Typo-TV: Gerrit van Aaken – Webfonts im Jahr 2010

Gerrit van Aaken (praegnanz​.de) fasst verständ­lich und knapp zusammen, was hier im Fontblog bisher »nur« zu lesen war. Dringende Anguckempfehlung.


12 Kommentare

  1. thomas junold

    und schon wieder muss man sich fragen, ob die in redmond nicht alle tassen im schrank haben. wie soll man sich auf stan­dards einigen, wenn die entwickler bei MS diesen vorteil dauer­haft ignorieren?

  2. Ralf Herrmann

    @Thomas: Microsoft hatte mit EOT bereits ein Webfont-Format entwi­ckelt, das seit vielen Jahren Kompression und OpenType-Fonts unter­stützt und sie waren auch bereit, dieses Format für alle anderen zu öffnen. Nur die Macher von Opera, Firefox, Safari etc. wollten das Geschenk vom bösen Rivalen nicht annehmen. Insofern kann man MS da momentan kaum einen Vorwurf machen. Und wie Ivo ja neulich auch schon gesagt hat: Das offi­zi­elle Statement ist derzeit: Wenn die Schrifthersteller WOFF-Fonts anbieten, wird man das in Zukunft auch unterstützen.

  3. Herb G

    Sehr kurze und verständ­liche Darstellung auch für Leute, die in der Materie nicht so drin stecken …
    Ahmm: gehackte EOT-Files waren doch die Hauptdarsteller in den Angriffen auf Google und andere US-ameri­ka­ni­sche Konzerne. Siehe dazu auch https://​www​.font​blog​.de/​o​p​e​n​t​y​p​e​-​f​o​n​t​s​-​w​a​r​e​n​-​u​e​b​e​r​t​r​a​e​g​e​r​-​d​e​s​-​g​o​o​g​l​e​-​h​a​cks.
    Wie sicher wird den WOFF sein? Kann in den Browsern die Integrität des „Lizenz-Containers“ veri­fi­ziert und ggf. die Verwendung des Fonts abge­lehnt werden?

  4. Simon Weber

    Gibt es das Clear Type Problem unter Mac nicht?

  5. Thomas

    @Ralf: EOT war unter anderem wegen der DRM-Mechanismen inak­zep­tabel; deswegen jetzt „die Freien“ als Bösewichte hinzu­stellen, ist schon etwas sehr einfach.

    Deswegen kam dann ja EOTlite.

    Dennoch: WOFF gehört zu Recht die Zukunft! Denn warum sollte man ein *völlig anderes Format* im Netz verwenden. WOFF ist ja nur ein gerade eben merk­li­cher Wrapper um das OFF.

  6. Max

    @Simon: Unter Mac OS gibt es kein Cleartype, hier wird mit der Render-Bibliothek Quartz gerabeitet.

  7. Ralf Herrmann

    @Thomas:
    Ich hab nur auf Deinen Satz geant­wortet, dass MS „etwaigen Vorteile“ igno­rieren würde. Aus Sicht von Microsoft bietet WOFF keine Vorteile gegen­über EOT – das ist wirk­lich das selbe in Grün! kompri­mierte SFNT-Fonts. Nicht mehr und nicht weniger.
    Das EOT trotz tech­ni­scher Gleichwertigkeit keine zweite Chance bekommen hat, war ein bewusster poli­ti­scher Akt der besagten Browserhersteller.
    Das DRM von EOT war ohnehin optional und WOFF in seinen Vorläufern sollte genau so einen Mechanismus bekommen, wenn die Browser-Hersteller nicht auch Einspruch erhoben hätten.

    (P.S. Ich hab nix gegen WOFF – es wird die Zukunft sein, aber MS gleich wieder für alles verant­wort­lich zu machen, kann ich in diesem Fall nicht so stehen lassen.)

  8. Simon Weber

    @Max: Habe mir gerade den Wikipedia Artikel zu „Render-Bibliothek Quartz“ durch­ge­lesen, was mich leider nicht viel schlauer gemacht hat. Ist das Verfahren nun besser als das Clear Type verfahren? Und gibt es das Problem nun, wie in dem Video von Gerrit van Aaken beschrieben, zur Fontdarstellung im Web, nur unter Microsoft Betriebssystemen oder auch unter Apple?

  9. Ivo

    Simon, die Apple-Rendering-Methode ist anders. Ob sie besser ist, ist beinahe eine philo­so­phi­sche Frage. Ich finde ja.

    Microsoft nutzt das Subpixel-Rendering (ClearType) seit 2003 für die Betriebssysteme XP, Server 2003, Vista und Mobile und stellt dies mit dem Internet Explorer 7 und dem Paket Office 2007 auch anderen Betriebssystemen zur Verfügung. Das Pendant von Apple ist also Quartz 2D und wird seit 2002 (ab Version 10.2 des Mac OS) einge­setzt. Es unter­stützt alle drei gebräuch­li­chen Schriftformate, also TrueType, OpenType und PostScript Type 1. Allerdings verstehen die Hersteller ihre Methoden gering­fügig anders. Während sich Microsoft mit seinem Subpixel-Rendering genau an die Auflösung und das Raster des Monitors hält, lässt Apples Rendering das Schriftdesign so getreu wie möglich inter­pre­tieren. Die Schriften wirken daher bei letz­terem im Gegensatz zur Microsoft-Methode etwas verschwommen, geben aber das ursprüng­liche Schriftdesign origi­nal­ge­treu wieder.

    Die Philosophien legen ihren Schwerpunkt also entweder auf das Pixelraster oder auf das typo­gra­fi­sche Design. Das hat in der Regel zur Folge, dass Apple in Bezug auf die Lesbarkeit in größeren Graden bessere Ergebnisse erzielt, Microsoft hingegen bei kleineren.

    Die von Gerrit ange­spro­chenen Probleme gibt es also nur bei Microsoft, insbe­son­dere bei deak­ti­viertem ClearType.

  10. Simon Weber

    Vielen Dank Ivo, für die ausführ­liche Erklärung! – Jetzt bin ich schlauer! ;)

  11. lilli

    Zum Thema der Lizenzen, wieviel eine gelinkte schrift kosten darf oder ob sie über­haupt nur gemietet werden soll, stellt es mir die Haare auf. Bei klei­neren Websites, wovon es ja viele gibt, mach ich da tausendmal lieber die Schrift zum Bild, hab alle Rechte daran und keine höheren oder laufenden Kosten. Oder denk ich da falsch?

  12. tatjana

    Grüße @ lilli:
    Haha – Frauen machen eben die Schrift zum Bild. Pragmatischerweise raufen wir uns nicht die Haare über Lizenzen.

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