Mainzer Designer fightet für sein EU-Biologo

EU_Bio_Smile

Seit dem 8. Dezember 2009 dürfen die Bürger der Europäischen Union über ein neues, einheit­li­ches Biologo abstimmen (Fontblog berich­tete: EU-Biologo: es darf abge­stimmt werden). Zur Auswahl stehen 3 Entwürfe, von denen eine inter­na­tio­nale Jury eines präfe­riert hatte. Inzwischen wirbt auch ein Videoclip auf YouTube für die Abstimmung, die am 31. Januar 2010 endet:

Nun meldet sich der Entwerfer vom Logo Nummer 2 zu Wort, in Kommentar 53 zum oben verlinkten Fontblog-Beitrag. Er heißt David D. Holly, wurde 1980 in Mainz geboren und studierte dort Kommunikationsdesign. Auf einer eigens einge­rich­teten Webseite schreibt er über seinen Entwurf: »Die Intention meines Beitrages ist die Entwicklung einer freund­lich-spie­le­ri­schen Wort-Bildmarke, die im Kontext orga­ni­scher EU-Produkte steht und infolge effi­zi­enter Öffentlichkeitsarbeit zum posi­tiven Effekt und Mehrwert von Natürlichkeit und Menschlichkeit aufklären soll.« Im Rahmen anderer Projekte konnte Holly bereits Erfahrungen auf Ebene der Europäischen Union gewinnen.

Das Basiselement seines Entwurfs ist ein stili­siertes Blatt, das in einen Haken
mündet. Obwohl in der Linienführung vorder­gründig ein Lächeln (Smiley) versteckt ist, lasse die Gesamtheit des Symbols, so der Entwerfer, mehrere bild­hafte Interpretationen zu, wie »freches Früchtchen«, »Du bist, was Du isst!«, aber auch einen Kern, Körperteile wie ein Ohr oder der Teil eines Schwanzes.

Der Stellenwert der Zertifizierung wird durch einen typo­gra­fi­schen Zusatz gewähr­leistet: »EU Bio«. Unterstützt wird das Symbol durch eine markante Hintergrundform, ein hoch­for­ma­tiges Rechteck. Drei Ecken sind abge­rundet, die obere rechte Ecke fordere »zur Interaktion ›Probier mich!‹ auf und lässt das Logo in seiner Ganzheitlichkeit entstehen.«

Ich halte es für einen lobens­werten und nach­ah­mens­werten Schritt, dass der Entwerfer eines Logos, über das öffent­lich ange­stimmt wird, für seine Schöpfung wirbt. Viel zu viele Signets werden anonym in die Welt gesetzt, wer sie geschaffen hat und was diese Menschen sich beim Entwurf gedacht haben, bleibt für die Verbraucher meist im Verborgenen. Danke, David, ich sehe Deinen Entwurf jetzt mit anderen Augen.


54 Kommentare

  1. sir

    Ja aber mal ehrlich „Drei Ecken sind abge­rundet, die obere rechte Ecke fordere »zur Interaktion ›Probier mich!‹ auf und lässt das Logo in seiner Ganzheitlichkeit entstehen.«“

    das ist doch auch meist nur dumm­ge­schwätzt. und man dreht und erklärt es sich so wie es sich gerade verkauft.

  2. Erik

    Fighted? Was ist denn das für ein Wort? Hieß das nicht früher einfach kämpft?

    Im übrigen war das Zeichen aus gutem Grund nicht auf Platz 1 gesetzt. Ich war in der Jury.

  3. Jürgen Siebert

    Erik, da hat sich mein jour­na­lis­ti­scher Sportgeist durch­ge­setzt. Die EU insze­niert die Logo-Findung als Wettkampf (was die Jury zu recht erzürnt), und in der Sportberichterstattung wird Fight ebenso so gerne einge­setzt wie Fan oder Foul … weil die Briten tolle Sportarten erfunden haben, während die Deutschen kämpften.

  4. erik spiekermann

    Fight ist ja in Ordnung, gewis­ser­maßen als fach­aus­druck. Aber daraus gleich ein verb machen und das auch noch konjugieren….
    Das war ein beispiel dafür, wie wir oft nicht-deut­sche ausdrücke nehmen, weil wir die eigent­liche bedeu­tung eines deut­schen wortes abschwä­chen wollen. In der tat klingt „kämpft“ viel­leicht zu krie­ge­risch, aber dann muss man nach einem synonym suchen. Oder einfach mal mut haben. Er kämpft ja wirk­lich um sein logo. Und das ist gut so ;-)

  5. mätt

    @sir: du hast ein wesent­li­ches wort vergessen. Herr Holly schreibt: „Drei Ecken sind HARMONISCH abge­rundet, die obere rechte Ecke…“. Das ist wichtig ^^

    Auch für meinen Geschmack viel zu viel Schaum. Wie da versucht wird, das Glas voll zu kriegen – absurt. so ein Verkaufs-blabla macht mich regel­recht aggressiv. Vor allem dann, wenn es so offen­sicht­lich gemacht wird. Gibt es Menschen, die das mögen? Schlimmer als vom Versicherungsvertreter.
    Übrigens halte ich es auch über­haupt nicht sinn­voll, hunderte von Interpretationen in ein Zeichen zu packen. Dann kommt nämlich so ein verwa­schenes etwas raus. „Politikerlogos“ könnte man diese Art nennen. Viel sagen aber nichts richtig. Mir gefällt es gar nicht – sorry – aber ich gebe einen Foto-Sympathiepunkt.

  6. daggi

    Rettet die deut­sche, ach so genaue sprache? Das meint ihr doch nicht ernst? „Fighted“ ist absolut ok. Alle haben verstanden was gemeint ist und auch wie es gemeint ist. Dieser anti-angle­zismus kehrt anschei­nend immer wieder in die diskus­sion zurück. Als ob sprache ein herme­ti­sches, zu bewah­rendes universum wäre.

  7. Ralph

    Jetzt wirkt das Logo doch gleich viel persön­li­cher … Ernsthaft: beim Biss in die Zitrone fällt auf, dass das Logo keinerlei Fernwirkung besitzt, was bei einem Gang durch den farben­frohen Supermarkt einfach notwendig ist, um klar und schnell unter­scheiden zu können, was bio ist und was nicht.

    In inver­tierter Form noch akzep­tabel, aber auch da wirds auf einer Kiwi-Schale schwierig, aufgrund der detail­ierten Form.

    Ob es gut ist und auch gut tut, wird man ja am Ende der Abstimmung sehen.

  8. mätt

    fighted ja…aber fightet?

  9. till1

    ich hab bei dem logo immer eher an ein ohr (esel oder elf?) als ein lächeln gedacht.

  10. erik spiekermann

    Dieser anti-angle­zismus kehrt anschei­nend immer wieder in die diskus­sion zurück.Das meint ihr doch nicht ernst? “Fighted” ist absolut ok. 

    Jetzt werde ich mal ganz lehrerhaft:

    1. heißt es Anglizismus und Jürgen hat richtig „fightet“, also deutsch konju­giert, während „fighted” nicht exis­tiert. Die vergan­gen­heit von to fight ist fought, leider ein irre­gu­läres verb im engli­schen. Und das präsenz wäre „fights“.
    2. bin ich nicht gegen leben­dige sprache und schon gar nicht gegen englisch. Im gegen­teil, ich schreibe meine kolumnen (in Blueprint und in der Form und in meinem blog) auf englisch und auf deutsch
    3. ging es mir in meiner anmer­kung (die Jürgen völlig richtig einge­schätzt hat) gegen die verbrei­tete haltung, englisch aus faul­heit einzu­setzen. Klingt immer modern und spart dem schreiber genaueres nach­denken. Am ende entfremdet man die leser und nutzer, die nicht alle immer und überall dieses marke­ting- oder jour­na­listen-kauder­welsch lesen möchten.

    Ich weiß, dass „fighten“ ein fach­aus­druck ist und dass man auch engli­sche verben gele­gent­lich konju­gieren darf und sollte. Wer will schon „runter­holen“ anstatt „down­loaden“ schreiben? Aber die gele­gen­heit war einfach zu gut, mal wieder auf sprach­ver­schlu­de­rung hinzuweisen.

    Meine mutter selig wusste es schon immer:
    „Ungenaue sprache ist das ergebnis unge­nauen denkens.“

    Q E D
    (das ist lateinisch)

  11. erik spiekermann

    Hoppla: präsens wird natür­lich so geschrieben, bzw eigent­lich sogar prae­sens. Ist ja latein, auch mit umlaut.

  12. Miro

    Die mutige Erklärung des Logo macht das Logo leider nicht besser.
    Man muss einfach erkennen, dass das Logo (auf den ersten Blick) nicht funktioniert.
    Das als Entwerfer einzu­sehen finde ich mMn mutiger.

  13. steffen

    Also der erste was ich gesehen habe war ein Ohr.
    Ich glaube kaum das sich ein Käufer im Supermarkt Zeit für Interpretationen lässt und wenn doch sieht er evtl. ein Smiley, Körperteil oder Kern?
    Naja die Grüne Farbe und der Schriftzug wird den armen Käufer retten.

  14. guest

    „Ich halte es für einen lobens­werten und nach­ah­mens­werten Schritt, dass der Entwerfer eines Logos, über das öffent­lich ange­stimmt wird, für seine Schöpfung wirbt.“

    du meinst wohl, dass du es lobens­wert findest, dass sich der desi­gner so bedrängt und von anonymen gestal­tern runter­ar­gu­men­tiert vorkommt, dass er auf dem font­blog eine recht­fer­ti­gung abgeben muß.

  15. Tanja

    Ob er da nun für SEIN Logo »kämpft« – oder einfach nur Publicity für seine Person (ER = Designer // Hallo Öffentlichkeit!) machen möchte, sei dahingestellt …

  16. Jürgen Siebert

    Danke, guest (14): Ich bin in der Tat nicht glück­lich, wie die Debatte hier gestartet ist. Sprechen wir doch einfach mal über Design, Wettbewerbe und der Verständnis von Design … anstatt über Metathemen.

  17. Pascal

    Die deut­sche Sprache hat einen unheim­li­chen Wortschatz – ein Schatz an Wörtern, nicht einfach „Vocabular“.
    Warum dann immer wieder auf das Englische zurück­greifen, wo es keinen Sinn macht? Wirklich nichts gegen Englisch!
    Es wäre Blödsinn, Twitter Blog und Co zwang­haft in Übersetzungen zu quet­schen, aber wo man im angel­säch­si­schem Raum schief ange­schaut wird, wenn man von „Handy“ spricht, kann ich insbe­son­dere diese Mischung von Deutsch und Englisch bei Verben nicht nach­voll­ziehen, denn das sind sinn­lose, deut­sche Erfindungen.
    Soviel nur dazu – denn da war ich direkt drüber gestolpert.

    Den Logovorschlag finde ich nicht schreck­lich – über­zeugen tut er mich jedoch auch nicht. Es fühlt sich für mich so an, als wäre hier zu viel versucht worden – der Haken MIT dem Smiley und dann aber eine Kantige Ecke. Sieht alles etwas unaus­ge­wogen aus.
    Insgesamt eine schwie­rige Entscheidung aus den drei Vorschlägen einen Favoriten zu wählen.

  18. Felix

    Bin leider auch nicht so begeis­tert davon – die Beschreibung gibt mir den Rest.

  19. robertmichael

    also ich versteh das logo trotzdem nicht, dabei sehe sonst ziem­lich viel in logos aber hier hört meine fantasie auf. das ding soll BIO zum ausdruck bringen. was nützt mir ein schweinsohr auf einem erdbeer­jo­gurth oder einem ei? ich finde es ja toll das der desi­gner um seinen entwurf kämpft (ha!) aber dieses blablabla um das logo und es könnte dies und das sein über­zeugt mich leider über­haupt nicht. wie einer meiner vorredner schon schrieb: bitte nicht hunderte von inter­pre­da­tionen in ein logo packen. „schaut mal was mein logo alles kann“. warum schreibt man nicht einfach BIO (oder: echt bio, bio geprüft, eu geprüft ….) auf die verpa­ckungen, irgendwie in siegel­form damit es wichtig aussieht. ich meine es ist ja irgendwie ein ernstes thema und da will ich keine spie­le­rein mit lachenden blät­tern oder tierohren.
    aber da ist die EU selbst schuld, erst ein logo vorstellen, dann den schwanz einziehen und nihct hinter dem entwurf stehen, dann macht man halt einen wett­be­werb daraus und wählt drei logos aus die teil­weise fernab jeder realität sind (ich sag nur: hiero­gly­phen-stier-mit-euter). tja, dann solls wohl so sein. jeder bekommt das schweinsohr was er verdient.

  20. robertmichael

    diese kantige ecke finde ich auch ganz schlimm, was soll das? soll es modern wirken? nochmal: es soll ein BIO-GÜTESIEGEL werden, diese ecke finde ich nicht zum anbeissen, ich finde es eher abschre­ckend da mich die form irgendwie aneinen benzin­ka­nister erinnert.

    viel­leicht mal ein blick nach unten zu den öster­rei­chern, denn die haben ein güte­siegel was als solche erkennbar ist:


    http://​www​.billa​.at/​L​a​y​o​u​t​s​/​d​d​_​b​i​_​s​u​b​s​e​i​t​e​2​0​0​6​.​a​s​p​x​?​f​o​l​d​e​r​I​d​=​5​2​9​8​5​&​p​a​g​e​I​d​=​1​2​9​811

    schlicht, einfach, ausge­schrieben und somit verständ­lich. staat­lich sieht es durch die farben auch noch aus. da müssen keine blumen, blätter, smilies, sonnen oder stiere mit euter abge­bildet werden.

  21. erik spiekermann

    aber da ist die EU selbst schuld, erst ein logo vorstellen, dann den schwanz einziehen und nihct hinter dem entwurf stehen, dann macht man halt einen wett­be­werb daraus und wählt drei logos aus 

    Du hast recht. Die jury hatte einhellig nur einen entwurf vorge­schlagen, der ledig­lich ein wenig über­ar­beitet werden sollte aus repro­tech­ni­schen gründen: das blatt mit einem umriss aus EU-sternen. Die anderen beiden sind rein­ge­kommen, weil die EU unbe­dingt öffent­lich­keits­wirksam die bevöl­ke­rung invol­vieren wollte. Die jury hat protes­tiert und erfahren, dass die abstim­mung sowieso auf unseren vorschlag hinaus­läuft. Kein grund zur sorge. Falls das doch schief­laufen sollte, wird die jury sich von dem entwurf distan­zieren. Das nützt zwar nichts, aber unser ruf bliebe intakt. Außerdem geht es hier nicht um leben und tod, sondern nur um ein weiteres logo, dessen sinn und zweck ohnehin eher unklar bleiben.

  22. erik spiekermann

    Noch was: einfach BIO geprüft oder so drauf­schreiben geht nicht. Die EU verwendet wenigs­tens 6 spra­chen, und dann sind immer noch ein dutzend länder belei­digt, weil ihre sprache nicht vorkommt. Und selbst BIO ist kein einheit­li­cher begriff. Das muss woan­ders organic heißen oder sonstwas. Schrift auf EU logos ist fast nie möglich.

  23. Herb G

    Also ich find‘s absolut sympa­thisch, wie uns Herr Holly den Erklärbär gibt :-) Das muß man sich ja auch erst mal trauen: Sich selbst mit seiner Kreation foto­gra­fiert der Kritik der Branche stellen – Eigenmarketing hin oder her! Meine Assoziation beim Betrachten des Logos bleibt auch beim „Schweinsohr“ hängen, ja klar – irgendwas Vegetabiles ist schon auch drin.
    Nur: „amtlich“, offi­ziell und ja sagen wir auch „hoheit­lich“ kommt sein Entwurf (und auch die 2 anderen) nicht daher. Könnte auch ein Sublabel von einem Lebensmittelkonzern sein, der damit seine Bio-Schiene kennzeichnet.
    Also ich finde: so ein Siegel wie die Beispiele bei #20, das reicht doch voll­kommen und würde bei mir mehr Vertrauensvorsprung genießen als die 3 EU-Favoriten.

  24. Lars

    Die Exekution des Logos lässt auch zu wünschen übrig… insbe­son­dere die Strichstärke ist so uninspirierend…

  25. eva

    wenn der entwerfer zu hinter seinem logo steht, warum soll er nicht dafür werben?
    das ist eine logi­sche marke­ting­ak­tion und hat m. e. mit mut nichts zu tun. (ich finde das logo auch nicht katastrophal).
    dass er nun plötz­lich einsehen soll, dass sein logo schlecht ist, halte ich für eine sehr vermes­sene forde­rung. jeder weiß wie man zu eigenen entwürfen steht: subjektiv.

    @ erik spiekermann
    mich inter­es­siert vielmehr:
    wie kam logo nummer drei zur abstim­mung? stand es tatsäch­lich auch bei der jury auf dem dritten platz? von 3422 einrei­chungen? dieses „logo“ verschlägt mir nämlich viel mehr die sprache …

  26. robertmichael

    das mit der mehr­spra­chig­keit ist ein guter einwurf, erik. daran sieht man mal wieder was so ein EU-logo bringt. wieso muss sowas denn die EU entscheiden, wieso kann nicht jedes land sein eigenes siegel gestalten und die EU segnet das nur ab? von mir aus in form des logos aus öster­reich, dass kann man doch auf verschie­dene länder über­tragen. eine natio­nale gestal­tung für produkte die nur im inland verkauft werden und eine inter­na­tio­nale form in engli­scher sprache für produkte die im ausland verkauft werden. EU organic — was weiss ich.
    aber selbst wenn es nur ein logo als bild­marke sein muss, dann doch bitte irgendwas was alle verstehen. dieser entwurf http://​www​.face​book​.com/​p​h​o​t​o​.​p​h​p​?​p​i​d​=​2​0​5​2​7​9​6​&​o​p​=​4​&​o​=​g​l​o​b​a​l​&​v​i​e​w​=​g​l​o​b​a​l​&​s​u​b​j​=​8​5​3​7​5​7​9​8​2​7​6​&​i​d​=​8​4​3​1​5​8​723 war ja schon ein guter anfang. die pflanze hätte man ja noch etwas ausar­beiten können.
    im grunde entscheidet das eh die wirt­schaft, letzt­end­lich landet das logo auf jedem zweitem produkt und der konsu­ment ist wieder verun­si­chert. beim grünen punkt sieht man ja gut wie das system dahinter versagt hat.
    wie erik schon sagte, hier geht es leider mal wieder um poli­ti­sche entschei­dungen, bera­ter­ge­hälter und opium fürs volk. viel­leicht brau­chen wir desi­gner doch mehr lobby­isten in brüssel.

  27. UweS

    „Danke, David, ich sehe Deinen Entwurf jetzt mit anderen Augen.“

    Wenn ein Logo Erklärungsbedarf hat funk­tio­nert es nicht / nicht richtig. Der Kunde im Laden sieht ein Ohr, ein Blatt oder doch ein Gesicht? Was bei einem Firmenlogo viel­leicht inter­es­sant sein kann, wird bei einem „Guck-und-weg“ Gütesiegel nicht wahr­ge­nommen. Keine eindeu­tige Wirkung in der Ferne, kein bestehender Symbolcharakter. Für mich einfach nur ein weiteres Dings auf der Packung.

  28. HD Schellnack.

    Grundsätzlich mag ich einige Sachen an David Hollys Entwurf und finde ihn – so rein graphisch – span­nender als ein Blatt und EU-Sterne. Wie aus dem Checkmark ein Blatt wird usw – da ist viel vertret­bares dran, finde ich.

    Rein als Marke ist das Sternenblatt aber eben saumäßig eindeutig und aufs Auge und inso­fern funk­tional. Ich finde, «it works» ist nicht IMMER ein Argument für eine Designentscheidung, manchmal sollte man auch den Mut haben, sper­rige Dinge zu tun, aber in so einem Fall ist es eben wahr­schein­lich schon so, dass es ohne Sprache, ohne Erklärung und als klares mini­males Signet funk­tio­nieren muss. Das tut das Blatt, ohne allzu­viel zu nerven, ohne Zeitgeistigkeit, auch ohne allzu­große Eleganz oder Modernität, aber so what.

    Wichtiger wäre eher, wenn die EU-Normen zu dem Logo auch tatsäch­lich Biss hätten :-D

  29. Erik spiekermann

    Die jury hatte Das hiero­gly­phen­logo eindeutig raus­ge­worfen. Es gab neben dem 1. platz noch eine short­list von 10 weiteren, die sie haben wollten zur juris­ti­schen prüfung…
    Die nun veröf­fent­lichte liste hat zu großem krach mit uns juroren geführt. Diese riesen­be­hörde ist eben undurchsichtig.

  30. R::bert

    …eine font(blog)frage:

    Kennt jemand die Typo, welche David D. Holly beim EU-Bio-Logo verwendet hat?

  31. robertmichael

    das ist ein free­font namens AUdimat von http://​www​.smel​tery​.net — steht auf seiner seite.

  32. Stefan

    Der Fachbegriff für die Qualität der Ausführung des Symbols lautet »kruckelig«. Er beschreibt die gewrun­genen Versätze, die durch zu lange Bezierhandles entstehen.

  33. Nana

    Das Blatt-Logo (oder was immer es sein soll) schaut aus wie eine Mumu …

    Sehr pein­lich.

  34. Miro

    Stefan les mal den Beitrag über dir ;-)

  35. jamie oliver

    auch in der schweiz gibts Bio Logos, die sehen zwar nicht viel besser aus, scheinbar muss ein Blatt oder eine Kospe drauf für ein rich­tiges Bio Logo.

    hier das offizielle:

    und hier die moderne Variante des Grossverteilers Migros:

  36. Stefan

    Das Blatt-Logo (oder was immer es sein soll) schaut aus wie eine Mumu …

    …ist doch auch Bio, oder?

  37. Gunnar

    Unabhängig von der quali­ta­tiven Ausführung des oben gezeigten Logos, sind Logos und Signets doch auch erlernbar. Es geht ja nicht um eine Notausgang-Beschilderung. Ob ich lerne, dass eine aus Sternen gesetzte Umrisslinie eines Blattes „Bio“ bedeutet, oder eine zumin­dest eigen­ar­tige Schweinchenohr-Form, macht für mich keinen großen Unterschied. Einen abstrakten Begriff wie „biolo­gi­sche Landwirtschaft“ kann man in einem Signet nicht selbst­er­klä­rend darstellen.

  38. gegra

    Durchs dafür werben wird es auch nicht besser. Ein Trauerspiel, dass durch eine schein­de­mo­kra­ti­sche „Bürgerbeteiligung“ völlig ins Absurde abgleitet.

  39. D.D.Holly

    Zeichen auf Packungen, bleiben Zeichen auf Packungen, wenn es dabei bleibt.
    Die EU will doch keine Sensibilisierung und was soll der demo­kra­ti­sche Prozess? =[=
    Keine Beratung — keine Aufklärung, aber Image-PR?

    Meiner Meinung nach, ist ein Lebensmittel-TÜV kein Vergnügen und konti­nen­taler Sternenbanner-patrio­tismus keine Weitsicht für die junge Generation L. Müller und O. Normal.
    Ich bin nicht das Model und wünsche Æ, dass er mit viel Humor seinem Stigmata begegnet. Danke für den witzigen Tag.
    Und die Salate und das Rattatoui im Anschluss waren lecker.
    Ich muss mich nicht selbst in der Öffentlichkeit produ­zieren und stehe zu meinem denken und handeln.
    Und ich bin absolut der Meinung, dass aus der ersten Visualisierung weit mehr zu holen ist. Na dann gute Nacht..

    Man braucht sich nicht wundern, dass Kommunikationsdesign zu Grafikdesign wird. Kreativität mit Dekoration zu gleich­zu­setzen ist und digi­tales Kunst-Handwerk als Pixel anrichten verstanden wird. Berufungen im Wandel. Keine Philosophie, keine Politik, kein Herz, keine Seele, kein Tiefe, keine Vision. Oberflächlich schön und gut ist. Ich studiere Kommunikation und gestalte problem­lö­sungs­ori­en­tierte Botschaften. Alles beginnt mir einem ersten Gedanken, einer Idee, einem Konzept, einem Strich. Ich beschreibe ein Fundament, setze und befes­tige den ersten Stein — ohne mit der Tür gleich ins Haus zu fallen. Darauf bauen kann man nur gemeinsam… Und das ist das liebens- und lebens­wer­teste an der Kreation.

  40. Christian

    Bei aller Liebe, das Zeichen funk­tio­niert einfach nicht. Die Form knüpft nirgends an, die Formensprache ist nicht stark. Das Blatt aus den Sternen knüpft an der EU-Flagge an und bildet ein Blatt. Diese Herleitung kann jeder binnen Mikrosekunden bilden. Werden demnächst auch stati­sche Planungen demo­kra­tisch abge­stimmt? Seltsame Sitten.

  41. Flipagain

    Riecht es hier nach Eitelkeit oder bin ich das?

  42. Peter

    Plaudert Herr S. da etwas unge­schickt aus dem Nähkästchen? Weh‘ dem, der Böses unterstellt…

    Es grenzt an Anmaßung und Hochmut als Logo-Juror auf seiner eigenen Web-Seite Politik zu machen und bereits im Vorfeld zu polarisieren.

    Diese Tatsache spricht leider nicht für die Juroren und wirft ein nega­tives Licht auf den Autor. Für mich läßt das arg an der Kompetenz der Jury zwei­feln, nicht auf die Wettbewerber.

    „Durch nichts bezeichnen die Menschen mehr ihren Charakter als durch das, was sie lächer­lich finden. “
    (Goethe)

    Chapeau für Herrn H.!

  43. mätt

    Wie der Name „Kommunikationsdesign“ schon richtig beschreibt, wird Kommunikation gestaltet/betrieben. Und anders als in der Kunst, wo Botschaften nicht immer eindeutig, nicht sofort verständ­lich oder gar verschlüs­selt sein können, hat Kommunikationsdesign das Ziel, eine Zielgruppe verständ­lich zu errei­chen. Der Sender mag noch so tolle Ideen/Gedanken haben – ist er nicht in der Lage, diese zu kommu­ni­zieren, hat er meiner Meinung nach sein Ziel verfehlt. Ich sehe das gern wie eine Art Dolmetscher. Wähle ich die falsche oder beherr­sche die Zielsprache nicht richtig, wird mein Gegenüber keine sinn­voll verwert­bare Information erhalten.

  44. hobbystatistiker

    Kollegen aus der Hölle :-)

    ____________________________________________
    Strichstärke hin oder her, eckige Ecke hin oder her (Dummzeug, das mit der Ecke zu bewerben, aber auch es zu kritisieren):

    Das Ding ist einfach ein grünes Ohr, fertig.

    Der Urheber mag gern das Beste daraus machen. Vielleicht seinen Designer-Konzeptschwatz umstellen auf Öko-Hörgeräte und das Ding beim Hörgeräteverband einreichen.

  45. Peter

    Hier wird gänz­lich außer Acht gelassen, dass die Zielgruppe die Verbraucher sind und
    nicht ggfs.selbsternannte Designer, die dieses Siegel unter dem Aspekt des vermeint­lich erlernten „Handwerks“
    verstanden haben mögen.

    Ein wenig Watzlawick und Friedrich Schulz von Thun täte hier gut :

    „Der Empfänger bestimmt die Botschaft“…nicht der Sender

  46. hobbystatistiker

    Muss mich verbes­sern: Das Ding ist ein Elfenohr.
    Ein grünes spitzes Elfenohr.

    ___________________________________________

    Der gute alte Watzlawik:
    „Ich weiß nicht, was ich gesagt habe, bevor ich die Antwort meines Gegenüber gehört habe.“

  47. BAR M Grafikdesign

    Wir outen (Hallo Erik) uns: gerade für Hollys Entwurf gestimmt.

    Soviel bashing (Hallo Erik) muss ja nicht sein, auch wenn die in den Kommentaren zitierten raus­ge­flo­genen Entwürfe die Endauswahl über­bieten (wie es natür­lich auch das schweizer Beispiel tut). Aber wir haben in öffent­li­chen Wettbewerben schon viel schlim­mere Ergebnisse gehabt (wir brau­chen nicht erinnern).

    Die Herren und Damen Jury haben ja kein beson­ders breites Spektrum zur Wahl gestellt. Wobei – zweites Outen (Hallo Erik) – uns ja die Atommöhre (mit dem Restbauernhof) auch sehr gut gefällt.

  48. erik spiekermann

    Plaudert Herr S. da etwas unge­schickt aus dem Nähkästchen? Weh’ dem, der Böses unter­stellt… Es grenzt an Anmaßung und Hochmut als Logo-Juror auf seiner eigenen Web-Seite Politik zu machen und bereits im Vorfeld zu polarisieren.

    Wieder ein beispiel dafür, dass es besser wäre, sorg­fältig zu lesen und viel­leicht sogar zu recher­chieren, bevor man anonyme, falsche und dumme anschul­di­gungen in die welt setzt.
    Der reihe nach:
    Seit wann ist der Fontblog meine eigene website? Verantwortlich ist immer noch Jürgen Siebert, ich bin hier nur normale Leser.
    Wieso vorfeld? Die jury hat letztes jahr getagt und die ergeb­nisse sind öffent­lich, sonst dürfte sie der kollege in Mainz auch nicht publizieren.
    Die juroren hatten einen eindeu­tigen gewinner ausge­macht und von einer öffent­li­chen abstim­mung war nie die rede. Angeblich wurden aber vorsichts­halber zehn weitere logos von den juristen der EU recher­chiert und dann drei aus dieser short­list veröf­fent­licht. Dagegen haben wir juroren protes­tiert, denn als juror hat man eine verant­wor­tung und nicht nur eine alibi­funk­tion. Ich habe mitge­macht, damit endlich auch gestalter an solchen prozessen teil­nehmen, die bisher meis­tens unter ausschluss der fach­öf­fent­lich­keit statt­ge­funden haben. Das dient unserem berufs­stand und hat mich zwei unbe­zahlte tage in Brüssel und eine menge zeit für die korre­spon­denz gekostet.
    Dafür hätte ich eigent­lich ein fleiß­kärt­chen verdient anstatt dumme und neidi­sche anmache. Wenn die besser­wisser gele­gent­lich ihren arsch hoch­kriegten und auch mal etwas täten statt immer nur aus dem off zu nölen, hätten wir gestalter viel­leicht ein besseres ansehen.

  49. KurtE

    @Meister Eric:
    Vielen Dank für die Aufklärung. Ich hätte echt gedacht, daß sich die Mitarbeiter der EU-Entscheider die Arbeit der Vorauswahl gemacht haben und dann haben die EU-Entscheider auf einer ihren langen Sitzungen unter TOP 95 kurz die Hand gehoben und das wars dann für die.

  50. Marc Mendelson

    Ich stelle mal eine nicht unwich­tige Frage, zum öffent­li­chen Votingverfahren via Internet:

    Könnte eine einzelne Person tech­nisch mehr­fach Stimmen abgeben, bzw. wird/kann das kontrol­liert werden?

    Ich würde für das Sternchen-Blatt stimmen, wenn es Sinn machen würde und mich jemand über­zeugt, dass das Verfahren keine Tücken mit sich bringt.

  51. Nick Blume-Zander

    Das ist ja der Ertle auf dem Foto, der hat nichts damit zu tun, oder?

  52. Jürgen Siebert

    Ich glaube, das Foto zeigt ein Model … ob es Ertle heißt, weiß ich nicht. Ich kenne Ertle nicht.

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