Cottbus sucht Wort-/Bildmarke

Diese Ausschreibung dürfte nur etwas für Designer mit dickem Fell sein. Alle Weichen scheinen bereits gestellt: das Markenprofil von Cottbus ist zwischen Energie und Fürst Pückler ange­sie­delt. Jetzt muss ein passendes Markenzeichen her, mit dem der Stadtmarketing- und Tourismusverband Cottbus e.V. zukünftig national und inter­na­tional für Cottbus werben kann. »Die Wettbewerbsteilnehmer sind aufge­for­dert, Cottbus eine prägnante, Identität stif­tende Wort-/Bildmarke zu geben – kurz, die am besten zu Cottbus passende Kommunikation zu kreieren und Ansätze für eine Kommunikationsstrategie zu formu­lieren.« Die Wunschliste ist nicht gerade bescheiden, wie in einem PDF nach­zu­lesen ist. Als Preissumme winken 8000 €.


80 Kommentare

  1. Andress

    Mensch Jürgen, wie kommst Du an diese Provinzposse?

    Cottbus wird genau das bekommen was es verdient. Vielleicht reicht es ja wieder für Futura und HKS 10.

  2. Vroni

    Habe bis jetzt keine guten Erfahrungen machen können mit solchen Touristik-/Städteausschreibungen. Vielleicht beisse ich deswegen nicht an. Zudem null Aufwandsentschädigung hier, das muss ich nicht bewusst unter­stützen. Trotzdem werden viele mitma­chen.

  3. Nadine

    Mir geht’s ähnlich wie Vroni. Ich kenne Fälle, wo sich nicht an die Ausschreibung gehalten wurde, a la „wir konnten uns für keinen Entwurf entscheiden und geben nur einen Trostpreis aus“… Schade um die Mühe.

  4. meistermochi

    wer mit peanuts bezahlt, wird von affen bedient…

  5. Daniel

    Die sollten sich lieber eine gute Agentur suchen. Irgendwie kommt das alles sehr unse­riös rüber und es soll bis Ende Oktober einge­reicht werden. Für so etwas brauch man meiner Meinung nach länger, als knapp einen Monat um etwas vernünf­tiges und lang­fris­tiges zu schaffen. Und mit nur einer Wort-Bildmarke ist denen eigent­lich auch nicht geholfen, würde ich mal so behaupten.

  6. sven

    Meiner Erfahrung nach ist das Ding doch eh schon vergeben.
    Die brau­chen nur noch ein paar Ideen zur Auswahl.
    Der Schwager der Büro-Tippse hat doch bestimmt selber eine Kreativagentur, die den Auftrag dann über­nimmt.( es fehlen halt nur noch die schlag­kräf­tigen Ideen…)

  7. HD Schellnack

    Ich seh uns jetzt schon hier über das Ergebnis lachen :-D

  8. thomas | BFA

    kennt jemand den »logo-merger«. man könnte bestimmt was tolles, krea­tives buntes hinbe­kommen aus den logos von vatten­fall und fürst pückler. :-)

  9. Nina

    HD, der Gedanke hat mich auch beschli­chen, als ich so die Ausschreibung las … :-)

  10. Benjamin Cyprian Sindram Mueller

    Wirklich gut ;) ich glaube die Auftraggeber wissen schon über die Qualität der Arbeiten bescheid…der Link zum PDF hat selt­same Pfade: „…storage/aa/aa/gh/Ausschreibung.pdf“ (Man beachte die schrei­enden Ausrufe „AAAAGH“ ;).

  11. Christian

    aus den Wettbewerbsregeln:

    | Der erste Preisträger räumt dem Auftraggeber das unbe­schränkte Nutzungsrecht ein.
    | Die Nutzungseinräumung ist mit dem Preisgeld abge­golten.
    | Vorschläge, denen patent­recht­liche Regelungen entge­gen­stehen, können nicht übernommen werden.
    | Entstehende Kosten werden nicht erstattet.
    | Für even­tuell auftre­tende Schäden, Mehrkosten oder Verlust von Daten haftet die Teilnehmerin /der Teilnehmer.
    | Der Auftraggeber schließt keine Versicherung für die zuge­sandten Beiträge ab.
    | Der Rechtsweg ist ausge­schlossen.

    Hört sich nach einer ange­nehmen Kooperation auf Augenhöhe an :-) Liefer schon und mach keine Zicken.

  12. fjord

    Der Oberbürgermeister der Stadt Cottbus, Frank Szymanski, ruft hiermit die Kreativszene auf, […]

    „Kreativszene“ ist ja wohl eher ein Schimpfwort. Und „aufrufen“ lasse ich schon gar nicht.

    Schon der Ton der Wettbewerbsausschreibung ist miss­raten. Seinen wir ehrlich: da verlangt jemand, man möchte sich für ihn und für Umme mal so richtig ins Zeug legen und die „Ideen spru­deln lassen“. Kein Gedanke daran, man müsste mich viel­leicht irgendwie dazu moti­vieren? Mich viel­leicht sogar irgendwie für Cottbus begeis­tern? – Wenn ich schon nix kriege für meine Arbeit, will ich wenigsten nett belogen werden. ;)

    Wer kein Verständnis dafür hat, dass man an so eine Ausschreibung viel­leicht einen Profi-Texter oder -Kommunikator ranläßt, der das Ganze zumin­dest inter­es­sant und span­nend aufbe­reitet, der hat keine Ahnung von Marketing bzw. Öffentlichkeitsarbeit. Und der wird auch eine gute von einer schlechten Entwurfsleistung nicht unter­scheiden können. Fazit: durch­ge­fallen. Sorry.

    Wie hieß nochmal die Otto-Dix-Stadt damals? ;)

  13. Stefan Kalscheid

    Ich glaube garnicht mal, dass da nur schlechte Arbeiten einge­reicht werden. Wofür die sich später entscheiden steht aber auf einem ganz anderen Blatt. Ich hab die Schnauze von solchen Ausschreibungen gestri­chen voll. Kein gescheites Briefing, keine Ansprechpartner die irgend­eine ernst­zu­neh­mende Entscheidungsmacht hätten, keine Aufwandsentschädigung und entweder ist die Entscheidung für eine bestimmte Agentur sowieso schon gefallen oder – wie es neulich auf Schellnacks Webseite so tref­fend formu­liert war: wer so viele Entwürfe sehen will, will sich ohnehin nicht entscheiden.

  14. microboy

    Eine sehr pein­liche Aktion – aber wie Andreas schon sagte: Cottbus wird bekommen was es verdient!

  15. thomas | BFA

    ich denke, die entschei­dungs­mäch­tigen sind genannt. der rest wird weiche stadt­po­litik sein, was öffent­lich­keits­ar­beit angeht.

  16. Oliver Adam

    Mensch, nun seid doch nicht gleich von vorn­herein so negativ.

    Auf den ersten Blick scheint das Manko der Positionierung zu sein, dass es sich der neue Auftritt an alle richten will, und das gleich­zeitig: Touristen, Unternehmer, Bürger. Nun hat aber der Tourist in der Regel mit der Energieerzeugung eher wenig zu tun (Kultur, Erholung), der Bürger hingegen sehr wohl (Arbeitsplätze, Investitionen).

    Und dennoch lässt sich etwas Schönes machen. Tretet einen Meter zurück und schaut auf das Ganze. Energie (pars pro toto für Arbeit, Investionen etc.), Fürst Pückler (pars pro toto für Grün, Kultur, Erholung etc.), Deutsch/Sorbisch (pars pro toto für Menschen, Bürger, Heimat, Tradition etc.).

    Für mich hieße daher der Claim:

    Cottbus. Doppelt gut.

    Dieser Claim spielt auf die schein­baren Gegensätze an, die in Wirklichkeit den einzig­ar­tigen Charakter ausma­chen und den Mehrnutzen bieten. Mit dem Claim ließe sich die Positionierungspyramide (Nutzen, USP, UAP, Tonality, Reasion Why etc.) gut darstellen. Der Reason Why, also die Begründung für den Claim, wäre für den Unternehmer, dass es sich sowohl um eine inves­ti­ti­ons­freu­dige Stadt handelt (Schwerpunkt Energie) als auch um eine lebens­werte, kultur­reiche Stadt. Der Tourist besucht eine Stadt, die sowohl (Garten-) Kultur (Pückler, Theater) als auch zwei (= doppelte) Sprachkulturen bietet. Und ich bin sicher: Der stolze Cottbusser fühlt sich sicher gerne »doppelt gut«.

    Bildmarke:
    Warum nicht die beiden »t« in »Cottbus« als Pluszeichen gestalten? Eben doppelt gut. Schnell und einfach zu begreifen, wenn das typo­gra­fisch top umge­setzt wird – kompa­tibel für Unternehmer, Touristen und Bürger. Und mit etwas Fantasie steht ja das +-Zeichen auch für den Pluspol der Batterie, also Energie ;-)

    Bildsprache:
    Hier würde ich mit Gegensätzen arbeiten und immer jeweils zwei scheinbar gegen­sätz­liche Bildmotive gegen­über­stellen, verbunden viel­leicht durch das PlusPlus-»Logo« aus dem Cottbus-Signet: Hier Energie, dort Kultur: doppelt gut. Hier Deutsch, dort Sorbisch: Doppelt gut. Hier Zukunft, dort Tradition: Doppelt gut. Auf der einen Seite »männ­liche«, tech­ni­sche Farben (Silber oder hoch­wer­tiges SW für Energie), dort »weib­liche«, sonnige Farben für Park, Erholung, Kultur. Etwaige Fotos müssten doppelt so gut sein wie der Durchschnitt im Städtemarketing und bekannten Motiven etwas Neues, Einzigartiges abge­winnen.

    Text:
    Hier eher sach­li­cher Text (Unternehmer), dort emotio­naler Text (Kultur, Erholung, Bürger): doppelt gut.

  17. Christian

    Cottbus – Energy Fürst!
    Yeah!

  18. Roman

    @Oliver Adam
    Danke, habe mir das ausge­druckt und werde mir das eintrich­tern.

  19. sanddorn

    Cottbus – CUcumber hoch n!

  20. Jens Kutílek

    @Oliver: Warum nicht gleich „doppel­plusgut“? ;)

  21. henning

    … cott­plus?

  22. till

    zu dieser claim­idee der schöne auszug aus dem buch »die image­falle« von volker remy:

    Protokoll aus einem Stadtmarketing-Seminar:
    »Dann kam der Gastgeber auf die Imagekampagne zu spre­chen und erklärte seinen Gästen das neu gefun­dene Kampagnen-Motto, das ich an dieser Stelle nur sinn­gemäß wieder­geben kann, um die wirk­liche Identität von Musterstadt zu wahren. Das Motto, der Claim oder Slogan lautet: »Musterstadt ist stark«. Dieser Claim soll nach den Worten des Leitenden Angestellten die vielen Besonderheiten und Vorzüge Musterstadts hervor­heben und den attrak­tiven Mix aus Leben, Arbeiten, Lernen, Freizeit und Kultur gebün­delt zum Ausdruck bringen. Ich halte mich mit diesen Formulierungen nahe an das Protokoll«

    :)

  23. Magnus

    Wie wäre es, wenn einfach 100 oder noch mehr Designer/innen den Vorschlag von Oliver Adam (@17) umsetzen und hinschi­cken? Klingt doch total schlüssig für so Provinzler. Alles hübsch einfach erklärt und nach­voll­ziehbar, offen genug für jeden und alles. Damit wäre das Briefing total positiv umge­setzt. Wozu noch drüber nach­denken?
    Machen wir doch ein gemeinsam erar­bei­tetes Ergebnis daraus (also quasi gemeinsam crowd­ge­sourced), alle mit den glei­chen Logos, Texten und Bildern, die wir hier über den FontBlog austau­schen. Jede/r Designer tritt als Autor/in der Idee und Gestaltung auf. Mal sehen was passiert. Vielleicht gibt es ja einen Lerneffekt auf Kundenseite, der Schule macht.

  24. Vroni

    @ Oliver Adam

    Inhaltlich ist sehr wohl etwas machbar, da bin ich sehr positiv. Grad bei Positionierungen, die ein Graus sind (der alte tote Fürst und Energie, ähm), fällt uns Cottbuser-Postkutschenkutschern noch was ein.
    (Nur: Mit zweiter Sprache meinen die wohl Englisch nicht Sorbisch. Sie wolle inter­na­tional sein…)

    Wo ich aber negativ bin, das ist meine Haltung zu diesen typi­schen Entscheider-Gremien selber(mit bräsigen oder aterten Hoteldirektoren und bräsigen oder jung­for­schen Politikern drin…), und ihre typi­sche Haltung, es solle sich an ALLE und INTERNATIONAL richten (Zielgruppe: alle = Zielgruppe not defined).

    Da habe ich Bauchschmerzen, denn das wird Murks.
    Aber mach das mal einem poli­ti­schen konsens-orien­tierten Marketing-Konsortium klar.

    Das gleiche Problem hat be berlin. An wen richtet sich das. Erst sollte es sich nach draußen richten, inter­na­tional sein, das Image der Stadt in der Welt verkünden (sagte der Auftraggeber, die Stadt Berlin), später wurde die fertige Testimonial-Kampagne so hinge­dreht (klit­ze­kleine fast nach­träg­liche Briefing-Änderung, ähem…), es solle das Selbsbewusstsein der Berliner stärken. Wattnu, dafür braucht’s abba kein Englisch nich.

    Und solche Drehkreuzübungen mach ich nicht mit, eine einfache Entscheidung um meine guten Nerven zu behalten. Denn erst wenn ich weiß, wen ich genau anspre­chen soll und was das Ganze bewirken soll (und so ein Lögelchen bewirkt halt noch nicht viel, bei diesem Provinzmarketing-Kinderglauben muss ich fast lachen…) kann ich was Gutes machen.

    Dieses Bewusstsein werden nicht alle Grafiker und Agenturen haben, ist klar. Sie werden wild einrei­chen nach dem Motto: Hauptsach‘, es sieht gut aus und Hauptsach‘ wir haben einen einfluss­rei­chen Vetter im Stadtrat, ihr Ding nach lokal-geschmäck­le­ri­schen Gesichtspunkten hinden­geln. Wollen wir wetten? So läuft das immer. Daher habe ich keine Lust, sage ich jetzt mal arro­gant daher.

    Und wie gesagt, für den Aufwand, der ein ziem­li­cher sein kann (meist mach ich sogar einen stra­te­gi­schen UND einen krea­tiven Re-Brief) keinerlei Mini-Aufwandsentschädigung, kann ich mir finan­ziell gar nicht leisten. Außer ich stelle Gratis-Praktikanten ein und lass die werkeln, was ich aus mora­li­schen Gründen nicht mache. Außerdem hab ich keinen Vetter im Stadtrat. :-)

  25. Frank Meier

    ha ha … diese Stadt ist und wird Sch… sein, mehr Provinz geht nicht …
    da hilft auch kein buntes Logo …

    mal davon ab, bis zum 24. Oktober 2008 wird das wohl nix werden …
    wie kommen DIE immer dazu, solch kurze Entwicklungszeiträume anzu­geben …
    in der Kürze der Zeit, kann sich keiner ernst­haft mit Cottbus beschäf­tigen und auch Ideen durch­spielen …

    geil ja auch die fest­le­gung auf Pückler und energie … können sie ja gleich pück­ergie draus machen

    und wenn ich energie lese, wird mit eh schlecht, das war mal eine Zeitepoche, die braun­koh­le­lö­cher sind teil­weise zu, und die die es gab, waren ja wohl eher im Umland als in der Stadt, hier sucht aber die Stadt einen Claim

    ach da passt so vieles nicht …

    ach Spreewald wird auch noch erwähnt … dreist … der ist 30 km weit entfernt … was für Armleuc….

  26. Oliver Adam

    @Vroni:
    (Nur: Mit zweiter Sprache meinen die wohl Englisch nicht Sorbisch. Sie wolle inter­na­tional sein…)

    Ja, klar. Das Deutsch-Sorbische kommt aber in den sons­tigen Broschüren klar zum Ausdruck (die eine fand ich übri­gens ordent­lich in der Meta gesetzt).

    Ansonsten sind die Kunden/Entscheider, wie sie sind. Sie sind ja Beamte/Ingenieure/Kaufleute, keine Designer. Unser Job ist es, mit ihnen eine Basis herzu­stellen, allein schon aus mone­tären Gründen ;-)

    @Frank Meier
    Bleib nicht so sehr an den einzelnen konkreten Begriffen kleben, sondern nimm sie als krea­tive Knetmasse (hey, wir sind Kreative :-))), formu­lier um, erstell Dir selbst ein Re-Briefing. Was nicht passt (Spreewald), lass einfach weg oder mach es passend. Ansonsten ist es sinnlos, sich über »Provinzler« auszu­lassen. Ich denke mal, die meisten hier werden nicht für Apple, Nike oder Coca Cola arbeiten ;-) …

    … sagt jemand, der nicht aus der Provinz, sondern aus Berlin kommt :-))))

  27. Oliver Adam

    @Magnus:
    Gute Idee :-)

  28. Heinrich

    »be berlin« ist auch ziem­lich provin­ziell.

  29. Vroni

    Oliver,
    ich habe heraus­ge­funden: ich kann mit allen Kunden.

    Aber nicht mit Politikern, (die sich meist nach allen Richtungen drehen wie der Wetterhahn.) Da defen­est­riere ich lieber (transl.: spring aus’m Fenster
    :-)

    Es ist ja auch in Ordnung, dass Ingenieure, Beamte Hoteldirektoren oder Marketing-Assistentinnen keine Grafiker sind.

    Dann sollen sie aber man den Grafiker grafi­kern lassen, weil ich den Ingenieur auch inge­nieuren lasse. Das dazu.

    Die Sprache im PDF der Cottbuser klang so: wir alles, du nix.

    Noch Fragen?
    :-)

  30. tris

    cöttbüs. hier wöhnt fürst enärgie

  31. bibo

    @christian: „Cottbus – Energy Fürst!“ geil!

    Der erste Satz des Artikels sagt alles:
    „Diese Ausschreibung dürfte nur etwas für Designer mit dickem Fell sein.“

    Kann mir jemand erklären, was das mit dem „Versicheruns-Verbot“ soll? Was denn für eine Versicherung?

    Cottbus: Nuke The Duke

  32. Christian

    @ bibo:
    vermut­lich im Zusammenhang mit zuge­sandten Daten. Was hin ist, ist hin. Scheint mir aber eine sinn­volle Klausel zu sein, damit niemand auf die Idee kommt, für eine pdf-Präsentation gleich den Rechner mitzu­schi­cken und anschlie­ßende Ersatz zu fordern.

    Kommunen und Städte sind in einer unan­ge­nehmen Situation. Nehmen sie direkt eine Agentur am Platz, vermuten alle sofort Kungelei und Filz. Schreiben Sie das Projekt aus, kommt meist ein nichts­sa­gendes Briefing dabei heraus wie dieses hier.

    Es wäre wichtig für die Gestaltung gewesen, den Weg zu den beiden Begriffen Energie und Fürst Pückler mitzu­ver­folgen. Da wären die ganzen rele­vanten Informationen aufge­taucht, die das Stadtgefühl ausma­chen. Diesen Prozess haben die Cottbusser alleine gemacht und sich damit um einige Möglichkeiten gebracht.

    Fazit: Es bräuchte Ausschreibungsberater (m/w), die die Kommune zu einer sinn­vollen Ausschreibung führen und viel­leicht sogar eine Auswahl von Agenturen oder Gestaltern (eben­falls m/w) empfehlen können. Gibts sowas schon? Wenn nicht, dann ab zu Brand eins :-)

  33. Christian

    Ach ja: Die Vergütung sollte so sein, dass Leute Lust haben, ihr Bestes zu geben. Auch da könnten Ausschreibungsberater behutsam eingreifen…

  34. Vroni

    Ich werde sofort Ausschreibungsberater.
    Scheint echt gebraucht zu werden.
    :-)

  35. Vroni

    „Es wäre wichtig für die Gestaltung gewesen, den Weg zu den beiden Begriffen Energie und Fürst Pückler mitzu­ver­folgen.“.

    Korrekt.
    Hoffentlich lesen sie diesen Strang.

  36. Vroni

    Mein Mann (Texter) hat grad eine Bildidee:
    Explodierende Eisbombe.

    Das isses.

  37. hef

    So’n heiß­ersehnt zu sein schei­nender Ausschreibungsberater liegt schon seit Jahren schrift­lich vor. Beim BDG kann man so was bekommen.
    Wenn man sich aber danach richtet, müsste man sich mit einem fairen und ange­messen hono­rierten Wettbewerb und einer fach­lich quali­fi­zierten Jurierung arran­gieren – das steht in der Regel im krassen Gegensatz zu dem, was die kommu­nalen Krawattenspezls in ihren Köpfen herum­tragen.

  38. ff55

    Ich frage mich, warum eine Stadt mit 102k Einwohnern (und das auch nur mit sehr vielen Eingemeindungen) ‚inter­na­tional‘ werben muss. Die Vorgaben erin­nern an den Loriot Kinofilm „… den Karnevalsgedanken unter Einbeziehung der Aspekte Frau und Umwelt einbringen …“ :)
    Bitte berichten, wenn das neue Logo vorliegt!

  39. bibo

    @christian:
    deinen erklä­rungs­ver­such zu der versi­che­rung verstehe ich leider gar nicht. Um was für eine versi­che­rung soll es da gehen?

  40. bibo

    ach ja:
    @ oliver adam:

    erin­nert mich stark an: bayern3 – klingt dreimal gut.
    da gibt es sicher auch eine tolle erklä­rung für, warum gerade dreimal. wahr­schein­lich sowas wie: musik, mode­ra­tion, und äh gewinn­spiele (ne – dürfen sie ja nicht wirk­lich – öffent­lich recht­lich), dann äh infor­ma­tion, oder nach­richten? versteht jeden­falls kein mensch – aber da ist die (will­kür­liche) zahl wenigs­tens im namen enthalten.

  41. Andi

    moin, vieles von dem was hier geschrieben wurde stimmt. aber es ist immer wieder erschre­ckend wie arro­gant sich manch ein gestalter/in äußert. würde mich inter­es­sieren ob all die damen und herren mit den klaren worten auch ihren »schwie­rigen« kunden gegen­über so offen und ehrlich ihre gemüts­lage hinkotzen. und was hier schon wieder alles gemut­maßt wird: der job sei doch schon vergeben, die vorzim­mer­tipse hat ’nen schwager etc. pp.
    ich finde es legitim, dass eine stadt, die hier als »scheiße« bezeichnet wurde (und die sicher in deutsch­land ein schlechtes image und inter­na­tional eher gar keines hat) sich verän­dern und anders posi­tio­nieren möchte.
    immerhin: dies wurde erkannt. natür­lich ist das soge­nannte brie­fing dünn und die posi­tio­nie­rung eigen­willig (und ja @christian: »Es wäre wichtig für die Gestaltung gewesen, den Weg zu den beiden Begriffen Energie und Fürst Pückler mitzu­ver­folgen.«).
    ich habe im umgang mit kommunen, verwal­tungen und den dort handelnden personen schon vom klas­si­schen arsch­loch bis zum offenen partner alles erlebt und bin deswegen was diese art von kunden angeht wohl (noch) nicht gänz­lich desil­lu­sio­niert. aber in der regel – da gebe ich vroni – recht, kann man wenn poli­tiker mit im spiel sind einfach kein gutes design machen.
    wir haben es bei unserer letzten agen­tur­vor­stel­lung in einer klein­stadt auf dem lande mit kurt weide­mann gehalten und am ende unserer ausfüh­rungen noch hinzu­ge­fügt, daß es im design keine demo­kratie geben kann – und haben den auftrag dennoch bekommen.

  42. Frank Meier

    @ Andi
    Ganz ehrlich? Wozu braucht eine Stadt, welches ein Stadtwappen trägt eine neue Wort-/Bildmarke? Diese Seuche greift heut zu Tage um sich, wie die Pest im 14. Jahrhundert. Kann eine Stadt nicht einfach eine Stadt sein und ist es nicht so, das sich Lebensqualität vor Ort auch im Tourismus nieder­schlägt.

    Warum fahren Menschen nach Paris, nach Rom, nach Barcelona, nach Venedig, nach Hamburg, nach Köln, nach Berlin … Sicherlich nicht nur wegen einer einzigen Attraktion, die man auch noch in einer Stunde abha­cken kann. Es sind die unzäh­ligen kleinen, viel­schich­tigen Besonderheiten, das Lebensgefühl der Stadt.

    Zugegeben, es ist schwierig (denn was die Amerikaner nicht zerbombt haben, haben die DDR-Kasper in 40 Jahren zerstört) aus dieser Metropole wieder irgend­etwas Urbanes zu machen, keine Frage. Diese Unzulänglichkeiten nun mit einer neue Wort-/Bildmarke per Muss und Gewalt zu über­tün­chen, wird nur Missmut ernten, denn jeder der sich in Zukunft die Mühe macht, dort hin zu reisen, wird sich in Nachhinein verars… fühlen.

    Wenn man also möchte, das in Zukunft (in ferner Zukunft) Touristen in Scharren nach Chóśebuz kommen, sollte man sich die Kohle für das Städtemarketing sparen und statt dessen versu­chen, all die schlauen Leute die Cottbus bis heute verloren hat, wieder zu gewinnen und an einer Modernisierung der Stadt und an der Erhöhung der Lebensqualität mitzu­wirken zu wollen. Und viel­leicht entsteht dadurch ja auch irgend­wann mal etwas eigen­stän­diges, welches allein durch Mund zu Mund-Propaganda Leute in die Stadt lockt.

  43. Christian

    @ Frank Meier:
    ich bin mir sicher, dass es noch etwas zwischen der Totalvermarktung einer Stadt und Nologo gibt, nämlich eine ange­mes­sene Kennzeichnung. Diese Kennzeichnung braucht jedoch keinen Marketingvorbau mit Fürst Pückler und Energie, sondern eine klare Zielsetzung, was wie gekenn­zeichnet werden soll, um als Stadt Cottbus erkennbar zu sein.

    Diese Ausschreibung hier ist aber ganz klar vom Stadtmarketing initi­iert und soll Marketingziele verfolgen. Ob das der rich­tige Weg ist, eine Stadt bekannt zu machen, weiß ich nicht. Ich fände eine Kulturoffensive oder ein besser. Cottbuser Bluestage oder sowas.

  44. Frank Meier

    @ Christian
    Angemessene Kennzeichnung? Was soll denn gekenn­zeichnet werden? Einzelne Aktionen (Cottbuser Bluestage) ok. Kann ich Dir zustimmen. Wenn daraus aller­dings ein Überbau wird (ich liebe Dachmarken ha ha) kann man es sich auch sparen.

    Ansonsten stimme ich Dir zu. Inhalt und Aktion ist gefragt. Reaktion kommt von allein.

    Schaun wir doch mal auf die anderen:
    Amsterdam: I amsterdam
    Baden-Württemberg: Wir können alles – außer hoch­deutsch
    Berlin: sei Berlin, be berlin
    Brachelen: Brachelen – Hier is et schön
    Chemnitz: Stadt der Moderne
    Dudweiler: Ein starkes Stück Saarbrücken
    Eisenach: Eisenach – die Wartburgstadt
    Halle (Saale): Halle, die Stadt
    Hamburg: das Hoch im Norden, Das Tor zur Welt (inof­fi­ziell, verbrei­teter)
    Haselünne: stadt­mar­ke­ting hase­lünne – immer eine Idee schneller!
    Hückelhoven: Hückelhoven – immer anders
    Karlsruhe: viel vor. viel dahinter.
    Koblenz: Magnet am Deutschen Eck, die Stadt zum Bleiben
    Lüdinghausen: Echt Lüdinghausen
    Ludwigshafen: über­ra­schend anders
    Mannheim: Leben im Quadrat
    München: Weltstadt mit Herz, München mag Dich/Munich loves you
    Nordrhein-Westfalen: Wir in Nordrhein-Westfalen
    Landkreis Osterholz: I want „Moor“
    Pforzheim: immer mitten­drin
    Pirmasens: das beste Pirmasens der Welt
    Reutlingen: am Fuße der Alb – mitten im Leben
    Ruhrgebiet: Ein starkes Stück Deutschland
    Schweinfurt: Wir haben mehr auf Lager. Zukunft findet Stadt.
    Wien: Wien ist anders
    Wolfsburg: Lust an Entdeckungen
    Würzburg: Würzburg AG – eine Geschichte mit Zukunft
    Wuppertal: Wuppertal- Keiner wie wir.

    Mal von ein paar, welche durch extreme Penetration Bekanntheit erlangt haben, abge­sehen, wird sich doch wohl keiner, wegen eines Claims, in genannte Metropolen verlieben oder? Besonders ulkig … viel vor. viel dahinter … das heißt in Karlsruhe ist Totentanz, schnell weg hier?

    Ich wieder­hole mich ja ungern, aber Stadtmarketing wird immer dann raus­ge­holt, wenn man versucht die innere Leere einer Stadt wieder zu beleben, in dem man versucht, Leute in die Stadt zu locken. Das kann aber nur gelingen, wenn es Inhalt gibt.

  45. Christian

    die Sisters of Mercy als Claimgeber für den Landkreis Osterholz – sehr schön.

    Diese Claims sind Marketinginstrumente, oder? Ich meine mit Kennzeichnung ein profes­sio­nelles Erscheinungsbild der Kommune Cottbus. Da braucht es keinen Claim oder anderen Schlachtruf.
    Die Marketingagentur muss gar nicht in Erscheinung treten, die Besucher nehmen eh nur wahr, dass irgendwas in Cottbus war. Die sollten die ganzen 10.000€ lieber nehmen und einer Theatergruppe in die Hand drücken. Da bleibt mehr in Erinnerung.

  46. Andi

    @ frank meier
    ich denke, daß es einen unter­schied (auch optisch und damit gestal­te­risch) geben muß zwischen der stadt­ver­wal­tung als kommu­nale insti­tu­tion und einer stadt oder einer region als touris­ti­sches reise­ziel.
    natür­lich zeichnet sich eine stadt auch durch das lebens­ge­fühl aus, aber um jemanden nach cottbus zu locken, braucht es mehr ;-)

    die insti­tu­tio­na­li­sie­rung einer dach­marke zu der sich neben der stadt­ver­wal­tung auch alle anderen insti­tu­tionen (vereine, theater & musik, bürger, wirt­schaft etc. pp.) bekennen können, kann eine lösung sein. dies enthebt die stadt aber nicht ihrer verant­wor­tung, sondern bringt sie eher in die posi­tion eines mode­ra­tors und die anderen in die posi­tion gleich­be­rech­tigter partner, was eine gute ausgangs­basis und moti­va­tion wäre.

    @ alle
    und noch was: ich sende jetzt einen link mit diesen über­le­gungen an die in der ausschrei­bung genannte ansprech­part­nerin; ich finde es wäre sehr schade wenn die hier gedachten und geschrie­benen über­le­gungen (mal wieder) in unserem dunst­kreis verblieben. viel­leicht nützt es ja was!

  47. Frank Meier

    @ Christian
    Deiner Meinung. Das Staatstheater Cottbus könnte mit diesem Geld über die Stadtgrenzen hinweg etwas mehr an Berühmtheit erlangen.

    @ Andi
    NEIN. Es sollte KEINEN opti­schen Unterschied zwischen Stadtverwaltung und Stadt geben. Wieso auch? Es ist die Verwaltung der selbigen. Es wäre auch fatal, wenn ein Teil der STADTverwaltung sich ein eigenes Bild verschafft. Immerhin ist sie noch Diener der STADT.

    Und um noch mal auf den Wortlaut zu kommen. Nicht eine Region sucht ein Bild, sondern die Stadt, also Bitte das „region als touris­ti­sches reise­ziel“ weglassen.

    Wenn über­haupt dann sollte eine Institutionalisierung einer Dachmarke eine private Angelegenheit werden. Sollte sich ein Funken Öffentlichkeit drin verbergen, konkur­riert sie mit dem Wappen. Und Sie wollen mir doch nicht allen Ernstes verkaufen, das ein 850 Jahre altes Wappen null und nichtig ist, gegen­über einer Wort-/Bild-Marke der Neuzeit? Wie gesagt, entschei­dend ist und bleibt der Inhalt. Alles andere ist Verpackung.

    Auch nicht zu verachten ist die heutige Tendenz Geschichte auf 12 Jahre NS + zusätz­lich im Osten auf 40 Jahre DDR zu redu­zieren. Cottbus ist über 850 Jahre alt … reich­lich Fundus um daraus etwas zu machen.

    Wo sie aller­dings Recht haben ist die Idee des ange­spro­chenen mode­rie­rens der einzelnen Fragmente einer Stadt. Aber ehrlich gesagt ist das wohl auch ohne Extra-Auftrag ihre Hauptaufgabe oder?

    2) Ich wider­spreche Ihnen, das es mehr braucht um jemanden in die Stadt zu locken als dem Lebensgefühl. Wenn Sie sich ein biss­chen mit der Geschichte beschäf­tigen, werden Sie fest­stellen, das ausge­rechnet die Städte in denen Zukunft nicht nur Worthülsen waren, sondern die voller Leben prospe­rierten, sind heute wohl die, welche an Anziehungskraft nicht verloren haben. Nehmen Sie also Ihr Geld in die Hand, suchen Sie sich Leute, denen die eigene Fortentwicklung etwas wert ist und schaffen Sie INHALT.

  48. Andi

    @ frank meier
    ich bleibe bei meiner meinung, daß die stadt­ver­wal­tung und die stadt (oder die region, denn eine stadt dieser größe wird gut beraten sein die umlie­gende region als beson­der­heit mit in die waag­schale zu werfen) als reise­ziel ein anderes aussehen haben können, ohne daß hiermit die tradi­tion mit füßen getreten wird. mit der stadt als absender von botschaften oder briefen verbinden die meisten doch heute nur büro­kratie. die stadt kann sich aber unter einer dach­marke als ein partner unter gleich­be­rech­tigten einbringen und auch die anderen tun sich mit so einer stadt deut­lich leichter. initiator eines solchen projektes muß nicht die stadt selbst sein, doch sie hat es in der regel leichter so ein projekt anzu­schieben.

    und wie die lösung gestal­te­risch (oder auch inhalt­lich dann ausschaut, ist eine ganz andere frage!

    nur ein beispiel: http://​www​.hesse​-design​.de/​d​e​/​s​t​a​r​t​/​p​o​r​t​f​o​l​i​o​/​g​r​a​p​h​i​c​/​d​u​e​s​s​e​l​d​o​r​f​/​1​.​h​tml

  49. Nina

    @ Frank Meier: Nur eine Fußnote zu Deiner Auflistung der Stadt-Slogans. Ich hab in Halle studiert und glaube nach einer Weile verstanden zu haben, dass »Halle [Wappen] Die Stadt« kein Stadtmarketingsspruch ist, sondern analog zu etwa »Halle [Wappen] Bürgerservice« einfach die Stadtverwaltung kenn­zeichnet, also »die Stadt« ist hier eine »Halle« unter­ge­ord­nete Bezeichnung. Wollte ich einfach kurz anmerken, denn »Die Stadt« wäre ja gerade für Halle ein etwas.. dreister Spruch. ;)

  50. Vroni

    @ Andi
    „daß es im design keine demo­kratie geben kann – und haben den auftrag dennoch bekommen.“

    Grade deswegen.
    Weil ihr ausge­spro­chen habt, was Sache ist.

    Glückwunsch.
    Auch Glückwunsch zum Kunden, denn er scheint Ehrlichkeit zu schätzen. So muss es sein. Aber das hat man nicht alle Tage.

    —Ich kann gönnen.—-

  51. Andi

    @ vroni
    danke! das tut gut!

    aber du hast recht, vor allem im kommu­nalen bereich ist das eher die selten­heit, weil man häufig nur als erfül­lungs­ge­hilfe wahr­ge­nommen wird. dem erwähnten posi­tiven beispiel steht zeit­gleich ein marken­ent­wick­lungs­pro­jekt gegen­über, bei dem ein poli­tiker den prozess von knapp 2 jahren mit den – im wieder gern gehörten worten – »also, mir gefällt’s über­haupt nicht… haben sie keine alter­na­tiven?« zu einem kompletten still­stand gebracht hat.

  52. Vroni

    Ich bin stark gegen Logomanie.

    Ich weiß ne Gegend, für die ich mitprä­sen­tiert habe, die verfügte über ca. 10 Logos. Das ist ein Schmarrn, zig Leuchtturmprojekte, jedes hatte ein eigenes Logo. Wie soll der Endangesprochene da Erkennbarkeit dieser eher unbe­kannten Region hinkriegen. Wir haben versucht, dem Klienten diesen Logo-Verhau auszu­reden und sind an erzürnte Politiker geraten. Geschrei, Ende von Präsentation; obwohl die Marketingabteilung das alles gut fand und uns wollte. Eine andere Agentur empfahl drin­gend Öffentlichkeitsarbeit (ein guter Ansatz), flog aber noch früher raus.

    +++

    Wir als Gesellschaft haben einen Overload an Logos und Claims, die keiner mehr über­blickt,
    aber einen Unterload an Bedeutung.

    Logos müssen mit Bedeutung aufge­laden sein und bekannt sein, erst dann funk­tio­nieren sie. Dann dürfen sie sogar schon fast häss­lich sein, kein Thema.

    Viele wollen aber ein Logo, obwohl sie eigent­lich kein neues brau­chen, sondern vernünf­tige Arbeit für die Region.

    Existenzgründer denken meist zuerst über ein Logo nach, bevor sie exakt hinge­malt haben, wie ihr Geschäftsmodell genau aussieht. Städte oder Touristengebiete oder einzelne Herrgottswinkel wollen per Logo einzig­artig sein, aber vergessen, dass zur Einzigartigkeit Inhalte gehören und nicht Blabla.

    Die Gesellschaft lebt in einer opti­schen Traumwelt, liebt die Show, das Gepränge, alles ist eitel und Inhalte zählen kaum. Marketing, das liebe Gummiwort, wird überall anders verstanden. Für die einen ist Marketing, wenn ein Logo gemacht ist, dann lehnt er sich zurück. Für den ein anderen ist Marketing erst dann, wenn die Imagebildung Früchte trägt oder der Abverkauf funk­tio­niert.

    Imagebildung per Logo ist ein Anfang, aber noch lange nicht das Ende. In diesem Konfliktfeld steht der Designer, der was Ordentliches machen will. Und der Geld verdienen will.

  53. Andi

    @vroni
    ich bin ganz deiner meinung.

    wir präsen­tieren in der regel ein logo (von dem wir auf der basis unserer konzep­tion, gestal­tung und erfah­rung 1000%-tig über­zeugt sind) und fahren seit über 10 jahren gut damit. ausge­nommen sind die präsen­ta­tionen bei hofe, bei königs, despoten und anderen tyrannen. aber so eine bezie­hung hält sowieso nicht lange, denn wie gesagt: dieses klientel will wider­spruchs­lose erfül­lungs­ge­hilfen und keine gleich­be­rech­tigten partner auf augen­höhe.

    sch****, jetzt hör’ ich mich schon an wie manch einer der anderen kommen­tie­renden hier!
    ;-)

  54. Frank Meier

    @ Andi
    Wenn Menschen mit der Stadt und deren offi­zi­ellen Zeichen nur die eine Verbindung, und zwar die mit der Bürokratie sehen, dann sollten wir das ändern. Schleunigst! Das mag auch einen Hinweis auf die gras­sie­rende Vermehrung von Dachmarken, Logos und Claims sein.

    Vielen Dank für Ihr lustiges Beispiel. Danke, das Sie ausge­rechnet dieses Signet senden. Wenn es um die Weiterentwicklung, einen Relaunch des Wappen ginge, hätte man es auch als solches kommu­ni­zieren sollen.
    Jetzt steht dieses Neu entwi­ckelte Logo dem alten Wappen gegen­über. Mehr noch, es über­trumpft das offi­zi­elle Wappen. Was soll daran bitte schön, gut sein? 870 Jahre Geschichte wurde mit einem Federstrich durch diese Neuschöpfung (mitt­ler­weile 8 Jahre andau­ernden) ersetzt. Ist das die Zielsetzung für das Städtemarketing? Für Cottbus?

    Ich frage mich ernst­haft, warum man die Thematik nicht auch mit dem alten Signet hinbe­kommt. Modernisieren ja, kein Thema, die Welt entwi­ckelt sich weiter. Aber mir will ernst­haft nicht einleuchten, weshalb zum Beispiel „beBerlin“ in irgend­einer weise förder­lich für Berlin sein soll. Glauben Sie allen ernstes das Sie dadurch Investoren, Touristen oder gar neue Bewohner dazu zube­wegen nach Berlin zu schauen?

    Um sich auf Augenhöhe zu unter­halten, bedarf es keines Logos. Zumindest brauchte ich noch keines um mich mit meiner Frau zu unter­halten, Pläne zu schmieden, Richtungen vorzu­zeichnen und umzu­setzen. Sie etwa?

    Wie gesagt, nehmen Sie die Kohle in die Hand und schaffen Sie Inhalte. Diese können Sie gern heraus­stellen und so für die Stadt und deren Bewohner werben. Der Rest kommt von allein.

    @ Vroni
    Sie spre­chen mir aus dem Herzen.

  55. Frank Meier

    @ Andi

    Nachtrag: Die Neugestaltung der Länderwappen ist Euch SUPER gelungen. Schade das diese keine Realisierung erfahren haben. Ich finde auch die im Text neben­an­ste­henden Erläuterungen aufschluss­reich, inter­es­sant und ausbaubar. So wird ein Schuh draus. Ja zum Fortschritt, zur Modernisierung. Das Rad dreht sich weiter. Aber auch eindeutig hier zu erwähnen, es Bedarf nicht noch mehr offi­zi­ellen Logos neben dem Stadtsignet.

    Link: http://​www​.hesse​-design​.de/​d​e​/​s​t​a​r​t​/​p​o​r​t​f​o​l​i​o​/​g​r​a​p​h​i​c​/​b​u​n​d​e​s​r​a​t​/​2​.​h​tml

  56. Andi

    @ frank meier
    düssel­dorf wird allge­mein (wenn das denn zählt) als gelun­genes beispiel einer moder­ni­sie­rung eines städ­teer­schei­nungs­bildes ange­sehen – was nicht heißt, daß das jeder so sehen muß.
    zeigen sie mir ein gutes beispiel, das ihren ansprü­chen genügt, nur eines.
    meine frau und ich sind fast gleich groß, das bietet eine gute ausgangs­basis für eine gemein­sames leben. vielen dank auch…
    an dieser stelle möchte ich mich bedanken und aus der diskus­sion aussteigen, die schon von anfang an pole­misch war, bevor noch einer heult.
    ich wünsche ihnen allen einen schönen abend.

  57. Frank Meier

    @ Andi
    Habe ich bereits getan, leider muss Fontblog diesen Eintrag noch frei­schalten. Ich nehme an, wegen des einge­setzten Links.

    Bitte, Bitte. Ich möchte mich in aller Form entschul­digen, wenn ich Ihnen zu nahe getreten bin. In keiner weise sah oder werde ich auf Sie herab sehen. Auch bin ich nicht derje­nige der die Weisheit gepachtet hat. Seien Sie also nicht belei­digt. Schon gar nicht durch meine Äußerungen.

    Bleiben wir also inhalt­lich. Ihr vorge­stelltes Beispiel zeigt, da werden Sie mir zustimmen, ein zwei­ge­teiltes Bild. Auf der einen Seite kommt dieses zuge­geben, span­nende Signet zum Einsatz. Hauptsächlich, wenn posi­tive Inhalte trans­por­tiert werden sollen. Wie zum Beispiel Wirtschaftsförderungen, Jahrmärkte und andere Großprojekte. Das andere Signet demnach nur noch wenn es Dicke kommt. Mahnungen, Rechnungen, Vorladungen etc. pp.

    Mal ernst­haft die Frage: Wozu? Sendet Ihnen der Otto-Versand die Mahnungen auch mit einem andern Logo zu? Verstehen Sie mich nicht falsch. Sie haben eine große Leistung voll­bracht, die entschei­dende Frage ist aller­dings, warum Marketing, insbe­son­dere Städtemarketing eine Wort-/Bildmarke benö­tigt.

    Operative klas­si­sche Marketingziele sind Absatz erhöhen, Umsatz gene­rieren, Marktanteil erhöhen, Bekanntheitsgrad verstärken, Imagepositionierung verbes­sern und das Corporate Branding. Das geht nicht mit dem Stadtwappen? Sie haben doch auf Ihrer Internetseite Modernisierungen von Wappen (Länderwappen) gezeigt. Das wäre doch ein Weg, wenn einem partout das bishe­rige im Weg steht. Radikal wäre ein Neues. Warum nicht. Aber wozu ein zweites?

    Warum die vorhan­dene Innenwirkung und Außenwirkung zerstören, statt ausbauen und fördern.

  58. Andi

    @ frank meier
    1. danke für die netten worte, aber sie haben mich nicht belei­digt.
    2. das düssel­dorfer erschei­nungs­bild ist von hesse design, mit denen ich in keinster weise in verbin­dung – außer kolle­gialer bewun­de­rung – stehe.
    3. das mit dem schönen abend war ernst gemeint!

  59. Andi

    Die Antwort der zustän­digen Mitarbeiterin auf meinen Hinweis, dass im Fontblog der Punk abgeht:

    ** Proprietary **
    ** High Priority **

    Sehr geehrte Damen und Herrn,

    vielen Dank für Ihren freund­li­chen Hinweis auf das laufende Forum unter
    http://​www​.font​blog​.de.
    Es hat mich über­rascht, dass wir mit unserem Aufruf zum offenen
    Wettbewerb eine Diskussion unter den Kreativen ausge­löst haben.

    Von einem direkten Einstieg in das Forum nehme ich Abstand.
    Vorzugsweise möchte ich dem Diskussionsprozess mit einigen Anmerkungen und Hintergrundinformationen dien­lich sein.

    In Cottbus wurde intensiv an einem stra­te­gi­schen Stadtmarketing-Prozess
    gear­beitet.
    Die Gesprächs- und Diskussionsrunden mit allen Interessenvertretern in
    den Fachgremien sind zum Abschluss gebracht worden. Ziel ist es einen
    leis­tungs­starken Verband zu gründen, der zukünftig für Cottbus wirbt.
    Dabei will das Stadtmarketing Cottbus glei­cher­maßen Unternehmen,
    poten­zi­elle Investoren, Besucher und Touristen und die Bürgerinnen und
    Bürger anspre­chen.

    Die Vertreter in den Fachgremien haben sich bewusst für einen offenen
    Wettbewerb zur Wort-/Bildmarkenfindung für Cottbus entschieden. Wir
    möchten alle krea­tiven Akteure, Profis und die Bürgerinnen und Bürger
    einladen, sich am Wettbewerb zu betei­ligen.

    Mit der Wort-/Bildmarke soll eine visu­ellen Handschrift für alle
    Stadtmarketing-Aktivitäten in Cottbus geschaffen und die Akteure im
    Sinne dieser Wort-/Bildmarke mitein­ander „verzahnt“ werden.

    Ich möchte darauf hinweisen, dass wir allen Interessenten auf Anfrage
    die Ausarbeitung „Markenprofil und Organisationskonzept für das
    Stadtmarketing Cottbus“ gern zusenden. Aus diesem Papier ergeben sich
    m.E. die meisten Antworten auf die im Forum aufge­wor­fenen
    Fragestellungen. Bitte verwenden Sie dazu das hinter­legte Formular auf
    unserer Seite.

    Im Sinne einer konstruk­tiven und krea­tiven Weiterführung im
    Wort-/Bildmarkenfindungs-Prozess für Cottbus verbleibe ich mit
    freund­li­chen Grüßen
    Daniela Paulig

    _______________________________
    Daniela Paulig
    Stadt Cottbus
    Büro des Oberbürgermeisters
    Stabstelle Stadtmarketing

  60. Vroni

    Da war Sabine DeCuir von Westaflex schon mutiger.
    Sie stellte sich der Diskussion im Werbeblogger und auch in unserer beschei­denen Bloghütte in mehreren Beiträgen. (Damls ging die Post ab wg. gewisser Viralspots von Westaflex.)
    ________________

    Irre ich mich? Klingt schon fast wie Briefingänderung, denn Frau Paulig schreibt:

    „Mit der Wort-/Bildmarke soll eine visu­elle Handschrift für alle Stadtmarketing-Aktivitäten in Cottbus geschaffen und die Akteure im Sinne dieser Wort-/Bildmarke mitein­ander “verzahnt�? werden.“

    Ja, dann verzahnt mal die Akteure.
    Wäre es da nicht besser in der Reihenfolge, dass zuerst diese Akteure ein gemein­sames Label bekämmen, such as procott­bus­wir­ziehn­fal­lera e.V., damit sie sich verzahnt fühlen.

    Bevor man der armen Stadt daselbst eine Fürst-Pückler-Energieeiskugel verpasst, die sie hoch ’n zum Gespött werden lässt. Nach dem Motto: Will it blend? (Wir schmeißen die wich­tigsten Merkmale der Stadt zusammen und schüt­teln sie im Mixer zu Brei.)

    Meinjanur. Irschendwas funk­tio­niert da nicht.

  61. Vroni

    Es steht mit der Sache der Menschheit nicht so gut, dass das Bessere der Mehrzahl gefällt; ein großer Haufe ist ein Beweis vom Schlechtesten. (Seneca says)

  62. ml

    …um mal dies­be­züg­lich ein wenig Neues zu berichten, kann ich verkünden, das die Jury formiert wurde. Jedoch keine Spur von Fachkompetenz. Scheinbar scheint sich die Vermutung zu bestä­tigen, dass der Job bereits vergeben ist und Herr Wirth als vorma­liger Partner der Stadt zum Zuge kommen wird. Ich bin mal gespannt ob einen die Stadt trotzdem über­rascht.
    Es wurden übri­gens 61 Arbeiten einge­reicht, wovon die Hälfte aus profes­sio­neller Hand und die andere Hälfte von Bürgern einge­reicht wurde (Quelle: Tagespresse).

    Jury:
    http://​www​.cottbus​.de/​b​u​e​r​g​e​r​/​r​a​t​h​a​u​s​/​o​b​/​b​u​e​r​o​_​o​b​/​k​r​e​a​t​i​v​w​e​t​t​b​e​w​e​r​b​/​j​u​r​y​_​d​e​s​_​k​r​e​a​t​i​v​w​e​t​t​b​e​w​e​r​b​s​_​z​u​r​_​w​o​r​t​-​b​i​l​d​m​a​r​k​e​n​f​i​n​d​u​n​g​_​f​u​e​r​_​c​o​t​t​b​u​s​,​2​5​5​0​3​1​6​3​2​.​h​tml

  63. edgalf

    heut ist der 15.12.? sollte heut nicht entschieden werden?
    im netz kann ich nichts finden, wie denn der gewin­ner­vor­schlag ausschaut und sich anhört. weiß wer was? frau paulig?

  64. edgalf

    ah, hab mich verguckt … erst am 15.01.
    möcht mal wissen, was da so lange dauert, wenn die am 1.12. schon fest­gelgt haben, wer/was denn der gewinner ist.

  65. ml

    Das dauert deswegen so lange, weil der Gewinner erst mit der Gründung des Vereins bekannt gegeben wird.
    Der Tagespresse war zu entnehmen, das es derzeit um irgend­welche „Verhandlungen“ geht bzgl. Rechtssicherheit oder so.
    Aber auch ich bin gespannt, was gewonnen hat. Ich war schon erschro­cken, als mittem im Artikel ein „Doppelpunkt“ als eine Art Logo auftauchte. Aber dies­be­züg­lich wurde im Text dann nichts erwähnt.
    Hat jemand von euch trotz allem daran teil­ge­nommen?

  66. ml

    …folgende aktu­elle Info zum „Prozeß“
    Die Jury hat keinen ersten Platz vergeben. Stattdessen gab es zwei Zweite und einen Dritten. Die Gelder (1.Platz 8.000 2. Platz 2.000 3. Platz 1.000) wurden damit auch anders verteilt. Es gab jeweils 4.000 für die beiden Zweiten und 1.000 für den Dritten. Wo genau die fehlenden 2.000 hin sind, bleibt unklar.
    Es wird auch anders wie ange­kün­digt keine öffent­liche Präsentation der eing­reichten Arbeiten geben, da es aus „zeit­li­chen und tech­ni­schen Gründen nicht möglich [ist], die hand­werk­liche Vielfalt der Beiträge in ihrer Komplexität und Wirkung ange­messen gleich­be­rech­tigt darzu­stellen.“

    Derzeit wird an der tech­ni­schen Umsetzung aus einer Kombination aus den zwei Platzierten gear­beitet und am 15. Januar 2009 das Ergebnis präsen­tiert.

  67. HD Schellnack

    «Hallo Herr Foster, hallo Herr Nouvel… äääähm, tja, ihre Entwürfe für unser Hochhaus haben uns beide so gut gefallen, dass wir… wie soll ich sagen… wir matschen die beiden Häuser zusammen. Genau. Mash-Up. Was? Künstlerische Integrität? Pillepalle, Sir Norman, das wird doch super, ihre runde Gurke und das kantig-strenge Nouvelding, das wird eine tolle Idee, findet der Bürgermeister, da wächst zusammen, was zusam­men­ge­hört, das wird doch super, Sir Norman. Ach so… natür­lich kriegen Sie beide nur das halbe Geld für Ihren Entwurf, is ja nurn halbes Haus, wir nehmen ja nur die ersten zehn Stockwerke von Ihnen, die anderen kommen dann aus Frankreich. Klingt doch fair, oder, Herr Foster… hallo? Hallo? Sir Normaaaaan? Hallo???»

  68. HD Schellnack

    «Monsieur Novel, sind Sie denn noch in der Leitung? Hallo? Herr Nouvel, nun seien Sie doch nicht so eine Diva!!! Ich kann Sie atmen hören… hallo? Haaaalllooo?»

  69. Jürgen

    Danke, ml, für die Updates.

  70. Andi

    … ich bin einer von denen die da tatsäch­lich mitge­macht haben.
    Ich selber hatte bisher nie die Zeit und Lust wirk­lich bei Wettbewerben teil zu nehmen. Vor allem bei großen Wettbewerben bei denen man auch noch irgend welche Teilnahmegebühren liegen lassen soll. Wie auch immer: Mir ging (und geht) es nicht um Ruhm und Bekanntheitsgrad … dafür gibt es andere.

    Meinen Beitrag (wenn auch nicht alles) kann man unter „duem​mel​grafik​.de“ anschauen. Unter „Das Letzte“ … „Wettbewerb der Stadt Cottbus“.

    Und damit die noto­ri­schen ich-kann-und-weiß-alles-besser-Gestalter viel­leicht etwas gebremster reagieren: Ich bin Jahrgang 73 und mach den Job schon eine Weile.
    Soll heißen: Einen gewissen ernst habe ich der Sache durchaus gewidmet. Die (zuge­geben nicht gerade anspre­chende) Ausschreibung habe ich damals hier im Fontblog gelesen. Nachdem ich mir (was ich selten tu) die Kommentare durch­ge­lesen hatte wollte ich zeigen das viele Kommentare nicht zwin­gend berech­tigt sein müssen. So z.B.: „wer mit peanuts bezahlt, wird von affen bedient…“ oder „Eine sehr pein­liche Aktion – aber wie Andreas schon sagte: Cottbus wird bekommen was es verdient!“ …
    Das alles soll jetzt aber keinen Streit über Kommentare oder ähnli­ches vom Zaun brechen, sondern die Diskussion eher in Richtung den teil­ge­nommen Arbeiten lenken. Nach dem sich die Stadt Cottbus nun erlaubt die Arbeiten doch nicht öffent­lich zu machen, und das finde ich die größte Sauerei (!), wäre das hier die Möglichkleit doch noch was von den Einreichungen zu sehen. Dann kann man ja wegen mir immer noch drüber her ziehen.

    Ich hätte gerne gesehen ob ein paar gute Arbeiten dabei waren !

    Einen guten Start ins neue Jahr … ohne Wettbewerbe ;)

    Andi

  71. Oliver Adam

    @ Andi:
    Damit es nicht immer heißt »Im Fontblog wird nur geme­ckert«: Mir gefällt Deine Arbeit!

  72. HD Schellnack

    Andi, es geht gar nicht um die Qualität der Arbeiten, sondern um den Umgang mit solchen Wettbewerben, mit Designern und mit den Arbeiten. Da mangelt es vorn und hinten an Respekt. Dass nun offenbar zwei eigen­stän­dige Entwürfe zu einem zusam­men­ge­panscht werden sollen, zeigt doch, wie absurd und unsinnig Wettbewerbe sind, wenn es darum geht, eine wirk­lich solide Lösung zu finden, die funk­tio­niert. Die Auswahl der nicht aus einem Dialog, sondern im Nebel entstan­denen Arbeiten (bei denen zudem kein Budget für Recherche, keine Workshops usw bereit­stehen, wie etwa in der Architektur bei großen Pitches), verwirrt den Ausrufer dann am Ende eher und er macht ein Mix-and-Match. Dabei geht es dann kaum noch darum, ob es gut aussieht oder nicht – das ist eher der ästhe­ti­sche Zufall, der das dann entscheiden – aber ganz massiv darum, dass es einfach in keinster Weise mit DESIGN zu tun hat.

    Das hat also nichts mit Besserwisserei zu tun – für mich spre­chend – und die Qualität der Ergebnisse ist mir ehrlich gesagt ziem­lich egal, aber mir ist natür­lich nicht egal, dass ein gemein­samer gestal­te­ri­scher Prozess nicht mehr statt­findet und Design ausge­schrieben wird wie Kanalarbeiten.

    Und das zu Bedingungen, die vorn und hinten nicht gehen.

  73. Andi

    @ Oliver Adam
    Danke. … ich glaube ja auch nicht das immer geme­ckert wird, sondern manchmal evtl. zu schnell bzw. ohne etwas genauer zu diffe­ren­zieren …

    @ HD Schellnack
    Das mit dem Umgang der Arbeiten etc. sehe ich auch. Ganz klar !!! Der Teil ist ja quasi unum­stritten. Das die da jetzt tatsäch­lich was zusam­men­pant­schen belegt das ja aufs extremste ;)

    Ich wollte nur sagen/zeigen das man ohne in die tiefsten Tiefen zu gehen durch aus eine gute Richtung mit einem (Grafik-) Konzept aufzeigen kann. Für mich kann so eine Teilnahme mit diesen Anforderungen immer nur eine Richtung sein. Das kann ja nicht „fix und fertig“ sein. Cottbus hat nun wirk­lich so reagiert wie es viele vorher­be­stimmt hatten und ich nicht gehofft (aber befürchtet) hatte.

    Das Endergebnis das sich Cottbus da jetzt strickt inter­es­siert mich auch nicht wirk­lich, wenn gleich wir bestimmt davon erfahren werden. Und viel­leicht kommt ja auch was dabei heraus was uns nicht frieren lässt … Mich würden eher die Einreichungen inter­es­sieren. Wenn über­haupt.
    Dieser Schritt, alle Arbeiten öffent­lich zu zeigen, hätte doch wenigs­tens eine gewisse Größe bewiesen, oder ?

    Aber ganz ehrlich: Die Teilnahme war für mich einfach nur ein „Spaß“ ! So lange bis ich im neuen Auftritt ein Stück meines Logo-Entwurfs, Seite 04 aus der Broschüre und das neue Design der Website wieder sehe …

    ;) Andi

  74. HD Schellnack

    Man kann natür­lich auch in einem Wettbewerb gute Arbeiten einrei­chen, wieso auch nicht? Kann ja auch Spaß machen – nur ökono­misch sinn­voll ist es nicht unbe­dingt. Man kann ja auch völlig unauf­ge­for­dert gute Arbeiten machen. Nur ist bei solchen Wettbewerben oft schon von vorn­herein klar, wer gewinnt und der Rest nur window dres­sing und der Geschmack der Jury auch nicht immer verläss­lich :-D.

    Mich nervt ja sowieso und grund­sätz­lich, dass jetzt jeder Hintertutzingen meint, ein Corporate Design für eine STADT zu brau­chen. Das ist abstrus. Ich kann gerade noch nach­voll­ziehen, dass Tourismuszentralen wie Berlin oder München das machen, aber… braucht ein Ort wie Cottbus ein Logo? Muss sich ein Ort wie eine Marke präsen­tieren – muss eine Gemeinde sich dem neoli­be­ralen Vermarktungsdruck unbe­dingt hingeben? Ich selbst glaube nicht – und Cottbus selbst anschei­nend auch nicht, sonst würden die aus der Sache nicht so einen Sparstrumpf machen und es so unse­riös angehen. Denn WENN man es schon macht, sollte man es richtig und ganz­heit­lich machen, nicht im Stile schlechter Waschmichmachmichnichtnass-Symbolpolitik.

  75. Andi

    @ HD Schellnack

    Sehe ich ähnlich …

  76. sm

    Habe die letzten Wochen mitge­lesen und hatte die ganze Zeit das Gefühl Ihr über­treibt. Ich dachte na gut die haben halt auch viel zu tun in Ihrem OB-Büro wird schon werden, dass man da mal was zu sehen bekommt. Ich hatte dann im Dezember (selbst­ver­ständ­lich nach dem 1.12.08) mal nach­ge­fragt wann man denn mit der Ausstellung der Arbeiten rechnen könne und da wurde mir gesagt in den nächsten Tagen wäre es dann soweit. Wieder dachte ich „man müssen die da viel zu tun haben in diesem OB-Büro“. Ich empfand es zwar schon etwas merk­würdig das man zum Veröffentlichen der Arbeiten ca. die doppelte Zeit braucht als man vorher verlangt hatte für die Erstellung der Entwürfe aber gut ist ja sicher­lich sehr viel zu tun in diesem OB-Büro. Und immer noch war ich guter Hoffnung. Ich hatte mich zum ersten mal an einem Wettbewerb betei­ligt (nach schrift­li­cher Aufforderung) und selbst­ver­tänd­lich war ich neugierig was dabei raus­kommt. So und dann kam am Montag der Brief :

    Es wird keine öffent­liche Präsentation der eing­reichten Arbeiten geben, da es aus “zeit­li­chen und tech­ni­schen Gründen nicht möglich ist, die hand­werk­liche Vielfalt der Beiträge in ihrer Komplexität und Wirkung ange­messen gleich­be­rech­tigt darzu­stellen.�?

    Ich sage Euch das war das ERSTE und LETZTE MAL, dass ich bei so einem Sch.. mitge­macht habe.
    In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein gutes neues Jahr ohne solche Wettbewerbe.

  77. Hendrik Runte

    @Andi: Vielen Dank, dass Du uns an Deinem Vorschlag teil­haben lässt. Mir gefällt das Logo sehr, auch wenn ich mir vorstellen kann, dass die Herren Bedenkenträger jetzt nach gegen­ständ­li­chen Wiedererkennungsobjekten suchen. Die einzige Kritik, die ich hätte: Das Erscheinungsbild ist ein wenig zu glatt geraten (aber bitte nicht falsch verstehen, nur »ein wenig«, und natür­lich rein subjektiv). Und: ich ärgere mich immer über WebSites, die erst den Browser auf Maximalausdehnung ändern (unge­fragt) und dann noch ein Pop-Up darüber öffnen, damit die Flash-Präsentation gut aussieht, denn das ist für die UI meines Browsers (Verlauf, Tabs, etc.) unan­ge­nehm. Aber letz­teres hat natür­lich nichts mit Deiner wirk­lich gelun­genen Arbeit zu tun.

  78. Moinmoin

    Ah, noch so´n Fall! Hier mal einer mit Ergebnis, das auch umge­setzt und bereits ange­wendet wird. Problem: Die Bevölkerung mag es nicht ;-). Es gibt einigen Rummel in der lokalen Presse. Ich hoffe ich sprenge hier jetzt nicht den Strang. Ist aber ne inter­es­sante Parallele. Wieder Ossi-Land, wieder eine halb­gare Ausschreibung mit vorher­seh­barem Ausgang, joviales Stadtmanagement und-kommu­ni­ka­tion, wieder ein Budget, das einer Frittenbude gut zu Gesicht steht … (Oh, sorry, Pommes-Buden sind selten so klamm)
    http://​www​.design​ta​ge​buch​.de/​s​t​a​d​t​-​z​w​i​c​k​a​u​-​e​r​h​a​e​l​t​-​n​e​u​e​s​-​c​o​r​p​o​r​a​t​e​-​d​e​s​i​g​n​/​#​m​o​r​e​-​426

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