Mein Taunus ist jetzt Die Höhe

Mein alte Heimat, der Taunus, ein Mittelgebirge nahe Frankfurt am Main mit dem Großen Feldberg (882 m) als höchster Erhebung, macht mit einer neuen Bildmarke auf sich Aufmerksam. Über meine Taunuswurzeln habe ich hier im Fontblog schon des öfteren geschrieben (z. B. Grüße aus der Vergangenheit), meine Großmutter wanderte jeden Sonntag mit dem Taunusklub, mein Urgroßvater schrieb sogar den Text für eine lokale Hymne, den »Taunus-Sängergruß«, der noch heute von Gesangsvereinen der Region aufge­führt wird. Und so ist es für mich eine mittei­lens­werte Nachricht, wenn »mein Taunus« jetzt mit einem neuen Bildzeichen wirbt. Danke an Suzu Pahlke für den Hinweis.

Wie die Frankfurter Neue Presse am vergan­genen Freitag berichtet, hat der alte Leitspruch »Land der Berge, Burgen, Bäder« ausge­dient. Der Taunus wird künftig ganz einfach »Die Höhe« sein. Dies hat die Taunus Touristik Service (TTS) entschieden, die seit dieser Woche die Region mit einer eigenen Website vermarktet. Der neue Claim klingt erst mal frech und mutig, auch wenn er umgangs­sprach­lich eher negativ belastet ist, als Ausdruck der Empörung. Zusammen mit dem Bildzeichen wird jedoch schnell klar, das der Begriff als augen­zwin­kernde Übertreibung gemeint ist.

Der Schriftzug Taunus ist aus einer stili­sierten Pinsel-Script gesetzt, die der früheren Apple-Systemschrift Textile sehr ähnlich sieht. Der Querstrich des T läuft in einem schwung­vollen Bogen aus und stellt so »die Höhe« und Weite der Landschaft dar. Die Dachmarke arbeitet mit den Naturfarben Braun und Grün, spezi­elle Themen und Aktivitäten (z. B. »Sport & Outdoor«, »Kunst & Kultur«, …) werden mit anderen Zweitfarben darge­stellt (Abbildung unten).

Varianten des Logos, die zu dem Farbcode verschiedener Aktivitäten passen,

Sowohl für die neue Identity als auch für die Internetseite hat sich der TTS profes­sio­nelle Hilfe geholt. Das Corporate Design stammt aus der Feder des Frankfurter Büros Feine Machenschaften, die Betreuung und Programmierung der Internetseite wurde von der Kronberger Agentur Webdirekt über­nommen.

 


28 Kommentare

  1. Claus

    Taunus oder Taurus?

  2. FH

    Ich habe auch etwas Schwierigkeiten, das „n“ zu lesen – aber ansonsten find ich es gelungen.

  3. Theo

    Auf die schnelle hab ich “Tawnus” gelesen, ein biss­chen zu undeut­lich?

  4. Martin

    Ich finds gelungen. Das „u“ zum „n“ nimmt noch einmal den Schwung des „T-Querstrichs“ auf.

  5. thomas junold

    »Die Höhe«? eher ein ausdruck der entrüs­tung. sind die damen und herren im taunus sich da sicher?

  6. Mart

    Das „n“ sieht fürch­ter­lich aus, ansonsten finde ich das Logo optisch gelungen.

  7. Eric

    Der Taunus wurde Jahrhundert lang „die Höhe“ genannt. Der Begriff ist immer noch zu finden in Ortsnamen wie Bad Homburg vor der Höhe. Insofern sind sie sich wohl sicher.

  8. Dave

    @ thomas junold: 882m ist nun nicht gerade ein Berg (nach meinem Empfinden). Gibt es DIN Normen für Hügel, Anhöhen, Höhen, Berge, Gebirge, Hochgebirge?
    Ich komme gerade aus dem Urlaub (Montafon/Österreich). Dort von ca. 1900-2300m … da sind 882 auch eher nur eine „Höhe“ (bis hierhin: Alles Ironisch gemeint)

    Zur Bildmarke: Ich finde es gelungen. Ist auch gut zu lesen.

    Aber muss mann den als Taunus Besucher nun einen Leitfaden zur Erklärung der Farben mit sich führen? Warum steht da nicht „Sport“ etc. bei?
    Für Menschen mit einer „Farbsehschwäche“ könnte die Unterscheidung der ähnli­chen Farben sehr schwer werden.

    Gruß D

  9. Marcus

    Ich finde das Logo eben­falls gelungen. Das „schreck­liche“ n erin­nert an diverse Burgruinen, die sich an die Berghänge des Taunus schmiegen.

  10. martin

    Ne schöne Fönfrisur hat der Taunus jetzt. Die Stränchen gibt nun in verschie­denen Trendfarben.

  11. Sven

    Gefällt mir auch sehr gut. Die Schrift scheint eine abge­wan­delte »FF Tartine Script« zu sein, oder?

  12. stk

    Buahaha. Ich hab grad einen Flashback zur ehema­ligen Heimat in den US-Suedstaaten — und nachdem wir erst unla­engst aus nem bier­in­du­zierten Anfall von Heimweh das „Kentucky Unbridled Spirit“-Logo an die Wand einer befreun­deten WG nach­ge­zeichnet haben, kommen mir sowohl Typo als auch die Swooshes ein ganz klein wenig fremd­in­spi­riert vor ;)

    //edit: Hier mal so als direkter Vergleich:

  13. R::bert

    Oh, da sieht’s aber braun aus.

  14. czyk

    Als alte Taunuss (aus Oberursel, Tor zum Taunus) muss ich dazu natür­lich auch was sagen: Nein, das ist nicht der Taunus … ohne Feldbergturm … geht ja gahnett! Da passte das Motiv im (furcht­baren) alten Signet sehr viel besser. Farbe Braun: niemals! Und zum Thema u-n-Ligatur fällt doch jedem der hier Versammelten sicher eine elegan­tere Lösung ein. Danke auch für den Kentucky-Vergleich – das ist ja wirk­lich die Höhe! (Feine Machenschaften sind das ja, der Große Feldberg ist doch nicht der Guttenberg!)

  15. Weltin

    @czyk: also am Weltfrauentag möchte ich heute keine Anmerkung zum Türmchen auf der Taunuskuppe im alten Logo machen :-)

  16. Niels

    Also, ich kann die (pseudo)kritischen Anmerkungen nicht ganz nach­voll­ziehen.
    -braun finde ich als Farbe inhalt­lich konse­quent und richtig
    – Wer das „n“ kriti­siert. Über Geschmack lässt sich streiten. Aber hier geht es doch nicht darum, ob das der eine oder andere besser hinbe­kommen hätte! Das sieht nach einer bewussten Entscheidung zu Gunsten des vorderen Hügels aus.
    -Parallelen zum Kentucky-Logo sehe ich auch nicht. Das wäre ja unge­fähr so, wie wenn jemand ein Stück einer bestimmten Musikrichtung nicht von einem anderen Stück derselben Musikrichtung unter­scheiden kann.

    Mir gefällt es richtig gut! Chapeau!

  17. Wilhelm E.

    Lieber Jürgen, vielen Dank für die liebens­werte Einleitung. Ich mag den Taunus sehr und als Nord-Frankfurter (ex-Oberurseler) bin ich in einer Stunde mit dem Rennrad mitten drin. – Auch wenn der Schriftzug nicht ganz die Leichtigkeit und Eleganz der Logos der Schweizer Skiorte hat, ist die Taunushöh‘ weg von der Einfallslosigkeit des alten Entwurfs. Und das ist doch schon viel wert.

  18. Karsten Henze

    Ok, kleine Schrift, schnell gelesen, kein Lokalpatriot (und sicher nicht fair). Aber warum lese ich da nur: „Taunus. Die Hölle“? Ich muß wohl mal wieder hinfahren ;-)

  19. Marc

    Ganz ehrlich? Ich finde, das Logo kommt hier im Artikel zu gut weg. Da ist das Lokalpatriotherz wieder wärmer als bei anderen Regional-Logos. Ich finde es nicht schlecht, aber auch nicht gut. Einfach eines aus der Wühlkiste von 1000en.
    Da wurden schon stim­mi­gere Logos hier im Fontblog schlecht­ge­schrieben. Nein, hier hat die Objektivität nicht über das Herz gesiegt :-)

    Gruß aus München (wo alles unter 1000m gar keine Erwähnung findet :-D )

  20. Stephan

    Rein subjektiv: ich mag es sehr. Humor kommt gut rüber.

    Rein objektiv: viel bessere Schriftwahl als vorher. Die Landschaftlichkeit wird deut­li­cher heraus­ge­ar­beitet. Es ist wunderbar klar und vom Überhang befreit. Die Farbcodes sind albern … das begreift kein Mensch. Nicht einmal wenn da noch pene­trante Kampagnen folgen. Verstehe gar nicht, warum man hier so krampf­haft nach Untermarken sucht.
    Die Website (Startseite) ist auf den ersten Blick auch sehr gelungen und die Infos sind über­sicht­lich und schnell zugäng­lich. Großes Manko: die inte­grierten MS bing Karten.

    Gruß von der Nordsee (wo alles über 5m als Berg bezeichnet wird)

  21. AZ

    Die Höhe und der Hügel aus dem T finde ich sehr schön. Leider funk­tio­niert für mich das „n“ und die Farbe braun defi­nitiv nicht. Zum „n“ wurde vieles schon geschrieben hier. Aber das Braun passt bild­lich kaum zum Taunus, dass sage ich jetzt als alter Frankfurter.

  22. fritz

    Ich kann es auch nicht unter­drü­cken,
    ich muss es einfach sagen:
    das mit dem n geht nicht. Gar nicht.

  23. gegra

    Braun, wie kommt man nur darauf?

  24. Harald Welt

    Ich schau gerade mal aus dem Fenster…
    Auch zu dieser Jahreszeit ist der Taunus grün. Fakt. Warum also totes Braun und dann mit einer belie­bigen Farbkodierung beleben?

    Der Schriftzug kommt doch sehr retro daher. Passt aber zu Wandern, Stulle, Fuchstanz und Erbsensuppe. Wenn das so gewollt war – o.k.

    Das »n« soll wohl der beson­dere Irritationskick im sonst zu harmo­ni­schen Schriftzug sein, der allzu schnell und ohne Ober- und Unterlängen vorbei ist. Jetzt über­legt jeder ob es nicht doch der Taurus ist. Das wird auf ein baldiges Redesign raus­laufen…

    Ohne dem Schnippel hat man dem Taunus das Gesicht genommen. (Für Orsfremde erklärt: Das ist so, als ob die Quadriga beim Brandenburger Tor fehlt.) Natürlich nutzen ihn auch alle anlie­genden Gemeinden und Städte aber als Übermarke sollte man da nicht drauf verzichten… Jetzt ist der Taunus ein belie­biger »klaa Huppel«, wie man hier so sagt und man muss schon »Höhe« drunter schreiben um ihn als solche zu erkennen…

    Dennoch, es hätte alles noch viel schlimmer werden können. Bin gespannt wie man das Logo bei den Anwendungen zum Leben erweckt…

    Grüne Taunusgrüße aus Oberursel!

  25. JFM

    Weil hier so viele auf dem Lieben „N“ herum hacken:
    Wieso steht in dem Text Appple-Systenschrift mit tripple P und N statt M? Ist das ein Witz den ich nicht verstehe? :)

    Zum Logo: Ich finde es nicht schlecht. Über das N kann man streiten.
    Ich finde auch nicht, dass die verschie­denen Farben durch Text erläu­tert werden müssen. Das ergibt sich sicher später im Zusammenhang. In der entspre­chenden Broschüre ist dann der Sportbereich rot und der Kulturbereich gelb, oder wie auch immer.

  26. Lutz

    Das Schönste an diesem verun­glückten Logo ist die verwen­dete FF Thesis Sans in der Unterzeile.

  27. sonja

    ich mag das Logo sehr, sogar das „verun­glückte“ n
    mir gefällt der Schwung der Höhe und die Naturfarben.

  28. gegra

    Naturfarben – ist gut. Ich würde es Fäkalfarben nennen.

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