Vanity Fair USA: Knut meets DiCaprio

Unser Knut auf der US-Ausgabe von Vanity Fair … auf den ersten Blick könnte man meinen: Nun reißt die deut­sche Ausgabe ihre Mutter mit in die Abgründe des Trivial-Journalismus (Fontblog berich­tete). Doch die quali­ta­tiven (und finan­zi­ellen) Unterschiede der Titelproduktion sind ebenso atem­be­rau­bend wie die Botschaft: es handelt sich um die 2. »grüne Ausgabe« von Vanity Fair, mit ökolo­gi­schem Schwerpunkt und scharfen Angriffen auf die Umweltpolitik der US-Regierung (Polar Bear SOS).

Niemand gerin­geres als Annie Leibovitz foto­gra­fierte für das Cover Leonardo DiCaprio an der Jökulsárlón- Gletscherflusslagune auf Island. Anschließend flog sie in den Berliner Zoo, um Knut abzu­lichten (hier ein Video der Foto-Session), den sie in das DiCaprio-Foto hinein­mon­tierte. Vanity Fair Online ist so verrückt nach Knut, dass man sogar Outtakes vom Annie-Leibowitz-Shooting im Berliner Zoo veröf­fent­licht.

Großansicht des Vanity-Fair-Knut-DiCaprio-Titels …


8 Kommentare

  1. romibello

    der medi­enbär wird langsam zum problembär.
    ich finde das alles absurd und surreal. auf der einen seite global warning auf der anderen seite krieg im irak. sollen sie doch erstmal ein ‚problem‘ beenden/beheben bevor die das zweite angehen. ansonsten gibt es bald weder eisbären im zoo noch am polar.

  2. pixelpsycho

    Unter dem Gesichtspunkt »Ökologie« ist es beson­ders schön zu lesen, dass Frau Leibovitz für das Foto von Knut mal kurz nach Berlin geflogen ist.
    Sicherlich gab es kein anderes passendes Foto für die Retusche des kleinen Eisbären, denn Fotos von ihm sind ja wirk­lich rar gesät.

  3. romibello

    richtig:
    glet­scher stock­foto + di caprio studio­foto + knut pres­se­foto + bild­mon­tage = 0,11111112 % der erder­wär­mung gestoppt und 10.000 $ gespart. ;-)

  4. Jürgen

    Wer so argu­men­tiert, könnte auch von Bono verlangen, dass er die Mächtigen der Welt mit dem Fahrrad abklap­pert um für die Entschuldung der armen Länder zu kämpfen.
    Ich bin kein Freund von Promi-Charity um jeden Preis. Aber ein Knut-Titelfoto von Annie Leibowitz hinter­lässt nun mal eine deut­lich stär­kere Wirkung als ein Knut-Titelfoto von Oliver Mark (Fotograf Vanity Fair Deutschland) – ästhe­tisch und in punkto Popularität.

  5. romibello

    aber wenn es um eine ‚green issue‘ geht sollte man doch wenigs­tens mit gutem beispiel voran gehen, oder?

  6. Ivo

    Sehe ich eigent­lich ähnlich. Ich bin ja sonst nicht so zimper­lich, was den Fingerzeig in diese Richtung angeht, aber DiCaprio und Leibovitz nach Island fürs Titelfoto der »Green Issue« zu schi­cken will nicht so recht passen. Dass sie um Knut zu foto­gra­fieren nun nach Berlin muss sehe ich hingegen schon eher ein.

  7. Katrin

    Ja, und ich frage mich, ob die Amis die stär­kere Wirkung, welche von der Fotografie (und Popularität) einer Annie Leibowitz ausgehen mag, stärker hono­rieren als viel­leicht die erwähnte Montage?
    Das kann man wohl leider nur fest­stellen, wenn zwei (vermeint­lich) iden­ti­sche Cover zum glei­chen Preis am Kiosk neben­ein­ander liegen.
    Aber das wäre dann wieder doppelter Papierverbrauch ohne adäquaten Umsatz – gaaanz schlechte Umweltbilanz!

  8. Michaela

    ZITAT JÜRGEN:Aber ein Knut-Titelfoto von Annie Leibowitz hinter­lässt nun mal eine deut­lich stär­kere Wirkung als ein Knut-Titelfoto von Oliver Mark (Fotograf Vanity Fair Deutschland) – ästhe­tisch und in punkto Popularität.

    Also mal wirk­lich! Das Oliver Mark Titelbild von Knut ist ja mal wenigs­tens auten­tisch! Schau Dir mal die Perspektiven an, da stimmt doch gar nix auf dem Leibowitz Foto! Es ist steril und unwirk­lich. Wie so ziem­lich alles aus US! Von der abso­luten Unsinnigkeit wegen diesem Knutfoto mit einem immensen Aufwand (Frau Leibowitz reist nicht mal eben alleine und Holzklasse an!) nach Berlin zu fliegen mal ganz abge­sehen.

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