Ikea-Katalog 2010: Verdana ersetzt Futura

Der neue Ikea-Katalog wird gerade in Europa ausge­lie­fert. In den USA ist er bereits in den meisten Haushalten ange­kommen. Und von dort schwappen nun die ersten Horrormeldung via Twitter über den Teich: Der Hauptkatalog 2010 ist komplett in der Allerweltsschrift Verdana gesetzt. Drei typi­sche Kommentare: Web-Fonts sehen gedruckt bescheuert aus, Ihr habt meinen Respekt als Designer verloren, typo­gra­fi­sche Identitätskrise.

Damit verab­schiedet sich das Möbelhaus in dieser Saison von der lange verwen­deten Futura. Warum haben die schwe­di­schen Kataloggestalter das getan? Sicher nicht zur Verbesserung der Lesbarkeit: Schon seit Jahren wünsche ich mir eine Serifenschrift fürs Kleingedruckte. Um den gedruckten Auftritt mit dem Internet-Auftritt in Einklang zu bringen? Möglicherweise. Mehr Profil gewinnen: Eher nicht.

Ich glaube … doch das wird die Schweden so nicht zugeben: Verdana ist billig, Verdana ist massen­taug­lich, Verdana ist zeit­gemäß. Sind das nicht die Markenwerte von Ikea?


110 Kommentare

  1. Simon

    Außer im Internet in kleinen Textgrößen funk­tio­niert die Verdana leider nicht. Schade IKEA, wer hat euch diesen Unsinn verkauft?! Für mich gehören Futura und IKEA zusammen…

  2. Micha

    Musste dies soeben im Onlinekatalog mit Erschrecken fest­stellen. Wechsel von Futura auf Verdana… Oh mein Gott! IKEA ist bei mir grade in der Beliebtheitsskala um einige Punkte nach unten geschnellt. Mir bleibt vor lauter Schrecken momentan die Luft weg. Ich hoffe nur, bei der 2011er Ausgabe des Katalogs wird wieder zurück auf die Futura gewech­selt.

    (Übrigens… Es soll ja sogar Leute geben, die Verdana als Haus- und Logoschrift benutzen.)

  3. Matt

    Das tut weh. Sehr weh. Werde mir ein neues Möbelhaus suchen müssen.

  4. Michael

    Schön dass du die Diskussion zum Thema aufge­nommen hast. Ich bin mir nicht sicher ob der Kostenfaktor eine entschei­dende Rolle spielt und hab sogar posi­tive Kommentare gelesen: http://​jxnblk​.tumblr​.com/​p​o​s​t​/​1​5​9​2​1​0​1​0​1​/​i​k​e​a​-​o​w​n​s​-​v​e​r​d​a​n​a​-​i​-​l​o​v​e​-​v​e​r​d​a​n​a​-​o​n​-​s​c​r​e​e​n​-​b​u​t-i
    Leider simmt eben nicht ganz, was das ameri­ka­ni­sche Cover verspricht: „New lower prices, same great quality“…

  5. Thomas Scholz

    Wenn Verdana über­haupt etwas kommui­ni­ziert, dann das Flair des Billigen. Im Jahr darauf kommt dann wohl der nächste logi­sche Schritt: Comic Sans.

    Vielleicht will IKEA künftig auch mehr Text unter­bringen und deshalb die Schrift verklei­nern. Das hält die Verdana ein bißchen besser aus als die Futura. Aber ob längere Texte den ästhe­ti­schen Abrutsch kompen­sieren können? Ich bezweifle das …

  6. DanU

    der ansatz stimmt, denn die Futura ja auch nur gut für die Headlines war. da schliess ich mich Jürgen an: für die Textblöcke (und die vielen zahlen) war Futura auch keine traum­lö­sung. aber die verdana muss es ja auch nicht gleich sein. ;)
    sollte so ein dicker global player nicht mal seine EIGENE schrift haben (und dabei womög­lich sogar noch geld sparen!?)

  7. R::bert

    Aber eines muss man Ihnen lassen: sie haben gleich noch die Qualität des Titelfotos auf die der Typo redu­ziert. Hoffentlich nicht auch noch die Quali der Möbel…

  8. Jürgen W.

    Helvetica für die CDU und Verdana für Ikea. Passt alles wunderbar konse­quent zusammen.

  9. HD Schellnack.

    Vor allem passt die Verdana prima zu Ikeas Umgang mit Markenvorbildern, die gern mal preis­wert nach­ge­baut werden. Aber will man das nun wirk­lich kommu­ni­zieren?
    Futura ist zeitlos und von Ikea (und VW) seit Jahren ganz gut im fami­li­en­freund­li­chen Tandem seltsam emotio­na­li­siert– und passte inso­fern immer recht gut, obwohl das Ikea-Design eh immer über­la­dener wird.
    Die Verdana ist eine verpasste Chance, sich eine indi­vi­du­el­lere Schrift zu geben. Rück- statt Fortschritt. Wird entspre­chend even­tuell nicht von Dauer sein.

  10. Florian

    ruedi baur’s büro hat für eine fran­zö­si­sche schule mal die verdana als haus­schrift über­ar­beitet und „lesbar“ gemacht, da die original verdana schreck­lich ist

  11. Jürgen W.

    @ 10: So? Mit dem Filzer über­malt wie die Syntax?

  12. Dave

    Meine Meinung als gelernter Tischler dazu:
    „Alles passend zur Qualität der Möbel. Ist doch konse­quent!“

  13. Ralf

    Vielleicht ist der Verdana-„Look“ ja grad total im kommen – die neue Audi-Hausschrift ist ja auch nicht weit weg davon. Und da tat’s auch richtig weh, finde ich!

  14. Uans

    Das ist doch krank! Wie kann ein vernünftig denkender Mensch so etwas veran­lassen.

    Futura ist DIE Ikea Schrift über­haupt! Jedes Mal wenn ich eine Fette Futura als Headline seh denk ich erstmal an IKEA.

    Verrrückte Welt!

  15. Simon Wehr

    Ihr habt meinen Respekt als Designer verloren

    Welcher ein wenig mit Produktdesign bewan­derte Designer kann den Respe©t vor IKEA haben? Als Jurist hätte ich das; als Marketingmensch hätte ich das – aber als Designer?
    Von daher fänd’ ich ja auch die Arial als der IKEA-Idee entspre­chend. Aber die gibts leider nicht in kleine Kisten verpackt …

  16. thomas junold

    ich fand so einige elemente mit der futura immer sehr schön, zahlen in kreisen etc., aber die verdana macht mich gar nicht glück­lich. ich hab auch schon klamotten gesehen, mit so fürch­ter­lich zeit­geis­tigen all-over-aufdru­cken in der verdana. nun kann ein 14jähriger das nicht wissen, aber die desi­gner sollten es für ihn mit wissen und entscheiden.

    man war doch immer froh, dass ikea eine andere grafi­sche qualität hatte, als der stan­dard möbel-discounter, speziell in deutsch­land. sich die als vorbild zu nehmen über kurz oder lang, ist mit großer sicher­heit das todes­ur­teil für ikea als marke.

    was die plagiate angeht, die HD ange­spro­chen hat, so finden sich zuge­be­ner­maßen auch bei mir so ein paar exem­plare :) aber das mono-e ist einfach etwas unan­ge­nehm teuer. :(

  17. Plamen Tanovski

    Passt ja vom Geist her, wie richtig fest­ge­stellt, ausge­zeichnet zuein­ander: die Schrift der „Microserfs“ zu „semi-dispo­sable Swedish furni­ture“

  18. Simon Wehr

    Wär das nicht mal Idee für Fontshop:
    »Du kaufst die Buchstaben in einem flachen Karton als einzelne Dateien und bekommst einen kleinen (einmal benutz­baren) Font-Editor und bastelst Dir Deine Schrift samt Kerning selber. Das spart Kosten und macht ja auch Spaß.«

    Die Schriften hießen dann LESÅR, TÅBELL oder RÄKLAMA …

  19. Ole

    … so schlimm finde ich die Verdana nicht, man hat sie eben etwas zu viel gesehen – Futura in den bestehenden Kaufversionen fand ich immer schon schlecht (die VW Futura basiert auf der Originalvorlage, das ist der bessere Ansatz).

    Ich würde Firmen wie Ikea immer eine eigene Hausschrift empfehlen, dies lohnt sich gestal­te­risch, in Bezug auf bessere Lesbarkeit und vor allem fördert eine eigene Schrift die Identität nach aussen und im Unternehmen selbst, was oft sehr unter­schätzt wird.

  20. thomas junold

    simon: geh mal in die möbel-discounter und schau dich mal mit einem ikea-katalog in der hand um. wer klaut da eigent­lich bei wem, wo sind die origi­nale? ikea hat schon den design­ge­danken an sich an orte gebracht, die alleine aus finan­zi­ellen gründen vielen verschlossen bleiben werden. oder kannst du 10k€ für einen »lounge-chair« ausgeben? wenn die leute den wunsch haben darauf sitzen zu wollen mit zuge­geben vermut­lich dem bruch­teil der eleganz und der qualität des origi­nals, so finde ich da nichts verwerf­li­ches drann.

    das perverse an desi­gner­mö­beln, die eigent­lich gebrauchs­ge­gen­stände sind, und deshalb auch zu solchen preisen gehan­delt werden sollten sind defintiv die oftmals völlig über­zo­genen preise.

    es gibt sogar eine ikea-ausstel­lung in einem design­mu­seum, in der pinka­to­thek.

  21. Tobi

    Seid Ihr sicher, dass es sich bei dem Phänomen wirk­lich um die gedruckte Ausgabe handelt (wo ich gerade die Bestätigung auf Basis des „Online-Katalogs“ las)? Vielleicht ist das einfach nur eine Panne in der Schriftsubstitution eines PDF und gedruckt ist alles in Ordnung?

    Wäre zumin­dest meine Vermutung.

  22. Michel

    Ich hab auf Twitter gelesen, IKEA habe an einer Hausschrift arbeiten lassen, die sei dann aber nicht recht­zeitig zufrie­den­stel­lend fertig­ge­worden.

  23. Simon Wehr

    @ Thomas:
    Ja, ich habe ein wenig über­trieben, mit Absicht. Ich finde den Grundgedanken von IKEA auch richtig und mit der Qualität kann ich bei den Preisen meist auch leben. Aber man muss schon fest­halten, dass IKEA bei vielen Produkten seeehr dicht an »Originalen« liegt, die dann mal lässig abge­kup­fert und ratio­na­li­siert produ­ziert werden.
    In meiner Wohnung und im Büro stehen auch (zu) viele IKEA-Dinge.
    Wenn ich will könnte ich meine eigenen Kaufentscheidungen bei Möbeldesign auf die Kaufentscheidungen unserer Kunden beim Grafikdesign über­tragen, gell?
    Aber das gehört jetzt nicht hierhin.

  24. thomas junold

    » … seeehr dicht an »Originalen« liegt, die dann mal lässig abge­kup­fert und ratio­na­li­siert produ­ziert werden.«

    absolut. ABER ich habe mir schon lange vor der diskus­sion hier vorge­nommen, nach und nach mir das oben genannte besteck im original zu kaufen. :) man braucht ja ziele. es fühlt sich auch besser an, das original in der hand zu halten. :)

    »Aber das gehört jetzt nicht hierhin.«

    die gründe dürften wirk­lich die glei­chen sein. leider. :(

  25. CRen

    Sieht nicht gut aus, ist aber doch letzt­lich völlig egal, oder warum disku­tiert Ihr Grafik-Nerds darüber? ;)

  26. Niclas

    Das sieht ja wirk­lich schreck­lich aus. Gerade im Vergleich der beiden Titelbilder kommt das Neue gar nicht gut weg.

  27. erik spiekermann

    ich würde Firmen wie Ikea immer eine eigene Hausschrift empfehlen

    Ikea hat sich die Futura und die Century Schoolbook schon vor Jahren bei Monotype in England maßschnei­dern lassen, viel­leicht ja nur um Lizenzkosten zu sparen. Das hatte die dama­lige Agentur veran­lasst, Stockholm Design Lab. Keine Ahnung, welche Agentur heute dahinter steckt. Jeder Auftraggeber hat eben die Gestaltung, die er verdient.

  28. Martin

    Vielleicht ist es sinniger, dass alle, die gerade hier ihren Unmut loslassen, diesen direkt an Ikea richten — in den USA gab’s nach unzäh­ligen Beschwerden über das Redesign von Tropicana daraufhin ebenso ein Re-Redesign. Ich denke, das ist das Konstruktivste was man tun kann

  29. Christa

    @21 … bei uns in der Schweiz wurde der Katalog diese Woche versandt. Er ist komplett in Verdana gedruckt.

  30. Wolfgang

    Da hat wohl wieder jemand den Zeitgeist über zukunfts­ori­en­tiertes Handeln gestellt. Wie das ja in den meisten großen Konzernzentralen geschieht…

  31. Ole

    @ erik 28
    … ich meinte mit «eigener Hausschrift» eigent­lich eine neue Schrift, oder zumin­dest eine Schrift, die als Hausschrift zu iden­ti­fi­zieren ist …

  32. Tobias

    Dann werde ich mal etwas aus dem Nähkästchen plau­dern:
    Ich hatte das Glück während einer Studienexkursion nach Schweden Anfang Juni IKEA Communications in Älmhult zu besu­chen. ICOM ist für die Katalogproduktion und alle Kommunikationsmittel zuständig.

    Der „Head of Graphics Design“ infor­mierte uns schon damals über den Wechsel von der Futura zu einer ange­passten Verdana. Und auch er schlug die Hände über dem Kopf zusammen.

    Laut ihm ist jemandem aus der Führungsetage plötz­lich aufge­fallen, dass für Print und Internet unter­schied­liche Schriften verwendet werden. Geht ja mal gar nicht… Und so war’s dann um die schöne Futura geschehen…
    ICOM hat versucht gegen­zu­lenken, aber das war eine rein konzern­po­li­ti­sche Entscheidung und nichts mehr daran zu rütteln. Wenigstens haben sie versucht das beste aus der Verdana zu machen…

    Ich sehe noch heute das resi­gnierte Gesicht dieses Mannes und das blanke Entsetzen auf dem Gesicht unseres Typo-Profs…

  33. David

    @ 34 Tobias
    Das Mitglied der Führungsetage gehört bestimmt zur Gattung der Internetausdrucker – einfach nur schlimm.

    Schlimm auch, dass das ICOM sich nicht letzt­end­lich durch­setzen konnte. Hat der „Head“ danach frus­triert den Job gewech­selt?

  34. erik spiekermann

    Schlimm auch, dass das ICOM sich nicht letzt­end­lich durch­setzen konnte

    Viel schlimmer, dass die Agentur nicht weiss, wie man Futura ins Web kriegt., zB mit Sifr, @fontface, flash u.ä. Mit lizenz für eine eigene schrift geht alles, siehe unsere eigen website, http://​www​.edenspie​ker​mann​.com.

  35. Sebastian Nagel

    :) Katalog erhalten. Erste Reaktion: was ist denn das für ein Ungetüm? Da ich die Verdana in dem Kontext nie erwartet hätte, ist mir der Name nicht mal einge­fallen … Ich bin noch hin und herge­rissen zwischen „uäh…“ und „geht doch eigent­lich halb­wegs“.
    Eine neue, eigene Type wäre schöner gewesen.

  36. Helen

    Hier könnt Ihr Euch trösten: http://​www​.nk​.se/​t​e​m​p​l​a​t​e​s​/​h​t​m​l​.​a​s​p​x​?​i​d​=​111. Nordiska Kompagniet ist Schwedens vornehmstes Kaufhaus und immer noch der Meister des schwe­di­schen Designs. Interessanterweise bestehen IKEA und NK beide aus denselben Grundprinzipien: Bauhaus und Carl Larsson.

  37. Marcus Kammer

    Die hatten auch nie Macintosh Computer bei sich im Möbelhaus. Pfui! Immer nur diese komi­schen HP Computer. Und jetzt auch noch die Futura durch die Verdana ersetzt. Pfui! Ich werde in Zukunft meine Möbel nur noch bei Apple kaufen…

  38. Heinrich

    ich habe es schon auf der website bemerkt und ahnte schlimmes und jetzt ist es da, unvor­stellbar, dass die verant­wort­li­chen sich nicht durch­setzen konnten. scheiss manager, echt mal.

  39. soso

    Ne, das hat schon Hand und Fuß.
    @font-face macht für ein CI noch nichts her weil es, zumin­dest in diesem Jahr nicht überall funk­tio­niert.
    (Firefox 2, 3 z.B.)
    Flash? seid ihr wahn­sinnig? Das würde bedeuten die ganze Seite in Flash umzu­setzen das kommt nicht an, Barrierefreiheit und Suchmaschienentauglichkeit usw. kostet dann auch nicht schlecht extra.

    Zumal Verdana so schlecht nicht ist, wahr es wohl die rich­tige Entscheidung. Gute Typographie um jeden Preis ist, so Leid es mir tut, nicht sinn­voll.

  40. Sebastian Nagel

    Ein „guter Typograf“ kann kaum die selbe Lösung für Bildschirm und für Druck anbieten, und ernst­haft sagen, dass das die opti­male Lösung ist. Dann lieber Inkonsistenz (nicht, dass der Betrachter das nicht gewohnt wäre, dass das Netz anders aussieht wie ein Druck).

    Flash: mit sIFR muss nicht die ganze Seite in Flash umge­setzt werden, und auch Barrierefreiheit und Suchmaschinentauglichkeit ist gegeben.

  41. Miro

    Für den Schritt zur Verdana muss man wohl die ICOM zu Verantwortung ziehen. MMn wurde nicht gut genug argu­men­tiert und Überzeugungsarbteit geleistet.
    Wir alle kennen die Situation, wenn sich, meist bran­chen­fremde, „Wichtig-Tuer“ in die Gestaltung einmi­schen wollen. Entweder man spielt dann den braven Dienstleister oder man versucht einfach alles, um eine andere, bessere Lösung an den Mann zubringen, denn die gab es in diesem Fall.

  42. hans hansen

    das is punk, ich finds geil

  43. Sanddorn

    Die wollen nur das Fightclub Image loswerden. hrhr

  44. sir

    Wenn ich so kommen­tare lese wie „da bleibt mir die Luft weg“ „das tut weh, ich muss mir ein anderes Möbelhaus suchen“ frage mich ob die Leute echt sonst keine Probleme haben…

  45. soso

    @Sebastian Nagel
    Nach dem Lesen von deinem Kommentar habe ich vor meinem Geistigen Auge schon die Streitereien zwischen unseren Grafikern und unseren Informatikern gesehen.

    Einigen wir uns darauf: Die Welt ist Ungerecht, mal für die Designer, mal für die Programmierer oder für die Buchhaltung.
    Zu sIFR: sIFR ist nicht optimal und nicht für alles geeignet, dass meint sogar der Erfinder. Ich möchte mir lieber nicht vorstellen was eine Umstellung des Shopsystems auf diese oder eine vergleich­bare Lösung bei Ikea kosten würde selbst wenn diese Lösung in Frage kommen würde.

  46. Roland

    Genau! Endlich haben Großunternehmen wie IKEA begriffen, worauf es ankommt. Jedenfalls nicht auf Schrift. Mit der Verdana unter­strei­chen die Verantwortlichen ihre Nähe zum Kunden und folgen gleich­zeitig ihren Sehgewohnheiten. Sollen sich doch alle selbst ernannten „Experten“ mit der über­züch­teten Fontduselei aus dem Fenster stürzen. IKEA igno­riert das sinn­freie Anspruchsdenken vieler Typografen und liefert das, was Kunden bereits akzep­tiert haben. Dabei pfeift das Unternehmen auf den Einsatz von Futura & Co. und die Verantwortlichen nehmen einfach das, was nahe liegt und jeder kennt. Alles andere ist belanglos.

    Wer es geschafft hat, Kunden davon zu über­zeugen, dass sie die Möbel bezahlen, aber selber aufbauen sollen, der braucht keine Hausschrift, sondern hat Anspruch auf das Bundesverdienstkreuz. Wer dagegen weiterhin träge ist und den Einsatz der Typografie viel zu wichtig nimmt, wird damit nicht einen Kleiderschrank mehr verkaufen! Von mir aus hätte IKEA auch die Arial nehmen können. Was mich mehr beschäf­tigt, als die Betriebsblindheit vieler Typografen, ist ihre latente Erwartung, das Kunden Unterschiede bemerken und deshalb anders reagieren. Dem ist nicht so.

    Sollte es jemals dazu kommen, das ein Kunde bei IKEA vor lauter Empörung über den Einsatz der Verdana seine Ware umtau­schen möchte, gelobe ich feier­lich, das ich nie wieder einen Typografen in seinem Tiefschlaf wecken werde. Bis dahin reicht der Albtraum von der Vorstellung, das Schrift „einen Charakter“ hat. Das würde ich nicht mal von einem Hausschwein behaupten. Vielleicht wünschte ich mir auch nur von meinen lieben Kollegen, das sie vor lauter „Professionalität“ einfach mal nach vorne schauen sollten, anstatt ständig zurück. Kaum zu glauben, das uns ein Diplom fach­lich verbinden soll. Erlaubt ist, was verkauft, auch wenn es denen nicht gefällt, die alles anders sehen. Für Experten mit herz­er­grei­fender Fontduselei öffnet IKEA trotzdem keine zusätz­liche Kasse.

    Bitte hinten anstellen!
    IKEA – kriti­sierst du noch, oder kaufst du schon?

  47. Kommentator

    Roland, gut provo­ziert, aber zu durch­sichtig. Ich frage mich gerade, wie Du gekleidet bist, ob Du Möbel hast und welchen Job Du hast. Du feierst das Nichts als Ultimum, als Nihilist bleibt Dir dann aber nicht viel. Auf jeden Fall hat Dich mal ein Typograf geär­gert, Du schreibt ja wie ein kleines Kind, dem man sein Spielzeug wegge­nommen hat, geh mal in die Sonne, das beru­higt die Nerven.

  48. Juliane

    …jetzt ist es nur noch ein kleiner Schritt zur Comic Sans :)

  49. Detlef D. Seiner

    @ Roland 48. Dir empfehle ich das Buch: „Seichtgebiete: Warum wir hemmungslos verblöden!“ Wenn schon alles um uns herum verdummt – durch was auch immer – und die Blödheit immer mehr Sprachrohre bekommt, dann müssen wir (Designer, Wissenschaftler etc.) es doch sein die mit Fachkenntnis und meinet­wegen auch Diplom dieser Welle an Oberflächlichkeit und „Normalismus“ entge­gen­steht. Ich streite mich lieber mit Gelehrten als mit dem Pöbel auf Der Straße. Die Kennen nur „die Fäuste“.

  50. HD Schellnack.

    >Erlaubt ist, was verkauft.
    Gähn. Nach deiner eigenen Logik verkauft Verdana nicht besser als Futura, die nun auch nicht teurer ist. BS.
    Außerdem sind wir damit zurück bei der Frage: «Why doesn’t Generel Motors sell Crack?»

  51. timeout

    Ich bin über­zeugt, dass dahinter keine typo­gra­fi­sche Unkenntnis oder Ignoranz auf Seiten der Chefetage von IKEA steckt. Im Gegenteil, dieser Schritt ist wahr­schein­lich stra­te­gisch geplant. Es muss billig aussehen. Sonst kommt keiner mehr in die Möbelhäuser und keiner schaut sich den Katalog an. Eine elegante Futura, die Wertigkeit und Stil vermit­telt, will da keiner mehr haben. Es geht ums Geschäft und ums Verkaufen. Die Botschaft der Schrift ist Ausdruck der Wirtschaftskrise.

    Genauso machen es die privaten Krankenkassen wenn Sie für eine Versicherung ab 59 Euro werben. Da wird nichts mehr gestaltet und nur noch mit Courier oder anderen Systemschriften gear­beitet. Ich schätze das wird man in den nächsten Monaten öfter sehen.

  52. Detlef D. Seiner

    Und auf Oberfläche kann in Krisenzeiten verzichtet werden?! Hm, warum wurde der neue neue Katalog nicht von der Chefetage selbst in Word mit Wordart gesetzt und s|w kopiert? Wenn sie an allem sparen, warum bauen sie nicht demnächst in jeder Chefetage ihre Produkte selber und verkaufen ihre Produkte aus ihrer Garage heraus… ? Tut mir leid, wenn ich hier immer zyni­scher werde. Ich geh’ auch nicht in den Zahnärzte Blog und kriti­siere deren Experten-Fachsimpelei.

  53. Roland

    @Kommentator
    Transparenz ist eine Voraussetzung für Provokation. Sonst würde doch niemand auf Provokation reagieren. Bei der Beantwortung deiner Fragen über meine Person und Lebensqualität kann ich dir leider nicht behilf­lich sein, denn es sind ja Fragen, die du dir selbst stellst. Ich bin zu höflich, um ein Selbstgespräch zu stören und sicher, das du dir bereits geant­wortet hast.

    Bedaure, aber deine Vermutung ist unzu­tref­fend, denn ich habe keine schlechten Erfahrungen mit einem Typografen gemacht. Ganz im Gegenteil: Die Wahrscheinlichkeit, keine guten Erfahrungen mit Typografen zu machen, erscheint wesent­lich höher. Ich nehme an, IKEA hat daraus Konsequenzen gezogen − zum Wohl der Kunden und des Unternehmens.

    Apropos Reaktion:
    In die Sonne zu gehen, beru­higt nicht die Nerven. Ganz im Gegenteil: UV-Strahlung regt den Organismus an und reizt ihn sogar. Das mag von posi­tiven Effekten begleitet sein, aber birgt auch Risiken. Damit sich Nerven beru­higen, geht man unver­bes­ser­li­chen Typografen einfach aus dem Weg oder löscht die Fontduselei von ihrer Festplatte, denn erst dann wären wir bei dem von dir erwähnten Kleinkind, dem man sein Spielzeug wegnimmt. Eltern sollten dieses Kind schreien lassen, denn wenn es erst Neigungen zur Typografie entwi­ckelt, ist nichts mehr zu retten. Die Folgeschäden für poten­zi­elle Kunden und Kollegen sind unaus­weich­lich, wenn der Nerd anfängt, seine Schriften als Freunde der Familie vorzu­stellen, nur weil alle einen Namen tragen.

    „Gestatten? Futura, meine Omi.“

  54. Tobias

    @35 David: Bis jetzt noch nicht… Vielleicht kann ich aber ab März 2010 ein biss­chen mehr Hintergrundinfos liefern ;-)

    @53 timeout: Das bezweifle ich. So wie der Head of Graphics Design das rüber­ge­bracht hat war das absolut kein durch­dachtes handeln der chefs… warum ICOM dann doch nicht über­zeugen konnte, entzieht sich meiner kennt­niss…
    und außerdem bezweifle ich, dass IKEA mit diesem Schritt explizit „billig“ aussehen will! wann warst du denn das letzte mal bei IKEA? die haben ihr Image ganz schön aufpo­liert und bieten lang nicht mehr nur „billigen Kram“ an. Da brauchst du bloß mal in die Küchenabteilung wech­seln oder dir den bekannten Kuh-Sessel der Stockholm-Kollektion (für 200 €) anschauen.

    und an alle die jetzt nach „sifr“ & co schreien: das ist doch quark. dann müssten sie ALLE texte auf der Website, und ich wieder­hole, ALLE, mit sifr ersetzten.
    dann können sie auch gleich ne ganz neue Flash-Website basteln. das war aber ja nicht sinn der sache.

    fakt ist doch aber, dass IKEA mit diesem schritt eindeutig sein gesicht verliert!
    wir alle haben doch bloß die markante Futura auf einem plakat erha­schen müssen um zu wissen, dass wir IKEA-Werbung vor uns haben. ohne über­haupt das logo zu sehen. und nun? jetzt kann die Werbung von jedem X-belie­bigen stammen. die Verdana ist einfach zu verbreitet, zu ausge­lutscht…

  55. Roland

    Ehrlich, wenn ein „Designbüro“ im Jahre 2009 einen Katalog präsen­tiert, der mit einer Schrift aus dem Jahre 1927 umge­setzt wurde, dann spende ich der Firma einen Kalender, aber erteile denen sicher keinen Auftrag für die Gestaltung, denn etwas frischer sollte es schon sein. Dagegen wirkt die Verdana aus dem Jahr 1996 zwar auch nicht mehr aktuell, aber liegt doch wesent­lich näher an 2009, als eine „Futura“, die ihrer Bezeichnung schon seit Jahrzehnten nicht mehr gerecht wird. Nichts Neues von der Font-Front. ;-)

  56. Roland

    @Tobias

    IKEA verliert kein Gesicht, aber Typografie an Bedeutung!

    Mit IKEA steht nun ein Pro-Argument für jeden Bastler bereit, der für Kunden Prospekte und andere Medien gestaltet, aber dem die Auseinandersetzung mit Typografie zu lang­weilig ist. Selbst eine Comic Sans mutiert mit Hinweis auf die von IKEA einge­setzte Verdana zur exklu­siven Hausschrift für manchen Kunden und skep­ti­sche Anfragen werden mit dem glei­chen Hinweis im Keim erstickt. Was IKEA kann und macht, kann auch anderen Unternehmen nicht schaden. Ergo: Wenn IKEA die Verdana nutzt, dann können andere Unternehmen das ebenso und ziehen viel­leicht auch die Arial in Erwägung. IKEA erleich­tert die Überzeugungsarbeit von Billig-Anbietern und macht deut­lich, das in einer profes­sio­nellen Gestaltung nichts mehr unmög­lich ist.

  57. timeout

    „Hm, warum wurde der neue neue Katalog nicht von der Chefetage selbst in Word mit Wordart gesetzt und s|w kopiert? �?

    Es geht ja nicht darum dass es billig sein soll, es soll nur billig aussehen.

    Die Chefetage weiß natür­lich, dass der selbst­ge­stal­tete Word Katalog von der Druckvorstufe zurück kommt. Zusammen mit einem Angebot für Satz, Layout und Reinzeichnung.

  58. Detlef D. Seiner

    zitat: „# Roland
    am 15. August 2009 um 18.01 Uhr:

    Ehrlich, wenn ein „Designbüro“ im Jahre 2009 einen Katalog präsen­tiert, der mit einer Schrift aus dem Jahre 1927 umge­setzt wurde, dann spende ich der Firma einen Kalender, aber erteile denen sicher keinen Auftrag für die Gestaltung, denn etwas frischer sollte es schon sein. Dagegen wirkt die Verdana aus dem Jahr 1996 zwar auch nicht mehr aktuell, aber liegt doch wesent­lich näher an 2009, als eine „Futura“, die ihrer Bezeichnung schon seit Jahrzehnten nicht mehr gerecht wird. Nichts Neues von der Font-Front. ;-)

    HÄ??? Du hast nie was mit Design studiert, oder?

  59. Roland

    Schau mal, Detlef D. Seiner:
    Futura (1927), von Paul Renner.
    Verdana (1996), von Matthew Carter + Thomas Rickner (Hinting).
    Brauchst du Nachhilfe?

  60. Roland

    @timeout
    Die Chefetage von IKEA gab ursprüng­lich grünes Licht für die „Comic Sans“, aber als die 1. Seite vom Praktikanten fertig war, erin­nerte das „Design“ zu sehr an das Kinderparadies im eigenen Haus. Das wollten sie nicht, denn Kinder bringen nicht das Geld zu IKEA. Also hat der Praktikant die „Verdana“ vorge­schlagen, denn die hat er eben­falls auf dem Rechner. Auf welchem Rechner? Ein PC der Luxusmarke Medion, exklusiv von ALDI. Und Word? Weit gefehlt! Viel zu teuer! Selbstverständlich verfügt die Grafikabteilung von IKEA nur über Open Office, da sich Microsoft gewei­gert hatte, für ihre Gebäude das Inventar von IKEA zu beziehen. Mit Open Office werden bei IKEA auch die Geschäftsberichte erstellt. Den Kunden ist das egal. Ich bin am Donnerstag bei IKEA gewesen und kann sagen: „Die Bratwurst am Stand schmeckt für 1,50 Euro ebenso gut wie woan­ders für 2,80 Eur.“ Wen inter­es­siert da noch der Wechsel von Futura zur Verdana? Mahlzeit!

  61. Anonymus

    Ähm, Roland: was Detlef meint, ist, dass du die Einsetzbarkeit einer Schrift (im Sinne ihrer ästhe­ti­schen Tauglichkeit über ihren histo­ri­schen Kontext hinweg) ausschliess­lich über ihr Entstehungsjahr zu defi­nieren scheinst. Also nach dem Motto: Verdana ist 69 Jahre moderner als Futura, also besser geeignet für den Einsatz in 2009.
    Hahahaha!
    Ich schliesse mich dem Aufruf an: geh mal an die frische Luft!

  62. Kai

    Lieber Roland,
    im Grunde ist es sehr reiz­voll auf Deine Kommentare und Weisheiten einzu­gehen; aller­dings würde eine Diskussion auf Kommentarebene nicht funk­tio­niert. Ich empfehle Dir dich mit der Materie rund um Grafik-Design und Typografie mehr ausein­an­der­zu­setzen.

  63. wave77

    Mich haut die Verdana auch nicht um.
    Aber: Für einen Konzern, der auf der ganzen Welt produ­zieren lässt – zum Teil in den exotischsten Gebieten der Erde – ist es bei diesen auswu­chernden Lizenzierungsbedingungen viel­leicht einfa­cher auf eine solche Systemschrift zu setzen. Auf den Kartons jeden­falls war allen­falls das IKEA Logo. Die zusätz­li­chen Texte waren dann meist in irgend­wel­chen unab­ge­stimmten Fonts gesetzt. Das alles ist bei einem Lagerverkäufer natür­lich auch nicht im Sinne des CI und führt neben der Web-Problematik viel­leicht zu solchen verrückten Entscheidungen.
    Ganz ehrlich, Hausschrift hin oder her, ich glaube nicht, dass sich so etwas bei ständig wech­selnden Produktionsstandorten aufrecht­erhalten lässt. Und zu guter Letzt könnte es sein, dass das CI sogar noch einen Schub bekommt, auch wenn es nicht allen gefällt.

    Kann mir viel­leicht noch jemand sagen, mit welcher Schriftart die Bildmarke IKEA gesetzt wurde? Danke.

  64. Nils L.

    ich kann das Entsetzen der »Grafikszene« nicht teilen. Jedem Möbelhaus die Schrift, die es verdient. Ich für meinen Teil freue mich, dass diese wunder­bare Schrift von derar­tigen Konnotationen befreit wird und wir endlich wieder Kittlers »Grammophon Film Typewriter« lesen können, ohne an Billigmöbel zu denken.

    Interessant übri­gens auch, dass so viele Leute, die anschei­nend eine ganze Menge auf ihr ästhe­ti­sches Empfinden halten (zumal damit teil­weise sogar Geld verdienen), sich plötz­lich als Ikea-Fans outen.

  65. Heinrich

    roland hat keine ahnung und regt sich darüber auf, dass sich die anderen aufregen, was soll man sagen – uncool.

  66. Anti-T-Nerd

    Jetzt ist auch mir deut­lich vor Augen geführt worden, das es keinen Unterschied zwischen einem Typografen und einem Nerd gibt.

    Beide zeichnen sich durch ihr gefähr­li­ches Halbwissen aus, welches nur inner­halb eines Kreises von Gleichgesinnten eine Form der Anerkennung erfährt. Eine Anerkennung, die ihnen außer­halb des Kreises versagt bleibt. Beide geben stets die Informationen wieder, die sie auswendig gelernt haben, aber die Fähigkeit, das erwor­bene Wissen zu analy­sieren, in Frage zu stellen oder es einfach zu vergessen, ist ihnen leider nicht gegeben. So werden Kritiker ihres Themas, für das sie bereit wären, zu sterben, durch arro­gantes Verhalten ausge­grenzt oder eine Auseinandersetzung endet in einem unver­bes­ser­li­chen Gehabe von Prahlerei und Rechthaberei, wobei die Beratungsresistenz in allen Fällen ebenso ausge­prägt erscheint, wie die Unfähigkeit, die gesam­melten Informationen für allge­mein gültig und für unstreitig zu erklären. Was theo­re­tisch üblich sein sollte, erfährt in der Praxis kaum Aufsehen. Ablehnung durch andere Meinungsbildung führt zu dem Bestreben, sich schnellst­mög­lich in den Kreis zurück­zu­ziehen, denn nur darin finden sie eine Form der Sicherheit, damit ihre Konstruktionen, an denen sie ihr Leben lang bauen, nicht völlig einstürzen.

    Beängstigend!

    Natürlich erklärt das die Übereinstimmung von Typograf und Nerd die laut­starke Empörung über den Schriftwechsel bei IKEA, denn das Unternehmen hat es gewagt, sich über den Kreis der T-Nerds hinweg zu setzen. Durch Missachtung dieser Gruppe, die sich inner­halb ihres Kreises ein Zentrum geschaffen hat, wo Tag und Nacht nur die selbst aufer­legten Regeln zu gelten haben, keine Todsünde zu begehen, die die ihr typo­gra­fi­sches Handeln bestimmen, ist IKEA zu dem Ergebnis gekommen, das man weder Kreis, noch T-Nerd benö­tigt, um markant zu sein.

    Tja, so sind und bleiben Typografen „Fanboys“. Und da Han Solo nicht der Fetisch ist, wie im gleich­na­migen Film, so wird eben der Schrift unter­stellt, sie wäre nur „eine Schlampe“! Ich hoffe nur, das T-Nerds auch mal über ihren kleinen Tellerrand bzw. Kreis schauen, um sich an der Außenwelt zu erfreuen. Selbstverständlich muss ich die Einladung dankend ablehnen, mich mit Typografie und Design wieder zu beschäf­tigen, denn ich bin schon weiter und konnte den ganzen Unsinn, den man mir an der Hochschule vermit­telt hat, getrost vergessen. Um zu begreifen, das vieles von dem, was darüber geschrieben steht und gelehrt wird, für die Praxis ohne Bedeutung ist, müssen T-Nerds ihren kleinen Kreis verlassen und große Veränderungen akzep­tieren.

    Keine Angst, Ihr schafft das!

  67. Anti-Troll

    Schade um die Diskussion, troll­ver­seucht.

  68. Turin

    Quatsch! „Roland“ ist Lehrbeauftragter für KD und verschau­kelt Euch mit seinem Rollenspiel. Der provi­ziert Berufskollegen auch bei MacUser​.de und hat viele Namen. Da helfen auch Studenten, die ab und zu posten. Alle sind vom Fach und nehmen uns auf die Rolle. Wer ernst bleibt und sich zu wichtig nimmt, hat schon verloren.

  69. Heinrich

    das ist die hitze.

  70. Detlef D. Seiner

    Man kann auch anders „Spaß“ haben… tzpf… Wer sowas zum Zeitvertreib macht ist der wahre N.E.R.D.

  71. Sebastian Nagel

    @ Nils L. (#66): „Interessant übri­gens auch, dass so viele Leute, die anschei­nend eine ganze Menge auf ihr ästhe­ti­sches Empfinden halten (zumal damit teil­weise sogar Geld verdienen), sich plötz­lich als Ikea-Fans outen.“

    Wir könnten die Trolle vertreiben, indem wir eine Diskussion zum Thema „Der Bauhausgedanke – Funktion, Ästhetik, Massenfertigung, Massentauglichkeit – im global­ka­pi­ta­lis­ti­schen System des späten 20. Jahrhunderts“ beginnen, und dann ausloten, wer heute diesem Gedanken näher kommt als Ikea.

    Natürlich kann ich mich heute als „Ästhet“ mit schönen, hand­ge­fer­tigten und hoffent­lich auch nütz­li­chen Artefakten umgeben, so mein Budget das zulässt und ich gewillt bin, meinen Alltag und alle meine Gebrauchsgegenstände entspre­chend zu ästhe­ti­sieren.
    Wenn ich das aber etwas befremd­lich finde und mein Budget es zudem nicht hergibt, alle meine Zweckkäufe auf diesen Anspruch auszu­richten, dann gehe ich halt im Falle eines solchen Zweckkaufs immer noch lieber zu Ikea als zu einem anderen Billigmöbelanbieter, weil ich dort zumin­dest ein Design-System erkennen kann.

  72. Sebastian Nagel

    Roland und Anti-T-Nerd: Ihr nehmt Typografie offenbar viel zu wichtig und stei­gert euch da in was rein was so gar nicht da ist. Oder aber: zieht weiter, der Spaß ist ausge­lutscht.

  73. smyts

    Sieht doch ganz gut aus ;-)

  74. Alexander

    Als typo­philer Nicht-Designer und großer Freund der Futura dachte ich erst „Oh mein Gott, wie können die!?“. Nachdem ich mich beru­higt hatte und einige Kommentare las folgte ein „Naja, was soll’s, es ist nur ein Katalog und die meisten Ikea-Kunden inter­es­siert es ja wirk­lich nicht.“
    Dann erin­nerte ich mich, wie ich mit meiner typo­gra­fisch voll­kommen unbe­darften und -inter­es­sierten, aber Ikea-begeis­terten Frau an einem Schuhgeschäft in unserer Umgebung vorbei fuhr und sie bemerkte: „Schau mal, bei denen sieht der Eingang aus wie bei Ikea!“. Die Leuchtschrift über dem Eingang war in der Futura gesetzt. Da hatte ich erst­mals selbst bewiesen bekommen: Typografie wirkt.

  75. BTrisha

    Na ja, mein unbe­stech­li­ches Wahrscheinlichkeitsgerät zeigt ledig­lich 0,4% an, das es tatsäch­lich an der Schrift gelegen haben könnte, die bei deiner Frau den Eindruck erweckte, der Eingang eines Schuhgeschäftes wäre ähnlich wie der Eingang von Ikea. Da spielen unter­be­wusst noch zahl­reiche andere Ursachen eine Rolle, die durchaus einen Wiedererkennungswert durch bestimmte Farben und Formen hervor­rufen können. Vielleicht war es auch nur die Freude, wieder Geld auszu­geben oder ein cleverer Versuch der Frau, sie in Zukunft in diesen Schuhladen zu begleiten, den du ohne solche Ablenkungstricks nie frei­willig betreten würdest. Bedenke: Es geht um Schuhe und dafür würden Frauen sogar töten! Bedenke auch: Der Eingang der Ikeafilialen ist selten mit Schrift zuge­pflas­tert, als das es bei Kunden so domi­nant in Erinnerungen bleiben würde.

    Frauen, Schuhe und Schuhfachgeschäfte. so was klingt nach einer Übereinstimmung, aber der Fokus liegt sicher nicht auf der Futura, wenn Frauen in Richtung eines Schuhladens schauen. Das hat die Psychologie längst bewiesen, indem ein Auto voller Frauen an einem Schuhfachgeschäft vorbei gefahren ist, aber die Insassen nicht aus dem Pkw gelassen wurden. Die Frauen haben bei jedem Vorbeifahren hyste­risch geschrien und wollten unbe­dingt aussteigen und einkaufen. Für den Fahrer des Wagens bestand akute Lebensgefahr, als er zum 3. Mal mit verschlos­senen Türen an dem Schuhgeschäft vorbei fuhr. Wir mussten das Experiment abbre­chen, denn die Frauen wurden zu unkon­trol­lier­baren Bestien.

    Wie schon gesagt: 99,6% spre­chen dagegen, das Schrift ausreicht, um solche Reaktionen aus dem Reich der Mythen und Sagen zu holen. Nur ein Foto von dem besagten Eingang des Schuhgeschäftes und zum direkten Vergleich ein Foto vom Ikea-Eingang könnte den wissen­schaft­li­chen Beweis liefern.

  76. Alexander

    Es war tatsäch­lich die Schrift, das sagte sie selbst. Fotos könnte ich sogar nach­rei­chen, ich bin nämlich noch mehr­mals sowohl bei Ikea als auch bei besagtem Geschäft vorbei gekommen und habe mich selbst noch mal der Gleichheit verge­wis­sert; es ist wirk­lich iden­tisch. Und, btw, meine Frau hat unty­pi­scher­weise keinen Schuhtick …

  77. aleks

    post­script-error beim belichten!

  78. R::bert

    Habt Ihr Euch mal das Erscheinungsbild von Praktiker genau ange­schaut? Farbe, Typo usw.? Da ist die Nähe zu IKEA nicht mehr zu leugnen. Vielleicht auch ein Grund für den Wechsel…

    Ich find´s auch schade. Für mich hatte die jahre­lange Konsequenz bzgl. Typo vorbei an modi­schen Trends immer am Bauhaus fest­zu­halten wirk­lich Charme. Außerdem war es ein Zeichen von Selbstbewusstsein und Stärke. Es ergab auch auch inhalt­lich Sinn, was das Möbeldesign anlangt. Bin immer noch sprachlos und kann diese Verdana-Entscheidung einfach nicht nach­voll­ziehen. Kann mir auch nicht vorstellen, dass es IKEA nötig hat auf billig zu machen. Waren die Absatzzahlen in den vergan­genen Jahren wirk­lich so schlecht. Und die Wirtschaftskrise betrifft doch alle. Fraglich, ob das der rich­tige Weg ist, sich mehr Kundenherzen zu erobern.

  79. ?

    mal schauen ob vitra nach­zieht.

  80. Henning

    Irritierend finde ich, dass IKEA bereits Exklusivschriften hat (die IKEA-Futura und die IKEA-Century), doch die sich daraus erge­benden Vorteile für eine Verwendung im Netz nicht nutzt. Das Serverleistungsargument sticht dabei nicht, wenn ich daran denke, dass schon in den Neunzigern für die Loveparade Server mit Live-Video-Streams für zigtau­send Hits pro Sekunde aufge­setzt wurden – und liefen. Schon damals war es möglich, Texte dyna­misch foma­tiert zu GIFs zu gene­rieren. Vergleichbares soll heute – über ein Jahrzehnt später, mit ganz anderen Netztechnologien – nicht möglich sein?

    ICOM ist es leider nicht gelungen, den Wert der über bald zwanzig Jahre aufge­bauten visu­ellen Identität in die Waagschale zu werfen und darauf aufbauend einen Entwicklungsauftrag für den Internetauftritt zu gene­rieren. Schade.

  81. HD Schellnack.

    Das pein­liche ist und bleibt aus meiner Sicht, dass die Verdana – wie die Arial – eine aus Urheberrechts-Sicht nicht gerade ideale Schrift ist. Ein Haus, das weg will vom Wir-klauen-wo-wir-können-Image hin zu eigenen Designideen (à la PS), und das eben nicht wie oben erwähnt unbe­dingt auf Brüllbillig setzt, sondern auf einen eigenen Gesamtstil setzt, tut sich hier einfach keinen Gefallen. Ist völlig okay, von der Futura wegzu­gehen, aber die Richtung ist natür­lich falsch. Technologisch spricht nichts für die Entscheidung, aber ich kann mir eigent­lich ziem­lich genau vorstellen, wie solche Dinge in Gremien und Managemententscheidungen passieren. Bleibt zu hoffen, dass alsbald eine echte eigene Hausschrift kommt – der Zeitpunkt wäre gut.

  82. R::bert

    @ erik spie­ker­mann 36

    Mal ehrlich, Grafikschrift war und ist ja bereits auf der IKEA-Seite zu sehen (siehe Hauptmenü, noch Futura). Hängt es nicht viel­mehr am Fließtext. Der ist doch auf Eurer Seite (welche ich persön­lich klasse finde) auch aus einer Webschrift gene­riert. Dann müsste tatsäch­lich eine komplette Flashseite her wie z.B. http://​www​.super​real​.de/​#​/​s​t​a​rt/.
    Das ist aber keine Lösung für die breite Basis. Hoffen wir also mal, dass wir wenigs­tens in 5 Jahren endlich auch im normalen HTML (V. 5) Grafikschriften verwenden können.

  83. erik spiekermann

    Hängt es nicht viel­mehr am Fließtext. Der ist doch auf Eurer Seite (welche ich persön­lich klasse finde) auch aus einer Webschrift gene­riert.

    Erstens ist es ein unge­heurer Aufwand, eine Schrift so zu hinten, dass sie in der Lesbarkeit bei 9 oder 10 Pixel so gut ist wie Georgia oder Verdana.

    Zweitens schaffen Headlines an den rich­tigen Stellen aus der rich­tigen Schrift schon eine typo­gra­fi­sche Atmospäre.
    Drittens ist der tech­ni­sche Aufwand beim Absender und vor allem beim Leser riesen­groß, wenn man unbe­dingt eine text­in­ten­sive Site in Flash machen möchte.

    Wir werden nicht erst in 5 Jahren alle Schriften in HTML verwenden können, sondern bald. Aber dann wird sich heraus­stellen, dass nur wenige als Textschriften auf dem Bildschirm geeignet sind. Es ist eben immer noch ein gering­auf­lö­sendes Medium, vergli­chen mit Papier, unge­achtet aller tech­ni­schen Tricks wie ClearType, Anti-Aliasing usw.

  84. R::bert

    Richtig, und deshalb kann man die Wahl einer Unternehmensschrift nicht von websi­cheren Fonts abhängig machen, was aber hier offen­sicht­lich aufgrund des Fließtextes der IKEA-Website geschehen ist.

  85. Henning

    deshalb kann man die Wahl einer Unternehmensschrift nicht von websi­cheren Fonts abhängig machen

    Genau. Zumal IKEA sogar bereits Exklusivschriften hat, die man nur hätte tech­nisch ertüch­tigen müssen – unter anderem eine robus­tere IKEA-Century mit kräf­ti­geren Haarlinien, die ich mal für kleine Negativtexte entworfen habe. Die wäre vermut­lich sogar im Internet gegangen, wenn man die mit Hinting aufge­peppt hätte. Der Aufwand wäre für ein Unternehmen wie IKEA erträg­lich gewesen. Immerhin ist der jähr­liche Druckjob »IKEA-Katalog« mit der größte und kosten­in­ten­sivste Druckjob, den es welt­weit gibt. IKEA weiß, was Marketing wert ist.

    Gerade deshalb verblüfft, dass das über Jahrzehnte mit Marketingmilliarden aufge­baute typo­gra­fi­sche Markenbild so leicht­fertig wegge­worfen wurde.

  86. R::bert

    @ Tobias 34
    Gibt es Kontakte zur IKEA-Chefetage? Ich bin für eine font­blog-peti­tion an die Verantwortlichen…

  87. Laura

    oh my god.

  88. HD Schellnack.

    Zumal die Century echt nice war :-D

  89. Tobias

    @ Robert 89
    In die Chefetage leider nicht. Den ICOM-„Head of Graphics Design“ kann ich gerne mal kontak­tieren wenn wir eine Petitionsliste auf die Beine gestellt bekommen ;-)

  90. soso

    Mit Petitionen zu versu­chen auf Unternehmensentscheidungen ein zu wirken ist doch eini­ger­maßen unpro­fes­sio­nell.

  91. T-Shirt Druck

    Es ist erstaun­lich, dass man sich an derar­tigen Kleinigkeiten so aufregen kann. Mir persön­lich gefällt Verdana wesent­lich besser als Arial, Futura und Times New Roman zusammen. Außerdem kann man doch mal was neues auspro­bieren und etwas das die Massen anspricht muss doch nicht immer gleich schlecht sein. Zudem ist Ikea doch nicht primär auf den Katalog ange­wiesen.

  92. Jan

    Ich finde die Entscheidung ziem­lich schlimm. Wenn man das mal ganz nüch­tern betrachtet:

    Das Corporate Design ist wichtig für die Wiedererkennung. Und das gilt nicht nur für uns Grafikfuzzis und Typohansel.
    Die Menschen da draußen nehmen den Wechsel nämlich auf jeden Fall wahr. Meist unter­be­wußt. Und deshalb ist ein Wechsel in der Hausschrift gefähr­lich für das Markenbild. Dabei ist es völlig egal, ob der Betrachter nun weiß dass die Schriftart gewech­selt wurde oder nicht ist völlig egal. Es reicht, wenn er ein leichtes Gefühl von Unstimmigkeit hat. Sowas weicht eine starke Marke (und das ist IKEA zwei­fels­frei) ziem­lich auf.

    Ich habe den Katalog fast wegge­schmissen, als der aufge­schlagen bei uns rumlag. Und daran ist defi­nitiv die Verdana gepaart mit dem neuen Format schuld.

  93. HD Schellnack.

    Ich verstehe vor allem nicht, warum man eine Schrift mit so häss­li­chen Zahlen nimmt, wenn man fast andau­ernd mit Preisen arbeitet :-D. Auch ansonsten wirkt der Katalog irgendwie auf billiger getrimmt, immer wieder mit dem Preisargument kommend, fast stereotyp mit dem «Warum mehr bezahlen?» Sicher sinn­voll in der Wirtschaftskrise, aber auf Dauer ist IKEA so endbillig nicht, dass es erfolg­reich auf dieser Discounter-Schiene fahren sollte. Der emotio­nale Faktor ist wichtig – und genau der wird hier preis­ge­geben.

  94. tobi

    Einen ähnli­chen aufschrei gab es, als Ikea auf sein jahr­zehn­te­langes symbol­tier verzich­tete – den Elch …

    Ganz nüch­tern betrachtet hat Verdana den vorteil des großen zeichen­satzes; griechisch/kyrillisch/fernost/hebräisch usw. ist alles dabei. Wenn in den möbel­häu­sern für die erstel­lung von schil­dern usw. nur noch die anwei­sung gegeben werden musst »Nehmt Verdana, die habt ihr eh auf dem computer«, ist es schon mal nicht so einfach, fehler zu machen (und etwa mangels instal­lierter schriften auf Arial oder was auch immer zurück­zu­greifen).

    Verdana hat aber einen gestal­tungs­fehler: Die anfüh­rungs­zei­chen funk­tio­nieren im “engli­schen”, nicht aber im „deut­schen“ (dafür ist das obere »66-förmige« anfüh­rungs­zei­chen verkehrt geneigt). Wurde der wenigs­tens korri­giert im katalog? (gerade keinen greifbar)

  95. Jens

    Ganz nüch­tern betrachtet hat Verdana den vorteil des großen zeichen­satzes; griechisch/kyrillisch/fernost/hebräisch usw.

    Ja wo denn? Alle Verdanas, die ich habe, unter­stützen nur den WGL4-Standard, also Extended Latin, Kyrillisch und Griechisch. Wobei das WGL4-Kyrillisch auch nur die Basissprachen wie Russisch, Ukrainisch und Bulgarisch abdeckt. Gut, Vietnamesisch ist bei den latei­ni­schen Zeichen noch drin.

    Das Argument mit der Sprachunterstützung habe ich schon ein paar mal gelesen, auch von Ikea selbst, aber ich versteh es einfach nicht.

  96. Jens

    Das läßt ja eigent­lich nur zwei Schlüsse zu: entweder werden da irgendwo Schriften auto­ma­tisch durch einen Fallback-Font ersetzt und die wissen gar nichts davon, oder sie haben eben doch eine Custom-Verdana.

  97. Uwe

    Ich finde die Aufregung um Ikeas Entscheidung lächer­lich. Die typo­gra­fi­schen Wichtigtuer sind genauso Pain-in-the-necks, wie viele Religionsvertreter. Die Verdana, sicher keine schöne Schrift, aber eine lesba­rere Schrift als manch andere, kann man mittels gekonntem Satz genauso kompe­tent einsetzen, wie die Futura. Ein guter Gestalter wird es als Herausforderung ansehen.
    Das Gejaule bestimmter „Typografen“ erin­nert mich an das Gejaule des unter­ge­gan­genen Adels…

  98. Werner

    Als ich neulich – noch nicht im Besitz des neuen Katalogs – durch den Ikea-Markt ging hab´ich mir immerzu gedacht irgendwas stimmt hier nicht….jetzt ist es klar … die Veranda war´s! Also unter­be­wusst zeigte sich schon die volle gestal­te­ri­sche Wirkung – als Unbehagen. Jetzt bin kein „Typologe“, sondern nur Architekt (dementspre­chend natür­lich Bauhaus-futu­ri­siert) aber mir kommt es vor als will sich hier eine Marke mit aller Gewalt auch CI-mäßig in den totalen Mainstream hinein­be­geben. Sicherlich, über die Qualität der Möbel in puncto hand­werk­liche Verarbeitung muss man nicht ernst­haft disku­tieren, dennoch bin ich an der „Endverbraucher-Gestaltungs-Schnittstelle“ oft froh über hori­zont­er­wei­ternde Ikea(wenn-auch-Plagiat)-Möbel. Naja, ab 2011 dann Gelsenkirchener-Barock beim Schweden….

  99. Petrus

    Könnte doch sein dass alles nur ein schreck­li­ches Missverständnis ist und die Druckerei das versem­melt hat.

  100. Andrea

    Viel Aufregung um nichts. Typisch IKEA… :/

  101. BAR M Grafikdesign

    Das kann doch nur eine lizenz­recht­liche Entscheidung sein. Oder künftig wird die Kataloggestaltung an Nicht-Design-Unternehmen, die das dann in Word umsetzen, outge­sourct.

    Viel Spaß noch.

  102. Prepaidtest

    Verdana wurde ja als Bildschirmschrift konzi­piert, warum jetzt als Printschrift verwenden? Nach meiner Meinung gibt es keinen Grund auf Verdana zu wech­seln (ausser dass dadurch even­tuell der digi­tale Publishing Workflow verein­facht wird?).
    Die Preise in Verdana sehen nicht so gut aus.

  103. Hans Konrad

    Verdana war und ist die Topschrift. Als Printschrift immer ein Hingucker.

  104. Shirt-Drucker

    Ich denke, die Veränderung wird nur von 0,3% der Leser wahr­ge­nommen. Der Rest kennt sich mit Schriftarten nicht wirk­lich aus und inter­es­siert sich auch nicht dafür.

  105. Günstige Brillen

    Verdana war schon immer mein Lieblings-Font also bin ich recht zufrieden das es jetzt auch beim IKEA diesen Font gibt

  106. Christian

    Thema „Billig“:
    Bei IKEA sicher nicht anders als bei Fielmann oder Media Markt. Durch Markenpflege wird gezielt der Eindruck erweckt die Produkte seien günstig. Wer genauer nach­rechnet wird erkennen dass der Laden auch nicht güns­tiger ist als andere. Es hat eben niemand was zu verschenken. Im Gegenteil: Ich behaupte IKEA ist im Verhältnis zu den Herstellungskosten bei vielen Dingen viel zu teuer.

    Zurück zum Thema: Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Verdana hier als Teil der Markenpflege fungieren soll.

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