Eröffnung der TDC-Schau auf der Buchmesse

von Suzu Pahlke

Der Einlass auf die Buchmesse mit der aus dem Fontblog ausge­druckten Karte funk­tio­nierte einwand­frei – die Messemitarbeiter am Eingang waren infor­miert. Kurz vor Eröffnung der Type-Directors-Club-Show war rund um die Ausstellungsfläche des Schmidt-Verlags in Halle 4.1 kein Durchkommen, so groß war der Andrang. Ob Franz Müntefering nebenan am 3Sat-Stand ange­sichts des Interesses für die Typografie blass geworden ist? Genau kann ich’s nicht sagen, denn er war in der Menge der Typo-Interessierten bald nicht mehr zu sehen.

Die Begrüßung durch Karin und Bertram Schmidt-Friderichs war kurz aber herz­lich, auch um den Mitarbeitern ihres Verlages schnell Platz zu machen, damit die Besucher mit Häppchen und Wein versorgt werden konnten. In seinen einlei­tenden Worten wies Prof. Ivica Maksimovic (HBK Saar) auf den zuneh­menden inter­na­tio­nalen Erfolg des deut­schen (typo-)grafischen Designs während der letzten Jahre hin. Er zitierte aus einem Gespräch mit Gert Dumbar, den er fragte, woher die hohe Qualität des hollän­di­schen Designs komme. Gert Dumbar habe gesagt, die deut­schen Designer seien genauso gut wie die hollän­di­schen, aber die deut­schen Auftraggeber tickten anders. Ein hollän­di­scher Designkunde sagt am Ende eines Briefings schon mal: »Und dann will ich damit auch einen Designpreis gewinnen«. Bei deut­schen Auftraggebern heiße es fast immer: »Und dann darf das alles nicht viel kosten«. Ein Bewusstsein für Qualität zu schaffen, das sei die Zukunftsaufgabe für die deut­schen Designer, so Maksimovic.

Unter den Exponaten war kein durch­ge­hender Trend auszu­ma­chen. Eigentlich waren alle Stile von den 80ern bis heute vertreten. Am ehesten gab es viel­leicht eine Tendenz zum Konstruktivistischen und weniger geschwun­gene Formen. Und mit Farbe wurde im letzten Jahr sparsam umge­gangen.

Die Gespräche der am Rande der Ausstellung waren anre­gend und dauerten lange, bis ringsum auf dem Messegelände die Lichter langsam erlo­schen. Es war ein gelun­gener Abend und ich empfehle allen Interessierten, die Publikumstage Samstag und Sonntag für einen Besuch der TDC-Schau in Halle 4.1 zu nutzen.


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