TYPO Berlin Livestream verfolgen

Erik Spiekermann eröff­nete am frühen Nachmittag des 12. Mai die dies­jäh­rige TYPO-Berlin-Konferenz. Gleichzeitig begann die erste Livestream-Übertragung. Wie jedes Jahr werden zwei TYPO Talks pro Tag live und in voller Länge über­tragen. Die Vorträge dauern etwa 45 Minuten.

Neu in diesem Jahr: TYPO SpecsLive-Eindrücke von den Brennpunkten der ganzen Veranstaltung, aufge­nommen von sechs Reportern, die an verschie­denen Hotspots auf der Konferenz-Website entnommen. Dafür haben wir sechs Reporter mit einer Datenbrille ausge­stattet, durch die unsere Online-Besucher einen Blick auf das  TYPO-Geschehen werfen können.

Alle Livestream-Vorträge bleiben öffent­lich zu sehen – für immer!

Eröffnung #typo16

Livestream Programm:

12. 5. Donnerstag

2:00 pm Talk Maria Giudice (E): Der Aufstieg des DEO – Führung durch Design

4:00 pm Talk Christoph Amend, Ricarda Messner (D): Wie man Zeitschriften im digi­talen Zeitalter macht

7:00 pm TYPO Specs mit Achim & Billy (TYPO Presse, D/E): »Warum wird diese TYPO süper, Herr Erler, Herr Spiekermann?« und was erwartet uns auf der Designer-Battle heute Abend?//

 

13. 5. Freitag

10:30 am TYPO Specs mit Gloria B: »Süpergrüp … wer braucht denn so was?« Verhöre zum strengsten Design-Verbot aller Zeiten

11:00 am Talk Erik Marinovich (E): Flow: Lettering im Zeitalter des HipHop

1:00 pm TYPO Specs with Boris Brumniak, mit Boris Brumniak: »Print lebt … leben­diger als je zuvor« Messerundgang, Ausstellungsbesuch, Konferenzdesign unter der Lupe

4:00 pm Talk Prarthana Johnson & Gerrit Kaiser (E): Ruhm und Ehr’ dem Komitee!

 

14. 5. Samstag

11:00 am TYPO Specs with Olli reporter (D/E): mit Olli: »Ich bin dann mal weg, im Workshop.« Was man auf der TYPO Berlin alles lernen kann//

3:00 pm Talk Jonathan Barnbrook (E): Design und Politik

6:00 pm Talk Brosmind (E): 1o

TYPO Berlin Livestream verfolgen: typo​talks​.com/​b​e​r​l​in/


Einreichungsfrist für Joseph-Binder-Award endet

»Alles ist drei­di­men­sional« ist das Motto der dies­jäh­rigen Ausschreibung zum Joseph-Binder-Award. »Was ist deine Dimension?« fragen die Veranstalter Designerinnen und Designer, sowie Design-Studierende aus aller Welt.

Bereits zum drei­zehnten Mal schreibt desi­gnaus­tria den Joseph-Binder-Award mit Schwerpunkt Grafikdesign & Illustration aus. Zwischen 2014 und heute reali­sierte Arbeiten können bis spätes­tens 30. April beim JBA16 einge­reicht werden. 

Joseph-Binder-Award-2016»Alles ist drei­di­men­sional« – das Motto der dies­jäh­rigen Ausschreibung ist einem Zitat von Joseph Binder entlehnt, das das Wiener Büro 100und1 zur Gestaltung des visu­ellen Auftritts des JBA16 inspi­riert hat

Der Joseph-Binder-Award (JBA) ist der einzige inter­na­tional ausge­schrie­bene öster­rei­chi­sche Designwettbewerb im Bereich Grafikdesign & Illustration. In diesem Jahr wird er zum 13. Mal von desi­gnaus­tria durch­ge­führt. Designer, Illustratoren und Studierende aus aller Welt sind einge­laden, ihre zwischen 2014 und heute reali­sierten Arbeiten einzu­rei­chen. Die Einreichungen werden von einer inter­na­tio­nalen Jury in fünf­zehn Kategorien begut­achtet: Corporate Design, Kommunikationsdesign, Informationsdesign, Schriftgestaltung, Plakatgestaltung, Editionsdesign Bücher,  Editionsdesign Zeitschriften, Verpackungsgestaltung, Digitale Medien, Buchillustration, Medienillustration, Werbeillustration, Digitale Illustration, Illustration in anderen Anwendungen und Design Fiction.

Die besten Arbeiten gewinnen im November 2016 Trophäen sowie Geldpreise, werden in einem Katalog veröf­fent­licht und in einer Ausstellung im design­forum Wien präsen­tiert.

desi­gnaus­tria, 1927 gegründet, ist Europas dritt­äl­teste Designorganisation. Teilnahmebedingungen & Link zur Online Registrierung: www​.desi​gnaus​tria​.at/​j​b​a16


Neues Zuhause für die Zeichen der Welt: decodeunicode

Zehn Jahre nach ihrer Gründung stellt die Typografie-Plattform decode­u­ni­code eine neue, komplett überarbeitete Website vor: decode​u​ni​code​.org.

Die Plattform der Hochschule Mainz, 2005 gegründet und finan­ziert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), unter­stützt mit viel­fäl­tigen Publikationen den Zugang zu den Unicode-Zeichen und beleuchtet ihre typo­gra­fi­sche Seite. Bereits vor dem Relaunch freuten sich die Macher der viel­fach ausge­zeich­neten Website über mehr als eine Millionen Besucher pro Monat.

deoceunicode Relaunch

Jedes der zur Zeit 109.242 Zeichen kann jetzt auf der eigenen Einzelansicht mit allen Detailinformationen betrachtet werden. Am häufigsten besucht wurde bisher das kopti­sche Kapital-A. 

Die neuen Features des Updates im Einzelnen:

  • 109.242 Zeichen als SVG-Datei: Zu jedem Unicode 6.0 Zeichen wird eine frei verwend­bare Abbildung vorge­stellt. Sie ist vektor­ba­siert, kann also in allen Größen einge­setzt werden.
  • Sprachen: Erstmals werden zu jedem Zeichen die Sprachen ange­geben, in denen es verwendet wird.  
  • Schriftsysteme: Alle 129 Scripts werden mit einem wissen­schaft­li­chen Text von Dr. Deborah Anderson von der Script Encoding Initiative (SEI) der Universität Berkeley, Kalifornien, USA, vorge­stellt.
  • Confusables: Zu jedem Zeichen werden ähnliche Zeichen ange­zeigt, mit denen es nicht verwech­selt werden sollte.
  • Most viewed charac­ters: Auf der Startseite werden die meist besuchten Zeichen in einer TOP 40 (großer Screen) bzw. einer TOP 10 (Smartphone) ange­zeigt.

Konzipiert und gestaltet wurde die decode­u­ni­code-Homepage von Johannes Bergerhausen, Ilka Helmig und Siri Poarangan, Mainz. Software-Entwicklung und Programmierung: Meso​.net, Frankfurt am Main.

Ein Update auf den in diesem Juni verab­schie­deten Unicode 9.0 Standard ist für den Herbst 2016 geplant. Der inter­na­tio­nale Unicode Standard sorgt seit 1991 dafür, dass die Schriftzeichen der Welt auf Computern, Smartphones und Tablets einsetzbar sind. Heute können mit Unicode 6.0 insge­samt 129 Schriftsysteme zuver­lässig darge­stellt werden. Jedes Jahr werden neue Zeichen aufge­nommen. In den letzten Jahren wurde der Unicode Standard beson­ders durch die Aufnahme der Emojis welt­weit bekannt.


TYPO Labs erkunden die Zukunft der Schrift

TYPO LABS Animation

Was passiert, wenn eine einzige Font-Datei den Code für eine ganze Schriftfamilie enthält? Was, wenn acht Font-Dateien gerade  doppelt so viele Daten enthalten, wie heute zwei? Was, wenn ein Font seine Anpassungen ans respon­sive Design selbst­ständig kontrol­liert? Das sind nur drei Szenarien einer Schriften-Zukunft, die auf para­me­tri­schem Verhalten beruht.

Code ist Alles

Font-Ingenieure auf der ganzen Welt haben begonnen, mit Stil-Achsen statt Kontroll-Punkten zu expe­ri­men­tieren. Diskutiert wird eine ganz neue Art, Schriften zu entwerfen und auszu­lie­fern: an Betriebssysteme wie Layout-Programme.

Die digi­tale Typografie der Zukunft ist mehr, als die Definition von Schriften-Umgebungen, von Spalten oder Zeilenabstand. Es geht um Font-Farbe und -Einstellung, Schriftschnitt, Kontrast und die opti­sche Größe als Ganzes – kontrol­liert mit einfa­chen Schiebereglern.

Fontansätze im Labor

TYPO Labs ist eine neue Konferenz über Schrift-Technik.  Vom 10. – 11. Mai bring die Veranstaltung in Berlin Schriftenentwerfer, Foundries und Branchenführer und alle zusammen, die die tech­ni­sche Seite der Schriftenwelt bevöl­kern. Die zwei­tä­gige Veranstaltung bietet drei Tracks mit Vorlesungen, Experimentierfläche und Workshops.

Einige TYPO Lab Hotspots:

  • Brutkästen: Fontlab, Glyphs und Robofont
  • Non-Latin-Workshops: Kyrillisch, Georgisch und Arabisch
  • Podiumsdiskussionen über GX Vielfalt, Hinting, Universal Type Engine
  • Vorträge mit Updates über Woff 2.0, Scripting, neue Plugins und Fonts für das Internet der Dinge
  • Begegnungsräume: Chill-Area, Bar, Food Truck, Café

TYPO Labs werden vom TYPO-Berlin-Team orga­ni­siert und finden im Herzen von Kreuzberg in der Forum Factory statt. befindet. Programmdirektoren sind Jürgen Siebert und Jörg Schweinsberger, Leiter der Veranstaltung ist Benno Rudolf. Auf der Hauptbühne mode­rieren Nina Stössinger und Yves Peters. Laborleiter sind Thomas Phinney, Adam Twardoch und Yuri Yarmola (Fontlab), Georg Seifert und Rainer Erich Scheichelbauer (Glyphs) sowie Frederik Berlaen, Erik van Blokland und Just van Rossum (Robofont).

mehr über die TYPO-Labs-Sprecher …

„Die nächsten 10 Jahre werden die digi­tale Fontindustrie erheb­lich schneller trans­for­mieren, als die ersten 30, die wir gerade erlebt haben.

Eine verläß­liche Vorhersage über die Entwicklung der Font-Technik, erscheint unmög­lich.

Die TYPO Labs Experten und Teilnehmer werden zwei Tage lang die aktu­ellen Entwicklungen beleuchten und disku­tieren. Nur wer sich die Zeit nimmt, sein Wissen zu vertiefen, kann wesent­li­chen Veränderungen folgen, die die schrift­liche Kommunikation prägen werden.“, erklärt Programmdirektor Jürgen Siebert.

TYPO Labs 2016 Nina StoessingerTYPO Labs Moderatorin Nina Stoessinger, hier auf der Bühne bei der TYPO Berlin 2015, führt gemeinsam mit Yves Peters durch das Programm. 

TYPO Labs ist eine Veranstaltung für alle, die Schrifttechnologien entwi­ckeln oder von ihnen abhängen. App- und Webprogrammierer können sich in den TYPO Labs ebenso auf den letzten Stand bringen, wie Font-Ingenieure und natür­lich Schriftenentwerfer und -Enwickler. Wer in der schnell­le­bigen Welt der Font-Entwicklung, der Formate und der Font-Codierung den Anschluss behalten möchte, kann an beiden Tagen sein Wissen berei­chern und mit sich prak­tisch weiter­bilden.

Einzeltickets kosten 249 €, eine Gruppenkarte 199 € ist (mindes­tens 3 Personen; alle Preise + 19% MwSt). Plätze sind limi­tiert. Die Registrierung hat gerade begonnen.

→ zur TYPO Lab Anmeldung …


Blick zurück auf TYPO 2015

TYPO 2016 rückt näher:

 

Interviews with: Jon Burgerman, Peter Biľak, Gemma O’Brien, Amichai Green, Trafo Pop, Letters Are My Friends, Stefan Kiefer, Aaron James Draplin and Christopher Niemann.


Wikipedia-App für iPhone und Apple Watch

Die neue Wikipedia-App Viki bringt das Online-Lexikon nicht nur auf iPhone und iPad, sondern sogar ans Handgelenk. Per Spracheingabe lässt sich auf der Apple Watch im Handumdrehen nach Wikipedia-Artikeln suchen. Die schnell erreich­bare Umgebungssuche zeigt Lexikon-Einträge über Orte in der Nähe an und stellt die Suchergebnisse über­sicht­lich dar. Die Lesbarkeit ist für die Apple Watch eigens opti­miert und holt das Beste aus dem Mini-Display heraus. Auf der Uhr gefun­dene Artikel können auf dem iPhone weiter­ge­lesen werden.

Auch in der App-Version für iPhone und iPad steckt viel Liebe zum Detail: Gestaltet hat Viki der App-Typografie-Experte Frank Rausch, der für die Darstellung von Wikipedia-Artikeln auf mobilen Geräten eine aufwen­dige Layout-Optimierung entwi­ckelte.

App-Fonts sorgen für opti­male Lesbarkeit und durch die warme Farbgebung fühlt sich das Stöbern mit Viki so gut an, wie das Blättern in einem histo­ri­schen Lexikon. Die Bedienung ist schnell, aufge­räumt und macht Spaß – so wie man es von einer iOS-App erwartet.

Fontblog hat Frank Rausch von Raureif zu den Schriften in Viki befragt:

Fontblog: „Welche Fonts hast du für Viki ausge­wählt? Warum hast du dich genau für diese entschieden? Welche Anforderungen müssen sie erfüllen?

Frank Rausch: „In die Diogenes von Ludwig Übele habe ich mich sofort verliebt, als sie veröf­fent­licht wurde. Das char­mante an ihr finde ich, dass sie total klas­sisch und unauf­ge­regt wirkt – eine wunder­bare Leseschrift. Auf den zweiten Blick sieht man ihr an, dass sie mit digi­talen Werkzeugen für digi­tale Medien gemacht wurde. Im Gegensatz zu Garamond oder Bembo sind nämlich Details oft perfekt geome­trisch gezeichnet, z.B. die dünnen recht­eckigen Serifen oder die Punzen der Kursiven  – ohne dass es eine geome­tri­sche Schrift wäre, ganz im Gegenteil. Diese Präzision und Härte im Detail ergibt ein schönes knackiges Schriftbild, das trotzdem freund­lich wirkt und keine Aufmerksamkeit auf die Schriftwahl zieht.

Die seri­fen­lose Komet von Jan Fromm habe ich ausge­wählt, weil auch sie es schafft, trotz vieler witziger  Einfälle des Gestalters und unge­wöhn­li­cher Details ein ruhiges und unauf­dring­li­ches Schriftbild zu erzeugen.

Mit ihren offenen Formen und groß­zü­giger Laufweite ist sie außerdem ausge­zeichnet zu lesen, beson­ders in kleinen Größen.

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Besonderen Wert legte Frank Rausch von Raureif auf die Auswahl der Schriften: Klassisch lexi­ka­lisch in der Anmutung einer­seits und ande­rer­seits für die Lesbarkeit auf kleinen Displays auf dem modernsten tech­ni­schen Stand  

Ich verwende die Komet in der App für alles, was kein Lesetext ist, also für Beschriftungen in der Benutzeroberfläche und für Tabellen. À propos Tabellen: Ich habe mir von Jan Fromm eine Version der Komet für Viki maßschnei­dern lassen. Diese enthält stan­dard­mäßig Tabellenziffern und ein etwas schma­leres Leerzeichen.

Die CamingoCode, eben­falls von Jan Fromm, kommt in Viki selten zum Einsatz. Viele Nutzer werden sie nie zu Gesicht bekommen, aber wer bei Wikipedia tech­ni­sche Artikel liest, in denen Programmcode vorkommt, wird CamingoCode zu schätzen wissen. Seit ihrem Erscheinen ist CamingoCode meine Lieblingsschrift für Code und Korrespondenz – ich verwende sie täglich viele Stunden beim Programmieren und in meinem E-Mail-Programm.“

Raureif hat die Enwicklung der App, die fast ein Jahr gedauert hat, aus eigenen Mitteln finan­ziert – aus Leidenschaft für iOS und als Studie über gute Typografie und Lesbarkeit in Apps.

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Über den App-Entwicker:

Die Raureif GmbH aus Berlin konzi­piert und entwi­ckelt Apps mit ausge­klü­gelten Benutzeroberflächen und Liebe zum Detail. Mit Know-How für Typografie und Datenvisualisierung entstehen seit einigen Jahren hoch­wer­tige Apps mit Stil und Haltung. Frank Rausch ist Interaktionsdesigner und Spezialist für die typo­gra­fi­sche Gestaltung von User Interfaces (UI). Er  sprcht regel­mäßig auf TYPO Days über Responsive Typography und entwi­ckelte für Monotype das deut­sche App-Font E-Booklet, einen Leitfaden für Fonts und Typografie in Apps.

Über die Viki-App:

Viki ist im App Store erhält­lich und läuft auf allen iOS-Geräten mit iOS 9 und watchOS ab Version 2.

Weitere Informationen:
http://​viki​-app​.com

Direkter Download-Link:
https://​itunes​.apple​.com/​a​p​p​/​i​d​9​9​3​4​3​5​362

Markenhinweise:

Wikipedia is a regis­tered trade­mark of the Wikimedia Foundation, Inc.
Apple, the Apple logo, iPad, and iPhone are trade­marks of Apple Inc., regis­tered in the U.S. and other coun­tries. Apple Watch is a trade­mark of Apple Inc. App Store is a service mark of Apple Inc.
Other company and product names may be trade­marks of their respec­tive owners.


TYPO Day kommt nach Hamburg

Auftakt in Hamburg: der erste TYPO Day des Jahres findet am 19. Februar im desi­gnx­port statt. Im Ausstellungs- und Versanstaltungszentrum für aktu­elles Design werden in der knapp vier­stün­digen Veranstaltung die aktu­ellen tech­ni­schen und ästhe­ti­schen Möglichkeiten im E-Publishing vorge­stellt.

Zum Themenschwerpunkt E-Print & E-Book zeigten die TYPO Day Referenten Fabian Kern Andrea NienhausFrank Rausch und  Atilla Korap auf, welche Verlage ihr Angebot in elek­tro­ni­sche Form gebracht haben, welche Strategien sie dabei verfolgen und für wen sich der mediale Übergang bereits auszahlt.

designxport-roter-Tisch_c_Stephan-LemkeAm 19. Februar findet der erste TYPO Day 2016 in Hamburg im desi­gnx­port statt. Foto: Stephan Lemke

Im Lauf der Veranstaltung werden tech­ni­sche Hürden, die bei der Programmierung zu nehmen sind ebenso behan­delt wie aktu­elle gestal­te­ri­sche Möglichkeiten beim Publizieren von E-Books.

Programm*:

  • 14:00 Registrierung
  • 14:15 Jürgen Siebert: Begrüßung
  • 14:30 Fabian Kern: Einführung in die (noch) unüber­sicht­liche Welt des elek­tro­ni­schen Publizierens
  • 15:10 Andrea Nienhaus: E-Publishing
  • Kaffee-Pause
  • 16:20 Frank Rausch: Responsive Typography
  • 17:00 Atilla Korap: Maßgeschneiderte Fonts für E-Book und Screens
  • 17:40 Getränke, Q&A und Get-toge­ther
  • 18:30 Ende der Veranstaltung

*Programmänderungen vorbe­halten

Das typo­gra­fi­sche halb­tä­gige Intensivseminar für profes­sio­nelle Designer, Markenbetreuer und Publishing-Experten liefert einen Überblick zum aktu­ellen Stand der digi­talen schrift­li­chen Kommunikation. Das Themenspektrum reicht von den ästhe­ti­schen Grundlagen und der Bedeutung der typo­gra­fi­schen Qualität über Markenbildung, neue Ausgabegeräte bis hin zu den jüngsten Font-Produkten, -Technologien und -Anwendungen.

Ticket: 59 €*
Gruppenpreis ab 3 Personen: 49 €* pro Person

*Preise zuzüg­lich 19% MwSt.

→ zur Anmeldung

 


CUT-Magazin interviewt den Font FF Hertz

Cut-Typografie-Ausgabe-im-RegalVon A bis Z widmet sich das Winterheft des DIY-Modemagazins CUT (»Leute machen Kleider«) dem Thema Schrift. Foto: Norman Posselt

Auf diese Art hat sich noch keine unserer Schriften in den letzten 20 Jahren empfohlen: In Kooperation mit Monotype spielt das viel­fach ausge­zeich­nete Heft auf 150 Seiten mit Schrift und Buchstaben, bringt eine Vielzahl moderner und klas­si­scher Editorial-Schriften zum Einsatz, und widmet mehrere Stories und Fotostrecken typo­gra­fi­schen Themen. Besonderes Feature: CUT-Redakteurin Anke Eberhardt spricht mit Jens Kutíleks FF Hertz, über Gleichberechtigung, Magersucht und billige Kleider:

CUT: Seit Sommer 2015 bist du ganz offi­ziell bei font​shop​.com und anderen Schriftdealern zu haben. Deine Entwicklung begann aber schon 2012. Ist das eine normale Zeitspanne?

FF Hertz: Ach, das ist noch gar nichts! Mit oder ohne Serifen? Wie sieht der Strich vom Q in Extra Bold Italic aus? Das muss ja alles bis ins Detail ausge­ar­beitet werden! Insgesamt habe ich in meinen 12 Schnitten über 11.000 Zeichen, darunter mehrere Tausend Akzentbuchstaben, die für die euro­päi­schen Sprachen nötig sind. Mein Designer muss ein Faible für mono­tone Tätigkeiten haben.

FF Hertz Interview-mit-einer-SchriftInterview mit einer Schrift? Warum nicht! FF Hertz zeigt im Gespräch, dass die moderne Textschrift Stellung bezieht. Zu Buchstabenwerten, Lesbarkeitsanspruch, auch Lebens- oder Formfragen. Editorial-Doppelseite: CUT Magazin, Typographie-Special, Ausgabe #14

CUT: Im Gegensatz zu den momentan aktu­ellen, über­cleanen Schriften erscheint deine Hand… pardon: Satzschrift eher altmo­disch.

FF Hertz: Stimmt. Meine Ziffern sind zum Beispiel stark an eine Schreibmaschine aus den 1970er-Jahren ange­lehnt. Viel habe ich auch Hermann Zapfs Melior zu verdanken, von der mein Designer sagt, sie über­trage ein 50er-Jahre-Feeling auf jeden Text. Serifenschriften wie ich sind eigent­lich nie beson­ders im Trend. Sogar Google hat ja gerade sein Logo zu einer seri­fen­losen Schrift geän­dert. Wir sind eher die Arbeitspferde, die unbe­achtet im Verborgenen werkeln. Es gibt aber auch Ausnahmen: In der Welt der Modemagazine sind klas­si­zis­ti­sche Serifenschriften mit feinen Haarlinien ein gesetzter Standard.

CUT: Obwohl du also eine Vorliebe für Tradition hast, bist du über­ra­schend modern einsetzbar und oft in eBooks zu sehen.

FF Hertz: Anders kann man in der heutigen Zeit ja gar nicht mehr bestehen. Das Fernsehen macht einen bekannt­lich 5 Kilo schwerer, bei E-Publikationen ist es umge­kehrt. Da wird jeder unvor­be­rei­tete Buchstabe unfrei­willig mager­süchtig. Wenn du dann aber mal wieder klas­sisch auf Papier gedruckt wirst, kommt der Jo-Jo-Effekt und plötz­lich bist du über­ge­wichtig. Deswegen habe ich versucht, mich bei der Abstufung meiner Strichstärken gleich zu Beginn an die verschie­denen Einsatzgebiete anzu­passen.

CUT: Warum benö­tigt jeder deiner Buchstaben exakt den glei­chen Platz, egal ob Light, Regular oder Bold?

FF Hertz: Gleichberichtigung war mir schon immer wichtig. Nur die Kursiven tanzen wie immer aus der Reihe und nehmen ihren eigenen Platz ein. Aber was soll man machen, es sind halt schräge Typen. Dass meine Buchstaben „uniwidth“ sind, ist aber nichts, was man als Leser merken soll. Das ist eher etwas, das dem Typografen, der mit mir gestaltet, die Arbeit erleich­tern soll.

FF_Hertz_Reader_1320pxSchmale und gleich­breite Zeichen in allen Schriftschnitten, hervor­ra­gende Lesbarkeit auf Papier und Bildschirm und warme Serifenformen: die enga­gierten Eigenschaften der FF Hertz Textfamilie von Jens Kutílek

CUT: Typobanausen könnten nun sagen, das sei doch alles völlig unwichtig. Eine Schrift sei Mittel zum Zweck. Und wo das a seinen Bauch trägt, doch nur eines: völlig egal.

FF Hertz: Ja, klar. Das ist unge­fähr so egal wie das Kleid, das man trägt. Ob das jetzt ein zwickendes Billigteil aus Polyester oder perfekt fallende Seide ist: völlig gleich­gültig. Ist ja auch nur ein Kleid, nicht? Aber wenn bei einer Bewegung etwas kneift, hat das Kleidungsstück seinen Zweck verfehlt. Ich bin die alltags­taug­liche Kleidung, die einfach gut sitzt. Die man nicht bemerkt, wenn man sie trägt. Um Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, braucht man natür­lich etwas Spektakuläreres. Ich gehöre nicht auf den Laufsteg. I’m the normal one …

0_cut-magazine-typo-specialDie CUT-Herausgeberinnen zeigen in zig DIY-Ideen, was man mit A, B, C & Co alles anstellen kann, Editorial-Doppelseite: CUT Magazin, Typographie-Special, Ausgabe #14

CUT: Wobei die Unterschiede in der Mode doch etwas offen­sicht­li­cher sind.

FF Hertz: Nicht für unser Unterbewusstsein! Bei Lesetexten sind die Menschen zum Beispiel Serifenschriften gewohnt, für Beschilderungen funk­tio­nieren aber seri­fen­lose besser. Da soll noch mal jemand behaupten, dass Typografie nur eine Spielwiese für Grafiker sei, wenn alle an der Autobahnausfahrt vorbei­fahren, weil das Erfassen des Ortsnamens eine Sekunde zu lang gedauert hat.

CUT: Da du nun fertig designt bist, stellt sich die Frage: Wie sieht die Zukunft aus?

FF Hertz: Ich komme ja aus Berlin-Wedding, da wächst man auto­ma­tisch in einer inter­na­tio­nalen Umgebung auf. Ich spreche über hundert Sprachen, deshalb ist mein Ziel, irgend­wann in jeder von ihnen mindes­tens einmal für eine Liebeserklärung und einmal fürs Fluchen verwendet worden zu sein.

CUT: Das ist ein Wort. Danke für das Gespräch!

Das Interview führte Anke Eberhardt.

Cut-Kooperation-Launch-Party-RedaktionDas CUT-Team auf der Launchparty im soda. BERLIN im Dezember (von links nach rechts): Marta Olesniewicz (CUT Art-direc­tion), Anke Eberhardt (CUT Chefredaktion), Sebastian Steinacker (SodaBooks), Isabell Hummel (SodaBooks), Horst Moser (CUT Verleger). Foto: Norman Posselt

CUT wurde 2009 unter der Leitung von Horst Moser im Hause inde­pen­dent Medien-Design von den Grafikdesignern Lucie Heselich und Marta Olesniewicz ins Leben gerufen. Anja Kellner stieß kurze Zeit später für Mode und Text dazu. Seit 2012 ist Anke Eberhard Mode- und Chefredakteurin. Inzwischen ist CUT fester Bestandteil der Magazinlandschaft und Kreativ-Lesestoff der Guerilla-Gärtner, Strickmädchen und Selbermacher. Verschiedene Preise wie zum Beispiel der Red Dot Award (2009, 2010), der Lead Award (2010) sowie lobenden Anerkennungen von ADC und der Nominierung des Rat für Formgebung unter­strei­chen die gestal­te­ri­sche Qualität von CUT.

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Das Berlinale-Plakat 2016

66. Berlinale Plakat

Es ist Tradition im Fontblog, alle Jahre wieder einen kurzen Blick auf die Plakatserie der Berliner Filmfestspiele zu werfen. Kurz vor Weihnachten wurden die Motive für die 66. Berlinale vorge­stellt, die vom 11. bis 21. Februar 2016 statt­finden wird. Nachdem der pres­ti­ge­träch­tige Job in den vergan­genen fünf Jahren von der Berliner Agentur Boros betreut wurde, wech­selte das Festival nun den Werbepartner.

Das Schweizer Designbüro Velvet​.ch schuf die 6 Motive und schlägt eine komplett neue Richtung für die Werbung des Filmfestival ein. Während jahr­zehn­te­lang Muster, Wörter, Abstraktes und Buchstaben die Berlinale-Poster domi­nierten, setzt Velvet auf format­fül­lende Fotos. Diese erzählen von »flüch­tigen Begegnungen einzelner Nachtschwärmer mit den Bären in der Stadt, … einge­klemmt zwischen Realität und Fiktion.« (Pressetext). Jedes Motiv ist in eine eigene Farbwelt getaucht. Allen gemein ist der fett in weiß gesetzte Veranstaltungsname plus Datum oben links, dazu an der rechten Seite gestürzt der Hashtag #Berlinale … alles gesetzt in ITC Avant Garde Gothic.

»›Der Bär ist los‹, so könnte das Motto unserer dies­jäh­rigen Plakatmotive heißen. Auf ihnen schwärmt der Bär aus und ist, wie das Festival selbst, nicht nur am Potsdamer Platz, sondern auch in den verschie­denen Kiezen unserer Stadt zu sehen.« Mit diesen Worten umschreibt Festivaldirektor Dieter Kosslick seine eigenen Assoziationen beim Betrachten der neuen Berlinale-Kampagne. Was er nicht verrät sind die Hintergründe für die visu­elle Kehrtwende sowie für zwei visu­elle Details, die um so mehr unsere Fantasie anregen.

1. Der Hashtag. Da die Berlinale nicht nur ein Industrie-, sondern auch ein Publikum-Festival ist, haben sich die Veranstalter dazu entschlossen, die Fans mit einem amtli­chen Hashtag zum Mitreden einzu­laden. Wer in den sozialen Medien zu Hause ist weiß natür­lich schon lange, dass dort sowohl die Stars als auch die Journalisten fleißig Informationen liefern (und natür­lich auch sammeln). Frischer als im Netz kommt man nicht an Festival-Infos. Mehr live geht nicht.

2. Das RGB-Muster. Wer sich den neuen Plakaten nähert stellt fest, dass die Fotos mit einem Pixel-Raster verfremdet sind, das sie wie Screenshots aussehen lässt, genauer: wie vom Bildschirm abfo­to­gra­fiert. Dieser Effekt ist unge­wöhn­lich für ein Festival zum Thema Film, einer Industrie, die zwar weit­ge­hend digi­ta­li­siert ist, aber letzt­lich ihr Geld mit dem Versprechen einer unge­trübten (= pixel­freien) opti­schen Bildqualität verdient. Andererseits deutet der Screen-Effekt an, dass die Zukunft des Films nicht alleine an der Kinokasse entschieden wird. Digitale Plattformen, die Filme verkaufen, verleihen oder streamen, werden in den kommenden Jahren eine entschei­dende Rolle für den Zugang zur Filmkunst spielen.

Beide Details betonen, dass die Berlinale ein publi­kums­nahes Festival ist und dass sie sich darum bemüht, so viele Menschen wie möglich dem Medium Film näher zu bringen. Unter diesem Blickwinkel sind die neuen Plakate inhalt­lich passend und grafisch gelungen.

(Abbildungen: Velvet Creative Office © Internationale Filmfestspiele Berlin)


Fontblog verlost ein Typodarium 2016

Typodarium 2016

Auch für jeden Tag dieses Jahres haben Lars Harmsen und Raban Ruddigkeit typo­gra­fi­sche Display-Delikatessen und solide Brotschriften zum Lieblingskalender aller Fontfreunde zusammen getragen. Beim Verlag Hermann Schmidt Mainz ist es vergriffen: Das Typodarium 2016.

Die Fakten schnell zusammen gefasst:

The Daily Dose of Typography
Abreißkalender mit 366 Fonts
von 223 Designern aus 32 Ländern
und allen Feiertagen dieser Länder
384 farbige Tagesblätter, beid­seitig bedruckt
Format 8,5 x 12 cm
Verpackt in einer soliden Schriftmuster-Sammelbox

Wir verlosen unseren Kalender unter allen Kommentierenden. Welches ist Euer Schriftthema 2016? Das kann etwas aus der Font-Technik sein, ein Format, die Erweiterung einer Fontfamilie, ein bestimmter Anwendungszweck für Schriften oder auch ein Schriftstil.

Einsendeschluss ist Mittwoch, der 13. Januar 2015, 12:00 Uhr.

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1. Teilnahmeberechtigt sind alle Personen ab 14 Jahren. Angestellte von Monotype und ihre Angehörigen sind von der Teilnahme ausge­schlossen. 2. Alle Personen, die sich mit einem Kommentar im Fontblog betei­ligen, werden auto­ma­tisch Teilnehmer am Gewinnspiel. 3. Der Gewinner wird durch Losentscheid ermit­telt und per E-Mail am Ende des Gewinnspiels benach­rich­tigt. Der Gewinner erhält einen Typodarium-Kalender. Der Preis kann nicht umge­tauscht oder in bar ausge­zahlt werden. 4. Monotype behält sich das Recht vor, diese Teilnahmebedingungen jeder­zeit zu ändern oder das Gewinnspiel ganz oder teil­weise vorzeitig zu beenden. 5. Der Rechtsweg ist ausge­schlossen.