Mit Schriften Geld verdienen? Das geht.

HVD-Fonts-CoverHannes von Döhren weiß wie man’s macht. Er entwirft Schriften, vertreibt Schriften, managed Schriften und administriert Schriften. Seine Entwürfe erfreuen sich in Web- und Print- Publikationen großer Beliebtheit. Brandon Grotesk ist Headlinefont von Wired Online oder Textfont in Skype Kampagnen. Pluto ziert das Elle Decor Magazin und das Computer Arts Magazin.

Hannes gehört zu den »Charakterdarstellern« einer jungen Generation von Schriftenentwerfern, wie Jan Middendorp im Vorwort zu Hannes von Döhrens gerade erschienenem HVD Fonts Type Book beschreibt. Er meistert die zwei so unterschiedlichen wie wesentlichen Disziplinen Entwurf und Vermarktung.

Eine Schrift,  die überzeugen (und gekauft werden) will, so Middendorp, muss heute mehr sein als eine Sammlung smarter Ideen und ansehnlicher Glyphen. Ihr einziges Ziel, als Schrift ein nützliches Werkzeug, zu werden, fußt auf der Fähigkeit typografische Lücken auszumachen und der Fertigkeit diese zu schließen.

Ein weiteres Pfund ist Hannes von Döhrens Produktivität, seine Besessenheit die Familien, die er entwirft Schnitt für Schnitt anwachsen zu lassen und die Begeisterung, zu beobachten, wie der Zuwachs Form annimmt, »sich rundet«, wie er es beschreibt.

I-look-at-type-HVD

So ist HVD Fonts Type Book zunächst eine Übersicht der auf inzwischen 358 Fonts angewachsenen HVD Schriftenbibliothek: 130 Seiten umfasst der Katalog der Text-Schriften, 100 weitere Seiten zeigen von Döhrens Display-Fonts. 

Der Schriftenkatalog findet sich eingebettet in die Kapitel zur zweiten wesentlichen Disziplin des Schriftenentwerfens: der Schriftenvermarktung. Wie Erik Spiekermann in seinem Intro launig bemerkt:

Allein in Berlin gibt es inzwischen mehr Schriftenentwerfer als Polizisten.

Jenseits aller typografische Trends und Stilfragen bricht Hannes sein Rezept für den Erfolg als Schriftenentwerfer, Schriftvermarkter und Foundry in handliche Tipps auf. 10 steps to become a type designer enthält die Essenz der gesammelten Versuch-und-Irrtum-Erfahrungen in einer Liste, angefangen bei »Find an Idea«, über »Type Foundry vs. Self Publishing« bis »Action on the web«.

Schließlich erhält jeder Käufer des Buchs eine Font-Kostprobe der HVD Fonts Bestseller. Pluto Medium, Brandon Groteque Thin, Supria Sans Bold Italic, Niveau Grotesk Regular und Niveau Serif Medium Small Caps können mithilfe des personalisierten Codes auf der letzten Seite kostenlos heruntergeladen werden.

Brandon-Grotesque-Sample

Wir verlosen unser Rezensionsexemplar. Da es Zeit für Weihnachtskarten ist: Welche Schrift kommt dieses Jahr auf die Karte? Und warum? Stichtag ist Montag, der 24. November, 12:00 Uhr Mittag. Mehr über Hannes von Döhren: im Fontblog-Interview, das wir führten, als seine Foundry HVD Fonts in das FontShop-Angebot aufgenommen wurde.

Hannes von Döhren: Every Day I Draw at Least One Letter. The HVD Fonts TYPE BOOK | Text englisch, 296 Seiten, davon 24 Seiten auf Zeitungspapier mit 31 Font-Familien mit insgesamt 358 Einzelfonts, Format 17 x 24 cm, inklusive 5 Fonts im Wert über 70 Euro zur freien Nutzung | 39,80 € – beim Verlag Hermann Schmidt Mainz bestellen.

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Fotos: Cover ©Verlag Hermann Schmidt Mainz, Innenseiten © Hannes von Döhren


51 Kommentare

  1. Dave

    Dieses Jahr kommen wahrscheinlich die Grota, Grota Sans (oder Sans Alt) auf die Karte.
    Ich hatte mir letztes Jahr extra für die Weihnachtskarte die Grota gekauft. Diese war dann für meine ursprüngliche Idee auf der ganzen Karte zu verspielt. Mit der Sans bzw. Sans Alt ist eine gelungene Mischung aus optischem Chaos und einem etwas ruhigerem aber verspieltem Design möglich. Damit sollte meine Idee vom letzten Jahr besser funktionieren.
    Gruß

  2. Johannes

    Wenn Weihnachtskarte, dann mit Estragon. Weil sie mehr Würze hat.

  3. Habe

    mich außen für die Headline für die „Dekor41-Schatten – Heavy“ und innen für den Body Copy-Text für die „Sabon“ entschieden. Bescheiden und trotzdem schön.

    • Sabine Gruppe

      Herzlichen Glückwunsch Habe, Du hast gewonnen! Bitte schicke eine Mail mit Deiner Postadresse an sgruppe(ät)fontshop.de

    • Danke, aber

      das geht nicht, weil ich über 100 Adressen habe und auf keinen Fall weiß, unter welcher ich hier gepostet habe. Beginnt sie mit dem Kürzel für die Vereinigten Staaten, dann ist es gut, ist ein Hühnertier darin enthalten – auch gut, aber deswegen wäre es besser, Sie schrieben den Account an, falls ich keinen Fake-Account angegeben habe, was von Fall zu Fall auch vorkommt.

      Oder Sie senden das Buch einfach an Ben, der der größte von-Dören-Fan ist, wie er uns verkündet hat.

      Freundlich
      Ich

    • Geht doch,

      mir ist da eine Idee gekommen, wie ich’s trotzdem beweisen kann: indem ich ein Bildschirmphoto einer älteren Weihnachtseinladung sende, in der ich diese Schrift, die ja hier kaum jemand haben dürfte, weil sie von einer Günstig-CD stammt, verwendet habe.

      Und wir machen das nun so (des Halbversprechens wegen!): Wenn Ben sich bis heute um 18 Uhr meldet, bekommt er das Buch, sonst senden Sie’s mir zu. Gleich werde ich Ihnen meine Kontaktdaten zukommen lassen. Es ist wie sooft im Leben – ein Lotteriespiel.

  4. Bert Vanderveen

    Darn, I’m out of this competition, because I don’t send Christmas-cards, let alone design them (not anymore…). Matter of fact: I hate Christmas. So, I made that clear. Please address hate mail to the guy in the red suit with the white beard. Not me. Ok?

  5. Kurt

    Ich dachte zuerst an die GL Benicassim des Saatchi & Saatchi Art Directors German Leon: https://www.behance.net/germanleon

    Aber wie so oft: Bei einer der besten Agenturen angestellt, hat er leider keine Ahnung von Fonts, obwohl er sich an ihnen verbricht. Die deutschen öffnenden Anführungszeichen sind von Schnitt zu Schnitt die totale Katastrophe.

  6. Koni Font

    Immer wieder Koni: http://www.myfonts.com/fonts/rodrigotypo/koni-black/ – Auch für die Weihnachtskarte.

    Aber: Die Benicassimproblematik erinnert mich an das Texta-Problem. So weit kommt man, wenn Deutsch zunehmend auch von den Deutschen schändlich vernachlässigt wird. Wie kann man bei solcher Eigenkasteiung von Ausländern noch etwas erwarten, die ohnehin bei allen – bei allen – Produkten qualitativ weit abgeschieden sind? Keine richtigen Anführungszeichen, kein großes ẞ … und so geht’s dahin mit unseren Zeichen. Verschuldet und verbrochen von den eigenen Lehrern, der eigenen Politik …

    Ach, du Völkchen, bist dir selbst dein ärgster Feind! (Gerd Gurke)

    • Koni Font

      Allerdings, habe ich gerade gesehen, schreibt man diesen mit hartem t: Gert G.

    • Johannes

      Aber, Koni Fonts, nicht nur im Deutschen werden untenstehende Anführungszeichen verwendet, auch in verschiedenen skandinavischen und slawischen Sprachen, im Niederländischen, Italienischen, Türkischen … Das hat also überhaupt gar nichts mit Deinem Gerede von einer angeblichen Deutschenverachtung zu tun, sondern ist einfach weit verbreitet Schludrigkeit.
      Deutsche Schriftentwerfer können ja auch größtenteils kein richtiges ß, weil sie es falsch ableiten. Und dessen große Form braucht man eh nicht.

    • Frank Gerke

      Lieber Johannes,

      ich kann beim oben stehenden Text nichts von einer Verachtung deutscher Bürger herauslesen, sondern von Vernachlässigung der deutschen Sitten, Schreibregeln etc. – besonders von eigener Seite, was nach meiner Ansicht etwas ganz anderes ist.

      Das große scharfe S allerdings verwende ich auch – besonders seit es im Jahr 2007 in unser Alphabet aufgenommen worden ist. Ich kontrolliere alle neuen Fonts regelrecht darauf, ob sie dieses Zeichen beinhalten, da ich oft Kapitälchen statt der Kursiven als Auszeichnung verwende. Gerne setze ich es aber auch in Überschriften ein. Und ein schön gestaltetes ẞ ist mir allemal lieber als ein SS oder SZ. Gut, die SS ist bei mir sowieso nicht beliebt; auch, wenn ich sie zum Glück nie habe kennenlernen müssen.

      Das ẞ gefällt sogar meiner Mutter, die nichts mit Design, Fonts etc. zu tun hat. Trotzdem hat sie es – nach einem sehr kurzen Vortrag von mir – sofort als geeignet erachtet und für gut befunden. Seien wir doch ruhig einmal ein bisschen stolz darauf, dass es dieses Zeichen nun endlich (wieder) gibt!

  7. Alois K.

    Denke, man sollte sich eher für solche Schriften entscheiden: Sloop Script

    Sneaker Script, die Dulcinea, Palace Script, BT Flemish Script, Biscotti, Coronet etc. pp.

  8. Elli

    Für mich gibt’s für Weihnachtskarten nur Prater Script Regular, weil’s einfach schon so schön handschrifltich und mit Liebe gemacht aussieht.

  9. HP

    huch, schon wieder weihnachtskartenzeit, mist. evtl. die Bowling Script, aber eigentlich machen wir das alles handschriftlich, außen wie innen.

  10. Och, nee!

    Ups, niemals mit den Fingern auf farbige, besonders aber schwarze Seiten greifen!

  11. Ben

    … Meine eigene Handschrift! Der handschriftliche Gruß, ist in dem Falle dann doch der persönlichste. Das Zerlaufen der Tinte, die liebevollen Schwünge und Schnörkel um besondere Worte herum kann man dann doch nur so erzielen. Danach darf dann aber auch übers Jahr hinweg wieder fleißig zur Kursiven, Grotesken oder Geometrischen gegriffen werden.
    PS: Als wohl größter Hannes-von-Döhren-Fan wär das Buch wohl mein persönliches Highlight für dieses Jahr.

    • Die fehlenden 19'

      auf zwei volle Stunden gebe ich dir noch als Chance auf das Van-Döhren-Buch; und zwar von 18:41 – 19:00 dieses Tages. Somit riskiere ich noch mal was.

      Freundlich
      Ich

  12. Gerd Wippich

    Auf die Karte – falls es denn dieses Jahr eine geben sollte – käme wohl YDS Skitch, wegen des DIY-Looks. Vielleicht gibt’s aber auch einfach mal wieder ASCII-Art per eMail :-)

  13. jam

    weihnachtskarten, wenn überhaupt nur mit eigener Schrift!

  14. DE

    Ein schickes Buch. Würde es gerne lesen! Um das verfrühte Weihnachtsgeschenk zu erhalten die gewünschte Schriftinfo: Für einen Kunden dieses Jahr die Myriad Tilt, wenn es günstig werden muss die Source Sans/Serif oder Questa, ansonsten auch gerne die Pinto.

  15. Alex

    Die Weihnachtskarte fällt rein illustrativ aus, allerdings steht auf meiner Karte (Wunschzettel) für ein neues Projekt schon die „Tisa“.

  16. Kat

    Nichts geht über den Charme eines handschriftlich gestalteten und handgeschriebenen Weihnachtsgrußes.

  17. Sabine Gruppe

    12:00 Uhr. Vielen Dank für Eure Kommentare. Die Verlosung ist geschlossen, der Gewinner oder die Gewinnerinn werden in Kürze benachrichtigt.

  18. Dave

    @ den Gewinner: Sry, ich stänkere ungern umher. Aber:

    Danke, aber das geht nicht, weil ich über 100 Adressen habe und auf keinen Fall weiß, unter welcher ich hier gepostet habe.

    und:

    auf zwei volle Stunden gebe ich dir noch als Chance auf das Van-Döhren-Buch; und zwar von 18:41 – 19:00 dieses Tages.

    Geht gar nicht. Wer zu (sry) doof ist seine eigene (bekannte) Adresse bei einem Gewinnspiel zu hinterlegen … und jetzt auch noch den Gewinn verschenkt … weil er anscheined an dem Buch gar nicht interessiert ist … ?!?!?!?!?!?!?!?!?

    @Fontblog: Neuverlosung? Aber bitte diesmal alle Fake-Adressen und Blindgänger aus der Verlosung ausschließen. Danke.

  19. Ben

    Was ist denn hier passiert? Hab nun meinen Namen mehrmals hier in Kommentaren gelesen… ???? :-)

    • Gerhard S.

      Sieht so aus, als ob du aus irgendwelchen Gründen eine zusätzliche Chance von 2h und 20min gehabt hast, das Buch doch noch zu bekommen. Aber: Wir bestellen es einfach, was meinst du?!

  20. Curd

    Bei dieser Brandon Grotesque schreiben Sie von 12 Fonts, was bestimmt auch so ist. Verwirrend finde ich aber andere Angaben, bei denen von 64 Fonts geschrieben wird, ich aber nur 32 feststellen kann.

    Die einen sind mit Pro gekennzeichnet, die anderen 32 nicht. Im Downloadordner befinden sich 32 otf-Dateien und 32 ttfs, was zusammen ja 64 ergibt; aber kann man das dann als 64 Fonts angeben? Ich denke nicht! Es sind zwar 64 Datensätze, die man erhält, aber eben nur 32 Fonts, die man optional als ttf oder eben otf verwenden kann.

    Wäre da nicht eine weniger irreführende Formulierung angebrachter?

  21. Curd

    Ja, aber bezüglich der Veröffentlichung der „Ropa Soft Pro“ & der „Ropa Soft SC Pro“ im Verkaufsblog Font Shop wird eben angegeben, dass es sich um 64 Fonts handele. Jedoch sind folgende Schnitte im Kaufordner:

    „Ropa Soft Pro“.otf= 16 Schnitte (Fonts)
    „Ropa Soft SC Pro“.otf = 16 Fonts
    = 32 Fonts

    „Ropa Soft Pro“.ttf= 16 Schnitte (Fonts)
    „Ropa Soft SC Pro“.ttf = 16 Fonts
    = 32 Fonts

    Trotzdem: 32 + 32 ≠ 64

    Deswegen habe ich auch meine Frage so formuliert:

    Wäre da nicht eine weniger irreführende Formulierung angebrachter?

  22. Habe

    mich zu bedanken für das tolle Buch. Von Döhren ist ein wunderbarer Gestalter und der Verlag hat eine tolle Haptik (Material, aber auch die Prägung!) besonders des Einbandes hinbekommen. Auch die Papierauswahl ist vorteilhaft, weil unempfindlich bezüglich der Bilder, die auf glattem Bilderdruck-Papier besonders im Schwarzbereich immer sehr empfindlich für Verschmutzung (Fette, Schweiß …) etc. sind.

    Aber gut: Was den Verlag anbelangt, ist dies nicht neu für mich. Und von Döhren ist schlichtweg eine angenehme Überraschung. Die Zukunft der Fonts ist gesichert. Nein, erst jetzt: Die Zukunft der Schriften ist gesichert. Bei all dem Englisch in diesem Buch, muss auf unsere Sprach’ ich wieder mal verweisen.

    Every day I drawn at least one letter

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