Deutsches Design Museum in Berlin?

Der Rat für Formgebung (Frankfurt am Main) hat Künstler, Galeristen, Designer, Museumsleiter und Ausstellungsmacher, Journalisten und Hochschullehrer gebeten, über die Gründung eines Design-Museums zu disku­tieren. Auf der Website www​.deut​sches​de​sign​mu​seum​.de sind plaka­tive Thesen zu dieser Idee veröf­fent­licht. Sie sollen eine »ergeb­nis­of­fene Debatte« anstoßen. Bitte betei­ligen Sie sich dort … und hier im Fontblog.

Stellvertretend 5 von 13 Thesen:

  • Man kann heute nicht mehr nur Stühlchen ins Museum stellen. Wir müssen über den Designbegriff reden.
    Volker Albus
  • Viele Museen für Design sind wie Gräber. Aber Design ist etwas Lebendiges. Hans-Peter Jochum
  • Gesellschaftliche Entwicklungen ragen in Kunst und Design hinein. Dieses Verhältnis muss auf nicht reduk­tio­nis­ti­sche Weise erforscht werden. Isabelle Graw
  • Wäre es nicht befreiend, auf eine Sammlung zu verzichten? Andreas Murkudis
  • Design ist das denkbar popu­lärste Thema. Ulf Poschardt

17 Kommentare

  1. Sebastian Nagel

    Ich will echt nicht klein­ka­riert wirken, aber … „Design Museum“ – meinen die das ernst?

  2. Vroni

    Tja,
    mein damals erstes Handy ist jetzt im Design Museum. ^^
    Soviel dazu.

    Vielleicht sollten die hoch­mö­genden Initiatoren, die sicher sehr viel von Design verstehen, aber anschei­nend wenig von Sprache, sich für das Naming einen verstän­digen Texter gönnen. Museum geht gar nicht.

  3. _Sven

    Ich war letzten Sommer in Breda, Niederlande in dem dortigen Dutch Grafic Design Museum. Das war sehr inter­es­sant.
    Wäre gespannt wie man eine aktu­elle weit­ge­fä­cherte aber kompakte Ausstellung kreiert. Bitte mit modernsten Mitteln für Besucher und Exponate.

  4. robertmichael

    immerher damit + wander­aus­stel­lung. deutsch­land hat immerhin einiges vorzu­zeigen an design. nicht nur im grafik­de­sign, auch klas­siker im produkt­de­sign (odol, braun, rimowa …) bitte voll­stopfen mit weide­mann, aicher, rudolph, kahn … dazu arbeiten von gebrauchs­gra­fi­kern aus der ddr vorstellen und dann ermä­ßigte preise für grafik­stu­denten — her damit, jetzt! bringt deutsch­land mehr als ein papst­be­such.

  5. Jan

    Natürlich ist das gene­rell eine gute Idee und der Rat für Formgebung ist eine sehr vernüf­tige Instanz, ich fände als Kern wech­selnde Sammlungen und Monographien aber durchaus inter­es­santer als eine Dauerausstellung in der alle die glei­chen Objekte anhim­meln.

    Fände es gut wenn zB eine Sammlung von Stühlen nicht auf Podesten stehen, sondern einfach Stühle sind. Nutzbar und erlebbar, und die Informationen einfach erlebbar.

    Ausstellungen die für Besucher aller Art aktu­elle Bezüge mit ihrer Herkunft aus der Geschichte/ Designgeschichte erlebbar machen.

    Insgesamt Design dort nicht auf ein Podium stellen und anhim­meln (verweise auf den Umgang mit Rahms Produkten) — sondern als das zeigen was sie sind: Objekte des Alltags, mit Zweck und Form.

    Naja das ist jetzt sehr unzu­sam­men­hän­gend aus meinem Kopf gewa­bert… muss jetzt aber einfach mal so sein

  6. Bert Vanderveen

    That state­ment is so badly styled… that one has to wonder about the chances of this museum beco­ming anything worthwhile.

    Eg the word-spacing is too large, esp. consi­de­ring the line-trans­port (which should be larger, viz. the almost colli­ding /p/ and /D/. The setting is also too ragged.
    Bad job all toge­ther.

  7. Henning

    Der Begriff Museum ist prima. Da brauch man nicht extra irgend­welche Texter. Die nennen das dann bloß Design Center und dann weiß niemand was das soll. Museum ist gut.

  8. Volker

    Argh! – Deppenleerzeichen!

  9. Vroni

    Design Center, grins.

    Nene, so würde ein guter Texter das nicht sagen.
    Ein schlechter schon.

  10. carlos

    Der Name ist natür­lich extrem pein­lich. Das Layout der Website finde ich eben­falls nicht ange­messen.

    Prinzipiell ist das aber natür­lich ein inter­es­santer Start. Schade ist nur, dass beim Roundtable mehrere Menschen am Tisch saßen, deren Eignung für ein solches Gespräch sich mir nicht erschließt

    P.S.: Und Facebook – was soll das?

  11. verena

    Es gibt bereits das Kunst und Gewerbe Museum in Berlin (man könnte auch die Kunstbibliothek noch dazu zählen, wenn man das Grafik Design inter­grieren möchte). Das Museum hat eine groß­ar­tige Sammlung, die aller­dings extrem bescheiden präsen­tiert wird. Kann man das nicht einfach mal kapern? Oder hätten wir dann, wenn wir ein Design Museum bekämen, zwei solcher Museen, die sich beide anstrengen? Wie auch immer, der Ist-Zustand in Berlin ist mehr als traurig/peinlich.

  12. syncx

    sehr, sehr selt­same auswahl des rond­ta­bles, aber sonst erst einmal eine gute idee.

  13. Stefan Berger

    Berlin = Keine Kohle = Kein Museum.

    Hart zu lesen, ist aber so.

  14. R::bert

    Stimme Stefan zu, sorry! Und wenn irgend­wann mal wieder die Kasse stimmt, würde ich auch eher Verenas Ansatz verfolgen. Schont Ressourcen.

  15. Etienne

    1. Ich kann mir wenig gute Argumente vorstellen, die GEGEN ein Museum spre­chen.
    2. Design braucht Reflexion.
    3. Sammeln ist schön, reicht aber nicht.
    4. Menschen zum Gucken, Denken, Spielen, Reflektieren locken.
    5. Museen sind wich­tige Ruheorte im Strom der Alltagsflut.
    6. Design muss man anfassen dürfen.
    7. Bildung, Inspiration und Anregung.
    8. Internet ist toll, aber nicht alles.
    9. Dialog.

    Also her mit so einem Museum. Wegen mir dürft Ihr es nennen, wie Ihr mögt. Laßt es bloß die „rich­tigen“ Menschen tun, die uns ein wenig aus der Reserve locken, zum Denken, Diskutieren, Streiten anregen. Keine Bürokraten!

    So!

  16. Stefan Nitzsche

    Ich wäre erstmal für Deutsche Recht Schreibung.

  17. mozart

    bei ihrem werbe­pro­spekt sind mir diese gedanken in den sinn gekommen:

    1.design der zukunft ist mehr als ein heiss-luft-ballon mit immer grös­serem durch­messer

    2. zwei jahre brau­chen wir, um reden zu lernen + sechzig jahre, um schweigen zu lernen

    3. wenn die formate zehn mal kleiner wären, würden alle bäume zehn mal länger leben

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