Translations 03, live: Rick Poynor

Rick Poynor,
rickstudierte Kunstgeschichte in Manchester und Designgeschichte am Royal College of Arts in London. 1990 grün­dete er das Magazin »Eye«, dessen Chefredakteur er sieben Jahre war. Heute ist er als Autor für zahl­reiche Magazine tätig und konzen­triert sich auf die Themen Design, Medien und visu­elle Kultur. Er gilt versierter Beobachter, Kritiker, Theoretiker und Impulsgeber der Design-Szene und hat wesent­liche Anstöße zur Reflexion des Kommunikationsdesigns gegeben. Publikationen: »No More Rules: Graphic Design and Postmodernism«, »Violence: The world seen by the rest of the world«, »Designing Pornotopia: Travels in Visual Culture«. Rick Poynor wird Sprecher auf der TYPO 2010 sein.

Zu Beginn seiner Präsentation zeigt er Arbeiten, die in den 80er Jahren sein Interesse für Grafikdesign weckten, zum Beispiel Album-Cover gestaltet von Peter Saville und Vaughan Oliver. In den USA entwi­ckelte sich zu dieser Zeit bereits eine Bewegung, die den kriti­schen Dialog im Design suchte. Einer der Wortführer war die Cranbrook Academy of Art. Er zeigt das Werk von Edward Fella (www​.edfella​.com), der sich mit 40 Jahren dazu entschloss, noch mal auf Cranbrook zu studieren. Er war einer der Wortführer des »theo­re­ti­schen Designs« und beein­flusste viele mit seinem grafi­schen Dadaismus. Er hielt seine visu­ellen Erkenntnisse in Notizbüchern fest, die Kommilitonen als Anregung für eigene Arbeiten dienten.

Ein weiteres Vorbild für Autorschaft in Poynors Verständnis im Design ist David Carson. Er hatte nicht nur eine ästhe­ti­sche Meinung, sondern auch eine poli­ti­sche. Einen Schritt radi­kaler in dieser ist Jonathan Barnbrook. Poynor zeigt ein Poster von Barnbrook, das er für das Adbusters Magazin entwarf und die Konsumgesellschaft anprangert.

Eine weitere Richtung, die Poynor sieht, ist die stra­te­gi­sche Autorschaft: Bruce Mau, zum Beispiel. Bei seinem Buch über den Architekten Rem Kolhaas »S;M;L;XL« wirkte er als Designer des Buches als Koautor mit. Weitere Vertreter auf stra­te­gi­schem Gebiet: Zaha Hadid, Jorge Pardo und Elliott Earls, ein Designer, der sich als Künstler auf den Bühnen der Welt insze­nierte, zum Beispiel der TYPO 2000.

Die Kehrtwende der Design-Autorschaft (neuere Zeit), das kriti­sche Design: Experimental Jet Set, ihr Schaffen sieht auf den ersten Blick »Corporate« und gibt seine Tiefe erst beim zweiten Hinschauen preis. Erhellende Links: Daniel Eatock (eatock​.com), Anthony Dunne & Fiona Raby (Critical Design FAQ), Zak Kyes (Z.A.K.), Metahaven (Metahaven Design Research).

Abschlussfrage: »Does making some­thing make you its author?« Rick Poynor vertritt die Auffassung, dass Designer eine grund­le­gende Theorie/ein Konzept benö­tigen, auf dem ihr Schaffen ruht. Dies erleich­tere unge­mein die Diskussionen mit Auftraggebern. Be prepared!


Ein Kommentar

  1. DanU

    Ausgehtipp: Fiona Raby (von dunnean­draby UK) spricht an der AK Stuttgart am 8.12.09
    http://​www​.ggee​.abk​-stutt​gart​.de/​?​p​=​936

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