St.-Petersburg-Tagebuch (1): Unlesbarkeit


Ein (typo)grafischer Leckerbissen in St. Petersburg, mit dem Handy aufge­schnappt, ich weiß nicht mehr wo, ich weiß nicht mehr wann (sicher­lich ist das den EXIF-Daten zu entnehmen) … weiß aber vor allem nicht, was auf dem Schild geschrieben steht.

Der Unterschied zwischen »eine Sprache nicht spre­chen können« und »eine Sprache nicht lesen können« war mir bis eben nicht so richtig klar. Dazu sollte ich vorweg­schi­cken, dass ich noch nie in Asien oder Afrika Urlaub gemacht habe und heute zum ersten Mal in meinem Leben in Russland weile. Genauer: St. Petersburg, eine typo­gra­fi­sche Dienstreise zur ATypI-Konferenz. Ich hatte auch kein Russisch in der Schule.

Erst im Flieger lese ich den Baedeker-Reiseführer. Auf Seite 91 steht der für mich entschei­dende Satz: »Um Straßennamen und Metrostationen zu entzif­fern, ist die Kenntnis des russi­schen (kyril­li­schen) Alphabets unab­dingbar.« Klingt harmlos, wenn man gewohnt ist, sich mit dem Taxi durch eine fremde Stadt zu bewegen. Warum schreiben die nicht: »Um ein Wasser mit Kohlensäure von einem Wasser ohne zu unter­scheiden … oder um die Damentoilette nicht mit der Herrentoilette zu verwech­seln … oder um heraus­zu­finden, vor welchem Opernhaus man steht …«?


Ich lese im Reiseführer, dass Passasch auf dem Newskij Prospekt die schönste Einkaufspassage der Stadt sei. Ohne Kenntnis der kyril­li­schen Schrift heißt der Ort jedoch »Naccax«. Ich habe ihn nicht gefunden, war aber dort, was ich erst beim alpha­be­ti­schen Auswerten der Fotos fest­stellte (Sorry für die Bewegungsunschärfe, hab’ das Bild in der Dämmerung aus der Hüfte geschossen; die Dämmerung dauert hier in St. P. zu dieser Jahreszeit fantas­ti­sche 2 Stunden, unge­fähr von 18:00 bis 20:00 Uhr)

Auf dem Flughafen wurde es dann ernst. Nun gut, die wich­tigen Schilder vorm Betreten des russi­schen Territoriums sind noch zwei­spra­chig … Zoll, Ausgang, Grenze. Doch um das Förderband zu finden, auf dem mein Koffer ankommen soll, da mache ich etwas, was ich seit Jahrzehnten nicht mehr getan habe: Ich laufe hilflos der Masse hinterher. Zum Glück habe ich mir einige Gesichter aus dem Flieger gemerkt. Auf der Anzeigetafel zur Gepäckausgabe verstehe ich kein Wort, außer der Flugnummer: AB 8484.

Ich muss mal. Es gibt keine Schilder mit Piktogrammen für Männlein oder Weiblein. Was heißt über­haupt Toilette auf russisch? Sicher wird es ganz ähnlich klingen wie im Französischen, Spanischen oder Englischen. Dummerweise spre­chen die Schilder nicht, man muss sie lesen. Soll ich jetzt den Reiseführer heraus­nehmen, und die »Umrechnungstabelle« zu Rate ziehen, um alle Schilder in meinem Blickfeld zu tran­skri­bieren? Ich muss mal, ganz drin­gend, verdammt.


Wenn man seit 20 Jahren Marketing für Schriften macht, aber keinen blassen Dunst von den kyril­li­schen Zeichen hat (ich bin nicht mal in der Lage zu beur­teilen, ob dieser Schriftzug spie­gel­ver­kehrt auf der Scheibe klebt), kann man sich immer wieder an den Formen der Buchstaben erfreuen … verstehen tue ich sie trotzdem nicht.

Da hinten steht »Pektopa«. Genauer: »Ре�?торáн«. Ein Mitreisender klärt mich auf, dass sich das »Ristarán« liest. Ich koche. Warum kann man das nicht so da dran­schreiben? Ich hätte es sofort verstanden. Nur gut, dass ich an einen Experten geraten bin: »Würden Sie mir bitte verraten, wo ich mir mal die Hände waschen kann?« »Na klar, dort hinten, rechts.« Oooohkeyei, vielen Dank. Ich trabe auf ein Schild zu, auf dem ich »Tyanet« lese. Tatsächlich steht dort »Tyaлéт«, in kyril­lisch, was sich »Tualét« ausspricht. Ich bin bedient. Meine Kenntnisse der latei­ni­schen Schrift und Sprache sind in diesem Land nichts wert.

Als wär’ das Leben in einer Stadt mit einer fremden Schrift nicht schon schwer genug … hier purzeln die Lettern auch noch von oben nach unten … ja wie herum muss man das denn jetzt dechif­frieren?

Auf der Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt von St. Petersburg greife ich immer wieder zum Reiseführer, um eine Umrechnungstabelle zu konsul­tieren. Dabei handelt es sich nicht um eine Währungsumrechnung, sondern um eine Buchstabenumrechnung. Ich lerne, dass das kyril­li­sche A/a dem deut­schen A/a entspricht. Eine Trivialität. Das kyril­li­sche Б/б wäre dann das B/b – kann ich mit leben – doch die Buchstaben В/в spre­chen die Russen wie ein w aus. Jetzt muss ich intel­lek­tuell schon aussteigen: was ich als B lese, spricht sich v aus und eine 6 ist im kyril­li­schen ein b. Wer um Himmels Willen soll sich das denn merken? Und dabei folgen in der Tabelle noch 30 kyril­li­sche Groß- und Kleinbuchstaben, die alle noch memo­riert werden sollen. Nee, Leute, das schaffe ich weder in diesem Leben, schon gar nicht in den nächsten Stunden. War Russisch in der DDR nicht die erste Fremdsprache, die 20 Millionen Menschen 6 Jahre durch­ge­zogen haben, und sie nach 1989 ganz schnell wieder vergaßen … weil sie so schwer zu behalten ist?


Selbstverständlich habe ich die wahren Attraktionen der Stadt bereits im Augenwinkel wahr genommen, aber dazu erst später mehr.

Die 17 Kilometer lange Fahrt vom Flughafen Polkowo II ins Zentrum ist gesäumt von Werbetafeln und dick-und-fett beschrif­teten Unternehmen: Ikea, Obi, Samsung, … Hey, das versteh’ ich, das kann ich was lesen. Meine Augen klam­mern sich an vertraute Schriftzüge: Coca Cola, Canon, Hewlett-Packard, … Den Rest entzif­fere ich wie ein Erstklässler. (Morgen mehr)

Payback- und Meilen-Jäger könnten auf die Idee kommen, dass man im Cafe »Mocca Club« ganz viele Punkte sammeln kann … ohne zu bezahlen. Falsch. Der Buchstabe hinter den Ziffern ist über­haupt kein p, sondern ein kyril­li­sches R (p), das für Rubel steht. 100 Rubel sind rund 3 €.


43 Kommentare

  1. thomas | BFA

    4,5 jahre russisch, aber nichts behalten. ich erkenne zwar buch­staben wieder und kann dir sagen, dass das schau­fenster richtig herum ist, aber das wars fast auch schon.

  2. Liz

    Auf dem Schild oben steht „Zentralisierte Buchhaltung der Treuhand „AufzugRep(aratur)Montage“. Stammt bestimmt aus sowje­ti­schen Zeiten, da wurde sehr viel mit dieser Bürokratiesprache beschriftet und Abkürzungen zusam­men­ge­fügt die dann als Namen fungierten. Der fette Schriftzug sagt „Teelöffel“. Interessanter Artikel, danke für Deine Erfahrungen :)

  3. thomas | BFA

    löffel = loschka, stimmt. ;-)

  4. matthias

    kyril­li­sche buch­staben sind ja noch halb­wegs gängig, da sie bekannten mustern folgen. „schlimmer“ sind dann schriften, die dann nichts mit den gängigen lese­ge­wohn­heiten zu tun haben (chine­sisch), oder ständig aus anderen liga­turen bestehen (arabisch). aber nach­voll­ziehen kann ich das schon – obwohl die buch­staben sich recht schnell lernen…

  5. Florian

    Dann warte erstmal ab, bis Dir ein kursives ›t‹ unter­kommt! Das war jeden­falls bei mir der Punkt, an dem ich an meinem Verstand bzw. der korrekten Belegung des Fonts gezwei­felt habe (siehe Kyrillisch: aufrecht und kursiv bei Wikimedia).

    Danke für den tollen Report, und weiterhin frohes Buchstabieren, bleib tapfer! Век живи, век учи�?ь.

  6. Simone Wolf

    Toll, Jürgen – was für eine Erfahrung! Die vergisst man sicher nicht so schnell.

    Und wenn ich vom Russischen lese, dann denke ich ’sehr schade, dass alle die, die im Osten aufge­wachsen sind, zwang­haft versu­chen das ‚Kyrillische‘ zu vergessen.‘

    Ich wünsche Dir eine gute und inter­es­sante Zeit bei der ATypI – sicher­lich werden viele AtypI Besucher Deine Erfahrungen machen, ohne sie so präzise und humor­voll nieder­schreiben zu können.

  7. thomas | BFA

    hmm simone, das hat verschie­dene gründe. es war zum einen so etwas wie »zwang«. da lernt man weniger willig.

  8. erik

    Dein bester beitrag bisher fürs FontBlog. Und das will was heissen.
    Kann leider nicht mit dir kyril­lisch entzif­fern, weil ich daheim bleiben muss diesmal.

  9. erik

    Ach, übri­gens:

    DDR waren 16 mio, nicht 20 (soviel einwohner wie die Niederlande)

  10. mitya

    Beste Erlebnisse noch – und sei gespannt auf solche Finessen wie „Altrussisch“ (jene Schreibweisen, wie sie vor 1917 im Gebrauch waren, wie z.B. auf dem Photo mit der Zwiebelturmkirche am Kanal, links steht da „Compagnie Singer“ in Rot am Goldgrund, doch ein Dezimal-I kennt Russisch nicht mehr), Orientalia (wie am Japanisch-Restaurant davor, über­setzt heißt es „Japaneschen“, man liebt die Verniedlichung) und derglei­chen mehr.
    Das stille Örtchen wird übri­gens gerne mit „М“ (für Männer) und „Ж“ (für Damen) ange­geben. Sieht auch „Ж“ nicht nach einer korsett­be­schnürten Gestalt aus?

  11. Amy

    При�?тного путеше�?тви�? durch Mütterchen Russland!

  12. Stefan

    Meine Russischkenntnisse sind auch alles andere als gut. Allerdings kann ich immer noch alles lesen. Auf dem Schaufenster steht z.B. Tschainaja Loschka. Was vermut­lich irgendwas mit Tee-Lounge oder ähnli­ches heisen soll. чаи = Tschai was ja in vielen Sprachen das Wort für Tee ist.

  13. Mark

    *Lach*, ja Jürgen, eigent­lich bin ich ein wenig erstaunt ob der gewissen naivität, die du da an den tag legst (das hätte ich tatsäch­lich bei dir, der du dich so lange schon mit typo­gra­phie beschäf­tigst nicht erwartet), die grund­idee find‘ ich aber trotzdem sehr span­nend. – Okay, ich hab‘ glaube ich neun jahre russisch gelernt, wollte es nicht vergessen und hab’s leider doch irgendwie getan: aber in der not find‘ ich doch noch ein paar brocken im hirn … Kurzum: arro­ganz ist es nicht; im asia­ti­schen raum war ich auch noch nicht!
    Was das span­nende ist, ist ja der uns so selbst­ver­ständ­liche zeichen­cha­rakter des buch­sta­bens (lingu­isten springen wahr­schein­lich im quadrat ob der formu­lie­rung). Wer sagt nun schon dass p, d, b, und q eigent­lich das selbe sind? Is doch wurscht, ob der hund von rechts oder von links über die straße rennt oder dabei zwischen­durch – zuge­geben unwahr­schein­lich – hand­stand (oder vorder­pfo­ten­stand) macht: es bleibt ein hund [Die meta­pher ist geklaut, ich hab nur gerade vergessen, woher?!]. Was du also brauchst ist die einfache fähig­keit, die symbole zu deko­dieren und mit dir bekannten laut­mus­tern zu verbinden … Wenn du dann fran­zö­sich und englisch kannst, wird’s im russi­schen „relativ“ einfach – man erkennt viel am klang ;-) Das dürfte dann bei bei den asia­ti­schen spra­chen nicht mehr funk­tio­nieren …
    Hab also viel spaß!

  14. Jürgen

    … erstaunt ob der gewissen naivität …

    Gut, das ich zum Staunen anregen kann. Die Naivität ist 50 % Stilmittel und 50 % meine Natur.

  15. Ralf Herrmann

    und sie nach 1989 ganz schnell wieder vergaßen … weil sie so schwer zu behalten ist?

    Nicht weil sie so schwer ist, sondern weil man sie einfach nicht mehr benutzt.

    Was mich jetzt bren­nend inter­es­sieren würde: Wie sehen denn die Verkehrsschilder aus? Sind sie kyril­lisch und latei­nisch? Wahrscheinlich nur die größeren, oder? Und welche Schrift wird benutzt?

  16. Thomas

    Eine inter­es­sante Erfahrung ist es auch durch Bosnien zu reisen, dort verläuft eine quasi typo­gra­fi­sche „Grenze“ quer durchs Land. In der bosni­schen Teilrepublik Srpska, die zu großen Teilen von serbisch­stäm­migen Bosniern bewohnt ist, sind unter anderem auch alle Verkehrschilder und Wegweiser auf kyril­lisch, was zumin­dest bei mir schon mehr­mals zu abso­luter Konfusion geführt.

  17. Ivo

    Ralf, die Straßenschilder hier sind auch auf Russisch. Ich werd mal ein paar foto­gra­fieren für dich und nach meiner Rückkehr eben­falls was schreiben.

  18. Christina Hanck

    Habe mich sehr amüsiert über den netten Russisch-Artikel…

    In der 5. Klasse habe ich Russisch noch sehr gern gelernt, sogar leiden­schaft­lich das russi­sche Alphabet-Lied gesungen. Immerhin kann ich wohl deswegen noch alle Buchstaben ;-)

    (Das mit dem Zwang ist mir etwas einseitig, dann müßte man ja anderen Sprachunterricht auch nur als Zwang ansehen.) Zum Russischunterricht kam ja viel mehr: Treffen mit sowje­ti­schen Soldaten und immer die Gefahr nun plötz­lich auch mit denen spre­chen zu müssen in dieser schwie­rigen Sprache (Aufregung!) und die Abneigung begann bei mir erst durch die oft gaaanz lang­wei­ligen und sehr ideo­lo­gi­schen Texte in den Lehrbüchern. ABER: trotz orga­ni­sierter Brieffreundschaften mit sowje­ti­schen Kindern, überwog doch die große Freude über die erhal­tenen Briefe mit den beson­ders gestal­teten Briefumschlägen und dem Inhalt in sehr geschwun­gener russi­scher Schönschrift. Will sagen: als Kind fand ich es auch inter­es­sant mit dem Russischen.

    Und wofür war Russisch noch gut: als ich das erste Mal in Griechenland war, konnte ich das Griechische ganz gut entzif­fern.

    Nun warte ich auf Teil 2 des St.-Petersburg-Tagebuchs :-)

  19. Florian

    @ Mark: Der Hunde-Vergleich stammt aus Gerrit Noordzijs Vortrag ›Das Kind und die Schrift‹, zu finden bei Letterror.

  20. fjord

    Hey, Jürgen, ein Superbeitrag! Merci! – Und gerne mehr davon! (Wie wäre es mit einem Typorecherchereisebudget für Jürgen? Und dann auf nach Israel, Japan, … .)

  21. Johanna

    Ein schöner Artikel, vielen Dank! Ähnliche Erfahrungen habe ich im letzten Jahr in Peking gemacht, wobei die Toiletten eigent­lich immer durch Piktogramme gekenn­zeichnet waren. Puh ;) Insgesamt war es bei mir aber eher ein „Schrift ansehen“ als „Schrift entzif­fern“, wobei es gera­dezu befreiend war , einfach nur die Schrift als „Grafik“ zu betrachten und zu sehen, was sie mir allein dadurch vermit­telt. Meine Ausbeute nach zwei Wochen: Ich konnte die Schriftzeichen von Peking wieder­erkennen, mich bedanken und Tschüss sagen. Hallo klappte schon vorher. :)

  22. Roman

    в�?е хорошо, Юрген.

    привет из Мюнхена.

  23. Kathrin

    Ich werde wehmütig, wenn ich Deinen Artikel lese und die St. Persburg Bilder betrachte, denn ich habe als Kind einige Male meine Ferien dort verbracht. Meine Eltern hatten echte (nicht verord­nete) Freunde, die in einer Seitenstraße des Newski Prospekt wohnten. Sie haben uns die russi­sche Kultur mit Leidenschaft nahe gebracht, haben uns die gran­diosen Museen und Kirchen gezeigt und uns in Gegenden geführt, die sonst kein Tourist zu sehen kriegt. Wir sind fast jeden Abend ins Theater oder Ballett gegangen – die Karten wurden an jeder Ecke verkauft und waren für alle erschwing­lich. Ist das immer noch so? Wohl eher nicht …
    Wenn wir mal nicht unter­wegs waren, wurden legen­däre Partys gefeiert, mit unglaub­lich viel fettem Essen, Sahnetorte und Wodka satt (natür­lich nur für die Erwachsenen :). Die Schwester unserer Gastgeberin war Opernsängerin, sie und ihr Mann haben nach dem Essen Russische Arien zum besten gegeben.
    Lange Rede kurzer Sinn – für mich war diese Stadt und seine Bewohner immer etwas ganz beson­deres. Ich habe Russisch mit viel Begeisterung gelernt und es nie als Zwang empfunden. So schwer ist die Sprache gar nicht – die Grammatik ist nicht so von Unregelmäßigkeiten und Ausnahmen geprägt wie im Deutschen. Und mit dem Erlernen fremder Schriftzeichen tut man sich wahr­schein­lich erst als Erwachsener schwer.
    Lieber Jürgen, vielen Dank für Deine Zeilen – ich habe beschlossen, nächstes Jahr endlich mal wieder nach St. Petersburg zu reisen …

  24. Johannes Brückner

    Hat echt Spaß gemacht das zu lesen, weil es ein sehr persön­li­cher Bericht ist. Das ist es auch, was Blogs für mich ausma­chen. Mehr davon!

  25. robertmichael

    toller beitrag!

    mir ging es in thai­land und ägypten ganz ähnlich. dort gabs zwar toiletten-bild­chen aller­dings habe ich keinen taxi­fahrer gefunden der englisch konnte, selbst in bangkok nicht. beim essen bestellen sind dafür immer bilder daneben abge­druckt, das machts schonmal leichter.
    ich hatte 2 jahre russisch danach habe ich es abge­wählt und schul­eng­lisch gelernt. ich kanns heute auch nicht mehr.
    wie verhält es sich eigent­lich mit drus­sisch? deut­sche wörter in kyril­li­schen buch­staben geschrieben, können wir uns nicht darauf mit den russen einigen? ;)

  26. Nils

    Tyaлéт war übri­gens das einzige Wort, das mir beigebracht wurde, bevor ich mit fünf Jahren mutter­see­len­al­lein im Moskauer Kindergarten stand.
    Ach, Erinnerungen …

    zu 18. Mit dem Griechischen ging es mir ebenso; ein uner­war­teter Zusatznutzen.

    Mal sehen, was du noch alles entdeckst.

  27. Johannes

    Bin mal vor vielen Jahren in Moskau um 4 Uhr morgens und nicht mehr so gaaanz nüch­tern aus einer Disko getor­kelt und musste allein nach Hause finden. Nach Hause hieß in diesem Fall zu einem Freund, der seit vielen Jahren irgendwo in Moskau wohnte. Der war »schon mal vorge­fahren«. Ich selbst kann kein russisch spre­chen und kein kyril­lisch lesen (obwohl ich beides liebe!). Und Moskau hat 10 Mio. Einwohner. Lost in Translation. Den Namen der Straße, in die ich musste, konnte ich entspre­chend meiner Sprachkenntnis und meines Zustandes auch nur noch so lala ausspre­chen. Das Ergebnis war eine zwei­stün­dige Odyssee in einem Behelfstaxi (man stellt sich in Moskau an die Straße und hält die Hand raus, bis ein Auto anhält) durch die nächt­liche Stadt. Und es war herr­lich! Obwohl wir nicht mitein­ander spre­chen konnten, verstanden der Taxifahrer und ich uns prächtig. Wir hatten alle Zeit der Welt und irgendwie schafften wir es. Als ich nach Hause kam, saß mein Freund mit ein paar anderen Leuten in der Küche. Wir haben dann erstmal weiter­ge­trunken…

  28. Yanone

    Венн Ду Да�? Лезен Канн�?т, Данн Би�?т Ду Кеин Думмер Ве�?�?и!

  29. Roman

    @ Yanone:

    hahaaaaaa…..das sehe ich zum ersten mal.
    Ich krieg mich nicht mehr.
    Danke.

  30. Yanone

    Ist nicht von mir, ne. Hab ich zum ersten Mal in Dresden in ner Eckkneipe gesehen, und zum zweiten Mal in Franken auf’m Bauernhof auf’m Klo. Ich find’s auch super­lustig.

  31. Manuela

    Es ist doch wunderbar, dass es solch schöne Unterschiede auf der Welt gibt und sich auch für Typografie-Experten ein Meer an neuen Fragen aufdrängt. Entdecke nur: Es lohnt sich und macht irrsinnig viel Spaß zu entzif­fern. Jürgen: Das Alphabet hast Du ganz schnell drauf. Wirst viel­leicht nicht blitz­schnell lesen können, aber um den Sinn zu erha­schen, reichen bestimmt 2 Stunden inten­sive Beschäftigung mit den Buchstaben. Viel Spaß!

  32. Kai

    Dein Bericht macht dem typo­gra­phiein­ter­es­sierten Russischübersetzer/-dolmet­scher richtig Spaß. Bin gespannt, was du weiter berichten wirst. Und wie kommst du eigent­lich zurecht, wenn du durch Griechenland reist?? :-)

  33. nora

    Hei, hei … viel­leicht soll­test du das Genre wech­seln, Jürgen! Ein gross­artig geschrie­bener kleiner Reisebericht. Wunderbar! Danke.

  34. hef

    @ Yanone: Auch als dummer Wessi kann ich nen Spruch in Kyrillisch beisteuern:
    Работа �?вл�?ет�?�? закатом пьющего кла�?�?а!
    (Und ich kanns sogar ausspre­chen!)
    Deshalb mach ich jetzt Schluss und geh eins trinken!

  35. Ralf Herrmann

    aber um den Sinn zu erha­schen, reichen bestimmt 2 Stunden inten­sive Beschäftigung mit den Buchstaben.

    Со и�?�?е�?!
    Nur mit den 2 x 6 Fällen wird es wohl dieses Wochenende nix mehr.

    Ralf, die Straßenschilder hier sind auch auf Russisch.

    Klaro, ich meinte, ob auch gele­gent­lich zusätz­lich latei­ni­sche Schrift benutzt wird, z.B. AIRPORT oder sowas.

    Ich werd mal ein paar foto­gra­fieren für dich …

    Das wäre ganz fantas­tisch! :-)

  36. Nina Stössinger

    Jürgen, war das ein toller Beitrag, danke! Freue mich schon auf Teil 2. :)

    Ich hatte im Gymnasium drei Semester frei­wil­liges Russisch (finde die Sprache unheim­lich schön und wollte die komi­schen Buchstaben lernen) und hatte dann sieben Jahre lang nix damit zu tun, dann aller­dings musste ich meine Eltern zwei Wochen lang durch Kaliningrad und Umgebung manö­vrieren, denn sie spre­chen (und lesen!) kein Russisch. Es hat funk­tio­niert.
    Will sagen: Wenn Du die Buchstaben einmal den rich­tigen Lauten zuge­ordnet hast, dann bleibt das erhalten. Sprachen sind wie Fahrradfahren, richtig verlernen tut man sie nicht. :) (Was ich aller­dings fürs Japanische so nicht bestä­tigen kann, aber da gibts wohl einfach zuviele Zeichen, als dass man sich die dauer­haft merken könnte, ohne sie zu verwenden …)

  37. Marcus

    Hi Jürgen noch ein, zwei Tipps: Bliny essen! (sind einfach nur Pfannkuchen aber total lecker!) im Bliny Domik, kolo­kol­naja ul. 8, Metrostation Wladimirskaja. Klein, wenig Platz aber riesen Auswahl! Wenn es ein Moo Moo (my my) in St. Petersburg geben sollte (ich kenn die nur aus Moskau) unbe­dingt auspro­bieren. Russischer Fastfood!! Propganda (wenns das noch gibt) ansehen! Essen war nicht so toll. nab. reki Fontanki 40/Newski Prospekt Metro Majakowskaja. Und wenn Ihr Zeit habt, fahrt mit dem Boot (Tragflügelboot) nach Peterhof (für den Internetjunki: http://​www​.russ​land​journal​.de/​r​u​s​s​l​a​n​d​/​s​a​n​k​t​-​p​e​t​e​r​s​b​u​r​g​/​p​e​t​e​r​h​of/) aber nur wenn die Springbrunnen noch in Betrieb sind. Und natür­lich (schafft Ihr bestimmt nicht) ins Mariinskij-Theater!!!! Karten kosteten vor 2 Jahren knapp 30 Dollar (für Russen viel weniger) bekommst Du norma­ler­weise in jedem Hotel. Wunderschön! Und wenn man dann noch Dörnröschen sehen kann …! Viel Spaß! da-swida­nija.

  38. Raketentim

    Der beste Beitrag seit langem (ohne die anderen abwerten zu wollen)!

  39. sanddorn

    Ich bin leider nie mit dem kyril­li­schen warm geworden, da brauchte ich nach 89 nichts zu vergessen. Bzw. da ich den Osten liebe versuche ich heute noch die Schrift zu lernen …

  40. sanddorn

    Osten = Osteuropa nicht DDR

  41. Till Westermayer

    Kein russisch, aber seit langem großes Interesse an Schriften und deswegen selbst­ver­ständ­lich auch schon mal über das kyril­li­sche Alphabet gestol­pert. Im Vergleich zu Indien, Japan oder China ist die Entzifferbarkeit (~ 50 % der Buchstaben sind iden­tisch, und der Rest sieht halt ein bißchen anders aus, …) aber noch richtig gut.

  42. Marc B.

    @28 Yanone: Es gibt auch Wessis, die zumin­dest Kyrillisch, wenn schon kein russisch können.

    Ich bin als Wessie ohne fami­liäre oder sons­tige Bindungen kurz nach dem Abitur für 14 Tage in die Sowjetunion gereist. Einfach aus Interesse. Das war zu Gorbatschows Zeiten und ich wollte wissen, wie es dort aussieht und ob ich was vom Leben der Menschen mitbe­kommen kann. Ich habe mir eine Gruppenreise von einer ziem­lich spezi­ellen gemein­nüt­zigen Organisation gesucht, sehr speziell orga­ni­siert und mit ein biss­chen Zeit zum indi­vi­du­ellen Erkunden.

    Naja und mit ein paar rudi­men­tären Kenntnissen in Altgriechisch war es nicht schwer, das kyril­li­sche Alphabet zu lernen. Ohne ging auch gar nichts. Man kann ja nicht mal in Moskau oder Kiew Metro fahren, wenn man nicht die Stationsnamen lesen kann.

  43. peter

    Beim ersten bild muss man nur kyril­lisch lesen können:
    „Buchgalterei“ (Transliteriert) ziem­lich am Deutsch Buchhalterei ist (Die Petersburger hattens ja von de Preußen)

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