FFFFUCK OFFF … oder:

Warum ffffound​.com das Gehirn der Designer verklebt

von HD Schellnack

Ich kann ffffound​.com nicht mehr sehen. Ich glaube inzwi­schen, die Site (und ihre endlosen Nachahmer) ist ein Kreativitätskiller erster Güte. Sicher, anfangs schien ffffound eine groß­ar­tige Idee zu sein: der Web-2.0-Gedanke, die Community-Idee, die Flut an tollen Bildern. Ruckzuck ist der Tag um, während man auf Photos starrt, Illustrationen, Plakate,  Broschüren, T-Shirts und eigent­lich alles, was man irgendwie gestalten kann.

Genau diese Flut ist das Problem. Wenn ich Studenten eine Aufgabe stelle, schmeißen sie zuerst Google an. Design by Google heißt: Einen Begriff eingeben, der mit der Aufgabe zu tun hat, und die Bildersuche so lange durch­frosten, bis sich eine Inspiration einstellt. Wenn Werber eine Kampagne planen, durch­forsten Sie Online-Bildarchive, um sich Anregungen zu holen. Als ob wir nicht schon genug mit Second-Hand-Eindrücken konfron­tiert sind, die in immer schnel­leren Intervallen auf uns einpras­seln. Anstatt nach­zu­denken greift man in der Masse der online verfüg­baren Visuals nach dem nächst­besten Trend. Das Ergebnis ist ober­fläch­li­ches Design, das noch mal wieder­käut, was die Suchmaschine ausspuckte. Neues entsteht so nicht, der Stillstand multi­pli­ziert sich. Das Schicksal des Designs im Zeitalter seiner digi­talen Reproduzierbarkeit ist die still­ste­hende Moebiusschleife in einer Kultur digi­taler Copycats.

Diese Entwicklung ist dem Design der letzten Jahre anzu­sehen. Was trendy ist, wird bei ffffound und Co. ausge­stellt, ruck zuck imitiert, gleich wieder bei ffffound einge­stellt, erneut imitiert – ein Spiegelkabinett für alle Ewigkeit. Der immer gleiche Stil an Fotografie, an Illustration, an Design ergibt eine bedrü­ckend mono­tone globale Melange, die alle natio­nalen Unterschiede, alle Eigenarten verwischt und an deren Stelle einen neuen Weltmainstream setzt. Der Sieg des kleinsten gemein­samen Nenners.

Und wie zu viel Pornographie nicht wirk­lich aufgeilt, sondern eher abstumpft, die Lust auf echten Sex abtötet, so killen auch ffffound und seine Epigonen, die vor dem immer glei­chen weißen Hintergrund nahtlos Bildmaterial aus der Flut des Web zur Schau stellen, jede Lust auf Design. Das Bilderrecycling, das endlose Pflücken aus Portfolios tötet mittel­fristig die eigene Kreativität ab.

Keine Frage: Das Portfolio eines anderen Designers oder Künstlers kann und darf und soll inspi­rieren. Anregungen holen, Denk- und Arbeitsprozesse verstehen, selbst ange­steckt werden. Das passiert aller­dings nicht durch 500 wort­lose Bildern am Tag, sondern durch das Nachvollziehen und Durchdringen einer Idee. Die Bilderflut-Sites bieten schlichtes Eye Candy: einen ober­fläch­li­chen, opti­schen Strom, der Style-Junkies bedienen kann aber keine Designer. Wer sich hier inspi­rieren lässt, klaut Visuals. Der entwi­ckelt sich nicht, sondern dege­ne­riert, ohne es zu bemerken.

Angesichts der Masse an Arbeiten anderer bleiben unwil­lent­lich Spurenelemente davon hinter den Augen kleben. In einem Monat, in einem halben Jahr taucht etwas davon in der eigenen Arbeit auf, unbe­wusst gestohlen. Das ist immer so mit Einflüssen, doch wenn das, was wieder­auf­taucht nur noch unver­ar­bei­tete Bildrohmasse ist, dann bist du kein Designer mehr, sondern ein Cloner. Und dazu noch einer von Hunderten, die jeden Tag hier ihr Augenfutter abholen. Soylent Green ist Menschenfleisch.

Mich selbst hat ffffound irgend­wann genau so abge­stoßen wie zu viel Fernsehen. Bilder ohne Tiefgang vertreiben mich irgend­wann. Inspirationen bleiben lang­fristig eben doch Bücher, Texte und Bilder, die sorg­fältig abge­stimmt sind, nicht per Crowdsourcing zusam­men­ge­stromt. Auch Galerien und Museen. Aber um Gottes nicht mehr die Tag und Nacht fließ­band­pro­du­zie­rende Bildermaschinerie.

Es gibt einen Grund, warum arri­vierte Designer wie Philippe Starck mit den Limits ihrer eigenen Arbeit so entsetz­lich unzu­frieden sind – oder sich, wie Niklas Troxler, perma­nent selbst in ihrer Arbeit neue Grenzen und Herausforderungen setzen und etwa bewusst nur in schwarz-weiß arbeiten, neue Herausforderungen suchen. Design ist sportiv. Eine Herausforderung an dich selbst, an deine Umwelt. Dein Musikgeschmack wird ja nicht besser, wenn du jeden Tag zwei­tau­send Tracks von Tonspion​.de down­loa­dest.

Ich weiß aus Erfahrung, das bei Pitches die Wahrscheinlichkeit eines für den einla­denden Klienten zufrie­den­stel­lenden Ergebnisses abnimmt, je mehr Agenturen/Büros einge­laden werden. Unter zwei oder drei Angeboten kann man sich ja noch gut entscheiden – aber wer acht oder zehn Teilnehmer einlädt, findet nichts Gutes mehr, es ist ein Überangebot an Möglichkeiten. Aus diesem Grunde bringt auch Crowdsourcing kein gutes Design zustande. Es ist wie bei Douglas: Riecht man an zu vielen Flakons, wird die Nase taub, alle Unterschiede verwi­schen. Genau deshalb sind ffffound und Konsorten keine Quelle der Inspiration, sondern Zeit-Killer, durch die man länger als nötig vor dem immer glei­chen, immer flachen Bildschirm hängen bleibt. Opium, das dir nur das Hirn verklebt. Und wenn ich eins nicht sein will, dann ein Junkie.


68 Kommentare

  1. formschub

    In Bezug auf Studenten wäre doch ein Projekt oder Kurs zu einer bestimmten, über­schau­baren Aufgabe mit der Selbstverpflichtung „Designing without the Web“ inter­es­sant, viel­leicht sogar zeit­gleich mit einer Kontrollgruppe, die googeln und surfen darf. Und dann werden nicht nur die Ergebnisse, sondern auch der Recherche- und Inspirationsprozess reflek­tiert und disku­tiert. Setzt natür­lich Ehrlichkeit, Vertrauen und Disziplin aller Teilnehmer voraus, aber ich fände es hoch­span­nend.

  2. Christian

    Als Gestalter ist man auch für seine Anregungen verant­wort­lich. Umgebe ich mich dauernd mit MTV-Bildwelten, werde ich irgend­wann auch selber welche machen wollen. Wie komme ich also zu einer selbst­be­stimmten Recherche und Gedankenwelt?

    Eine gute Übung sind schnelle Low-Budget-Projekte, die nur ein- oder zwei­farbig gedruckt werden können und keine Bildlizenzen zulassen. Keine Zeit, um die Grundthesen der Wahrnehmung fällen zu wollen, sondern schnelle Reaktionen und Bildassoziationen machen die Quickies gut.

  3. thomas | BFA

    form­schub: dann hast du nicht richtig gelesen. der schaden ist längt ange­richtet, wenn die aufgabe ergeht. es ist wie mit digi­tal­knippsen. wir verlernen echte bilder, echte erin­ne­rungen zu sehen. wir schauen nur noch durch sucher und displays, anstatt uns die erin­ne­rung ins gehrin prägen zu lassen, als echte ansamm­lung von prote­inen und synap­ti­schen verknüp­fungen. dieses über­an­gebot an allem und jedem killt in der tat den wunsch oder im falle eines desi­gners den zwang, das eigene gehirn als ausgangs­punkt für eine reise zu nehmen, an deren ende ein design steht. multi­pli­ziert mit talent und dem rich­tigem moment entsteht so viel­leicht sogar was neues unge­se­henes, unge­fühltes, unge­hörtes.

  4. solneman

    recht über­legt verbringe auch ich immer mehr zeit mit dem durch­forsten von design­blogs als für meine eigenen projekte. ein wirk­lich inspi­rie­render artikel. danke.

  5. Stefan Kalscheid

    Da hab ich wohl mal wieder einen Trend verpasst: ffffound kannte ich noch garnicht. Naja, scheinbar nicht das schlech­teste. Die glei­chen Gedanken hatte ich aber immer zu Büchern wie 1000 Graphic Ideas etc. Wenn man so ein Buch braucht um seine Aufgaben zu lösen, dann sollten man sich Sorgen machen…

  6. formschub

    Ich habe schon richtig gelesen. Wenn man den zwei­fellos ange­rich­teten Schaden aber als Fakt postu­liert und ledig­lich darüber klagt, führt diese Diskussion ins Leere. Ich finde, es ist legitim, gerade Studenten, die noch am Anfang ihrer Designlaufbahn stehen, für Übungen in krea­tiver Askese zu sensi­bi­li­sieren, wie z.B. das o.g. Projekt. Ich sehe das ein biss­chen so wie eine Fastenkur in unserer Welt der Fast-Food-Buden, über­bor­denden Supermärkte und unzäh­ligen Restaurants. Es kann für jeden eine Erfahrung sein, bewusst zu verzichten, auch wenn er/sie sonst gerne das (Über)angebot wahr­nimmt. Es schafft neues Bewusstsein und erwei­tert den Horizont.

  7. Pascal

    ich finde den artikel sehr gelungen und im kern total richtig. wer zuviel guckt, denkt nicht mehr selber. ich muss aber eine sache ergänzen. ich habe auch meine quellen, in die ich zur inspi­ra­tion rein­gucke, wichtig ist dabei dass man nicht zuviele dieser quellen nutzt, weil sonst hat man das von dir ange­spro­chene über­an­gebot, was einen sehr unma­nö­vrier­fähig macht. ich finde nicht, dass diese oder andere bilder-seiten grund­sätz­lich verkehrt sind als inspi­ra­ti­ons­quelle. ich glaube, wenn man sich damit genauso bewusst befasst, kann sowas auch dien­lich sein.

    aber ich bin absolut deiner meinung bei der frage wieviel inspi­ra­tion sollte man nutzen. und ich denke auch, dass gerade die jüngeren, sprich die studenten sehr sehr häufig unkreativ sind und erstmal passiv aufnehmen, bevor ein aktiver prozess im gehirn beginnt. merke das hier oft bei unseren auszu­bil­denden.

    inso­fern, schönes diskurs­thema :)

  8. Simon

    Ach komm, den glei­chen Vorwurf kannst du den unzäh­ligen Designbüchern auch machen … und kein zwingt dich die genanten Dienste zu nutzen.

  9. lux

    Scheuklappen!

  10. lars schwarz

    ich denke das der zeit-faktor bei diesem thema auch eine grosse rolle spielt, bezogen auf das studenten beispiel geht es darum schnell ein gutes ergeb­niss abzu­lie­fern und der schnellste weg ist das leider google, clone, modify.
    auch muss man hier viel­leicht ein 2 kate­go­rien teilen:

    einmal know the rules und einmal break the rules.
    ich möchte niemanden degra­dieren bzw. denun­zieren, aber viel­leicht sind da deine studenten einfach noch auf dem weg zu know the rules … und das auch noch unter zeit­druck :)
    gene­rell muss ich aber voll und ganz zustimmen, eigent­lich sollte man natür­lich nicht dem mit dem schnellsten ergebnis die 100 punkte geben, sondern dem mit dem besten/kreativsten, aber wenn um 18 uhr abgabe ist, ist google manchmal schneller als die dead­line… so ist das leider häufig in vielen agen­turen.

  11. Daniel

    Was HD Schellnack hier geklagt erin­nert mich eher an das von Frust bestimmte Klagen, das man im Übergang von Generationen, Arbeitsmethoden und Stilrichtungen immer wieder vernimmt.

    Zu erklären ist es einfach: wenn man sich ohnmächtig gegen­über einer sich schon längst mani­fes­tierten Entwicklung fühlt, den umgang damit nicht verstehen oder gar nach­voll­ziehen und erst recht nicht anwenden kann, ist es der beste beweis dafür, das man sich über­lebt hat.

    Das bedeutet, wenn man das Bilder-Sampling nicht verwenden kann, wenn man mit dem Overload nicht arbeiten kann und sich in längst vergan­gene Strukturen (Troxler etc.) flüchtet, diese schon fast idea­li­siert, sollte man sich entweder dem Vorgang der von Derrida (für texte) vorge­schla­gene Dekonstruktion unter­geben oder sich in der reak­tio­nären Handlung verschließen und diese methoden anwenden.

    Was bringt diese art des jammers?

    Die Bild-Überschwemmung, die Bild-Vernetzung ist längst da, wer jetzt nicht damit klar kommt, wer keine Arbeitsmethoden entwi­ckelt, ist ausge­mus­tert.

    Das spor­tive kann wohl kaum der rückzug in anti­qui­rierte Muster sein, herr schell­nack?

    Das spor­tive ist wohl eher die Herausforderung der Technologie zu parieren und ihren Schwung für neues zu verwenden.

    Es ist wie die alte (Pädagogen-)Weisheit «Schlaue Kinder lernen vom Fersehen (ffffound, etc.) und dumme werden noch dümmer („Zeit-Killer“)»

  12. Thomas

    Hm, nur weil die Möglichkeit zum „Inspirieren lassen“ da ist, muss man sie noch lange nicht nutzen. Von daher kann man FFFFOUND doch keinen Vorwurf machen.

    [Übertreibung]Ich rennen doch auch nicht auf die Straße und steche Menschen ab, nur weil ich ein großes scharfes Küchenmesser rumliegen habe.[/Übertreibung]

    Wie immer muss man das Problem an der Wurzel packen und die findet sich nicht bei FFFFOUND oder den Bildagenturen. Oder wie mein Vorredner so schön sagte:

    Scheuklappen.

  13. joe siffert

    dieser desin­blog ist genauso teil der aufmerk­sam­keits-ökonimie wie fffound. viel zu viele jour­na­listen verlassen sich auf 10minutes google recherche. klar, dass viele desi­gner auch so handeln. aber eine diskus­sion, die versucht, geschrie­benes wort ueber bild­in­for­ma­tion zu stellen ist fehl.

  14. Otto-Normalleser

    Bravo, HD! Ich habe mich schon manchmal in einer stillen Minute gefragt, ob ich meiner Zeit hinterher bin, nur weil ich nicht kose­quent die Foto-Streams abon­niert habe. Umso schöner heute zu wissen, dass mitt­ler­weile auch die Diskussion um die Sinnhaftigkeit des ganzen „24-Stunden-Vernetzungs“-BlaBlaBals kritisch geführt wird bzw. über­haupt geführt werden kann.
    Gleichzeitig zwingt Dein Artikel aber auch das Hinterfragen der eigenen Surf- und Inspirationsschemate wieder auf: Passives „Berieseln-Lassen“ kehrt sich spätes­tens dann in’s Negative, wenn man mehr Zeit mit den Ideen und Arbeiten anderer verbringt als mit seinen eigenen und dann einzig aus Zeitgründen fast zwangs­läufig gerade Gesehenes für seine Zwecke zum Selbstschutz direkt miss­brau­chen muss. Der Faktor „Zeit“ ist ja in unserer Branche eigent­lich immer beson­ders kritisch …
    Bisher der beste Designdiskurs – Danke!

  15. Daniel

    Nachtrag: Diese Art des Diskurses, bei dem die Reaktion nur Dafür oder Dagegen sein kann, also Zustimmer mit verschränkten Armen und Ablehner mit in die Luft gewor­fenen Armen, sind nicht hilf­reich, um etwas nach vorne zu bringen, sondern nur um Fronten zu bilden.

  16. Jürgen

    @ Daniel: Zwischentöne sind möglich und befruchten, du hast es weiter oben (11.) bewiesen. Danke

  17. jamie oliver

    ich finde da hat es viel wahres dran, aber auch vieles, was ich ganz anders sehe.

    ffffound ist ein zeit­ver­treib wie muxx­tape oder das sinn­lose blog­lesen und noch sinn­lo­sere kommen­tare schreiben. ein hobby. eine visu­elle reise von zusam­men­hängen von eintau­chen in die visu­ellen bilder­fluten des letzten jahr­hun­derts. eine reise voller abkür­zungen und schlaufen. ein moment der harmonie weil der eigene gescchmack den weg vorgiebt.

    ich selber tauche gerne ab und zu in ffffound ein. und da ich sicher andere sachen toll finde als HD ist meine reise in ffffound anders.
    von dem her finde ich es stimmt nicht: ffffound prägt einem nicht – found unter­stütz und stärkt einem in seinem eigenen geschmack.

    ffound ist da wie eine gute biblio­theke: eine samm­lung von dingen die ich mag, die ich selber ausge­sucht habe die ich toll finde. niemand möchte plötz­lich die bibliotek eines anderen haben. genau so verhält es sich mit ffound.

    darum viel lärm um nichts. visu­elle inspi­ra­tion hat es vor ffffound gegeben und wird es nach ffffound immer noch geben. wer sein schaffen auf dem nach­ma­chen aufbaut ist doch selber schuld. wer ffffound aber zur inspi­ra­tion benützt soll das weiterhin tun oder sonst mit scheu­klappen durchs leben gehen….

  18. mesiu

    ffffound dient mir recht erfolg­reich dazu, mir in der einen oder anderen ruhigen minute einen kleinen visu­ellen genuss zu verschaffen. etliche arbeiten dort sind für meine begriffe quali­tativ oberste kante und zum glück kann ich mich manchmal noch einfach über gelun­gene form- oder farb­kom­po­si­tionen freuen.
    wer hier gezielt mittels stich­wör­tern inspi­ra­tionen für bestimmte projekte sucht oder sich täglich 500 bilder runter­lädt, verbaut sich eigene ideen bzw. verschwendet seine zeit. für mich persön­lich verliert die gestal­te­ri­sche arbeit ihren gesamten reiz, wenn die entwick­lung von konzept und design den kern der sache rechts über­holt und man direkt auf einen fertig (fremd-)gestalteten zug aufspringt. unbe­frie­di­gend, eine arbeit zu präsen­tieren, der keine „forschung“ meiner­seits zugrunde liegt und wenn ich den eigent­li­chen urheber – und alle anderen, die sein werk kennen – in gedanken mit dem finger auf mich zeigen sehe.

    wenn es wirk­lich mal schnell gehen muss: google-bilder­suche mit zufäl­ligen zahlen­kom­bi­na­tionen bringen zufäl­lige resul­tate und dadurch entwi­ckeln sich meist bessere ideen als bei einer stich­wort­suche. piclens nicht vergessen ;-)

  19. kux

    die ganze diskus­sion ist irgendwie obsolet. schon vor tausenden von jahren haben sich menschen inspi­rieren lassen, sei es von einem tier oder einem felsen­sprung. im renais­sance haben sich alle gegen­seitig inspi­riert und sind dadurch weiter gekommen. jetzt inspi­rieren wir uns halt durch irgend­welche bild­samm­lungen.

    wo ist das problem?

    ein gestalter mit herz wird kaum ein bild nach­ahmen wollen, er wird höchsten dadurch ange­spornt etwas neueres zu machen. die ausein­an­der­set­zung mit problemen/lösungen und der gesam­melte inspi­ra­tive ballast in unseren köpfen, sorgt für neuerschei­nungen. diese können evolu­tionär oder revo­lu­tionär sein.

    unserem gehirn ist es egal ob die bilder aus erlebten situa­tionen oder aus einem buch stammen. der krea­tive prozess verwendet jede verfüg­bare resource. wer sich dem entle­digen will, muss schon seit geburt an in einem budis­ti­schen kloster gelebt haben – ob das die revo­lu­tio­näre ideen zum vorschein bringt, wage ich zu bezwei­feln.

    ich selbst bin ein isolierter gestalter. arbeite alleine in meinem kleinen atelier. es hängen keine bilder an den wänden, der tisch ist sauber und design­bü­cher habe ich nur ganz wenige. der austausch mit berufs­kol­legen ist nicht exis­tent. man könnte jetzt meinen ich würde dauern revo­lu­tio­näre arbeiten liefern, dem ist es aber nicht so. der verzicht auf die „globale bild­samm­lung“ (ich nenne das mal so) hat mich gestal­te­risch keinen strich weiter­ge­bracht. es ist sogar hinder­lich, da man sich selbst repro­du­ziert.

    jeder muss seine eigene methode finden um das optimum dessen zu holen was zu guten resul­taten führt. man sollte sich aber nicht schämen von ffffound und co inspi­rieren zu lassen. wenn ich dort etwas entdecke was wirk­lich hoch­wertig ist, dann bin ich noch moti­vierter etwas eige­ne­ar­tiges zu gestalten. ob das immer gelingt ist eine andere frage, ähnlich­keiten mit der inspi­ra­tion weisen sie aber keines­falls.

    es ist nicht ein einziges bild was inspi­riert, sondern die bilder­summe im kontext zum eigenen quali­täts­an­spruch.

  20. Martin Jordan

    Aber HD, das war niemals nicht anders – wälze ich alte Designjahrbücher der 70er und 80er drehen sich auch diese dort abge­druckten Arbeiten stilis­tisch im Kreis. Einige Gruppen wie die Push Pin Studios liefen vor und andere hinterher. In London und New York machten Leute wie Alan Fletcher und Theo Crosby groß­ar­tiges, ideen­ba­siertes Design, im Süden Amerikas gingen Kollegen wie Ronald Shakespear stilis­tisch und inhalt­lich nahezu die glei­chen Pfade. Blättert man die gesam­melten Werke von Bill, Stankowski und Lohse mal parallel durch, erscheinen auch sie wie Copycats unter­ein­ander und der Schweizer Bande um Gerstner, Müller-Brockmann & Co. war es schon ideo­lo­gisch gar nicht anders möglich.

    Schaut man in lokale oder über­see­ische Museen für zeit­ge­nös­si­sche Kunst, finden sich die regio­nalen bzw. natio­nalen (bspw. in Lateinamerika) Mit- oder Nachmacher von Op-Art, Fluxus und Funktionalismus an den Wänden. Doch für die Nachwelt werden im kollek­tiven Gedächtnis, egal ob Kunst oder Design, nur die hängen bleiben, die heraus­ragen – weil sie entweder beson­ders Intelligentes produ­zierten oder aber mit ihrer visu­ellen Sprache stili­sche Vorreiter sind – wie eben Designers Repulic in den 90ern, Brody und Saville in den 80ern usw.

    In einem Punkt gebe ich Dir aller­dings recht — dass aufgrund direkter vernet­zender Medien alles viel schneller geht, Ideen rasanter aufge­griffen und kopiert werden. Heute gibt es mehr Designer, mehr Studenten des Designs denn je, aber wir alle wissen: mehr Masse heißt nicht mehr Klasse. Und so wird es immer die heraus­ra­genden 5 % (wenn über­haupt) geben, die nicht nur an just hippen forma­l­äs­the­ti­schen Lösungen inter­es­siert sind, sondern Kommunikationslösungen erar­beiten wollen, die inhalt­lich auf den Grund gehen. Und eben jene wird man sich merken sowie die heißesten Vertreter des »contem­porary eye candy« der 2000er Jahre wie Hort, Spin, Sagmeister und Konsorten.

    That’s it. Eine ewig wieder­ho­lende Geschichte, nur jetzt eben auf der vollen Dosis Speed.

  21. ph

    Es kommt vor allen Dingen immer auf jeden selbst an was er daraus macht. Wer wirk­lich voll­kommen unre­flek­tiert nur noch Ffffound schnupft, der kann nicht anders als kopieren.

    Wenn man hingegen Ffffound als Nahrungsergänzung nutzt und in Maßen genießt… Arbeiten die einem gefallen gern auch mal weiter­re­cher­chiert… der wird zwar auch beein­flusst, aber oftmals wahr­schein­lich auf äußerst posi­tive Art.

  22. formschub

    Spätestens wenn jemand beim inten­siven Bilderfischen mit FFFOUND und Google von Schwindel, Herzrasen und Ohnmachtsgefühlen ergriffen wird, sollte der Rechner auch mal ausge­macht werden. Diagnose: Stendhal-Syndrom. ;-)

  23. jamie oliver

    Wenn wir gerade am rummä­keln sind: diese website ist in meinen augen viel schlimmer. hier werden nämlich von profes­sio­nellen gestalter ganz ohne erklä­rung werke gepostet um sich nachher an den belang­losen kommen­taren zu erfreuen die über ein „yeah!“ oder „great“ nicht hinaus­kommen. traurig.

    http://​www​.behance​.net/​G​a​l​l​ery

  24. ber

    … erscheinen auch sie wie Copycats unter­ein­ander und der Schweizer Bande um Gerstner, Müller-Brockmann & Co. …

    @Martin:
    Sehe ich genauso. Die Spuren der Schweizer Old-Schooler findet man heute u.a. gekonnt zitiert beim Blogdesign von HD. Wieviel „Durchdringung der Idee“ ist notwendig um schwarze Balken als Trenner zu benutzen?

    Jede Zeit hat ihre visu­elle Sprache, die durch die vorhan­denen Produktionsmittel und Informationsquellen beein­flusst ist. Dazu gehoert heute eben Google.

  25. Roman

    Ich verstehe ihre Aufregung nicht.
    Es gibt unter­schied­liche Ansätze und Methoden,
    mit denen jeder für sich seine Inspirationen/Ideen kumu­liert.
    Der eine blät­tert gerne in der PAGE/form/novum/design report/adbusters &c.
    der andere begnügt sich mit dem kosten­güns­ti­geren Internet.
    Anstatt sich aufzu­regen, dass Studenten Ihren Input bei diversen Online-Angeboten einholen, sollten Sie, werter HD Schellnack, eher darüber nach­denken, wie sie auch in der Rolle als Dozent, Ihren Studenten Alternativen aufzeigen, wie solche Vorgänge auch funk­tio­nieren können, ohne zuerst an Google &c. denken zu müssen.

    PS:
    Da Sie auch als Autor Ihres Blogs fungieren, teilen Sie uns doch bei der nächsten Gelegenheit Ihre Ergebnisse mit.
    Manche (dazu zähle ich mich auch) schmö­ckern gerne Ihre Gedankengängen. Nur in letzter Zeit gibt es vermehrt irri­tie­rende Schnappschüsse, die einem doch seltsam aufstossen.

  26. Florian Schommertz

    a: Fragen wir Michaela Schaffrath und Konsorten ob sie während ihrer Karriere mehr oder weniger Spaß an Sex hatten.

    b: Ich glaube (las einmal) neue auch undo­ku­men­tierte visu­elle Eindrücke lassen neue Synapsen entstehen. Neue Synapsen helfen bei neuer Ideenfindung.

    c: Googlen statt denken ist auch schon einmal eine Budgetfrage.

    d: Wer nach Auftragsvergabe googlen muss ist Stylist nicht Designer.


    Ich bin viel­leicht 3-4 mal über Ffound gestol­pert. Habe die Seite kurz unter­haltsam gefunden und wieder geschlossen. Nicht zuletzt weil ich immer Dinge sehe die ich jetzt und hier an jemandem zeigen möchte. Was bei diesen Seiten zu einer Art Reallife-Spam führt.

  27. nicetype

    Das ist aber nicht die Schuld von Ffffound, dass es faule Designer gibt, die dort oder bei Google nach Inspirationen suchen. Klar, Kopieren – doof, sich inspi­rieren lassen – okay. Kann mir auch bei einem Straßenplakat passieren, dass ich den Stil unbe­wusst wieder­hole.

    Es gibt einige Communities oder Blogs wie Ffffound, und davor gab es eben die Designbücher mit Ansammlungen von Arbeiten. Ich würde das nicht Crowdsourcing nennen, die Crowd da gestaltet doch nichts, sondern zeigt was denen gerade Schönes unter­ge­kommen ist. Man freut sich ja auch, wenn man zu einem Kollegen kommt, und er zeigt woran er gerade arbeitet, so ist das mit den Inspirationsquellen im Netz, ich sehe was die anderen machen. Viel Einheitsbrei, aber auch viele krea­tive, konzep­tu­elle, schön umge­setze Arbeiten. Wenn die zum Nachdenken anregen und inspi­rieren, kann ich nichts Schlimmes daran entde­cken.

    @Florian, zu a: ich denke HD has eher Gucken, nicht Machen gemeint :)

  28. HD Schellnack

    Hui, da geb ich mal antworten, sorry – ich musste als Gorilla Bahn fahren und sitze nebenbei an nem Pitch :-D.

    @formschub > meine Studenten werden bestä­tigen, dass Aufgaben von mir wenig mit Google zu tun haben, im Idealfall. Gerchte, dass die Leute von der Polizei fest­ge­nommen werden, oder unter Zwang Hühner schlachten bzw Drogen nehmen mssen, sind aller­dings unwahr :D.

    @Daniel: Ich jammere nicht. Nicht mein Ding. ich zeige auf, was passiert. Und es passiert. Zu sagen, dass Fernsehen verblödet, ist kein Jammern, sondern Fakt. Das ich mit Technologe gut zu Fuß bin, muss ich ja wohl kaum beweisen, dass weiß jeder, der mich nur ansatz­weise kennt. Es hat nichts mit Technik zu tun, sondern mit Content. Dass die Bilderflut da ist, oh wow, dass ist sie schon seit Jahren – nur muss man ihr Herr bleiben, nicht darin ertränken. Ich bin ürgens nicht blind GEGEN Fffound, ich bin nur von dem immer­glei­chen und den immer­glei­chen Nachahmern gelang­weilt, genervt, ange­ödet. Too much porn, siehe oben.

    @alle mögli­chen > Um Gottes Willen. Ich hab nichts, nichts, nichts gegen Inspiration. Design MUSS sich inspi­rieren. Aber Inspiration ist nicht IMITATION. Inspirieren wird dich niemals, niemals ein Plakat eines Kollegen. Inspirieren wird dich ein Monet oder ein Stück Musik – etwas synäs­the­ti­sches, was dich selbst anregt, kreativ zu sein. Aber mit einer erdrü­ckenden Flut von Bildchen, die man aus dem Netz fischt, kontext­frei, inhaltslos, nagelt man sich nur den Kopf zu – und hat dann keinen Platz mehr für Inspiration.
    Natürlich kann auch Design anderer Inspirieren. Wim Crouwels Denken verstehen, Paul Rand, nicht nur die Classics, auch Sagmeister und Carson et al. Aber wich­tiger als die Bilder sind die Ideen, die dahin­ter­ste­cken, die Prozesse, die Input-Output-Abläufe, die bei den Bildchensites komplett in die Blackbox gepackt werden, egal sind, HAUPTSACHE ES ROCKT. Es ist rein visuel. Wer Design darauf redu­ziert, hat ein echtes Problem.

    Bücher, nebenbei, das hat Eva Jantschisch in der letzten Spex so schön fest­ge­halten, unter­scheiden sich vom Monitor ganz entschei­dend. Man kann blät­tern, man kann einen Finger in die Seiten legen. Bücer sind niemals eine FLUT von irgend­etwas, sondern immer struk­tu­riert, linear. Es ist ein Riesenunterschied zwischen preis­ge­krönten Arbeiten in einem Buch, sagen wir, des TDC-Awards, das du einmal kurz durch­blä­terst und sagst: Ja schau mal, der Cahan hat WIEDER nen Award gewonnen, geil… und eben einer Non-Stop-Erotic-Crowdsourcing-Site, die dich mit Bildern zuspamt.

    Mein Blog…
    Mein Blog hat mit mir als Designer ganz bewusst nicht alzu­viel zu tun, auch wenn ich zugebe, dass das Gegengeicht einer offi­zi­ellen Nodesign-Site fehlt. Das Blog-Design (übri­gens von Raffael Stüken, nicht von mir selbst) ist nur als Reaktion auf die Site davor nach­zu­voll­ziehen glaube ich. heute finde ich das auch zeit­geistig, aber damals fanden es alle verstö­rend und seltsam :D. Zeit, mal wieder was zu ändern, viel­leicht.
    Das mit den irri­tie­renden Schnapschüssen verstehe ich nicht ganz. Aber dass es im Blog weniger und weniger um node­sign geht, ist Absicht. Das Blog ist reiner externer Gedächtnisspeicher und als solcher für mich selbst uner­setzbar geworden – dass es tatsäch­lich jemand liest, über­rascht mich immer am meisten.
    Dass es auf dem Blog immer wieder (auch) um Design geht, neben vielen anderen Dingen, ist nur logisch, aber es ist nicht das blog von node­sign, dass als vier­köp­figes Büro ganz anders tickt als ich.

    Den Satz «Googlen statt Denken ist schon mal Budgetfrage» sollte man nicht mal flüs­tern. Denken hat mit Budget nichts zu tun, das kommt umsonst, oder?

  29. Jim Kopf

    Die Frage ist doch wie man den Dienst nutzt und wofür er entwi­ckelt wurde. Die Subline lautet »image book­mar­king«. Damit steht die Funktion von visu­ellen Bookmarks im Grunde an erster Stelle. Ich kann also auf einfache Weise Bilder, Photos, Grafiken ect. spei­chern, ohne sie lokal auf meinem Rechner sammeln zu müssen. Ziemlich prak­tisch eigent­lich. Da wir im Web inzwi­schen etwas weiter sind als 1998 stehen meine Fundstücke eben auch – sozial wie ich bin – den anderen Usern zu Verfügung. Daran kann doch eigent­lich nichts verkehrt sein. Ob es jemanden juckt was ich so poste und was er damit macht bzw. wie er es für sich nutzt ist ja eine ganz andere Frage. Im Übrigen finde ich die Überschrift ziem­lich daneben.

  30. Florian Schommertz

    »Den Satz «Googlen statt Denken ist schon mal Budgetfrage» sollte man nicht mal flüs­tern. Denken hat mit Budget nichts zu tun, das kommt umsonst, oder?«

    Ja, genau wie Konzepter, Strategen, Consultants und Designer alle mit 0,- EUR nach hause gehen.

    Kreativleistung ohne Denken – ist ’n‘ Ansatz wert.

  31. k

    Ach naja, kommt halt darauf an wie man Ffffound verwendet. Es gibt sehr gute Leute dort. Und bei denen finde ich das Niveau zig-fach höher als in den meisten anspruchs­vollen und teuren Design Büchern. Kann ich noch Tumblr​.com empfehlen?

  32. Florian Schommertz

    IRONIE ENDE

    (ja okay – es gibt dada und und und – ob das OHNE Denken sei und immer Sinn macht sei mal bitte nicht betrachtet hier)

    Achtung – all dies wird auf die Definition von »Was ist Design« hinaus­laufen.

  33. Benjamin Hickethier

    Ein guter Beitrag von HD, wie zu erwarten! Jedenfalls misst sich das m. E. beson­ders am Niveau der Kommentarebene, also dem ›Diskurs‹.

    Trotzdem auch ein paar Anmerkungen/andere Perspektiven hier, denn schliess­lich geht es doch um ein Diskutieren:

    »Inspirieren wird dich niemals, niemals ein Plakat eines Kollegen.« (HD, 28.) Aber hallo! Fraglich bleibt natür­lich, was man unter ›inspi­rieren‹ versteht. Im Grunde genommen heißt inspi­rieren ja wenig anderes als begeis­tern. Diesen wich­tigen, viel­leicht aller­wich­tigsten Faktor jedes ›krea­tiven Prozesses‹ (> crea­tive commons!) gleich zu diffa­mieren als ›imitieren‹, ›klauen‹ (Ui, Diebe!), ›nichts eigenes liefern‹ ist, wie ich finde, falsch. Natürlich inspi­rierten mich und Dich und alle die wir kennen, unzäh­lige Arbeiten von KollegInnen, und am wenigsten wohl die solcher ›Superdesigner‹ wie Fons Hickmann oder Stefan Carson, sondern wir wurden – wie Du HD, zu Sandys Vortrag auf der Typo richtig anmerk­test, idea­ler­weise weniger in einem Konkurrenzkampf mit vielen Verlierern als in einem gegen­sei­tigen Mitziehen – durch Kommilitoninnen und Kommilitonen ange­regt, begeis­tert, beein­flusst, durch Mitbewohner, Liebste, Familie, Kassierer an der Supermarktkasse, die toughen Fontfontdesigner usw. Gerade weil wir begeis­tert wurden, tragen wir die Inspiration in uns weiter und sie zeigt Spuren unserer Einflüsse später, sofort, nie, ab und zu, immer wieder. Letztendlich kommt es darauf an, was man dann daraus macht. Denn selbst­ver­ständ­lich, wie hier schon mehr­fach erwähnt worden, bilden wir alle die Bilder, die uns gebildet haben, irgendwie ab […ein Satz wie für die TypoImage verfor­mu­liert!].
    Ich möchte jeden­falls nicht der Designer im toten Trakt sein, selbst wenn ich mir eine bessere Plattensammlung als Andreas Baader in Stammheim bestellen dürfte.

    Was ich meine, ist auch schon viel­fach von anderen gesagt worden, hier noch mal in eigenen Worten: Werkzeuge sind nicht aus Prinzip gut oder schlecht. Es kommt darauf an, wie man sie anwendet. Google als Bildrecherche ist doch ok, wenn man weiß, wie man damit umgehen will. Bzw. worauf man hinaus­will.

    Man wird ja auch nicht auto­ma­tisch zum Junkie, bloss weil man mal ein bißchen am Opium knab­bert.

  34. jamie oliver

    ich weiss nicht HD Schellnack, ich weiss wirk­lich nicht. Irgendwie sehe ich den tiefen Sinn nicht ganz von deine Äusserungen. Viele deiner Kritikpunkte haben nichts mit FFFound zu tun sonder mit dem Wesen des Internets der Designwelt und ihren Mechanismen.

    Wenn ich dich rcihtig verstanden haben höre ICH aus deinen Äusserungen folgende Probleme heraus…

    a) heute kann ich mir im Internet locker Designer aus der ganzen Welt anschauen, die eine total anderen Hintergrund und Ausbildung haben als ich. Dieses gegen­sei­tige anschauen, adap­tieren inspi­rieren usw führt natür­lich zu einer Annäherung und zu einer Angleichung. Ob dieser globals Mischstyle der bald überall gleich aussieht jetzt gut ist oder nicht sei dahin­ge­stellt. Aber deswegen auf FFFound rumzu­ha­cken ist doch schade.

    b) viele Gestalter haben heute total viel angst im Abseits zu stehen und was eigenes zu gestalten. Sie wollen zeigen dass etwas vom gestalten verstehen. Die globale Inspirationsbörse namens FFFound verleitet darum viele dazu abzu­kup­fern und sich gängiger Stile zu bedienen um damit sozu­sagen dazu­zu­ge­hören. Denn was eigenes präsen­tieren und vertreten braucht viel mehr Kraft und Anstrengung. Einfacher ist es da doch sich bei gängigen Gestaltungselementen zu bedienen um Kunden und Fachwelt zufrieden zu stellen.

    Sehr wahr­schein­lich hast du nicht das sagen wollen aber trotzdem wird mir nicht klar warum du gerade FFFound als Opfer ausge­sucht hast.

  35. Benjamin Hickethier

    Wo ich gerade beim ›Diffamieren‹ war: ich finde, HD, Dein Beitrag geht leider auch unter­schwellig ein bißchen in eine Richtung, bei der man recht­zeitig die Frage nach ›Genie‹ und anderen Mißverständnissen einwerfen muss. Es ist leicht, immer auf ›Studierende‹ einzu­schlagen – andere Leute spre­chen von ›Amateuren‹ – und dagegen die abso­luten Schöpfer zu proji­zieren, mit Namen wie Hickmann, Carson, Stefan oder Fons. Von denen das ›Inspirieren‹ in der Definition ›Imitieren‹ oder ›Clonen‹ manchmal ein bißchen weniger verboten ist. Bei solchen Grafikgöttern [mask.!] fragt man sich doch manchmal eher, wieviel von denen, die da ihren werten Namen so laut ans Agenturschild hängen und mit der längsten Trompete der Welt angeben, tatsäch­lich all diese Leistungen voll­bracht haben zu denen ein normaler Mensch ja zeit­lich schon gar nicht in der Lage ist. Wie viel Anteil der groß­ar­tigen Ideen, die wir nun, dank HDs Erlaubnis, von Carsonhickmeister kopieren dürfen, setzt sich nicht zusammen aus Praktikantentraineefreelancer1eurojobber-Ideen, -Konzepten, -Durchdringungen, -Gedankenschwurbeleien, gele­sener Spex, Dummy, Nietzsche, Brecht, McLuhan, Spiekermann, 2D3D, analog-magazin, Google, font­blog?!

    Warum sollten sich ›Studierende‹, also im Besten Sinne Suchende, nicht begeis­tern lassen dürfen und dann ihre eigenen Schlüsse ziehen?

  36. Benjamin Hickethier

    Auch irgendwie inter­es­sant in dem Zusammenhang:
    Von der Suchmaschine zur Antwortmaschine …:

    »[…] Hintergrund für die Neugier sind die rasant stei­genden Datenmengen im Netz. Das Wissen der Zukunft, das hat selbst der Brockhaus-Verlag gelernt und seine Angebote ins Netz verla­gert, steht im Internet. Doch für den explo­die­renden Wissensbestand im Netz braucht es neue Ordnungsgrundlagen. Denn die digi­tale Datenmenge in der virtu­ellen Welt ist längst so undurch­dringbar wie das Universum: Die Daten, die heute im Internet abrufbar sind, machen etwa den drei­mil­lio­nen­fa­chen Umfang aller bisher geschrie­benen Bücher aus. ›Allein in den nächsten zwei Jahren‹, so sagt die Forscherin Jasmin Franz, Dozentin an der Wiener Semantic Web School, ›werden voraus­sicht­lich mehr Daten gene­riert als in der gesamten bishe­rigen Geschichte. Die Datenmenge, die wir für 2010 erwarten, gleicht einem Bücherstapel, der von der Erde bis zum Planeten Pluto reicht.‹ Deshalb, so meint Franz, muss eine neue Ordnung her: ›Suchen ist nur ein Ausdruck mangelnder Organisation. Wonach wir uns sehnen, ist nicht Suchen, sondern Finden. Doch die Suchwerkzeuge, die heute im unstruk­tu­rierten Datenlabyrinth einsetzen, muten gera­dezu stein­zeit­lich an.‹«

    (Aus der digitaz).

  37. Benjamin Hickethier

    Und noch was, neulich im font­blog:

    »Ich sprach über dieses Thema [Software-Piraterie in China] mit Prof. Dr. Christian Feuerhake, der an der Hochschule Wismar Internationales Marketing lehrt. ›In konfu­zia­nisch geprägten Ländern wie China oder Japan ist das Übernehmen der (geis­tigen) Erkenntnisse anderer eine von drei legalen Methoden, Wissen zu gewinnen und weiter­zu­ent­wi­ckeln.‹«

    (Fontblog vom 21. Januar 2008)

    Globales mashup eben.

  38. Tim

    Irgendwie wider­legt der Beitrag seine These selbst. Im Grunde ist alles schlecht, wenn man zu viel davon konsu­miert: Pornografie, Alkohol, Fett, Zucker, Wasser etc.

    Ich zB bin nur ca. einmal die Woche auf ffffound und das für viel­leicht 10 Minuten. Da schaffe ich maximal 2 Seiten. Was soll daran schlecht sein? Und jetzt Leute anzu­pran­gern, die 5 Std täglich auf ffffound verbringen ist auch Unsinn. Das sind nämlich keiner Designer – die hätten für sowas sowieso keine Zeit.

  39. Dirk

    Wenn Du es nicht mehr sehen kannst, lad mich doch mal ein ;-)

  40. tom

    Die Seite kannte ich nicht, aber sie erin­nert mich an ein Fließband. Design vom Fließband ist eben auf Dauer öde. Aber das trifft auf alles zu, was im Fließband-Stil gemacht wird. Masse machts eben nicht.

  41. Rickbert

    Vor einigen Wochen war bei uns an der Uni „Digital Club“ zu Gast, Thomas Eberwein und Marc Kremers spra­chen darüber wo sie sich ihre Inspiration holen. Und es war genau eine solche Seite bei der sie sich Tag täglich bedienen oder „inspi­rieren“. Und genau deshalb entsteht auch immer mehr und mehr von dieser einfalls­losen wie es ein Mitstudent so schön nennt „Designwichse“. Es erin­nert so sehr an die Schulzeit in welcher man in mancher Arbeit mal beim Nachbarn aufs Blatt gelunzt hat um eine bessere Note zu erlangen. Nach einigen Wochen wenn diese Arbeiten dann wieder verteilt wurden wusste man schon gar nicht mehr das man abge­schaut hatte, fühlte sich unheim­lich gut damit besser zu sein als der Nachbar. Deshalb meine Forderung: „Internet abschaffen“, nein aber ich denke das der Alltag und das unum­gäng­liche surfen einem genü­gend Inspiration bietet als das man sich noch auf so billige Weise über­schütten lassen muss.

  42. Raketentim

    Mist, da hab ich mal wieder zu wenig Zeit gehabt und jetzt ist die Diskussion schon wieder fast vorbei. Dennoch – ich muss mich prin­zi­piell erstmal Jim Kopf anschließen. ffffound ist grund­sätz­lich und in erster Linie eine Möglichkeit, Bilder online zu spei­chern und das finde ich sehr nütz­lich. Bevor es Dienste wie ffffound gab, hat man sich einen Ordner ange­legt, in den man Bilder, die man im Netz gefunden hat, archi­vieren konnte. Dass das nun online geht, und ich sowohl an meinem Computer auf Arbeit, als auch an meinem eigenen Bilder spei­chern und überall angu­cken kann, finde ich ziem­lich schön. Außerdem finde ich es sehr ange­nehm, dass ich die geffffun­denen Bilder meiner Freunde, die auch einen Account haben, jeder­zeit angu­cken kann.

    Der These, dass die Bilder wortlos seien, stelle ich entgegen, dass zu jedem Bild auch immer der Link gepostet ist, über den man in der Regel auch zu Worten kommt, die zum Bild gehören. Wer Informationen zu den Arbeiten haben möchte, hat im Normalfall auch gute Chancen, diese zu bekommen, davon abge­sehen, dass ich ja meis­tens weiß, warum ich ein Bild book­marke.

    Ich glaube der Kern des Beitrags kriti­siert aller­dings gar nicht die Grundfunktion von ffffound, sondern die Startseite, auf der ein Teil der Bilder gezeigt wird, die gebook­marked wurden und zuge­ge­be­ner­maßen teil­weise wirk­lich selb­st­ähn­liche Eintagsgrafiken sind. Wenn sich Gestalter dieser als Kopiervorlage bedienen, ist das sicher­lich weit weg von einem wünschens­werten krea­tiven Prozess. Die Frage ist nur, ob es sinn­voll ist, ffffound deshalb verant­wort­lich zu machen, denn einer­seits hat man tatsäch­lich schon lange vor dieser Webseite kopiert und ande­rer­seits ist es nicht der Service, sondern die Nutzer, die 1. den immer glei­chen Stil an Fotografie, Illustration und Design book­marken und 2. sehen und multi­pli­zieren.

    Wenn man ffffound die Schuld daran gibt, kann man Photoshop gleich mit schuldig spre­chen, weil es Gestaltern die Möglichkeit gibt, diesen gestal­te­ri­schen Stillstand voran­zu­treiben. Albert Einstein hat genauso Schuld an der Atombombe wie Faber-Castell an den (manchmal unge­heuer lustigen) Fäkalzeichnungen puber­tie­render Jungs – und den lieben Gott sollte man sowieso für alles verteu­feln was auf der Welt so schief läuft. Kann man den Lieben Gott eigent­lich verteu­feln, oder ist das ein Paradoxon? Und wenn man kann – ist das irgendwie neutra­li­sie­rend, oder wird plus und minus zu minus?

  43. Claudia

    Ich kannte die Site nicht und finde, sie zeigt sehr sehr unter­schied­liche Bilder, Stile, Designs!! Und ja, sie ist sehr inspi­rie­rend – warum sollte man keinen Gebrauch davon machen? Das Web steht auch voller Texte zu jedem denk­baren Thema, doch werden neue Autoren nur gelesen, wenn sie auch etwas zu sagen haben, was nicht GENAU SO schon überall steht.

    Wie intensiv man sich darum bemüht, etwas EIGENES zu erschaffen, kommt nicht auf die Menge verfüg­barer Inspirationsmaterialien an, sondern auf den Kontext der Aufgabe: Ein Kunde, der wenig zahlt und schnell schnell Ergebnisse haben will, wird schon mal mit ebenso schnell kombi­niertem Abklatsch bedient. Und im Studium liegt sehr viel am Lehrenden, der die Aufgaben span­nend und reiz­voll, aber auch total lang­weilig rüber bringen kann. Wer von einer inter­es­santen Aufgabe ERGRIFFEN wird, wird weit lieber mit mögli­chen Lösungen spielen als bloß Kataloge durch­zu­blät­tern, um „Verwendbares“ zu finden.

  44. Fubiz

    Thanks for your article.

  45. Raketentim

    Bei der Gelegenheit – es nervt unglaub­lich, immer wieder gene­ri­sche Kommentare wie „Thanks for your article.“ von Fubiz zu finden.

  46. Benjamin Hickethier

    Andererseits passt zu HDs Kritik genau dieser gene­ri­sche Kommentar von fubiz wie die Faust aufs Auge, finde ich – genau so schön wie die Deutsch-›Übersetzungen‹, die man auf fubiz finden kann: »[…] ist eine Agentur, die auf die Antrag-Grafik und beson­ders eine der bekann­testen Studios des Zeitpunkts spezia­li­siert ist. Das Team hat soeben ihr wirk­lich 2008 mit Referenzen sehr hohen Niveaus immer auf den neuesten Stand gebracht: Apple, Volkswagen oder Nike.« Man wähnt sich schon wieder in einer Fons-Hickmann-Pressemitteilung.

  47. HD Schellnack

    Sorry, dass ich jetzt erst antworte. Ich hab neben dem einrichten von zwei neuen Macs vor allem an einem Oitch gesessen.

    Es geht nicht gegen Inspiration. Wobei viele Leute hier anschei­nend ABGUCKEN und INSPIRIEREN verwech­seln. INSPIRATION beflü­gelt dich dazu, selbst etwas schaffen zu wollen, kreativ zu sein. Das Angucken von Sachen, die andere Designer machen hat das bisher bei mir nie erreicht, von wenigen Ausnahmen sicher abge­sehen.
    Wobei ich dazu auch immer Kontext brauche. Wie und warum ist etwas entstanden. Die Arbeiten von Chip Kidd finde ich als Ergebnisse relativ öde, aber als Prozess durchaus span­nend.

    Ich habe übri­gens niemanden ange­pran­gert, weder Fffound noch die User. Ich habe – damit beginnt das ganze – eine subjek­tive Abwendung als Prozess geschil­dert. Schön, wenn wir uns streiten, doof, wenn es über die falschen Sachen ist, weil der Text nur über­flogen wurde ;-D.

    Kalle Lassn schreibt in Design Anarchy recht vehe­ment gegen die Benutzung von Raster im Design. Obwohl ich selbst Raster liebe und damit arbeite, kann ich seiner These, dass man irgend­wann nach Jahren fest­stellt, dass man «das Auge» verloren hat, durchaus etwas abge­winnen. Das hier so vehe­ment protes­tiert wird, weiß man ja als Ex-Psychologie-Student, ist irgendwie verdächtig. Der Prozess vom Kreativen zum Klon ist ein schlei­chender. Und mir geht es nicht darum, irgendwen anzu­greifen, sondern diesen Prozess kurz trans­pa­rent zu machen an eigenen Erfahrungen und Ängsten.

    Zum Thema Studenten
    Caudia wenn du als Student BEGEISTERT werden willst von deinem Lehrenden, hast du damit ober­fläch­lich viel­leicht recht. Aber als Dozent weiß ich, dass diese FEED ME-Haltung komplett falsch ist. Nicht der Dozent muss dich begeis­tern, SONDERN DU IHN. Das ist dein Job, ein Leben lang. Menschen ergreifen, berühren begeis­tern, wütend, traurig, lustig machen. DAS ist dein Job. Glaubst du, ein Kunde wird dich später moti­vieren, richtig dufte kreativ für ihn zu arbeiten. Der Job des Designers ist es eher, dich gegen die demo­ti­vie­renden intrinsi­schen Faktoren des Jobs immer wieder aufzu­lehnen. Gute Designer sind atem­be­rau­bende Selbstmotivatoren, die brennen inner­lich.
    Du würdest doch auch nicht von einem Fahrschullehrer erwarten, dass er dich fürs AUTOFAHREN begeis­tert, oder? DU willst doch den Führerschein. Also, Gang rein und los.

    DU musst deinen Dozenten begeis­tern. Nicht er dich.
    Wenn du nur Aufgaben gut machst, von denen du «ergriffen» wirst, sehen dir triste Berufsjahre voraus. Der trick ist nämlich in Wirklichkeit, so lange in die Tristesse der Wirklichkeit zu boxen, bis sie groß­artig wird. Nicht die Aufgabe, eine Lampe zu desi­gnen muss den Desgner begeis­tern, der Designer muss mit Begeisterung eine Lampe machen. Und die kommt von innen. You gota kick the darkness till it bleeds daylight.

    SO rum, nicht anders. DU brennst und steckst an. Alles andere ist falsch,

    Und: Kunden, die schnelle Ergebnisse wollen kriegen oft nicht den Abklatsch. So einfach ist das nicht. Schnell = Scheiße. Oft sind die Sachen, die du in zwei Stunden machst reicher als das, woran du wochen­lang schwitzt. Kunden, die schlechte Ergebnisse kriegen haben oft mona­te­lang daran gesessen, einen guten Entwurf schlecht zu korri­gieren. DER ERSTE ENTWURF aber, und wenn du für den nur fünf Minuten brauchst, der kann und darf gut sein – immer einge­denk der Kompromisse, die sich aus der Aufgabe unwei­ger­lich eh ergeben, weil Design ja eini­ger­maßen funk­tio­nieren muss.

  48. Fontblog-Fan

    Man könnte auch in einem Swinger-Club, während des Akts mit wech­selnden Geschlechtspartnern, mit diesen, darüber disku­tieren wie abartig doch das gerade genutzte Etablissement eigent­lich ist und wie es das Gehirn verklebt… In diesem Sinne, bis bald bei Computerlove, TypeNeu, Monoscope, Fontblog, TheStylePress, Slanted, Ffffound, Fubiz, I Believe in Advertising und vielen mehr…

    Nichts desto trotz: WEITER SO!

  49. Jan

    Oha, also irgendwie hört sich das für mich so an als ob sich viele Designer als Künstler sehen. Der Unterschied ist aber, dass beim Design zunächst mal kommer­zi­elle Interessen im Vordergrund stehen. Wer schneller zu einem zumin­dest guten Design kommt, maxi­miert die finan­zi­elle Effizienz. Wenn das durch Inspiration von Design-Sammlungen geschieht, ist das in Ordnung. Frei nach dem Motto: Der Zweck heiligt die Mittel.

    vg

  50. jamie oliver

    @ HD Schellnack

    kommentar nummer 47 war wieder wunderbar. ich bin versöhnt. ich mag es wenn du so schreibst. enthu­si­asmus, blick nach vorne, wunderbar tref­fend, und echt. mir wirds warm ums herz wie bei der genos­sen­schafts­sit­zung. warum nicht gleich so?

  51. czz

    hätte ich nicht probe­weise einen google-alert auf den namen meines blogs ange­setzt , hätte ich nie erfahren , dass ffff…. eines meiner fotos „ausge­stellt“ hat . kein track­back , keine spur , kein garnichts .

    zuge­geben : der link zum blog war korrekt indi­ziert .
    aber wer macht sich die mühe im zeit­alter der aggre­ga­toren , an den quellen des dort zusam­men­ge­klaubten nach­zu­sehen .

    das argu­ment der planie­rung eigener ideen­fin­dung gilt indes für sprach­liche gleichwie für bild- feeds – wie man ja schön an der frei­wil­ligen selbst­gleich­schal­tung vieler deutsch­spra­chiger medien und blogs sieht …

  52. thomas | BFA

    jamie: aber um nichts anderes dreht sich der artikel. nicht webzwein­ul­liges bild­da­ten­banken (als tätig­keit lesen), sondern auf der eigene innere feuer oder was auch immer da antreibt zu hören.

    wenn man sich viele kommen­tare hier durch­liest, gewinnt man fast den eindruck, als wäre das schon eine selbst­ver­ständ­lich­keit sich dieser quellen zu bedienen, dass man es schlicht verwei­gert darauf verzichten zu können.

  53. czz

    und voilà die gute alte frage des rich­tigen masses zwischen einer gewissen kundig­keit um das , was „draussen“ geschieht und dem nötigen abstand , den es braucht , um das so schön scho­pen­haue­risch benannte „innere feuer“ zu entfa­chen .

    in vielen frei­be­ruf­li­chen zusam­men­hängen ist es halt die frage , ob man sich die dafür nötige „lang­sam­keit“ und den erfor­der­li­chen sicher­heits­ab­stand zu den schnell­dre­hern über­haupt leisten kann .

  54. Yo

    Im Hip Hop wird seit seinen Anfängen gesam­pelt. Mittlerwile wird in dieser Musikrichtung das sample vom sample gemacht. Da gibt es eine tolle Seite. De zeigt, wer da von wem geklaut hat. Das sollte man mal in allen Branchen einführen. Freiwillige vor, wer macht die Arbeit ;-)
    http://​jesse​k​riss​.com/​p​r​o​j​e​c​t​s​/​s​a​m​p​l​i​n​g​h​i​s​t​o​ry/

  55. HD Schellnack

    Beim Durchstöbern meines Blogs hab ich ein lustiges Zitat dazu gefunden:

    http://​www​.hdschell​nack​.de/​?​p​=​1​856

    I used to think that more people making images would necessa­rily lead to more conscious image recep­tion, but I’m less sure of that now. It seems that it’s possible to make images as uncon­sciously as one consumes them, bypas­sing the critical sense enti­rely.

    Photographic images used to be about the trace. Digital images are about the flow.

    So the two processes – private image-making and public image recep­tion – have become fused.

    the desire for public, demo­cratic parti­ci­pa­tion has been displaced onto consumer goods and services and dispersed into isolated indi­vi­dual speech.

    It has led to more docile citi­zens, who spend more of their time in the collec­tion and sorting of images and infor­ma­tion … and less time on analysis, critical thin­king, or real «socia­li­sing».

    David Levi Strauss

    Was er über Photographie sagt, lässt sich nahtlos auf die digi­tale Design-Bilderflut über­tragen.

  56. Thorbjörn

    Aufgrund von Kommentar 45 trau ich mich kaum, zu antworten, will ich mich doch nicht komplett in die Diskussion einbringen, sondern nur danken für a) den Hinweis auf die Seite (die ist tatsäch­lich an mir vorbei­ge­gangen bisher! – und ich finde sie klasse nach zwei Wochen Selbsttest) und b) der klasse Diskussion auf hohem Niveau. Meine eigene Meinung ist schnell mit Antwort #38 wieder­ge­geben, no need to re-echo.
    Wenn mich da noch jemand einladen würde auf die Seite, wär ich grad glück­lich. ;-)

  57. rob

    ja genau und die technik ist der teufel….
    es ist und bleibt das was du daraus machst ;)

  58. N N

    Also mir scheint, als verstecke sich in der vorschnellen Kritik an ffffound, doch eher die Angst vor der eigenen iden­ti­täts­lo­sig­keit in der Gestaltung.

    Meiner Meinung nach ist die Betrachtung des Gestaltungsergebnisses und der unmit­tel­bare Vergleich mit anderen Bildwelten doch sehr eindi­men­sional.
    Was letzt­end­lich zählt ist der Prozess des Gestaltens und der Bezug zur eigenen Identität.
    Wenn man mal anschaut welches stereo­type Designbild Zeitschriften, wie die Form, Designreport oder die PAGE aufzeigen, so scheint da mit ffffound doch sehr gut beraten zu sein.
    Wer das stetige wieder­kauen von Konzepten kriti­siert sollte schnellst­mög­lich das Leben als Designer aufgeben und sich der freien Kunst widmen und auf seinen Geist blicken.

  59. Lëon

    Trotz aller Kritik für ich mich sehr über eine Einladung freuen :)
    resistanze @gmail.com

  60. Donnie Darko

    Der Job des Designers – der Mittelpunkt des Universums!

    Das müsste man meinen wenn man einige Kommentare bzw. Artikelabschnitte über die Wichtigkeit von Prozesserläuterung (z.B. von Jamie Oliver) liest bzw. wie falsch es sei Design auf etwas rein visu­elles zu redu­zieren.

    Mein Gott! Wir als Designer nehmen uns schon enorm wichtig.

    Mal ganz im Ernst – diese Seite funk­tio­nieren wie die Wirklichkeit da draußen. Man zeigt ein Design – nehmen wir einfach mal eine Verpackung – und das war’s. Den Leuten gefällt’s, oder eben nicht. Wie „da draußen“ auch. Es inter­es­siert den Verbraucher im Zweifel auch nicht die Bohne welcher Gedankenprozess dahinter steckt, sondern ledig­lich, dass er jetzt etwas kauft das ihn visuell, haptisch bzw. sonst irgendwie anspricht.

    Und was das Problem des Kupferns angeht: Das gibt’s nicht erst seit ffffound. Die Seiten zu verdammen halte ich grund­le­gend für falsch. Allein der „rich­tige“ Umgang damit ist wichtig. Denn man kann sich ja auch von Schönheit moti­vieren lassen…

    Cheers.
    D

  61. FFFFINDICHNICHTSO

    „All Ding‘ sind Gift und nichts ohn‘ Gift; allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.“ ;)

    FFFFRIEDEN, bitte

  62. Sam

    Dieser Post ist ganz grosses Kino, Danke!

  63. Neslihan

    Das sind genau die Gedanken, die in mir aufkommen, wenn ich es mir zur Aufgabe gemacht habe das ein oder andere zu entwerfen und wieder ein Tag vergangen ist – gefüllt mit unzähl­baren „Inspirationsquellen“, die letzt­end­lich nur dazu geführt haben, anderes weiter zu führen. Nur nicht das eigene.

  64. Haid

    Ich finde den artikel auch gut, aber irgendwie kann ich nichts von dieser nega­tiven schwarz­ma­lerei abge­winnen. warum wird denn jetzt schon wieder alle schlecht gemacht?

    kopieren und sich inspi­rieren lassen sind zwei verschie­dene dinge. und wenn man evtl auch noch mit mehr erfah­rung bzw wissen an die sache heran­geht, dann fällt einem doch auch wieder auf das genau die sachen eben auch wieder eine kopie/weiterentwicklung oder was weiss ich von irgend­etwas sind.

    ich finds viel schlimmer das man sich nicht mit design oder kunst­ge­schichte beschäf­tigt.

  65. Constantin

    Unglaublich trau­riger Artikel.
    Dieser beitrag zeigt mir nur ganz eindeutig, dass ihr nicht in der Lage seid frei denkende Menschen für euren Studiengang zu gewinnen. Betrachte es doch mal anders­herum, nämlich als eine art Sammlung von Sachen die es bereits gibt…
    Was ich mal bei ffffound gesehen habe streiche ich von meiner gedank­li­chen Liste. Ein anderer hats gemacht? Glüchwunsch!
    Wie schon des öfteren erwähnt ließt sich dieser Eintrag wie der belei­digte Hilfeschrei eines erschöpften Mannes, der nichts mehr fürchtet als das Ende seiner besten Tage.

  66. HD Schellnack.

    ffffound, nicht vergessen, wird hier nicht frontal atta­ckiert, sondern als Teil der Gesamtflut von Bildern, zumal IMMER GLEICHEN, Bildern gesehen, die die neue Gestaltergeneration prägt. Nicht mehr Bücher, nicht mehr Ausstellungen, sondern das – ich habs bei Praktikanten erlebt – immer gleiche Klicken durch die immer glei­chen Portfolios und Guck-mal-hier-Seiten. Am Ende bleibt da sehr wenig über. Überangebot ist immer der größte Feind des Guten – und das gilt hier genauso.
    Und zumin­dest als ich noch Dozent war, hatte ich teil­weise ganz wunderbar erschre­ckend frei denkende Studenten, an beiden Einrichtungen.

    Und erschöpft und alt bin ich natür­lich tatsäch­lich, dem will ich ja gar nicht wider­spre­chen. Meine besten Tage hatte ich aber noch nicht, glaube ich.

  67. kidvolcano

    früher war alles besser!

  68. 3R

    Hi
    Ich möchte gerne mal eine andere Seite beleuchten…
    In der Kunst und dazu zähle ich auch Design Malerei Musik usw hatten früher nur wenige Menschen zugang. Als Künstler ebeso wenig wie Verbraucher.
    Heute kann fast jeder zeichnen malen oder Bücher schreiben.

    Erlernen kann mann das alles duch Handwerk und kopieren.
    Bei den Neuem-Schaffen ich der Sielraum mmsthe­ma­tisch geringer als früher, weil eben viele ihre Ideen darstellen

    Und Neues lebt extrem wie in der Mode wie oben ja bereits ausge­führt auch vom Geschmack derZeit bzw. vom Spiegel etc

    mfg
    Ulli oder eben 3R

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