Im Zeichen der Krise: 1.-Mai-Demo in Berlin

Am 1. Mai wollen alle wieder demons­trieren, in Berlin. Neben den übli­chen Gewerkschafts-, Partei- und Antifa-Demos will auch die NPD mit einer Kundgebung in Köpenick auf die Straße gehen. Für Unterhaltung und poli­ti­sche Agitation ist also den gesamten Tag gesorgt.

Wie in den letzten Jahren finde­tauch die Mayday-Parade am Tag der Arbeit statt … nicht zu verwech­seln mit dem gleich­na­migen Rave in der Wetfalenhalle Dortmund. Beim poli­ti­schen Mayday handelt es sich um eine von linken italie­ni­schen, fran­zö­si­schen und kata­la­ni­schen Aktivisten ins Leben geru­fene 1.-Mai-Demo, die von Jahr zu Jahr wächst – unter der Dachmarke Euro-Mayday.

In Berlin wollen die Organisatoren mit 7.000 Teilnehmern um 13.30 Uhr Unter den Linden in Höhe Bebelplatz starten. Im Anschluss sollte die Demonstranten durch Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg laufen – unter anderem über die Friedrichstraße. Das hat die Polizei im Anmeldergespräch unter­sagt und das Verbot auch gleich auf die benach­barte Charlottenstraße ausge­dehnt. Um eine neue Route wird noch gerungen.

Ungeachtet dessen läuft die Plakat-Kampagne für den Mayday auf Hochtouren, konzi­piert von Image-Shift (Sandy Kaltenborn, Pierre Maite). Die Plakate sind fertig gedruckt und liegen in verschie­denen Läden in Berlin bereit. Sie besteht aus den Buchstaben K R I S E, einem ? und verschie­denen blauen Überklebern. Jeder Buchstabe steht für ein Schlüsselwort (Kapita­lismus, Rettungs­paket, …), das auf den Postern mit Kleingedrucktem näher beleuchtet wird. Buchstaben können für sich stehen. Man kann aber auch andere Wörter als Krise plaka­tieren, zum Beispiel RISSE, KEKS oder KISS.

Mehr zur Kampagne hier … (Abbildungen: Image-Shift)


8 Kommentare

  1. Benjamin Hickethier

    Ach wie schön…! Schön auch, über dendi­edas Fontblog die Mayday-Parade-Daten zu erfahren, wenn man schon selber nicht in der Stadt ist.

    Angemerkt: Image-Shift sind Pierre Maite und Sandy Kaltenborn (vgl. Typo07-Vortrag) und: Die Mayday07-Plakatserie von Image-Shift wurden ausge­zeichnet, unter den 100 besten des Jahres.
    http://​www​.100​-beste​-plakate​.de/​2​0​0​7​/​b​i​l​d​s​c​h​a​u​_​0​7​.​htm

  2. pat

    ja – sehen recht fett aus. hat mir gefallen.

  3. Homie

    gefällt garnicht… echt schlecht

  4. Joey

    Erinnert mich doch sehr (!) an die „Tanz im August“-Kampagne in Berlin aus dem letzten Jahr.

    Die Idee ist an sich ja nicht schlecht, jedoch scheint es mir, als ob hier fröh­lich durch die Gegend plagi­iert wurde. Soll keine Anschuldigung sein, doch die Ähnlichkeit ist frap­pie­rend.

  5. CHR15

    im zeichen des null-effekts.

    oder weiß jemand nach diesem 1. mai aufgrund der kampagne mehr über die ursa­chen, den stand oder die auswir­kungen?

  6. sandy kaltenborn

    oh – ja – stimmt. etwas unan­ge­nehm fühlt sich das erstmal an mit dem vergleich. auf der anderen seite haben wir bei diesem entwurf nicht das gefühl gehabt das rad neu zu erfinden, ( – wenn wir auch nicht an diese TANZ plakate beim entwerfen dachten) ich fand die „tanzenden plakate“ ne feine sache (!) und hab kein problem damit das unser stadt-KRISE?-scrabble plakate dem nun sehr nahe kommen. denn es geht uns ja nicht um neu neu neu – sondern um die sozialen, diskur­siven quali­täten der visu­ellen produkte die wir in die welt setzen – also wo und wie sie ihre kommu­ni­ka­tiven quali­täten entfalten…

    und falls sich nun noch mehr an diese tanz plakate bei erbli­cken unserer reihe erin­nern > um so besser – denn:

    „If I can’t dance, I don’t want to be part of your revo­lu­tion.“ (emma goldman)

    in diesem sinne & mit grüssen

    sandy kalten­born
    / image-shift

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