Hochkomprimierte Werbespots für Stuffit Deluxe

Auf YouTube liegen wunder­bare Werbespots für die Komprimierungs-Software Stuffit Deluxe. Sie dauern nur jeweils 10 Sekunden, wobei 9 für Erläuterungen »verbraucht« werden. In der Mitte dann die kompri­mierte 1-Sekunden-Story.

Ein Beispiel: Das Leben eines Goldfischs … kompri­miert von Stuffit Deluxe

2. Las Vegas … kompri­miert von Stuffit Deluxe

3. Schwangerschaft … kompri­miert von Stuffit Deluxe

4. Wünsche fürs neue Jahr … kompri­miert von Stuffit Deluxe

Gefunden bei den Datenpiraten.


27 Kommentare

  1. Simon

    *Muuuaaahhh* ;)

    Witzig!

  2. andré

    GEIL: fast­food.

  3. Johannes

    Das nenne ich mal »kompri­miert«! Sehr schön!

  4. Oliver Adam

    Ein schönes Beispiel, wie Kreativität fröh­lich am Produkt vorbei­geht. Stuffit kompri­miert verlust­frei Daten, die wieder verlust­frei entkom­pri­miert werden können.

    Beispiel Las Vegas: Wo ist die Entsprechung?! Der Subtext ist »Verlieren«. Will ich ein Produkt kaufen, bei dem ich meine Daten »verliere« und dann »auf der Straße stehe«? Beispiel Goldfisch: Der Subtext ist »töten«. Will ich ein Produkt kaufen, das meine Daten »tötet«, meine Daten »ins Klo spült«?

    Was für sich allein viel­leicht witzig ist, ist aus Sicht des Produktmarketings einfach nur blöde.

    Fazit: Der Marketingverantwortliche von Stuffit sollte auch mal kompri­miert werden.

  5. Jürgen

    Lieber Oliver, ich glaube, Du inter­pre­tierst zu viel in diese Märchen hinein. »Das Leben eines Goldfischs« kann doch 5 Jahre lang gewesen sein, und am Ende landet er im Klo. Es geht doch allein um die Komprimierung mehrerer erfun­dener Bildgeschichten.
    Was Stuffit mit Daten macht, das weiß sowieso jeder. Das ist auch lang­weilig und nicht der Rede Wert. Es inter­es­siert nicht. Das Leben eines Goldfischs ist viel inter­es­santer. Und mit diesem bringt sich die Software ins Gespräch.
    Zudem kommt das Dekomprimieren gar nicht zur Sprache. Beispiel Las Vegas. Eine schöne Frau, die gerade viel Geld gewonnen hat, will dem Bettelnden etwas in den Becher werfen, sie verliebt sich in ihn. Sie sprengen gemeinsam die Bank eines Kasinos und führen danach ein glück­li­ches Leben in Florida. ;-)

  6. Johannes

    Ein schönes Beispiel, wie Kreativität fröh­lich am Produkt vorbei­geht

    Finde ich gar nicht. Die Aussage ist doch: Stuffit kompri­miert!” Da passt ein extrem stark kompri­mierter Film doch perfekt. Der Werbespot bleibt hängen, macht neugierig. Den Vergleich mit dem “verlieren” und “töten” finde ich daher nicht passend. So viel will der Spot ja gar nicht vermit­teln…

    Man guckt sich diese Spots an. Findet sie lustig da sie anders sind. Und schick den link Kollegen, Freunden usw… Der Spot verbreitet sich. Die Marke Stuffit wird bekannter. Ziel erreicht… :-)

  7. poms

    Eigentlich das scheinbar ödste Thema, ein Hersteller von Software zur Datenkomprimierung macht Werbung – und *bang* dann kommen solche extrem kurz­wei­ligen, sympa­thi­schen Spots, ich neige mein Haupt.

  8. Christian

    Lustige Idee, aber die Stimme ist irgendwie gruslig.

  9. Sebastian Nagel

    Das erste mal, dass mich stuffit zum schmun­zeln bringt. Das Programm scheint ja am Mac “Pflicht” zu sein, unter Windows ist es eine Geißel.

    Nicht zum Produkt passend: stimmt. Es ist eine andere Art von Kompression.

  10. erik spiekermann

    Passt doch prima zum produkt: eine lange geschichte, aufs wesent­liche kompri­miert. Das entstuffen findet in unserem kopf statt. Wer will schon mehr wissen über die mathe­ma­ti­schen vorgänge, die damit verbunden sind? Das ist werbung, und werbung muss das produkt inter­es­sant machen. Stuffit ist ein no-inte­rest-produkt, aber hier gibt es schon ein dutzend kommen­tare dazu. Eine tabel­la­ri­sche darstel­lung des kompres­si­ons­vor­gang hätte ich mir nicht ange­sehen.

    Aber humor, das sagt schon Tucholsky, ist nur was für erwach­sene.

  11. Arno Nym

    Sind die eigent­lich von Saatchi & Saatchi NY? Die hatten ja auch letztes jahr Print-Anzeigen in Cannes (AD: Menno Cluin).

    Aber unab­hängig davon ob die Spots on Brief sind (falls es über­haupt jemals eins gab:-) Kreativ und gut exeku­tiert sind sie.

    Aber wie auch schon ange­spro­chen: Das Produkt ist eh tot. Seit 3 Jahren kann MacOS X per ctrl-click oder rechter Maustaste ein ZIP-Archiv. Auf Windows war es eh nie verbreitet. Warum also so viel Geld ausgeben (auch wenn es etwas besser als ZIP ist)

  12. thomas

    arno: mit der erste, was auf ein neues system drauf kommt ist stuffit.
    zum einen kommen immer noch viele archive als .sit und ältere archive sind ja auch .sit

    so nutzlos ist das also nicht. ;-)

  13. Dr. Schnuffel

    “Das entstuffen findet in unserem kopf statt.” —
    — in unserem Kopf? Nicht etwa in unseren Köpfen? Findet was statt? Das entstuffen?
    Was in Ihrem Kopf vor sich geht, läßt sich womög­lich tatsäch­lich nicht in Sprache fassen, ich bin jeden­falls froh, daß Ihr Kopf nicht meiner ist.

  14. Dr. Schnuffel

    Abegesehen davon hat Oliver Adam natür­lich recht. Gerade das verlust­freie Dekomprimieren wird in den geszeigten Spots nicht verdeut­licht. Wenn jürgen schreibt, “das Leben eines Goldfischs ist viel inter­es­santer”, geht das voll­rohr an der Werbung vorbei, denn gezeigt wird, daß der Goldfisch gekauft wird und daß er danach ins Klo gespült wird. Ein “inter­es­santes” Leben ließe sich demzu­folge auf die Sentenz runter­bringen: ‘Er wurde geboren und starb später.’ — Über das Leben erfahre ich also gerade nichts. Und kann, anhand dieser banalen Information, jenes auch nicht rekon­stru­ieren.
    Eine Kompressionssoftware, die so verführe, könnte nach der Kompression nur noch darstellen, daß es halt mal eine Datei gab. Der Inhalt wäre aller­dings futsch.
    Kurz: Die Spots zeigen ja offen­sicht­lich gar keine Kompression, sondern nur zwei sepe­rate Daten des “eigent­li­chen” Ganzen. Daß jene — wie im Beispiel des Goldfischs — “wesent­lich” sind (Fisch wird gekauft und später getötet), will mir nicht einleuchten.

  15. Florian

    Bin ab jetzt kein Fan mehr.
    wirft seinen Dr. Schnuffel-Schal weg

  16. robertmichael

    Du bist mein aller­liebster Schatz, an deiner Seite ist mein Platz. Weil ich dich so gerne kuschel, bist du mein süßer Schnuffel …
    und alle:
    KUSCHEL, KUSCHEL, KUSCHEL, KUSCHEL …

  17. Claudia

    Der Fisch lebt! Ich sage nur: Findet Nemo …

  18. thomas

    hose, kneif­zange etc. pp.

  19. Oliver Adam

    Aber humor, das sagt schon Tucholsky, ist nur was für erwach­sene.

    Na ja, heißt das dann, Marketing ist nichts für Schriftengestalter?! Von Tucholsky stammt übri­gens auch: »Der Vorteil der Klugheit liegt darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwie­riger.« Erik, es geht nicht um Humor versus dröge Tabellen, sondern um zum Produkt passenden versus nicht passenden Humor. Und weil es einfach ist, zu meckern – und wir Berliner machen das gerne –, erläu­tere ich es weiter unten.

    Nicht zum Produkt passend: stimmt. Es ist eine andere Art von Kompression.

    Richtig. Also aus der Sicht des Produktes falsch. Die Kunst ist es nun, die »rich­tige« Kompression darzu­stellen.

    Kurz: Die Spots zeigen ja offen­sicht­lich gar keine Kompression, sondern nur zwei sepe­rate Daten des “eigent­li­chen�? Ganzen.

    Korrekt.

    Wie könnte man nun als Unternehmen vorgehen, um perfekte, das heißt zum Proddukt passende Clips erstellen zu lassen?

    Zuerst defi­niert man das diffe­ren­zie­rende Kriterium. Sagen wir, die Kompressionsrate ist 98%, die höchste am Markt. Dieses diffe­ren­zie­rende Kriterium wollen wir drama­ti­sieren lassen: Es sollen lustige Clips herge­stellt werden, die Viral-Marketing-fähig sind. Inhalt der Stories: Etwas Großes wird sehr klein gemacht und dann wieder genauso groß.

    Dann denkt sich das Unternehmen einen Beispielspot aus, zum Beispiel den:

    »Kiss«
    Eine toll ausse­hende Frau und ein attrak­tiver Mann gehen aufein­ander zu und küssen sich leiden­schaft­lich. Klischee-Liebesmusik. Kameraschwenk. Frau und Mann sind jetzt voll fett. Wir hatten beide vorher in einem Zerrspiegel gesehen. Claim : »Kompressionsrate: 98%. Stuffit Deluxe.«

    »Tom und Jerry«
    Jerry wird von Tom verfolgt und rettet sich in einen Schlauch (oder Regenrinne o. ä.). Doch Tomm rennt auch in diesen Schlauch. Beim Herauslaufen hat er, zusam­men­ge­presst, genau diese Schlauchform ange­nommen. Claim : »Kompressionsrate: 98%. Stuffit Deluxe.« Nachbrenner: Jerry haut ihm mit der Bratpfanne auf die Birne. Tomm poppt zur Originalgröße auf.

    Mann, da fallem einem doch Tausende Mikro-Stories ein. Mit diesen geht das Unternehmen zu den Agenturen und bittet sie, nun die coolen Ideen zu gene­rieren und umzu­setzen.

    Fazit

    Hat man erstmal das Konzpet klar (»Dramatisiere mir Etwas Großes wird sehr klein gemacht und dann wieder genauso groß.«), kommen auch zum Produkt passende, lustige Sachen heraus.

  20. Oliver Adam

    PS: Ich wette, die Fontblog-Crowd bekommt zum Konzept »Dramatisiere mir Etwas Großes wird sehr klein gemacht und dann wieder genauso groß.« in ein paar Tagen bessere Ideen hin als Stuffit umge­setzt hat. Besser im Sinne des Produktes, natür­lich :-)

  21. robertmichael

    »Kiss«
    stuffit gaugelt seinem nutzer also nur vor es wäre richtig gestufft?

    »Tom und Jerry«
    eine dreckige regen­rinne, durch die regen und abwasser fließt ist deinem beispiel also das zu bewer­bende produkt?

    man kann es drehen wie man will, entweder versteht man den gag oder nicht. kein wunder das deut­sche tv-werbung so lang­weilig ist.

  22. Oliver Adam

    zstuffit gaugelt seinem nutzer also nur vor es wäre richtig gestufft?

    Nein, denn der Spiegel stufft das Bild kraft seiner Physik ganz real. Also sehen wir die gestuffte Version.

    eine dreckige regen­rinne, durch die regen und abwasser fließt ist deinem beispiel also das zu bewer­bende produkt?

    Ja, denn Regenrinnen, Rasensprengerschläuche etc. sind in Cartoons à la Tom & Jerry immer clean (es sei denn, Dreck wäre in einer Szene drama­tisch ein Thema). Also: Immer wenn Tom durch Heizungsrohre gepresst wird, kommt er doch schön sauber wieder heraus.

    Im Übrigen habe ich mir die Beispiele gearade nebenbei in 5 Minuten ausge­dacht. Wie gesagt: Es sind bestimmt 1.000 bessere Versionen möglich ;-)

  23. robertmichael

    wie gesagt … man kann wenn man will alles so sehen wie man es sehen will. ich finde die spots gelungen und würde mich wieder daran erin­nern wenn ich den namen stuffit höre.

  24. jahn

    finde die idee von angrya​lien​.com geklaut und olivers (kiss) um einiges besser.

  25. Dominik

    Mich wundert, dass sich noch niemand über die lang­same Stimme aufge­regt hat. Das ist nicht gerade eine gutes Symbol für die Geschwindigkeit des Tools ;)

    Eine zu analy­ti­sche Herangehensweise an einen Witz, macht diesen doch meis­tens kaputt. Wenn der Witz dann zusätz­lich noch stark mit einem Ziel (hier Positionierung an Hand syste­ma­ti­scher Kriterien) verknüpft ist, ist der Spot nicht mehr inter­es­sant. Das Produkt würde mit seinen Eigenschaften zwar umfas­send darge­stellt, aber es entstünde keine Diskussion und damit kein viraler Effekt. Wie mans dreht und wendet…

Kommentarfunktion ist deaktiviert.

<em>kursiv</em>   <strong>fett</strong>   <blockquote>Zitat</blockquote>
<a href="http://www…">Link</a>   <img src="http://bildadresse.jpg">