Top-10-Knebelargumente gegen Designer

Michael Preidel hat sie hier gefunden, Jürgen Eixelsberger (Eixi) hat sie ins Deutsche über­setzt:

  • »Machen Sie das güns­tiger (oder kostenlos), und wir zahlen das nächste Mal mehr«.
  • »Wir zahlen nie vor Fertigstellung«.
  • »Machen Sie das für uns güns­tiger und Sie werden eine tolle Referenz für weitere Projekte haben. Die Leute werden Schlange stehen«.
  • »Ich bin mir noch nicht ganz sicher. Lassen Sie es mal da, damit ich mit meinem Partner drüber reden kann«.
  • »Das Projekt ist nicht abge­sagt, nur verschoben. Verrechnen Sie noch nichts, wir machen in zwei Monaten weiter«.
  • »Angebot? Vertrag? Wozu? Wir sind doch Freunde«.
  • »Schicken Sie die Rechnung erst, nachdem es gedruckt ist«.
  • »Der letzte Grafiker tat es für XXX Euro«.
  • »Unser Budget ist maximal XXX Euro«.
  • »Wir haben momentan finan­zi­elle Schwierigkeiten. Machen Sie das Projekt, wir verdienen damit dann Geld um Sie zu bezahlen. Ganz einfach«.

Eine persön­liche Ergänzung von Eixi, die zu unserem Lieblingsthema Design-Ausschreibung passt:

  • »Ich lade Sie zusammen mit X weiteren Grafikern ein, mir ein paar Vorschläge zu machen. Die machen das alle kostenlos.«

    21 Kommentare

    1. HD Schellnack

      Und ich habe JEDES davon schon gehört. Jedes.
      Irgendwie fehlt mir aber: «Ich muß erst noch einmal mit meiner Frau darüber reden.» und der All-Time-Klassiker «Sie wissen ja, wie das bei großen Firmen so ist.»

    2. thomas | fontbastard

      »Angebot? Vertrag? Wozu? Wir sind doch Freunde«.

      einmal drauf rein­ge­fallen! 2k im eimer.

    3. Martin Hömmerich

      „Die machen das alle kostenlos.“ – Dazu fällt mir ein: „Wer mit Peanuts bezahlt, wird von Affen bedient…“

      Wenn man ein paar dieser „Kunden“ hatte, weiss man die einfa­chen und boden­stän­digen Menschen zu schätzen. Überhaupt – in dieser Zeit hat man großes Glück, wenn man Menschen als Kunden und im Netzwerk hat, die noch etwas mit dem Worten „Wertgefühl“ und „Anstand“ anfangen können.

      Ich bin dankbar für jeden Einzelnen aus diesem Kreis.

    4. David Oerter

      Das ist doch mal eine Zusammenfassung für Studenten die noch keine Ahnung vom tägli­chen Kampf mit den Kunden haben. Danke!

      Cool wäre es, wenn man mal „die unge­schrie­benen Spielregeln und Fallen der beruf­li­chen Designszene“ aufschreiben würde. Thx :) !

      https://​www​.font​blog​.de/​p​r​o​f​e​s​s​i​o​n​e​l​l​e​-​l​o​g​o​s​#​c​o​m​m​e​nts

    5. Jan Middendorp

      Der klas­si­sche Text über dieses Thema ist natür­lich W.A.Dwiggins‘ sarkas­ti­sche ‚A Technique for Dealing witrh Artists‘ aus 1941, sehe Looking Closer 3 (Bierut-Heller-Poynor). Mit Artist wird hier ‚commer­cial artist‘ oder ‚desi­gner‘ gemeint.
      Mit Kapittel wie ‚How to lower the conceit of an artist‘ und ‚How to flatter an artist‘ und Hinweise wie: ‚If the artist ist naive, money can be saved by having him make an agree­ment with you that you will pay for only such part of his work as you may accept and use. This will relieve you from paying for what is really the most time-consuming and labo­rious part of a designer’s job, namely, the preli­mi­nary study and prepa­ra­tion…‘ usw. Fred Smeijers hat mal ein Quadraat-Schriftmuster daraus gemacht.
      Übrigens ist die Website mit dem Originaltext der 10 Argumente verschwunden.

    6. Eixi

      Komisch, heute vormittag ging die Originalseite noch…

    7. Hilde

      Ein Argument fehlt noch, weil zeit­gemäß:
      11. Wir brau­chen Sie nicht, wir haben einen 1-Euro-Jobber.

    8. Thomas Laukat

      … und nach dem ich mir all das anhören musste kommt dann 8 Wochen später meis­tens: „Wieso, das ist doch schon längst über­wiesen“.

      „Anstand und Wertgefühl“. Da schließe ich mich an…

    9. Christina Hanck

      Letzte Woche, Originalton, kein Witz: Manche möchten erst bestellen, wenn sie den Entwurf gesehen haben, deshalb konnte ich noch keine Stückzahlangaben machen.

    10. HD Schellnack

      Das Problem, die Wahrheit, hinter diesen Zitaten ist aber:
      Sie sind die Wahrheit. Und je größer die Jobs werden, umso wahrer werden sie. Ich habe gerade eben selbst bei zwei wirk­lich großen Läden, wo ich es nicht erwartet hätte, genau zwei dieser Zitate gehört. Mit einem Rohrinstallateur geht man profes­sio­neller um als mit einem Designer.
      Aber was können wir dran ändern?

    11. Hilde

      @ HD Schellnack

      Schwarzarbeit.

    12. HD Schellnack

      Keine Lösung. Und schafft ja NOCH weniger Respekt. Es ist sicher nicht so, daß meine beiden letzten großen Dann-doch-nicht-Kunden GELDMANGEL hätten.
      Aber nach einem Pitch nicht einmal anzu­rufen, um die Absage durch­zu­geben bzw ein komplettes Konzept in acht verschie­denen Ausführungen zu entwi­ckeln und dann das ganze intern kippen (weswegen ich keines­wegs sauer bin, sowas passiert nun mal tatsäch­lich und ich erhalte eine Teilvergütung, außerdem hat der Job Spaß gemacht), das ist leider mehr und mehr Alltag.

    13. Zazu

      nicht einer von diesen sätzen ist mir neu. was ich aber vermisse und oft höre ist:

      „das haben wir uns preis­werter vorge­stellt. sind doch nur ein paar minuten arbeit…“

    14. Traktorist Theo

      Auch beliebt: Festpreis machen, und dann ändern und ändern und ändern um soviel wie möglich heraus­zu­holen.

    15. darodesign

      Hallo,
      das stimmt ja alles! Ist echt so… Stellt euch mal vor ihr geht in zur KFZ-Werkstatt um eure Karre abzu­holen und erzähl denen sowas….
      »Angebot? Vertrag? Wozu? Wir sind doch Freunde«
      »Machen Sie das für uns güns­tiger und Sie werden eine tolle Referenz für weitere Projekte haben. Die Leute werden Schlange stehen«
      Haha… Die würden euch nen Vogel zeigen…. Aber so ist es nunmal…

    16. ktz werkstatt

      haha lustige vorstel­lung! Die denken du spinnst! haha

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