Sei Stadt, sei Wandel, sei Berlin … [Update]

Die Bürger Berlins stehen im Mittelpunkt der neuen Hauptstadtkampagne, die der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit heute mittag der Öffentlichkeit vorge­stellt hat (die gesamte Rede im Fontblog).

Die Kampagne »be Berlin« startet am 11. März 2008 und ist vorerst bis zum Jahr 2009 ange­legt. Im Mittelpunkt steht die Website www​.sei​.berlin​.de, auf der Berlinerinnen und Berliner ihre Erfolgsgeschichten erzählen. Jeder kann sich daran betei­ligen. Laut Senatsmitteilung hebe sich die Kampagne von allen bishe­rigen Standortkampagnen in Deutschland ab: »›be Berlin‹ lebt mit und für die Berlinerinnen und Berliner. Im ersten Jahr wird sich die Kampagne vor allem an die Berliner wenden und will so die Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt verstärken.«

Das Key-Visual [Update]: »Als Key Visual dient eine klare und flächig gehal­tene Sprechblase, die mit ihrem nach innen wie außen gerich­teten Pfeil für eine offene, dialog­be­reite Stadt und ihre Einwohner stehen soll. Sie findet von räum­li­chen 3D-Darstellungen bis hin zu Merchandising-Artikeln viel­fäl­tige Anwendung.« (Zitat: Fuenfwerken)

Die Musik zur Kampagne hat der Berliner Musiker Paul van Dyk geschrieben. Sie wird auf sei​.berlin​.de auch als Klingelton fürs Handy ange­boten.

Der Slogan »be Berlin« wurde im Hinblick auf die inter­na­tio­nale Phase der Kampagne gewählt. Er wird ergänzt durch die deut­sche Übersetzung »sei Berlin«, und den Dreiklang sich ergän­zender Begriffe. Diese je nach Thema und Medium wech­selnden Überschriften folgen einer bestimmten Mechanik, die zum Mitmachen und Mitspielen anregt: Stets bestehen die Überschriften aus zwei Begriffen mit dem Wort »sei«, die sich immer in »sei berlin« auflösen: sei x, sei y, sei berlin.

Die Plakatmotive: Für den Auftakt der Kampagne wurden bewusst nicht nur Prominente ausge­wählt, sondern Geschichten von Menschen, die mit stän­diger Innovation auf dem Weltmarkt Erfolg haben, die kreativ und selbst­be­wusst ihr eigenes Image prägen, die schon in der Schule wissen­schaft­lich arbeiten, oder die eigen­ständig und mit großer Energie ihren Weg nach oben suchen.

Die Agenturen: Rund 300 Agenturen und Einzelpersonen haben am Wettbewerb teil­ge­nommen. Vier Agenturen schlugen den glei­chen Slogan »sei Berlin« bzw. »be Berlin« vor, der für die Kampagnen national und inter­na­tional verwendet werden soll: mapver­tise agentur (Berlin), Namestorm (München), WE DO commu­ni­ca­tion (Berlin) und Embassy (Berlin). Den Zuschlag für Konzeption/Kreation erhielt Embassy, das die rote Sprechblase, Logoidee, Bildkonzept sowie die grund­le­gende Kampagnenmechanik (Planning) entwi­ckelte. Im Bereich Kommunikationsdesign gewann Fuenfwerken Design (siehe auch Fontblog-Beitrag vom 22. Januar). Diese Agenturen haben gemeinsam mit Berlin Partner, der Senatskanzlei und Prof. Jochen Pläcking, der das Auswahlverfahren für den Regierenden Bürgermeister leitete, in einem Kreativteam die Kampagne erar­beitet. An der Kampagne arbeiten noch folgende Spezialagenturen und Teams aus Berlin mit: OMD (Mediaplanung), Code Couture, A&B Face2Net und Jovoto (Internetauftritt), Institute of Electronic-Business an der UDK (Interaktive Medien) sowie klein­un­plä­cking marken­be­ra­tung GmbH (Strategie).

Die Schrift [Update] wurde für die Kampagne von Alessio Leonardi entworfen, heißt BMF Change, und ist eine Weiterentwicklung seiner Schering-Schrift. »In der auffäl­ligen Headline-Systematik wird die Typografie zum eigent­li­chen Hauptdarsteller der Kampagne. Selbstbewusst, sperrig und mit einigen kleinen Eigenheiten demons­triert sie den starken Charakter Berlins und verleiht den appel­la­tiven Inhalten Nachdruck.« (Zitat: Fuenfwerken)


55 Kommentare

  1. Frank

    Die Unsummen, die da wieder in Agenturhälse fliessen, hätte man durchaus sinn­voller in Berliner Infrastruktur inves­tieren können … sei verschuldet, sei verrottet, sei maßlos, sei berlin.

    Aber davon mal abge­sehen eine ganz nette Kampagne.

  2. Cedric Kiefer

    Die Musik klingt für mich sehr orien­ta­lisch… hätte ich mir anders vorge­stellt und gewünscht. Wobei das wahr­schein­lich der kultu­rellen Vielfalt Berlins entspre­chen soll.

    Wird zumin­dest nicht mein neuer Klingelton :)

  3. LuiGiTipo

    Die Sprechblase erin­nert mich sehr an das CD von der Deutsche Kinder und Jugendstiftung. Dort werden die Inhalte auch über eine Dialogblase kommu­ni­ziert.
    Hier sind die CD Elemente

  4. andré

    wird die website noch gemacht? oder is die fertig…

  5. Alessio Leonardi

    Noch eine kleine Richtigstellung über die Schrift: die BMFChange ist keine Weiterentwicklung der Schering-Schrift, sie ist eine neue eigen­stän­dige und für diese Kampagne entwi­ckelte Schrift.
    An der Schering-Schrift, die ich für das CI der Firma Schering 2001 gemacht hatte, arbeite ich dagegen weiter indem ich neue Schnitte zeichne (eine Light und eine Black sollen die Famile abrunden). Die Schering-Schrift wird (hoffent­lich) bald auf dem Markt kommen.

  6. Raketentim

    LuiGiTipo, mich erin­nern die Sprechblasen an… an Sprechblasen. Nichts für ungut, aber wenn man einem Sprechblasen-CI Ahnlichkeiten nach­sagen will, muss man das wohl mit allen – und einer Referenz auf das Mittelalter – tun.

    Versteht irgendwer, was der Herr im Be Berlin-Soundlogo nach Be Berlin nuschelt?

  7. Michael

    Und es gibt auch eine Handheld-opti­mierte Site dazu: sei​-berlin​.mobi

  8. ppp

    Eigentlich fehlt unter dem Kampagnenlogo der Hinweis „Berlin wird Ihnen präsen­tiert von Hessen“ Denn Hessen, der Spitzenzahler, gibt jähr­lich mit 2,8 Mrd. Euro unge­fähr die Summe in den Länderfinanzausgleich, die Berlin erhält.

  9. bildinformant

    be Berlin, da hat Berlin ja voll ins Klo gegriffen…

    Gehört http://​www​.beberlin​.de und http://​www​.beberlin​.com auch zur Kampagne? Oder werden noch­mals Steuergelder verschwendet, weil ein paar „Agenturen“ ihren Job nicht gemacht haben – und der Slogan schon verwen­dung findet?

  10. david

    Ich weiß nicht genau warum, aber ich hätte vom Stil her schwören können, dass die Typo von Luc de Groot ist. Bitte die Aussage nicht als abwer­tend inter­pre­tieren…

  11. christoph

    dieses beispiel da oben: schlechtes foto, nichts­sa­gendes und verbrauchtes sprech­blasen-zeichen, head­line ungünstig rein­ge­quetscht, head­line sowieso blöd, logo durch ein »be« weiter verschlech­tert… nichts ist auch nur halb­wegs gelungen.

  12. Mimo

    chris­toph. das gleiche wollte ich gesagt haben. für eine „hippe“ stadt erwartet man wenn dann aber ein hippe marke­ting­kam­pagne.
    könnte genauso für eine uni sein.

  13. Herr Kleber

    genau sowas habe ich eigent­lich erwartet. das was dabei rauskam ist halt ein typisch deut­sches ergebnis.
    lang­weilig, mutlos, austauschbar … echt bitter!

  14. lvgwinner

    …zieht die wurst irgendwie nicht vom teller, die kampagne. begeis­te­rung klingt anders.

  15. Dünnes B

    Biberlinn

  16. threedots

    es ist kein riesen-wurf, aber ehrlich gesagt bin ich n bissken neidisch… unser slogan heißt »Ruhr hoch n Team-Work-Capital« … what more can i say…

  17. tom

    Da verschwendet der Berliner Senat 10 Mill. Euro an Steuergeldern um den Berlinern zu sagen wer sie sein sollen. Wirklich albern.

    Und dazu noch so eine unkrea­tive und lang­wei­lige Spießer-Kampagne. Das haben die Berliner wirk­lich nicht verdient.

  18. frank

    lieber 10 millionen in berlin kultur und andere lokale sachen stecken. die spre­chen dann von selbst oder durch die damit verbun­dene pr.

  19. fritz

    über die kampagne mag man inhalt­lich und gestal­te­risch denken, was man will. was ich nicht mehr hören kann, ist dass das ! oh weh ! 10, nein Z-E-H-N millionen euro gekostet hat. aber inter­na­tional über zig medien bis zum handy durch­de­kli­niert solls dann doch sein und ins stadt-cd inte­griert sowieso, alles andere ist ja gar nicht mehr vorstellbar.

    gestal­tung soll geschäft stimu­lieren, ob bei der wirt­schafts­för­de­rung, beim tourismus oder beim bäcker nebenan. wenn auch nur ein paar hansels mehr ein paar mehr euro in der stadt ausgeben, ist das schnell wieder drin. was sagt ihr euren kunden, wenn die sagen: öh, nochmal 500 euro für ein schild überm laden hab ich aber nicht ?

    und, nein, von dem geld hätte man nicht kinder­gärten, schwimm­bäder oder jugend­treffs sanieren können, weil es im budget für öffent­lich­keits­ar­beit steckt. ich persön­lich stelle meine tele­fon­rech­nung auch nie meiner renten­ver­si­che­rung gegen­über. und wenn ich meine rente nicht mehr zahlen kann, tele­fo­niere ich eher mehr, weil ich dann drin­gend neue jobs brauche.

    ob die kampagne wirt­schaft­lich und – vor allem – inhalt­lich funk­tio­niert muss sie jetzt beweisen. dass sie geld kostet, geht für mich in ordnung.

  20. christoph

    dass man die 10 millionen eben so verbrennen muss, weil die büro­kratie nicht flexibel genug ist, um das geld einer sinn­vollen verwen­dung zuzu­führen (fritz: »man hätte von dem geld keine kinder­gärten sanieren können, anderes budget«), ist nicht wirk­lich ein argu­ment für die kampagne.

    viele würden verstehen, dass gute arbeit geld kostet, aber es ist nicht einzu­sehen, dass für diesen hand­werk­lich richtig schlecht gemachten rekla­me­schrott 10 mio ausge­geben werden muss.

    wenn man doch wenigs­tens einen tollen foto­grafen beauf­tragt hätte, der in bildern einfangen kann, was in berlin attraktiv ist. wäre schon die halbe miete gewesen. gibt doch gran­diose foto­grafen in deutsch­land.

    und wenn sich kein texter finden lässt, der mehr als »sei jung, sei forsch…« bellen kann (im stile alter sinn­sprüche wie »sei treu und edel, wie ein deut­sches mädel«) hätte man besser gar keine head­line verwendet.

    falls das zeichnen der exklu­siv­schrift geld gekostet hat: bitte die sesam­stra­ßen­folge schauen, in der grobi den unter­schied zwischen »wichtig« und »unwichtig« erklärt.

  21. Matthias

    die kampagne an sich ist schonmal ziem­lich viel­ver­spre­chend.

    dennoch finde ich es ein wenig geld­ver­schwen­dung. aber land und bund strotzen ja nur von vermögen.

  22. fjord

    Will ich (gerade von Profis) nie wieder lesen: Das Geld-Argument. Kommunikation und Marketing kosten nun mal Geld. (Und wir wissen alle, das der kleinste Teil davon bei den Gestaltern ankommt.)

    Wenn ich an Berlin denke, dann fällt mir „marode“, „pleite“ und „kaputt“ ein. Soll ich weiter­ma­chen? Vielleicht mit „sozialer Brennpunkt“?
    Dass Berlin drin­gend an seinem Image arbeiten sollte, dürfte jedem einleuchten. Denn Berlin braucht Investoren. Deren (Steuer-)Geld dann wiederum in Kindergärten inves­tiert werden kann.

    Nicht, dass es schon genug Mühe kostet, Kunden klar zu machen, dass sich die Investition in Kommunikation lohnt. Nein, hier disku­tieren Kollegen vom Fach, und jammern darüber, was ihnen und ihren Büros im Tagesgeschäft die Miete bezahlt. Ist das nun Neid oder einfach nur Bigotterie?

  23. christoph

    es geht nicht um die kosten für kommu­ni­ka­tion und marke­ting an sich und im allge­meinen sondern um die kosten für diese konkrete kampagne.

  24. fjord

    @ chris­toph

    Ohne böse sein zu wollen: Geht es nicht immer um „diese konkrete Kampagne“?
    Ich habe jeden­falls noch nie um virtu­elle Budgets oder Kampagnen gestritten.

  25. Christian Büning

    Dass Imagebildung Geld kostet, dürfte niemand bemän­geln, der von Imagebildung lebt. Und am Beispiel vom nied­li­chen west­fä­li­schen Münster kann ich bestä­tigen, dass dieses Geld gut ange­legt ist. Münster hat sich für den Wettbewerb von Livcom schick gemacht und einen Titel gewonnen, der nicht oft schrift­lich, aber immer wieder gerne münd­lich verwendet wird: lebens­werte Stadt (in einer Größenordnung von…) Das seit Jahren übliche Stänkern und Lästern über die Piefigkeit und Prüderie in Münster hat Anteile im Geplauder verloren, dafür bekennen sich mehr Leute bewusst zu einem Leben in der Kleinstadt. Wenn man eine solche Bindung mit einem Etat im Promille-Bereich des Haushalts errei­chen kann, ist das in meinen Augen keine Verschwendung. Ob die Berlin-Kampagne das hinbe­kommt, wird sich zeigen.

  26. christoph

    @ fjord

    in deinem beitrag 25 sprichst du aber nur über den wert von kommu­ni­ka­tion und marke­ting im allge­meinen, nicht über den wert eben dieser kampagne.

    natür­lich werden gestalter in der regel krass unter­be­zahlt, natür­lich wäre es schön, aner­ken­nung und markt­wert zu stei­gern – dazu ist es aber vor allem hilf­reich, wenn gestalter mist als mist klar bezeichnen und unsin­niges geld­ver­brennen kriti­sieren. nur so kann man ernst genommen werden.

  27. fjord

    @ Christoph

    Ernst genommen wird man nur, indem man selbst mit guter Arbeit über­zeugt.

  28. frank

    ach, ernst­haft keiner kann die 10 millionen kriti­sieren. wie vorher schon richtig erwähnt, ist selbst wenn sie nicht zündet, es locker möglich die 10 millionen wieder rein­zu­holen. und auch 10 millionen für die ganze geschichte ist nun auch kein riesen­ding.
    eine ganz andere geschichte ist, berlins image in deutsch­land und berlins image im ausland. ich lebe schon nun einige zeit nicht mehr in deutsch­land und jeden den ich getroffen habe, ist selbst wenn er noch nie dort war, begeis­tert was man von berlin hört und sieht.
    anders scheint es mit dem denken der deut­schen zu sein.

  29. tom

    Dieses ganze, sei dies, sei das, du bist dieses, du bist jenes ist reine ideo­lo­gi­sche Ideenlosigkeit. Eine Nullnummer. Kein Statement, sondern einfach das Projezieren eines gewünschten Bildes auf die Berliner Bevölkerung. Ein Statement wäre gewesen, Berlin und die Berliner als etwas darzu­stellen was sie sind und nicht als etwas, was Wirtschaft und Politik sich wünschen, wie es zu sein hätte.

    Ehrlicher wäre etwas in dieser Art gewesen:

    „Berlin – wir schlafen gerne etwas länger“

    Aber schließ­lich scheint sich wieder einmal alles um Investorenwünsche, Wirtschaft, Arbeitsmotivation und poli­ti­sche Vorgaben zu drehen, denen die Berliner entspre­chen sollen. Ein wenig tiefer gedacht, bringt eine Stadt immer genau die Art Menschen hervor, die den dortigen Lebensbedingungen entspricht. Da helfen auch keine teuren Imagekampagnen mit sinn­losen Sprüchen.

  30. klaus

    @ fjord

    Man wird also ernst genommen, wenn man kostenlos bessere Ideen liefert, als „be Berlin“?
    Die Kampagne ist Schrott, Text, Claim, Grafik, Foto: alles Scheisse, Agentur hat versagt, der Kunde hat versagt, mehr gibt’s dazu gar nicht zu sagen.

  31. fjord

    @ Klaus

    „Schrott“ und „Scheiße“ sind
    a) keine Argumente, geschweige denn Kriterien,
    b) würden es sich Deine Kunden demnächst wahr­schein­lich zweimal über­legen, ob sie mit Dir arbeiten wollen, würdest Du vor ihnen die Arbeit von Kollegen als „Schrott“ und „Scheiße“ abtun,
    weshalb c) ich rate (siehe oben): lasst uns unsere eigene Arbeit gut machen. Dann wird viel­leicht irgend­wann solch eine Diskussion wie hier obsolet.

    „Schrott“ und „Scheiße“ – echt, Klaus, … . Das geht gar nicht.

  32. christoph

    über gestal­tung disku­tieren und selber gute gestal­tung machen schließt sich nicht aus.

    es kann doch auch gar nicht ziel sein, dass die diskus­sion obsolet wird – schließ­lich geht es um eine kampagne, die sich an die öffent­lich­keit wendet, zudem auch noch eine, die, warum auch immer, mit einem sprech­blase-mit-knick-symbol explizit »dialog­be­reit­schaft« vermit­teln möchte.

  33. Martin Cymorek

    Laut Designszene Berlin gibt es 939 Kommdesign Agenturen. Ich frage mich wieso immer die großen Namen, die Zuschüsse bei solchen Wettbewerben bekommen? Die ganz großen Werbeagenturen sind mitt­ler­weile so Marketing orien­tiert, das viel­leicht die Kampagne bis ins kleinste durch­kal­ku­liert und ziel­grup­pen­ge­recht aufbe­reitet ist, aber an Konzept und Gestaltung leidet. Das ist wieder so austauschbar! Diese typi­schen gestellten Fotos, die man in X anderen Kampagnen sieht. Natürlich steht eine Menge Geld dahinter und die Agenturen trauen sich nicht etwas muti­gere und frischere Sachen zu machen, dann sollte man über­legen ob dieser Weg der rich­tige ist?

    Wieso gibt man klei­neren Agenturen, die wirk­lich frische und mutige Konzepte entwi­ckeln, nicht mal den Zuschlag? Wieso versucht man nicht eine rein grafi­sche Schiene, mit einem Wiedererkennungswert? Ich finde die Kampagne spie­gelt Berlin in keinster weise wieder, zu mal sich nur wenige die Lebensgeschichten der Menschen durch­lesen werden (Meine Einschätzung).

    Ich finde es schade, schaut doch mal nach England oder Holland, da ist zwar auch nicht alles prima aber dafür lebt das Design dort. Hier hab ich das Gefühl es steht still.

  34. Petze

    Wieso gibt man klei­neren Agenturen, die wirk­lich frische und mutige Konzepte entwi­ckeln, nicht mal den Zuschlag?

    Ich verrate hier mal (k)ein Geheimnis: Leiter des be-Berlin-Auswahlverfahrens war/ist Jochen Pläcking. Dieser sitzt im Aufsichtsrat von NEXT AT (hier nach­zu­lesen), zu der die be-Berlin-CI-Agentur Fuenfwerken gehört. Honi soit qui mal y pense ;-)

  35. Dirk S.

    Ich habe mal irgendwo gelesen, dass sich ca. 50% der Bevölkerung von Berlin seit der Wiedervereinigung „ausge­tauscht“ hat, also gebür­tige Berlner weg- und „Neuberliner“ zuge­zogen sind. Unter diesem Aspekt macht der Slogan schon irgendwie Sinn.

  36. tom

    Frische und mutige Konzepte waren bei dieser Kampagne außerdem nicht gefragt. Sieht man doch am Ergebnis. Das ist kein Mangel an Ideen, sondern brav umge­setzte PR. Hat zwar mit Berlin nichts zu tun, ist aber ausbau­fähig. Da werden noch eine Menge Dinge in den roten Rahmen gequetscht die der Berliner sein soll, aber nicht ist. Mal sehen was denen da noch so einfällt.

    sei nicht traurig

  37. erik spiekermann

    Ich frage mich wieso immer die großen Namen, die Zuschüsse bei solchen Wettbewerben bekommen?

    welche grossen namen? Embassy sind 4 leute mit ein paar free­lan­cern, Fünfwerken sind auch nicht gerade eine grosse agentur. Vielleicht soll­test du mal die fakten betrachten und über die sache disku­tieren anstatt immer alte vorur­teile zu bemühen. Für die qualität der arbeit bedeutet es ohnehin nichts, ob sie von einer großen oder einer kleinen agentur gemacht wurde. Oder ist klein allein schon ein garant für neues denken?

  38. Michael

    Ach, herr­je­mine. Das blöde am Web 2.0 ist die verfüh­re­ri­sche Möglichkeit, auch mal ganz schnell ein biss­chen Meinungssenf an die erhitzte Debattenwurst schmieren zu können. Und das scheint so ein mensch­li­ches Grundbedürfnis zu sein. Und wenn’s dann noch ein biss­chen nach „Ich-hab-die-Verschwörung-längst-durch­schaut!“ riecht, schmeckt’s umso besser: der Pläcking kontrol­liert den Berliner Senat und hat vermut­lich ein Verhältnis mit dem Wowereit. Und Scientologe ist er wahr­schein­lich auch.

    Mal ganz ehrlich: den wenigsten hier geht es doch um die Sache an sich, sondern ums Jammern: Wer nicht mitma­chen durfte, weiß natür­lich, dass er’s in jedem Fall besser gemacht hätte; die „Kleinen“ mit den „frischen und mutigen“ Konzepten dürfen schon mal aus Prinzip nicht; nie; Berlin ist dies, oder jenes, oder auch ganz anders; und alles was ohne mich gemacht wird ist immer scheiße, weil nur ich weiß wie’s geht etc.

    Dieses Gejammer konnte man wahr­schein­lich auch im Rathaus hören, als es darum ging, Entscheidungen zu treffen. Vielleicht hinkt das Ergebnis deshalb hier und da. Die Diskussion darüber läuft aber keinen Deut besser.

  39. straight to hell


    designer–profilneurosen_2.0_@_www.fontblog.de

    sehr amüsant

  40. Jürgen

    @ Michael: Der Überbringer ist natür­lich wieder mal der Doofe. Klar ist das unan­ge­nehm für alle Macher, wenn die Adressaten (und Finanzierer) einer Berlin-Kampagne dank Web 2.0 einen offenen Diskurs dazu führen können. Du nennst es »abfällig« Senf, ich halte diese Möglichkeit für eine groß­ar­tige Sache, und zwar für beide Seiten. Früher wurde vom Sender serviert, und die Empfänger durften schlu­cken. Gottseidank sind diese Zeiten vorbei.
    Es liegt an Euch, Michael, den Diskurs aufzu­nehmen, daraus zu lernen. Hier einfach nur herum­pel­zu­stilzen bringt niemanden weiter.
    Im übri­gens sollte man – gerade in Berlin – perso­nelle Verquickungen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Die Stadt hat eine 50-jährige Leidensgeschichte auf diesem Gebiet.

  41. christoph

    bei allen versu­chen, die kampagne zu vertei­digen, ist nie ein argu­ment für die kampagne zu hören – nur kritik an den kriti­kern. also: was ist denn gelungen?

  42. Markus

    Ich finde, wie Jürgen, Web 2.0 ist wichtig für unser Meinungsbild, da es autonom ist. Natürlich ist immer auch genug blöd­sin­niges Gequassel dabei. Und bei solchen Pitch-Geschichten gibt es immer genug Neider.

    Also, ich finde »be Berlin« auch nicht den Reißer. »Du bist Deutschland« oder »I love NY« hauen mich jedoch auch nicht vom Hocker. Das heisst für mich, dass Claims sowieso etwas proble­ma­tisch sind und bei Kommunen, welche nicht nur ein Gesicht haben, kann das schon gar nicht gut funk­tio­nieren. Da ist ein flap­sige und inter­na­tio­nales »be Berlin« wenigs­tens nicht störend und lässt genug Interpretationen zu.

    Mich wundert es nur, dass in fast allen Blogs nur der Claim disku­tiert wird, auch mal ein Foto. Dabei ist die Gesamtstrategie doch das entschei­dende. Beispielsweise das Aktive dieser Kampagne ist schon ein guter Schritt in die rich­tige Richtung. Damit ist das Ganze leben­diger und jeder kann mitma­chen. Das Design finde ich ist gut gelungen und die Schrift ist perfekt. Jetzt möchte ich nur mehr sehen und mir dann noch mal eine Meinung davon machen. Dann kann die Kritik auch profes­sio­neller ausfallen.

  43. Michael

    @ Jürgen: Sorry, ich wollte nicht den Blog als solchen angreifen, sondern die Art und Weise, wie in diesem Rahmen disku­tiert wird. Bei den meisten hier (und in anderen Foren) habe ich einfach nicht den Eindruck, dass sie sich mit der Sache über­haupt beschäf­tigt haben. Und Meinungen, die nicht auf Information fußen, sind halt nun mal keinen Pfifferling wert und liefern keine Argumente. Und ohne Argumente gibt’s auch keinen Diskurs. Ich weiß nicht, ob Du das anders siehst.

  44. Jürgen

    Ich sehe das (fast) genauso, Michael. Dein Kommentar war wert­voll. Er veran­lasste mich letzt­lich zum heutigen Beitrag »Be Fontblog«.

  45. Andrea Horn

    Kopiert? Adaptiert?

    die neue Berlin Kampagne ist unserer, die wir eben­falls als Vorschlag im Oktober 2007 einge­reicht haben verblüf­fend ähnlich…
    Dafür haben 6 Agenturen 5 Monate gebraucht….

    Alles über unsere Kampagne und den Wettbewerb gibt’s in unserem Blog:

    http://​just​berlin​.co​.nr/

  46. Pinolino

    Und wie wäre es mit einer Gegenkampagne?
    Don’t be Berlin!

  47. sebastian

    @45 Markus: Widerspruch: I (herz) NY ist nicht nur Meilenweit besser, es ist inzwi­schen weit mehr als ein „Slogan“ für New York.

    „Be Berlin“ wird das nie werden.

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