Brauchen wir eine Designkammer?

Cottbus hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Erneut wurden Kommunikationsdesigner an der Nase herum­ge­führt … so wie man es sich bei Architekten, Ingenieuren oder Anwälten nie erlauben würde. Diesen Berufsständen ist eines gemein: Sie haben eine Kammer im Rücken, also eine berufs­stän­di­sche Körperschaft, die öffent­lich-recht­lich orga­ni­siert ist und Aufgaben der berufs­stän­di­schen Selbstverwaltung wahr­nimmt. Solche Kammern sind die Interessenvertretung ihrer Mitglieder. Wikipedia ergänzt dazu: »Auch besitzen sie Satzungsgewalt, welche perso­nell auf ihre Mitglieder und sach­lich auf ihren Aufgabenkreis beschränkt ist. Der Staat hat die Aufsicht (Staatsaufsicht) über die Kammer. Weit über­wie­gend besteht Zwangsmitgliedschaft. … Kammern vergeben Berufszulassungen und können diese bei Fehlverhalten auch wieder entziehen und Strafen erteilen. Sie nehmen Einfluss auf Ausbildung und Prüfungsrichtlinien.«

Johannes Erler (Factor Design, Hamburg) sympa­thi­siert mit der Idee einer Designkammer: »Manchmal muss man etwas auch ganz neu andenken, um der Idee einen Schub zu geben. Also: Verbände vereinen, eine Kammer gründen, etwas Neues machen. Ich bin mir fast sicher, dass sich an der momen­tanen, unbe­frie­di­genden Situation sonst nichts ändern wird. Die exis­tie­renden Verbände haben es in zwanzig Berufsjahren nicht geschafft, mich zu über­zeugen.«

Der nächste Schritt?


129 Kommentare

  1. Henning

    Erstmal ein wenig Landschaftsinformation.

    Eine Kammer kann man leider nicht einfach gründen, sie wird gesetz­lich vorge­geben. Also müsste der Gesetzgeber über­zeugt werden. Der hat es bis jetzt nicht als wichtig erachtet – und wird es wohl auch in Zukunft nicht. Wie ich stets an dieser Stelle der Diskussion sage: Eher werden die Architekten ihre Kammer los, als dass wir Designer eine erhalten.

    Die Landschaft der Designverbände derzeit:

    Verbände mit Qualifikationsvoraussetzung (Hochschule):
    • BDG – Kommunikationsdesign
    • VDID – Produktdesign
    • VDMD – Modedesign

    • IO – Illustratorenorganisation

    Verband ohne Qualifikationsvoraussetzung:
    • AGD – für alle vorge­nannte Sparten sowie einige weitere
    • desi­gne­rin­nen­forum – Frauen-Mischverband, teils dem AGD zuge­ordnet

    Weitere kleine und ganz kleine Gruppierungen (ca. 100 und weniger Mitglieder) mit meist eher Sparteninteressen:
    • forum Typografie
    • forum für Entwerfen
    • DDC
    • 100 Beste Plakate

    Die aller­meisten sind in der iDD orga­ni­siert, das ist ein biss­chen so etwas wie der infor­melle Dachverband. Nationale Interessenvertretung läuft darüber hinaus über den Designertag im Kulturrat, auch hier sind einige der vorge­nannten Verbände enga­giert. Internationale Abstimmungsprozesse laufen über BEDA und icograda.

    Seit wir als iDD gemeinsam auftreten, werden wir durchaus poli­tisch wahr­ge­nommen. Das erheb­liche Unwissen seitens der Politik erschreckt aller­dings bisweilen sehr. Die Politik kann nach wie vor mehr mit einem Manager eines Unternehmens mit 100.000 Mitarbeitern anfangen als mit einem Vertreter einer Branche mit übri­gens deut­lich mehr als 100.000 Beschäftigten (meist Freiberuflern).

    Selbst mehrere Jahre mit zwei­stel­ligen Wachstumsraten (für die jedes Großunternehmen hofiert würde!) führen nicht zu einer privi­le­gierten Behandlung. Wir haben einfach keine Aufsichtsratsposten zu vergeben, das ist die Krux.

  2. stomen

    ich hab lange in cottbus studiert und gelebt. zufällig archi­tektur. daher kann ich sagen, dass auch archi­tekten diesen bären­auf­bin­dungen immer wieder in dieser stadt auf den leim gehen.

    ich glaube gar, dass es einfach der cott­busser billig-menta­lität entspricht, so mit kreativ arbei­tenden menschen umzu­springen. leider haben die verant­wort­li­chen noch nicht erkannt, welche poten­ziale im kleinen spre­e­n­edig stecken.

    und die TU serviert der stadt ja auch immer wieder input für umme. das funk­tio­niert aber nur, weil sich ein paar studie­rende die stadt, in der sie sich zu leben entschieden haben, einfach selber schöner machen wollen. und studie­renden machen sowas für ganz kleines oder gar kein oder sogar eigenes geld. cottbus wirk­lich aufzu­werten bekommt der wasser­kopf dort nämlich nicht hin … es sei denn durch einen neuen shop­ping-zombie, der die nicht erkannten quali­täten wegbombt (hier läßt auch die berliner stadt­schloß-debatte grüßen) und nach­fol­gend noch mehr ödnis in die restin­nen­stadt prügelt. aber ich schweife ab …

    kurz: keine kammer kann vor cott­bus­sig­keiten schützen. aber viel­leicht vor anderen dingen.

  3. Bonk

    Von wegen. Fiese Abzocke ist bei Architekten an der Tagesordnung. Und unsere tolle Architektenkammer kann leider gar nichts gegen die vom Markt diktierte Praxis machen. Seit Mitte der neun­ziger wurde die Honorarordnung für Architekten nicht mehr ange­passt- eine der Dinge für die sich die Kammer mal einsetzen könnt. Leider habe ich den Eindruck, sie exis­tiert mitt­ler­weile nurmehr zum Selbstzweck -und um Beiträge zu kassieren. Genug Mitglieder hat sie ja dank Zwangsmitgliedschaft (um sich Architekt nennen zu dürfen und eine Bauvorlageberechtigung zu erhalten muß man Mitglied sein)- die Grundlage der Berufsausübung.

  4. uni_code

    Nein, wir brau­chen keine Designkammer.
    Wie es scheint hat der Designer an sich einfach eine fatale Lust am über’s Ohr gehauen werden. Gerne auch mehr­fach, mit Enthusiasmus. Das ist erstmal ein Problem der eigenen Doofheit. Bitte nicht als Vorwurf miss­ver­stehen, aber jeder Architekt, jeder Anwalt und jeder Designer hat in seiner Karriere Augenblicke, in denen er entweder nach einer Mama Organisation brüllen kann – oder sich einfach einge­steht, Deppensteuer bezahlt zu haben.

    Gleichzeitig haben Kammern auch mit dem Thema Berufserlaubnis zu tun – was imho im Bereich Design eine komplett absurde Idee ist. Denn: woran fest­ma­chen? Einem Diplom?

    Und der dritte Grund: es ist einfach absurd und Loriot-würdig, nach einer Kammer zu schreien, weil Verbände versagen. Hatte hier schonmal jemand mit einer Handwerkskammer zu tun?

  5. Matze

    Abgesehen von der sach­li­chen Auseinandersetzung:

    Allein die Diskussion finde ich erstaun­lich. Angesichts zahl­rei­cher Aktivitäten von unter­schied­lichsten Gruppen anderer Branchen, Kammern und damit verbun­dene Zwänge aufzu­wei­chen oder gar ganz abzu­schaffen, disku­tieren gerade Designer und Gestalter über die Einführung einer solchen Institution. Bemerkenswert… ich verfolge die Diskussion mit großem Interesse!

  6. Henning

    Ja, genau, danke – wie bestellt. Das kann ich nur bestä­tigen.
    Interessenvertretung ist Dickbrettbohren. Ob Kammer oder nicht spielt keine Rolle, wie man am Beispiel der Architekten gut sieht. Bei denen ist die wirt­schaft­liche Lage (=die Auftragslage) so mise­rabel, dass viele fast schon für Kost und Logis arbeiten. Das gleiche Bild bei den Produktdesignern. Das liegt unter anderem auch daran, dass an den Hochschulen und Universitäten in Produktdesign und Architektur konse­quent über den Bedarf ausge­bildet wird. Manch einer wech­selt dann ins Kommunikationsdesign, wie Professor Uebele beispiels­weise (Architekt). Wenn Du aber mit Politikern redest, dann fällt denen bei Design nur Möbel ein und bei ange­wandter Kunst die Baukunst. Dieses Meinnungsbild zu ändern, das ist Dickbrettbohren. Und dabei möchten die Verbände unter­stützt werden – durch Mitarbeit oder wenigs­tens durch Mitgliedschaft.

  7. nora

    Bevor ich mich irgendwo „zwangs­ver­mit­glieden“ lasse, wechsel ich den Beruf. Der Ruf nach einer Kammer ist völlig absurd.

  8. Johannes

    nochmal: die frage ist doch: wie geht (@henning) »dick­brett­bohren« am besten?

    wenn ich ein dickes brett zu bohren habe, über­lege ich mir doch zunächst, welchen bohrer ich dazu benö­tige und nehme nicht den bohrer, den ich schon habe, um anschlie­ßend fest­zu­stellen, dass er nicht geeignet ist.

    genau so kommen mir solche diskus­sionen aber viel zu oft vor: wir gehen zu oft von dem werk­zeug aus, das uns adhoc zur verfü­gung steht und denken, damit müsse es dann klappen.

    und in diesem zusam­men­hang KÖNNTE man also nun zu dem schluss kommen, dass die viel­ver­bän­de­si­tua­tion, in der wir uns befinden, grund­sätz­lich schlecht geeignet ist, die situa­tion zu ändern, auch wenn das für die vielen enga­gierten menschen, die sicher bisher betä­tigt haben, nach­voll­zieh­ba­rer­weise bitter ist.

  9. Henning

    Nachtrag zu #4: So richtig das Argument mit der Deppensteuer ist, so abwegig und sach­fremd der Versagensvorwurf in Richtung der Verbände. Je schlechter die Unterstützung der Verbände, desto schlechter die Wahrnehmung in der Politik. Die Aufmerksamkeitsschwelle in der Politik liegt bei etwa 5.000 Leuten. Wenn Du die (als Organisation/Initiative o.ä.) aufbringst, darfst Du mit einem Bundesvertreter reden. Natürlich nicht mit einem Minister und auch nicht beson­ders lange, aber immerhin. Da sind wir neur­dings ange­kommen, seit ALLE Berufsverbände im Design zusam­men­ar­beiten. Mangels Unterstützung vom Gros der Designer wäre schon für dieses Miniergebnis JEDER einzelne Verband zu klein. Die Verbände sind auf dieses noch junge gemein­same Auftreten durchaus stolz. Wie man daraus ein Versagen ableiten kann, ist mir schlei­er­haft. Ob jedoch mehr draus wird, liegt auch an den 95% Fernsehzuschauern, die sich das Geracker in den Verbänden bislang vom Sessel anschauen, und nach dem Sportschau-Prinzip („lauf schneller, du faule Sau“) nur zum Meckern Aktivität entwi­ckeln.

    Nora, da kannst Du beru­higt sein, das wird nicht passieren. Eine frei­wil­lige Mitgliedschaft würde Dich aller­dings adeln.

  10. Henning

    Johannes, wie in meinem vorste­henden Post erläu­tert, haben alle „Verbandsfuzzis“ das längst einge­sehen, die Kleinstaaterei über­wunden und sich unter einem gemein­samen Dach einge­funden. Nur: mit ca. 6000 Organisierten bist Du halt immer noch ein Zwerg auf der poli­ti­schen Bühne. So ohne Geld und Manpower ist das irre schwer. Und kurz­fris­tige Wunder gibt es da auch nicht, Politik besteht aus der Kunst der kleinen Schritte. Wir brau­chen: Mitglieder, Spenden, ehren­amt­liche Mitarbeiter. So einfach ist das. Zum Beispiel könnte factor einen flyer spenden. Oder ein Jahr Telefonkosten. Solche Dinge.

  11. matthias

    wir brau­chen nach­voll­zieh­bare quali­ta­tive krite­rien zur bewer­tung eines werks. also eine öffent­lich­keit, die wir mit mehr erziehen als unserem eitlen geschmack.
    wenn das nur ein verband, eine kammer, eine andere über­ge­ord­nete orga­ni­sa­tion kann, dann brau­chen wir eine solche. viel­leicht brau­chen wir aber einfach nur einen fach­li­chen diskurs, dem eine andere öffent­lich­keit zu teil wird, als dieser blog oder die forms, novums und all das andere zeugs in der oberen auslage der bahn­hofs­buch­hand­lung. wo ist eine fundierte design­kritik und -wissen­schaft. die entsteht jeden­falls nicht, wenn wir ledig­lich unsere eigenen logos schön­reden …

  12. Vroni

    Es gibt im Bereich Pflege, die ähnlich wie Design vom Dumping, zersplit­terten Interessenvertretungen und zu unter­schlied­li­chen Berwertungsmaßstäben untworfen ist, eben­falls und schon länger Bestrebungen, eine Kammer zu gründen. Die Politik scheint nicht unge­neigt. Sowas dauert halt auch.

    Zurück zum Design:

    Das Dickbrettbohren ist die eine Sache. Das könnten – theo­re­tisch – Verbände auch. Theoretisch.

    Wir sollten uns – unab­hängig ob Kammer oder Verbandsvorleibe – eher über­legen: Was sind die Voraussetzungen, dass Kunden den Anbieter auf der anderen Seite, den Designer, wieder ernster nehmen.

    Das – könnte – eine Kammer sein. In Zeiten, in den Großbanken unter die Fittiche des Staates schlüpfen (wer hätte das vor 1 Jahr gedacht?), ist alles möglich.
    Muss aber nicht.

    Einfach gene­rell die Nachdenkfrage gestellt:
    Was können Designer tun, um sich einen besseren Status zu verpassen. Seien wir doch mal ehrlich, wir sind das Spielgerät, das auf weiten Teilen des Marktes nix kosten darf und das am raschesten wegge­worfen wird. Obwohl Design sehr wohl am ROI betei­ligt ist, wenn es gut gemacht ist.

    Das kommt natür­lich unter anderem davon, dass viele Designer sehr unge­schickt am Markt agieren (Stichwort bessere kauf­män­ni­sche Ausbildung) und sich zu viel gefallen lassen. Stichwort Angst. [Ich habe aktuell den Fall eines Kollegen, der einen 36-Seiter für unter 900,00 € ge DTP-t hat aus Angst, er bekommt sonst den Zuschlag nicht. Jetzt schlägt er sich mit dem Problem rum, dass der Kunde den 20. Änderungsdurchlauf rein­packt, weil es halt ein Komplett-Paket war. Auf meine Frage an den Kollegen, warum er kein Limit gesetzt hat und ob er nicht langsam was sagt, das man jetzt so langsam dem Kunden nach­kal­ku­lieren müsse, habe ich bis jetzt noch keine Antwort von Kollegen. Er ist hilflos, traut sich nichts mehr sagen und sehnt nur noch das Ende des Projekts herbei.

    Stichwort Angst.

    Nicht unbe­dingt auschließ­lich Stichwort Dummheit (was ein Vorschreiber gut auf den Punkt gebracht hat :-)).

  13. Arne

    @ uni_code: Feiner Kommentar, der in vielen Punkten meine Zustimmung findet.

    Dass sich jedoch die 5% der Kolleginnen und Kollegen, die in Verbänden orga­ni­siert sind, von den rest­li­chen 95% sagen lassen müssen, sie hätten versagt, ist verkehrte Welt.

    Die weit hinter dem Wünschenswerten zurück­blei­bende Interessenvertretung verant­worten zunächst die unor­ga­ni­sierten Kolleginnen und Kollegen, nicht die orga­ni­sierten.

  14. uni_code

    #11: schwebt dir sowas ähnli­ches wie der ADC vor?
    okay, das war jetzt unter der gürtel­linie…

    aber grund­sätz­lich finde ich diese denk­rich­tung ziem­lich erschüt­ternd. das fängt beim erzie­hungs­an­spruch an…. uff…nein… bloß nicht! lieber lebe ich in einer welt mit comic sans als in einer mit design­po­lizei.

  15. Henning

    #11: „quali­ta­tive krite­rien“
    Uh huh, wer gibt denn dabei den Selektionsarzt? Ich möchte das nicht.

    „fach­li­chen diskurs“
    OK, da komm ich schon eher mit.

    Es geht glaube ich um die Stärkung des kultu­rellen Respekts. Design ist nicht nur Quotensau (ROI, und sogar gewaltig!), sondern auch Teil der kultu­rellen Landschaft. Eine Einengung nur auf wissen­schaft­liche Wirkungsanalyse wäre sehr unfunky und würde Design zur Baustatik des Marketing redu­zieren. Ich glaube, das würde das Design nicht weiter bringen. Auch wenn man eine gepflegte Abneigung gegen den Kunsthysterikersprech hat – genau diese Diskussionen sind es, die das Design nach vorne bringen. ROI ist Pflicht, was darüber hinaus geht, der kultu­relle Mehrwert, das ist die Kür.

  16. Phillip

    Wenn niemand mehr bei zwie­lichten Wettbewerben mitmacht, dann wirds auch keine Abzocke in die Richtung mehr geben können.

    Ist zwar doof für die, die jetzt mal wieder drauf rein­ge­fallen sind, aber zumin­dest dieje­nigen die sich hier im Fontblog rumtreiben und trotz der eindeu­tigen Kommentare mitma­chen mussten leider mit so einem Ausgang rechnen.

  17. Ein Student

    Ich muss leider die Schilderung von stomen (Kommentar 2) voll und ganz bestä­tigen. Ich lebe und studiere seit fünf Jahren in Cottbus, zufällig auch Architektur. Aus den von stomen genannten Umständen steht für mich zum Beispiel auch fest, dass ich nach dem Studium nicht in Cottbus bleiben werde, denn dass sich an den Zuständen wirk­lich was ändert, sehe ich nicht.

    Eine Kammer bringt Vor- und Nachteile, der Ruf danach erfolgt hier aber m.E. aus den falschen Gründen. Das Beispiel der Architektur zeigt, dass auch die Kammer nicht vor allem schützen kann und auch vieles sträf­lich unter­lässt, was sie eigent­lich machen müsste.

    Im Fall Cottbus wäre eigent­lich der Gang an die Öffentlichkeit der rich­tige Weg, dafür braucht es keine Kammer, sondern z.B. die Presse. Und das ist hier der Knackpunkt und das fatale in Cottbus: Es gibt in Cottbus keine Presse, also jeden­falls nichts, was den Namen wirk­lich verdient. Würde etwas passieren, wenn über den Fall in der Berliner Zeitung oder taz berichtet würde? Sehr frag­lich, ob etwa der Cottbuser OB sich dadurch genö­tigt fühlen würde, einen Finger zu rühren. Lesen Cottbuser Politiker das Fontblog? Sehr, sehr frag­lich.

    Man kann in Cottbus gut leben, wenn man nicht zuviel erwartet, aber als Kreativer sollte man einen großen Bogen darum machen.

  18. Phillip

    Nachtrag: Ich möchte die Verantwortlichen auf keinen Fall frei­spre­chen, aber man sollte einfach Selbstschutz üben. Das ist zumin­dest mittel­fristig die beste Lösung.

  19. Henning

    #2, 17 kann ich sagen, dass auch archi­tekten diesen bären­auf­bin­dungen immer wieder in dieser stadt auf den leim gehen.

    Nicht nur Architekten, nicht nur in dieser Stadt. Der Markt für kultu­relle Dienstleistungen ist in der Provinz tenden­ziell geringer ausge­prägt als in den Metropolen und damit auch die Würdigung. Ich hab da mal einen Link ….

    http://​zeus​.zeit​.de/​b​i​l​d​e​r​/​2​0​0​9​/​0​3​/​l​e​b​e​n​/​z​e​i​t​-​m​a​g​a​z​i​n​-​l​e​b​e​n​/​d​e​u​t​s​c​h​l​a​n​d​k​a​r​t​e​/​d​e​u​t​s​c​h​l​a​n​d​k​a​r​t​e​-​8​0​0​.​jpg

  20. Vroni

    @ ein Student
    :-)

    Ich glaube nicht, dass der OB gänz­lich schmerz­frei ist. Negative Presse über die Stadt tut schon weh. sollte hat nicht das Rheinische Tagblatt sein, sondern Minimum Stern oder Spiegel.
    ______________
    Wer wissen will, um welche Städte noch ein Designer einen Bogen machen sollte, kann ich gern behilf­lich sein ^^.

  21. Henning

    Erster Absatz ist zitiert, sorry.

  22. Henning

    #20 „um welche Städte noch ein Designer einen Bogen machen sollte, “

    Ja, nun aber heraus damit! :-)

  23. Vroni

    @ Henning
    Ein großer Typo-Designer (AGD), der sich vor wenigen Jahren nach Berlin wegmachte, meint München solle man meiden.

    Ich persön­lich würde um Kulmbach (Stadtmarketing jetzt) einen großen Bogen machen. Toursimusregion Fichtelgebirge als nächstes. Auch um das Textilmuseum Augsburg.
    Um Nürnberg einen Schlenker und dann doch vorsich­tigen Hinschnufer, ob sich mitt­ler­weile was gebes­sert hat :-)

  24. Henning

    »Ein großer Typo-Designer (AGD) …«

    Den kenn ich! :-D

    Im Ernst: ein Blick auf die Karte der Zeit (übri­gens eben­falls ganz grau­same Infografik) sagt mir, dass überall da, wo die Karte weiß ist, ein Leben als Designer schwierig/frustrierend sein könnte. Und überall da, wo die Karte rot ist, sich die Konkurrenz gegen­seitig auf den Füßen steht.

  25. HD Schellnack

    Generell finde ich solche Diskussionen – wie sie in den USA und Niederlanden seit langem laufen – extrem wichtig. Design ist ein junger Beruf, ohne Zunftvergangenheit (und perfi­der­weise werde ich in die Berufsgenossenschaft DRUCK gepackt… ja HALLO????), und es ist im Sinne einer post­pu­ber­tären (80s/90s) Ich-findung der Branche, solche Themen zu disku­tieren. Ob da am Ende eine Kammer kommt – unwahr­schein­lich und nicht die Lösung – oder ein gestärkter Arm von öffent­li­chem Auftreten eines geschlos­senen Verbandes mit promi­nenten Gesichtern… wichtig ist die Lösung von den Klischees der Sorte Einzelkämpfer, Künstler und und und. Bei aller unter­schied­li­chen Ausprägung ist Design eben nicht freie, brot­lose Kunst, sondern ein kraft­voller Wirtschaftszweig – und so dürfen wir auch ruhig auftreten.

  26. Henning

    # 25 »Berufsgenossenschaft DRUCK«

    Oh boy, aller­dings! Unfallversicherungspflicht durch Satzung gem. SGB III, ganz grau­sames Kapitel. Es hätte auch die Verwaltungsberufsgenossenschaft sein können – oder die der Bäcker! –, die den Designer in die Satzung aufnahm, und dann wäre man dort zur Mitgliedschaft verpflichtet gewesen. Schon beacht­lich, wie leicht man den guten Gedanken per Gesetz von Vollkasko zu Vollkafka treibt.

    Sei geherzt, HD!

  27. Bernd Klutsch

    … wie wäre es den mit einer „Black-List“ im Internet.
    Cottbus? Rein damit.

    Geht so was recht­lich über­haupt?

  28. Vroni

    Ich persön­lich bin für eine Kammer.

    (Verbände mit ihrer bene­fit­ori­en­tierten Kulturarbeit dürfen gerne noch weiter exis­tieren.)

    Eine Kammer wird zwar nicht alles können/machen/leisten, aber verleiht m. E. mehr politisches/amtliches Gewicht als Verbände mit ihrer Kulturarbeit (die ich ja würdige) je können werden.

    Warum mehr amtli­ches Gewicht?

    Blöde (und auch wieder schlaue) Antwort: Weil Deutsche so ticken. Deutsche Kunden auch.

    Beweis neulich, als ich einer Lektorin die Website machte, meinte sie, wenn sie ihren Kunden erzählte, dass eine sauber lekto­rierte, verständ­liche Betriebsanleitung eine feine Sache wäre für den Anwender und tolles Image gäbe für die Firma – bene­fit­ori­en­tierte Argumentation wie die löbliche für „Design als starken Wirtschafts- und Kulturfaktor“: Nichtreaktion. Brauche mer net.

    Wenn sie hingegen über Gesetze argu­men­tiert: Sie brau­chen eine ordent­lich durch­lek­to­rierte Betriebsanleitung, um sich vor Schäden am Gerät durch falsche Bedienung, Anzeige und Regressforderungen zu schützen, dann kommt: Brauche mer schnell, mach mer.

    Auf was ich raus will ist, dass der gute kunden­ori­en­tierte ameri­ka­ni­sche Benefit in D mental bei Unternehmen noch nicht so toll Fuß gefasst hat wie woan­ders. Bei uns regiert eher die Erfüllung von Auflagen (auch wenn es gehasst wird) und die Furcht vor Verlust. Also negativ-orien­tiert. Dies ist meine ganz persön­liche Erfahrung vor allem mit KMU. Selbstverständlich ticken zum Glück einige KMU und die meisten großen profes­sio­nelle Marketingabteilungen anders. Doch nicht jeder Designer kann für die arbeiten, weil es zu wenige davon gibt (und zu viel Designer btw.)

    Gleichzeitg darf und soll die kultu­relle Überzeugungsarbeit laufen. Ist doch kein Widerspruch.

  29. HD Schellnack

    > ganz grau­sames Kapitel

    GANZ! Zumal meine Mitarbeiter über eine eigene Haftpflicht längst versi­chert sind. Und besser. Absolute Frechheit.

    Hier, ich mach mal Nägel mit Köpfen, henning.

    Wenn ich in den BDG rein­komme (Keine Hochschule), melde ich mich an und dann müssen Heide und Lutz Hackenberg sehen, dass sie mich zum Bleiben im AGD moti­viert kriegen :-D. (Wo ich ja auch sehr gern bin…)

  30. Vroni

    @ Bernd

    „Geht so was recht­lich über­haupt?“

    Eher nein. Es wird dazu neigen, eine Mobbingliste zu werden.

    Rechtlich on the safe side ist man nur, wenn man Behauptungen, die man macht, gesi­chert beweisen kann. (Daher würde ich persön­lich keine Plattform zur Verfügung stellen, wo sich jeder Designer „auskotzen“ kann. Der Betreiber könnte das alles gar nicht über­prüfen.)

    Denn: Wenn ich für mich öffent­lich behaupte, ich persön­lich würde die Stadt K. als Designer meiden, dann ist das meine persön­liche Meinung. Ich darf aber nicht „amtlich“ so schreiben: „Die Stadt K. ist für Designer nicht tragbar.“ Oder schlimmer: „Die Stadt C. zockt ab oder betrügt.“ wenn ich es defi­nitiv nicht stich­haltig beweisen kann. Letzteres ist klar Rufschädigung und es gibt ziem­li­chen Ärger.

  31. jAnsen

    schön wäre schonmal eine siche­rung der berufs­be­zeich­nung „desi­gner“. damit könnte man ja mal anfangen. dann kann sich nämlich nicht mehr hinz und kunz mit einem titel schmü­cken, ohne jedwede erfahrung/ausbildung auf diesem SEHR spezia­li­sierten feld. ich kann mich ja auch nicht einfach dr. oder archi­tekt nennen. viel­leicht kommt dann auch mal in der indus­trie an, dass sie es hier größ­ten­teils mit akade­mi­kern zu tun hat. und die wollen nunmal auch entspre­chend ihres langen ausbil­dungs­weges bezahlt werden.

    aber damit sind wir ja schon beim eigent­li­chen thema: zum übers-ohr-gehauen-werden gehören ja bekannt­lich immer zwei…
    erst wenn die desi­gner aufhören, sich unter wert zu verkaufen und ange­mes­sene hono­rare verlangen, kann man darüber nach­denken, ob man jetzt immer­noch eine kammer braucht. die steht nämlich beim (unbe­zahlten?) pitch sowieso nicht mit einem im raum und über­nimmt die gehalts­ver­hand­lung.

  32. HD Schellnack

    Ist übri­gens inter­es­sant, inwie­weit das Fontblog SCHAFFT, was die anderen Designforen hier­zu­lande nicht leisten – zuneh­mend Plattform für genau diese Art von Diskussionen zu werden. Chapeau, Jürgen – (and didn’t I tell you so?)

  33. Henning

    HD, bei Dir sehe ich gar kein Problem. Unser Aufnahmekriterium lautet »Hochschulabschluss oder vergleich­bare Qualifikation«. Die erfüllst Du mühelos, da mach Dir mal keine Sorgen. Wir sind ja keine staat­liche Hochschule (an die wird man Dich ohne den förm­li­chen Abschluss NIE berufen, voll­kommen egal wie gut Du bist).

    Vroni hat schon alles zu “Geht so was recht­lich überhaupt?�?gesagt. Möchtest Du nicht auch bei uns mitma­chen? Deine Argumentation zum kunden­ori­en­tierte ameri­ka­ni­sche Benefit kleb ich mir an die Wand, herr­lich!

    jAnsen: Die Berufsbezeichnung Designer ohne Zusatz zu schützen geht nicht, leider. Die Diskussion gabs schon vor ach, da waren einige hier noch nicht mal geschlüpft.

  34. Johannes

    ich bin auch für eine kammer.

    als gefäß mit einem namen, der »etwas bedeutet in deutsch­land«. unab­hängig von den erfah­rungen anderer kammern, die alle ihre indi­vi­du­ellen geschichten haben. eher wie ein troja­ni­sches pferd zu betrachten.

    und mit dem fest defi­nierten ziel, design in seinen verschie­denen spiel­arten als nütz­li­chen, nach­voll­zieh­baren gesell­schaft­li­chen beitrag fest in den köpfen zu veran­kern.

    es geht um eine feste defin­tion des design­be­griffes, den man uns längst wegge­nommen und kaputt­ge­macht hat. nur deshalb müssen wir alles, was wir tun, immer wieder von neuem erklären. und genau das bin ich so wahn­sinnig leid.

    oder um es weniger pathe­tisch auszu­drü­cken: zumin­dest hollän­di­sche verhält­nisse müssen in diesem land doch irgend­wann auch wieder möglich sein.

    nichts für ungut henning, aber die heutige topnews des bdg (den man nur über google findet) ist »kran­ken­geld-abschaf­fung stoppen«. die ganze seite sieht aus, wie die einer versi­che­rung. und tief drinnen in der site­struktur, unter satzung, finde ich dann auch was über die ziele. da geht es aller­dings haupt­säch­lich um »berufs­stän­di­sche belange«.

    ich glaube, das ist zu wenig plakativ. unter anderem.

  35. thomas | BFA

    jAnsen: und dann wäre der gute HD auch kein desi­gner, viel­leicht noch geschäfts­führer von node­sign aber kein aner­kannter desi­gner. was im übrigen auch für erik spie­ker­mann gelten würde, der ja soweit ich weiss auch keinen abschluss eines aner­kannten design­stu­diums hat.

    wobei ich den gedanken schon verstehen kann, denn wer weiss zum beispiel, was einen dipl.-grafik desi­gner (FH) von einem C.I.D.-»designer« unter­scheidet?

    zurück zum thema:

    ich fände es schön, wenn sich mal jemand vom AGD melden würde. henning ist wirk­lich ein guter, kompe­tenter und vor allem glaub­hafter vertreter des BDG.
    müsste ich jetzt entscheiden würde ich auch für den BDG entscheiden.

    wer nicht da ist, wird nicht gehört, so einfach ist das spiel.

  36. Henning

    Johannes, Kammer ist nicht drin, der poli­ti­sche Wind weht aus einer anderen Richtung. Gemeinsame Interessenvertetung, das bekommen wir geba­cken. Du möch­test gern Daily Design News? Die musst Du auch bezahlen, das ist die Wahrheit! Und ich weiß, dass unsere Webpräsenz drin­gend aufge­mö­belt gehört. Mach doch mal! Komm mal aus dem Sportschausessel … :-)

  37. HD Schellnack

    >an die wird man Dich ohne den förm­li­chen Abschluss NIE >berufen, voll­kommen egal wie gut Du bist
    Ja klasse, bau mich auf – das nervt mich echt EXTREM.

    Aber okay, ich meld mich mal bei euch an. Jetzt haste mich auf dem Hals!

    Und Johannes – Leute, die die Power von Factor oder Strichpunkt usw mitbringen (also ARBEITSPLÄTZE!!!) braucht jeder Verband, der Kraft haben will, also sollte man viel­leicht gemeinsam aktiv werden. Die Kritik am BDG – und allen anderen Verbänden – teile ich. Da tun, Gaußsche Normalverteilung, eine Handvoll gute, viele mittel­mä­ßige und einpaar miese Leute ihr Werk, die Guten bemühen sich – aber alles in allem kommt da zu wenig bei rum. Ob eine KAMMER nun aber moderner, schneller, durch­schla­gender wäre? Überall wo viele Leute orga­ni­siert sind, wirds seltsam, oder???

  38. HD Schellnack

    Und mach man sich nix vor – Henning ist der EINZIGE Grund für mich, den BDG über­haupt anzu­denken. So wie Heide und Lutz der einzige Grund sind, dem AGD beigetreten zu sein.

  39. Johannes

    henning, wir treffen uns demnächst einfach mal. wär ja sowieso mal wieder schön. aber eine website gibts dann noch nicht. da musst du mir zunächst noch ein paar sachen über den bdg erzählen… :-)

  40. HD Schellnack

    @Jansen
    Eine Berufsbezeichnung zu schützen ist so ein Ding. Was sind die Kriterien. Otl Aicher – kein Designer? (Architekt, der er war, durfte er sich ja dann irgend­wann nicht mehr nennen). Erik Spiekermann – kein Designer? Davd Carson… na, du verstehst schon, die Liste der Quereinsteiger ist extrem lang. Zumal ich, höflich gesagt, großen Zweifel habe, ob ein Studium DER Königsweg zum Design sein muss. Aber da hat Aicher auch besser argu­men­tiert, als ich es könnte. das selt­same ist, du hast Recht und Unrecht – es braucht Qualitätskriterien, an denen die zu Recht oft völlig mit der Bewertung von Designqualität über­for­derten Kunden sich orien­tieren können. Aber zugleich schei­tern gute Kreative dann an solchen Beamtenstadel-Kriterien, das wäre idio­tisch. Die Beurteilung sollte also nicht vom Staat, sondern AUS DER BRANCHE selbst kommen. Was, in Form von Awards usw, ja durchaus gegeben ist. Wenn ich als Kunde zu Factor gehe, weiß ich was ich kriege, weil es mehr­fach semi-neutral bestä­tigte Qualität gibt (die poten­ti­elle Chance der Inzucht bei solchen Awardsachen usw mal beiseite gelassen).

    Aber das Ding ist, mich wurmt schon, dass ich an einer FH nicht als Prof arbeiten kann – and Jesus, das wär doch eine lustige Sache -, weil der Staat auf einen Abschluss besteht. Meinen Beruf ganz aufgeben zu müssen, weil mir eine Urkunde fehlt… oiiiii. No way ist das eine Lösung.

  41. Vroni

    Ist nicht ein bekannter Sprayer jetzt Mitglied der Akademie der Künste?

    Gibt es nicht längst Ausnahmegenehmigungen für Professuren?

    Ähnlich sollte man bei der Aufnahme in die Kammer vorgehen: Wenn Diplom oder akade­mi­scher Titel nicht vorhanden, dann zählen genauso Referenzen, Berufsjahre. Falls nicht vorhanden = Probearbeit abgeben. Wo ist das Probem?

  42. erik spiekermann

    Erik Spiekermann – kein Designer?

    Da habt ihr recht: ich habe keinen abschluss, nirgends. Abgebrochener kunsthistoriker/ architekturhistoriker/ anglist. Angelernter setzer/ drucker/ montierer/ reinzeichner/ schrift­ent­werfer. Beim BDG war ich eine weile sogar vize­prä­si­dent, aber keiner hat mich je nach einem abschluss gefragt. Und an der hoch­schule in Bremen hat man mir den hono­rar­pro­fessor verliehen aufgrund der „rang & ruf“ regel. Seitdem ich den titel habe, fragt niemand mehr. Außer nach meiner kran­ken­ver­si­che­rung, die ich aber nicht habe.

    Übrigens ist dieses jahr das European Year of Innovation and Creativity, viel­leicht eine gele­gen­heit mit Brüssel über unsere anliegen zu spre­chen. Ich habe dem kommissar schon mal geschrieben, dass die öffent­li­chen ausschrei­bungen desi­gn­qua­lität unmög­lich machen, weil nur nach dem preis entschieden wird. Und selbst wenn das nicht so wäre, wer sollten denn in Brüssel (oder Cottbus) über qualität entscheiden? Die archi­tekten haben wenigs­tens eine jury. Dafür müssen sie aber kosten­lose pitches machen, denn etwas anderes sind die wett­be­werbe nicht.

    HD: mach dir keine sorgen, wenn man dich will, dann kann jede hoch­schule einen weg finden dich einzu­stellen. Mach einfach weiter gute arbeit und bitte mich ggf um ein gutachten.

  43. jAnsen

    ist schon klar, dass man sich über die krite­rien einer geschützten berufs­be­zeich­nung genauer gedanken machen muss. aber irgend­wann muss es ja mal eine umstel­lung geben. der archi­tekt als beruf ist ja auch nicht seit menschen­ge­denken defi­niert.
    da läßt sich ja aber einiges machen, um quer­ein­stei­gern die chan­cen­gleich­heit zu sichern – keine sorge hd, du wirst nicht zum prakti degra­diert :)
    siehe vronis vorschläge.
    (und ganz ehrlich? warum soll der begriff „desi­gner“ nicht auch quali­täts­merk­male aufweisen, die man eben nur durch berufserfahrung/ausbildung/studium erwerben kann? mich wundert immer, dass da inner­halb des berufs­standes so ein aufstand gemacht wird. wer den titel tragen will, soll auch die enspre­chende qualität liefern können. wir sind ja keine freien künstler, die man an völlig subjek­tiven mass­stäben (sss-danke, neue deut­sche recht­schrei­bung) messen sollte.)

  44. HD Schellnack

    Erik: Merci. ich seh da etwas schwarz, weil ich nicht den Rang&Ruf habe, den du oder Andreas Uebele (der ja auch sans Abschluss in DD unter­ge­kommen ist) haben. Aber ich versuch mal beizeiten mein Glück, seh da aber schwarz. An den Privaten Schulen hat das Arbeiten – gerade bei den Diplomen – extrem Spaß gemacht, aber ich weiß nicht, ob ich noch mal Lust auf eine private Schule habe, keine Ahnung. Wobei ich 2008 so extrem zu tun hatte, dass an Dozentur eh nicht zu denken wäre. Mal sehen, wie 2009 wird :-D.

  45. erik spiekermann

    Rang&Ruf

    Das dauert: ich habe MetaDesign gegründet, als ich 32 war. Es hat dann mindes­tens 10 jahre gedauert, bis daraus ein ruf geworden ist. Und still in der ecke sitzen geht nicht, deshalb heißt es ja auch „ruf“. Ich habe aber auch die ochsen­tour gemacht mit verbands­ak­ti­vi­täten (nicht nur beiträge bezahlt) in Deutschland und Europa, jede menge jurys, vorträge an hoch­schulen, veröf­fent­li­chungen… Das macht einem nicht nur freunde, weil es genü­gend kollegen gibt, die neben sich niemanden vertragen können.

  46. nora

    Henning: Schöner Versuch ;-) Aber da ist meine Herkunft zu boden­ständig, als dass du mich mit „Adel“ locken könn­test … Ich möchte ungern zu den meckernden Mitgliedern gehören – und da wäre ich dann schnell dabei, wenn ich mich nicht enga­giere. Da mein Zeitbudget durch unzäh­lige Sitzungen in vielen Kommissionen extrem einge­schränkt ist, könnte ich das defi­nitiv nicht im Moment. Das ist ein Dilemma. Aber sicher auch nicht der einzige Grund. Ich habe mich mein ganzes Leben mit Gremienarbeit schwer getan, aber das lerne ich ja zur Zeit … viel­leicht sollte ich nochmal drüber nach­denken.

  47. Christoph

    Auf Grund der Kommentare hier, habe ich mir inter­es­se­halber mal die Mitgliedsbeiträge für den BDG ange­sehen und muss sagen dass das für mich als Student mit 115 € einfach zu viel ist. In einem Sportverein bezahle ich die Hälfte und der bringt mir in meinem Studium auch erstmal mehr als die Leistungen des BDG ;)
    Dabei könnte man mich doch mit einem güns­tigen Einstiegsbeitrag davon über­zeugen, auch nach dem Studium dabei zu bleiben.

  48. Henning

    Sorry, Kundentermin … da bin ich wieder.

    Johannes, you’re welcome, melde Dich einfach, sobald Du in Berlin bist. Ich löffel’ Dir persön­lich den Milchschaum in die Tasse! (Rest per Mail …)

    HD, ich leide mit Dir, ich würde ja auch gerne unter­richten … Erik hat natür­lich recht, einmal in zehn Jahren wird eine Professur nach Rang und Ruf vergeben, zumin­dest in der Theorie geht das. In meinen Augen wird jedoch viel zu selten nach Rang und Ruf vergeben, das ist m. E. im Ausland anders.

    Och Nora, ein meckerndes Mitglied hat sich das Recht zum Meckern ja erworben, sozu­sagen. Es muss nicht jeder ein Amt über­nehmen, wir nehmen ja ersatz­weise auch Geld :-)

    Erik, Dein Brief macht mir Freude. Tatsächlich kommt es immer wieder vor, dass Ausschreibungen nur nach dem Preis bewertet werden. Dabei sind die Regeln sogar explizit offen für andere Vergabemöglichkeiten. Das ist nur nicht immer bewußt. Der BDG berät private und öffent­liche Auftraggeber auch immer wieder hinsicht­lich einer fairen Ausgestaltung von Angebotsverfahren. Es gibt aller­dings echt viele Auftraggeber und Auslober … :-)

  49. Vroni

    Ich würde dann in den BDG eintreten, wenn er sich über seine Kontakte zur Politik für die Idee der Kammer stark macht.

  50. Sascha

    Ich hab lange nicht mehr alle Kommentare in einer Diskussion hier durch­ge­lesen, heute war es dann mal wieder so weit. Super Thema. 115 € als Student ist nicht wirk­lich viel. Wenn ich über­lege für wie viel Schabernack man zwischen­durch und im Laufe eines Jahres Geld ausgibt. Wenn die eigenen Arbeiten stimmen, sollte man auch eigent­lich an einem Tag Arbeit das Geld drin haben. Und beim Vergleichen der Relationen ist es dann schon sinn­voll. Es geht doch um den Zusammenschluss, Austausch und die Hilfe unter­ein­ander. Wenn man sich aber als Mitglied nicht weiter enga­giert, bringt es einem erstmal nicht wirk­lich was und man kann nach der alten Mentalität „Wer nichts macht, macht nicht verkehrt“ weiter meckern. Mich würde mal gerne die Altersverteilung beim BDG inter­es­sieren, auch in Betrachtung der Leute die sich aktiv betei­ligen oder nur in der Kartei geführt werden.

  51. CyberPunk

    hi,

    ich bin einer der Quereinsteiger und bin sicher auch nicht so gut wie ihr die ihr in der Branche schon lange arbeitet und/oder Designer studiert habt. Ich nenne mich auch nicht Designer, denn ich weiß das ich da weit von weg bin. Ich arbeite für einen kleinen Verlag der sich sonst niemanden leisten könnte der ihm Flyer, Buchcover usw. gestalltet (die Stelle wird vom Arbeitsamt geför­dert, sonst könnte der Verlag es sich nichtmal leisten mich zu bezahlen). Ich gebe mir alle mühe dazu zulernen und werde auch langsam besser, bilde mich selber weiter.

    Um nun auf diese Kammer geschichte zu spre­chen zu kommen, ich habe in meinem Leben schon so einiges durch, und habe mit Kammern eigent­lich durchweg schlechte erfah­rungen gemacht. Als kleines beispiel die Handwerkskammer in meiner (weit zurück­lie­genden) KFZ Mechaniker ausbil­dung. Grottenschlechte Lehrgänge in dieser Kammer die aber Pflicht waren und von meinem Ausbildungsbetrieb bezahlt werden mußten (neben dem Beiträgen für die Pflichtmitgliedschft natür­lich). Ich hatte im Ausbildungsbetrieb mehr gelernt zu den Themen die in den Lehrgängen behan­delt wurden als in diesen.

    Was ich damit sagen will, Kammern sind leider oft mit einem schlechten Beigeschmack behaftet, sei es durch die Pflichtmitgliedschaft oder die schlechte Arbeit die von ihnen ausgeht. Dazu kommt dann noch, wie sollte sich mein jetziger Arbeitgeber jemanden leisten wenn da noch eine Kammer im hinter­grund steht die sagt so und nicht anders?
    Kleinere Betriebe die sich einen Desiner/Gestalter oder wie auch immer nicht leisten können würden dann entweder die Gestaltung selbst über­nehmen müssen (was sicher noch mehr in die Hose gehen würde als einen unge­lernten Quereinsteiger einzu­stellen der eben auch für weniger arbeitet) oder sie können direkt dicht machen, bzw. garnicht erst gegründet werden, wenn sie nicht die möglich­keit haben an jemanden zu kommen der die „Designs“ für sie macht der auch von ihnen bezahlbar ist.
    Ob das jetzt wirk­lich zu begrüßen wäre… ich weiß es nicht, aber ich tendiere zu einem klaren Nein.

    Was würde mit so leuten wie mir werden wenn es so eine Kammer geben würde? Müsste ich Mitglied werden obwohl ich den Beruf nie gelernt habe? Könnte ich über­haupt Mitglied werden obwohl ich den Beruf nie gelernt habe? Wird sich so eine Kammer entwi­ckeln wie die Handwerkskammer die einfach nur störend ist, die verhin­dert das Betriebe gegründet werden durch die Zwangsmitgliedschaft und den damit verbun­denen Kosten, bzw. durch die durch die Kammer zwin­gend vorge­schrie­benen Qualifikationen (welche sich natür­lich nur durch entspre­chende Abschlüsse nach­weisen lassen und nicht durch das wirk­lich vorhan­dene können)?

    Es gibt bestimmt viele posi­tive Aspekte die für eine Kammer spre­chen würden, aber bestimmt auch einige nega­tive. Ich bin jetzt nicht so ganz auf dem laufenden was gesetz­lich an eine Kammer für Vorschriften oder Pflichten gestellt werden, aber da gibt es sicher einige (oder die bestehenden Kammern schießen einfach nur übers Ziel hinaus).

    So nu hab ich hier jede menge geschrieben und hoffe es war nicht nur Müll, das waren auf jeden­fall so meine Gedanken zu dem Thema und ich hoffe das das ein oder andere viel­leicht auch zu der Diskussion beitragen kann.

  52. Henning

    Vroni, ich nöle bei Treffen mit der Politik immer rum, und die Politik verdreht immer die Augen. Wenn ich sage, dass man sich hinsicht­lich Verkammerung nicht viel Hoffnung machen soll, dann rührt das aus Erfahrung. Das Konzept Kammer ist poli­tisch out. Es gibt natür­lich andere Wege, sich den Rücken stärken zu lassen. Für den Fall, dass die Politik hier mitliest, mag ich öffent­lich darüber noch nicht zu viel sagen, wir verhan­deln ja noch über das eine oder andere.

    Beispielsweise hilf­reich ist unsere konstruk­tive Teilnahme an der Kulturwirtschaftsinitiative der Bundesregierung. Konkret ist dabei schon die Erhebung detail­lier­terer stati­scher Informationen über die Designwirtschaft heraus­ge­kommen. Das hätte auch von sämt­li­chen Designverbänden gemeinsam niemals gestemmt werden können. Solche Statistiken sind dann in einem nächsten Schritt wieder ein wirk­sames Werkzeug in der poli­ti­schen Diskussion. Wie gesagt, das ist Dickbrettbohren. Im Wirtschaftsministerium gibt es mitt­ler­weile schon ein paar Leute, die Design inter­es­sant finden. Jetzt müssen es nur noch mehr werden.

    Keine Angst Sascha, im BDG gibt es nicht nur Greise, wir haben eine recht gesunde Altersstruktur. Nachher, wenn die Geschäftsstelle wieder besetzt ist, bekommst Du eine genauere Antwort, OK.

  53. Henning

    Moin Cyberpunk, war kein Müll. Der Hauptvorteil einer Kammer ist natür­lich, dass es einfach anders klingt, wenn Du Kammer bist und nicht nur Dach(interessen)verband. Aber es muss ja ohnehin ohne Kammer gehen, denn s.o. … eine Kammer wird es nicht geben.

  54. CyberPunk

    Vielleicht ist es aber ja auch besser wenn es keine Kammer sonden „nur“ einen Interessen oder Dachverband gibt. Eine Kammer hat natür­lich mehr Gewicht in der Politik aber mit diesem Gewicht kommt auch Verantwortung, Macht und sowas ins Spiel. Vielleicht bin ich da auch etwas Paranoid, aber ich hätte da die Befürchtung das es sich eben ähnlich entwi­ckelt wie bei bestehenden Kammern, zum nega­tiven hin. Sowas habe ich im selbst im kleinen schon oft genug erlebt.

    Im moment wär ich bestimmt nichmal gut genug (vom fehlenden Hochschulabschluß oder über­haupt einer ausbil­dung im gestal­te­ri­schen Bereich mal ganz abge­sehen, nichmal Abi hab ich) um in die bestehenden Verbände aufge­nommen zu werden, aber ich arbeite dran besser zu werden ;)

    Da sehe ich aber eben auch eine Gefahr. Sicher gibt es schwarze Schafe die für nichts irgend­welche Aufträge machen (ich würde im Traum nicht auf die idee kommen mich Selbstständig zu machen, also geht von mir erstmal keine Gefahr aus hehe) aber es gibt sicher auch viele Leute ohne Abschluss oder ausbil­dung die echt gut sind. Wer entscheidet dann wer gut genug ist, es wehrt ist, aufge­nommen zu werden oder nicht?

    Ich denke das ein Verband oder auch eine Kammer an der einstel­lung der Auftraggeber (schnell schnell, billig billig, quali größ­ten­teil egal) nichts ändern würde, es sei denn es wird ein Zwang ausgeübt. Aber ist so ein Zwang wirk­lich zu begrüßen?
    Sollte nicht eher daran gear­beitet werden das die Auftraggeber sich ändern?
    Ich denke schon!
    Nur wie kann man diese Einstellung ändern, ich denke mit einem Verband oder einer Kammer nicht. Auch mit dem schützen der Berufsbezeichnung Designer wird sich daran nichts ändern. Dann werden eben keine selbst­er­nannten Designer beauf­tragt sondern „Pixelschupser Huber“ oder „Logoentwerfer Schmidt“ oder sowas.

    Ich denke das sich an der Situation so nichts ändern wird. Mit Verband oder ohne, mit Kammer oder ohne.
    Ich habe ja sogar schon selbst erlebt das 1€ Jobs vergeben werden in denen dann für gemein­nüt­zige Organisationen/Firmen/Vereine Logos, Flyer usw. entworfen werden sollten, sogar ein CMS sollte program­miert werden (für den DLRG (Stadt jetzt mal egal)).

    Wie soll sowas durch einen Verband verbes­sert werden können?

    Wie gesagt ohne ein umdenken seitens der Auftraggeber denke ich wird auch ein Verband nicht ändern können, es sei denn er schaft es die Auftraggeber zum umdenken zu moti­vieren.

    Durch irgend­welche Zwänge (das wäre dann aus meiner sicht die Kammer) wird sich da nichts machen lassen aus den oben genannten Gründen.

  55. Johannes

    Es gibt im wesent­li­chen zwei Probleme. Und für diese Probleme gibt es soge­nannte realis­ti­sche Lösungen und soge­nannte funda­men­tale Lösungen.

    Problem 1: Design ist zwar in seiner sinn­vollen und quali­tativ hoch­wer­tigen Variante durchaus (sogar gesell­schaft­lich) rele­vant. Das weiß aber niemand.

    Reale Lösung: viele Verbände reden viel.
    Fundamentale Lösung: zentrale Lobbyarbeit mit entspre­chender Strahlkraft. Stark und gebün­delt und mit einer Stimme.

    Problem 2: jeder kann sich heute Designer nennen. Der Begriff »Design« ist darüber natür­lich längst den Bach runter­ge­gangen. Er ist im Detail erklä­rungs­be­dürftig, meint heute alles und nichts.

    Reale Lösung: keine (immer wieder auf das Missverständnis hinweisen…).
    Fundamentale Lösung: den Begriff schützen (so wie den der Architekten).

    Womit ich sagen will: bevor wir gleich schon wieder anfangen, über die mögli­chen Folgen einer zentralen Organisation nach­zu­denken und dass sie also irgend­wann mal sowieso den Bach runter­geht, weil sie in ähnli­chen Strukturen endet, wie alle großen Organisationen, muss man doch zunächst einmal die Probleme, die Ziele und anschlie­ßend die beste Lösungskonstellation benennen.

    Und da fühlt sich funda­mental für mich einfach besser an.

  56. Sascha

    Da soll mal einer sagen, Gestalter bleiben nicht lange wach. 2:44, der Stich geht an Cyberpunk.
    Mir geht es eigent­lich nicht direkt um die Altersstruktur, da ich mich mit 29 (5. Semester) schon selber zum alten Eisen zählen kann. Es ist nur faszi­nie­rend zu sehen, wie sich selbst in 4 Jahren bei vielen Kommilitonnen von mir die Lethargie einschleicht. Am Anfang des Studiums wird alles gemacht und wenn man aber nach 2 Jahren merkt, dass sich an der ganze Situation nichts ändert wird gegen vieles gewet­tert. Vielleicht geht es auch vielen einfach danach im Job und es sei jetzt dahin gestellt ob sie in einem Verband eintreten oder nicht.
    Wieso kann der Begriff „Designer“ eigent­lich nicht geschützt werden zumal mich der infla­tio­näre Gebrauch mitt­ler­weile sowieso sehr stört und ich Gestalter um einiges besser finde, auch wenn dieser Begriff inter­na­tional nicht funk­tio­nieren kann.
    „Ich hab da mal was desi­gned.“ Da läuft es mir eiskalt den Rücken runter.

  57. Kai

    lese jetzt schon länger mit.

    CyberPunk teils verstehe ich dich, teils aber auch nicht.

    z.B. Handwerkskammer
    Auf der FOS habe ich meine 12 Wochen Praktikum „für Metall“ in der Lehrwerkstatt der Handwerkskammer gemacht.
    Teils werden hier abso­lute Grundkenntnisse gelehrt, teils aber auch Sachen, die durch die Vielzahl der Betriebe in manchen zu kurz kommen. Vielleicht zwei pro Gruppe wusste schon über alles Bescheid, was in einem Lehrgang erar­beitet wurde. Dafür wussten dann aber auch alle anderen Auszubildenden bescheid.
    Auch finde ich es super, dass nur Leute mit gewisser Qualifikation einen Handwerkerbetrieb leiten dürfen.

    Wenn ich mir jetzt meine Lehre zum Mediengestalter betrachte und sehe was dort für Leute zusammen gekommen sind wäre es mehr als sinn­voll, dass es solche Lehrgänge gegeben hätte.
    Gerade durch die Quereinsteiger, die oft auch ausbilden dürfen, blieb bei vielen nicht nur das „hand­werk­liche“ auf der Strecke.

    Eine Zwangsmitgliedschaft besteht doch so oder so. Jeder Betrieb muss der IHK beitreten.
    Die IHK entscheidet z.B. auch welche Betriebe Mediengestalter ausbilden dürfen. Leider entscheiden das hier oft Leute, die sich nicht speziell mit Grafik-Design auskennen.

    Klar hat eine Kammer auch schlechte Seiten.
    Sicher gibt es bei uns mehr Quereinsteiger als in vielen anderen Berufszweigen, sicher bräuchte man hier ein spezi­elle Regelung.

    Alles in allem bedarf es aber einer Besserung der momen­tanen Situation.
    Leider erkennt man schlechtes Design nicht daran, dass die Wohnung unter Wasser steht oder das Auto durch falsche Reparatur wieder nicht fährt.

    Ich denke, wenn z.B. durch eine Kammer der Auftraggeber wüsste, dass die Firma zu quali­tativ gutem Design fähig ist. Oder sogar der Begriff Designer und Design geschützt wäre, wäre auch der Auftraggeber zu gewissen Regeln bereit.
    Leider sagt den meisten nichts, was die Mitgliedschaft bei BGD o.ä. bedeutet.

  58. Arne

    @ Sascha (#51)

    »Es geht doch um den Zusammenschluss, Austausch und die Hilfe unter­ein­ander…« Richtig – und um die Interessenvertretung des Berufsstands. Daher verdienen selbst­ver­ständ­lich auch die »Karteileichen« Respekt, die immerhin die Interessenvertretung durch Ihren Mitgliedsbeitrag unter­stützen, auch wenn die »Hauptgewinne« jene sind, die zu uns kommen, weil sie aktiv beitragen wollen.

    Und hier, da sie Dich inter­es­siert, die Altersstruktur des BDG:

    Unsere jüngsten Mitglieder sind 24 Jahre alt, unser ältestes wird im März stolze 98 (und ist damit 8 Jahre älter als der BDG, der dieses Jahr 90 wird). Das Durchschnittsalter liegt bei 53,1 Jahren. Hört sich schlimmer an, als es ist, wenn man bedenkt, dass das Durchschnittsalter der Deutschen bei 42,6 Jahren liegt, uns als Berufsverband jedoch der komplette Altersbereich 0 – 23 fehlt. Hinzu kommt, dass wir sehr treue Senioren haben. Berücksichtigt man nur die berufs­tä­tigen Mitglieder, ergibt sich ein Altersdurchschnitt von 48,6 Jahren.

    Die Aktiven im BDG werden jünger und weib­li­cher: Die Spanne reicht derzeit von 29 bis 60 Jahre, der Schnitt liegt bei 44,1 Jahren und die Frauenquote immerhin bei 33,3% (im Gegensatz zu beschei­denen 24,1% bei allen Mitgliedern).

    Also, Sascha, wann kommst Du, machst mit und uns noch jünger? ;-)

  59. thomas | BFA

    ich frage mich im übrigen ob dem AGD diese diskus­sion nicht inter­es­siert, oder ob man nicht weiss, dass es sie gibt.

  60. HD Schellnack

    Ein zwei Sachen darf man bei alledem nicht aus den Augen verlieren.

    a) Der Kunde ist KEIN Gegner. Wenn du das Gefühl hast, zu wenig Geld zu bekommen oder nicht gut behan­delt zu werden, LET IT BE. So einfach ist das. Kunden sind Partner, Freunde, Pferdediebstahlmitmacher. Im Idealfall, aber weder als kleines Unternehmen noch als großes MUSST du für Leute arbeiten, die du nicht gut findest. Der Luxus der Branche ist, dass es weiter unten immer Hupen geben wird, die einen nörge­ligen Kunden, der nichts zahlen wird, dankbar nehmen. Die sind dann bei dir eben falsch, diese Leute. Die große Freude an dem Job ist nicht das Pixelschubsen oder Zeilenumbrechen, sondern der Austausch, der Streit, der Spaß mit Klienten. Bei allem Cottbus-Genörgel: Wir brau­chen keine Kammer und keinen Dachverband, um uns vor Kunden zu schützen. Wir sind keine Ärzte :-D.

    b) Den Designberuf zu schützen ist Müll. Die Praxis beweist, wieviele Leute als Quereinsteiger oder Abbrecher wirk­lich gute Arbeit machen. Andererseits würden wir so sie Deutungsmacht darüber, was Design ist, an ein staat­li­ches Curriculum binden. Und da, Freunde, krieg ich Alpträume. Der Staat hat nicht zu deuten, was Kunst oder Design oder selbst Architektur «sind». Das kann der Markt selbst regeln, finde ich.
    Zumal es mir selbst nach 15 Jahren in dem Job SEHR SEHR schwer­fiele, zu defi­nieren, was ein Designer ist.

  61. Christian

    @ HD: gut gespro­chen. Wenn ich Formulierungen höre wie: Auftrag an Land gezogen, Dicker Fisch oder so, dann vermisse ich immer den nötigen Respekt im Umgang. /ende @HD/

    Bei den einzelnen Vertragsverhandlungen wird ein Verband oder eine Kammer (die ja wohl nicht kommen wird) nicht viel reißen können. Ich fände da auch das Bohren dicker Bretter wich­tiger, um Gestaltern und deren Leistungen die passende Stellung zu verschaffen. Das hätte lang­fristig (so über zehn oder 20 Jahre) mehr Erfolg.

    In Münster werden jedes Jahr etwa 60 Grafik-Designer von der FH entlassen, die zum großen Teil erstmal hier in Münster bleiben. Leider sind nicht wenige darunter, die mit Ahnungslosigkeit und Angst im Nacken die Preise nach unten treiben, womit niemandem geholfen ist. Mein Versuch, um das etwas einzu­dämpfen war ein Vortrag an der FH über die belast­bare Kalkulation von Gestaltungsleistungen. Der Zuspruch war enorm und der Vortrag wird dieses Jahr wieder­holt – mit dem BDG als Träger. Ich denke, dass man sowas ein paar Jahre machen muss, bis sich was bemerkbar macht.

  62. Johannes

    @b) Den Designberuf zu schützen ist Müll…

    da bin ich mir erstmal nicht so sicher. warum macht es in anderen berufen sinn?

    über die talen­tierten quer­ein­steiger haben wir ja nun gestern bereits hinläng­lich gespro­chen.

    und was »der markt« mit dem design­be­griff gemacht hat, sieht man ja…

  63. Jürgen

    Kann mal jemand dem AGD Bescheid sagen?

  64. Arnold

    Angeregt durch diese Diskussion habe ich nach BDG gesucht: Bund Deutscher Grafik-Designer (www​.bdg​-desi​gner​.de) und Bund Deutscher Gestalter (www​.bdg​-deutsch​land​.de). Sehr seltsam, es gibt 2 BDGs für dieselbe Berufsgruppe?

  65. HD Schellnack

    Johannes – nur der Neugierde halber… was ist dein Problem mit dem Markt? Ist der, zumal für Factor, so kaputt? Wenn ich nöhlen würde, mit meinem kleinen 5-Mann-Laden, der in Pitches im Kulurbereich echt gegen Low-Budget-Krauter antreten und sich runter­han­deln lassen muss… aber ihr? Der Markt funk­tio­niert doch für euch, oder?

    Interessant ist ja eben auch, dass wir in Zeiten finan­zi­eller Krisen nach einer staat­li­chen Lösung schreien, oder? Wer hätte sowas vor 10 Jahren gedacht? Selbst die Studenten denken heute primär, viel­leicht zu Recht, an Jobs, an Sicherheit, an Lebensversicherung. Fuck the Risikogesellschaft :-D. Was sagt das über unsere Generation, die nicht aufbaut, sondern verwaltet werden will?

    Eine der wich­tigen Sachen bei Designer – aus meiner Erfahrung – ist, dass wir alle selt­same Menschen sind. Vom Kommunikations-Animal wie Erik bis zu menschen­scheuen In-den-Bildschirm-Guckern ist alles vertreten. Aber genau deshalb ist, selbst schon im Bildungsbereich, es immer so, dass bei 10 Designern in einem Raum nahezu kein Konsens erreichbar ist. Wie soll das bei einer Kammer gehen? Und… wenn wir die vorteile einer Funktionärs-Vertretung wollen, wollen wir auch die Nachteile? Vorgaben, Regeln, Einengungen, Bürokratie, Funktionärsgestalten, und vor allem die uner­träg­liche unsport­liche deut­sche Piefigkeit, die jede Organisation sich ja sofort aneignet? Ich bin mir da nicht so sicher. Breiteren Rücken, eine Anlaufstelle, ein Beratungspartner, ein Startup-helfer… GERN. Aber jemand der mir mein Glück zwangs­ver­ordnet und eine Konsensmaschine ist? Neeeeeee…

  66. HD Schellnack

    PS
    Spannend ist, das – fast durch die Bank, von ganz unten bis zu den großen Agenturen – eine gewisse Unsicherheit über Preisgestaltung herrscht. Die großen Läden mit 20+ Angestellten haben ihre Modelle, meist mitge­nommen aus den Läden, wo man vorher gear­beitet hat, also oft dem Metadesign-Modell folgend oder aus der Werbung. Die kleinen Läden… unglaub­lich, wie unsi­cher das ist. Talks About Money macht das absolut klar. Und aus der Praxis kann ich sagen, den Kunden geht es genauso, die Wertigkeit von Designleistungen ist total unklar – woher willst du auch beur­teilen, was etwa eine Website, die A für 5000 und B für 25.000 Euro anbieten, wirk­lich IST.
    Es fehlen Maßstäbe, Erklärungen. Und Sicherheit.

    Ich glaube aber ehrlich, dass man da eher in der Ausbildung ansetzen müsste. Marketing und etwas BWL, Preiskalkulation, Rhetorik usw – viel­leicht wich­tiger als ein Semester Plakate raus­hauen.

  67. Sascha

    „Ich glaube aber ehrlich, dass man da eher in der Ausbildung ansetzen müsste. Marketing und etwas BWL, Preiskalkulation, Rhetorik usw – viel­leicht wich­tiger als ein Semester Plakate raus­hauen.“
    Dem kann ich nur zustimmen. Die theo­re­ti­schen und auch wich­tigen Fächer werden viel zu sehr vernach­läs­sigt. Wie viele Studienabgänger die sich selb­ständig machen wollen, wissen schon etwas über rich­tige Kalkulation, Bildrechte oder die eigenen Buchhaltung. Themen die sehr wichtig sind und vielen dass Genick brechen können, aber die meisten Profs wollen doch entweder die eigene Selbstverwirklichung oder sehen an erster Stelle immer nur ihr Fach.
    5 Semester Fachschaft haben mir das leider viel zu oft gezeigt.

  68. Arne

    @ Arnold (#65)

    Es gibt nur einen Bund Deutscher Grafik-Designer e.V. und im Netz wohnt der hier: http://​www​.bdg​-desi​gner​.de

  69. Vroni

    @ HD Schellnack

    Ich versteh dich ja.

    Aber das von dir: „Das kann der Markt selbst regeln, finde ich.“ Das macht der Markt eben nicht. Er regelt nicht selbst.

    Das ist ein über­holter und wenn ich sagen darf, etwas naiver Glaube an den Markt, der in die Nähe von Religion geht. Du bist nicht allein: Viele haben diesen Glauben. Seltsamerweise immer noch

    Die Subprime-Krise und danach der Banken-Crash haben jedoch brutal gezeigt: Nix regelt sich da von selbst auf wunder­same Weise. Und jetzt werden sie gere­gelt…

  70. uni_code

    Danke danke danke HD für #61 und #66… ganz präzise Zusammenfassung meines großen Unwohlseins hier.

    Ich sehe hier vor allem kleine, alltäg­liche Wehwehchen (à la Kunde mit anderen Vorstellungen, böse Pseudo-Wettbewerbe…), die munter in einen Topf geworfen werden, mitsamt reich­lich affigem Lösungsansatz.

    Je mehr ich drüber nach­denke, desto mehr erin­nert mich das Thema „gesell­schaft­liche Relevanz“ an selbst­ge­fäl­liges Gehobel à la ADC. Ich sehe in Kommunikationsdesign keine grund­le­gende gesell­schaft­liche Relevanz – mit ganz wenigen Ausnahmen à la Aicher. Und dann gehört halt immer auch ein kultu­reller, poli­ti­scher und/oder histo­ri­scher Kontext dazu. Der lässt sich nicht beliebig gene­rieren. Eine „gesell­schaft­liche Relevanz“ als Branche von Brötchengebern und wich­tiger Wirtschaftszweig hat nichts mit Qualität oder Berufserlaubnis zu tun… und beschränkt sich nicht auf Kommnunikationsdesign. Dann spre­chen wir von „Creative Industries“, der grund­sätz­li­chen Bedeutung von Ideen und Urhebertum. Und seien es Klingeltöne.

    Was mich wiederum zu folgender Festestellung bringt: in meiner Wahrnehmung sind ADG und Co. eher ein Zusammenschluss von Einzelkämpfern einer Profession. Das hat gesamt­ge­sell­schaft­lich unge­fähr so viel Sex-Appeal und Relevanz wie der (tatsäch­lich exis­tie­rende) Verband der italie­ni­schen Speiseeishersteller.
    Die Probleme von jemandem, der Dinge mit seinem Hirn erschafft haben aber nicht bran­chen­spe­zi­fisch mit Design zu tun.

  71. uni_code

    @ Vroni: Ich finde dass gerade in diesem Bereich der Markt ganz hervor­ra­gend selbst regelt. Der Hinweis auf die Finanzkrise ist in diesem Kontext komplett popu­lis­tisch und zusam­men­hangs­frei… sorry.

  72. Henning

    Arnold, es gibt nur einen BDG. Die Seite mit „-deutsch­land“ hat mal ein destruktiv gestimmter Kollege in die Welt gesetzt. Ich weiss nicht genau, was der sich davon verspro­chen hat. Wir arbeiten schon länger an der Übertragung, aller­dings zuge­geben nicht mit höchster Priorität.

    Johannes, HD – ich weiss nicht, ob ein Schutz für die Berufsbezeichnung Designer Müll wäre, das hätte natür­lich was für sich. Und eine Standardisierung der Inhalte findet auch an Hochschulen statt (Culliculum) und niemand kann das total schlecht finden. Das K.O.-Argument ist nur: der Namensschutz ist schlechthin undurch­führbar. Das klappt im Zeitalter der Nageldesigner (Maniküre) und Parkettdesigner (Fußbodenleger) nicht mehr, das ist gelaufen und zwar nicht erst gestern, sondern schon vor Jahrzehnten. Hey, man sollte verlo­renes Terrain verloren geben und auf der Basis der vorhan­denen Situation planen, alles andere wäre Kraftverschwendung.

  73. sebastian

    wenn du nicht mehr weiter weißt, dann gründe einen freun­des­kreis

  74. HD Schellnack

    >Das macht der Markt eben nicht. Er regelt nicht selbst.
    Natürlich tut er das. Ich habe nur nie behauptet, dass er dabei gerecht ist. Wobei, seien wir ehrlich, ein gerechtes System wäre doch der größte Alptraum. Solange es unge­recht ist, sind wir wenigs­tens nicht selbst Schuld an unserem Mißerfolg :-D
    Keine Kammer oder Einrichtung der Welt wird die grund­sätz­li­chen Marktbedingungen aushe­beln. Die gelten bei den Architekten auch. Große Büros, kleine Büros, Preisdrückerei, Korruption… the whole nine yards.

    An die, die den Beruf schützen wollen: WAS ist ein Designer? Also, so ganz klar in Form von Regeln, die gelten? Wie defi­niert man das? Mir wäre das nicht klar.

    Und…

    Ich hatte auf der letzten Typo so einen komi­schen Moment, wo ich mich fragte, ob es auch sowas für Bäcker oder Bestatter gibt. Keine Messe, eine Konferenz. Wo tausende von Bestattern sich versam­meln und vorne steht einer vor einer riesigen Leinwand und erzählt zu PPT-Bildern über nörge­lige Kunden oder seine besten Särge aus dem letzten Jahr,lose verbunden durch ein vages Thema. Die BURIED 2008: LICHT. Oder Bäcker, die von ihren geilsten Brötchenrezepten schwärmen, komplett mit Workshops, wie man die Semmeln ideal formt – DIE GEHEIMEN REZEPTER DER TEIGMACHER.
    Absurd? Eben. Ich jazz unseren Job genau so hoch wie der nächste Mensch, aber was wir machen ist de facto UNWICHTIGER als Bäcker und Bestatter, beides absolut wunder­bare und wich­tige Berufe.

  75. christoph

    -> HD

    es gibt doch messen, auf denen back­waren präsen­tiert werden. und auf allen fern­seh­ka­nälen schwärmen köche von ihren tollsten rezepten. bestat­ter­kon­fe­renzen gibt es ebenso.

    grafiker bilden dies­be­züg­lich über­haupt keine ausnahme.

  76. Vroni

    @ Henning
    („Kammer ist poli­tisch out“)

    Was poli­tisch in oder out ist, kann sich rasch ändern. Immer wieder über­ra­schend: Wer hätte je gedacht, dass es eine Abwrackprämie geben wird für unser altes Töfftöff…

    @ Cyberpunk

    Auftraggeber oder Preisvergeber zum Umdenken über den Wert von Designer-Arbeit zu moti­vieren, nennt sich in meinem Bereich leicht zynisch :-) „missio­nieren“. Missionieren ist das und es ist ganz, ganz mühsam.

    Und stößt an Grenzen: Ich kann als Bürger/als Kunde zu einem Real Estate Banker sagen, du, das ist aber nicht sehr nett, was du da machst. Da lacht der bloß. Der ist darauf getrimmt, die Lücken auszu­nutzen, das gilt als clever. Nicht: auf nette Aufforderung den Geist und den Goodwill irgend­eines Gesetzes oder Anstands zu respek­tieren und einzu­halten.

    Wir wissen: Es wird immer Menschen und Firmen (z. B. bekannt: Wettbewerb Becks, Mr Wong) geben, die das bestehende Recht – besser s. o.: seine Lücken – und bei einer Wettbewerbsausschreibung die Grenzen des Anstands bis zum Anschlag ausreizen und die Grauzonen dazu eben­falls. Die Vermutung, dass das zunimmt, ist oft nicht ganz unbe­rech­tigt.

    Zurück zum Thema Cottbus und sons­tige Stadtmarketer:

    Was mich ganz arg anmacht, dass ausge­rechnet Kommunen, die nah am Bürger sind (und an gewisse öffent­liche Vorgaben gebunden und mit Vorbildfunktion eigent­lich fungieren sollten) mitma­chen mit zwei­fel­haften Entwertungen gegen­über Designern und entwer­tende Bedingungen zu Logo-Wettbewerben schaffen.

    Da ist eine Grenze über­schritten.

    Mit Missionierung (gut zureden, viel fragen, erklären – hab ich alles gemacht) kriegt man so einen geis­tigen Dammbruch nicht mehr hin, sondern nur mit klaren Ansagen aus einer gewissen Position heraus.

    Wie die aussehen, darüber wird hier gefochten.

    @ Henning wieder

    Wenn die Idee Kammer derzeit poli­tisch nicht ganz so schick ist wie als weiße Ritter Autowrackprämie und Autoindustrie retten, dann halt später. Designer haben anschei­nend Zeit und Geduld. (Wie man sieht, schauen sie jahr­zehn­te­lang zu, wie ihre Situation schlechter statt besser wird. Wer Ironie raus­hört, darf sie behalten.)

    Doch der Gedanke, den Studenten im Studium mehr kauf­män­ni­sches Geschick zu verpassen: bitte sofort umsetzen.

    Der Gedanke, dass gewisse Kunden, die keine Ahnung haben, was Qualität bei Design ist und was nicht, auto­ma­tisch und nur nach der Größe gehen, die sie als einzige beur­teilen können: den Preis. Bitte sofort merken.

    @ Cyberpunk

    Wer glaubt, es ihnen im Gespräch beibringen zu können („Missionieren“, wird häufig auf selt­same Widerstände stoßen: Sie glauben, man will ihnen etwas aufschwatzen und verwan­deln sich in ein Bündel aus Einwänden. Und hauen ab.

    Kunden, die extrem wenig Ahnung haben, was Qualität bei Design ausmacht und was nicht und auch nix darauf geben, findet man häufig in tech­ni­schen Branchen.

    Kunden (meist weib­lich), die sich selbst auf den Leib geschrieben haben, sie seien der abso­lute Geschmackspapst und das Grafikerlein muss den Kitsch genauso ausführen (die perver­tierte Form von „Der Kunde ist König“), fand ich häufig bei Wellness-, Lifestyle-Kunden, aber auch bei Coachern.

    Wenn man als halb­wegs ordent­li­cher Designer versucht, solche Klientel zu meiden (statt viel zu zeit­auf­wendig zu missio­nieren) oder besser noch: sie zu quali­fi­zieren (gezielt ausu­chen), dann kommt man gut hin.

    Wenn ein Studiengang es schafft, seinen Designern kauf­män­ni­sches beizu­bringen, dann könnte ich noch hoffen, dass es geschafft wird, ihnen beizu­bringen, wie man seine Kunden quali­fi­ziert. Oder/und bestimmte Kundensegmente verschieden behan­delt (auch preis­lich). Das ist opti­mierte Ausrichtung am Kunden, wie sie der Marketer versteht. Nicht Kundenhass, sondern Realitätssinn. Und Kommunen meiden, die das nicht gerafft haben: Es ist wieder so ein selt­samer Logowettbewerb und keiner geht hin. (Bei Cottbus waren es 61 Einreicher mit verschie­denen Vorschlägen, schätze pro Einreicher bis zu 3 oder mehr)

    Ich bin immer noch opti­mis­tisch

    Bis in ca. 20 Jahren :-) haben mögli­cher­weise die AGD (ca. 3400 Mitglieder -1, das war ich im Dezember) und der BDG (geschätzt in etwa eben­so­viel Mitglieder) sich an den Punkt gerungen und gewunden, sich zähne­klap­pernd zusam­men­zutun. Dann sind es schon über 6000 Mitglieder. Was für Lobbyismus endlich anfängt, ne vorzeig­bare (wenn auch immer noch kleine Größe) zu WERDEN. Dann hat vieeeeell­leicht auch die Politik ein Ohr und fragt nicht immer genervt: hä?

  77. Vroni

    @ HD Schellnach

    „>Das macht der Markt eben nicht. Er regelt nicht selbst.
    Natürlich tut er das. Ich habe nur nie behauptet, dass er dabei gerecht ist.“

    Es geht nicht um Gerechtigkeit. Wo habe ich das gesagt. Es geht um das blanke Funktionieren. Bitte genau hinschauen: Ich habe den Finanzmarkt ange­spro­chen. Der funk­tio­niert sogar nicht nur nicht mehr, er reißt andere Märkte mit rein. Bis in den Untergang. Bin kein Untergangsapologet, aber ausschließen will ich das auch nicht.

    „Das regelt der Markt“ wird dereinst als eins der größten histo­ri­schen Irrtümer in den Schulbüchern stehen.

  78. robertmichael

    könnte man so eine diskus­sion nicht bei der typo führen und dann gleich paar leute von der politik einladen die auch was dazu zu sagen haben …

  79. uni_code

    Und der unter­ge­hende Designmarkt wird in seiner Krise ganz jäh viele ahnungs­lose Pixel und Vektoren mit sich ziehen. Da wurde dann wohl mit schlechten Papieren gehan­delt – höhö! Genauso wie jetzt Kammern in sind, weil wir für unser altes Töftöf eine Abwrackprämie bekommen.
    Hallo… jemand Zuhause?

  80. thomas | BFA

    robert­mi­chael: solange die situa­tion so ist, wie sie im moment ist, werden aber genau die poli­tiker nicht kommen. ;-)
    darum gehts hier ja, eine grund­lage zu schaffen für eine ange­mes­sene aufmerk­sam­keit.

    uni_code: kannst du auch was konstruk­tives zum geschehen beitragen oder bist du der klas­sen­kasper?

  81. Johannes

    @ hd: ja, der markt ist kaputt. defi­nitiv. es ist – mit wenigen ausnahmen – ein nerv­tö­tender, tägli­cher klein­krieg gegen unwis­sen­heit, igno­ranz und unver­schämt­heit. und das hat nichts damit zu tun, ob es (m)einem büro gut geht oder nicht. schwimmen kann man auch in dreckigem wasser…

    @ hd: ich halte unsere profes­sion grund­sätz­lich für keines­wegs unwich­tiger, als die von bäckern. und es wäre verdammt schade, wenn du diesen stand­punkt öffent­lich vertreten würdest. denn darin liegt ein teil des problems: desi­gner machen sich seit jahren kleiner, als sie sind. und irgend­wann haben dann auch eben alle ange­fangen zu denken, dass desi­gner zwerge sind.

    @ henning: dann muss eben ein neuer begriff her. auch da würde ich zur not den fund­men­talen weg gehen. wenn ich mir sicher sein, dass sich nicht jeder, der auf seinem PC ein paar buch­staben schupst, sich auch so nennen darf, heiß ich zur not sogar wieder gebrauchs­gra­fiker…

    nicht der name macht die marke, sondern die begehr­lich­keit, die man mit ihr verbindet. sagte der apfel.

    ansonsten muss ich mich jetzt leider aus dieser schönen diskus­sion ausklinken, da ich noch einen vortrag vor studenten in weimar vorzu­be­reiten habe, denen ich ihre zukunft erklären soll ;-)

    ich fühle mich aber bestens durch vroni vertreten. wer bist du, du kluger mensch?

    das ist ein regel­rechtes para­doxon: ist etwas gut gestaltet, fällt es nicht auf. ist es aber gar nicht gestaltet, war es der desi­gner…

  82. uni_code

    @thomas BFA: konstruk­tive beiträge siehe oben. diverse. übri­gens finde ich es nicht unkon­struktiv, wenn man hane­bü­chende vergleiche auch klar als solche benennt. zu sagen „die zeiten ändern sich, also sind kammern schick“ (töftöf-vergleich) ist in meinen augen einfach gröbster unfug. und der vergleich zur finanz­krise ist in meinen augen nicht im geringsten belegbar.

  83. Jürgen

    @ robert­mi­chael: Danke für die Idee … hätte von mir sein können … ach, Quatsch ;-)
    Also: Wir werden auf der TYPO eine Gesprächsrunde veran­stalten. Versprochen! Arbeitstitel »Designkammer«. Dauer 60 Minuten. Johannes, Henning, Vroni und HD müssen mindes­tens dabei sein – sie sind hier die Motoren – alle anderen Kommentatoren und Interessierte sind eben­falls einge­laden. Dieses Treffen wird öffent­lich sein, also ohne TYPO-Ticket zu betreten.

  84. Boris Buchholz AGD

    Liebe Leute, Jürgen Siebert und Arne Leichert baten um eine Stellungnahme seitens der Allianz deut­scher Designer. Drum, kurz bevor ich zu einem Kunden eilen darf, einige Gedanken:

    zu Cottbus: Wir fordern von der öffent­li­chen Hand schon lange, dass Wettbewerbe und Ausschreibungen fair und vorbild­haft ausge­führt werden sollen und müssen. Die AGD wurde auch von dieser und jenen Verwaltung in der Vergangenheit im Vorfeld ange­spro­chen um zu erfahren, wie ein faires Vorgehen aussehen sollte. Aus Cottbus rief keiner an.

    zur Kammer: Die AGD steht für ein offenes Berufsfeld ohne geschützte Berufsbezeichnung und auch ohne Zwangsmitgliedschaft in einer Kammer. Den wenigen Vorteilen, die eine Kammer hätte wie z.B. die direk­tere Einbeziehung der Politik, stehen viele Nachteile wie ein beschränkter Markt, mehr Bürokratie, schnell verstau­bende Strukturen gegen­über. Der Ruf nach einer Kammer scheint ein ohnmäch­tiger Ruf zu sein. Das Branchenhearing Design in Stuttgart im November hat gezeigt, dass wir in Sachen bessere Organisation von staat­li­chen Stellen wenig erwarten dürfen. Im Gegenteil: Die Politik erwartet von uns Designern, dass wir uns orga­ni­sieren und dann zu Wort melden. Ist diese Erwartung falsch?

    zu den Verbänden: Ist gibt mehr gute Gründe in einem Verband orga­ni­siert zu sein als Henning oder Lutz. Zum Beispiel ist die Vertretung von Interessen gegen­über Städten wie Cottbus oder gegen­über den Landes- und Bundesbehörden so ein Grund. Ein anderer Grund ist gegen­sei­tige Hilfe und Informationsvermittlung. Ein weiterer: Viele Kolleginnen und Kollegen haben ganz prak­ti­sche berufs­wirt­schaft­liche Fragen, die sie in einem Verband endlich beant­wortet bekommen.

    zum Organisationsgrad: Alle in der iDD versam­melten Designer machen zwischen 5000 und 6000 Kolleginnen und Kollegen aus. Allein die AGD hat zur Zeit 3072 Mitglieder (unsere Mitgliederanzahl kann man jeden Tag frisch unter http://​www​.agd​.de einsehen). In Deutschland gibt es nach den jüngsten statis­ti­schen Zahlen etwa 40000 selb­stän­dige / frei­be­ruf­liche Designer, die über 17500 Euro Einkommen erwirt­schaften. D.h. der Organisationsgrad der selb­stän­digen Designer liegt weit höher als der der fest­an­ge­stellten Kollegen. Bei den Selbständigen machen alleine die AGD-Mitglieder um die 7 Prozent aus.

    Ich muss jetzt los — und da ich wahr­haft kein Blogger bin, bitte ich schon jetzt um Vergebung, dass es etwas dauern kann, bis ich mich wieder mit dem Fontblog beschäf­tigen werde.

    Euch allen einen guten Abend und eine weitere heftige Diskussion!

  85. HD Schellnack

    >der markt ist kaputt
    Klare Sache. Wie bei vielen anderen Professionen: Es gibt zu viele und jedes Jahr kommen mehr dazu, zumal das Arbeitsamt auch noch jeden Gartenbauer zum Webdesigner umschult :-D. Die Zeiten, wo ein Fleckhaus und ein Aicher allein waren und nehmen konnten, was sie wollen, sind völlig gekippt. Es gibt viel zu viele Designer, durchaus auch viel zu viele Gute.

    Das Problem ist NICHT der Markt.

    Das Problem ist, dass Design im engeren Sinne stirbt. Oder sich verän­dert. Das ist – neutral betrachtet – zwangs­läufig und sogar extrem gut so. Wir brau­chen weniger Werbung, nicht mehr. Und nicht jeder dritte Friseur braucht ein Corporate Design. Das ist alles längst zu viel und muss wieder runter aufs normale Maß, weg von den gepimpten Print-Produkten die nur noch um ihrer selbst willen entstehen. Und das Web erle­digt den Rest. Da ist eine große Verschiebung in Gange und die Angst – die ich ja teile ist groß. Zu viele Designer, Jahr um Jahr weniger Jobs. Schau dir die Druckbranche an, das ist unsere Zukunft. Schau dir an, wie Blogs aus Template-Versatzstücken entstehen oder Sites (auch von großen Designfirmen) aus CMS-Bausatzkästen entwi­ckelt werden (seufz), das ist die Zukunft. DIY. Ich sage allen Studenten, dass ich mich sehr frage, ob sie eine sichere Zukunft haben, wenn sie glauben, in 50 Jahren (also so bis zum Alter von 70) noch Plakate oder Magazine zu gestalten. 50. Jahre. Das glaubt doch keiner, oder?

    Die krea­tiven Jahre des Designs sind vorbei (60s-frühe 90s). Design im engeren Sinne ist eher ein gesell­schaft­li­cher Malus geworden.

    Die Frage ist – wie werden wir Designer im WEITEREN Sinne und wie kann man mit dieser offenen Jobbeschreibung Geld verdienen?

    Die Zukunft des Designs wird unsi­cher sein. Ihr werdet Autoren sein, Musiker, nebenbei jobben, auf den Durchbruch hoffen. Es wird Megafirmen geben, wie EdenSpiekermann, wie Meta, Fusionen, das ganze Ding, das wir aus anderen Branchen kennen. Und natür­lich auch Angestellte, die in diesen Komplexen arbeiten und die Galeeren befeuern. Und auf der anderen Seite kleine Freelancer und krea­tive Büros, die sich durch­schlagen und mehr frei und krea­tiver arbeiten, weniger und weniger für Kunden, mehr und mehr für Galerien. Wer die Zukunft von Design sehen will, schau sich die Musikbranche, die Kurzfilmbranche, den Kunstmarkt an. Oder die Niederlande, die uns wieder eine Dekade voraus sind ;-D.

    ********

    Bäcker halte ich – an sich, also nicht den Franchise-Klebbrötchenvertrieb, sondern richtig echtes Handwerk – für einen der wunder­barsten Berufe. Aus nichts wird da etwas, was uns ernährt. Das ist schon okay. Während Designer oft eher so sind wie die Telefondesinfizierer bei Douglas Adams oder Hochzeitsplaner :-D. Die Kernfrage ist immer: Wenn morgen die Triffids angreifen udn wir unsere Gesellschaft ganz zurück­fahren und von vorn beginnen,welche Skills sind wich­tiger? Und da gewinnt mal der Bäcker. Ansonsten mag ich Design ja und finde es kultu­rell wichtig. Nur eben nicht SO wichtig. Wir sind wie Regisseure, Architekten, Buchautoren, Musiker. Das ist was. Aber nicht so.. funda­mental… wie Bäcker. Wir sind bei Onkel Maslow in der Pyramide weiter oben, sozu­sagen.

    Das gutes Design eher unsichtbar ist, war doch schon immer so. Ausnahme waren Emigre, Carson, Cranbrock Academy, aber das war auch die Zeit dafür. Ich bin immer geschmei­chelt, wenn einer Arbeit von uns sieht und den Photographen lobt – weil der Rest nicht zu sehen ist. Es ist aber eher so, dass man mit auffäl­ligem Design eher Kunden kriegt bzw. Branchenbekanntheit gewinnt.

    Vroni… ich bin als alter Lefty kein sonder­lich großer Marktfanatiker. Aber der Ruf nach dem Staat, der kaum besser funk­tio­niert, ist doch keine Lösung. Der Staat – die staat­li­chen Banken – haben bei der von dir ange­führten Finanzmarktkrise derbst mitge­mischt :-D. Die an sich übri­gens aus meiner Sicht mit Markt ganz wenig zu tun hat. Die Designbranche hat – im Gegensatz zu vielen anderen Branchen – einen zumin­dest noch halb­wegs intakten Markt. Halbwegs. Es gibt korrup­tere und kaput­tere Branchen, und nicht wenige davon sind durch Kammern oä. staat­lich gere­gelt.

    Haiiii, hab ich nix zu tun, dass ich hier so rumtexte? Dabei sollte ich wissen, wenn Chris Rehberger mir ne Mail zu einem FB-Thema schickt, will er mir sagen: SHUT UP HD!!!! :-D

    Eine Kammer löst auf jeden Fall gar kein Problem, sondern würde der Erstarrung nur eine äußere Form geben. So sehr ich mir Beratung, Lobby, Hilfe wünsche… wir werden sie brau­chen.

  86. Henning

    Ich zitiere Boris: «Die Politik erwartet von uns Designern, dass wir uns orga­ni­sieren und dann zu Wort melden.» Man muss das immer wieder klar stellen: Die Forderung, die „Verbände“ mögen sich doch „endlich zusam­mentun“ ist mit der Gründung der iDD erle­digt. Wir tun genau das was die Politik von uns erwartet und wir haben damit auch Gehör gefunden.

    Jürgen, auf die Runde freu ich mich …!

  87. Jürgen

    Ich muss jetzt los — und da ich wahr­haft kein Blogger bin, bitte ich schon jetzt um Vergebung, dass es etwas dauern kann, bis ich mich wieder mit dem Fontblog beschäf­tigen werde.
    Euch allen einen guten Abend und eine weitere heftige Diskussion!

    o. K.

  88. Jürgen

    Henning, ich freue mich auf Deine Teilnahme.
    Gleichzeitig bewun­dere ich Deine unend­liche Geduld, Deine Zurückhaltung und Dein Talent, die Fäden zusam­men­zu­halten. Dir gebührt eine führende Rolle bei all diesen Organisierungsbestrebungen.
    Dass ich dafür gänz­lich unta­len­tiert bin, zeigt mein Zitat von Boris (86.), da platzte mir doch wieder gleich der Kragen. O. K. steht hier natür­lich für »Ohne Kommentar« und nicht für »Okay«. Ich meine: Er ist Pressesprecher der AGD. Ich weiß nicht was ich schlimmer finden soll: Dass er nicht den Unterschied zwischen bloggen und kommen­tieren kennt oder dass er unsere Diskussion als Privatveranstaltung (= nicht sein Ding) betrachtet.

  89. robertmichael

    @ nr. 82 jürgen.
    super, ich freu mich! :D groß­artig ist vorallem die idee mit dem kosten­freien eintritt zu dieser diskus­sion. das ist doch ein guter anfang.

  90. Jupp

    Bonk also ich finde nicht, dass man das so pauschal sagen kann. Nicht jeder Architekt will einem den letzten Cent aus der Tasche ziehen. Das geht doch gar nicht. Denn wenn sie alle so handeln würden, würden sie keine Aufträge mehr bekommen. Erst recht nicht in der derzei­tigen Lage unseres Landes.

    Ich habe nur am Rande mit diesem Thema zu tun, aber ich denke auch, dass man so eine Kammer nicht braucht. Nicht nur, dass es schwer sein wird das durch­zu­setzen ich befinde es auch als über­flüssig so was zu machen.

  91. Vroni

    @ HD

    „die staat­li­chen Banken – haben bei der von dir ange­führten Finanzmarktkrise derbst mitge­mischt :-D“

    Zum Beispiel die LBS (Bayerische Landesbank), korrekt. Erstaunte Bayern auf schwerer See jetzt. Natürlich haben Politiker (Huber) da mitge­mischt. Genauso besoffen das.

    Wenn das jedoch ein Killer-Argument gegen eine Kammer oder sonstwie gedeih­liche Ausbuchtung nach oben sein soll: Natürlich soll man der Politik nicht alles über­lassen. Eine Kammer (oder: ——- passendes bitte selbst einsetzen) ist kluger­weise selbst verwaltet. In der Kammer sollten Designer sitzen und keine Politiker (die wissen genauso wenig von Design wie von Zertifikaten oder Madoff’schen-Schneeballsystemen).

    Mir gefällt der öffent­lich-recht­liche Status einer selbst­ver­wal­teten Kammer. Das Volk sind wir.
    Und dass Pitches dadurch in Zukunft grund­sätz­lich von einer unab­hän­gigen Jury begleitet sein müssen. (Ich glaub, net amal der ADC hat derzeit eine wahr­haft unab­hän­gige Jury).

    Wollen wir doch beim Präzedenzfall Cottbus bleiben und nicht gleich sämt­liche Marktprobleme und Überhänge der Designer lösen wollen. Das kann eine Kammer selbst­ver­ständ­lich nicht und es wurde nie so behauptet.

  92. Vroni

    @ Jürgen

    Danke für die Einladung.
    Wo ist die TYPO und wie komme ich dahin?
    Kann ich auch meine Katze mitnehmen?

  93. Vroni

    Landschaftsinformationen Teil II

    Ich glaube, es herr­schen selbst bei der AGD in Form des Pressesprechers etwas verstaubte Vorstellungen von einer Kammer. Hundertpro weiß ich aber nicht, ob dies Abneigung nicht auch ein bissi damit zu tun, dass die AGD (und die BDG sicher auch) dann Mitgliederschwund zu verzeichnen haben werden: Der Jahresbeitrag für eine Kammer wie der Architektenkammer ist um die 300,00 Eurotaler. Mit so einer Summe ist zu rechnen, und nicht alle Designer können die Beiträge zu Pflichtkammer UND zu ihrem Lieblingsfachverband aufbringen. Daher weht der Wind wahr­schein­lich, dass unser lieben AGD und BDG nicht so recht mögen.

    Sicher glauben auch einige Diskussionsteilnehmer hier, in Kammern laufen Scheintote mit weißer gepu­derter Löckchenperücke rum :-), welche Sichtweise Boris Buchholz (AGD) wohl gerne unter­stützt.

    Kammern wie Architektenkammern SIND bereits selbst­ver­waltet (auch die IHK). Link (fürs Erststudium reichts erstmal): http://​de​.wiki​pedia​.org/​w​i​k​i​/​A​r​c​h​i​t​e​k​t​e​n​k​a​m​mer

    Da sitzen also keine verwirrten/inkompetenten oder abge­half­terten (Lottogesellschaften?) Politiker drin. Link: http://​www​.byak​.de/​s​t​a​r​t​/​d​i​e​-​k​a​m​m​e​r​/​g​e​s​c​h​a​f​t​s​s​t​e​l​l​e​/​h​a​u​p​t​g​e​s​c​h​a​f​t​s​f​u​h​r​u​n​g​-​s​t​a​b​s​s​t​e​l​len

    Freiheitsdurstige Partei

    Selbst eine der Liberalitas per se zuge­neigte frei­heits­durs­tige Partei („so wenig Staat wie möglich“) wie die FDP ist nicht dafür, die Kammern abzu­schaffen, sondern sie selbst­stän­diger und flexi­bler zu machen.

    Link: http://​www​.bzb​-online​.de/​j​a​n​0​7​/​0​6​.​pdf

  94. Zorro

    Ich finan­ziere doch keine Organisation, deren Selbstherrlichkeit darin besteht, meine Beträge dazu zu verwendet mich ggf. zu tyran­ni­sieren.
    Machtapparate in dieser oder ähnli­cher Form haben sich bisher in keinster Weise als konstruk­tive demo­kra­ti­sche Werkzeuge erwiesen.
    Mich kotzen diese ganzen Schmarotzerorganisationen an und ich bin heil­froh über alles, was ich mir vom Leib halten kann.
    Mit einer Kammer ein „neues“ Werkzeug zu schaffen, was unsere Interessen konstruktiv vertritt und 99,9% für und hinter uns steht, halte ich für illu­so­risch. Schon allen deswegen, weil sich die Herrschaft aus Politikern rekru­tieren würde … oder glaubt jemand ernst­haft daran, dass unsere macht­geilen Marionetten ihre Spielzeuge aus der Hand geben werden?

  95. Jürgen

    Danke für die Einladung. Wo ist die TYPO und wie komme ich dahin? Kann ich auch meine Katze mitnehmen?

    Hier … steht alles über die TYPO Berlin 2009
    Ort: Berlin, Haus der Kulturen der Welt
    Katze: Die TYPO ist ein Katzenparadies.

  96. Bernd Klutsch

    Wie steht es den mit dem Gedanken einer Zertifizierung der Arbeit/Agentur?

    Ich wurden letztes von folgender Stelle ange­spro­chen?
    Wäre das eine Lösung?

    Bin da selber noch am grübeln …

    http://​www​.bqwg​.de

    Hat damit schon jemand Erfahrung?

  97. thomas | BFA

    bernd: wohl kaum, da sich die anzahl der mitglieder auf beschei­dene zwei agen­turen beläuft, wovon eine wirk­lich eher so aussieht, als wollte sie sich die quali­fi­ka­tion endlich aner­kannt zu werden damit erkaufen, statt absi­chern.

    ich finde auch die begriff­lich­keiten wenig sexy, das kann man sich ja nicht merken und wie ich weiter oben schonmal schrieb: »denn wer weiss zum beispiel, was einen dipl.-grafik desi­gner (FH) von einem C.I.D.-»designer« unter­scheidet?«

    ich denke, dass ich nichts anderes zerti­fi­ziertes bezahle-tv. und nur weil man mit einem »in etwa schwarz rot gold«-logo wirbt, wird das noch lange nicht staat­lich oder in irgend­einer form sinn­voll ernst­zu­nehmen.

    kurz: ich denke, das ist quatsch.

  98. Bernd Klutsch

    @thomas: Die Idee an sich finde ich schon nicht schlecht. Es kommt aber wie so oft darauf an wie und wer das macht. Plattform und Verbreitung wären hier entschei­dend (>> Zeit).

    Umgekehrt wäre das ja auch für „Ausschreibungen“ denkbar. Ein Zeichen für die Designer >> Aha hier wurden entspre­chende Standards beachtet bzw. umgestzt (Beratung mit einem Verband bei der Ausschreibung etc.)

    Besser?

  99. thomas | BFA

    ja solche stan­dards gibts ja auch zum beispiel an anderer stelle für typo­grafie, aber auch diese sind, wenn es man genau betrachtet, »selbst­ver­ständ­lich­keiten« und so recht will mir der nutzen nicht klar werden. ein siegel für »gute arbeit«, warum nicht. aber sowas kann es dann auch vom AGD oder vom BDG geben.

    was mich an solchen »stan­dards« ein wenig stört ist die tatsache, dass ein kunde, der warum auch immer, unzu­frieden ist nach ablauf der arbeit eine art rechts­an­spruch hätte gegen die agentur vorzu­gehen, da sie ja nach stan­dards arbeitet. das ist vermut­lich unwahr­schein­lich und ich denke mal, in den aller­meisten fällen wird man sich auch wieder einigen, aber ich würde solche möglich­keiten, dass der kunde ein instru­ment an die hand bekommt, was ich nur bedingt steuern kann gerne ausschliessen.
    hmm, also quai­lität auf jeden fall (nicht um jeden preis (€)), darüber müssen wir nciht reden. aber was ist, wenn der job aufgrund des kunden in die hose geht? würde mir der BQWG recht­lich helfen?

    _____

    aber im grunde reden wir dann hier vom »BIO-siegel für desi­gner. wäre das die lösung ihr lieben? wollen wir sowas?

  100. Henning

    Endlich 100! :-)

    Haben wir durchaus schon drüber nach­ge­dacht. Als volle Zertifizierung nach DIN ISO 9000 ff. ist das für die meisten aber ein Horror. Und echte QM-Zertifizierung (Prozesszertifizierung) wird glaub ich auch nicht in dem Umfang vom Markt aufge­nommen. In klei­nerer Münze ist das natür­lich denkbar – es wäre aller­dings ein nicht zu unter­schät­zender orga­ni­sa­to­ri­scher Vorlauf nötig.

  101. thomas | BFA

    ich kann was prozess-verein­heit­li­chung angeht an die zeiten im labor (mein früheres leben, auch ein quer­ein­steiger, aber mit diplom) erin­nern, wo wir nach der »gute labor­praxis (GLP)«-vorschrift gear­beitet haben. das ist eine offi­zi­elle gesi­cherte methode der abar­bei­tung von arbeits­an­wei­sungen, wo jeder schritt doku­men­tiert wird, jedes gerät regel­mässig kontrol­liert wird und alles im grunde darauf ausge­legt ist, dass ein fremdes labor mit glei­chen gerät­schaften zum exakt glei­chen ergeb­niss kommen soll. auf diese art und weise entstehen ergeb­nisse die eine gleich­blei­bende qualität sichern. was im grunde nicht verkehrt ist, aber einen irren aufwand mit sich brachte.

    design ist kein durch­ge­hendes high-end-produkt, stich­wort gaus­sche glocken­kurve (hallo HD). wer bekommt das siegel und wer nicht? bekommen nur die agen­turen das siegel die eben die arbeit nach schema machen? die neulinge, die schonmal einen job verro­cken bekommen ihn nicht? etc. pp.

  102. Bernd Klutsch

    … das Verbände (AGD, BDG, etc.) dabei sein müssen >> auf jeden Fall!

    Vielleicht lässt sich da was gemein­sames auf der Verbandsebene machen, was dann auch an entspre­chenden Stellen (öffent­liche Hand!) gepusht wird.

    A la
    … ihre Ausschreibung hat eine XYZ-Empfehlung (wird getragen von BDG, AGD etc.)
    Unseren Mitgliedern wird empfohlen auf dieses „Siegel“ bei Ausschreibungen zu achten.

    Und vom Rest >> Finger weg oder selber Schuld.

    „aber was ist, wenn der job aufgrund des kunden in die hose geht? würde mir der BQWG recht­lich helfen?“
    So wie ich den BQWG verstanden habe, bezieht sich die Zertifizierung nur auf den Designer/Agentur.
    Rechtlich hilft dir dann die Beratung beim Verband oder dein Anwalt weiter? (würde ich als BQWG antworten…)
    Also wohl eher nicht.

    „BIO-Siegel für Designer“ // im Grund haben wir ja schon so was >> Designpreise // noch mehr?

    Aber was wir brau­chen ist eine „Orientierungshilfe“ um besser zu unterscheiden/bewerten zu können:
    Gutes Cottbus oder schlechtes Cottbus.

  103. thomas | BFA

    desgin­preise sind ein falsches bio-siegel denke ich.

  104. Bernd Klutsch

    Seh ich genau so.

    Für mich driftet die Diskussion nur etwas ab.

    Am Anfang ging es doch darum wie man etwas wie Cottbus vermeidet, umgeht etc. oder?

  105. thomas | BFA

    cottbus ist nur der auslöser gewesen, weil hier dinge nicht beachtet wurden ob unwis­sent­lich oder absicht­lich sei dahin­ge­stellt, die im grunde nicht in ordnung waren, wenn man es positiv formu­liert.
    was dann folgte waren gedanken, wie man so etwas in zukunft verhin­dern kann und vorallem in welcher form.

    __

    jürgen, viel­leicht kann man das bisher bespro­chene zusam­men­fassen in einem neuem artikel? 100 kommen­tare, die teil­weise sehr lang sind lesen ist nur bedingt span­nend, oder?

  106. HD Schellnack

    Ich frage mich, ob Emigre, Carson, Brody et al in den 80s/90s von der deut­schen Funktionärselite deut­scher Druckgestaltung IRGEND ein Siegel erhalten hätten.

    Man kann und darf einen krea­tiven Prozess nicht mit einem Qualitätssiegel und Standards «schützen». Leute… bitte. Das ist das Ende jeder Kreativität, jedweden Regelbruches, aller Innovation. Welcome to the graveyard. Wenn solche Forderungen schon in einem theo­re­ti­schen Gespräch auftau­chen, darf man dankbar sein, dass es eben keine Kammer gibt. ;-D

  107. thomas | BFA

    design kann man nicht immer nur an den großen namen fest­ma­chen finde ich. das meiste, was geschieht ist grund­so­lide, lang­weilig im expe­ri­men­tellen sinne und im höchsten maße anbie­dernd, wem auch immer …

    das ist die breite »indus­trie«, die leben möchte, wenn das zumin­dest mit geprüften, welcher art auch immer, wett­be­werben geschieht oder es halb­wegs verbind­liche richt­li­nien gibt bitte sehr.

    zwangs­mit­glied­schaften eher NEIN, aber eine »auf wunsch sinn­volle unter­stüt­zung« gerne. ganz offen­sicht­lich schaffen wir es ja nicht von alleine uns diesen breiten rücken zu geben. wir brau­chen anschei­nend den support eines verbands.

    carson und co. wären sicher nicht dort mitglied gewesen.
    ABER der henneka war/ist doch jahre­lang mitglied in diversen verbänden auch meine ich in führender posi­tion.
    qualität und verband schliesst sich doch nicht zwangs­läufig aus. du bist ja auch mitglied im ADC/AGD (?) kollege :-) im grunde erkennst du bis zu einem gewissen grad die struk­turen etc. an.

  108. HD Schellnack

    >design kann man nicht immer nur an den großen namen
    >fest­ma­chen
    Das ist so, als wolle man andere Kulturleistungen icht an den großen Namen fest­ma­chen. Wenn wir über Pop reden, BITTE nicht über Bowie oder die Beatles, sondern über Renate Kawuttke un ihre Schlagergranate »Als der Regenbogen in mein Fenster guckte…».
    Es GEHT doch nur über die großen Namen. Du redest doch bei Architektur auch nicht über XYZ, Schulsanierung, sondern über Foster, Hadid, Nouvel et al.
    Worum es geht: Mit so einer Begriffsschützung wäre Carson kein Designer gewesen, sondern Surflehrer. Aicher, Spiekermann, Uebele… Super!

    >grund­so­lide, lang­weilig, im höchsten maße anbie­dernd
    So: Und jetzt die Frage: IST DAS DANN DESIGN? Oder ist das Werbemittelgestaltung oder wie auch immer?

    >halb­wegs verbind­liche richt­li­nien
    Weil ich gerade eine Ausschreibung auf dem Schreibtisch habe: Das besteht zu 90% aus Text, der voller Richtlinien ist, aber die wich­tigsten Informationen fehlen dann eben doch. Ausschreibungen können nicht nacht starrem Regelwerk gehen, weil die JOBS ja verschieden sind. Mehr Regeln bedeutet nur mehr Beamtentum. Mich würgt schon, dass es ÜBERHAUPT Ausschreibungen und Wettbewerbe gibt, die DISTANZ zwischen Gestalter und Kunde bringen und ganz ganz schreck­liche Bedingungen erzeugen. Die sollen mir vertrauen, mich anrufen und dann legt man los. WENIGER Bürokratie, nicht noch mehr. Und denk dran: In deinem Kopf stellst du dir solche Regeln POSITIV vor. In der Realität, aus den Händen von Beamten kommend, werden die NICHT positiv sein, ganz im Gegenteil. Glaub mir, die offi­zi­ellen Regeln würden kleine Büros wie dich eher ausschließen von einer MENGE Wettbewerbe. So läuft der Hase. Siehe Buchbranche, mal ganz nebenbei. Und auch Architektur.

    Dass deut­sche Stardesigner zwar im TDC sind, aber nicht im ADG (wo ich manchmal das Gefühl habe, nur Kinderbuchzeichner dabei sind, sorry Leute – ich bin ja auch drin, aber ihr wisst, was ich meine), ist ja ein Problem.

    Und der Henneka – bei allem massiven Respekt vor Mensch und Werk -ist einer der Leute, deren Denken ich nicht als offi­zi­elle Schule sehen möchte… sondern weiter als span­nenden Querdenker und Anachronisten.

    Ich bin im ADG, im ADC, im TDC eigent­lich auch,aber irgendwie hab ich da mal nicht bezahlt (muss mich neu anmelden, damn), und BDG werd ich mal ein Jahr test­pi­loten… natür­lich aner­kenne ich Strukturen und das GERADE, weil ich Quereinsteiger bin. Aber du siehst, wie der «Schutz» von dem ach so armen Pflänzlein Design jemanden wie mich syste­ma­tisch von einer FH weghält, wo ich wahr­schein­lich schon ganz ordent­lich rocken würde, wenn ich Diplome/MA machen dürfte… und das groß­zu­rechnen, auf einen Knappschafts-großen Verband, in dem sich irgendwer bezahl­ter­weise jeden Tag Gedanken über neue Regeln und Vorschriften macht.. ai ai ai
    Ich meine, hat jemand hier dieses neue Formular von der BG Druck bekommen, wo man auf 6 Seiten darstellen muss, was man tut? Kafkaesk. Das will ICH nicht im Großformat – ganz im Ernst, das will keiner von euch.

    Und, ganz wichtig, keine Kammer, keine Einrichtung, kein Nichts nimmt uns kollektiv das ab, was wirk­lich zählt: Hart arbeiten, Ideen haben, kommu­ni­zieren können, immer in Bewegung bleiben. Die Branche ist halt scheiße. Wers anders will, kann doch auch Immobilienmakler oder Tankwart werden. Das im Design und in der Werbung nur Fremdausbeutung oder Selbstausbeutung drin ist, ist ja nicht wirk­lich neu, oder?

  109. HD Schellnack

    Oh Mann… sorry für die vielen Textereien von mir. Ich bin mal ne Minute ruhig. Das tolle ist aber, das meine Unsicherheit über die Frage, ob wir eine Art Kammer brau­chen weg ist, allein bei den Wünschen, die hier an eine Art Standesorganisation heran­ge­tragen werden. :-D.

  110. Christian

    Ein hervor­ra­gender Zeitpunkt, die Idee mit dem Ausschreibungsberater ins Leben einzu­führen.

    Kommunen sind unsi­cher bei Ausschreibungen, müssen aber ausschreiben, um Filz und Kungelei vorzu­beugen. Die Designer sind unsi­cher bei Ausschreibungen, weil sie viel einsetzen und unter Umständen leer ausgehen. Ein Berater (m/w) könnte hier doch vermit­telnd eingreifen. Und diese Berater könnten doch vom BDG oder so zerti­fi­ziert werden. Dann ist man weg von den Richtlinien für gute Gestaltung und hat gleich­zeitig eine Richtlinie.

  111. Henning

    Ich bring das hier nochmal kurz auf den Punkt. Selbstverständlich brau­chen Designer eine Vertretung in Form von Verbänden. Ohne wäre das Anarchie, und nur ganz extreme Gemüter können sich den dazu­ge­hö­rigen Gesellschaftsentwurf schön­denken. Und – jetzt kommt’s! – Designer HABEN bereits eine verband­liche Vertretung. Die Landschaft habe ich oben beschrieben, da kann sich jetzt jeder was aussu­chen. Wie anders soll das auch gehen? Die Politiker – das sind übri­gens auch nur gewählte Stellvertreter, so wie die Vertreter der Designverbände – können ja schlecht mit jedem Designer einzeln reden.

    Eine Kammer braucht es deswegen nicht. Kammern sollen ein hohes Mass an Qualität sicher­stellen, wenn dafür – jetzt kommt’s! – ein öffent­li­ches Interesse besteht. Also appro­bierte Ärzte statt Scharlatane, ausge­bil­dete Gasinstallateursmeister statt Heimgelötetes am Boiler. Ich sehe nicht, wo diese Relevanz für Leib und Leben im Design liegt. Ich reite in poli­ti­schen Diskussionen auf der Kammer herum, weil die Architekten immer noch eine haben, obwohl schon vor Ewigkeiten die Baustatik verselbst­stän­digt wurde und daher der Architekt seither gar keine Verantwortung für die Standfestigkeit des Gebäudes mehr über­nimmt. In diesem Sinne steht der Wind gegen Kammer: Es soll sie nur noch dort geben, wo mit der Verkammerung konkrete Gefahren begegnet wird (Das ist, was nicht nur die FDP will, Vroni).

    Und eben­falls ganz selbst­ver­ständ­lich braucht es mehrere Verbände. Die Unterschiede in den Bedürfnissen von Modedesignern, Kommunikationsdesignern, Produktdesignern und Illustratoren sind schon groß, das sind jeweils eigene Soziotope. Die jewei­ligen Verbände über­nehmen da eine wich­tige Funktion im Meinungsbildungsprozess. Da wir Kommunikationsdesigner der mit Abstand größte Fisch im Teich sind, würden in einem Einheitsverband bei Mehrheitsentscheidungen die Bedürfnisse der anderen Sparten prak­tisch immer hinten runter fallen. Das passiert so nicht, die derzei­tige Struktur ist schon recht wirksam und fair.

    Wir reden hier von einer voll ausge­wach­senen Branche im wirt­schafts­wis­sen­schaft­li­chen Sinn. Das heißt, es gibt eine Binnenwirtschaft im Design. Illustratoren, die für Designer arbeiten. Blogger, die über Design schreiben. Retuscheure, die Fotos für Bilderdienste bear­beiten, die von Designern verwendet werden, die für Agenturen arbeiten und von Designvermittlern vermit­telt werden …
    Wir reden von einer Branche, die in drei Jahren um mehr als ein Drittel an Umsatz zuge­legt hat. Nebenher, das ist mehr als man in den klas­si­schen Industrien so sieht. Dieses Wachstum (und auch die Schrumpfung) der Branche findet statt, ob es Verbände gibt oder nicht.
    Das Design hängt am Puls der Weltwirtschaft und ist immer die am schnellsten dispo­nible Größe in der Kostenrechnung unserer Auftraggeber, auch bei denen, die Design schätzen. Personalkosten unserer Auftraggeber sind dagegen wesent­lich unfle­xi­bler. Was Verbände aber machen: Sie können mit allen rele­vanten Stellen reden, diesen mühse­ligen und kröten­haften Weg der Überzeugungsarbeit gehen, tagaus tagein anderen Stellvertretern die Hand schüt­teln und einen nicht abreis­senden Strom von Fragen beant­worten, der per Mail, Brief und Telefon in den Geschäftsstellen der Verbände eintrifft. Fragen von Ämtern, Behörden, Firmen und Designern. Das tun die Verbände schon jetzt.

    Kann man wollen oder nicht wollen. Ich find das gut.

    Ob Zertifizierungen, Stars oder was auch immer der Sache dienen oder nicht, kann man disku­tieren. Aber Verbände, die kaum einer durch Mitmachen, ja nicht mal mit Geld unter­stützen will, werden nichts von den vielen guten Ideen umsetzen können. Das ist dann eine selbst erfül­lende Prophezeihung.

  112. Henning

    Zur Sicherheit die Prophezeihung, weil ironi­sches im geschrie­benen Wort weniger klar ist:
    [ironie] Die Verbände krie­gens ja nie auf die Reihe, da tret ich nicht ein. [/ironie]

  113. Christian

    Die Autoindustrie gilt als Schlüsselindustrie, weil inkl. aller Zulieferer fast 750.000 Leute dort arbeiten. 2005 haben im Gestaltungsmarkt ~120.000 Leute gear­beitet.
    (lt. der Studie von Soendermann)

    Für die Autoindustrie wurde gerade ein hübsches (und ökolo­gisch frag­li­ches) Paket geschnürt. Für Designer würde das vermut­lich nicht passieren.

  114. Henning

    Mal als Gedankenexperiment: Wenn jetzt schlag­artig 2000 Designer bei uns einträten, könnten wir einen Vollblut-Lobbyisten ganz­tägig in Berlin der Regierung auf die Zehen treten lassen und den sogar mit einer eigenen Schreibkraft ausstatten. Das würde schon etwas bewirken, da bin ich sicher. Ich sehe ja, mit wie viel Aufwand andere Branchen an der Durchsetzung ihrer Interessen arbeiten.

  115. Henning

    Wenn man im Automobilmarkt die Zulieferer mitrechnet, muss man dann für den Designmarkt nicht auch Verlage, Rundfunk- und Fernsehanstalten, Werbeagenturen, Papierlieferanten und so weiter mit einrechnen, weil unsere Arbeit doch irgendwie die Umsätze dort ermög­licht? Die Autolobby jeden­falls ist sich nicht zu schade, die Zahl der gefähr­de­teten Arbeitsplätze unter Einbeziehung der Kiosk- und Supermarktbesitzer in Wolfsburg (bzw. anderen Standorten) hoch­zu­rechnen. So kämen wir dann auch nochmal auf ganz andere Zahlen. Na, für den Zahlenhexer, der mir das kompe­tent auftou­piert, brauch ich 100 Eintritte, das geht als Projektauftrag … :-)

  116. Johannes

    wir können ja einfach mal damit aufhören zu gestalten. dann würde die (henning} »rele­vanz für leib und leben« aber ganz schön schnell sichtbar werden.

    ich bin diese prag­ma­ti­sche selbst­er­nied­ri­gung, dieses sich selbst ausgren­zende kitsch­ro­man­ti­sche zukunfts­ge­fasel, diese difu­s­al­ter­na­tive angst vor funk­tio­när­s­eliten und zwangs­mit­glied­schaften (um hier nur mal ein paar stand­punkte mit dem vorschlag­hammer zusam­men­zu­kloppen) wirk­lich leid.

    ich glaube fest an die elemen­tare rele­vanz und den nutzen von kommu­ni­ka­ti­ons­de­sign. und genau die gilt es zu mani­fes­tieren. zuerst. und dann nochmal. und dann erst recht. und irgend­wann kommen dann auch mal wieder hono­rar­emp­feh­lungen. aber die sind dann viel­leicht schon gar nicht mehr notwendig.

    was für ein quatsch in diesem zusam­men­hang zu glauben, dass carson und co bei sowas nicht mitma­chen würden. ist die idee gut, machen alle mit. das galt schon im kinder­garten und das gilt bis ins alters­heim.

  117. Vroni

    @ Henning

    Hennnig im Konjunktiv: „Wenn jetzt schlag­artig 2000 Designer bei uns einträten, könnten wir einen Vollblut-Lobbyisten ganz­tägig in Berlin…“

    Du Henning, wenn BDG und AGD jetzt schlag­artig zusam­men­gingen, wäre das sogar nochmal 1000 mehr. Für den Vollblutlobbyisten ganz­tägig in Berlin. Und über­haupt.

    Was die AGD dazu meint

    Den Hinweis von Boris Buchholz auf die iDD, wo sie doch alle bereits unter einem Dach versam­melt wären, hat für mich keine Kraft. Denn wer ist iDD? Who the fuck is Alice? Und wo ist Alices (iDDs) schi­cker Vollblutlobbyist? Denn sie sich doch mit diesen vielen Mitgliedern leisten kann? (Obacht, ich schreib absicht­lich im Stil von “ Was is eine Dampfmaschin‘, Pfeiffer…“,)

    Ich sehe das alles nicht.
    Bleibt also weiterhin die Abstimmung mit den Füßen des normalen Grafikervolks like me: Ich gehe aus dem Ding raus, wo ich ein Unbehagen habe und gehe solange noch nicht in ein Neues rein, wenn mich das nicht über­zeugt.

    Virtuelle Meta-Dachverbände (wie iDD), die eine Zusammenfassung vorgau­keln, sind mir fast ebenso suspekt und fern (vor allem fern) wie EU-Kommisariate, von denen ich noch nie gehört habe.

    Ich brauch was Handfestes, was Bodenständiges. An dem fehlt es bei Konstruktionen wie iDD. Ohne was Handfestes können uns Cottbusser wissent­lich oder unwis­sent­lich noch lange veröm­meln, sprich zum Besten haben. Leider.

    ___________
    NB an alle: Das mit dem Designer-Bio-Siegel war hoffent­lich ein Witz, oder? Made my day.

  118. Henning

    johannes, das

    »wir können ja einfach mal damit aufhören zu gestalten. dann würde die … ›rele­vanz für leib und leben‹ aber ganz schön schnell sichtbar werden.«

    ist weniger selbst­er­klä­rend als bei einem Gasinstallateur oder einem Herzchirurgen. Argumentier das doch mal. Ich glaube ja auch an Relevanz und Nutzen von Design, sonst müsste ich sofort den Beruf wech­seln. Die Frage ist: Kommen derzeit – denn es gibt ja keine Kammer! – Menschen uns Leben, die mit besserer Designaufsicht hätten über­leben können? Nur wenn Du diese Frage mit »Ja« beant­worten (und das auch beweisen) kannst, gibt es einen Grund, der für eine Kammer spräche. Ansonsten gilt es Relevanz und Nutzen eben ohne Kammer nach­zu­weisen, nicht unbe­dingt für Leib und Leben, doch viel­leicht für Erfolg und Effizienz. Und da bin ich dabei. :-)

  119. Henning

    »EU-Kommisariate, von denen ich noch nie gehört habe«

    Selbsterfüllende Prohezeihung: Sich von den Dingen fern­halten, die fern sind WEIL SIE SO FERN SIND, garan­tiert, dass sie auch morgen noch genauso fern sind. Ich habe nicht nur von den EU-Kommissariaten mal gehört, ich habe auch schon mal mit einem leib­haf­tigen EU-Kommissar gespro­chen. Aber dazu, siehe oben, muss man ja in einem Verband sein. Nichts für ungut.

  120. HD Schellnack

    >elemen­tare rele­vanz und den nutzen
    :-D. Erklär mal. Ich bin da eigent­lich natür­lich auf deiner Seite, wir machen ja das gleiche – aber mal so nur aus Neugierde… wo ist denn der elemenar rele­vante NUTZEN von Design und für wen?

    Und DC wird nun wirk­lich ganz sicher eher nicht mitma­chen, der ist ja nun mal Amerikaner – und deshalb eher ein Fall für die AIGA. Übrigens bezeich­nend, dass TDC, AGD und AIGA ganz anderes Standing haben. Vieleicht auch, weil hier Wettbewerbskultur, Lobbyismus usw usw usw gebün­delter kommt.

    Aber du hast natür­lich recht, Johannes – eine gute Organisation mit weniger Pief würde auch die deut­schen Spitzendesigner anziehen und allein dadurch schon deut­lich präsenter sein. Wenn Erler, Dietz und Mayer-Johanssen und ein paar andere größere Büros an Bord sind, bekommt das gleiche auch ein ganz anderes Flair als bei lauter Freelancern :-D.

    Am Ende ist es so
    Der BDG ist natür­lich, wie der AGD, nur so gut, wie die Leute, die sich da – ehren­amt­lich – einbringen und was machen. Und zwar mehr, als nur ihren eigenen Hintern promoten oder Seminare verkaufen oder auf den Funktionärslebensabend hinzu­werken. Solange Leute also sagen, Verein A oder B über­zeugt sie nicht, und nicht eintreten, kann der Verein sich nicht ändern – Hennings self-fulfil­ling prophesy von oben.
    Man sieht ja an seiner Präsenz und Fulminanz hier – und auch an den neuen Ansätzen beim BDG, was eine hand­voll Leute bewegen können.

    Lustig finde ich ja, dass, fast ironi­scher­weise, ein sympa­thisch schwarz­gelbes Schriftenwarenhaus in Berlin DIE Plattform für Diskurs über solche Sachen geworden ist. Nicht der AGD, nicht der BDG. Fontshop. Und dann heißt es für die Verbände: Von Siebert lernen heißt siegen lernen. So einfach ist das. Zumal die nichtmal nebenbei noch Bilder und Schriften verkaufen müssten, sondern NUR Mitglieder anziehen müssten. Wäre der Fontshop ein Verband, würden wir doch alle beitritt zahlen.

  121. Fjord

    @ HD (#109):

    Ich meine, hat jemand hier dieses neue Formular von der BG Druck bekommen, wo man auf 6 Seiten darstellen muss, was man tut? Kafkaesk. Das will ICH nicht im Großformat – ganz im Ernst, das will keiner von euch.

    Komme grade vom Essen und hatte mir dabei exakt den Gedanken zurecht­ge­legt, den Du bereits gepostet hast. Merci! ;-)

  122. Henning

    HD:

    »Funktionärslebensabend … Zumal die nichtmal nebenbei noch Bilder und Schriften verkaufen müssten, sondern NUR Mitglieder anziehen müssten.«

    Hier muss ich noch ein Missverständnis ausräumen. Ich (wie jeder andere Amtsträger im BDG, über den AGD kann und will ich hier nichts sagen) habe ein Ehrenamt inne, und das heisst: es gibt kein Geld dafür dass man Verantwortung und Termine hat, also Zeit und Hirnschmalz inves­tiert. Das „Mitglieder anziehen“ würde uns sicher leichter fallen, wenn wir das haupt­amt­lich (= bezahlt, Vollzeit) machen würden, so wie es der FontShop mit den Schriften macht. Genau deshalb hat der BDG auch keinen Blog, weil den ja einer einrichten müsste, womög­lich ohne Bezahlung. Der FontBlog ist deshalb DIE Plattform, weil hier eine beacht­lich intel­li­gente, meinungs- und ausdrucks­starke Leserschaft anzu­treffen ist (seid geherzt, ihr Leser!). Die hat sich Jürgen redlich erar­beitet. :-)

  123. HD Schellnack

    Henning, das mit dem Ehrenamt (und der damit zusam­men­hän­genden verbeu­gung vor deiner Leistung) meinte ich.
    Einen Blog einzu­richten sollte mit Mitgliedsgeldern schond drin sein, dass kriegt jeder Diplomstudent heute gratis für sich selbst hin…in einem Verein voller Designer sollten sich welche finden, die zumin­dest zu Selbstkosten werken.
    Und das Fontblog ist vor allem aber auch so gut, weil Jürgen hier extrem enga­giert als Frontmann arbeitet, und es so – wie prophe­zeit – zum zentralen Focus profes­sio­neller deut­scher Designer gemacht hat. Ich möcht gar nicht wissen, wie viele Leser das Baby hier hat :-D.

  124. Juliane

    #111: die Idee mit dem Auschreibungsberater finde ich einen guten Ansatz. Der BDG hat doch etwas ähnli­ches bereits durch seine Richtlinien für Entwurfswettbewerbe und der Verein Fidius mit Heide Hackenberg an der Spitze setzt sich für faire Designwettbewerbe ein. Warum nicht so etwas erwei­tern um eine „Richtlinie für Ausschreibungen von Designleistungen“?

    M. M. nach benö­tigen Mitarbeiter der Öffentlichkeitsarbeit und Marketingkommunikation Unterstützung bei der Handhabung von Ausschreibungen (Ich gehe davon aus, dass die Leute in diesen Positionen die Ausschreibungen erstellen? Falls nicht, klärt mich bitte auf.)

    Eine Zusammenarbeit mit der IHK wäre da sicher von Vorteil, um mal ein Kürzel mehr in die Waagschale zu werfen.

  125. Henning

    Vroni said: »Denn wer ist iDD?«

    Die iDD muss den einfa­chen Designer auch nicht inter­es­sieren. Sie ist

    A) erste Anlaufstelle, für Branchenfremde, also Industrie, Politik, Verbände und fungiert so als Wegweiser.
    B) Plattform für den Meinungsaustausch zwischen den Verbänden, um gegen­über Branchenfremden mit einer Stimme spre­chen zu können.

    Der normale Designer tritt in den Verband seiner Wahl ein und wirkt, wenn er/sie dies wünscht, im Meinungsbildungsprozess seines Verbandes mit. Denn eins ist klar, privat hat zwar jeder eine Meinung, aber um eine Meinung als Verband profes­sio­nell zu ermit­teln und dann ebenso profes­sio­nell vertreten zu können ist Arbeit erfor­der­lich. Die muss jemand machen.

  126. Henning

    Juliane (126), es gibt Gesetze und Richtlinien für Ausschreibungen, und sie sind auch völlig ausrei­chend. Auf der legis­la­tiven Seite liegt das Problem sicher nicht.

    Das Problem liegt, ganz richtig, auf Seiten der Mitarbeiter. Strategien in diese Richtung nehmen fast auto­ma­tisch Kampagnenform an (Du willst eine Zielgruppe errei­chen, die noch gar kein Problembewußtsein hat) und wird damit ebenso auto­ma­tisch Kapital- und Personalintensiv.

    Selbst der wesent­lich größere AGD macht nichts anderes als wir: Warten dass einer anfragt. Was auch passiert. Hin und wieder. Eine voll­wer­tige Kampagne könnten nicht mal alle Designverbände gemeinsam schul­tern. No way.

  127. Henning

    Das war, was ich viiiiel weiter oben in Post 50 meinte »Es gibt aller­dings echt viele Auftraggeber und Auslober … «

  128. Jürgen

    Liebe Leute. Ich schalte jetzt mal die Kommentare ab – nicht wegen Zensur, sondern um Abschreckung zu vermeiden: Welcher Außenstehende soll sich denn noch in diesen Thread einar­beiten?

    Eine Zusammenfassung wird es von mir nicht geben. Aber es steht das Angebot für einen Workshop »Designkammer« auf der TYPO 2009. Hierzu schreibe ich jetzt einen kleinen Beitrag/Aufruf. Dort darf dann wieder frisch und mit neuer Übersicht (weiter)kommentiert werden.

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