HypoVereinsbank passt sich UniCredit an

Als 1998 die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank und die Bayerische Vereinsbank zur Bayerischen Hypo- und Vereinsbank AG fusio­nierten, machte das neue Geldinstitut mit einem frischen Logo und eine frechen Kampagne bundes­weit auf sich aufmerksam. Heute ist die HypoVereinsbank nach der Bilanzsumme die dritt­größte Bank Deutschlands und seit 2005 ein Tochterunternehmen der UniCredit S.p.A. mit Hauptsitz in Mailand.

Diese hat nun beschlossen, im Rahmen einer Dachmarkenstrategie die Marken ihrer Kernmärkte Italien, Deutschland und Österreich an die Hauptmarke anzu­passen. In Deutschland wird die Marke HypoVereinsbank beibe­halten, die einzelnen Bereiche erhalten jedoch jeweils eine passende Subline: »UniCredit Group« für das Privat- und Geschäftskundengeschäft, »Corporate Banking« für das Firmenkundengeschäft und »Wealth Management« für die Vermögensbetreuung. Alle Marken wurden auch optisch an die Hauptmarke ange­passt. Die Änderungen werden ab dem vierten Quartal 2007 umge­setzt und sollen Ende des ersten Quartals 2008 weit­ge­hend abge­schlossen sein.


69 Kommentare

  1. Sebastian Nagel

    Das ist doch unse­riös…
    Boomerang im Anflug, zerhäck­selt gleich die ohnehin schon ange­häck­selte Typo.

    Meine Lieblingsbuchstaben: s und k. Aber auch die anderen sind echte Knaller.

  2. Jürgen W.

    Es geht immer noch schlimmer. Da ist eine Idee drin, die wohl Verbundenheit ausstrahlen soll: die Verbindung von i+n und n+k jeweils unten. Woanders konnte dieser Versuch aber nirgends Fuß fassen. Ein Trauerspiel. Es lebe das Branding …

  3. robertmichael

    ähm. das ist ein april­scherz, oder?
    someone should be fired …

  4. Jens

    Der Font kann sich nicht entscheiden, bin ich eckig oder doch lieber rund? Sieht aus wie Lebensmittelwerbung – das Logo könnte auch glatt für Margarine stehen. Aber dann schon lieber die echte Cocon… :)

  5. christoph

    oh gott, eines der kata­stro­phalsten rede­signs ever. die typo ist absolut dille­tan­tisch (und durch die komi­schen abrun­dungen ja auch gar nicht sinn­voll an das logo der mutter UniCredit ange­passt). geht insge­samt stark in rich­tung lidl-ener­gy­drink.

    die eigen­stän­dige semi-serif vorher passte eigent­lich ziem­lich gut zur hypo­ver­eins­bank, klas­sisch-seriös ohne gleich allzu vornehm und bieder daher­zu­kommen.

  6. robertmichael

    ich freu mich schon auf das rede­sign in 2 jahren. :D

    @ jens, ff dax war das mal. kein wunder das es dir wie lebens­mit­tel­wer­bung erscheint: http://​www​.font​werk​.com/​5​1​1​/​d​a​x​-​d​i​e​-​n​e​u​e​-​m​eta

  7. ochi

    ich fände es immer inter­es­sant wer sowas macht? wer steckt dahinter?

  8. Jens

    @rob, na dann wars viel­leicht der UPS–Designer…? :) Die Dax gibt sich im Supermarkt ja die Hand mit der Cocon :)

  9. Stephanie

    scheint eine Bankenkrankheit zu sein. Die DAB geht ähnlich mit ihren Buchstaben um…

  10. Marco Witte

    uiui … was soll man dazu noch sagen … schlimm das unser berufstand zu solchen dingen fähig ist. gut das heutiges corpo­rate design nur eine halb­wert­zeit bis zur nächsten fusion hat … uiui

  11. Bernie

    Uääh. Da fehlt eine gerade Linie in der Mitte. Hinter dem “H” tanzt alles. Das Geschlängel um “i/n” und “n/k” drückt aus: Wir winden uns. Das “Hypo” stößt gleich an das “V” und die Buchstaben sehen aus wie Scherben, die in der Isar rund­ge­spült wurden. Zum Schluss hat man vorne und hinten kurz den Schraubstock ange­setzt und gedrückt.

    Nach diesen wohl­ge­wägten Worten erlaube ich mir eine defti­gere Ein-Wort-Kritik: “Hingeschissen”. Bitte strei­chen, wenn unan­ge­messen. Das musste raus, sozu­sagen.

  12. Christoph

    WÜRG

  13. Ole

    Geschmack ist keine Frages des Geldes.

  14. stefano picco

    prognose:

    in spätes­tens 6 monaten wird alles erneuert!

  15. Heinrich

    wie auch immer es dazu gekommen ist: die präsen­ta­tion würde ich gerne hören, wie sie die schrift »verkauft« haben, welche wörter da wohl gefallen sind?

  16. kai

    mir wird gleich schlecht. ich weiß nicht warum, aber ich mußte als erstes an super­mario denken.

  17. Magnus

    Warum entscheiden sich gerade Bank-Manager für Designs von Wortmarken, bei denen die Buchstaben ange­fressen und unter­ent­wi­ckelt sind? Es ist eine sicht­bare Entwertung, eine modi­sche Erscheinung der späten Neuziger und es wider­spricht dem gewünschten Bild der Akkumulation von Wert im Kundeninteresse, das eine Bank nach außen tragen sollte. Wenn sich die Bank so entwi­ckelt wie es das Logo getan hat, sollten die Kunden schnell ein paar Überweisungen tätigen.

  18. Hans-Peter

    ein sieg der corel-user.

  19. Fonts

    nuja, eins so schlecht wie das andere. inso­fern keine große aende­rung… ;)

  20. Anke Gaksch

    Kann mich den Vorrednern nur anschliessen: FURCHTBAR. Und dieser rote Kugelball erst!

    Wer weiss, wer dahinter steckt?

  21. Simone

    ganz prag­ma­tisch als nicht-desi­gner-unpro­fes­sio­neller-Kommentar fällt mir nur ein: UniCredit ist ‘ne italie­ni­sche Bank und weil Italien ja auto­ma­tisch guten Design bedeutet, hat man das dann einfach so entschieden… Wenn ich meine 21 Vorredner lese, fühle ich mich in meinen Kunstleistungskurs zurück­ver­setzt, in dem wir immer Kunstwerke wie Picassos, Monets, van Goghs, etc inter­pre­tiren mussten. Der Maler hat doch viel­leicht einfach so gemalt, wie ihm die Laune stand oder ihn die Muse geküsst hat… Nicht, dass man in Italien das Logo der UniCredit gut fände, aber es hat eben einfach niemand diese Dinge hinter­fragt.

  22. ochi

    @ Simone:
    Grafische Gestaltung hat nichts mit Kunst zu tun. Hier geht es nicht um den Ausdruck even­tu­eller Gefühlsschieflagen sondern unter anderem um das Umsetzen klarer Kommunikationsrichtlinien. Insofern kann man ein Logo oder eine Wort-Bild-Marke nicht wie ein Kunsterwerk inter­pre­tieren.
    Grafik ist ein Handwerk, welches es zu erlernen gilt.

  23. kai(der andere)

    irgendwie scheint das ein neuer trend bei banken zu sein.
    neues design mit “trendy-typo”.
    bin mal gespannt, wie das weiter geht. mir gefällt bank2.0 jeden­falls schon heute nicht.

    ..außer ein biss­chen bei comdirect…der dax zuliebe :-)

  24. Cörv

    Das neue Logo gefällt mir ja gar nicht.
    Sieht ziem­lich nach Aldi-Bank aus. Ich möchte gerne mal wissen, wie die das neue Design in den Filialen und der übrigen Ausstattung umsetzen wollen. Wenn das bald überall so discount­mäßig aussieht, dann geht doch keiner mehr bei denen rein. Gerade so Geldgeschäfte sind doch ne Vertrauenssache, weswegen so ein CD von einer Bank doch eher Hochwertigkeit rüber­bringen sollte.

  25. Nick Blume

    Ganz einfach: es geht hier um Macht. Und die Unicredito hat das Sagen bei der Hypovereinsbank – das ist alles. Design ist nur der Auftritt nach außen. Und die Hypovereinsbank gehört zur Unicredito und das soll sich auch in der Öffentlichkeit wider­spie­geln. Daran wird es sich in den nächsten Jahren nicht ändern – es sei denn, die Hypo kauft sich heraus oder die Deutsche Bank kauft die Hypo… wer weiß, welchen Aufschrei es geben würde, wenn die Deutsche Bank von der Royal Bank of Scotland über­nommen wird… ;)

  26. david

    Gerade schon wollte ich losme­ckern, die neue Marke hätte keinen grafi­schen Bezug zur alten und würde einen zu radi­kalen Bruch darstellen. Papperlapapp! Beide Bildmarken bestehen aus völlig sinn­losen grafi­schen Elementen, wobei die neue noch zeit­gemäß mit einem tren­digen Farbverlauf ausge­stattet wurde.

    Die Wortmarke wurde der neuen Zielgruppe ange­passt, die so abge­stumpft ist, dass sie exklu­sive Typografie nur noch an ihrer Kaputtheit erkennt.

    GRRRR!

  27. Design Tagebuch

    Siehe auch Bank Austria bekommt neues Logo von letzter Woche. Hier hatte Robin das neue Logo der Hypo Vereinsbank bereits aufge­spürt.

  28. de:signer

    dieses weisse ding im roten

    kreis schaut aus wie ein phallus…

  29. Simone

    @ochi: Du hast den Punkt au den ich hinaus wollte nicht verstanden.

    Aber, um dir zu antworten: hier reden ganz viele vom Fach über Gestaltung, ohne die Fakten und Hintergründe zu kennen. Und da ist es dann doch das Gleiche wie in meinem Kunst-Leistungskurs.

  30. Timo

    Also ich würd die Bank wech­seln.

  31. Benjamin Hickethier

    auch @ochi:

    Grafische Gestaltung habe nichts mit Kunst zu tun?

    Sorry, eigent­lich sollte Dein Kommentar bewusst igno­riert werden, allein schon wegen Deiner Anonymität, vor allem aber wegen der Sinnlosigkeit, darauf zu reagieren.
    Natürlich wird wohl kaum jemand hier außer Dir der Meinung sein, grafi­sche Gestaltung (resp. Grafik-Design resp. ›Angewandte, grafi­sche Kunst‹) habe nichts mit Kunst zu tun. Trotzdem – genau an diesem (Hypo) Beispiel zeigt sich doch wunderbar, dass zu grafi­scher Gestaltung eben viel mehr als nur ›Umsetzung von Kommunikationsrichtlinien‹ gehört. Nämlich: künst­le­ri­sches Handwerk, ästhe­ti­scher Sinn und nicht zuletzt Geschmack und auch ›Gefühlsschieflagen‹.
    Um zum Beispiel die ganzen Gefühlsschieflagen, die den meisten KommentatorInnen bisher entstanden sind nach Betrachtung des ›Re-Designs›/Neu-Designs des Hypovereinsbank-Logos, zu vermeiden. Dann wäre, trotz aller Schlechtigkeit des ausge­führten Entwurfes, viel­leicht auch mehr Konstruktivität in den Kommentaren drin.
    Um nochmal Frau Gerlach zu wider­spre­chen: Grafik-Designer sind nicht nur Dienstleister! Nein, nein, nein! Und das ist egal ob man sein Fach an einer Fach- oder an einer Kunst-(sic!)hochschule oder auto­di­dak­tisch gelernt hat. Designer sind, so leid es mir für Dich auch tut, in erster Linie anwen­dende Künstler. Und – so anstren­gend das in der Berufsausübung auch sein mag – sie haben eine beson­dere Verantwortung (oder, mit Steven Heller/Milton Glaser, sie haben eigent­lich genauso eine gesell­schaft­liche Verantwortung wie jedeR andere BürgerIn).

  32. CHR15

    die verwen­dete schrift­type (wenn man es als solche bezeichnen mag) ist ja schon etliche zeit beim mutter­kon­zern in gebrauch. ‘hypo­ver­eins­bank’ wurde also ledig­lich neu ‘gesetzt’.

    ergo: keine typo­gra­fi­sche neuent­wick­lung. auch das rote bume­rang-bäll­chen: keine neuent­wick­lung.

    dach­mar­ken­stra­tegie halt.

  33. Marco Witte

    @ benjamin

    ich seh mich persön­lich nicht als künstler und auch nicht als dienst­leister. wir analy­sieren probleme, finden lösungen und machen aus (hoffent­lich) sinn­vollen mittei­lungen eine ange­mes­sene botschaft … design steht immer in einem context und hat eine aufgabe zu erfüllen.

    ich finde, wenn ein desi­gner nur schöne förm­chen bastelt, sollte er sich nicht mehr desi­gner nennen. Ob er dann schon Künstler ist, steht auf einem anderen blatt.

    und natür­lich haben desi­gner eine beson­dere verant­wor­tung, wie eigent­lich jeder beruf einen ethos haben sollte. das dem oft nicht so ist, ist schlimm genug.

  34. ochi

    @Benjamin Hickethier
    danke für deine ausfüh­rungen.
    die gesell­schaft­liche verant­wor­tung des grafi­kers liegt imho genau darin begründet, dass sie/er »verant­wor­tungs­be­wusst« mit der aufgabe umgehen muss und genau nicht die aufga­ben­stel­lung als platt­form seiner eigenen selbst­dar­stel­lung nutzt. die persön­lich­keit des gestal­ters fließt sowieso ein, durch stil und gewohn­heiten.
    [btw., wie anonym ist die angabe eines evtl. echten namen im vergleich zur angabe eines evtl. echten spitz­na­mens? ;-) ]

  35. ochi

    noch eines, dann bin ich ruhig für heute ;-)
    einer meiner geschätzten dozenten meinte einmal: »wir sind grafiker, keine künstler. künstler kotzen ihre seele auf papier aus!«
    und, dass keine falschen hoff­nungen aufkommen: ich achte den stnd der künstler hoch! aber eben als künstler.
    schönen abend wünsche ich :-)

  36. thomas

    ochi: auch desi­gner können ihre seele auf papier auskotzen, wie du es zu nennen beliebst. jede menge maga­zine, bücher, webseiten etc. pp zeugen davon, das genau das passiert und zwar an einer schnitt­stelle von kunst und kommerz. design kann meiner ansicht nach kunst sein, muss es aber nicht. und wenn wie im obigen beispiel zu allem über­fluss auch noch hand­werk­lich einiges im argen ist, dann ist es wohl in der tat auch keine kunst.

    verant­wor­tungs­be­wusst mit der aufgabe umzu­gehen heisst auch achtung vor dem kunden des kunden zu haben und das ist hier in keinster weise der fall. richt­li­ninen sind ja gut und schön, aber wenn du als grafiker nicht »die eier« hast und einem kunden sagen kannst, dass eine idee nicht das papier wert ist, auf dem sie daher kommt, dann musst du das nicht auch noch auf deinen dozenten schieben.

    die grafische/gestalerische kompe­tenz sollte beim desi­gner liegen und nicht beim kunden.

    in diesem sinne. viel spass noch beim dienst­leisten.

  37. Schiedsmann

    öhm, also ich glaube eigent­lich redet ihr vom selben. nur etwas anein­ander vorbei. und wär das ganze hier nicht nur nach­ein­ander und auf dem schrift­li­chen weg, dann würdet ihr euch glaub auch sehr gut einig werden.
    Designer haben am Wochenende eindeutig zu viel zeit :D

  38. ochi

    @Schiedsmann
    danke, das hatte ich eben auch schreiben wollen.
    nur, das mit der vielen zeit am wochen­ende … da mach ich irgendwas falsch ;-)
    sodele, nun fall ich mal über den barolo her, gute nacht :-)

  39. thomas

    lol @ schieds­mann. recht hast du.

    ochi. zum wohle.

  40. ochi

    danke thomas, dann lass uns den nächsten barolo nächsten sommer hier am bodensee trinken, es disku­tiert sich hier ganz vorzüg­lich in lauen sommer­nächten ;-)

  41. Christian Speelmanns

    @ochi und thomas:

    Neulich sagte einer der Betrachter des neuen Kirchenfesnters im Kölner Dom, das von Gerhard Richter gestaltet wurde: »Dat is ja moderne Kunst, ne?«

    Darauf antwor­tete ihm eine anderer: »Also mir jefällt das nischt! Dat andere hier, dat sind ja so Bilder…«

  42. thomas

    hmm okay, also (nach)erzählende bilder die leseun­kun­dig­keit aufwiegen sollen und modene kunst, die kunst­ge­schicht­li­ches wissen vorraus­setzt mitein­ander veglei­chen zu wollen … ich weiss nicht so recht ;-)

    obwohl die arbeit im kölner dom erzählt ja dann doch ungleich viel mehr, auch persön­li­ches, von richter.

  43. Christian Speelmanns

    Vielleicht zeigt es auch nur die Überforderung der Leute mit der Arbeit profes­sio­neller Künstler oder Grafiker etc., die wir dann gerne als Unkenntnis bezeichnen. Vielleicht soll das Kirchenfenster ja auch nichts aussagen, sondern einfach nur schöne Farben zeigen.

    Und, um wieder den Bogen zum Logo der HypoVereinsbank zu schlagen: viel­leicht waren die Entscheider (Vorstände etc.) ja auch mit dem Logo über­for­dert, und haben es einfach genommen, weil sie dachten: »Das ist moderne Kunst, das muss so sein, und deshalb gefällt es uns!«

    Wenn ich die Kommentare in den Designforen lese, da kommt mir wieder die Fragestellung in den Sinn, nämlich diese, ob wir Gestalter, Architekten etc. wirk­lich im Recht sind, wenn wir solche Arbeiten, wie das Logo der HypoVereinsbank kriti­sieren. Dürfen wir »die Leute« erziehen, indem wir ihnen unsere Sichtweise aufdrängen? Oder sehen wir die Sache viel zu engstirnig, weil wir uns den ganzen Tag damit beschäf­tigen? Sicherlich, wenn man die eigenen Arbeiten besser verkaufen will, muss man sich durch Kritik von den anderen absetzen.

    (Nur um klar­zu­stellen: ich finde das Logo auch sehr unse­riös! Sowohl hand­werk­lich, was die Schnitte der Buchstaben angeht, als auch den Gesamteindruck!)

  44. Christian Büning

    die schram­mel­tüpe im logo ist die logi­sche konsquenz aus der tatsache, dass heute die Banker so aussehen wie verkrampfte punker vor 20 jahren. die agb hängen dann in bilder­rahmen aus gold­be­sprühtem pu-schaum und der anla­ge­be­rater hat einen frechen kleinen riss in der bund­fal­ten­hose und hilft der haar­gel­in­dus­trie. eine konser­va­tive branche wird mutig. gebt ihr zeit, zu lernen. das hier ist ein anfang, wenn auch kein eleganter. man kann nur hoffen, dass sie mit dem bank­ge­schäft weiter sind.

  45. HD Schellnack

    Es ist schon absurd.
    Die Banken werde zu Dorfdiscos, typo­gra­phisch. Schrift, die eher auf ein (schlechtes) Plakat der Grünen passen würden… und das in einer Zeit, wo die Banken Prestige, Seriösität und Ehrlichkeit kommu­ni­zieren sollten.

    Design hat mit Kunst nichts zu tun, obwohl es Grenzbereiche geben kann… ein Logo aber ist eine Aufgabe. Hier wird aber – ausser der Zugehörigkeit zur Mutter – nun wirk­lich nichts kommu­ni­ziert und das Design versagt als solches. Selbst Supermärkte sehen besser aus :-D.

    Womit ich gar nicht sagen will, das Seriös immer nur so gut ist. Ich hab mich sehr gefreut, als ein in der Bankenbranche hoch­ak­tiver Kunde von uns sich letz­tens anläss­lich einer Einladung für ein Motiv enschied, das Jahre zuvor ein Theater als «ekelig und abstos­send, das wollen wir hier nie wieder sehen» ablehnte. Die Banken also mutiger und provo­zie­render sind als das Marketing eines Theaters… find ich gut. Der Anlass: Die Bankenkrise. Das Motiv: eine in ihrem eigenen getrock­neten Blut liegende tote Taube.

  46. DAN U

    es lebe der gute alte spar­strumpf! man braucht keine clip­art­logos und es werden keine »krüppel-fonts« mehr geboren. stop die genver­suche an Typo DNA! auf der anderen seite… fast so lustig wie bänker mit rotem iroke­sen­schnitt (die hamm viel an cool­heit aufzu­holen) quasi die spät­pu­bertät der bank­branche… anyway…

  47. Edwin Wetzlar

    Solange man nicht eini­ger­massen sagen kann, was Kunst im Kern ueber­haupt ausmacht, und das kann man bis heute nicht, kann man auch nichts mit Kunst verglei­chen.
    Zum Banklogo: ich finde, es passt gut zur derzei­tigen Dekadenzphase in der Geschichte der Banken. Die haben gute Kommunikation nicht mehr noetig, denn den Banken kann das Geld in zuneh­mendem Mass (ich habe kein Scharf-Ess) egal sein, was paradox ist, aber stimmt.

  48. Jashson

    … ein grund mehr die Bank zu wech­seln :)

  49. HD Schellnack

    Edwin… man muß nicht wissen, was Kunst ist – und seit wann kann man das nicht zumin­dest grob sagen? – um zu wissen, was Design ist. Es ist völlig legitim, wenn man Design als Kunst defi­niert, nur ist dann eben auch Pizzabacken und Kloschüsseln wischen KUNST. Ich weisß nicht, wie das bei dir ist, aber meine Arbeit entsteht nicht frei, sondern nach Auftrag. Und wird nicht in Galerien und Museen verkauft, sondern hat meist einen deut­lich klareren defi­ni­tiven Auftrag als ein Kunstwerk ihn hat. Ich bin nicht Damien Hirst (Damn…!)

    Man kann Design mit den Mitteln der Kunst machen und Kunst mit den Mitteln des Designs, aber die beiden Sachen sind grund­ver­schieden. Ich weiß, den Song kann von mir schon echt keiner mehr hören, aber bei Designern, die sich allen ernstes als Künstler betrachten, krieg ich Gänsehaut. Ich hoffe, es ist für euch dann auch okay, wie Künstler bezahlt zu werden – «Sie sind doch Künstler, sie machen das ja aus Spaß.»
    Wir sind profes­sio­nelle Dienstleister. Da gibt es Grenzbereiche und Verwischungen (Savilles Waste Paintings zum Beispiel) und ein breites Spektrum, wie in allen Bereichen. Aber wenn du dir moderne Kunst – im engeren Sinne – anschaust, dann weißt du, dass Design und Kunst Lichtjahre trennen. Musik ist Musik, Architektur ist Architektur, Design ist Design, Kochen ist Kochen. Und Kunst ist eben Kunst.

    Ein Logo für eine Bank ist keine Kunst, nicht mal bei der Deutschen Bank und näher war man nie an künst­le­ri­scher Ästhetik.

    Hier sieht’s mehr aus wie der Latenightshop einer Tankstelle.

  50. Oliver Adam

    Der Kunst-Design-Streit lässt sich leicht beilegen. In der Tat gibt es keine akzep­tierte Definition von Kunst außer einer sog. »opera­tio­nalen«: Demnach ist Kunst das, was die dazu beru­fenen Experten – Kunstkritiker, Galeristen etc. – dafür halten. Also kann Design niemals Kunst sein, es sei denn, diese Experten stufen ein Werk als Kunst ein. Wenn also irgend­wann einmal das Deutsche-Bank-Logo von den Experten als Kunst einge­stuft werden sollte, würde aus einem Stück Grafikdesign eben ein Kunstwerk. Ansonsten hat HD natür­lich Recht.

  51. verena

    Ich finde es unglaub­lich, wie Ihr es jedesmal wieder schafft auf das immer gleiche Thema zu kommen. Hut ab. Und das bei einfach nur einem vergrützten Logo. Also wen es wirk­lich inter­res­siert: Guckt doch mal hier http://​www​.ryanmc​gin​ness​.com/​w​o​rks und sagt mir, was das ist. Kunst oder Design? Oder aber Dunst? Kisign? Oder ist es auch egal und nur schön anzu­schauen?
    Achja, und für die Kunst hat die Deutsch Bank ja gleich eine ganze Abteilung…

  52. Benjamin Hickethier

    Ursprünglich ging es ja hier mal um die Aussage, dass ›Design nichts mit Kunst zu tun habe‹ und nicht um die Frage, ob ›Design Kunst sei‹. Dazwischen liegt natür­lich eine gewisse Differenz. Allgemeingültige, ›akzep­tierte Definitionen‹ sind wohl weder von Kunst noch von Design aufzu­treiben. Damit ist auch die Frage, ob irgend­je­mand ganz absolut Recht hat, hinfällig. Zudem ist es – wie sich auch hier zeigt – jeder­manns oder -frau Selbstverständnis über­lassen, ob er oder sie sich in seinem/ihrem Designauftrag über­wie­gend als KünstlerIn, DienstleisterIn oder irgendwie DesignerIn versteht.
    Mir ist es, ehrlich gesagt, zu schade, jemandem ›nur Dienste zu leisten‹, auch wenn das die opti­male Vorraussetzung dafür ist um (entspre­chend) bezahlt zu werden. Ich freue mich über Kooperationen mit Auftraggebern, die daran inter­es­siert sind, gemeinsam eine Lösung für eine Aufgabenstellung zu finden, zur Zufriedenstellung des Auftrages zuvor­derst, ganz gewiß, doch auch mit Offenheit für Vorschläge meiner­seits, die even­tuell den ›Kommunikationsrichtlinien‹ wider­spre­chen, wenn es Sinn machen sollte. Dabei spielt ›Kunst‹ (was immer das sein mag), bzw. künst­le­ri­scher Hintergrund, für mich jeden­falls, eine erheb­liche Rolle.
    Im Übrigen finde ich die Fragestellung nicht ganz unwe­sent­lich und das Logo ist ja nur ein Aufhänger; zumin­dest scheinen ja einige Leute das Thema inter­es­sant genug zu finden, um darauf einzu­gehen.

  53. Edwin Wetzlar

    @High Density Schellack
    Ich stimme mit dir uebe­rein.
    Aber wenn alles Kunst ist, ist nichts Kunst.

    @Oliver Adam
    Ich sehe es auch so, dass der Streit sich leicht beilegen liesse, da er nur von indi­vi­du­ellen Kunstauffassungen abha­engt.
    Leider sieht die Realitaet seit es Design gibt anders aus.

  54. Marco Witte

    ich seh mich persön­lich nicht als künstler und auch nicht als dienst­leister. als desi­gner analy­sieren wir probleme, finden lösungen und machen aus (hoffent­lich) sinn­vollen mittei­lungen eine ange­mes­sene botschaft … design steht immer in einem context und hat eine aufgabe zu erfüllen.

    ich finde, wenn ein desi­gner nur schöne förm­chen bastelt, sollte er sich nicht mehr desi­gner nennen. Ob er dann schon Künstler ist, steht auf einem anderen blatt.

    und natür­lich haben desi­gner eine beson­dere verant­wor­tung, wie eigent­lich jeder beruf einen ethos haben sollte. das dem oft nicht so ist, ist schlimm genug.

  55. Oliver Adam

    Also wen es wirk­lich inter­res­siert: Guckt doch mal hier http://​www​.ryanmc​gin​ness​.com/​w​o​rks und sagt mir, was das ist. Kunst oder Design? Oder aber Dunst? Kisign? Oder ist es auch egal und nur schön anzu­schauen?

    Einfach zu beant­worten: Diese Arbeiten hingen in Galerien. Also sind sie Kunst, da die Experten im Sinne der opera­tio­nalen Definition von Kunst diese Arbeiten als Kunst bewerten.

    Gedankenspiel: Würde ich so etwas ähnli­ches »im stillen Kämmerlein« herstellen und keiner kennt es, wäre es keine Kunst, da ich nicht den »Ritterschlag« der Experten hätte.

    Ob ich persön­lich etwas für Kunst halte oder nicht, ist schlicht meine Privatmeinung, der man zustimmen kann oder nicht. Die opera­tio­nale Kunst-Definition mag krückig sein, ist aber prag­ma­tisch :-)

  56. Benjamin Hickethier

    Was Kunst ist, mag wohl uner­gründ­lich bleiben. Der Begriff ›Grafik-Design‹ und auch die damit zusam­men­hän­genden oder erwei­ternden Bezeichnungen Visuelle Kommunikation/Kommunikationsdesign lassen sich, meines Wissens, aber viel­leicht täusche ich mich, histo­risch zurück­führen, herleiten und erklären: Designgeschichtlich (oder kunst­his­to­risch, auch wenn das manchem aufstossen mag) ›entstand‹ das Grafik-Design als eigenes Fach spätes­tens um die Jahrhundertwende (19./20.) als Gebrauchsgrafik, Werbegrafik, Angewandte Grafik oder als Teil der gestal­te­ri­schen Ausbildungen an Kunstgewerbeschulen oder Kunstakademien. Gibt auch Grenzbereiche mit Kunsthandwerk, (viel­leicht nicht nur) zu der Zeit.
    In dieser Tradition steht dieses Fach, wenn auch mehr und weniger, doch heute immer noch, oder nicht? Insofern kann es doch nicht voll­kommen kunst-frei sein.

    Sorry für viel­leicht Begriffswortklauberei.

  57. Benjamin Hickethier

    Und zum lustigen gemein­samen Klicken hätt’ ich auch noch ein Beispiel: Das muss wohl Kunst sein, schliess­lich ist es opera­tional defi­niert so bewertet worden. Ist aber auch Grafik-Design dabei? Und warum macht so was jemand, der erfolg­rei­cher Werbegrafiker ist, um damit seine erste Ausstellung als ›Fine Artist‹ zu bestü­cken? Und die Reproduktion der Reproduktionen ist dann Kunst oder Design? Oder repro­du­ziertes Kunstwerk? Kunst, erzeugt mit Mitteln des Grafik-Designs? Oder wird Design u.a. mit künst­le­ri­schen Mitteln erzeugt?

  58. Oliver Adam

    @Benjamin
    Auch einfach: In diesem Fall IST Grafikdesign Kunst. Kunst und Grafikdesign schließen sich nicht aus. Stell Dir zwei Mengen vor: links Grafikdesign, rechts Kunst. Die Schnittmenge wäre Grafikdesign, das, opera­tional defi­niert, zur Kunst gehört, weil es von den Kunst-Experten als Kunst bewertet wird.

    Also: Nicht alles, was Grafikdesign ist, ist auch Kunst (aber eben manches). Nicht alles, was Kunst ist, ist Grafikdesign (klar!).

  59. HD Schellnack

    >Aber wenn alles Kunst ist, ist nichts Kunst.
    Sag ich ja. Deshalb: Wer Design = Kunst sagt, muss auch damit leben dass Schuhmacher = Künstler. Schornsteinfeger = Künstler. Vielleicht sollten Designer aufhören, Künstler sein zu wollen und Designer sein. Das ist nämlich gar nicht so übel :-D.

    Ist wirk­lich immer die gleiche Debatte und es gibt keine platten Antworten, schon klar. Man muss nur an Warhols Plattencover denken. Oder an Savilles Arbeiten für New Order. Mir fällt im Produktbereich auch einiges ein. Aber am Ende des Tages ist ein Plattencover ein Marketingtool, mit dem Platten verkauft werden. Mit einem Gemälde gibt es das nicht. Da ist schon eine Menge Unterschied in jeder Hinsicht.

    Bei einem Bankenlogo, come on… das ist Design. Da stellt sich die Frage nach Kunst in keinem Moment.

  60. Benjamin Hickethier

    Natürlich müßig noch weiter­zu­dis­ku­tieren, wenn man so anein­ander vorbei redet.

    Aber, HD, die Gestaltung einer Schrift hat demnach auch nichts mit Kunst zu tun?

  61. Anke Gaksch

    Kunst = Freie, intui­tive Umsetzung von Gefuehlen und Gedanken. Alles ist subjektiv. Alles ist Kunst.

    Grafik-Design = Auf Wahrnehmungsstudien basie­rende, Richtlinien folgende Umsetzung eines bestimmten Ziels. Unterbewusstes vermit­teln von Informationen an den Betrachter.

  62. tobiaskrotz

    das neue sieht schlimm aus, und wenn es Kunst sein sollte, dann nur, weil es den Betrachter durch die radi­kale Negierung der Sehgewohnheiten (Typo soll ausge­gli­chen sein und nicht wild tanzen) auf sich selbst zurück­wirft und zum Umdenken zwingt (ob das Geld nicht anderswo besser aufge­hoben wäre).
    Aber mal im Ernst: nur weil das Neue kacke ist, muss man doch nicht in dem alten 90-er Jahre-biederen ›wenn-der-Designer-nichts-weiß,-dann-macht-er- einen-(halb)Kreis‹ eine tolle inno­vativ-freche Kommunikationslösung sehen.
    Ich denke aber auch, dass selbst in Italien die Designer nicht nicht nach­denken, wenn sie kommu­ni­zieren wollen. Eine Marke für eine Bank ist wohl am weitesten vom Bereich Kunst entfernt, wie man in unserem Métier sein kann.

  63. Fjord

    Moin zusammen!

    Bestimmt kommen wir bei der Kunstdebatte auf keinen grünen Zweig, wenn wir Kunst als das inter­pre­tieren, was in Gold gefasst an Museumswänden hängt.

    In meinen Kunstgeschichteseminaren damals an der Akademie tauchte beispiels­weise ein Künstler aus dem Warhol/Factory-Umfeld auf, dessen Namen ich leider vergessen habe. Er hat aus alten Einkaufswagen und Trödel Obdachlosenmobile zusam­men­ge­schweißt.
    Ein Anderer, an den ich mich erin­nere recher­chierte die mafiösen Immobilien-Zustände in New York. Reine Text- und Recherche-Arbeit. Gab es auf einer Dokumenta zu sehen.

    In beiden Fällen ein konzep­tu­eller und gestal­te­ri­scher Ansatz: Gesellschaftliche Probleme wahr­nehmen, bear­beiten, Lösungsvorschläge machen. Und zwar in erster Linie kommu­ni­ka­tiver Art. Probleme sichtbar machen, um die Diskussion in Gang zu bringen.

    Wenn wir uns nun als Gestalter (der Design-Begriff ist zu unscharf) ernst nähmen und unseren Beruf nicht als 9-to-5-Veranstaltung in reprä­sen­ta­tiven Büroräumen, sondern als Lebenseinstellung verstünden, also unsere Begabung und Ausbildung koppelten an die alltäg­liche gesell­schaft­liche Erfahrung, und entspre­chend eingriffen und uns äußerten, statt zynisch zu kommen­tieren, dann würden wir als Designer viel­leicht auch wahr- und ernst­ge­nommen.

    Jemand (ich bim mir nicht sicher ob es nicht viel­leicht sogar Erik Spiekermann war) hat einmal die Frage gestellt, warum in all den Talkshows nie Gestalterinnen und Gestalter sitzen. Beinahe jeder anderen Berufsgruppe wird die Kompetenz zuge­traut, sich zu aktu­ellen Problemen zu äußern. Nur die Gestalter fragt keiner.

    Vielleicht weil sie sich als Künstler (als jemand, im weitesten Sinne etwas sichtbar macht und zur Diskussion stellt) nicht ernst nehmen. Und – aus welchen Gründen auch immer – sich stets hinter einem ominösen Auftraggeber verste­cken müssen, der ihnen die Verantwortung für ihre Äußerungen abnimmt.

  64. Martin

    >Ein Anderer, an den ich mich erin­nere recher­chierte die mafiösen >Immobilien-Zustände in New York

    Das war Mark Lombardi.

  65. David

    Also das mit der roten Kugel, wem sagt so etwas schon zu.

  66. AlteLogosde

    Also ich finde, das ist ein Fall für AlteLogos​.de ;-)))

  67. AlteLogosde

    jemand noch n paar gute Ideen für mich?

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