Deutsches Filmmuseum zeigt »FilmKunstGrafik«

FilmKunstGrafik

Die Ausstellung FilmKunstGrafik stellt eines der span­nendsten Kapitel in der Geschichte der deut­schen Filmgrafik erst­mals ausführ­lich vor. Die »neue deut­sche Filmgrafik«, die eine Symbiose von Film und Design suchte, ist zugleich ein Dokument für die kultu­rellen Aufbrüche in der Bundesrepublik der sech­ziger Jahre. Zehn Studierende des Fachbereichs Design der Fachhochschule Düsseldorf recher­chierten diese Ära und stellen die Ergebnisse in der Ausstellung, einer Publikation und einer Filmdokumentation umfas­send dar.

Zwei Verleiher setzten ab Mitte der fünf­ziger Jahre mit ihren Werbestrategien neue ästhe­ti­sche Maßstäbe: Walter Kirchner (Neue Filmkunst, seit 1953) und Hanns Eckelkamp (Atlas Film, seit 1959) brachten zeit­ge­nös­si­sche inter­na­tio­nale Filmkunst und Wiederaufführungen berühmter Klassiker in die deut­schen Kinos. Eine Grafiker-Elite über­nahm dabei die Gestaltung der Werbemedien, darunter Hans Hillmann, Karl Oskar Blase, Heinz Edelmann und Jan Lenica.

Die Ausstellung in Frankfurt (29. Nov. – 10. Feb 2008) vermit­telt den Besuchern anhand von Filmplakaten, Originalentwürfen, Filmausschnitten, Trailern sowie Interviews mit Zeitzeugen diese krea­tive Zeit der Gestaltung. Der 372 Seiten starke und mit über 1.500 Abbildungen illus­trierte Katalog zur Ausstellung enthält Texte zu den Verleihfirmen sowie zu den einzelnen Grafikdesignern. Ergänzt durch eigens für das Projekt geführte Interviews und Fachbeiträge, schließt das Buch eine Lücke in der Dokumentation der bundes­deut­schen Werbe- und Designgeschichte.


4 Kommentare

  1. Peter Marquardt

    Hmmm, ich bin verwirrt.
    Ich frage mich, ob das Plakat mit Marilyn Monroe von einem Rerelease des Films stammt, der kam in Deutschland nämlich knapp 11 jahre früher auf die Leinwand, als 1966, und es sieht auch sehr so aus als sei es an die Siebdrucke von Warhol ange­lehnt, die er 1962 nach ihrem Selbstmord ange­fer­tigt hat.
    Allerdings kann ich von einem Rerelease nichts finden. Die International Poster Gallery in Boston datiert es auf ca. 1963 und artnet auf 1960.

    Jemand ’ne Idee?

  2. Werner Bock / CINE-O-THEK Hannover

    Hallo! Was gibt es da nicht zu verstehen? Weder hat die IPG noch artNet ausrei­chend recher­chiert, denn dann hätten diese Institutionen entweder den jähr­lich erschie­nenen Verleihkatalog des Filmecho/Filmblätter-Verlag konsul­tiert oder einfach mal einen Blick in die einzelnen Ausgaben derselben Fachmagazine geworfen, die immerhin Pflichtlektüre für Filmtheaterleiter war und bis heute ist! Darin sind sowohl die genauen Starttermine bzw. Wiederaufführungstermine enthalten als auch die zum Einsatz gekom­menen Kopien. Ansonsten kann man das auch in den jähr­lich erschie­nenen Verleihkatalogen der Verleihe selbst nach­lesen. Und DIE müssten es ja schließ­lich GENAU gewußt haben. Zu guter Letzt kann man ja noch die Grafiker fragen, wann sie den Auftrag zur Erstellung des Plakates erhalten haben. Manchmal muss man einfach nur den RICHTIGEN fragen oder ein wenig in Archiven recher­chieren. Daneben hat Atlas und auch Kirchner zu den Filmen Filmprogramme oder Souvenierbroschüren heraus­ge­braucht in denen in der Regel alles wissens­werte stand. Diese sind in der Regel in sehr gut sortierten Filmmaterialgeschäften (wie z.B. der CINE-O-THEK Hannover, Celler Str. 40, 30161 Hannover, Tel. (0511) 336 43 42) zu finden und zu erwerben. Und mithilfe des Internets wäre man bei rich­tiger Suche auch auf die Webseite http://​www​.Kinoflohmarkt​.de gestoßen, von der man sich auf alle bekannten Seiten von Filmmaterialanbietern voran­han­geln kann. Viele dieser Anbieter haben schon seit langem die korrekten Daten zu den Plakaten in ihren Seiten. Ansonsten … nach­fragen kostet manchmal nur einen Anruf … und der kostet im Flatrate-Zeitalter zumeist noch nicht einmal extra.
    Mit bestem Gruß, Werner Bock (Leiter der CINE-O-THEK Hannover, Deutschlands größtem Angebot an original Filmplakaten und -fotos, Presseheften und -fotos)

  3. Werner Bock / CINE-O-THEK Hannover

    Nachtrag zum vorhe­rigen Kommentar:
    Der Film erschien 1955 im Verleih der 20th Century Fox. Es wurden sowohl ein Din-A1-Plakat als auch ein Din-A0-Plakat im Querformat heraus­ge­bracht. Auch im Atlas Filmverleih wurde für diesen Film nicht nur das abge­bil­dete Din-A1-Plakat sondern auch ein quer­for­ma­tiges Din-A0-Plakat heraus­ge­geben. Die Plakate kann man sich aktuell bei http://​www​.Postertreasures​.com ansehen (nicht über die Preise wundern, die sind nun einmal so hoch und werden (zumeist von auslän­di­schen Sammlern) bezahlt!). Gruß, W.Bock

  4. Werner Bock / CINE-O-THEK Hannover

    letzter Kommentar zum Artikel:
    Es wurde endlich Zeit, dass diesen Plakaten die verdiente Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Ich sammel diese Plakate schon seit Jahrzehnten und habe mich immer wieder an der Klarheit und Ausdruckskraft dieser Plakate erfreut.
    „Citizen Kane“ und diverse Plakate zu Bunuel-Filmen gehören zu den besten grafi­schen Meisterleistungen dieser Zeit. Der Katalog ist einfach umwer­fend und für jeden an der Plakatkunst Interessierten ein unab­ding­bares MUSS !! Und für den Preis ist der Katalog fast schon „nach­ge­schmissen“! (wenn man diesen Katalog ins Verhältnis zu den anderen Filmplakatbüchern, z.B. von Manfred Christ oder Volker Pantel, setzt, die durch ihre kleine Auflage und der Selbstfinanzierung nun einmal 29 bis 60 Euro kosteten, bei weniger Abbildungen und Seiten). Ich habe fast nicht mehr zu hoffen gewagt, dass diese Plakate eines Tages noch mal in einer Ausstellung zu sehen sein werden. Den Ausstellungsmachern und allen Beteiligten gebührt mein aufrich­tigster Dank! Ich hoffe nur, dass diese Ausstellung auch mal in der Hannover oder wenigsten der unmit­tel­baren Nähe gezeigt wird (z.B. Hamburg oder Bremen). Gruß, W.Bock

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