Deutsche WM-Schweinebauch-Typografie

Für uns Typografen eigent­lich nur von hinten inter­es­sant: Das DFB-Frauen-Trikot-Home-2011 (Foto: Wolfgang Kumm, dpa. Danke!)

Vorgestern habe ich mir im Fernsehen das Eröffnungsspiel der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011™ ange­sehen. Es war eine Quälerei für meine Augen … nicht wegen des Spiels der beiden Mannschaften, das hat mich richtig begeis­tert, wie 14 Millionen andere Zuschauer in Deutschland offen­sicht­lich auch, sondern wegen der Beschriftung des DFB-Frauen-Trikots.

Das Dress trägt im Kragen das stolze Zitat »Blüh im Glanze dieses Glückes« und wurde vor 100 Tagen von Adidas und dem Deutschen Fußball Bund in Frankfurt vorge­stellt. Bei solchen Premieren werden die Hemden zwar mit Ziffern, aber meist ohne Namenszüge präsen­tiert, so dass es für die Begutachtung der Beschriftung keine Grundlage gibt. Wobei man im aktu­ellen Fall sowieso gedacht hätte, es handele sich um eine Skizze der Schneiderin, weil die endgü­tigen Ziffern zur Pressekonferenz nicht fertig geworden waren.

Die Fußball-WM hätte so schön werden können, und die deut­schen Trikots ein Verkaufsschlager … zum Beispiel mit Unit Rounded Medium und Bold, der Einzelschnitt für 59 € … für den Trikothersteller eine zumut­bare Investition

Nun, mit dem Start der WM, entfaltet die DFB-Trikot-Typografie ihr ganzes Elend. Wie Preisschilder auf dem Wochenmarkt sind unsere Fußballfrauen beschriftet, das Kilo Bartusiak 3 €, eine Steige Garefrekes 18 €, Angerer pro Stück 1 €. … die Medien- und Werbebranche spricht in dem Zusammenhang gerne von SchweinebauchdesignComic Sans lässt grüßen … doch leider ist die Schrift auf den Damen-Trikots nicht nur genauso unge­eignet wie Comic Sans, sie ist grot­ten­schlecht gestaltet. Erschwerend hinzu kommt, dass die Versalschrift unfassbar stüm­per­haft gesetzt ist: Lena Goeßling trägt den Erstklässler-Fehler Nr. 1 auf dem Rücken, das gemeine ß mitten im Namen (GOEßLING), bei Spielerinnen wie Alexandra Popp und Birgit Prinz sind die Lettern hand­breit gesperrt. Wer macht so was – ohne Not? Der Schuhwart?

Wie jubelten Adidas und der DFB damals bei der Vorstellung: »Die amtie­renden Welt- und Europameisterinnen werden zum ersten Mal ein Jersey tragen, das von Frauen für Frauen entworfen wurde. Der leicht tail­lierte Schnitt und die runden und eleganten Rückennummern sorgen für ein femi­nines Design. Als Hingucker findet man im Kragen der Trikots die Zeile ›Blüh im Glanze dieses Glückes‹, die der deut­schen Nationalhymne entstammt. … Das Heimtrikot ist tradi­ti­ons­gemäß weiß gehalten. Die Hosen sind schwarz.« Wenn diese Rückennumern »elegant« sind, dürfte man Willi Lippens ab sofort nicht mehr »Ente« nennen sondern »Schwan« … die Geschichte der 1. Bundesliga und die der Typografie müssten neu geschrieben werden.

Auch nicht schlecht, und typisch deutsch: die FF DIN Round, Medium und Bold … nicht gerade origi­nell, aber solide und rund

Entworfen wurden die Trikots von der Designerin Annette Kres. Zu ihrer jüngsten Kreation erklärte sie: „Inspirieren ließ ich mich von den schnellen und dyna­mi­schen Bewegungen des Fußballs. Diese Eigenschaften sind in kleinen Designelementen im Trikot wieder zu finden.« Die 29-Jährige studierte Mode-Design in Trier, sie lebt in Fürth und arbeitet beim Sportartikel-Hersteller Adidas in Herzogenaurach. Unter ihrer Leitung entwi­ckelte erst­mals ein Designteam der Abteilung Frauenfitness das Trikot für die Damen-Auswahl.

Die authen­ti­sche Filzstift-Schrift FF Duper, von Martin Wenzel, mit drei Varianten pro Buchstaben (siehe A und A) … aber gehört eine Edding-Schrift auf ein Fußball-Trikot? Eher weniger …

Seit dem Wochenende ist die Schrift der Damen-Nationalmannschaft auch im Internet ein Thema, zum Beispiel auf Twitter. Der Westen, das Portal der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung, schreibt: Schrifttyp auf den deut­schen Trikots sorgt bei Frauen-WM für Häme. Was die Leser des Fontblog schon lange wissen, nämlich seit den letzten beiden Fußball-WMs 2006 und 2010, kann die Redakteurin des Westen nur bestä­tigen: »Die Kritik prallt an Adidas, dem Hersteller der Trikots, ab.« Welche Schrift die Designerin verwendet hat, wolle sie nicht verraten. Muss sie auch nicht, denn mein Blogger-Kollege Michael Preidel, freier Art-Direktor und Autor von Esse est percipi, hat das längst heraus­ge­funden: Trikot-Typografie.

Ach wär’s wenigs­tens Comic Sans … (Eer hätte gedacht, dass ich mich auch nur einmal hier im Fontblog nach dieser Schrift sehne.)

Die Beschriftung der Trikots wurde mit einem lausigen Free Font namens Action Man zusammen gefum­melt, den man zum Beispiel auf dieser Seite laden kann: http://​www​.iconian​.com. Macht das ruhig mal und scheut euch mal die Fontdaten an. Bei den 10 Fonts handelt es sich um einen Grundschnitt, dessen Varianten ohne jegliche opti­sche Korrektur auto­ma­tisch gene­riert sind, also verschrägt (statt kursi­viert), hori­zontal verzerrt (statt extended), maschi­nell gefettet und schat­tiert … eine abscheu­li­ches Typomonster.

Der scheuß­liche Free-Font ›Action Man‹, mit dem die Trikots unserer Fußball-Frauen verun­staltet sind; ihr müsst die Namen in dieser Schrift übri­gens in Kleinbuchstaben setzen, um die Original-DFB-Ästhetik zu errei­chen


165 Kommentare

  1. Heinrich

    harhar, ACTION MAN das passt doch!
    das sieht man wovon die frauen träumen ;)

    ich inter­es­siere mich nicht für den fußbal und habe auch keinen fern­seher aber solche kata­stro­phen bekommt man immer mit!

  2. Johannes Henseler

    sehr gut zusam­men­ges­schrieben. Schön, dass das Thema im Internet gerade für ein wenig aufsehen sorgt. Der Verdacht, es handele sich um Comic Sans ist ja schon schlimm genug.
    Über das (und andere WM-Typografien) und die Wertschätzung des Frauenfußballs, habe ich in meinem Blog auch mal die Luft abge­lassen:
    So gewinnt man kein Turnier.

  3. Johannes Henseler

    beim Lesen der Kommentaren bei DerWesten drängt sich wiedermal die Frage auf,
    • wie die Arbeit als Typograf/Gestalter über­haupt geschätzt wird,
    • wie die Wahrnehmung solcher Gestaltung in der Gesellschaft ist („ist doch gar nicht so schlimm“, „ich mag es“, „ist ja mal was anderes“)
    • ob es wirk­lich nichts wich­ti­geres gibt?

    Oder wie Andreas Uebele meint: für die Diktatur des Designs!

  4. Maxel

    … und das bei dem ganze Gedöns mit Verletzung von Urheberrechten etc.
    Im TrueType-Version-Record steht: “Freeware for non-commer­cial use.”

  5. Da Stefan

    Naja, DIN rounded und ComicSans sollen besser, hübscher, schi­cker sein? *HUST* Da ist wohl auch eine Portion Geschmackssache dabei. Und die ist meis­tens subjektiv. Hab ich immer gedacht.

  6. Dave

    Action Man: Endlich mal eine super Schrift die ich meinen Kunden als gelun­gene Alternative zur Comic Sans anbieten kann!
    *duck und wech*

  7. Stefan

    Mal in die Runde gefragt:
    Was muss eigent­lich passieren, dass so etwas nicht mehr passieren kann? Wie kann man es verhin­dern?

  8. Heide

    Ich beneide Leute, die keine anderen Sorgen haben, als sich über so etwas in öffent­li­chen Blogs aufzu­regen.
    Schaut Euch das Spiel an und nicht wie die Trikots aussehen – das ist doch sowas von neben­säch­lich.

  9. erik spiekermann

    das ist doch sowas von neben­säch­lich

    Offensichtlich beim DFB, der als Institution auch für die Kultur im Lande Verantwortung trägt.
    Aber hier disku­tieren Fachleute, denen das wichtig ist. Du bist auf dem falschen Blog.

  10. CB

    vom DFB hat doch keiner ernst­haft typo­gra­fi­sches Bundesniveau erwartet, oder? Die Actionman ist genau die rich­tige Schrift für die Stimmung von Blatter beim Eröffnungsspiel und genau die rich­tige Schrift für die Wertschätzung des Frauenfußballs inner­halb des DFBs: Ein Freefont – kostet nix, Wirkung egal. Wenns doch wenigs­tens die Calibri gewesen wäre…

  11. Simon Wehr

    Danke für den Artikel, ich wollte ihn auch schon schreiben, hatte aber noch keine Gelegenheit. Ich würde unter­stellen, dass die Frauen einfach nicht ernst genommen werden. Aber die Erinnerung an die Männertrikot-Typografie offen­bart eine gelun­gene Gleich(schlecht)behandlung der beiden Geschlechter.

  12. thomas junold

    @heide: eben nicht. erstens ist es unsere aufgabe, die aufgabe der gestalter hier sinn­volle und vernünf­tige lösungen anzu­bieten, genauso wie du zu einem anstän­digem frisör gehst und nicht mit der maschine aus dem verkaufs­fern­sehen selber hand anlegst.

    und zwei­tens stehen trikots und eigent­lich das komplette auftreten der damen AUCH für unser land. sie sind im moment die besten botschafter deutsch­lands, die wir haben.

    und ehrlich gesagt, möchte ich mich von dem rotz der da auf den trikots prangt nicht vertreten lassen!

  13. R::bert

    Mein erster Eindruck zur Schreibschrift war: »… irgendwie authen­tisch, warum eigent­lich nicht?«

    Ach wär’s wenigs­tens Comic Sans …

    Ist das Dein Ernst Jürgen? Wenn ich ehrlich bin, finde ich die Action Man immer noch besser als die Comic Sans, auch wenn die Font-Aufbereitung wirk­lich zu wünschen übrig lässt. Die Ziffern bringen jedoch wenigs­tens einen Hauch Dynamik mit, welchen man bei all Deinen Alternativ-Vorschlägen noch suchen muss.
    Was die Versalschreibung im Namen betrifft, bin ich jedoch 100 % bei Dir. Aber bist Du Dir sicher, dass Du den rich­tigen Schriftschnitt erwischt hast? Vergleiche mal das »B«! Ich glaube, die haben die Schrift in der Groß-/Kleinschreibung gemixt, um die schönsten Buchstaben zu erhalten (siehe Abbildung). Das sagt ja schon einiges …

    Mich würde aller­dings mal bren­nend inter­es­sieren, was die Spielerinnen dazu meinen.

  14. Jürgen Siebert

    Es ist der rich­tige Font … ich hatte nur den falschen Anfangsbuchstaben gewählt (groß-B ergibt ein anderes Versal als klein-b). Ist jetzt korri­giert. Und bitte pflanzt mir hier keine Getty-Images rein, ich will keine Copyrightklage an den Hals kriegen (Bild entfern, statt­dessen Link).

  15. robertmichael

    ich finds ja erstaun­lich wie man ein solch schönes trikot mit so einem häss­li­chen font verschan­deln kann. ich hoffe adidas lernt daraus und für die nächste WM/EM gibt es paar ordent­liche beschrif­tungen. irgendwie sieht man auch wo der frau­en­fuß­ball heute ange­kommen ist wenn die männer mit eigens für das trikot herge­stellten fonts auflaufen und man bei den frauen zu einem free­font greift.
    gene­rell finde ich die einar­bei­tung der ziffern und zeichen auf den trikots immer sehr lahm, meis­tens sind die auch nicht mehr gestickt sondern einfach nur foli­en­plott. das adidaslogo bekommt eine grafi­sche aura und beschrif­tung wird in schwarz aufge­bü­gelt.

    iconian wird sich sicher auch ärgern und wenn da keine gelder geflossen sind hoffe ich die mahnen adidas mal richtig ab. denn wenn die trikots von den spie­ler­frauen als merchan­dise verkaufen wird es richtig teuer. non-commer­cial use — autsch.

  16. Tobi

    Ich musste ehrlich gesagt auch zwei mal hingu­cken und frage mich, wie sowas durch­gehen konnte. Aber: Comic Sans wäre das größere Übel.

  17. ;)

    „Aber hier disku­tieren Fachleute …”

    na dann kann man doch aber erwarten, dass hier ein paar sinn­volle vorschläge gemacht werden und nicht comic sans, calibri, irgend­eine „authen­ti­sche” wohl eher sinn­lose filz­stift-schrift oder wenn einem gar nix mehr einfällt ff din round. da hilft auch die begrün­dung „… solide und rund” nicht ;)

    die ziffern der action man sehen im vergleich besser aus als alle hier gepos­teten vorschläge. zuge­geben der font ansich ist sicher unglück­lich gewählt bzw. umge­setzt.

    ich würde vorschlagen ihr beschäf­tigt euch erst einmal etwas mit der materie fuss­ball und versucht’s dann noch einmal.

  18. Christian

    @ robertmichael/#15:

    iconian wird sich sicher auch ärgern und wenn da keine gelder geflossen sind hoffe ich die mahnen adidas mal richtig ab. denn wenn die trikots von den spie­ler­frauen als merchan­dise verkaufen wird es richtig teuer. non-commer­cial use — autsch.

    denke nicht dass man gewünschte „dona­tions“ einklagen kann:
    My fonts are free for noncom­mer­cial use and are dona­ti­on­ware for commer­cial purposes. If you’d like to use a font of mine for commer­cial purposes, I ask that you make a dona­tion of $20.00 USD using the PayPal Donate button below.

  19. Jürgen Siebert

    @;) Da war jetzt aber auch kein Verbesserungsvorschlag dabei … oder hab’ ich den über­lesen?

  20. Johannes Thielen

    Danke für diesen Artikel. Als Designer UND Fußballfan fühle ich mich seit vielen Jahren immer wieder persön­lich belei­digt, wenn ich mir so anschauen muss, was Weltkonzerne wie Nike oder Adidas regel­mäßig an Trikotgestaltung ablie­fern.

    Jetzt mal ganz abge­sehen von der Tatsache, dass viele Fußballtrikots wie das hier bespro­chene bei ihrer primären Verwendung auf dem Platz schlichtweg pein­lich aussehen bzw. oft einfach schlecht funk­tio­nieren – es ist mir nach wie vor völlig unver­ständ­lich, wie dilet­tan­tisch vorge­gangen wird in einem Markt, in dem welt­weit immense Summen umge­setzt werden und Preise von 70,- Euro aufwärts für ein einzelnes Trikot keine Seltenheit sind. In diesen Wochen werden z.B. nach und nach die neuen Trikots der Bundesligisten präsen­tiert und treiben vielen Fans (=Kunden) von Borussia Dortmund, Werder Bremen und anderen Vereinen mal wieder die Tränen in die Augen.

  21. Jürgen Siebert

    Die schlechte Nachricht: Leider scheinen sich die Trikots auch mit schlechter Typografie prima zu verkaufen.
    Und jetzt die gute, für Adidas, Puma, Nike & Co: Eine ordent­liche Typografie macht sie keinen Cent teurer, die Augen der Fans werden nicht belei­digt und es wird kein einziges Shirt weniger verkauft … im Gegenteil …

  22. Dominik

    Also Comic Sans hätte ich sicher nicht lieber gesehn! Und die Duper mit ihrer Filzigkeit ist auch nicht gut. Seltsam, dass es ein FreeFont geworden ist, aber von Weitem find ich es auf den Trikots nicht schlimm. Will heißen, ich habe mich dran gewöhnt, dass Trikotschriften komisch aussehen.

  23. Da Stefan

    Da können sich ja auch Bundesliga und Co. was von den Jersey-Designern in den USA was abschauen. Da ist auch die Namenstypo richtig fesch gestaltet. In der zum Teamnamen passenden Schriftart. Und manchmal auch im Retrostyle aus den 70ern:
    http://3.bp.blogspot.com/-wBKTYXFx_HQ/TccMJ1FqTmI/AAAAAAAABUk/3IgzmQUI8U0/s320/dirk_nowitzki_green_alternate_jersey.jpg
    Aus passendem Anlass… ;)

  24. anderer tom

    Da wird so viel für das Image des Frauenfußballs getan und dann kommt so eine billige Typo auf die Trikots. Da hätte man sich schon besseres einfallen lassen können um die Frauen in Szene zu setzen. Die Beispiele hier im Fontblog finde ich auch eher unglück­lich. Ich wäre da eher in eine moderne Richtung gegangen mit weichen Kurven. Z.B. Zekton oder Neuropol oder etwas in der Art.

  25. Martin

    Die Entscheidung einen Freefont zu verwenden musste ja nicht zwin­gend einen finan­zi­ellen Hintergrund haben.

  26. R::bert

    Und bitte pflanzt mir hier keine Getty-Images rein, ich will keine Copyrightklage an den Hals kriegen (Bild entfern, statt­dessen Link).

    Okay, wenn Dir die Robirightklage lieber ist … ; )
    Sorry!

    Verbesserungsvorschlag: fänd’ die Akko rounded mal ganz span­nend. Möglicherweise sogar als Italic-Schnitt und unbe­dingt in gemischter Schreibweise, wenn nicht sogar alles klein.

  27. ;)

    @ Da Stefan

    … ich hoffe dein beitrag bzw. link ist ironisch gemeint. sonst fall ich hier vom glauben ab.

  28. probek

    Äh, will hier nicht in die Diskussion der Fachleute eingreifen, aber: das Trikot heißt nicht „Blüh im Glanze dieses Glückes“ (was ich mindes­tens so schräg wie die Fontwahl gefunden hätte). Es hat, außer der Funktionsbezeichnung „Trikot der DFB-Frauen“, keinen Eigennamen. Zumindest kann ich keinen finden:

    http://​news​.adidas​.com/​D​E​/​P​E​R​F​O​R​M​A​N​C​E​/​a​d​i​d​a​s​-​u​n​d​-​d​f​b​-​p​r​s​e​n​t​i​e​r​e​n​-​n​e​u​e​-​t​r​i​k​o​t​s​-​d​e​r​-​f​r​a​u​e​n​f​u​b​a​l​l​-​n​a​t​i​o​n​a​l​m​a​n​n​s​c​h​a​f​t​/​s​/​d​8​4​3​5​8​2​d​-​1​5​e​e​-​4​6​4​f​-​b​a​8​6​-​d​9​5​9​1​a​b​1​0​d31

    Dass Adidas Sinnsprüche in die Krägen der Trikots schreibt, ist ein älteres Phänomen – und hat mit der Bezeichnung der Trikots nichts (oder nur wenig) zu tun.

  29. fritz

    Typopokalsieger. Mal konstruktiv: wie wäre es, wenn Fontblog bis zum Ende des Turniers eine Abstimmung im Web zum typo­gra­fisch best­ge­stal­teten Trikot der WM aufzöge und am Ende mit großem Bimbam einen Pokal verliehe? Das wäre doch mal eine öffent­lich­keits­wirk­same und positiv aufge­setzte Maßnahme, Problembewusstsein zu schaffen und Aufträge zu stimu­lieren.

  30. Jens Tenhaeff

    Um mal hier eine Lanze für Actionman zu brechen: Die Schrift ist prima, wenn man sie für das einsetzt, wozu sie ursprüng­lich geschaffen wurde: Als „Handlettering“ in Comic-Sprechblasen, in der Regel bitte nicht größer als 9 Punkt. Sie kommt natür­lich nicht an die Qualität eines Signature fonts wie z.B. CCJoeKubert heran, aber das verlangt auch keiner.

    Auf den Trikots einer Fußballmannschaft (Frauschaft?) hat sie aller­dings wirk­lich nichts zu suchen.

    P.S. Wer Interesse an guten hand­let­te­ring fonts hat, dem sei http://​www​.comic​book​fonts​.com ans Herz gelegt. Professionelle Schriften von echten Letterern zu fairen (nicht billigen) Preisen.

  31. Jürgen Siebert

    Danke, @probek. Ich formu­liere das mal anders. Habe mich da von einer Headline in einem Katalog täuschen lassen.

  32. Carlos

    Ich muss ehrlich sagen, dass ich eine hand­schrift­lich anmu­tende Schrift gar nicht so falsch finde. Die konkrete Umsetzung ist furchtbar, aber der Grundgedanke ist für mich verständ­lich.

  33. Gerhard Illig

    Ich vermute, dass die oben genannten Typovorschläge nur beispiel­haft dafür stehen sollten, dass die Comic Sans leicht getoppt werden kann. Allerdings sehe ich keine Notwendigkeit, dies unbe­dingt mit Rounded oder Filz oder Edding etc. errei­chen zu wollen. Generell: In der Vergangenheit hatte ich den Eindruck, dass Adidas mit der Trikot-Typo bei WMs (Männer!) immer wieder zeit­geis­tige Akzente gesetzt hat. Dass diese Chance bei der Frauen-WM vertan wurde, kann ich nicht nach­voll­ziehen. Offensichtlich hat sich das spie­le­ri­sche Vermögen der Frauen so schnell entwi­ckelt, dass die Industrie nicht mitkommt. Schade! Adidas-Designer sollten auf dieses Blog aufmerksam gemacht werden.

  34. erik spiekermann

    Ich muss ehrlich sagen, dass ich eine hand­schrift­lich anmu­tende Schrift gar nicht so falsch finde.

    Doch, das ist grund­sätz­lich falsch. Schrift auf dem Trikot wird fast nur aus schrägen Winkeln wahr­ge­nommen und in Bewegung. Da ist eine Schrift, die selber Bewegung impli­zieren soll, weder lesbar noch konzep­tio­nell richtig. Eine stati­sche Schrift lässt viel stärker erkennen, wenn sie durch Blickwinkel oder Bewegung verän­dert wird. Von der Lesbarkeit ganz zu schweigen, beson­ders die der Ziffern.

  35. andi kissel

    für mich ist es völlig unver­ständ­lich, daß ein mode- oder trikot­de­si­gner die ganzen mühen des trikot­ent­wurfs auf sich nimmt (die trikots unter­scheiden sich ja oft nur minimal) und dann so ein wich­tiges element, ja quasi ein allein­stel­lungs­merkmal, wie die typo so sträf­lich vernach­läs­sigt bzw. nicht einfach einen typo­kun­digen mit einbe­zieht.

  36. ;)

    @ erik spie­ker­mann

    … natür­lich haben sie recht und das ist die auch nicht anders zu erwar­tende antwort – weil lehr­buch meinung – von ihnen

    … wer aber 90 minuten lang eine ca. 25–35 cm hohe schwarze ziffer (auch wenn’s hand­schrift­lich ist) auf weißem grund nicht lesen kann der braucht einfach eine brille oder ein fern­glas oder beides.

    … aus zuschau­er­sicht ist die ziffer im gegen­satz zum namen absolut unin­ter­es­sant. niemand will wissen was fräu­lein prinz für eine nummer hat man will einfach nur wissen das es fräu­lein prinz ist und diese info liefert nunmal der name. da die meisten zuschauer im laufe eines spiels sich die verknüp­fung name-nr. aller 22 akteure nicht einprägen werden, dient die nr. einfach nur der durch­num­me­rie­rung bzw. hat’s der schieri so einfa­cher den spiel­bogen auszu­füllen ;)

  37. robertmichael

    @ ;)
    genau! weg mit den zahlen – weniger ist mehr.
    oh mann – was sind das denn für argu­mente?
    1.) gibt es auch taube menschen die gern fuss­ball schauen
    2.) können ausländer mit den namen der spieler genauso wenig anfangen wie ich, denn ich muss gestehen ich kann mir die nicht alle merken – somit
    3.) helfen die ziffern einfach zur schnellen iden­ti­fi­zie­rung
    4.) ist es einfach tradi­tion, nimm mal einen spieler seine nummer weg … da ist ärger vorpro­gram­miert
    5.) nicht alle haben hoch­auf­ge­löstes fern­sehen, dass hat nichts mit brille/fernglas etc. zu tun. schonmal im stadion gewesen?

  38. Bert Vanderveen

    I prefer shirts without the players’ names… only numbers please — much cleaner, less chance of f**k-ups. (But I have this strange afflic­tion — I HAVE to read ever­ything in sight, which impedes watching the game of course… ).

  39. Dave

    @ ;)

    ich würde vorschlagen ihr beschäf­tigt euch erst einmal etwas mit der materie fuss­ball und versucht’s dann noch einmal.

    und:

    aus zuschau­er­sicht ist die ziffer im gegen­satz zum namen absolut unin­ter­es­sant.

    Du warst noch nie in einem Stadion bei einem Fassballspiel oder?

  40. Jürgen Siebert

    Wer 90 minuten lang eine ca. 25–35 cm hohe schwarze ziffer (auch wenn’s hand­schrift­lich ist) auf weißem grund nicht lesen kann der braucht einfach eine brille oder ein fern­glas oder beides.

    Bis Du Sportreporter? Die meisten WM-Zuschauer – vor allem in den anderen Ländern – sehen Zusammenfassungen oder Kurzberichte in den TV-Nachrichten. Da kommt es durchaus auf schnelle Lesbarkeit an.

    Aus zuschau­er­sicht ist die ziffer im gegen­satz zum namen absolut unin­ter­es­sant.

    Warum glaubst Du wohl, hat Ballack aus seiner 13 einen derar­tigen Kult gemacht. Die Namen sind in der TV-Totale nicht lesbar, wohl aber die Ziffern. Gilt auch für die meisten Plätze im Stadion.

  41. Jürgen Siebert

    Noch mal Danke an die dpa für die Adruckrechte des Aufmacherfotos und diese Meldung, die gerade durch den Äther tickert … (vielleicht erreicht sie die richtigen):

    Lästereien über Trikot-Schrift des DFB-Teams

    Berlin (dpa) – Das vielgelobte Frauentrikot der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft hat im Internet eine Welle des Spotts und der Häme ausgelöst – zumindest die Beschriftung des Jerseys.

    Team-Ausrüster Adidas wollte mit den «runden und eleganten Rückennummern» für das neu entworfene Trikot «ein feminines Design» vorlegen. Doch im Kurzmitteilungsdienst Twitter sowie auf Facebook fällt der ungewohnte Schriftzug gnadenlos durch.

    Viele Twitterer verweisen dabei auf den Blog-Eintrag des Gestalters und Zeichensatzexperten Jürgen Siebert, der die Schrift auf dem Damen-Trikot «grottenschlecht gestaltet» findet. «Erschwerend hinzu kommt, dass die Versalschrift unfassbar stümperhaft gesetzt ist: Lena Goeßling trägt den Erstklässler-Fehler Nr. 1 auf dem Rücken, das gemeine ß mitten im Namen (GOEßLING)», schreibt Siebert in seinem «Fontblog». Bei Spielerinnen wie Alexandra Popp und Birgit Prinz seien die Lettern handbreit gesperrt. «Wer macht so was – ohne Not? Der Schuhwart?»

    Für Lacher im Netz sorgt auch die Erkenntnis von Siebert, dass sich Ausrüster Adidas und der DFB ausgerechnet die Billig-Schrift mit dem Namen «Action Man» für die Beflockung des Frauen-Nationaltrikots ausgesucht hätten. «Da hat der DFB echt Geld in die Hand genommen: Der fürchterliche Trikot-Font heißt „Action Man“ und ist Freeware», twittert beispielsweise Blogger Giesbert Damaschke.

    «Es ist schon erschreckend, mit welcher Lieblosigkeit die Verantwortlichen die Beschriftung vorgenommen haben, wo sie sich doch bei Design der Trikots selbst und der Auswahl der Materialien erkennbar viel mehr Mühe gemacht haben», sagte Siebert der Nachrichtenagentur dpa.

  42. ;)

    @ robert­mi­chael

    … mal schön auf’m teppich bleiben. keiner will irgend­welche zahlen weghaben.
    keine ahnung wo du das her nimmst. es geht ledig­lich darum das auf den ziffern
    nicht das 100%ige augen­merk liegt und genau deshalb kann man dort natür­lich immer im rahmen der lesbar­keit und der schnellen iden­ti­fi­zie­rung, das ist doch klar mal was typo­mä­ßiges probieren und das muß nicht immer gleich eine stati­sche oder konstru­ierte zahl sein, nur weil man angst haben muss, das dass irgend­je­mand nicht lesen kann. punkt aus. mehr wollte ich gar nicht sagen.

    deshalb einfach mal mit einem auge zu „nike foot­ball” rüber­schielen die machen das sehr gut vor.

    also vorher kurz genau lesen, dann kannst du dir deine sehr wacke­lige auflis­tung sparen … und nein ich war noch nie in einem fuss­ball­sta­dion ich gucke nur bogen­schießen auf meinem full-hd tv ;)

  43. Stefan

    @ ;)

    Namen sind Schall und Rauch. In der BuLi/WM/EM gibt es diese auch erst seit Anfang der 1990er Jahren auf den Trikots. Wichtig für den Zuschauer, Reporter und Schiris ist die Nummer. Im übrigen gab zunächst auch nur die Nummer 1 bis 11, ohne feste Zuordnung eines Spielers.

  44. Johannes Thielen

    @;) Ich schließe mich Daves Vermutung an. Sowas kann eigent­lich nur jemand sagen, der Fußball nur aus dem Fernsehen kennt. Jeder, der ab und an im Stadion steht/sitzt und eini­ger­maßen an dem, was unten auf dem Platz statt­findet, inter­es­siert ist, weiß, wie wichtig die Rückennummern und ihre Lesbarkeit sind.

    Und selbst bei der Fernsehübertragung ginge einem eine Menge verloren, wenn man nur noch auf den Kommentator bzw. Großaufnahmen der Spieler(innen) ange­wiesen wäre.

  45. ;)

    … es lebe der sport ;)

  46. Dave

    @ ;) und Johannes Thielen
    Ich meine ja nur. Aus unserer Südkurfe herraus kann ich keinen Namen lesen, wenn sich zwei Spielerim 16er vor der Nordkurve an die Wäsche gehen. Mit der passenden Rückennummer kann ich zumin­dest die eigenen (auf jeden Fall!) und auch die meisten Gegener erkennen.

  47. Carlos

    Doch, das ist grund­sätz­lich falsch. Schrift auf dem Trikot wird fast nur aus schrägen Winkeln wahr­ge­nommen und in Bewegung. Da ist eine Schrift, die selber Bewegung impli­zieren soll, weder lesbar noch konzep­tio­nell richtig. Eine stati­sche Schrift lässt viel stärker erkennen, wenn sie durch Blickwinkel oder Bewegung verän­dert wird. Von der Lesbarkeit ganz zu schweigen, beson­ders die der Ziffern.

    Was beweist denn, dass sich eine stati­sche Schrift auf Trikots besser lesen lässt?

  48. Heinrich

    Was beweist denn, dass sich eine stati­sche Schrift auf Trikots besser lesen lässt?

    klar, vor allem eine relativ fette ziffer lässt sich besser erkennen. wer sich mit typo­grafie beruf­lich beschäf­tigt dem ist das klar.

  49. robertmichael

    @ ;)
    zum „zahlen weghaben“ — das war meine nächste schluss­fol­ge­rung zu

    Aus zuschau­er­sicht ist die ziffer im gegen­satz zum namen absolut unin­ter­es­sant.

    ist sie eben nicht, wollte ich damit sagen.
    ich stimme dir aber zu: mit den zahlen sollten die triko­ther­steller mehr spielen, sie besser in die rest­liche gestal­tung des trikots einbinden, nicht einfach so drauf­klat­schen. konstru­ierte schriften funk­tio­nieren aus meiner sich nur bis zu einem gewissen grad, teil­weise wirken sie auch sehr steif. auch die dyna­mi­sche puma-schrift von von der WM 2006 ist bei mir durch­ge­fallen, statisch wirkt einfach besser. wir hatten ja das thema schon vor einigen jahren:

    https://​www​.font​blog​.de/​f​i​l​e​s​/​g​a​s​t​k​o​m​m​e​n​t​a​r​_​s​a​n​d​e​r​.​h​tml
    https://​www​.font​blog​.de/​f​i​l​e​s​/​t​r​i​k​o​t​_​t​y​p​o​g​r​a​f​i​e​_​2​.​h​tml

    rein optisch finde ich seri­fen­fonts immer noch am schönsten
    http://​www​.letter​beeld​.nl/​s​h​i​r​t​n​u​m​b​e​r​s​/​s​h​i​r​t​n​u​m​b​e​r​s​h​o​m​e​.​h​tml

  50. Patrick

    Oh Gott, dass man diesen Artikel nicht ernst­nehmen kann, zeigt schon eine total unwis­sende Aussage des Schreibers. Wer ist denn so blöd, und nimmt typo­gra­phi­sche ‚Fauxpas‘ als Grund, welche voll­kommen korrekt sind?!
    Gemäß Rechtschreibregeln ist es erlaubt, in Versalschrift (also dem Schreiben nur in Großbuchstaben) den Buchstaben ß nicht zu umschreiben! Viele Institutionen (wie z. B. die Post) EMPFEHLEN das sogar! Also ist der Name GOEßLING auf dem Trikot VOLLKOMMEN korrekt, GOESSLING wäre sogar NICHT zu empfehlen gewesen!

    Das Ersetzen von ß zu SS in Versalschrift ist nur außer­halb von Eigennamen Pflicht. Der Satz „Goeßling schießt das 1:1“ kann in Versalschrift also sowohl „GOEßLING SCHIESST DAS 1:1“ als auch „GOESSLING SCHIESST DAS 1:1“ heißen, wobei Ersteres sogar zu empfehlen ist.

    Setzen – sechs -, werter Herr Siebert! Erbärmlich, hier Sachen als falsch darzu­stellen, die es nicht sind! Erkunde dich lieber mal über Sachen, anstatt hier sinnlos irgend­eine Kacke zu schreiben – denn DAS ist defi­nitiv kein Rechtschreibfehler seitens des DFB – und davon mal abge­sehen für (auslän­di­sche) Fußballgucker auch besser, da die dann sofort wissen, dass man Goeßling mit ß schreibt und nicht mit SS (genau aus diesem Grund ist die Ausnahme der ß-SS-Regel in Versalschrift ja entstanden). Erst nach­denken, dann reden.

  51. Patrick

    Abgesehen davon ist das eh lächer­lich, sich über die Gestaltung der Rückennummern lustig zu machen.
    Man kann es erkennen und darum gibt es für mich kein Problem dabei. Meine Fresse, das ist Fußball und keine Büroarbeit, wo man immer mit seriösen, lang­wei­ligen, sterilen Schriftarten arbeiten muss.
    Wenn einem diese Schriftart nicht gefällt – na und?! Mir gefällt auch nicht jede Schriftart.

  52. Jürgen Siebert

    Hallo Patrick, inter­es­sante These. Dass die Post so etwas empfiehlt, wundert mich nicht, macht es aber noch lange nicht zur Regel. Schick mir einfach mal einen Link oder eine Abbildung der zitierten Regel zum/aus dem Duden.

  53. Daniel H.

    Auszug aus Wikipedia:

    „Die heutigen Rechtschreibregeln schreiben vor, im Versalsatz das „ß“ durch „SS“ zu ersetzen („Weiß“ wird zu „WEISS“).

    Ursprünglich hatte der Duden bei Großschreibweise die Ersetzung durch „SZ“ vorgesehen.[21] Diese Schreibung wurde später zugunsten der Schreibung mit „SS“ auf dieje­nigen wenigen Fälle begrenzt, in denen Verwechslungen möglich sind (z. B. „Maße“ → „MASZE“ gegen­über „Masse“ → „MASSE“.[22]) In der refor­mierten Rechtschreibung von 1996 wurde die Ersetzung durch „SZ“ ganz abge­schafft. Im April 2008 wurde der Weg zu der Einführung eines ß-Großbuchstaben geebnet, siehe unten.“

    Also, lieber Patrick, hattest du wohl unrecht.

    PS: Was ist lächer­lich? Über wirk­lich schlechte Rückennummern zu disku­tieren (Fakt!) oder so sinn­lose Kommentare wie deine abzu­geben???

  54. Florian

    Der Duden verlangt die Ersetzung des ß durch SS im Versalsatz. Lediglich ein Zusatz zu Regel besagt: »In Dokumenten kann bei Namen aus Gründen der Eindeutigkeit auch bei Großbuchstaben das ß verwendet werden«. Ein Trikot ist sicher­lich kein Dokument. Ob mit gewöhn­li­chem ß oder speziell ange­passtem Versal-ß – »auslän­di­sche Fußballgucker« lesen Goebling.

  55. Eiben

    „ß“ gegen „SS“ – in dem Spiel hat Wikipedia verloren gegen den Duden. Der hat die „amtli­chen Regeln der deut­schen Rechtschreibung“. Und hier heißt es unter Kennziffer 160: „Bei Dokumenten kann bei Namen aus Gründen der Eindeutigkeit auch bei Großbuchstaben das ß verwendet werden.“ Ansonsten gilt §25 der amtli­chen Regelung der deut­schen Rechtschreibung: „Bei Schreibung mit Großbuchstaben schreibt man SS.“
    Also: Normalerweise würde man „SS“ verwenden. Es sei denn, das Trikot wäre ein Dokument. Dann wäre aus Gründen der Eindeutigkeit auch ein „ß“ erlaubt.

  56. Marc

    Schöner Blog, stimme 100% zu.
    Damit würde selbst jeder Mediengestalter durch die Prüfung rasseln.

    …da gibt es nichts zu disku­tieren – die Beschriftung sieht aus wie aus dem Copyshop des Quereinsteigers um die Ecke.

  57. robertmichael

    und davon mal abge­sehen für (auslän­di­sche) Fußballgucker auch besser

    klar, die können ja auch alle mit diesem komi­schen B mit unter­länge was anfangen.
    ich glaube nicht, dass die ‚(auslän­di­sche) Fußballgucker‘ wissen wie man das ß ausspricht — SS wäre klarer, ist aber eben­falls falsch. aufgrund der ‚(auslän­di­sche) Fußballgucker‘ würde ich jedoch das SS bevor­zugen.

  58. ;)

    @ robert­mi­chael … na bitte. wir liegen doch mit unseren meinungen gar nicht soweit ausein­ander ;)

    @ carlos … bin ganz deiner meinung ;) die antwort darauf von hein­rich „eine relativ fette ziffer” ist jetzt auch nicht das was ich für typo­gra­fisch fundiert halt.

    @ an alle vermeind­li­chen fußbal­l­aus­kenner … wenn man nur die nr. 13 posten kann weil man die nr. von özil, lahm und konsorten nicht kennt und man die spieler seiner eigenen mann­schaft nur an der rücken­num­mern erkennt und nicht an den lauf­wegen, den spie­le­ri­schen impulsen und dem takti­schen verhalten dann ist das sehr bezeich­nend und man sollte sich dann mit aussagen zur häufig­keit von stadi­on­be­su­chen eher zurück halten ;) … einen nummern­kult gibts z.b um cruyff, maldini und andi görlitz aber so leid mir das tut nicht um ballack

  59. Trainer

    Das waren noch Zeiten Johann Cruyff bei den Kathalanen. Super!

  60. Tobias

    Zur Frage ß versus SS:
    Beim Design gibt es Gebräuche und Überlegungen, die weit über bloße Orthografie hinaus­gehen. Insofern könnte man selbst dann, wenn der Duden den Gebrauch von ß im Versalsatz vorschriebe aus gestal­te­ri­schen Erwägungen davon abwei­chen. Ein Trikot stellt, wie bereits von anderen gesagt, andere Anforderungen als ein Personalausweis oder ein Dokument.
    Noch einmal zum Mitschreiben für Patrick: Orthografie nicht gleich Typografie. (Als Erinnerungshilfe mag die Vielzahl von Trikots dienen, die die Namen komplett in Kleinbuchstaben setzen. Orthografisch falsch, typo­gra­fisch deswegen noch lange nicht.)

  61. 009er

    Danke, danke für den Artikel, Herr Siebert. Ich fragte mich das ganze Spiel, wer wohl sowas machen darf – und hoffte auf einen Artikel in diesem Blog. Mit so einer Comic-Schrift auf dem Rücken, finde ich, sehen die Spielerinnen auch ein wenig wie Comicfiguren aus, mit Sprechblasen auf dem Rücken.
    Vermutlich ist Typographie kein Lehrinhalt beim Mode-Design-Studium? Die Kanadierinnen hatte es aber auch nicht besser, da war die Lesbarkeit noch schlechter.

  62. Rulf Neigenfind

    @25 | Vroni

    Ich weiß nicht, ob die Typo auf den Männerhemden glück­li­cher ist

    Die ist weder glück­lich noch unglück­lich, die ist und war immer unter aller Sau. Aber Verbandsgrafik muss ja in der Regel unter aller Sau sein, sonst kommt sie nicht durch.

    Immerhin brau­chen die Damen nicht in einem vom Lagerfeld-Marschall entwor­fenen Outfit anzu­treten wie die fran­zö­si­schen Männer mit ihrem Popeye-Shirt.

  63. 009er

    Zum Versal-ß: Warum müssen die Namen über­haupt versal gesetzt werden? Ist doch anders auch besser lesbar.

  64. carlos

    klar, vor allem eine relativ fette ziffer lässt sich besser erkennen. wer sich mit typo­grafie beruf­lich beschäf­tigt dem ist das klar.

    …und wer lesen kann, wird fest­stellen, dass das keine logi­sche Antwort auf meine Frage und somit ein voll­kommen sinn­loses Argument ist.

  65. hannes

    Endlich fliegen wieder die Fetzen im FontBlog! Als ist es nicht schon warm genug da draußen wird hier zusätz­lich heiße Luft fabri­ziert! Macht’s zur nächsten WM besser — bietet euch als ›Berater‹ an und bitte, BITTE sorgt für LESBARE Trikots. Eine Auswahl brauch­barer Schriften hat uns Herr Siebert inkl. link bereits vorge­zeigt. Dürfte also nicht all zu schwer sein, nein? Danke.

  66. Belles Lettres

    @ Patrick (51)

    Gemäß Rechtschreibregeln ist es erlaubt, in Versalschrift (also dem Schreiben nur in Großbuchstaben) den Buchstaben ß nicht zu umschreiben! […] Setzen – sechs -, werter Herr Siebert! Erbärmlich, hier Sachen als falsch darzu­stellen, die es nicht sind! Erkunde dich lieber mal über Sachen, anstatt hier sinnlos irgend­eine Kacke zu schreiben …

    Hallo Patrick, bei Ihrem Psychoproblem kann ich Ihnen nicht helfen, aber was die zur Zeit gültige amtliche Rechtschreibung angeht, schon:

    Paragraph 25, Erläuterung 3: Bei Schreibung mit Großbuchstaben schreibt man SS, zum Beispiel: Straße – STRASSE

    Amtliche Rechtschreibung, Regelwerk, Seite 29.

    Das ist die voll­stän­dige Vorschrift; es gibt keinen Passus, der Esszett in Versalien in Ausnahmefällen erlauben würde.

    Die Sechs für Herrn Siebert dürfte damit aus der Welt geschafft sein.

  67. Rene

    Warum glaubst Du wohl, hat Ballack aus seiner 13 einen derar­tigen Kult gemacht.

    Ich gebe „;)” recht – Ballack in alle Ehren – aber was bitte schön für’n Kult. Fest zuhalten bleibt kein inter­na­tio­naler Titel im Verein oder der National-Elf, keine Finalteilnahme bei einer WM oder EM. Ballack WAR ledig­lich und das zwei­fels­ohne ein sehr sehr guter, wenn nicht einer der besten deut­schen Fußballer der letzten 10 Jahre. Vielleicht gab es ja zur WM einen kleinen Hype um die 13 aber zum Kult braucht’s eben schon etwas mehr. Nicht umsonst ist die 13 bereits schon seit längerem wieder vergeben und das noch nicht einmal posi­ti­ons­ge­bunden – eine Hommage sieht anders aus!

    Also lieber weiter um die Trikotbeschriftung kümmern und das nächte mal bitte etwas fundier­tere Kultnummer posten. Gute Ansätze sind ja etwas weiter oben schon da.

    Sport frei!

  68. Jürgen Siebert

    Na, du bis ja ein ganz schlauer, Rene … ein rich­tiger »Sportexperte«.
    Wirf einfach mal einen Blick auf diese Seite zum Thema Ballack Nummer 13 … von den verblei­benden 11 Mio Suchergebnissen ganz zu schweigen. Wenn das kein Kult war, musst Du mir mal deine Definition von Kult verkli­ckern.

  69. erik spiekermann

    Was beweist denn, dass sich eine stati­sche Schrift auf Trikots besser lesen lässt?

    Das ist ja eigent­lich eine rheto­ri­sche Frage, weil jeder, der sich mit Typografie beschäf­tigt, die Antwort wissen sollte.
    Ich will sie aber trotzdem beant­worten: locker geschrie­bene, bewegte Buchstabenformen stimmen weniger mit dem gewohnten Bild einer „normalen“ Schrift überein, wie wir sie gewohnt sind und erwarten und deshalb gut lesen können. Wenn nun durch Blickwinkel, Entfernung und Bewegung diese Abweichung verstärkt wird, bleibt weniger von dem bekannten Muster zum Erkennen übrig. Deshalb wird man auf Autobahnschildern keine Schreibschriften verwenden, es sei denn, man arbeitet auf ähnlich nied­rigem Niveau wie der DFB und Adidas, wo man meint, Begriffe wie„locker“ und „sport­lich“ ließen sich einfach durch soge­nannte spon­tane Schriften ausdrü­cken. Das ist sowohl inhalt­lich als auch hand­werk­lich völlig laien­haft gedacht und ausge­führt und ich schäme mich als Gestalter aus Deutschland, dass wir uns so darstellen. Immerhin sind wir sonst bekannt dafür, tech­nisch anspruchs­volle und gut funk­tio­nie­rende Dinge zu bauen. Wenn diese Schrift ein Auto wäre, käme es nicht vom Hof.

  70. pica-ae

    mh, ich habe schon schlim­meres auf Trikots gesehen… sogar unle­ser­liche Nummern gibt es. Was einen bei der Größe der Nummern dann schon wundert…
    Dass es schlim­meres gibt, macht die aktu­ellen Trikots der Frauen natür­lich nicht besser.

  71. philipp

    Warum werden gute Fussballspielerinnen mit Comicfonts einge­kleidet, warum werden wich­tige Plakate zu Tode gebrieft, warum heissen schöne Stadien nach Versicherungskonzernen? Weil sport­liche Institutionen wie der DFB gerne voraus­ei­lend und für alle sichtbar vor ihren Sponsoren auf die Knie fallen, anstatt in Gestaltungsfragen eine selbst­be­wußte Haltung zu kommu­ni­zieren.

    Fußball ist unglaub­lich populär, wer ihn orga­ni­siert, steht ebenso – ob er’s merkt oder nicht – im Rampenlicht. Aber statt einer beispiel­haften Inszenierung zeigt sich allzu oft ein billiger Ramschladen. Die inhalt­liche Vision der Sportfunktionäre redu­ziert sich offen­sicht­lich auf Einschaltquoten und verkaufte Autos / Bratwürste / Versicherungspolicen ihrer Sponsoren (Anmerkung: Wenn vom DFB keine Kommunikationsqualität gefragt wird, könnte ein Sponsor wie Adididas auch in die Bresche springen und sie unge­fragt liefern, aus einer eigenen Haltung heraus. Leider auch nicht geschehen ).

    Fußball ist eigent­lich kein Sport für dumme Konsumenten, es wäre schön, wenn man das auch in den Details wich­tiger Fußballereignisse einmal erkennen könnte.

  72. Ulrich Voß

    Dabei ist das Trikot eigent­lich ganz hübsch, vor allem der Trainingsanzug ist ganz nett. Und jetzt weiss ich auch warum: Da steht keine Zahl hinten drauf …

    Ich warte jetzt auch einen Verriss der Schreibschrift auf dem Trainingsanzug ;-)

    (Ich find’s schön …)

  73. R::bert

    Wenn nun durch Blickwinkel, Entfernung und Bewegung diese Abweichung verstärkt wird, bleibt weniger von dem bekannten Muster zum Erkennen übrig.

    Schön erklärt! Eine stati­sche Schrift im Sinne von gerader Ausrichtung und klas­sisch konstru­ierter Formensprache ist wohl der sicherste Weg, für gute Lesbarkeit zu sorgen.
    Aber auch hier gibt es ja Möglichkeiten spie­le­risch-dyna­mi­sche Akzente zu setzen. Ich denke da an das R der Milo Sans oder das g der Roletta Sans, welche aber gerade auch deshalb »spie­le­risch« wirken, weil sie gekonnt an die Grenzen des »normalen« Rahmens gehen. Die Akko wiederum wirkt schon allein durch ihre moderne Anmutung dyna­misch. Würden Sie soweit gehen, auch solche Schriften zu vermeiden?
    (Um hier mal wieder für etwas mehr Heiterkeit zu sorgen – frei nach dem Motto: »Spieklein, Spieklein an der Wand, wer ist die schönste Schrift im Land?« ; )

  74. Dave

    @;)

    und man die spieler seiner eigenen mann­schaft nur an der rücken­num­mern erkennt und nicht an den lauf­wegen, den spie­le­ri­schen impulsen und dem takti­schen verhalten dann ist das sehr bezeich­nend und man sollte sich dann mit aussagen zur häufig­keit von stadi­on­be­su­chen eher zurück halten ;)

    Danke für die „Blumen”. Aber bitte: Erst richtig lesen. Ich habe nie gesagt unsere Spieler nur an der Rückennummer zu erkennen.
    Aber ich glaube Dir sofort (nicht im TV) jeden Spieler (ohne Rückenbeschriftung) vor dem Tor zu erkennen … wenn z.B. bei einer Ecke auf der anderen Spielfeldseite viele der Spieler mit dem Rücken zu einem stehen. Z.B. an der Frisur, Haarfarbe und Größe. Ist doch klar. Kann doch jeder. Sind ja nur die meist 105 m + even­tuell Laufbahn + Tribünen-Meter. Ach hast Du auch nicht behauptet? Schade.

  75. Dani

    Man muss sich nur stark genug über Typo auskotzen, um über Rechtschreibung und Grammatik ganz „ästhe­tisch“ hinweg zu schauen… Schrift hat halt doch nicht immer was mit Schreiben zu tun.

  76. Rene

    @ Jürgen

    Und was beweisen denn 11 Mio. Googletreffer? Einfach nur das ein „halb­wegs Fußballinteressierter” weiß das Ballack im Verien und National die 13 hatte. Mehr nicht. Wahrscheinlich bringt jede Topspieler-Nummer-Verknüpfung (Rooney, Eto, Villa) auch über 10 Mio. Googlertreffer und deswegen Nummernkult? Mit nichten.

    Hinter der Nr. muss einfach eine Geschichte stehen, ein prägendes Ereignis
    oder Ähnliches, dann wird sie Kult. Und genau deshalb werden Kult-Rückennummer aus verschie­denen Anlässen z.B. gar nicht mehr, oder immer nur posi­ti­ons­ge­bunden vergeben. Bei Ballacks 13 ist weder das eine noch das andere passiert. Wie gesagt Hype ja – Kult nein. Frag mal nach wer heut die 13 trägt – da macht der „halb­wegs Fußballinteressierte” nur große Augen – fragst du nach Maradonas 10 gibt’s sicher­lich gleich die rich­tige Antwort.

    Das ist Kult ;)

  77. Franz

    Hallo und herz­lich will­kommen im aktu­ellen Sportstudio.

  78. Frida

    @67 | Belles Lettres:
    Schön, dass sich hier nun auch noch selbst ernannte Psychologie-Experten tummeln! So eindeutig, wie Du hier in Holzhammer Manier die Sachlage darstellen möch­test, scheint sie mir nicht zu sein.

    Lies am besten Mal Beitrag 56! Die Frage ist, ob ein Trikot wie ein Dokument behan­delt werden sollte, oder unter welche Kategorie es ansonsten fällt. Eigennamen abwei­chend von gene­rellen Regeln zu behan­deln finde ich nicht abwegig.
    Kontroverse Diskussionen sind absolut o.k., aber einem Foristen gleich Psychoprobleme zu unter­stellen finde ich pein­lich!

  79. Jürgen Siebert

    @ Ulrich Voß: Die Trainingsjacke ist wunderbar, der Schriftzug, seine Farbe und die Schriftart könnten nicht besser gewählt sein. Ich vermute inzwi­schen ganz stark, dass die Designerin Annette Kres gar nicht für die Beschriftung der Trikots verant­wort­lich ist … auch am Design der Damentrikots gibt es ja nichts zu mäkeln. Ich kann mir vorstellen, das Spielernamen und -nummern von einer ganz anderen Abteilung oder Person aufge­tragen werden, viel­leicht sogar von einem Dienstleister, der einfach mal »was Neues und Originelles« auspro­bieren möchte.

  80. Jürgen Siebert

    Und was beweisen denn 11 Mio. Googletreffer? Einfach nur das ein „halb­wegs Fußballinteressierter” weiß das Ballack im Verein und National die 13 hatte.

    Mir ging es nicht um die 11 Mio Treffer, sondern um die Schlagzeilen auf der ersten Suchergebnisseite (fett geschrieben), die du anschei­nend nicht gelesen hast. Darum zitier ich noch mal:

    Wer kriegt Ballacks Nummer 13? (Bild​.de)
    Nationalmannschaft: Müller über­lässt Ballack die Nummer 13 (RP Online)
    Müller – Ballack: Kein Duell um Nummer 13 (FIFA​.com )
    Ballack Trikot:. Nummer 13 das Capitano Trikot Deutschland
    Michael Ballack: Die unvoll­endete Nummer 13 (ran​.de)
    Trikot-Theater: Gallas will Nummer von Ballack zurück (spiegel​.de)

    und so geht das seiten­lang weiter. So etwas nenne ich dann Kult. Nenn Du es wie du willst …

  81. Frida

    @80 | Jürgen Siebert
    Wäre doch super, wenn du das raus­be­kommen könn­test. So wie Annette Kres bislang in Deinem Artikel da steht, möchte wohl niemand in ihrer Haut stecken!

  82. R::bert

    @ Ulrich Voß
    Ich find’s auch sehr sehr schön. Dennoch wäre zugunsten der Lesbarkeit bei Nummern und Namen eine solide Grotesk als konse­quenter Kontrast wahr­schein­lich die bessere Wahl. Ich könnte mir vorstellen, dass mit dieser Schrift die schnelle Erfassung noch schwerer fallen würde als ohne hin schon bei der Action Man.

  83. R::bert

    Typopokalsieger. Mal konstruktiv: wie wäre es, wenn Fontblog bis zum Ende des Turniers eine Abstimmung im Web zum typo­gra­fisch best­ge­stal­teten Trikot der WM aufzöge und am Ende mit großem Bimbam einen Pokal verliehe? Das wäre doch mal eine öffent­lich­keits­wirk­same und positiv aufge­setzte Maßnahme, Problembewusstsein zu schaffen und Aufträge zu stimu­lieren.

    @ Jürgen
    Wie findest Du diese Idee?

  84. Schwalbenkoenig

    »Blüh im Glanze dieses Glückes« auf dem Traininganzug dürfte ein Mix aus ITC Edwardian Script + Alternate sein. Zumindest ist es sehr ähnlich dem kleinen Ausschnitt auf dem Bild oben. Kommerzieller, profes­sio­neller Font von Ed Benguiat, der aber in einigen Microsoft-Produkten gebün­delt ist. Für den also auch selbst keine Lizenzgebühr extra zu entrichten ist (wenn das Softwarepaket ordnungs­gemäß lizen­ziert wurde).
    http://​www​.micro​soft​.com/​t​y​p​o​g​r​a​p​h​y​/​f​o​n​t​s​/​f​o​n​t​.​a​s​p​x​?​F​M​I​D​=​990

  85. Vroni

    Lieber Rulf Neigenfind ,
    ob „unglück­lich“ oder „unter aller Sau“:
    manchmal ist zartere Rhetorik wirk­samer und reicht auch. Wir sind hier vorwie­gend unter Gleichgesinnten.

    Manchmal aller­dings möchte ich, eben­falls wie Sie, diese dras­ti­schere Rhetorik gewissen Leuten ange­deihen lassen, die zwar Top-Autos bauen, aber sowas „vom Hof lassen“. (Spiekermann).

    Den DFB (samt den Werbeschildermaler, der die Shirts verbro­chen hat) in zukünf­tigen Typo- und Designdingen katho­lisch zu machen, wäre ein hübscher Ansatz. Nur kann der nicht vom kleinen Designerlein ums Eck kommen. Das können Namen wie Spiekermann und Co. besser als „unbe­kannt“. Nur, wo sollen sie denn noch überall …, man müsste ganz Deutschland missio­nieren.

    [Habe mich schon von Auftraggebern ähnli­cher Manieren und ähnli­ches Gehabe wie der Fußballbund^^ (siehe auch sehr gutes Posting von philipp) wegen solcherlei fort­ge­setzter Dummheiten getrennt. Es sind immer wieder die Gleichen. Holzhacker im Geiste.
    Weder dezente Beratung noch vehe­mentes Engagement haben etwas bewirken können.
    Den unglaub­li­chen inneren Frieden des kleinen Designers, die gleiche Energie für einsich­ti­gere Kunden verwenden zu dürfen, ist im kleinen Bereich das einzig Wahre und ist der einzige Burnout-Schutz, der etwas mit genau mit der Arbeit selbst zu tun hat, die man verrichtet. Daneben stimmt mich frohest, dass Leute wie Siebert und Spiekermann das typo­gra­fi­sche Holzhacken anpran­gern.]

  86. Mirosusan

    Nummernkult ist die z.B. die 23 von Michael Jordan. An jedem ameri­ka­ni­schen Sportstadion werden jewei­lige Trikots von Topspielern ausge­hangen und für alle Ewigkeiten verehrt. Viele Nummern kennen auch Leute die sich mit dem Sport nicht ausein­ander setzen. Diese Nummern darf auch nie wieder ein Spieler tragen. Wen inter­es­siert die 13, um Himmels Willen?!

  87. Ulrich Voß

    Ah, da bin ich ja froh, dass mein laien­haftes ästhe­ti­sches Empfinden von den Profis geteilt wird :-)

  88. Helmut Szillus

    Hallo Herr Siebert,

    Eindeutig ja: Die Typo der Trikots ist wirk­lich unschön anzu­schauen, sie ist schlecht gesetzt – was ja auch schwer machbar ist mit dieser „Schrift“ – und deshalb auch deut­lich schwerer lesbar.

    Darüber darf man, muss man als Designer und/ oder Typograf sogar disku­tieren.

    Aber hier wird es zum Pferdefuß für unsere Branche: Sie argu­men­tieren als Vorstandsmitglied und Marketing-Leiter der Fontshop AG dermaßen über­zogen, dass es für jeden Designer schwierig wird solche ästhe­ti­schen Fragen bezüg­lich der Typo in einer sach­li­chen Diskussion beim Kunden zu klären und erklären.

    Wir Designer neigen dazu, zu provo­zieren um Innovation und Frische zu verkör­pern.
    Ihre Aussage zum ß in GOEßLINGS Namen ist aber dermaßen daneben, dass ich vermute, der Aufmerksamkeit wegen diese Aussage getroffen zu haben.

    Lena Goeßling trägt den Erstklässler-Fehler Nr. 1 auf dem Rücken, das gemeine ß mitten im Namen (GOEßLING), …

    Es liegt im Sprach- und Schriftgebrauch, auch in Versalschrift das ß zu verwenden. Amtsschriftlich ist es vorge­schrieben.
    Ebenso wird es gelehrt – von der Sek1 bis zum Germanistik-Master, Namen auch in versal so zu schreiben wie sie tatsäch­lich sind, das gilt auch für das „ß“.

    Die Einführung des Versal-ß liegt auf dem Weg. Das Unicode-Versal-ß gibt es schon und der Rat für deut­sche Rechtschreibung merkt selber an, dass eine Änderung des Schriftsatzes nur nach Beobachtung einer vermehrten Verwendung eines Versal-ß erfolgen kann.

    Den Kommentaren entnimmt man viel mehr Argumente für eine Einführung des Versal-ß als Ihrer „Beweisführung“ an deut­schen Damen-Trikots. Jede Sprache verfügt über Sonderzeichen, die aufgrund der Globalisierung immer schwerer in ein CD zu inte­grieren sind.

    Der Kunde wird immer darauf bestehen, dass Eigennamen so geschrieben werden, wie sie lauten. Glauben Sie ernst­haft, dass ein CD nur deshalb geän­dert wird, weil ein ß in Versalschrift sagen wir mal nicht so toll aussieht? Dass beim Pitch mehr Designer als sprach­be­wan­derte Geschäftsführer anwe­send sind? Oder dass Frau Goeßling ein OK für eine Schreibweise mit „ss“ gibt?

    Die recht­li­chen Konsequenzen mal dazu:
    Es gibt keinen Spielraum bei Schreibweisen; entweder lautet der Name GROß AG oder GROSS AG. Sprachliche Verwechslungen bleiben mal außen vor.

    Wieviele Schriften mit VERSAL-ß haben sie denn im Angebot?

    Es ist halt wie mit dem Propheten und dem Berg. Da hilft kein Jammern und kein Wehklagen. Entwickeln Sie (die ganze Branche) mehr Versal-Schriften mit ästhe­ti­schem ß und geben Sie uns Werkzeuge an die Hand, die es Kunden unmög­lich machen, diese Frage im Design auszu­klam­mern.

  89. Jürgen Siebert

    @R::bert Ich denke mal drüber nach. Weiß noch nicht so richtig, wit welchem Arbeitsaufwand das verbunden ist.

  90. Stefan Soellner

    @ Jürgen Siebert

    Vermute ich auch. Vllt. war es ein Herr / Dame vom DFB selbst. Zeitnot? Evtl. von Mainz 05 abge­schaut. Jene haben auch so eine „schräge“ Typo auf dem Rücken.

    @ Ulrich Voß

    Mir gefällt das Trikot / Anzug eben­falls. Dezent, schlicht – im klas­si­schen Sinne -, zeitlos, schön …. Um so mehr passt es zur Typo nicht. Mit der Schrift verbinde ich eher LSD Flashback Shirts – Regenbogenfarben und wilde Muster…. ;-)

  91. Johannes Thielen

    @Jürgen Siebert

    Würde sich viel­leicht mal lohnen, beim DFB, ein paar Bundesligavereinen und den wich­tigsten Ausrüstern (Adidas, Nike, Kappa, Puma) anzu­fragen, wie denn der Prozess der Trikotgestaltung grund­sätz­lich eigent­lich so abläuft. Ich habe immer den Eindruck, dass die Ausrüster relativ unge­stört vom Kunden herum­wer­keln dürfen und es sich daher natür­lich auch recht bequem machen.

    Mich (und offenbar auch einige andere) würde jeden­falls wirk­lich mal inter­es­sieren:

    Wer gestaltet denn nun die Beschriftung? (Werbetechnik Meier? Ein Inhouse-Modedesigner beim Ausrüster?)

    Gibt es so etwas wie eine Präsentation von mehreren unter­schied­li­chen Entwürfen durch den Ausrüster bei den Vereinen/Verbänden?

    Wer entscheidet letzt­lich bei den Vereinen über das neue Trikot und aus welcher Kompetenz heraus? Bei den Fans wird ja auch immer gerne der Ruf nach Abstimmung übers Internet laut. Nicht dass ich das für sinn­voll erachten würde – aber gibt es Vereine, die z.B. Vertreter von Fanorganisationen bei der Entscheidung über das neue Trikot hinzu­ziehen?

    Wahrscheinlich sprengt das alles aber auch den jour­na­lis­ti­schen Rahmen eines Blogs und wäre eher mal eine Aufgabe für eine Publikation wie die PAGE.

  92. Rene

    @ Mirosusan

    Du hast den Finger drauf! Genau so sieht’s mal aus!

  93. Vroni

    Böses Foul (mindes­tens eine Schwalbe):
    Die Schrift Lippy wär doch was für uns Titanic-Satiriker. Drauf aufs Hemd:
    http://​www​.hype​for​type​.com/​l​i​p​p​y​.​h​tml

  94. Herr Thermometer

    Gar nix mehr los hier. Haben wohl alle schon hitze­frei oder wie? ;)

  95. Stefan Soellner

    Im Ruhrgebiet gehts wieder los. Grau, windig, später wird es knallen, rauchen und zischen.

    Da aber noch ein Vorschlag fehlt: Lisboa von Ricardo Santos.

  96. R::bert

    @ Stefan Soellner

    Schöner Vorschlag. Aber sollten wir hier nicht mit »deut­schen Produkten« glänzen?

  97. Michael Müller-Hillebrand

    Dank der dpa-Meldung hat es das Thema sogar in »ganz normale« Zeitungen wie die Nürnberger Nachrichten geschafft. Klar, man muss mal provo­zieren, um ein Typographie-Thema so breit zu streuen.
    Gleichzeitig ist dieser Kommentar-Thread aber auch recht unter­haltsam. Schade, dass wir nicht applau­dieren können, wenn sich jemand zu weit aus dem Fenster lehnt oder die Torte ins Gesicht bekommt. Nach Poetry-Slam, Science-Slam jetzt Blog-Slam…

  98. Beobachter

    Comic Sans, wie ich diese Schrift hasse. Selbst jeder kleine Grußkarten-Versender kommt spätes­tens nach der 3. für die liebe Verwandschaft selbst­ge­stal­teten Karte dahinter, daß Comic Sans ein No-Go ist.

    Mag die Nutzung dieser Freeware-Schrift, die so ähnlich wie Comic Sans aussieht, irgend­etwas über die wahre Wertschätzung des Frauenfußballs inner­halb des DFB aussagen!?
    Hat die „Designerin“ da viel­leicht etwas verwech­selt? Von wegen Theo Zwanziger und einen 20er für die Schrift…

  99. Christoph

    Perfektes Understatement! So wird man Weltmeister.

    [Ich bin jetzt auf der sicheren Seite. Das ist die erste Kommentarnummer, die nicht auf ein Trikot paßt.]

  100. thomas junold

    @89: herr szillus, ein solche schrift als vorschlag kann in der entwurfs­phase maximal dazu dienen, eckpunkte fest­zu­ste­cken, in diesem falle ein eindeu­tiges »no go«.

    es gibt keine sach­lich ernst­hafte und fundierte begrün­dung für den gebrauch des versal-ß, geschweige denn eine über­zeu­gende idee für eine gestal­tung. wer anderes behauptet, lügt sich aufgrund einer fixen idee ordent­lich die taschen voll. im übrigen ist das ß ist kein umlaut, sondern eine ligatur, für die es keinen versal-ersatz gibt, sprach­his­to­risch.

    der desi­gner berät den geschäfts­führer in gestal­tungs­fragen, nicht umge­kehrt. genauso wie der geschäfts­führer in seinem bereich dem desi­gner an kompe­tenz fach­lich über­legen ist. wer schon mit gebücktem kreuz beim kunden zur tür rein­kommt rutscht auch auf knien wieder hinaus.

    wenn es ein problem bei der frage ß oder SS gibt, dann ist viel­leicht die logik des »CD« an dieser stelle etwas mangel­haft, was bei dem umfang der bei namen auf trikots entsteht eher ein witz ist …

    das hier ein ß auf bei den namen auftaucht hat rein gar nichts mit der beach­tung von recht­schrei­bung oder gest­zli­chen vorlagen zu tun, hier wäre es auch ein ß gewesen bei einer vernünf­tigen schrift. es ist hier nur bezeich­nend, dass es zur schlechten schrift­wahl, der unge­nü­genden behand­lung der zeichen, quasi das i-tüpfel­chen des schlechten geschmacks ist.

    ps.: wenn sie so auf der korrekten durch­füh­rung von richt­li­nien und gutem typo­gra­fi­schem geschmack bestehen, schauen sie sich bitte mal ihre an- und abfüh­rungen an. auch das ist eine unbe­deu­tende, aber wich­tige klei­nig­keit im tägli­chen leben für eine ange­mes­sene und gute typo­grafie, ob in deutsch­land oder anderswo.

  101. Matthias

    Einer unserer Kunden schwärmt beharr­lich von der »Cosmic Sense«.

  102. erik spiekermann

    Die Akko wiederum wirkt schon allein durch ihre moderne Anmutung dyna­misch. Würden Sie soweit gehen, auch solche Schriften zu vermeiden?

    Nie im Leben. Es gibt ganz wenige Schriften, die nicht irgendwo für irgend­einen Zweck wenigs­tens einmal brauchbar wären. Eine Rückennummer erkennen ist etwas anderes als einen Text lesen, aber immer liest der Bauch mit. Will heißen: es ist schon richtig, dass eine Schrift auf einem Sporthemd mehr bewirkt als nur die reine Information zu über­mit­teln. Aber wenn die Überlegungen nicht weiter gehen als Begriffe wie weib­lich und sport­lich in die erst­besten Klischees zu verpa­cken und das noch hand­werk­lich mise­rabel, dann merkt es eben auch der nicht­kun­dige Fußballfan. Ihm mag das Vokabular fehlen um sein Unbehagen formu­lieren zu können, aber unsere emotio­nale Intelligenz wird durch unan­ge­mes­sene Gestaltung immer belei­digt, auch wenn wir es nicht wissent­lich regis­trieren. Wir lesen nicht zuerst mit den Augen, sondern mit dem Gefühl.

    Watzlawick hat es so gesagt: Man kann nicht nicht kommu­ni­zieren.

  103. ;)

    [Ich bin jetzt auf der sicheren Seite. Das ist die erste Kommentarnummer, die nicht auf ein Trikot paßt.]

    @ chris­toph

    bist du leider nicht … grund­sätz­lich sind nur maximal 2-stel­lige Rückennummern erlaubt richtig. aller­dings gab es auch schon 2–3 ausnahmen so durfte z.b. andi herzog zu seinem 100. länder­spiel die rücken­nummer 100 tragen ;) … und ich hör sie schon wieder die „besser­wis­serboy” rufe.

  104. Max

    Und dann wäre da noch „…Blüh im Glanze dieses Glückes…“, das mit fehlenden Leerzeichen hinter und vor den Auslassungspunkten daher kommt ;)

  105. Tobias

    Auf der offi­zi­ellen FIFA-Website wird Frau Goeßling als „Lena GOESSLING“ geführt.

  106. carlos

    Auf der offi­zi­ellen FIFA-Website wird Frau Goeßling als “Lena GOESSLING” geführt.

    Die offi­zi­elle Fifa-Website schreibt auch »Mueller« statt »Müller« und »Mykjaland« statt »Mykjåland« …

  107. carlos

    Lieber Erik Spiekermann,

    aber warum sollte man denn an ein Fußballtrikot die glei­chen Anforderungen stellen wie an ein Autobahnschild. Das ist doch ein absurder Vergleich … 

  108. Belles Lettres

    Schön, dass sich hier nun auch noch selbst ernannte Psychologie-Experten tummeln! So eindeutig, wie Du hier in Holzhammer Manier die Sachlage darstellen möch­test, scheint sie mir nicht zu sein.

    Lies am besten Mal Beitrag 56! Die Frage ist, ob ein Trikot wie ein Dokument behan­delt werden sollte, oder unter welche Kategorie es ansonsten fällt. Eigennamen abwei­chend von gene­rellen Regeln zu behan­deln finde ich nicht abwegig.

    Ich habe die amtliche Rechtschreibvorschrift zitiert, weil zuvor behauptet worden war, sie würde das Gegenteil dessen behaupten, was tatsäch­lich drin steht, und Herr Siebert wäre zu dumm, das nach­zu­schlagen. Das habe ich auch zitiert, damit es versteht, worauf es sich bezieht. Zu Eigennamen habe ich mich nicht geäu­ßert und auch nicht behauptet.

  109. Heinrich

    Dann schmeiß ich einfach mal auf die Schnelle ein paar Vorschläge in die Runde:

    – Dax Condensed
    – NeoSans
    – Netto Offc

  110. Jürgen Siebert

    @carlos
    Schon mal was von der Relativität der Bewegung gehört? Physikalisch betrachtet ist es egal, ob sich das Auto auf der Straße bewegt, oder die Straße bewegt sich unter dem Auto (KFZ-Werkstätten nutzen letz­teres für den platz­spa­renden Bremstest, auf rotie­renden Walzen). Und exakt aus diesem Grund sollte ein Straßenschild, das steht, aber aus der Bewegung gelesen wird, genau so beschriftet sein wie eine sich bewe­gende deut­sche Fußballspielerin, die von einer ruhenden Position aus betrachtet wird (Fernsehkamera auf einem Stativ oder Stadionbesucher auf seinem Platz).

  111. robertmichael

    @ 110 | Belles Lettres

    amtliche Rechtschreibvorschrift

    der duden ist immer noch eine empfeh­lung, keine vorschrift, oder?
    ich seh das so:
    entweder man schreibt die namen in gemischter schreib­weise, was die lesbar­keit jetzt auch nicht unbe­dingt verschlech­tert oder ich baue mir halt für diese eine ausnahme ein eigens ange­fer­ti­gestes versal-ß, so schwer ist das nun auch nicht. man muss nur etwas liebe und gefühl für typo­grafie mitbringen. ich meine, da hat man mal als grafiker die chance das trikot für die deut­schen frau­en­fuß­ball­mann­schaft mitzu­ge­stalten, dann sollte man sich auch ins zeug legen.
    hier sieht es leider so aus, dass zwar ein schönes trikot von einer desi­gernin entworfen wurde, sich aber wie zu oft über die schrift­wahl keine gedanken gemacht wurde. das ist unge­fähr so als würde man einen flug­hafen als archi­tekt entwerfen und bei der beschrif­tung des leit­sys­tems dann dem plotter­heinz um die ecke sagen: „such du mal ’ne fetzige schrift aus – haupt­sache aufällig“

    @ 89 | Helmut Szillus

    Jede Sprache verfügt über Sonderzeichen, die aufgrund der Globalisierung immer schwerer in ein CD zu inte­grieren sind.

    das müssen sie mir erklären. können und wollen ist schon ein untschied. das fängt natür­lich damit an die rich­tigen schriften zu kaufen, schriften die diverse ’sonder­zei­chen‘ für den fremd­spra­chen­satz enthalten.

    @ 92 | Johannes Thielen
    das würde mich auch alles mal inter­es­sieren, wird zeit für eine rubrik „j. siebert ermit­telt“ ;-)

  112. Helmut Szillus

    Hallo Herr Junold,

    Sie haben den Denkansatz in meinem Posting 89 zumin­dest erfasst:

    Gebückt oder aufrecht!

    Nochmals, wenn Sie einem GF mit derlei Arroganz begegnen, krie­chen Sie nicht aus der Tür, sondern fliegen sofort aus dem Fenster. Sie können darauf hoffen, den Luftwiderstand durch die vermeint­lich aufrechte Haltung zu vergrö­ßern – ankommen werden Sie unten um so härter.

    Um es für sie zu verein­fa­chen: Der GF hat unter Garantie mehr Ahnung vom Schreiben eines Textes als von Typografie. Und es sitzen sicher­lich mehr Germanisten in GF-Positionen als Typografen oder Designer.

    Wenn Sie für Endkunden arbeiten und nicht als Subunternehmer für Agenturen, wird das die Realität sein. Im Fall des DFB sogar eine sehr wahr­schein­liche.

    Seit Erfindung des Typographen wird das ß nicht mehr als Ligatur sondern als eigen­stän­diges Zeichen begriffen. Dass das Versal-ß erst 2008 seinen Platz im Unicode erhalten hat, ist ein Beleg, wie lang sich der arme Designer mit dieser Problematik herum­schlagen musste. Dem Rat für deut­sche Sprache ist dieses Problem sehr wohl und auch schon länger bekannt und dort aktiv auf dem Schirm.

    Begreifen Sie sich als Dienstleister oder als Künstler? Denn in dieser Diskussion werden Eigennamen nicht als künst­le­risch frei inter­pre­tierbar, sondern als das behan­delt, was sie schlichtweg sind – eine zu trans­por­tie­rende, eindeu­tige und inter­pre­ta­ti­ons­freie Information.

    Und ja, es gibt schon zahl­reiche Anbieter von Versalschriften inkl. Versal-ß. Wie diese ästhe­ti­sche Nerven treffen bleibt dahin­ge­stellt; zeigt aber, dass Dienstleister in Ihrem Denkprozess sind schon einen Schritt weiter sind.

    Wäre nicht ein Szenario denkbar, in dem der Typograf dem DFB vorschreiben wollte, auf ein ß zu verzichten, weil es künst­le­risch ein Desaster sei? Und sich der DFB dann sagte, was für ein arro­ganter Fatzke er sei und beschloss, das alles mal lieber selber zu machen? Vielleicht ist sogar ein Typograf der Grund für das ganze Dilemma? Nur weil er zwar ein gutes Gespür für Ästhetik hatte aber leider empa­thisch und zwischen­mensch­lich eine Doppel-Null verkör­perte?

    So etwas würde ich – zumin­dest karri­kiert darge­stellt – als durchaus möglich erachten und mich anschlie­ßend auch nicht mehr darüber wundern, dass so eine „unschöne“ Typo heraus­kommt.

    Wer meint, diese typo­gra­fi­schen Fehler auf den Trikots anhand des Namens Goeßling und dem ß fest­ma­chen zu können, erweist sich und seiner Branche einen Bärendienst.

    Wenn Sie in Zukunft die Hochstelltaste für sich entde­cken, werde ich in Zukunft die Texte in einem Unicode-Editor vorschreiben. Bis dahin reicht mir und vor allem an dieser Stelle die Windows-Tastatur. Versprochen!

  113. Helmut Szillus

    Hallo robert­mi­chael,

    stimmt schon, aufgrund der Globalisierung ist es natür­lich leichter geworden, die Schriften zu kaufen. Mit dem Wollen ist da etwas anders; zumin­dest ist das meine persön­liche Erfahrung. Die Einführung eines auslän­di­schen Produktes auf dem deut­schen Markt in eine bestehende Produktkette und ein bestehendes CD löst gerne irrwitzig lange Diskussionen über die Schrift aus. Da ist dann der Dienstleister gefragt.

  114. nireph

    Jürgen, dir sei es verziehen, schließ­lich ist dies der „font­blog“. Aber dass man sich der Schriftart auf den Jerseys der deut­schen „Frauenfußballnationalmannschaft“ derart leiden­schaft­lich widmet, als gehöre dieses Elend vor den Kadi der Vereinten Nationen gezerrt erzeugt bei mir nur ein leises „hihi“. Ich kann die Wörter und Zahlen trotzdem des „abscheu­li­chen“ Action Man Regular wunderbar lesen. Und ich kann die Kritik nicht nach­voll­ziehen. Aber ich kann auch nicht nach­voll­ziehen, warum „Weinkenner“ den 2,99 Euro-Wein von Edeka nicht mögen.

  115. Einstein

    Schon mal was von der Relativität der Bewegung gehört? Physikalisch betrachtet ist es egal, ob sich das Auto auf der Straße bewegt, oder die Straße bewegt sich unter dem Auto (KFZ-Werkstätten nutzen letz­teres für den platz­spa­renden Bremstest, auf rotie­renden Walzen)

    Mag sein. Aber so richtig zu ende gedacht ist diese hoch wissen­schaft­liche Ausführung auch nicht. Bei einem Straßenschild bekommt man ja auch wirk­lich nur „1 Chance” es zu lesen. Klar das man da einen etwas anderen Maßstab ansetzen sollte. Eine Rückennummer hingegen sieht man 90 min. d.h. nicht das man diese gestalten kann wie man lustig ist aber wirk­lich niemand will auf einem Trikot eine absolut unemo­tio­nalle, steno Autobahnbeschriftung sehen.

    Ein Trikot im heutigen Fußball ist eben nicht nur Nummerträger sondern auch zu glei­chen Teilen Werbefläche und Modeartikel und genau deshalb sollte an dieser Stelle ruhig in verschie­dene typo­gra­fi­sche Richtungen zumin­dest gedacht werden.

  116. Max Zumthor

    @ nireph
    Und mit genü­gend 2,99 Euro-Fusel kann man sich natür­lich auch jeden Schrott und jede Schrift und jedes Trikot schön trinken.

  117. Christian

    Sachlich-fach­lich sicher korrekt die Kritik an der Shirt-Typografie. Sich in aller Ausführlichkeit darüber auszu­lassen und mit anderen öffent­lich zu streiten, dazu braucht es ein gesundes Maß an Penibilität, die der Beruf des Typografen einfach erfor­dert. In dieser Diskussion artet sie auch manchmal zur Pedanterie aus. Jm2C

  118. Jürgen Siebert

    Jürgen, dir sei es verziehen, …

    Das finde ich richtig groß­zügig von Dir, nireph. Vielleicht fange ich meinen nächsten Beitrag gleich mit einer Entschuldigung an.
    @ Einstein: Nee, Straßenschilder kommen immer wieder … auch mit denselben Inhalten (Wegweiser). Ansonsten stimme ich Dir zu: Selbstverständlich gibt es auf einem Trikot mehr Freiheitsgrade, gerade weil es zum Saisonartikel geworden ist. Wir spra­chen aber vom Umstand der Leserlichkeit, und dieser ist für Wegweiser und Dress nahezu iden­tisch.
    @ Christian: Falsch, Christian, wir streiten uns hier über einen augen­fäl­ligen typo­gra­fi­schen Fehlgriff. Du hast viel­leicht noch keine pedan­ti­sche Diskussion unter Typografen erlebt … wenn es über die Form von Serifen oder Rundungen an Buchstaben geht. Das sind dann Details, die ein Laienauge gar nicht mehr wahr­nimmt (muss es auch nicht). Typograf ist auch kein Beruf, allen­falls eine Leidenschaft. Erik Spiekermann bezeichnet es als Krankheit – unheilbar, aber nicht tödlich.

  119. Johannes Thielen

    @ 115 | nireph

    Ich hab auch nichts dagegen, ab und zu mal nen billigen Wein zu trinken. Das Problem ist halt nur: Von zu viel schlechtem Wein bekommt man tieri­sche Kopfschmerzen.

  120. thomas junold

    herr szillus,

    wir würden vom thema abschweifen, wenn wir die diskus­sion über dienst­leister / künstler hier erneut anfangen würden, das ist wirk­lich zur genüge immer wieder thema. viel­leicht in einem satz: ich begreife mich nur bedingt als reiner erfül­lender dienst­leister, ich habe eine idee zu meiner arbeit im ganzen und diese versuche ich umzu­setzen. das ist keine kunst, das ist liebe zu dem, was ich mache. sie scheinen mir hingegen ein sehr lieb­loses exem­plar zu sein und ehrlich gesagt habe ich keine lust mich an so einer haltung aufzu­reiben.

    das der arro­ganz-vorwurf kommen musste. klaro. germa­nisten in vorständen? sozi­al­ar­beiter als invest­ment­banker? mag alles vorkommen, ist aber eher unwahr­schein­lich …
    eigent­lich müsste ich hier nur erik spie­ker­mann zitieren, der es immer und immer wieder­holt und damit den nagel schön auf dem kopf getroffen hat: »jeder kunde bekommt das, was er verdient«. das hat etwas mit der haltung des gestal­ters, des auftrag­ge­bers und mit respekt vor der arbeit und dem wissen des jewei­ligen gegen­über zu tun. sie erwarten anschei­nend nicht, dass man ihnen respekt entge­gen­bringt, das tut mir sehr leid für sie.

    wie sehr sie sich selber als gestalter respek­tieren zeigt ihre webseite sehr deut­lich.

    »Bis dahin reicht mir und vor allem an dieser Stelle die Windows-Tastatur. Versprochen!« sehen sie? sie wollen ja nichtmal kollegen respekt entgegen bringen. sie sind wirk­lich eine trau­rige figur.

  121. erik spiekermann

    niemand will auf einem Trikot eine absolut unemo­tio­nalle, steno Autobahnbeschriftung sehen.

    Hat das jemand behauptet? Ich habe, ganz im Gegenteil, geschrieben, dass wir nicht nur mit den Augen sehen. Ungeachtet dessen gibt es auch physi­ka­li­sche Gesetzmäßigkeiten, wie sie Jürgen auch ganz richtig beschrieben hat. Unsere Tätigkeit verlangt, dass wir tech­ni­sche und emotio­nale Faktoren glei­cher­maßen berück­sich­tigen, wenn wir Kommunikation gestalten.
    Es wäre schön, wenn die Teilnehmer dieser Diskussion die Beiträge, auf die sie sich beziehen, gründ­lich läsen, bevor sie Behauptungen aufstellen, die bereits vorher wider­legt wurden.

  122. erik spiekermann

    »jeder kunde bekommt das, was er verdient«

    Nicht ganz, Thomas. Ich unter­scheide zwischen Auftraggebern und Kunden. Ich arbeite für Auftraggeber, die ihrer­seits Kunden haben. Ohne diese Unterscheidung kommt alles durch­ein­ander. Lies mal unser Manifest, da steht es drin.

    Also: Jeder Auftraggeber hat die Gestaltung, die er verdient.

  123. thomas junold

    erik: stimmt, sorry. und JA euer mani­fest ist wunderbar, besser und rich­tiger kann man es nicht zusam­men­fassen.

  124. R::bert

    Wir lesen nicht zuerst mit den Augen, sondern mit dem Gefühl.

    Ja. Vielleicht kann man es so zusam­men­fassen: Die Kunst ist es, Gefühl, Lesbarkeit und Inhalt bei der Schriftwahl so zu berück­sich­tigen, dass sich keine der drei »gekränkt« fühlen.

  125. Ralle

    Sorry, aber das ist doch alles Hipsterkacke…

  126. Einstein

    Wir lesen nicht zuerst mit den Augen, sondern mit dem Gefühl.

    Richtig! Aber wenn ich ihnen dann mein Gefühl zum Autobahnschild mitteile und das finde ich nun einmal unemo­tional, zwar prak­tisch und infor­mativ trotzdem unemo­tional, dann muss das viel­leicht nicht akzep­tiert aber zumin­dest tole­riert werden. Das ist keine Behauptung sondern eine Gefühlangabe. Technische und emotio­nale Faktoren sollten im weitesten Sinn glei­cher­maßen berück­sich­tigt werden, auch richtig! Jedoch wird es je nach Anwendung immer einen Ausschlag zur einen oder anderen Seite geben. Das liegt nunmal in der Natur der Sache. Deshalb – Autobahnschild eher tech­nisch – Fußballtrikot eher emotional. Also möchte ich auch Fonts sehen die dies zumin­dest unter­schwellig unter­strei­chen.

  127. koni

    Find die Buchstaben verspielt, boden­ständig, simpel und belastbar. Vetragen Falten, Schweiß und auch mal Schmutz. Nichts für Intellektuelle oder solche die sich dafür halten. Haben sogar einen leicht subver­siven Charme. Tut Deutschland gut dessen Stardesigner sogar noch Rückenummern bis zur Leblosigkeit durch­stylen wollen.
    Sie sind zudem ausrei­chend lesbar.
    Paßen gut zu Menschen, die sich selber nicht gar so wichtig nehmen.
    Paßen gut zu Sportlern, denen es piepegal ist, was auf dem Trikot hinten drauf­steht.
    Paßen gut zu der (ehemals?) erfri­schenden Unbekümmertheit der deut­schen Fußballmädels.
    Was mich eher beküm­mert ist, daß im Zuge der gepuschten Aufmerksamkeit jetzt auch die Fußballerinnen wie ihre männ­li­chen Kollegen medial ölglatt geschult wurden und die früher recht erfri­schend-frechen Interviews zuneh­mend flos­ku­löser Beliebigkeit weichen.
    Dann ist es auch nicht mehr weit zu einer Rückennumer, die, auf ein deut­sches Auto geklebt, Erik keine Bange haben müßt, daß dieses nicht vom Hof käme.

  128. Tobias

    @Ralle:

    Sorry, aber das ist doch alles Hipsterkacke…

    Du meinst unsin­nige Kommentare in einem Blog abzu­geben, das von Menschen frequen­tiert wird, die sich beruf­lich mit Typografie befassen?

    @Helmut Szillua:

    eine zu trans­por­tie­rende, eindeu­tige und inter­pre­ta­ti­ons­freie Information

    Wenn dem so wäre, verböte sich der Versalsatz von selbst. Wie könnte man mit Sicherheit sagen, dass das „da“ in Okoyino da Mbabi klein geschrieben wird?

  129. Frida

    @Jürgen
    Weißt Du jetzt eigent­lich inzwi­schen, wer die Texte so „stüm­per­haft gesetzt“ hat?
    Bislang gewinnt man ja den Eindruck, als ob die von Dir nament­lich genannte Annette Kres dafür verant­wort­lich wäre… Ist das tatsäch­lich so?

    Ganz nebenbei bemerkt: Wenn Du inter­es­siert am Feedback eines einzelnen Lesers bist, dann kann ich Dir sagen, dass ich keinen beson­deren Wert darauf­lege, dass die Urheber von hier sehr schlecht bespro­chenen Arbeiten nament­lich genannt werden.
    Das hat für mich ein biss­chen einen Touch von Typo-Pranger, findest Du nicht?

  130. Thomas

    Es faszi­niert mich immer wieder, über welche Themen manche Menschen seiten­lange Abhandlungen schreiben können – oder sogar einen Beruf daraus machen.

    Naja, jedem das seine.
    Übrigens: mit dem Gefühl statt den Augen lesen nur Blinde.

  131. Jürgen Siebert

    …mit dem Gefühl statt den Augen lesen nur Blinde.

    Den Spruch nehm’ ich dir sofort ab.

    … dass ich keinen beson­deren Wert darauf lege, dass die Urheber von hier sehr schlecht bespro­chenen Arbeiten nament­lich genannt werden.

    Wir kennen leider den Urheber/die Urheberin des Trikot-Beschriftung nicht, glauben aber, dass es nicht in den Händen der Adidas-Designerin lag, deren Shirt-Design ausnahmslos gelobt wird. Ich veröf­fent­liche nur Namen, wenn sie auch in Pressemitteilungen enthalten waren.

  132. Frida

    @ Jürgen

    Wir kennen leider den Urheber/die Urheberin des Trikot-Beschriftung nicht, glauben aber, dass es nicht in den Händen der Adidas-Designerin lag, deren Shirt-Design ausnahmslos gelobt wird.

    Finde ich klasse, dass Du das noch mal so deut­lich klar­stellst!
    (…Frau Kres bestimmt auch;-))

  133. anderer tom

    Paßen gut zu Menschen, die sich selber nicht gar so wichtig nehmen.
    Paßen gut zu Sportlern, denen es piepegal ist, was auf dem Trikot hinten drauf­steht.
    Paßen gut zu der (ehemals?) erfri­schenden Unbekümmertheit der deut­schen Fußballmädels.

    So kann man sich Dinge schön reden.
    Die Typo passt leider weder zum Fußball, noch zum Trikot, noch zum Image der Frauen-Nationalmannschaft. Die Aufgabe des Gestalters wäre gewesen, sich vorher Gedanken über all diese Dinge zu machen. Dafür gibt es diesen Beruf.

  134. erik spiekermann

    Also möchte ich auch Fonts sehen die dies zumin­dest unter­schwellig unter­strei­chen.

    Aber eben nicht nur vorder­gründig. Nichts anderes habe ich gefor­dert. Warum lesen hier manche nur, was sie lesen wollen? Sind meine Sätze zu lang?

  135. erik spiekermann

    Das hat für mich ein biss­chen einen Touch von Typo-Pranger

    Unsere Arbeit ist per defi­ni­tionem zur Veröffentlichung bestimmt und damit der Öffentlichkeit zugäng­lich. Wer die scheut, sollte nicht Kommunikationsdesigner werden. Fußballspieler müssen sich auch öffent­liche Kritik gefallen lassen, solange sie vor Publikum spielen.

  136. Helmut Szillus

    Hallo Tobias,

    durch Versal geht die Information in Ihrem Beispiel der Frau Okoyino da Mbabi nicht verloren. Es geht um das Beispiel Goeßling. GOESSLING ist ein völlig anderer Name als Goeßling und muss auch anders gespro­chen werden. Was wäre, wenn es noch eine weitere Spielerin mit dem Namen GOESSLING gäbe, die aber irgendwo in der Regionalliga spielte? Sie ahnen sicher­lich, wie wichtig den Sportlern solche Dinge sind.
    Vor allem bei der Frage der Marketing-Verträge, die folgen können bzw. im Fall des DFB aktuell sind und werden.

    By the way: Es gab vor zwei Jahren tatsäch­lich Nationalspielerinnen in der Regionalliga …

    Also, Lena Goeßling würde das Trikot sicher­lich nicht anziehen. Genau das meine ich mit Empathie. Das muss der Dienstleister und/oder Typograf an der Stelle vermit­teln können. Ohne seinen eigenen Stil und Grundregeln der Gestaltung zu verraten und dem Kunden vor den Kopf zu stoßen. Wenn der Sportler sagt, es sei ihm egal, wie er geschrieben würde, ist er sicher­lich kein Profi, der seinen Namen als Marke begreift.
    Und da sind wir dann auch ganz schnell bei Eigennamen und Marken gene­rell.

    @ thomas junold:

    Ich arbeite über­wie­gend für Endkunden und grund­sätz­lich nicht für Agenturen. Das mag viel­leicht eine härtere Schule in einem Pitch oder Verkaufsgespräch sein; ändert trotzdem nichts daran, dass das SS in in dem ange­führten Fall ein abso­lutes NO-GO und für eine zusätz­liche Begründung der unbe­stritten schlechten Typo schlichtweg falsch ist.

    Zu behaupten, es sei nicht arro­gant, dem Kunden dies als richtig zu verkaufen, kann ich nur mit einem ungläu­bigen Blick erwi­dern. Ich habe nicht nur einmal auf der anderen Seite des Tisches beim Pitch gesessen und ich weiß nur zu gut, was manche Agentur oder Designer für Titulierungen bekommen hat.

    Ehrlich gesagt ist mir Respekt (was immer Sie darunter verstehen) für meine Arbeit absolut schnuppe. Bringt mir nichts und dem Kunden auch nicht. Mein Ego muss niemand mehr strei­cheln. Dafür habe ich mit 15 Jahren Selbständigkeit in der Branche wirk­lich genug Erfahrung. Die Gestaltung muss funk­tio­nieren und mein Motto war und bleibt das ausge­lutschte „Form follows func­tion“.

    Hellhörig werde ich nur dann, wenn es Komplikationen und spezi­elle Anforderung gibt. Ich kann mit Risikoabwälzung sehr gut leben und bin trotzdem verdammt zufrieden.

    Wenn Sie in entspre­chenden Fällen das ß in eine Versal-ß umge­stalten oder anpassen, ist das genau das, was ich von der ganzen Branche sehen möchte. Dies ist halt eine unbe­queme Tatsache in unserer deut­schen Schrift und kann aber durchaus verän­dert werden. Die Universallösung kann ich auch nicht präsen­tieren. Aber wer sich dessen bewusst ist, hat schon mindes­tens einen Schritt nach vorn gemacht.

    Nachbarschaftliche Grüße aus Dortmund

  137. koni

    Den Wirbel um die GOEßLING versteh ich jetzt nicht. Da die Schrift Gemeine ja gar nicht hat ist es eben ein Versal-ß und damit typo­gra­fisch zukunfts­wei­send gelöst.

  138. koni

    …ist er sicher­lich kein Profi, der seinen Namen als Marke begreift.

    Die Tatsache, daß man sich als Sportler und Mensch und nicht als Marke begreift ist kein Indiz für mangelnde Professionalität.
    Sich nicht um jeden Preis verkaufen wollen und also auch nicht so empfäng­lich zu sein für derart Marketing-Gefloskel ist für mich eine hoch­pro­fes­sio­nelle Einstellung:

    http://​www​.zeit​.de/​s​p​o​r​t​-​n​e​w​s​t​i​c​k​e​r​/​3​0​/​8​f​1​a​b​f​e​1​5​1​5​5​f​9​6​f​e​8​a​9​0​d​7​a​d​5​5​7​4​9​e​c​f​1​xml

  139. R::bert

    @ koni (# 141)
    Deine Haltung ist prima und der Artikel auch. Es kommt wahr­schein­lich auch darauf an, wie man »Marke« defi­niert. Ihr »Markenzeichen« ist es viel­leicht, ein Antistar zu sein – wenn man es unter diesem Aspekt betrachtet:

    Watzlawick hat es so gesagt: Man kann nicht nicht kommu­ni­zieren.

  140. Helmut Szillus

    Hallo koni,

    man kann den Satz zwei­fach lesen. Es gibt Profis, die ihren Namen als Marke begreifen und solche, welche es eben nicht tun. Die, die sich um ihren Markennamen sorgen, ist die Frage der korrekten Schreibweise (und hier im Fall des ß) sehr wichtig. Mir persön­lich sind Sportler der Natur Mensch auch sympa­thi­scher, aber erstmal will ich für den Kunden das Optimum heraus­holen.

    Bei den Nationalspielerinnen gibt es aber auch die Fraktion, die mit Herrn Zwanziger und dem Gremium sehr hart um eine deut­lich höhere Prämie gerungen haben. Hierzu zählten zu der Geldprämie wohl eben auch Optionen auf Werbeverträge die noch­mals bis zu 50% der Geldprämie ausma­chen können.

  141. Detlef D. Signer

    Ich habe nicht alle bisher 143 Kommentare gelesen. Finde aber eines fällt mir beim über­fliegen auf. Zu diesem Beitrag haben viele Nichtfachleute ihre Meinung abge­geben und kriti­sieren die Fachleute – in einem Expertenblog. Gerade was die Sache mit dem allseits beliebten »ß«-Thema betrifft.
    Es ist krass wie stur hier Laien selt­samste Begründungen abgeben, die mich persön­lich echt sauer machen. Auch wenn es mitt­ler­weile Designer gibt die ein Großes »ß« entworfen haben, und hier schon x-mal auf Regeln hier und Regeln da hinge­wiesen wurde.
    Es kann doch nicht sein, daß z.b. wie in Kommentar #139 der Endkunde wirk­lich (wenn das wahr ist) darauf besteht, daß Regeln einfach mal so gebro­chen werden. Ich erkläre das meinen Kunden z.B. dann immer so; Sie heißen doch auch nicht hANS mÜllEr, sondern Hans Müller. Das »ß« ist ein Kleinbuchstabe – zumin­dest gibt es bisher kaum Fonts, die über ein großes »ß« verfügen, geschweige denn eine Tastatur darüber verfügt. Auch rafft keiner dieser WORD-Office User, daß das hier “ keine Anführungszeichen sind. Da merkt man mal, daß das in der Schule irgendwie nie beigebracht wurde.
    Der arme Hans Peter Willberg würde sich… ach egal…
    Hört auf die Experten, wenn ich Zahnschmerzen hab geh ich auch nicht zum Elektriker und dem Friseur quatsch ich besser beim Haareschneiden einer ordent­li­chen Frisur auch nicht besser­wis­se­risch dazwi­schen, nur weil ich mir auch mal die Haare mit dem Haarschneider selbst abra­siert hab.

  142. nireph

    Detlef, in einem öffent­li­chen Blog muss man damit rechnen, dass auch unge­wollte Gäste ihre Meinung [sic] zu einem Thema abgeben. Glaubt man einigen Headlines, geht ja ein „Aufschrei“ durch das Internet ob dieses ekla­tanten Regelverstoßes – nur deshalb fühlte ich mich z.B. bemü­ßigt, hier meinen Kommentar zu hinter­lassen. Obwohl ich gar keinen Wein trinke. Für mich ist das Ganze nichts weiter als eine kuriose Anekdote. Ich möchte wetten, dass ein Großteil der Bevölkerung sich nicht im Ansatz Gedanken über die Nachteile dieses „miss­ge­bil­deten“ Schriftsatzes gemacht hat. Und sind das jetzt alles dilet­tan­ti­sche, unge­bil­dete „Word-Office-User“? ;) Also, einfach nicht sauer sein und lieber noch n Käffchen trinken.

  143. Helmut Szillus

    Hallo Herr Detlef,

    von so einem Namen (wenn der wahr ist), kann man ja nur träumen.

    Sie sollten besser alle Kommentare lesen. Denn dann wäre Ihnen aufge­fallen, dass Frau Goeßling nicht Frau Goessling heißt. Vielen Dank für Ihr schönes Beispiel.

    Wie ich schon schrieb, wenn Typo oder Design meint, in einer Informationsgesellschaft sich der Information über­ordnen zu müssen, wird „unsere“ Branche es leider immer schwer haben.

    Sicherlich gibt es Aufträge, in denen die Gestaltung über­ge­ordnet ist; ja auch oberstes Gebot ist.n Hier ist es leider nicht der Fall.

    @nireph:

    Da dieser Aufschrei über die dpa verbreitet wurde, haben diesen sehr viele Menschen außer­halb der Branche davon gehört.

    Wenn Sie das alles so verun­si­chert, sollten Sie noch ein wenig länger damit befassen. So schlimm ist das alles nun auch nicht.

  144. grafalex

    Ja, genau „das“ sind dann (leider) dilet­tan­ti­sche, in Typografie unge­bil­dete Word-User! Und die dürfen sich ruhig mal von gebil­deten Experten etwas gebil­detes sagen lassen, Ahnungslose dürfen ruhig mal still sein, Lernen und etwas unkom­men­tiert zur Kennnis nehmen. Wenn man etwas nicht versteht, dann hört man auf die, die verstehen! Weil unfach­li­cher Senf in einem Fachblog nicht zur Würze, sondern zum Ärgernis dient. Genauso wie Elektriker schlecht isolierte Leitungen und Friseure stüm­per­hafte Haarschnitte kriti­sieren dürfen und sollen. Ebenso wie es für Blinde Profis gibt, die Braille schreiben können.
    Wenn es kein Versal-ß gibt, dann helfen keine unfach­li­chen „Geschmackseinwürfe“, Beliebigkeiten, Relativierungen. Warum? Einfach darum.

  145. Frida

    @ Erik

    Unsere Arbeit ist per defi­ni­tionem zur Veröffentlichung bestimmt und damit der Öffentlichkeit zugäng­lich. Wer die scheut, sollte nicht Kommunikationsdesigner werden. Fußballspieler müssen sich auch öffent­liche Kritik gefallen lassen, solange sie vor Publikum spielen.

    Im Gegensatz zu unser­eins werden Fußballspieler aber auch reich­lich dafür entschä­digt:-) Ich erin­nere da nur an den letzten Gehaltsreport:
    https://​www​.font​blog​.de/​b​d​g​-​g​e​h​a​l​t​s​r​e​p​o​r​t​-​2​0​1​1​-​e​r​s​c​h​i​e​nen

    Fachliche Fehler zu disku­tieren finde ich sehr berei­chernd, welcher Berufskollege diese verur­sacht hat ist mir persön­lich aber total egal.

    Apropos: SPON berichtet inzwi­schen auch: WM-Trikotdesignerin – Neue Kleider für die Kaiserinnen

    Aus dem Artikel geht übri­gens eindeutig hervor, das nicht Kres, sondern eine nament­lich nicht genannte Grafikdesignerin für den Schriftzug verant­wort­lich ist:-)

  146. 34

    Bei den Männern ist das wenig besser. Da sind nur noch Idioten am Werk, die vermut­lich noch nie das Wort Typografie gehört haben.

  147. Jürgen Siebert

    Aus dem Artikel geht übri­gens eindeutig hervor, das nicht Kres, sondern eine nament­lich nicht genannte Grafikdesignerin für den Schriftzug verant­wort­lich ist.

    Der SPIEGEL-Artikel ist gut geschrieben und erhel­lend … und konter­ka­riert deinen Wunsch, dass Designer bzw. deren Namen nicht in die Öffentlichkeit gezerrt werden sollen ;-). Die oben zitierte Aussage habe ich (leider) nicht gefunden.

  148. Stefan Soellner

    Hallo Herr Signer,

    Es ist krass wie stur hier Laien selt­samste Begründungen abgeben, die mich persön­lich echt sauer machen.

    Um so mehr bin ich darüber verwun­dert, dass vermut­lich ein Profi für das ursäch­liche Diskussionsthema verant­wort­lich ist. Aber in einer Welt voller Vielfalt ist auch für das Seltsame Platz. Da nehmen sich Konsumenten und Schaffende nicht sonder­lich viel.

  149. Frida

    @Jürgen

    Der SPIEGEL-Artikel ist gut geschrieben und erhel­lend … und konter­ka­riert deinen Wunsch, dass Designer bzw. deren Namen nicht in die Öffentlichkeit gezerrt werden sollen ;-). Die oben zitierte Aussage habe ich (leider) nicht gefunden.

    Im SPON Artikel heißt es:

    „Während Kres sich viel über Stoffe und Drucke Gedanken machte, kümmerte die Grafikerin sich darum, Details wie den Schriftzug zu entwerfen. „Wir können nicht ohne einander“, sagt Kres.“

    Ich bin übri­gens nicht gene­rell gegen die Nennung von Designernamen, nur wenn sich ein Artikel äußerst negativ mit den grafi­schen Erzeugnissen von Berufskollegen ausein­an­der­setzt, kann ich persön­lich darauf verzichten;-)
    Was hältst Du eigent­lich von den Anführungszeichen im SPON Artikel…?

  150. erik spiekermann

    Vielleicht der letzte Beitrag zum Thema (was war das gleich noch?):

    Die Diskussion zum Versal-ß hat einen entschei­denden Fehler:
    Die Trikots werden bei inter­na­tio­nalen Wettbewerben nicht nach natio­nalen Regeln beschriftet. Sonst hätten die Koreanerinnen für uns unles­bare Hangul-Zeichen auf dem Hemd, die Japanerinnen wahr­schein­lich Katakana, die Russinnen kyril­li­sche Buchstaben. Also wird die engli­sche Umschreibung gewählt, obwohl FIFA immer noch für Fédération Internationale de Football Association steht, weil im vorvo­rigen Jahrhundert fran­zö­sisch die Sprache der Diplomatie und damit vieler inter­na­tio­naler Institutionen war, siehe auch UEFA: Union des Associations Européennes de Football. Und in keiner anderen Sprache gibt es ein ß, das folg­lich nur mit Doppel-s umschrieben werden kann. Das würde auch für eine klein­ge­schrie­bene Variante gelten, denn jeder, der nicht deutsch spricht oder schreibt, hält das Zeichen für ein b (German b sagen die Briten und Amerikaner).

  151. R::bert

    Einen hab’ ich aber auch noch (die WM geht ja auch noch ein Stückchen ; )

    Wenn ich mir die Typo der anderen Teilnehmer so ansehe, frage ich mich, ob es da nicht doch gewisse Einschränkungen bei der Schriftauswahl gab. So zähle ich bei 32 Teams eine vergleichs­weise geringe Anzahl von Schrifttypen (acht?). Bei der WM der Herren war das nicht anders.
    Wäre also schon noch einmal inter­es­sant, Ausführlicheres über das Gestaltungs-Prozedere der Trikots und even­tu­elle Restriktionen zu erfahren …

  152. koni

    Sind über­wie­gend die Ausstatter, die das Design der Trikots bestimmen. So hatten bei den Männern alle adidas-Teams die gleiche Schrift drauf. Ähnlich war/ist es bei den anderen Ausstattern. Ist eher eine Ausnahme, daß ein Team mit so einer exclu­siven Beschriftung rumlaufen darf, wie das deut­sche Frauenteam. Bei der Heim-WM verspricht sich halt adidas auch mit dem Verkauf von Frauentrikots ein einträg­li­ches Geschäft und hat der deut­schen Frauenmannschaft dieses gegönnt. Die anderen Frauenteams laufen ja mit (klei­neren) Männerklamotten rum. So darf sich das brsi­lia­ni­sche Team mit 5 Sternen schmü­cken, obwohl die Frauen noch nie Weltmeisterin waren, während sich das deut­sche Team mit 2 Sternen begnügen muß (trotz Exclusivtrikot), obwohl sie sich anschi­cken, zum 4. mal Weltmeisterin zu werden. Laufen also mit den Sternen der Männer auf der Brust rum.

  153. Schwalbenkoenig

    So hatten bei den Männern alle adidas-Teams die gleiche Schrift drauf. Ähnlich war/ist es bei den anderen Ausstattern.

    Deswegen wundert es mich, dass sich die Ausstatter für einen frei zugäng­li­chen Font entschieden haben, denn ja gerade das Merchandising-Geschäft immer mehr zur Haupteinnahmequelle geworden ist. Mit einem Free-/Shareware-Font kann man ja relativ schnell billige Mockups erstellen, die keine Lizenzgebühr ablie­fern.

  154. koni

    Könnt mir sogar vorstellen, daß das Kalkül ist. Bei den Frauen gibts -abge­sehen von Marta vieleicht- (noch?) nicht so die Topstars, mit deren Namen sich so viel Geld verdienen liese.
    Da verkaufen sich die Trikots blanko vieleicht sogar besser um es sich dann evtl. von der Beschriftungsklitsche um die Ecke perso­na­li­sieren zu lassen. Bei den Männern wollen Messi, Schweini Ronaldo und Co schon auch mitver­dienen. Also muß man das ille­gale Beschriften erschweren. Das war auch der Grund für die “Lochnummern” vor ein paar Jahren.

  155. R::bert

    Danke koni für die inter­es­santen Zusatzinfos!

  156. Jens

    Zum Thema Straßenschilder empfehle ich pinyin​.info – die verschie­denen staat­li­chen Stellen von Taiwan haben für Typographie über­haupt kein Gespür. Wobei ich auch mal ein fest­land­chi­ne­si­sches Buch in der Hand hatte, wo man beim Verlag offenbar nicht wusste, was eine Baseline ist.

  157. Andreas

    @ Koni Die soge­nannten „ille­galen Beschrifter“ haben nur ein Problem. Zu denen (Beschriftungsklitsche um die Ecke) kommen in erster Linie Mütter, Väter, Tanten und Onkel die für den kleinen Cedric ein Geschenk zum 6ten Geburtstag haben wollen. Also wird ein adidas Trikot gekauft, zum Beschrifter um die Ecke gebracht und der soll dann „CEDRIC 6“ auf das Dingen pappen. Da helfen über­teu­erte Nummernsätze mit Spielernamen leider nicht weiter. Also, dann werden Scanner ange­worfen, vekto­ri­siert, geschnitten und gepresst… Jetzt noch Fragen warum in der Kreisliga Mannschaften mit Adidas Font (der letzten WM) auf UMBRO oder HUMMEL rumlaufen?

  158. Twix Raider

    Wo kann man eigent­lich das Lizenzmodell nach­schlagen? Streng genommen müssten ja sowohl der Grafiker als auch der Kunde jeweils eine eigene Lizenz erwerben, weil ja beide die Schrift zu kommer­zi­ellen Zwecken nutzen. Oder über­trägt der Kunde dem Grafiker ein tempo­räres, nur ihm Rahmen des Auftrags gültiges Nutzungsrecht? Im goldenen Zeitalter haben sich grosse Firmen ja noch den Luxus einer eigenen Schrift und/oder einer eigenen Grafikabteilung gegönnt, da waren die Fronten klar. Man sollte tatsäch­lich bei Iconian Fonts nach­fragen, ob er von adidas und/oder dem DFB jemals Geld gesehen hat. Ggf. handelt es sich ja nicht um den Fehler eines Laien, der eben mal Trikots für seinen Regionalverein gebas­telt hat, sondern um ein Milliardengeschäft. Und es wäre doch zu köst­lich, wenn Theo über seinen eigenen Nachnamen stol­pern würde, alle 10 Schnitte von „Action Man“ kosten ja bei kommer­zi­elle Nutzung ausge­rechnet $ 20. Das mag Feinschmeckern immer noch zu teuer sein, aber ein Deal ist ein Deal. Wer geht petzen? :-D

  159. Ben

    Mir hat es gerade die ganze Spiel weh getan so ein Font auf den Trikot lesen zu müssen. Ich bin kein expert und dachte sogar „Comic MS“ zu lesen. Ich wundere mich wie einer das erlaubt hat zu Trikot ausdrü­cken zu lassen.

  160. 34

    Bei den Männern sieht es Typografisch übri­gens kaum besser aus. Dass sich der Schwager vom Platzwart seiner Tochter in Coreldraw sowas zusam­men­klickt ist wohl ein Phänomen unserer Zeit.

  161. Härrimänn

    Jippieh! Ich bin nicht alleine! Ich bekomme nämlich jedes Mal Pickel, wenn ich Frau GÖßLING, Herrn GROßKREUTZ und all die Anderen Fussballer mit dem „ß“ auf dem Trikot sehe, welches in Versalien gesetzt ist. Und dann womög­lich noch in einer anderen Schriftart (wie bei Kevin Großkreutz) weil der font kein „ß“ enthält…..

  162. catering

    Nice, I learned a lot by looking at this report.

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