Versales Eszett, ein Medien-Update

Saechsische

Nachdem sich Anfang dieses Monats im Fontblog die Diskussion um das versale ß (Wikipedia dazu) neu entfacht hat, schlägt sich das Thema auch in den allge­mein­bil­denden Medien nieder: ISO-Arbeitsgruppe schlägt Unicode mit „ß“ als Großbuchstaben vor (heise online), Das große Eszett kommt (Focus Online) und Hilfe! Ein Buchstabe fehlt! (Süddeutsche). Ursprünglicher Initiator der Debatte waren Andreas Stötzner und seine Signa Ausgabe 9.

Eben machte mich Robertmichael auf obigen Artikel in der Sächsischen Zeitung aufmerksam (von der wir immer noch nicht wissen, warum sie die Ole-Schäfer-Schrift Zine nicht mehr einsetzt … Hallo). Er schreibt: »Frau GroSSmann von der Sächsischen Zeitung hat den Vogel abge­schossen. Erst wird die Signa zur Sigma, dann schiebt sie ›Mister Microsoft‹ die Aufgabe zu, einen Platz für das versal-ß auf Tastaturen zu finden und schließ­lich bastelt sie ›wunder­schöne‹ Versal-ß-formen für Times, Arial und einer anderen Spaßschrift. Peinlich, schlimm.«


13 Kommentare

  1. Yanone

    mir ist jeden­falls fast das essen aus dem gesicht gefallen, als die SZ die knackige zine gegen diese weich­spü­ler­schrift ausge­tauscht hat. ole schä­fers antwort auf meine frage danach auf dem zweiten TypograVieh lebt lautete irgendwas von wegen ausge­tauschten compu­ter­sys­temen in der redak­tion oder so ähnlich. eine faden­schei­nige begrün­dung. die SZ ist jeden­falls seither vom layout aber auch inhalt­lich stark abge­rutscht und firmiert jetzt als mittel­klas­sige lokal­zei­tung.

  2. Jens Kutilek

    Und ums hier auch nochmal rich­tig­zu­stellen: Die Unicode-Position für das große ß ist 0x1e9e. Das haben anschei­nend alle aus einer falschen Pressemitteilung abge­schrieben.

    Das erschre­ckende ist ja, daß Zeitungen auf anderen Gebieten genauso wenig Fachkenntnis haben. Es fällt einem halt nur da auf, wo man sich selbst auskennt.

  3. Markus Wulftange

    Von welchem „digi­talen Setzkasten der globa­li­sierten Welt“ spricht sie wohl, in dem das ß an der Position 0x1E9C steht? Im Unicode-Zeichensatz ist es an der Position 0x00DF, die Position 0x1E9C wäre für das Versal-ß aber noch frei.

  4. Andreass

    Die Bildunterschrift nehme ich persön­lich Frau Großmann.

  5. Valentin Beyer

    Ob Frau Großmann mit diesem Untertitel etwa sugge­rieren wollte, dass sie selber dazu gehören will?

  6. Max (Exildresdner)

    Liegt wohl auch daran das die «Sächsische Zeitung» das Äquivalent zum MDR auf Print für den Dresdner Raum darstellt. Mir ist damals der Layoutwechsel und die Zine, wusste damals nicht das die Schrift so heißt, positiv aufge­fallen aber Erb-Abonnements und reni­tente Leserbriefschreiber tragen wohl ihr übriges dazu bei das es das Fernsehbalett genauso wie diese lang­wei­lige Schrift immer­noch gibt. Da hilft wohl nur warten. Ich schaue jedesmal mit erschre­cken auf dem elter­li­chen Tisch in diese Zeitung, die bis auf den leider immer outge­sour­ce­teren Regionalteil komplett verzichtbar geworden ist.

  7. Stefan

    Ach ja, die »Sächsische Zeitung« … fundierte Berichterstattung sollte man lieber nicht erwarten. Besonders pein­lich wird es, wenn z.B. über Internet-Themen geschrieben wird.
    Aber wozu sich über­haupt jour­na­lis­tisch abmühen, viel span­nender sind doch Aktivitäten als Auktions-Plattform, Immobilien-Portal, Reiseveranstalter …

    Max’ Vergleich mit dem MDR ist absolut zutref­fend. ;-)

  8. simon wehr

    Hmm. War das nicht außerdem das Institut für Normung statt Normierung? (nicht, dass das jetzt noch wen inter­es­sieren würde, bei den ganzen anderen Fehlern …)

  9. Mario Donick

    Der Artikel in der Sächsischen Zeitung hat genau das Niveau, das ich von Regionalzeitungen gewohnt bin … fehler­haft und belus­tigt-weil-nix-verste­hend. Das liegt bestimmt an der Zielgruppe dieser Produkte.

  10. Julius

    Das Wichtigste ist doch: die Meldung über ein geplantes Versal-ß scheint doch inzwi­schen von so großer Bedeutung, dass eben selbst Regionalzeitungen davon berichten.

    Dass es inhalt­lich zu einigen zuge­ge­be­ner­maßen groben Fehlern kommt, fällt bei dieser Art Zeitung vermut­lich gar nicht ins Gewicht, weil für die Zielgruppe die „tech­ni­schen“ Details irrele­vant sind.

    Aber etwas besser recher­chieren hätte man natür­lich trotzdem können. Schade drum.

  11. Armin Krause

    Vögel machen ßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßßß
    Vogelbuchstabe: Eszett
    Adler frisst Mau阝

  12. Herr Berndt


    chine­si­scher Buchstabe scharfes S
    Adler frisst Mau阝

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