Das Bier für Schriftliebhaber

Der New Yorker Schriftentwerfer Dan Reynolds (TyeOFF; z. Zt. Studierender in Reading) hat’s heraus­ge­funden: Unser bekanntes Schöfferhofer Weizenbier ist nach Peter Schöffer benannt, einem Mainzer Drucker, Weggefährte von Johannes Gutenberg.

Der Bierhersteller schreibt dazu: »Hinter dem Namen Schöfferhofer verbirgt sich die Geschichte der Buchdruckerkunst, als dessen Erfinder der Mainzer Bürger Johannes Gutenberg gilt. … Gutenberg (arbei­tete) damals eng mit dem Drucker Peter Schöffer zusammen, der an der Erfindung der beweg­li­chen Lettern zum Druck maßgeb­li­chen Anteil hatte. Peter Schöffer – seiner Herkunft entspre­chend auch Peter Schöffer von Gernsheim genannt – lebte seiner­zeit in Mainz als geach­teter Bürger und hatte ein Haus in der Nähe des Doms, das als der Hof des Peter Schöffer bekannt war. In der Umgangssprache der Menschen entwi­ckelte sich daraus schnell die Kurzform Schöfferhof, ohne dass zunächst Bier im Spiel gewesen war. Doch das sollte sich schon bald ändern.
In späteren Jahren nämlich entstand in eben diesem Haus eine kleine Hausbrauerei. Fortan bezeich­nete die Bevölkerung aus Mainz das dort gebraute Bier als das Bier aus dem Schöfferhof. Als sich das kleine Unternehmen mit den Jahren zu einer größeren Brauerei entwi­ckelte, spra­chen die Leute nur noch vom Schöfferhofer Bier, das für die spätere Namensfindung von Schöfferhofer Weizen Pate stehen sollte. Die große Tradition, die sich mit dem Namen Schöfferhofer verbindet, findet bis heute ihre Berücksichtigung in der Etikettenausstattung von Schöfferhofer Weizen. Über dem Markenschriftzug erin­nert ein Original-Porträt des Peter Schöffer von Gernsheim an den Namensgeber.«

(Abbildung: Radeberger Gruppe KG)


11 Kommentare

  1. Dan Reynolds

    New York? Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich inzwi­schen aus fast überall komme, aber in New York habe ich leider nie gewohnt. Ich bin in Baltimore geboren, und habe in Providence studiert; die beide Stadte sind unge­fähr vier Stunden von New York entfernt.

    Auch sollte ich klar stellen, dass ich diese Info nicht selber heraus­ge­funden habe, sondern stellte sie nur auf meinem Blog. Wie ich dort geschrieben habe, kommt meine Info von direkt von James Mosley. Er hält wochent­liche Vorträge zum Thema Schriftgeschichte an der Uni-Reading. Seltsamerweise bin ich nie selber auf die Wahrheit des Biers gekommen, obwohl ich jahre­lang in Wiesbaden und Offenbach lebte, und dabei öfters Schöfferhofer genossen habe. Als ich die Erklärung im Klassenzimmer gehört habe, kam ich wie im flaschen Film vor!

    Trotzdem freue ich mich, diese Nachricht im FontBlog zu lesen. Es ist immer eine große Ehre, hier zitiert zu werden.

  2. Florian

    > flaschen Film?
    Der war doch Absicht, gib’s zu! ;°)

  3. Sharif

    Das die US-Amerikaner inzwi­schen ziem­lich gerne „Wheat-Beer“ aus Germany trinken, habe ich auch fest­ge­stellt (ob das nur am Weizenbierkonsum von Dan Reynolds liegt? Kann sein …). Gibts da Brauerei-Aktien die jemand empfehlen kann? Schöfferhofer? ist das nicht Binding oder so?

  4. Dan Reynolds

    Gehört zur Radeberger-Gruppe, oder?

  5. Sharif

    Stimmt. 2002 ist die Binding Brauerei AG zur Radeberger Gruppe AG umfi­miert worden. Habe ich ergoo­gelt.

    Also: Radeberger Gruppe AG Aktien kaufen, hähä … Wie gesagt: Weizenbier scheint mir gerade der Renner in den USA.

    Aber jetzt zurück zum Thema … wir sind ja kein Bierblog hier …

  6. Cedric Kiefer

    brauchste doch nicht ergoo­geln, steht doch indi­rekt im beitrag (Abbildung: Radeberger Gruppe KG)

  7. Jürgen

    New York: Sorry, Dan, ich hatte das so in Erinnerung, als wir uns dort am Rande der TypeCon über das schwüle Klima in der Stadt unter­hielten und du so etwas in der Art sagtest »Ich vergesse immer wieder, wie unan­ge­nehm das Wetter in dieser Stadt sein kann, obwohl ich es so gut kenne«. Danke für die Aufklärung. Nun wissen wir alle, wo Deine echte Heimat ist.

  8. Matthias

    Von der Mainzer Biertradition ist leider nicht viel übrig geblieben. Es gibt zwar noch eine Hausbrauerei, deren Bier ich aller­dings gar nicht mag. Und das Mainzer Aktien Bier wird seit Jahrzehnten in Frankfurt gebraut. Mainz sieht seine Kernkompetenz mitt­ler­weile wohl eher bei Wein und Sekt ;O)

  9. Dan Reynolds

    Das war schön in New York; der TypeCon damals war das erste Mal nach fast zwei Jahre, wieder in den USA zu sein. Diese ganze „Northeaster Corridor“, also unge­fähr Washington DC bis Boston, teilt das gleiche miese Wetter ;-)

  10. Ralf

    Da kann man mal sehen, es war wohl schon immer so: Irgendwann macht jeder Grafiker mal ne Kneipe auf…

  11. fhuber

    …wir haben im Büro im Kühlschrank auch mehr Bier als Lebensmittel. Also rein Volumenmäßig gesehen. Bei Kalorien muss ich noch erst einmal nach­rechnen…
    Update:
    Ob das »fb« im Hintergrund viel­leicht für »Flaschenbier« als für »Fontblog« steht? Wir werden es nie erfahren :D

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