Nachtrag Weihnachtskartenkritik (Wkk)

wkk fuenfwerken

Die schlech­testen Weihnachtskarten 2007 sind eigent­lich Schnee von gestern: Einen Monat lang habe ich täglich Festgrüße aus der Designindustrie vorge­stellt, die entweder gegen meine 10 Gebote verstießen oder einfach nur schlecht gestaltet waren. Am 23. und 24. Dezember folgten schließ­lich doch lobende Worte, denn die guten Beispiele lehren uns, wie man es besser machen kann.

Für meine 4-wöchige Aktion bedeu­tete das 10. Gebot »Die Grüße treffen erst kurz vor (> 22. 12.) oder nach Weihnachten ein« auto­ma­tisch Disqualifizierung, egal ob gut oder schlecht gestaltet. Tatsächlich kamen rund 10 Prozent aller Weihnachtsgrüße zu spät an. Es gab jedoch eine Karte, die mich noch mehrere Tage beschäf­tigte: die von Fuenfwerken. Irgendwann kam ich zu der Überzeugung, dass es die beste Karte war. Und dies sollten mehr Menschen erfahren. Darum dieser Nachtrag.

Die dreimal gefal­tete, braune Pappkarte traf in einem trans­pa­renten Kuvert bei mir ein, durch das die Botschaft scheinte: »Fuenfwerken Design will Ihnen mit dieser Karte einen kleinen Anstoß geben Gutes zu tun, denn das macht nach­weis­lich glück­lich …« und so weiter. Ich denke mir ›Ach so, der übliche Tue-Gutes-und-quassel-drüber-Scheiß’‹. Von wegen. Nach dem Öffnen entdecke ich am Ende des Textes einen leicht fixierten, echten 5-Euro-Schein, der mit einem orangen Rubbelfarben-Stempel markiert ist: »Tu gutes!« Hoppla. Ich bin gezwungen, den darüber stehenden Text genauer zu lesen. Oder ich lasse es, und stecke mir den Schein gleich in die Brieftasche. Nee, das will ich dann auch nicht. Außerdem kommen bei FontShop alle Geschenke in eine Tombola, um unter allen Mitarbeitern verlost zu werden.

Ich erfahre, dass Fuenfwerken einen Grundstein legen möchte, mit den 5 Euro. Am liebsten wäre es den Designern aus Wiesbaden und Berlin, ich packte noch etwas drauf und ließe die Endsumme einem guten Zweck zukommen. ›Ooohkay‹ – denke ich bei mir, um Zeit zu gewinnen … ›Und was mach’ ich jetzt?‹

Einen Tage habe ich gar nicht getan (außer mich ein wenig darüber zu ärgern, dass die Karte erst am 23. Dezember bei mir eintraf und hier im Fontblog keine Beachtung mehr fand). Am Vormittag des 24. Dezembers habe ich dann den 5-Euro-Schein einem Obdachlosen vor meinem Kaiser’s-Markt in die Hand gedrückt … und war mit meinem Gewissen wieder im Reinen.

Die Designer über ihr Konzept: »Mit dieser Weihnachtskarte gehen wir offensiv mit dem heiklen Thema Geld um und wollen uns deut­lich gegen verschämte Aktionen der Wohltätigkeit und des versteckten Spendens wenden. Mit der Karte weisen wir darauf hin, dass Wohltaten durchaus auch, das eigene Glück beflü­geln, wie die Neurobiochemie belegt. Die Verantwortung aller­dings, ob und wie sich der Empfänger der Karte sein Glück im besten Sinne ›kauft‹, liegt ganz bei ihm. Das regt viel­leicht zum Nachdenken an und löst womög­lich weiter­füh­rendes Engagement aus. Doch selbst wenn der Geldschein nur eigen­nützig verwendet wird, stiftet der (bedruckte) Schein even­tuell den nächsten oder über­nächsten Besitzer dazu an, Gutes zu tun – und das nicht nur zu Weihnachten.«


40 Kommentare

  1. juli Gudehus

    Hm, inter­es­sant, ich fand die Aktion recht zwei­fel­haft. Angefangen damit, daß Bargeld in der Post keine tolle Idee ist, weil Post zu oft verloren geht. Dann der Aufwand, der inklu­sive Druck und Porto und „Mannzeit“ die 5 Euro pro Sendung mit einiger Sicherheit aufwiegt. Bis hin zu der Schwierigkeit, einen solchen Schein loszu­werden. Das Theater beim Bäcker war beacht­lich, aber was soll da erst der Obdachlose mit einem solchen Schein? Ich glaube nicht, daß der ihn loswird, wenn es mir schon schwer­ge­macht wird. Kurzum: hätten sie gespendet, wäre mir das lieber gewesen. Die Fuenfwerkensendung wurde in meiner Weihnachtspost übri­gens noch getopt von der Delikatessensendung, die mit einer eigens gestal­teten Wasserflasche und dafür geschaf­fener Umverpackung mit hölli­schem Porto dafür warben, für irgendein tolles Wasserprojekt zu spenden.

  2. bernd

    rubbel­farbe lässt sich ja glück­li­cher­weise abrub­beln ;)
    ich finde die aktion super.

    bernd

  3. Christoph

    Das Theater beim Bäcker war beacht­lich

    Dann hat es nicht funk­tio­niert.
    Schade eigent­lich, ich schließe mich hier Jürgen an: Mit seiner Spende (versu­chen) andere mit(zu)reißen, toll!

  4. Heinrich

    juli hat sich bröt­chen gekauft, echt süß.

    den gedanken – was ein obdach­loser mit einem solchen schein sollte, kann ich nicht nach­voll­ziehen.

  5. Jürgen

    An alle, die befürchten, ihren 5werken-Schein nicht los zu werden: Bitte an mich schi­cken!

  6. Gerrit

    Da kann man wohl nur sagen:

    Tu’ Gutes. Aber schreib’s richtig!

  7. Mimo

    Die Aktion ist so gut, dass ich den Namen Fuenfwerken mit dieser Aktion verbinden werde. So etwas werden die nächstes Jahr sicher nicht mehr machen.

  8. robertmichael

    stand denn noch „tu gutes!“ auf dem schein als du ihn verschenkt hast? ich hätts genauso gemacht wie du.

    weiß jemand wieviele dieser karten von fuenf­werken verschickt wurde, wie hoch war die auflage und haben andere vieleicht größere scheine bekommen?

  9. Jürgen

    Ja. Die Farbe ist ziem­lich fest drauf … aber mit einem Radiergummi könnte man alles weg rubbeln. Ich habe es an einer Stelle getestet.

  10. Fuenfwerken

    Hier die Fakten zur Weihnachstkarte:
    Auflage: 400
    Scheine: Nur 5-Euro-Scheine
    Farbe: Siebdruckfarbe Pantone „Leucht-Orange“

    Wenn das Jahr gut läuft, gibt es nächstes Jahr ’nen Zehner.
    Ohne Schreibfehler.

  11. robertmichael

    danke für die infos.
    ich hätte dann nächstes jahr auch gern eine karte. *g* ;)

  12. TCR

    Hut ab, finde ich eine sehr, sehr gute Aktion. In den meisten anderen Firmen hätte Cheffe die 2000 Tacken bei nem Wochenende in Italien (oder sonstwo) auf den Kopf gehauen.

  13. Jürgen

    So etwas werden die nächstes Jahr sicher nicht mehr machen.

    Wenn das Jahr gut läuft, gibt es nächstes Jahr ‘nen Zehner.

    Unter diesen Umständen ließe sich das in der Tat noch mal wieder­holen. Die Überraschung wäre zwar geringer, aber der Gewissensdruck beim Empfänger höher ;-)
    Denkt man das Konzept weiter, müsstet Ihr in 6 Jahren mindes­tens 200.000 Euro für die Weihnachtspost einplanen und Fuenfwerken wäre wahr­schein­lich einer der größten Arbeitgeber der Republik.

  14. Sascha

    Schöne Idee, kommt auf meinen Wunschzettel

  15. Michael

    Kleine Anmerkung zu Herrn oder Frau Gerrits Beitrag: Was die völlig zu Unrecht als falsch diskre­di­tierte Schreibung „Tu gutes“ anbe­langt, so folgt der Schriftsetzer hier offen­sicht­lich der ehren­werten Tradition der „gemä­ßigten Kleinschreibung“, die zwar beispiels­weise zum Zweck der Hervorhebung einzelne Worte groß­schreibt, im Übrigen aber zur sprach­phi­lo­so­phisch äußerst einleuch­tenden Gleichbehandlung der Worte der Kleinschreibung den Vorzug gibt. Im vorlie­genden Fall ermög­licht dies ein sehr subtiles Spiel mit den schrift­sprach­li­chen Zeichen. Das impe­ra­tive „Tu“ wird – die Handlungsaufforderung sanft unter­strei­chend – hervor­ge­hoben, während das auto­ri­täre Ausrufezeichen am Satzende bewusst ausge­spart bleibt. Vor diesem Hintergrund ist die vorlie­gende Schreibung nicht nur legitim, viel­mehr zeugt sie von profunden seman­ti­schen und schrift­sprach­li­chen Kenntnissen sowie von außer­ge­wöhn­li­chem Sprachgefühl.

    Wer frei­lich lieber an den geltenden Konventionen fest­halten möchte, sollte dann aber auch beachten, dass der Apostroph, der hier das am „Tu“ entfal­lene „e“ anzeigen könnte, nach dem aktu­ellen Regelwerk der deut­schen Rechtschreibung als über­flüssig zu betrachten und tunlichst wegzu­lassen ist.

  16. Markus

    Also ich finde es sehr bemer­kens­wert, dass die Agentur diese Aktion umge­setzt hat. Obwohl das Beschädigen von Geldmitteln strengstes verboten ist! Übrigens, muss jede Bank so einen Geldschein annehmen. Da könnte sogar deut­lich mehr Fläche bedruckt sein. Den Schein würde man dann jedoch sicher­lich aus dem Verkehr ziehen, was sehr schade wäre.
    Wer so einen Schein bekommen hat, sollte diesen lieber behalten. Ich glaube das könnte ein Sammlerstück werden, da mir so eine Aktion nicht bekannt ist, obwohl ich mich mit dem Thema Geld/Design/Kunst schon seit längerem beschäf­tige.

  17. T.H.

    Zwischenfrage: Hat nicht Tibor Kalman mit seiner Agentur „M&Co“ schon mal zu Weihnachten Dollar-Scheine verschickt, die man dann – je nach Frage des eigenen Gewissens – spenden oder behalten sollte ? Kann mich erin­nern, das im Buch „Tibor Kalman: Perverse Optimist“ gesehen zu haben…

  18. Jürgen

    Danke für den Hinweis, T. H. Ich habe eben noch mal in dem Buch nach­ge­schlagen und die Beschreibung der M&Co.-Weihnachtsaktion gefunden (S. 380 – 385) … die etwas kompli­zierter in der Durchführung war.
    Das Designbüro hat 1989 an 500 Kunden je ein altes Buch vom Flohmarkt gesendet, in das verschie­dene Zettel mit Botschaften sowie eine $1-, eine $5- und eine $20-Note einge­legt waren. Machte zusammen $26, was genau $1 über dem Freibetrag von $25 für Geschenke lag. Die Botschaften trak­tierten das Gewissen der Empfänger, zum Beispiel mit Sätzen wie »Was kriegt man schon für einen müden Dollar?« und »Ist es immer noch nicht genug, um sich etwas Nettes zu kaufen?« und »Du könn­test es spenden …«.
    Am Ende des Buches befand sich eine Rückantwortkarte, mit der die Empfänger gegen­über M&Co. belegen konnte, was sie tatsäch­lich mit dem Geld ange­stellt haben und was sie sich kommendes Jahr wünschen.

  19. ThomasKöln

    Ich muss gestehen, ich bin unent­schlossen. Ist die Aktion nun gut oder nicht? Die Punkte, weshalb ich eher dazu tendiere, sie miss­lungen zu finden, sind:

    1. Wohltätigkeit ist Privatangelegenheit jedes Einzelnen. Und ich empfinde jede Form der Einflussnahme von Außen, ganz gleich, ob das nun Anzeigen mit Afrikakinderaugen oder augen­zwin­kernd zuge­steckte Geldscheine sind, als eine Form der gutmei­nend-besser­wis­se­ri­schen Nötigung. Schlimmer noch zur Weihnachtszeit, weil Wohltätigkeit innert dieser Frist zum guten Ton gehört. Man also davon ausgehen kann, dass solch eine Überzeugungstat weit­ge­hend sank­tio­niert wird. Wer mit dem Strom schwimmt, braucht keinen Gegenwind zu fürchten. Oder: Offene Türen braucht man nicht mehr einrennen.
    Frage: Wer traut sich, sowas einfach mal im Sommer zu verschi­cken? Ohne den allge­meinen Weihnachtsweichzeichner drum­herum? Und den Adressaten knall­hart auszu­bremsen, wenn der nur noch an den eigenen Urlaub denkt?

    2. Weil Weihnachtsaussendungen von Unternehmen eben Weihnachtsaussendungen von Unternehmen sind. Und eben nicht dem Schönen und Guten, sondern, seien wir ehrlich, ledig­lich dem eigenen Image dienen.

  20. Michael

    Ich finde die Kritik von ThomasKöln etwas schwer nach­voll­ziehbar – bezüg­lich der „Einflussnahme“ und der „Afrikakinderaugen“ auch ziem­lich zynisch und pseu­do­kri­tisch.

    Wenn ThomasKöln am minder­be­mit­telten Arsch der Welt säße oder aus sons­tigen Gründen viel­leicht nur ein biss­chen Luft im Suppentopf hätte, wäre es ihm vermut­lich ziem­lich schnuppe, ob sich die Aussicht auf Abhilfe ledig­lich dem Umstand verdankt, dass sich irgend­welche Leute in ihrer weih­nacht­li­chen Gefühlsduselei durch „gutmei­nend-besser­wis­se­ri­sche Nötigung“ dazu bringen lassen, ein paar von ihren Euros abzu­drü­cken.

  21. ThomasKöln

    @ Michael
    Der Zweck heiligt also die Mittel?
    Dann wäre die Frage des Gut oder Schlecht der Aktion an sich obsolet.

  22. Kalle

    Fest steht eins: Fuenfwerken tut dies weder aus dem Wohlfahrtsgedanken heraus, noch als unei­gen­nüt­ziger Gönner. Anstatt wirk­lich Gutes zu tun, dient die Idee einzig und allein dem Selbstzweck und ist deshalb in meinen Augen mehr als frag­würdig. Jedes Kinderheim hätte mit 2000 Euro mehr anfangen können…

  23. Markus

    @ Kalle
    Also, bist Du der Meinung, Fuenfwerken hätte eine Weihnachtskarte versenden sollen, auf der steht, dass die Agentur 2.000 EUR an ein Kinderheim spendet. Und das hättest Du dann für gut befunden?!

    Ausserdem, so wie Jürgen den Kartentext beschreibt, geht es nicht darum nur die 2.000 EUR zu verteilen, sondern, dass sich der Einsatz an Wohltaten mit dieser Aktion poten­zieren soll. Und das ist das eigent­lich das Gute an diesem Projekt. Frage an Fuenfwerken: Habt ihr hier­über schon Aussagen oder Ankündigungen von euren Beglückten bekommen?

  24. Michael

    @ ThomasKöln

    Der Zweck heiligt per se nie die Mittel. Das ist immer eine Frage der Verhältnismäßigkeit. Wenn wie in diesem Fall der Zweck (image­wirk­same Kundenkommunikation) durch das Mittel (Weihnachtskarte) im Nebenprodukt dazu führt, dass Menschen zu mora­lisch grund­sätz­lich wünschens­werten Akten wie dem Teilen mit Bedürftigen (oder zumin­dest dem Nachdenken über eine solche wünschens­werte Praxis) aufge­for­dert werden, stehen Zweck und Mittel in einem relativ güns­tigen Verhältnis, oder nicht?

    Die Frage, ob die Aktion mora­lisch gut oder schlecht ist, stellt sich vor diesem Hintergrund tatsäch­lich nicht. Aus den deut­li­chen Vorteilen für alle Beteiligten entstehen ja keine unmit­tel­baren Nachteile.

  25. ThomasKöln

    @ Michael

    Ich verstehe, was Du meinst. … Bin aller­dings nicht hundert­pro­zentig Deiner Meinung.

    Allein die Tatsache, dass wir hier über die Fünfwerken-Aktion bloß disku­tieren, statt dem Denkanstoß zu folgen (und mit 10 Euro aus der eigenen Geldbörse vor die Tür gehen*), zeigt doch, dass der pädago­gi­sche Ansatz der Aktion nicht verfängt. Was übrig bleibt ist Imagegewinn durch – in diesem Fall – Fontblogpräsenz.

    Wohltätigkeit als Nebenprodukt? Das finde ich verlogen.

    Wohltätigkeit als Hauptsache? Das wäre wünschens­wert. Aber das geht – und das meinte ich mit „Wohltätigkeit ist Privatsache“ – leider nicht unter einem Untermehmensabsender. Wobei wir wieder bei Jürgens Regel Nr.3 wären: „Ihr schickt keine Karte, spendet statt­dessen und protzt damit herum“.
    Ich finde, hier wird auf Kosten des viel­be­schwo­renen „guten Zwecks“ aus einer pädago­gi­schen Haltung heraus geprotzt.

    * Weiß ich natür­lich nicht. Schätze ich nur. Wer hat’s denn frei­willig gemacht?

  26. Heinrich

    muss man sich für wohl­tä­tig­keits­ak­tionen schämen?
    oder es anonym machen? man kann alles kriti­sieren und es so oder so bewerten, wem hilft es aber wirk­lich?

  27. Paul

    Wohltätigkeit, soziales Engagement etc. darf meiner Ansicht nach nie dem Ruhm der eigenen Person, dem Image der Firma dienen.
    Warum ich das so sehe? Ich mache selber Jugendarbeit, ich drücke selber ab und an par Euro ab, aber der Grund warum ich das mache ist einzig und allein aus der Überzeugung, dass ich ganz konkret helfen kann.
    Orientiert man sich am Image den man damit erzielen kann, steht nicht mehr die selbst­lose und effi­zi­ente Hilfe im Mittelpunkt sondern das möglichst effi­zi­ente „Werben“.
    Es werden Unmengen von Gelder in die sinn­lo­sesten Hilfsprojekte gepumpt. Helfen bedeutet mehr als nur Geld geben! Für das gege­bene Geld hat man eine Verantwortung!
    Anders verhält es sich zB bei Bewerbungen oder der Auftragsakquisition. Ich habe Null Probleme mein soziales Engagement in einer Bewerbung zu plat­zieren, aber das ist eben nur ein Nebenprodukt!

  28. rené götzenbrugger

    finde die aktion zwar schön, toll gestaltet, aber inhalt­lich ziem­lich flach. ich denke primärer sinn des mailings ist doch die aufmerk­sam­keit auf sich zu ziehen, bzw. sich für ein gutes jahr zu bedanken. aber ich kenne noch die onkels, die einem 10mark zuge­steckt haben, mit den worten: „tu dir was gutes“ und ich kenne noch die omas die einem im park erklärt haben wie die welt funk­tio­niert. werte verschenkt man letzt­end­lich doch anderst – und abge­sehen davon würde ich mir ziem­lich seltsam vorkommen mit einem zuge­steckten fünfer in der hand + beleh­rende worte….

  29. Michael

    Wie bitte? Onkels im Park? 10 Mark zuge­steckt? Wurde da eine wie auch immer gear­tete Gegenleistung verlangt?

    Ich fürchte, die Diskussion rutsch so langsam in Bereiche ab, die viel­leicht dem persön­li­chen Gespräch mit dem Psychoanalytiker vorbe­halten sein sollten.

  30. Markus

    Also, dieses ZERREDEN schlägt mir langsam aufs Gemüt. Ich denke, dass jeder der Gutes tut das auch für sich selber macht und etwas stolz darauf ist. Der eine redet mehr darüber, der andere behält dies eher für sich. Hauptsache man tut was. Diese Diskussion zwischen persönlich/privat und unter­neh­mens­be­zogen ist blöd­sinnig. Ein Unternehmen besteht auch aus Menschen und zwar aus einer ganzen Gruppe jener. Der Knackpunkt ist hierbei, werden diese Menschen, welche in so einem „wohl­tä­tigen Unternehmen“ arbeiten mit einbe­zogen und wird dies auch als Teil der Kultur gelebt. Danach sollte man fragen! Alles andere sind über­heb­liche Behauptungen!

    Übrigens, ich rege mich immer mehr auf über die Brötchen-Investition von Juli Gudehus. Das ist schon ziem­lich arro­gant! Ich glaube dieses Grundnahrungsmittel hätte sie sich problemlos leisten können. Hinzu kommt, dass die Deutschen eh pein­lich sind was ihr Budget für Grundnahrungsmittel betrifft. Hätte sie sich von den 5 EUR zwei Bier gegönnt, dann wäre das wenigs­tens etwas Symbolisches gewesen. Obwohl, Bier ist ja auch ein Grundnahrungsmittel! :-)

  31. Ivo

    Naja, was letzt­lich jeder mit den fünf Euro macht, sollte man wohl besser nicht beur­teilen. Sonst fangen wir noch an zu unter­scheiden, ob »Brot für die Welt« besser ist als es einem Obdachlosen zu geben. Wenn man die nun beim Bäcker inves­tieren will, wird aus der- bzw. demje­nigen nicht gleich ein schlech­terer Mensch.

  32. Jens Kutílek

    René Götzenbrugger schrieb:

    ich kenne noch die onkels, die einem 10mark zuge­steckt haben, mit den worten: “tu dir was gutes�? und ich kenne noch die omas die einem im park erklärt haben wie die welt funk­tio­niert.

    Herr oder Frau »Michael« schrieb:

    Wie bitte? Onkels im Park? 10 Mark zuge­steckt? Wurde da eine wie auch immer gear­tete Gegenleistung verlangt?

    Ich fürchte, die Diskussion rutsch so langsam in Bereiche ab, die viel­leicht dem persön­li­chen Gespräch mit dem Psychoanalytiker vorbe­halten sein sollten.

    Ja, ich glaube, du soll­test wirk­lich lieber mit deinem Psychoanalytiker klären, wie du von Renés Aussage auf deine kommst. Sinnentnehmendes Lesen hilft übri­gens auch.

  33. onetrickpony

    erstensmal find ich die idee klasse. origi­nell und das mit dem stempel gibt dem ganzen das gewisse etwas. top… (einzig der text über­zeugt mich nicht ganz)

    ich bin ja eher der stille geniesser und muss meine meinung nicht dauernd kundtun. aber diese sinn­freien und neidi­schen comments hier sind ja das letzte. man redet immer von inno­va­tionen usw. aber trotzdem will die mehr­heit konser­va­tives / lang­wei­liges….

  34. Marcus

    ich kann mich meinem vorschreiber nur anschliessen, statt wirk­lich mal was posi­tives in der aktion sehen oder entde­cken zu wollen, zerredet die mehr­heit diese weih­nachts­karte einfach nur.
    ich find die idee die dahin­ter­steckt (oder die ich evt. auch nur hinein­in­ter­pre­tiere) sehr gut. mir schickt jemand 5 euro und fordert mich auf damit gutes zu tun. ich werde also in der weih­nachts­zeit, die ja eigent­lich besinn­lich sein soll, aufge­for­dert mich mit meinen werten und idealen ausein­an­der­zu­setzen? was ist „gutes“? wem soll ich gutes tun?
    tat juli etwas weniger gutes, als sie sich ein paar bröt­chen kaufte als jürgen, der den schein einem obdach­losen gab?

    auch wenn ich keine karte bekommen habe, meiner meinung nach haben fuenf­werken damit gutes getan.

  35. juli Gudehus

    Markus, damit Du Dich nicht mehr aufregen mußt: ich spende monat­lich 30 Euro an die Kindernothilfe (mein Patenkind Kiprop kenne ich seit er 10 ist, inzwi­schen studiert er) und ich gebe gern und häufig Straßenmusikanten und Obdachlosen Geld.

    Daß die Farbe sich von dem Fünfer abrub­beln läßt, habe ich wohl ange­sichts der Menge täglich zu bewäl­ti­gender Informationen über­lesen, hätte es aber auch nicht gemacht, wenn ich es gewußt hätte, weil es mich zuviel Zeit kostet. So habe ich diese 5 Euro in Brötchen umge­setzt und mit anderen 5 Euro Gutes getan. Geht es Dir jetzt wieder besser?

  36. Matthäus

    @juli Gudehus:
    Welche Delikatessenfirma war das denn bzw. was für eine Flasche bzw. was für ein Wasserprojekt?

  37. Manuel

    Abgesehen davon ob die Aktion gut oder schlecht ist, ist mir sofort ein Satz meiner Eltern einge­fallen: Gib einem Obdachlosen NIEMALS Geld, da die Chance, dass er sich davon Alkohol kauft sehr hoch ist.
    Ich will damit weder sagen, dass jeder Obdachlose Alkoholiker ist oder war. Ihm auch nicht abspre­chen, dass er mit Geld nicht umgehen kann – jedoch hätte ich es passender gefunden, dem Obdachlosen von dem Geld warme Socken und etwas zu Essen zu kaufen … Oder ihn zu fragen, was er denn braucht (Schokolade, Currywurst, …) und dann evtl. etwas Geld drauf­ge­legt um es zu besorgen.

    Ich will hier aber nicht als Besserwisser dastehen! Ich finde Jürgens Aktion schon gut!

  38. Juli Gudehus

    @Matthäus

    Das Hamburger Designbüro heißt Delicatessen und gestaltet sehr schöne, exqui­site Verpackungen. Das haben sie mit dieser Weihnachtssendung wieder bewiesen. Leider haben sie damit aber nicht unbe­dingt Intelligenz bewiesen.

    An dieser Stelle der Hinweis auf das Buch: „Der denkende Designer“ von Felicidad Romero-Tejedor. Das habe ich mir vor ein paar Tagen spontan gekauft, ich mußte schon lachen, als ich nur den Titel sah.

    Wie das Wasserprojekt hieß, kann ich Dir leider nicht mehr sagen, weil ich die Flasche ausge­trunken und wegge­worfen habe. Oder hätte ich die einem Obdachlosen geben sollen, damit er nicht wieder ALKOHOL davon kauft?

  39. verena

    Zitat: K R E I S C H ! ! ! ! !

  40. Blunzman

    Ein bekannter Berliner Grosswebhoster schreibt schon seit jahren nur Karten )ohne die übli­chen „Geschenke“) in denen er darauf hinweist, dass er je Karte 5 Euro an einen guten Zweck spendet. Meist Terre de Homes.

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