und Berliner ihre Erfolgsgeschichten erzählen. Jeder kann sich daran beteiligen. Laut Senatsmitteilung hebe sich die Kampagne von allen bisherigen Standortkampagnen in Deutschland ab: »›be Berlin‹ lebt mit und für die Berlinerinnen und Berliner. Im ersten Jahr wird sich die Kampagne vor allem an die Berliner wenden und will so die Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt verstärken.«

Das Key-Visual [Update]: »Als Key Visual dient eine klare und flächig gehaltene Sprechblase, die mit ihrem nach innen wie außen gerichteten Pfeil für eine offene, dialogbereite Stadt und ihre Einwohner stehen soll. Sie findet von räumlichen 3D-Darstellungen bis hin zu Merchandising-Artikeln vielfältige Anwendung.« (Zitat: Fuenfwerken)

Die Musik zur Kampagne hat der Berliner Musiker Paul van Dyk geschrieben. Sie wird auf sei.berlin.de auch als Klingelton fürs Handy angeboten.

Der Slogan »be Berlin« wurde im Hinblick auf die internationale Phase der Kampagne gewählt. Er wird ergänzt durch die deutsche Übersetzung »sei Berlin«, und den Dreiklang sich ergänzender Begriffe. Diese je nach Thema und Medium wechselnden Überschriften folgen einer bestimmten Mechanik, die zum Mitmachen und Mitspielen anregt: Stets bestehen die Überschriften aus zwei Begriffen mit dem Wort »sei«, die sich immer in »sei berlin« auflösen: sei x, sei y, sei berlin.

Die Plakatmotive: Für den Auftakt der Kampagne wurden bewusst nicht nur Prominente ausgewählt, sondern Geschichten von Menschen, die mit ständiger Innovation auf dem Weltmarkt Erfolg haben, die kreativ und selbstbewusst ihr eigenes Image prägen, die schon in der Schule wissenschaftlich arbeiten, oder die eigenständig und mit großer Energie ihren Weg nach oben suchen.

Die Agenturen: Rund 300 Agenturen und Einzelpersonen haben am Wettbewerb teilgenommen. Vier Agenturen schlugen den gleichen Slogan »sei Berlin« bzw. »be Berlin« vor, der für die Kampagnen national und international verwendet werden soll: mapvertise agentur (Berlin), Namestorm (München), WE DO communication (Berlin) und Embassy (Berlin). Den Zuschlag für Konzeption/Kreation erhielt Embassy, das die rote Sprechblase, Logoidee, Bildkonzept sowie die grundlegende Kampagnenmechanik (Planning) entwickelte. Im Bereich Kommunikationsdesign gewann Fuenfwerken Design (siehe auch Fontblog-Beitrag vom 22. Januar). Diese Agenturen haben gemeinsam mit Berlin Partner, der Senatskanzlei und Prof. Jochen Pläcking, der das Auswahlverfahren für den Regierenden Bürgermeister leitete, in einem Kreativteam die Kampagne erarbeitet. An der Kampagne arbeiten noch folgende Spezialagenturen und Teams aus Berlin mit: OMD (Mediaplanung), Code Couture, A&B Face2Net und Jovoto (Internetauftritt), Institute of Electronic-Business an der UDK (Interaktive Medien) sowie kleinunpläcking markenberatung GmbH (Strategie).

Die Schrift [Update] wurde für die Kampagne von Alessio Leonardi entworfen, heißt BMF Change, und ist eine Weiterentwicklung seiner Schering-Schrift. »In der auffälligen Headline-Systematik wird die Typografie zum eigentlichen Hauptdarsteller der Kampagne. Selbstbewusst, sperrig und mit einigen kleinen Eigenheiten demonstriert sie den starken Charakter Berlins und verleiht den appellativen Inhalten Nachdruck.« (Zitat: Fuenfwerken)


55 Kommentare

  1. Frank

    Die Unsummen, die da wieder in Agenturhälse fliessen, hätte man durchaus sinnvoller in Berliner Infrastruktur investieren können … sei verschuldet, sei verrottet, sei maßlos, sei berlin.

    Aber davon mal abgesehen eine ganz nette Kampagne.

  2. Cedric Kiefer

    Die Musik klingt für mich sehr orientalisch… hätte ich mir anders vorgestellt und gewünscht. Wobei das wahrscheinlich der kulturellen Vielfalt Berlins entsprechen soll.

    Wird zumindest nicht mein neuer Klingelton :)

  3. LuiGiTipo

    Die Sprechblase erinnert mich sehr an das CD von der Deutsche Kinder und Jugendstiftung. Dort werden die Inhalte auch über eine Dialogblase kommuniziert.
    Hier sind die CD Elemente

  4. andré

    wird die website noch gemacht? oder is die fertig…

  5. Alessio Leonardi

    Noch eine kleine Richtigstellung über die Schrift: die BMFChange ist keine Weiterentwicklung der Schering-Schrift, sie ist eine neue eigenständige und für diese Kampagne entwickelte Schrift.
    An der Schering-Schrift, die ich für das CI der Firma Schering 2001 gemacht hatte, arbeite ich dagegen weiter indem ich neue Schnitte zeichne (eine Light und eine Black sollen die Famile abrunden). Die Schering-Schrift wird (hoffentlich) bald auf dem Markt kommen.

  6. Raketentim

    LuiGiTipo, mich erinnern die Sprechblasen an… an Sprechblasen. Nichts für ungut, aber wenn man einem Sprechblasen-CI Ahnlichkeiten nachsagen will, muss man das wohl mit allen – und einer Referenz auf das Mittelalter – tun.

    Versteht irgendwer, was der Herr im Be Berlin-Soundlogo nach Be Berlin nuschelt?

  7. Michael

    Und es gibt auch eine Handheld-optimierte Site dazu: sei-berlin.mobi

  8. ppp

    Eigentlich fehlt unter dem Kampagnenlogo der Hinweis “Berlin wird Ihnen präsentiert von Hessen” Denn Hessen, der Spitzenzahler, gibt jährlich mit 2,8 Mrd. Euro ungefähr die Summe in den Länderfinanzausgleich, die Berlin erhält.

  9. bildinformant

    be Berlin, da hat Berlin ja voll ins Klo gegriffen…

    Gehört http://www.beberlin.de und http://www.beberlin.com auch zur Kampagne? Oder werden nochmals Steuergelder verschwendet, weil ein paar “Agenturen” ihren Job nicht gemacht haben – und der Slogan schon verwendung findet?

  10. david

    Ich weiß nicht genau warum, aber ich hätte vom Stil her schwören können, dass die Typo von Luc de Groot ist. Bitte die Aussage nicht als abwertend interpretieren…

  11. christoph

    dieses beispiel da oben: schlechtes foto, nichtssagendes und verbrauchtes sprechblasen-zeichen, headline ungünstig reingequetscht, headline sowieso blöd, logo durch ein »be« weiter verschlechtert… nichts ist auch nur halbwegs gelungen.

  12. Mimo

    christoph. das gleiche wollte ich gesagt haben. für eine “hippe” stadt erwartet man wenn dann aber ein hippe marketingkampagne.
    könnte genauso für eine uni sein.

  13. Herr Kleber

    genau sowas habe ich eigentlich erwartet. das was dabei rauskam ist halt ein typisch deutsches ergebnis.
    langweilig, mutlos, austauschbar … echt bitter!

  14. lvgwinner

    …zieht die wurst irgendwie nicht vom teller, die kampagne. begeisterung klingt anders.

  15. Dünnes B

    Biberlinn

  16. threedots

    es ist kein riesen-wurf, aber ehrlich gesagt bin ich n bissken neidisch… unser slogan heißt »Ruhr hoch n Team-Work-Capital« … what more can i say…

  17. tom

    Da verschwendet der Berliner Senat 10 Mill. Euro an Steuergeldern um den Berlinern zu sagen wer sie sein sollen. Wirklich albern.

    Und dazu noch so eine unkreative und langweilige Spießer-Kampagne. Das haben die Berliner wirklich nicht verdient.

  18. frank

    lieber 10 millionen in berlin kultur und andere lokale sachen stecken. die sprechen dann von selbst oder durch die damit verbundene pr.

  19. fritz

    über die kampagne mag man inhaltlich und gestalterisch denken, was man will. was ich nicht mehr hören kann, ist dass das ! oh weh ! 10, nein Z-E-H-N millionen euro gekostet hat. aber international über zig medien bis zum handy durchdekliniert solls dann doch sein und ins stadt-cd integriert sowieso, alles andere ist ja gar nicht mehr vorstellbar.

    gestaltung soll geschäft stimulieren, ob bei der wirtschaftsförderung, beim tourismus oder beim bäcker nebenan. wenn auch nur ein paar hansels mehr ein paar mehr euro in der stadt ausgeben, ist das schnell wieder drin. was sagt ihr euren kunden, wenn die sagen: öh, nochmal 500 euro für ein schild überm laden hab ich aber nicht ?

    und, nein, von dem geld hätte man nicht kindergärten, schwimmbäder oder jugendtreffs sanieren können, weil es im budget für öffentlichkeitsarbeit steckt. ich persönlich stelle meine telefonrechnung auch nie meiner rentenversicherung gegenüber. und wenn ich meine rente nicht mehr zahlen kann, telefoniere ich eher mehr, weil ich dann dringend neue jobs brauche.

    ob die kampagne wirtschaftlich und – vor allem – inhaltlich funktioniert muss sie jetzt beweisen. dass sie geld kostet, geht für mich in ordnung.

  20. christoph

    dass man die 10 millionen eben so verbrennen muss, weil die bürokratie nicht flexibel genug ist, um das geld einer sinnvollen verwendung zuzuführen (fritz: »man hätte von dem geld keine kindergärten sanieren können, anderes budget«), ist nicht wirklich ein argument für die kampagne.

    viele würden verstehen, dass gute arbeit geld kostet, aber es ist nicht einzusehen, dass für diesen handwerklich richtig schlecht gemachten reklameschrott 10 mio ausgegeben werden muss.

    wenn man doch wenigstens einen tollen fotografen beauftragt hätte, der in bildern einfangen kann, was in berlin attraktiv ist. wäre schon die halbe miete gewesen. gibt doch grandiose fotografen in deutschland.

    und wenn sich kein texter finden lässt, der mehr als »sei jung, sei forsch…« bellen kann (im stile alter sinnsprüche wie »sei treu und edel, wie ein deutsches mädel«) hätte man besser gar keine headline verwendet.

    falls das zeichnen der exklusivschrift geld gekostet hat: bitte die sesamstraßenfolge schauen, in der grobi den unterschied zwischen »wichtig« und »unwichtig« erklärt.

  21. Matthias

    die kampagne an sich ist schonmal ziemlich vielversprechend.

    dennoch finde ich es ein wenig geldverschwendung. aber land und bund strotzen ja nur von vermögen.

  22. fjord

    Will ich (gerade von Profis) nie wieder lesen: Das Geld-Argument. Kommunikation und Marketing kosten nun mal Geld. (Und wir wissen alle, das der kleinste Teil davon bei den Gestaltern ankommt.)

    Wenn ich an Berlin denke, dann fällt mir „marode“, „pleite“ und „kaputt“ ein. Soll ich weitermachen? Vielleicht mit „sozialer Brennpunkt“?
    Dass Berlin dringend an seinem Image arbeiten sollte, dürfte jedem einleuchten. Denn Berlin braucht Investoren. Deren (Steuer-)Geld dann wiederum in Kindergärten investiert werden kann.

    Nicht, dass es schon genug Mühe kostet, Kunden klar zu machen, dass sich die Investition in Kommunikation lohnt. Nein, hier diskutieren Kollegen vom Fach, und jammern darüber, was ihnen und ihren Büros im Tagesgeschäft die Miete bezahlt. Ist das nun Neid oder einfach nur Bigotterie?

  23. christoph

    es geht nicht um die kosten für kommunikation und marketing an sich und im allgemeinen sondern um die kosten für diese konkrete kampagne.

  24. fjord

    @ christoph

    Ohne böse sein zu wollen: Geht es nicht immer um „diese konkrete Kampagne“?
    Ich habe jedenfalls noch nie um virtuelle Budgets oder Kampagnen gestritten.

  25. Christian Büning

    Dass Imagebildung Geld kostet, dürfte niemand bemängeln, der von Imagebildung lebt. Und am Beispiel vom niedlichen westfälischen Münster kann ich bestätigen, dass dieses Geld gut angelegt ist. Münster hat sich für den Wettbewerb von Livcom schick gemacht und einen Titel gewonnen, der nicht oft schriftlich, aber immer wieder gerne mündlich verwendet wird: lebenswerte Stadt (in einer Größenordnung von…) Das seit Jahren übliche Stänkern und Lästern über die Piefigkeit und Prüderie in Münster hat Anteile im Geplauder verloren, dafür bekennen sich mehr Leute bewusst zu einem Leben in der Kleinstadt. Wenn man eine solche Bindung mit einem Etat im Promille-Bereich des Haushalts erreichen kann, ist das in meinen Augen keine Verschwendung. Ob die Berlin-Kampagne das hinbekommt, wird sich zeigen.

  26. christoph

    @ fjord

    in deinem beitrag 25 sprichst du aber nur über den wert von kommunikation und marketing im allgemeinen, nicht über den wert eben dieser kampagne.

    natürlich werden gestalter in der regel krass unterbezahlt, natürlich wäre es schön, anerkennung und marktwert zu steigern – dazu ist es aber vor allem hilfreich, wenn gestalter mist als mist klar bezeichnen und unsinniges geldverbrennen kritisieren. nur so kann man ernst genommen werden.

  27. fjord

    @ Christoph

    Ernst genommen wird man nur, indem man selbst mit guter Arbeit überzeugt.

  28. frank

    ach, ernsthaft keiner kann die 10 millionen kritisieren. wie vorher schon richtig erwähnt, ist selbst wenn sie nicht zündet, es locker möglich die 10 millionen wieder reinzuholen. und auch 10 millionen für die ganze geschichte ist nun auch kein riesending.
    eine ganz andere geschichte ist, berlins image in deutschland und berlins image im ausland. ich lebe schon nun einige zeit nicht mehr in deutschland und jeden den ich getroffen habe, ist selbst wenn er noch nie dort war, begeistert was man von berlin hört und sieht.
    anders scheint es mit dem denken der deutschen zu sein.

  29. tom

    Dieses ganze, sei dies, sei das, du bist dieses, du bist jenes ist reine ideologische Ideenlosigkeit. Eine Nullnummer. Kein Statement, sondern einfach das Projezieren eines gewünschten Bildes auf die Berliner Bevölkerung. Ein Statement wäre gewesen, Berlin und die Berliner als etwas darzustellen was sie sind und nicht als etwas, was Wirtschaft und Politik sich wünschen, wie es zu sein hätte.

    Ehrlicher wäre etwas in dieser Art gewesen:

    “Berlin – wir schlafen gerne etwas länger”

    Aber schließlich scheint sich wieder einmal alles um Investorenwünsche, Wirtschaft, Arbeitsmotivation und politische Vorgaben zu drehen, denen die Berliner entsprechen sollen. Ein wenig tiefer gedacht, bringt eine Stadt immer genau die Art Menschen hervor, die den dortigen Lebensbedingungen entspricht. Da helfen auch keine teuren Imagekampagnen mit sinnlosen Sprüchen.

  30. klaus

    @ fjord

    Man wird also ernst genommen, wenn man kostenlos bessere Ideen liefert, als “be Berlin”?
    Die Kampagne ist Schrott, Text, Claim, Grafik, Foto: alles Scheisse, Agentur hat versagt, der Kunde hat versagt, mehr gibt’s dazu gar nicht zu sagen.

  31. fjord

    @ Klaus

    „Schrott“ und „Scheiße“ sind
    a) keine Argumente, geschweige denn Kriterien,
    b) würden es sich Deine Kunden demnächst wahrscheinlich zweimal überlegen, ob sie mit Dir arbeiten wollen, würdest Du vor ihnen die Arbeit von Kollegen als „Schrott“ und „Scheiße“ abtun,
    weshalb c) ich rate (siehe oben): lasst uns unsere eigene Arbeit gut machen. Dann wird vielleicht irgendwann solch eine Diskussion wie hier obsolet.

    „Schrott“ und „Scheiße“ – echt, Klaus, … . Das geht gar nicht.

  32. christoph

    über gestaltung diskutieren und selber gute gestaltung machen schließt sich nicht aus.

    es kann doch auch gar nicht ziel sein, dass die diskussion obsolet wird – schließlich geht es um eine kampagne, die sich an die öffentlichkeit wendet, zudem auch noch eine, die, warum auch immer, mit einem sprechblase-mit-knick-symbol explizit »dialogbereitschaft« vermitteln möchte.

  33. Martin Cymorek

    Laut Designszene Berlin gibt es 939 Kommdesign Agenturen. Ich frage mich wieso immer die großen Namen, die Zuschüsse bei solchen Wettbewerben bekommen? Die ganz großen Werbeagenturen sind mittlerweile so Marketing orientiert, das vielleicht die Kampagne bis ins kleinste durchkalkuliert und zielgruppengerecht aufbereitet ist, aber an Konzept und Gestaltung leidet. Das ist wieder so austauschbar! Diese typischen gestellten Fotos, die man in X anderen Kampagnen sieht. Natürlich steht eine Menge Geld dahinter und die Agenturen trauen sich nicht etwas mutigere und frischere Sachen zu machen, dann sollte man überlegen ob dieser Weg der richtige ist?

    Wieso gibt man kleineren Agenturen, die wirklich frische und mutige Konzepte entwickeln, nicht mal den Zuschlag? Wieso versucht man nicht eine rein grafische Schiene, mit einem Wiedererkennungswert? Ich finde die Kampagne spiegelt Berlin in keinster weise wieder, zu mal sich nur wenige die Lebensgeschichten der Menschen durchlesen werden (Meine Einschätzung).

    Ich finde es schade, schaut doch mal nach England oder Holland, da ist zwar auch nicht alles prima aber dafür lebt das Design dort. Hier hab ich das Gefühl es steht still.

  34. Petze

    Wieso gibt man kleineren Agenturen, die wirklich frische und mutige Konzepte entwickeln, nicht mal den Zuschlag?

    Ich verrate hier mal (k)ein Geheimnis: Leiter des be-Berlin-Auswahlverfahrens war/ist Jochen Pläcking. Dieser sitzt im Aufsichtsrat von NEXT AT (hier nachzulesen), zu der die be-Berlin-CI-Agentur Fuenfwerken gehört. Honi soit qui mal y pense ;-)

  35. Dirk S.

    Ich habe mal irgendwo gelesen, dass sich ca. 50% der Bevölkerung von Berlin seit der Wiedervereinigung “ausgetauscht” hat, also gebürtige Berlner weg- und “Neuberliner” zugezogen sind. Unter diesem Aspekt macht der Slogan schon irgendwie Sinn.

  36. tom

    Frische und mutige Konzepte waren bei dieser Kampagne außerdem nicht gefragt. Sieht man doch am Ergebnis. Das ist kein Mangel an Ideen, sondern brav umgesetzte PR. Hat zwar mit Berlin nichts zu tun, ist aber ausbaufähig. Da werden noch eine Menge Dinge in den roten Rahmen gequetscht die der Berliner sein soll, aber nicht ist. Mal sehen was denen da noch so einfällt.

    sei nicht traurig

  37. erik spiekermann

    Ich frage mich wieso immer die großen Namen, die Zuschüsse bei solchen Wettbewerben bekommen?

    welche grossen namen? Embassy sind 4 leute mit ein paar freelancern, Fünfwerken sind auch nicht gerade eine grosse agentur. Vielleicht solltest du mal die fakten betrachten und über die sache diskutieren anstatt immer alte vorurteile zu bemühen. Für die qualität der arbeit bedeutet es ohnehin nichts, ob sie von einer großen oder einer kleinen agentur gemacht wurde. Oder ist klein allein schon ein garant für neues denken?

  38. Michael

    Ach, herrjemine. Das blöde am Web 2.0 ist die verführerische Möglichkeit, auch mal ganz schnell ein bisschen Meinungssenf an die erhitzte Debattenwurst schmieren zu können. Und das scheint so ein menschliches Grundbedürfnis zu sein. Und wenn’s dann noch ein bisschen nach “Ich-hab-die-Verschwörung-längst-durchschaut!” riecht, schmeckt’s umso besser: der Pläcking kontrolliert den Berliner Senat und hat vermutlich ein Verhältnis mit dem Wowereit. Und Scientologe ist er wahrscheinlich auch.

    Mal ganz ehrlich: den wenigsten hier geht es doch um die Sache an sich, sondern ums Jammern: Wer nicht mitmachen durfte, weiß natürlich, dass er’s in jedem Fall besser gemacht hätte; die “Kleinen” mit den “frischen und mutigen” Konzepten dürfen schon mal aus Prinzip nicht; nie; Berlin ist dies, oder jenes, oder auch ganz anders; und alles was ohne mich gemacht wird ist immer scheiße, weil nur ich weiß wie’s geht etc.

    Dieses Gejammer konnte man wahrscheinlich auch im Rathaus hören, als es darum ging, Entscheidungen zu treffen. Vielleicht hinkt das Ergebnis deshalb hier und da. Die Diskussion darüber läuft aber keinen Deut besser.

  39. straight to hell


    designer–profilneurosen_2.0_@_www.fontblog.de

    sehr amüsant

  40. Jürgen

    @ Michael: Der Überbringer ist natürlich wieder mal der Doofe. Klar ist das unangenehm für alle Macher, wenn die Adressaten (und Finanzierer) einer Berlin-Kampagne dank Web 2.0 einen offenen Diskurs dazu führen können. Du nennst es »abfällig« Senf, ich halte diese Möglichkeit für eine großartige Sache, und zwar für beide Seiten. Früher wurde vom Sender serviert, und die Empfänger durften schlucken. Gottseidank sind diese Zeiten vorbei.
    Es liegt an Euch, Michael, den Diskurs aufzunehmen, daraus zu lernen. Hier einfach nur herumpelzustilzen bringt niemanden weiter.
    Im übrigens sollte man – gerade in Berlin – personelle Verquickungen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Die Stadt hat eine 50-jährige Leidensgeschichte auf diesem Gebiet.

  41. christoph

    bei allen versuchen, die kampagne zu verteidigen, ist nie ein argument für die kampagne zu hören – nur kritik an den kritikern. also: was ist denn gelungen?

  42. Markus

    Ich finde, wie Jürgen, Web 2.0 ist wichtig für unser Meinungsbild, da es autonom ist. Natürlich ist immer auch genug blödsinniges Gequassel dabei. Und bei solchen Pitch-Geschichten gibt es immer genug Neider.

    Also, ich finde »be Berlin« auch nicht den Reißer. »Du bist Deutschland« oder »I love NY« hauen mich jedoch auch nicht vom Hocker. Das heisst für mich, dass Claims sowieso etwas problematisch sind und bei Kommunen, welche nicht nur ein Gesicht haben, kann das schon gar nicht gut funktionieren. Da ist ein flapsige und internationales »be Berlin« wenigstens nicht störend und lässt genug Interpretationen zu.

    Mich wundert es nur, dass in fast allen Blogs nur der Claim diskutiert wird, auch mal ein Foto. Dabei ist die Gesamtstrategie doch das entscheidende. Beispielsweise das Aktive dieser Kampagne ist schon ein guter Schritt in die richtige Richtung. Damit ist das Ganze lebendiger und jeder kann mitmachen. Das Design finde ich ist gut gelungen und die Schrift ist perfekt. Jetzt möchte ich nur mehr sehen und mir dann noch mal eine Meinung davon machen. Dann kann die Kritik auch professioneller ausfallen.

  43. Michael

    @ Jürgen: Sorry, ich wollte nicht den Blog als solchen angreifen, sondern die Art und Weise, wie in diesem Rahmen diskutiert wird. Bei den meisten hier (und in anderen Foren) habe ich einfach nicht den Eindruck, dass sie sich mit der Sache überhaupt beschäftigt haben. Und Meinungen, die nicht auf Information fußen, sind halt nun mal keinen Pfifferling wert und liefern keine Argumente. Und ohne Argumente gibt’s auch keinen Diskurs. Ich weiß nicht, ob Du das anders siehst.

  44. Jürgen

    Ich sehe das (fast) genauso, Michael. Dein Kommentar war wertvoll. Er veranlasste mich letztlich zum heutigen Beitrag »Be Fontblog«.

  45. Andrea Horn

    Kopiert? Adaptiert?

    die neue Berlin Kampagne ist unserer, die wir ebenfalls als Vorschlag im Oktober 2007 eingereicht haben verblüffend ähnlich…
    Dafür haben 6 Agenturen 5 Monate gebraucht….

    Alles über unsere Kampagne und den Wettbewerb gibt’s in unserem Blog:

    http://justberlin.co.nr/

  46. Pinolino

    Und wie wäre es mit einer Gegenkampagne?
    Don’t be Berlin!

  47. sebastian

    @45 Markus: Widerspruch: I (herz) NY ist nicht nur Meilenweit besser, es ist inzwischen weit mehr als ein “Slogan” für New York.

    “Be Berlin” wird das nie werden.

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