Als Profi auf einen grünen Zweig kommen

Vor 6 Jahren erzählte mir Erik Spiekermann eine Anekdote, die tref­fend beschreibt, warum manche Berufstätige auf keinen grünen Zweig kommen. Die Geschichte passt zu den Kommentaren des Beitrags »Eine schlechte Nachricht für Schriftentwerfer/innen«, wo es sinn­gemäß heißt: ›Ich muss mit raub­ko­pierten Schriften arbeiten, weil ich keine ange­mes­senen Rechnungen schreiben kann‹ (stark verein­facht zitiert).

Darum hier noch mal die Geschichte von APO-Gunter, einst in Sie-Form abge­druckt in FontShops »Rechtsratgeber-Schrift« (veral­tete PDF-Version 890 KB down­loaden).

Über Traumautos und Traumschriften

Mein Freund Gunter ist Alt-68er. Heute leitet er ein Automobil-Forum in Berlin Mitte. Ende der 60er Jahre machte er einen Bogen um jeden Neuwagen. Stattdessen klaute er sich im Baumarkt Werkzeug und repa­rierte gegen Gefälligkeiten im Hinterhof die Blechkarossen seiner Freunde.

Irgendwann kannte er sich in der Stadt mit Motoren besser aus als jeder KFZ-Meister. Er merkte aber auch, dass ihn diese Art Nebenbeschäftigung nicht weiter­brachte. Vor allen Dingen brachte sie ihn nicht dem Traumwagen näher, den er sich so sehr wünschte: einen (weißen) Jaguar XK150 Roadster, Baujahr 1958, 6 Zylinder, 250 PS.

Ein längeres Gespräch mit Gunter brachte die Kehrtwende. Er pumpte sich bei mir 5000 Mark, mietete eine still­ge­legte Tankstelle in Mauernähe, kaufte Werkzeug und Hebebühne und verschaffte sich – geschick­ter­weise in Taxifahrerkreisen – binnen Wochen den Ruf, schnell und zuver­lässig zu repa­rieren. Es dauerte keine 12 Monate, bis die Schulden zurück­be­zahlt waren und sein Traumwagen vor der Tür stand. Den Rest der Geschichte steht oben.

Mit dieser Anekdote möchte ich illus­trieren, dass das »Ausprobieren« von Schriften seine Grenzen hat. Nichts gegen kapi­ta­lis­ti­sche Sandkastenspiele: Doch sobald die erste Rechnung deinen Drucker verlässt und die mit »raub­ko­pierten« Fonts geschrieben ist, muss dein krea­tives Gewissen Alarm schlagen.

Du hältst die eigene geis­tige Arbeit für entloh­nens­wert, also soll­test du auch das krea­tive Schaffen anderer hono­rieren, das heißt Anwendungssoftware und Schriften lizen­zieren. Ich prophe­zeie dir und spreche aus Erfahrung: Tust du es nicht, wirst du deine eigene Arbeit bis zum Ruhestand unter Wert taxieren und dir nie den Traum erfüllen können, der dich jahre­lang begleitet hat. Traurig aber wahr!

Erik Spiekermann (Abb: jaguar​.co​.uk)


60 Kommentare

  1. Maegz

    Erik Spiekermann hat Recht. Die Befürworter des freien Ausprobierens im anderen Posting aber auch. »… dass das ›Ausprobieren‹ von Schriften seine Grenzen hat. Nichts gegen kapi­ta­lis­ti­sche Sandkastenspiele« Ich kenne das Problem, Entwürfe ablie­fern zu müssen, die den Kunden geschmack­lich über­zeugen sollen. Gefällt ihm die Schrift, war die Investition richtig. Lehnt er die Typo ab, kostet es mich Geld. Im Gegensatz zu Frisören oder Taxifahrern müssen Gestalter mit diesem Risiko irgendwie zurecht kommen. Aber kein Kunde würde schon für den Entwurf die Kosten einer Schriftfamilie zahlen wollen. Beim Frisör wird niemand die Dienstleistung ablehnen, weil ihm die Schere nicht gefällt.

    Natürlich ist es selbst­ver­ständ­lich, Schriften zu bezahlen, wenn man Rechnungen für die mit ihnen erstellten Arbeiten schreibt. Aber was genau spricht eigent­lich gegen das Ausprobieren von Schriften im realen Einsatz (gerne auch als Online-Lösung)? Das Flash-Intro auf der Fontshop-Seite ist nett, aber für einen Mengentext reicht es einfach nicht.

  2. Simone

    An das Intro (war’s doch, oder?) des »Rechtsratgeber Schrift« erin­nere ich mich noch aus meiner Linotype-Zeit ziem­lich gut. Da saßen wir alle da und fanden Eure Idee klasse!
    Und dass sie immer noch gültig ist, macht sie nur noch besser.

  3. Jürgen Siebert

    Ich verstehe den Wunsch nach besseren Online-Tools für das Testen von Schriften. Der Relaunch der FontShop-Seite wird da nicht nur einen Schritt nach vorne machen, sondern mehrere gleichzeitig.
    Wenn es um Schriften für Drucksachen geht, hilft das Online-Ausprobieren nicht viel weiter. Ein gedrucktes Original ist nötig, entweder aus dem FontBook, anderen Schriftmusterbüchern oder eben Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, Broschüren. Und über eines muss man auch verfügen, gerade als Designer: Vorstellungsvermögen. Sollte nach einer guten Ausbildung entwi­ckelt sein, jedes Jahr Berufserfahrung stei­gert es.
    @ Maegz: Widerspruch beim Beispiel Friseur und Taxifahrer: Wenn ich mich in einer fremden Stadt für einen Friseur entscheide, bleibt mir nichts anderes als ihn nach Aushang, Einrichtung und auch seinem Werkzeug zu beur­teilen. Wenn der Haarschnitt trotzdem Mist geworden ist, wird er einen Teufel tun und mir einen Nachlass gewähren. Bei Taxifahrern wähle ich durchaus nach dem Fahrzeug, vor allem im Ausland (London ausge­nommen); auf den Fahrpreis hat das auch hier keinen Einfluss.

  4. Klaus

    »Wenn es um Schriften für Drucksachen geht, hilft das Online-Ausprobieren nicht viel weiter. Ein gedrucktes Original ist nötig, entweder aus dem FontBook …«

    nach dem Erscheinen des neuen Fontbooks hatte ich (noch im alten Blog?) mal gefragt, ob es nicht PDFs der einzelnen Fontbook-Teile geben könnte – nun nicht gerade mit einge­bet­teten Schriften, aber in eini­ger­maßen druck­barer Qualität. Das hilft zwar bei dieser Grundsatz-Debatte nicht weiter, würde es aber z.B. einfa­cher machen, den Kunden auch mal eine Übersicht über einige Schriften mitzu­geben (ja, man kann das Teil auch auf den Kopierer legen, aber …).

  5. Markus

    Also das mit der Moral ›wer Anderen ihre Leistung nicht vergelte komme nicht zu Knete‹ halte ich für abso­luten Humbug. Über diese ›Moral‹ dürfte jeder der es nicht so genau nimmt, wie und womit er seine Schäfchen ins trocken bringt wohl nur amüsiert schmunzeln.

    Ich weiss einfach aus Erfahrung und vielen Gesprächen, dass auch sehr erfolg­reiche Agenturen die Ihre Kunden bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit beiden Händen rupfen, nicht jeden Arbeitsplatz mit lizen­sierter Software ausstatten und für die ›Schriftenkäufer‹ gleich­be­deu­tend mit ›Warmduscher‹, ›Frauenversteher‹, ›Teletubbyzurückwinker‹ ist.

    Jeder Vergleich mit geklauter Hardware geht letzten Endes am Problem vorbei. Denn: bei Hardware-Diebstahl gibt es ein Unrechtsbewusstsein bei den meisten Bürgern. Bei Software ist dieses Bewusstsein nicht vorhanden. Die Masse denkt nicht darüber nach ob das unrecht sein könnte. Es gibt einen Meinungsmainstream der besagt, dass Software und Musik quasi Allgemeingut seien und die Industrie die dahinter steckt (Microsoft wie BMG) ohnehin dem Reich des Bösen entstiegen ist und jeder der die beklaut ja irgendwie eine Art Robin Hood sei. Die Musikbosse würden die Künstler nur ausbeuten und ohnehin nur Mist produ­zieren (was Teilweise ja auch stimmt; und auch Softwarefirmen bekle­ckern sich nicht nur mit dem Ruhm einwand­freien Geschäftsgebarens).

    Nach meiner Ansicht hat die Musikindustrie den Fehler gemacht, mit der Kriminalisierung von Leuten die keines­wegs Gangster sind, sondern höchs­tens ein biss­chen Ignorant, sich selber ein Ei gelegt und den Graben zwischen Konsument noch vertieft und verbrei­tert – beide denken, sagen und handeln nach: ›Wir sind die guten, das sind die Bösen‹

    Die Softwarehersteller haben diesen Fehler bisher nicht gemacht. Ich denke das Problem ist ohnehin nicht von oben herab zu lösen. Das Beste was man tun kann ist Aufklärungsarbeit leisten, mit gutem Beispiel voran zu gehen und einem Freund oder Kollegen, der offen ausspricht, dass er auf das lizen­sieren von Software sch***** auch mal die Meinung zu pusten.

    Zum Thema Schriften testen: Der Linotype Fontexplorer X erlaubt es Schriften aus der Voransicht des Browsers, also auch des Shops, auf den Schreibtisch zu ziehen. Damit kann ich zumin­dest in akzep­ta­bler Qualität ein Logo gestalten und präsen­tieren. Ich würde mir wünschen, dass außer den Linotype Fonts auch Schriften anderer Hersteller über diesen Shop verfügbar wären, von Monotype und Fontshop usw. Ich kauf meine Musik ja auch längst über den Music Store und kann mir nix komfor­ta­bleres mehr vorstellen.

  6. Friedrich

    Ein wenig mehr Moral, Anstand und Bewusstsein für den Wert einer Arbeit wäre nett. Wer Schriften nutzt und damit Geld verdient sollte dafür auch bezahlen und sie nicht aus dem Netz saugen. So wie es aber ausschaut beutet jeder jeden aus. Grosse und kleine Agenturen nutzen geklaute Schriften, lassen Pratikanten für lau arbeiten (neulich an der Pinnwand der htk​-hamburg​.de ca 20 Praktikumsangebote und zwei ECHTE joban­ge­bote), Gehälter für ange­hende Designer werden gedrückt und und und.

  7. Der Sven

    Was ich gut finden würde, wäre ein digi­taler Fontsampler, der in regel­mä­ßigen Abständen die neusten Schriften enthält, z.B. in einer extrem abge­speckten Version (keine Sonderzeichen, nur 50% der Buchstaben o. ä.). Das reicht zumin­dest aus, um einen Blindtext darzu­stellen und man kann ein Gefühl für die Schrift entwi­ckeln. Gefällt sie, könnte man sie sich frei­schalten lassen, ähnlich wie bei Demo-Versionen von Software. Die Sache ist nämlich die: ich als Kunde von z.B. Fontshop sehe es natür­lich ein, dass ich für Schriften Geld bezahle. Andererseits erwarte ich, dass mir die Schriften-Hersteller so gut es geht entge­gen­kommen. Das erwarte ich in anderen Bereichen auch. Und wenn wir von Beträgen um die 250 Euro reden, dann will ich auch nicht die Katze im Sack kaufen, sondern im Vorfeld ordent­liche Testmöglichkeiten haben. Eine andere sehr gute Möglichkeit sind die Freefonts. Ein Schnitt einer Typo, der zum kosten­losen Download bereit stand, hat mich schon des öfteren dazu bewogen, weiter Schnitte zu kaufen, wenn mir die Schrift gefällt. Also liebe Schriftenanbieter: lasst eurer Kreativität freien Lauf und helft uns Gestaltern so gut es geht, dann können wir uns in Zukunft solche Diskussionen ersparen.

  8. Christian Ullenboom

    Dazu passt ja das, was ich heute bei Spiegel Online lesen musste: 
    Unmoralische Deutsche: Dreistigkeit, Unrecht und Freiheit
    .

  9. Jürgen Siebert

    Ein Zitat aus den Kommentaren zu »Eine schlechte Nachricht für Schriftentwerfer/innen«:

    Warum bietet keines der »großen« Schrifthäuser Studentenrabatte? Warum gibt es kein »FontShop Education Package«, mit abge­speckten Schriftpaketen (preis­lich und inhalt­lich) auf den Studenteneinsatz zugeschnitten.

    Und noch ein Zitat kurze Zeit später als Antwort:

    Als Anmerkung zu den Studenten, zu denen ich mich ja selbst auch noch zähle: Ich bin derzeit in zwei Emailverteilern, sowohl von meiner alten Hochschule als auch bei der neuen. Die Emails in denen nach Schriften gefragt wird nehme ich schon gar nicht mehr wahr, eher die Tage an denen nicht gefragt wird, ob mal jemand eben Schrift XY hat.

  10. Robert

    Sicher wären Online-Sampler oder PDF-Generatoren mit indi­vi­duell abge­setzten Zeilen eine span­nende Lösung und eine elegante Argumentationshilfe beim Preisverhandeln. Meine Erfahrung ist, dass egal ob während einer Präsentation oder kurz vor Drucklegung es uner­hört Mühe kostet, Kunden das Kostenbewusstsein um Schriften beizu­bringen. Selbst wenn mein mora­lisch-missio­na­ri­scher Eifer eher als Fachidiotie inter­pre­tiert wird, wird es als lästig empfunden, „die paar Lettern“ zu bezahlen. So ist es häufig bei den von mir entwor­fenen Buchcovern, bei denen indi­vi­du­elle Typografie ästhe­tisch und inhalt­lich Pflicht ist. Dazu kommt in Berlin ein völlig aufge­bro­chener Designmarkt. Kein mittel­stän­di­scher Verlag hat hier Geld für reale Kosten und dem Geldmangel steht ein ganze Generation kompro­miss­breiter Gestalter gegen­über. Mein Eindruck ist, dass niemand mehr Produkte gestaltet, um davon zu leben, sondern um sich Referenzen für den kommenden Auftrag zu erar­beiten. Ein für Kunden hervor­ra­gender Zustand. Wenn man über­haupt eine Chance hat, etwas Schönes zu gestalten, macht man Zugeständnisse beim Verdienst und vermeidet es, den Kunden mit Extrakosten – selbst mit erschwing­li­chen Fonts zu nerven. Vielleicht ist es doch sinn­voll ein pay-per-sign anzu­denken. So bescheuert das scheint.

  11. maik

    Schön das die Diskussion weiter­ge­führt wird!

    „Wenn es um Schriften für Drucksachen geht, hilft das Online-Ausprobieren nicht viel weiter. Ein gedrucktes Original ist nötig, entweder aus dem FontBook, anderen Schriftmusterbüchern oder eben Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, Broschüren. “
    Stimmt. Daher ja auch ein simpler PDF-Generator, über die PDFlib lassen sich doch problem­frei PDF-Dateien online erstellen. Ich habe bereits vor fünf Jahren in einer Agentur gejobbt, die eine Database-Publishing Lösung für einen großen Leuchtenhersteller entwi­ckelt hat. Dabei wird ausschließ­lich online ein kompletter , mehrere hundert Seiten starker Katalog erstellt. Wieso ist es dann nicht möglich die vorhan­dene Technik zu nutzen um einen simplen Absatz von viel­leicht zehn Zeilen in ein PDF zu exportieren?

    Sinnvoll ist es doch eigent­lich dem Kunden eines Schriftdistributoren so viele Wege wie eben möglich zum Schriftkauf zu öffnen, oder? „Schriftmusterbüchern oder eben Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, Broschüren“ – Der poten­ti­elle Schriftkäufer muss also darauf warten das ihm ein Muster ins Haus fliegt um die Schrift zu kaufen, in Zeiten in denen man einen Golf GTI im Internet probe­fahren kann – wenn auch nur mit den begrenzten virtu­ellen Möglichkeiten?

    „Und über eines muss man auch verfügen, gerade als Designer: Vorstellungsvermögen. “
    Stimmt. Darum geht es aber über­haupt nicht, denn die Kaufentscheidung trifft nicht der Designer sondern der Kunde. Wir Gestalter verkaufen den Kunden unsere Entwürfe (!) als möglichst reale Darstellungen von unserer Leistungen für ihn. Setzen Bilder und Farben ein so wie sie später auch im fertigen Design erscheinen – nutzen sogar möglichst perfekt abge­stimmte Drucker und Papiere. Vielleicht mache ich das ja ganz falsch und man präsen­tiert in seinem Entwurf auch statt der Farben CMYK-Werte, statt der Bilder Rechtecke in denen steht „Hier stelle ich mir ein Bild vor“, natür­lich hand­schrift­lich man will ja keine Schriften „klauen“. Dann kann ich natür­lich auch ein Blatt daneben legen mit einem Alphabet in der gewünschten Schrift, womög­lich noch schlecht kopiert aus einer Zeitung oder einem Buch. Denn ICH kann mir ja vorstellen wie es werden soll. 

    Dem Kommentar von Markus kann ich mich anschließen. Mit dem FontExplorer X ist eine richtig tolle Applikation gekommen die genau die Kritik von mir aus dem anderen Beitrag aufnimmt. Man hat sich den tech­ni­schen Entwicklungen gestellt und es dem Kunden/Gestalter einen großen Schritt einfa­cher gemacht Schriften zu kaufen und zu verwalten! Auch wenn man hier natür­lich eine einfache „Raubkopie“ des iTunes Designs nutzt ;)

    Abschliessend noch eine kurze Geschichte zu „Vor 6 Jahren erzählte mir Erik Spiekermann eine Anekdote, …“:
    Vor nicht einmal sechs Jahren hatte ein großer Musikdistributor einen Chef in Deutschland. Dieser Chef war ganz böse auf alle Menschen die statt der tollen CDs MP3-Dateien nutzten. Er führte gegen viele einen erbit­terten, stei­nigen Kampf, wenn ich mich recht erin­nere hat er sogar mehr­fach gegen die fiesen Wissenschaftler protes­tiert die die MP3 direkt aus den tiefen der Hölle geholt haben – sogar das Internet selbst wurde von solchen Wissenschaftlern geschaffen. Alle MP3 Nutzer waren fiese Kriminelle. Eines Tages war ein neuer Chef auf dem Posten des bestoh­lenen alten Chefs. Ganz komisch war aber bei diesem neuen total verrückten Chef, das er nicht mehr klagte um Geld von den Menschen zu bekommen, sondern begann Millionen in den Vertrieb von MP3 Dateien zu stecken. Ja sogar einen eigenen Vertriebsweg im Internet schuf er. Man erzählt sich noch heute das er ange­fangen hat, wenn auch viel­leicht zu spät, auf die Wünsche der Menschen zu hören die ihm Geld geben sollten.
    Und die Moral von der Geschicht‘ ? Kundenmund tut Weißheit kund.

  12. nike

    ich finde die idee von demo­fonts ziem­lich gut. bei http://​www​.texas​hero​.com kann man schon seit jahren demo­fonts herun­ter­laden. es fehlen dort einige wich­tige glyphen, was mich beim layouten nicht weiter stören würde. es hilft jedoch unge­mein, ein besseres gefühl für die schrift zu bekommen. gerade bei längeren texten lässt sich eine schrift anhand des speci­mens nur schwer beurteilen. 

    ich möchte an dieser stelle die idee von font­font loben, einige schnitte für einen begrenzten zeit­raum kostenlos zum down­load anzu­bieten. das ist doch schon mal ein schritt in die rich­tige richtung.

  13. microboy

    bei klei­neren jobs rechne ich auto­ma­tisch 100 euro fuer schriften mit ins angebot ein – das spart laes­tige diskus­sionen und in der regel kommt man mit zwei oder drei schnitten auch aus. wenn es teurer wird muss man eben disku­tieren oder die notbremse ziehen und eine andere schrift vorschlagen.

    mit aufklae­rung kann man recht viel errei­chen und kunden sind dann sogar stolz auf „ihre schrift“.

    test-fonts mit begrenzten zeichen­saetzen finde ich eine gute loesung.

  14. Jürgen Siebert

    Schön das die Diskussion weiter­ge­führt wird!

    Dann disku­tiere bitte auch und vermeide Monologe.

    @ microboy: Ein diskreter, prag­ma­ti­scher Vorschlag, der mir sehr gut gefällt und den sich einige hinters Ohr schreiben können. Danke.

  15. Dirk S.

    Wenn man mal länger drüber nach­denkt, müsste man Schriften doch eigent­lich nicht für die Benutzung an Arbeitsplätzen lizen­zieren, sondern für das Projekt, in dem sie verwendet wird, also z. B. für eine Broschüre o. ä. Also eher so, wie es bei Bildern oder Illustrationen der Fall ist. Der Idealzustand dieser Idee wäre folgende: ich als Gestalter habe Zugriff auf alle Schriften und sobald ich einen Job abschließe, gebe ich die rele­vanten Daten (verwen­dete Schriften, Seitenzahl usw.) an z. B. Fontshop weiter, und lizen­ziere somit gegen eine Gebühr die Schrift für das besagte Projekt. Das setzt natür­lich Vertrauen voraus.

  16. maik

    „Zwei Monologe, die sich gegen­seitig immer und immer wieder störend unter­bre­chen, nennt man eine Diskussion. – Charles Tschopp“ (Quelle: Wikipedia)

    Mir fällt ledig­lich der viel­leicht schär­fere Sarkasmus auf der aller­dings ein aner­kanntes Stilmittel ist genauso wie viel­leicht die ein oder andere Übertreibung. Grundsätzlich gehe ich aber doch nur auf Beiträge von Vorrednern ein, sowie auf Textstellen des von Ihnen gepos­teten Beitrags Herr Siebert. Das meine Meinung zu dem Thema viel­leicht ausführ­li­cher ausfällt als die anderer mag sein, das Sie ihr nicht zustimmen auch, aber genau das ist doch teil einer Diskussion: unter­schied­liche Standpunkte als Basis einer Lösungsfindung. 

    Im einzelnen gebe ich doch sogar sehr genaue detail­ierte Hinweise zur Technik und zum Verfahren anderer Branchen. 

    @Dirk
    Der Weg hört sich doch wirk­lich span­nend an. Vielleicht lässt sich sowas ja mit einer Art DRM kombi­nieren, Druckerein könnten da ja quasi Kontrollstelle , zumin­dest für Printmedien, sein.

  17. thomas | fontbastard

    ich möchte keine druckerei auf meine daten bezüg­lich rechte schauen lassen, und schon gar keine internet-druckerei, die sammeln und den kram doch einfach und knallen dass dann raus, OHNE drauf zu schauen. kein sinn­voller vorschlag, wie ich finde.

    @dirk: es gibt mitt­ler­weile bild-agen­turen, wo du einmal zahlst, das bild aber immer wieder verwenden darfst und unab­hängig vom medium. und soweit ich weiss beginnen die großen, ob dieses idee schwer mit den augen­li­dern zu zucken.

    wie soll das denn aussehen? ein buch ist dann teurer, als eine flyer, obwohl die gleiche schrift verwendet wurde. d.h. der type-desi­gner verdient am ende nur an größeren print-prpdukten, denn online ist dann schon nichts mehr zu verdienen. für mich ein klares »no go«!

    @mircoboy, das ist das einzig sinn­volle wir mir scheint. wenn man abschätzen kann, dass der kunde da keinen nerv hat, eine schrift zu lizen­sieren, dann eben ins angebot rein und ihm nichts sagen.

    ich versuche meinen kunden in bezug schrift auch immer ein »ohr ab zu kauen« :-)

  18. Samo

    »mit aufklae­rung kann man recht viel errei­chen und kunden sind dann sogar stolz auf “ihre schrift�?.« 

    Stimmt schon, und meis­tens sind die 30-50 Euro pro Schnitt nicht das Ende der Welt. Es ist aber leider immer noch so, dass gerade bei Grafik oft auf Unverständnis gestoßen wird — vor allem wenn man selbst junger Grafiker ist. Ich kenne Beispiele bei denen der selbe Kunde auf die Aufforderung „Wir müssen die Schrift aber kaufen.“ eines jungen Grafikers mit totaler Ignoranz reagiert hat, wobei eine Woche später — auf Anraten eines älteren Grafikers — die Schrift gekauft wurde. Und dabei gab es keine Diskussionen, der Kunde ging einfach davon aus, dass der junge Grafiker güns­tiger sein _muss_ und dass dieser Kosten wie Software/Schriftlizenzen einfach umgeht. 

    Ausserdem ist der Teil der Grafiker schlecht was das Wirtschaftliche angeht und kann (schlechte Arbeiten) oder will (kein Selbstbewußtsein) für die Arbeit nicht viel Geld verlangen. Dann spart man auch bei der Schrift und nimmt immer Helvetica Neue her und even­tuell ein Bild via google. Und dann wird die Arbeit erst recht schlecht. 

    Ich glaube auch, dass die Bestrebungen von Type Foundries nicht nur auf Grafiker abzielen sollen, sondern auf die Wirtschaft allge­mein. Die Grafiker wissen schon, dass Schriften Geld kosten — aber solange der Kunde keinen Unterschied sehen will und den Kosten gegen­über igno­rant ist, helfen alle Bestrebungen der Grafiker nicht (und eine gute, komplette Schrift kostet nun mal mehr als 100 Euro und man kann das schwer in ein Angebot „verpa­cken“).

  19. microboy

    bei einem kleinen flyer machen sich die 100 euro sicher bemerkbar – bei einer broschuere faellt das schon nicht mehr auf. man sollte es auch als berufs­an­fa­enger zumin­dest versuchen …

  20. simon

    Ich denke, der Ansatz von microboy ist in jedem Fall hilf­reich. Muss man dem Kunden denn jedesmal noch extra aufs Brot schmieren, dass man jetzt für sound­so­viel Euro diese Schrift gekauft hat? Ich erzähle ihm ja auch nicht jedesmal »Dafür brau­chen wir InDesign, das kostet aber sound­so­viele Euros«. Vielleicht müssen wir uns ange­wöhnen, Schriftlizenzen als laufende Investitionskosten mit einzu­rechnen, so wie Software- oder Hardware-Updates.
    Das in meinen Augen eigent­liche Problem bleibt aber: Wie kann ich eine Schrift auspro­bieren, wenn ich sie nicht klauen will. Denn seien wir ehrlich, wenn sie erst mal auf dem Rechner drauf ist, und ich sie »nächste Woche dann auch noch kaufe, der Ordentlichkeit halber«, kommt nächste Woche bestimmt was dazwischen …
    Oder viel­leicht doch nicht?

  21. Bert Vanderveen

    Frueher gab es Blaetter mit Textsatz in diverse Schriftzuegen die man verwen­dete in Probelayouts (z. B. Berthold — habe soeben einige Blocks wieder­ent­deckt), wobei man Schere und Kleber verwen­dete. Wie waere es, wenn man PDF’s mit Lorem ipsum usw. zum Download bereit­stellte (oder wie schon vorge­schlagen On-the-Fly gene­riert im Internet)? Das waere doch nicht so schwierig? (Hint, hint).

  22. Oliver

    Das eigent­liche Problem liegt ganz wo anders:
    Der Werte- und Preisverfall auf dem (Werbe-)Markt. Kaum ein Kunde ist noch bereit, für die geleis­tete Arbeit einen entspre­chenden Preis zu bezahlen. Da wird geschach­tert, übers Ohr gehauen, der Preis gedrückt und mit Folgeaufträgen gelockt, dass es einem schwindlig werden könnte. Gerade Jungunternehmern wird übel mitgespielt.

    Als kleine Agentur hat man zwei Möglichkeiten: Entweder man spielt zähne­knir­schend mit – oder man ist sofort weg vom Fenster.

    Ich kenne genug Agenturen, die – obwohl sie quali­tativ hoch­wer­tige Arbeit ablie­fern – am Existenzminimum rumkrebsen. Da ist ein Vorfinanzieren eines großen Schriftenpools für mehrere hundert oder gar tausend Euro schlicht und einfach nicht drin.

    Wir brau­chen erstmal einen „Berufsschutz“, vergleichbar einem Meisterbrief: Nur wer entspre­chende Fachkenntnisse besitzt, darf über­haupt eine eigene Agentur oder ein Satzstudio eröffnen. Damit sind schon mal die ganzen „Hinterhofgrafiker“ ausge­he­belt, die die Preise kaputt machen. Wenn sich der Markt dann norma­li­siert hat und die Preise wieder auf einem vernünf­tigen und „arbeits­wertem“ Niveau liegen, ist auch wieder Geld für vernünf­tige Investitionen vorhanden. Denn wenn wieder die Qualität der Arbeit und nicht mehr nur der nied­rigste (lies: „billigste“ in all seinen Bedeutungsvarianten) Preis über die Auftragsvergabe entscheidet, spielt ein vernünf­tiger Schriftenpool wieder die Rolle, die er spielen sollte.

  23. microboy

    sorry aber an „mehreren hundert euro“ kann es doch bei einer „agentur“ nicht liegen oder? was ist mit soft­ware­li­zenzen? da ist man schnell bei einigen tausend euro. entspre­chende hard­ware ist auch nicht billig und muss trotzdem gekauft werden.

  24. Der Sven

    Alles in allem finde ich, dass es dem Käufer so leicht und ange­nehm wie möglich gemacht werden sollte, wenn er eine Schrift kaufen möchte. Ein Auto kann ich Probefahren (selbst wenn es ein 16 Jahre alter Polo für 300 Euro ist), eine Jacke kann man anpro­bieren, eine Kamera kann man in die Hand nehmen und die Funktionen auspro­bieren und in CDs oder MP3s kann man rein­hören, etc.
    Bei Schriften sieht es aber doch anders aus. Die Voransicht mancher Anbieter ist nahezu über­flüssig, Flyer und Magazine sind nett, aber ersetzen keine „Probefahrt“ und ein Fontbook, für das man selbst ordent­lich Geld lassen muss, ist hilf­reich und gut, aber alles zusammen ist noch keine gute Lösung gefunden worden. Die Anzahl der Kommentare und die hitzige Diskussion zeigt doch, dass alle an einer Lösung dieses Problems inter­es­siert sind. Meiner Meinung nach sind jetzt Firmen wie Fontshop etc. an der Reihe, die Unzufriedenheit der Kunden zu besei­tigen. Hilfreiche Wunschäußerungen gab es ja zu genüge. Und Linotype hat ja schon einen kleinen Schritt in die rich­tige Richtung gemacht. Also: lasst weitere Folgen!

  25. flxb

    @Oliver: Das mit dem Meisterbrief hört sich ja im ersten Moment ganz gut an, aber gerade beim Handwerk hat sich doch gezeigt das es nicht 100%ig funk­tio­niert. Auch da gibt es die Leute die es „schwarz“ machen oder sich unter­bieten. Das beste Beispiel ist doch myhammer​.de, dem portal wo sich die Handwerker gegen­seitig unter­bieten. Da regiert nur noch der Preis. Und die Leute die ein biss­chen mehr inves­tieren wollen um Qualität zu bekommen hat es immer gegeben und wird es immer geben. Das das mehr werden, müssen wir auf die Qualität unserer Arbeit aufmerksam machen und nicht dem Bauern das schwim­mern beibringen wollen, nur weil wir ihm sagen er soll sich eine neue Badehose kaufen.

  26. Jürgen Siebert

    @Oliver: Deine Vorschlag »Meisterbrief« für Designer ist so antik wie sympa­thisch. Doch mich irri­tiert inzwi­schen dieser – ziem­lich breit geäu­ßerte Wunsch nach einem – Artenschutz für Designer. Wir leben zwar im Kapitalismus, aber nicht mehr im Frühkapitalismus. Alle kennen die aktu­ellen Spielregeln. Eine lautet: Qualität setzt sich durch. Eine andere: Trommeln gehört zum Handwerk. Es reicht nicht nur, gut zu gestalten, muss sich »verkaufen«. Das Lamentieren über unein­sich­tige Auftraggeber, Werte- und Preisverfall bringt uns nicht wirk­lich voran.

  27. Oliver

    Ich wüsste nicht, was daran „antik“ sein sollte – die aktu­elle Diskussion zeigt doch, wie wichtig dieses Thema ist. Und wenn man mit „Artenschutz“ asso­zi­iert, dass eine Gattung vom Aussterben bedroht ist und man sie retten will, trifft es der Begriff ganz gut. Denn das Lebewesen „ehrli­cher Grafiker“ ist wirk­lich vom Aussterben bedroht, massiv bedrängt von den „Billig-Hobbygrafikern“ und der einher gehenden Geiz-ist-geil-Mentalität.

    Die Fontdesigner wünschen sich Grafiker, die bereit sind, für die Schriften die ange­mes­senen Preise zu zahlen. Die Grafiker wünschen sich genau dasselbe: Kunden, die bereit sind, für die Arbeit ange­mes­sene Preise zu zahlen. Es sind die Hobbygrafiker, die im Netz aus ille­galen Quellen ganze Schrift-CDs runter­laden, kaum laufende Kosten produ­zieren und daher Dumpingpreise bieten können. Als normale Agentur muss man dann mit solchen Leuten konkur­rieren. Wie soll das funk­tio­nieren? Wie soll ich noch 100 Euro für Schriften einkal­ku­lieren, wenn mein Angebot sowieso schon wesent­lich höher ist als das des Hinterhof-Fricklers?

    Phrasen wie „Qualität setzt sich durch“ klingen ja immer ganz nett. Nur helfen die mir nicht, wenn für jeden Billigkonkurrenten, der am eigenen Preisdumping zugrunde ging, drei neue wie Pilze aus dem Boden schießen. Die Erwartungshaltung der Kunden steigt – auch aufgrund dieser „Grafiker“ – immer weiter an. Billigere Preise, am besten schon fertige Entwürfe (mit tollen, neuen Schriften!) vor Auftragserteilung als Vorleistung. Wie soll ein ehrli­cher Grafiker solche Kosten kompensieren?

    Nein, das Preisdumping, das hier in Deutschland ganz extrem statt­findet, reißt viele Agenturen in den Abgrund. Und an den Agenturen hängen die Schriftdesigner. Unser Schicksal ist – über­spitzt ausge­drückt – auch Euer Schicksal.

  28. Der Sven

    Sowohl großen Agenturen als auch einzel­kämp­fende Freelancer nutzen Schriften und kaufen diese. Das Problem ist nur, dass beide in unter­schied­li­chen Welten unter­wegs sind. Für »die Großen« ist es kein Problem, eine riesige Fontlibrary anzu­legen. Freiberufler, die auch gute Qualität liefern wollen, haben kein allzu großes Budget für Schriften. Ebenso wenig für Hard- und Software. Der legale und rich­tige Weg ist daher, in seinen finan­zi­ellen Möglichkeiten zu bleiben. Also: lieber mit dem Mac Pro noch ne Weile warten und hin und wieder mal in Schriften inves­tieren. Aber auch hier möchte ich den Ball an Fontshop weiter­geben: Wie wärs mit kleinen Fontpaketen zum Freelancer Preis? Ich denke nicht an Ramsch und auch nicht an die Geiz-ist-geil-Schiene. Mir kommen da Anbieter wie »T 26« in den Kopf, die Schriften mit 4 Schnitten für 99 Euro weiter­geben. Ist dieser Preis so utopisch? Ich für meinen Teil komme in den meisten Fällen (Buchcover Gestaltung) mit 4 Schriftschnitten aus. Ein Einzelschnitt, bspw. der Meta, kostet (als nicht OT) 46 Euro. Das Meta-Professional-Paket kostet 595 Euro (als Einzelschnitt-Käufer würde man auf 1380 Euro kommen). Das heiß ja, dass Vergünstigung möglich ist – warum dann nicht auch im klei­neren Rahmen? Ich würde niemals das komplette Meta-Paket benö­tigen, wäre aber für kleine Pakete sehr empfäng­lich. Lässt sich da nix machen?

  29. Jürgen Siebert

    Doch Sven, da lässt sich etwas machen. Im Januar wird FontFont (FSI FontShop International) die ersten drei Pakete seiner Serie FF Skill Sets heraus­bringen. Es sind preiswert(er)e Mini-Bibliotheken für spezi­elle Anwendungsgebiete. Zur Zeit sind die Kollektionen Editorial & Publishing, Corporate & Business sowie Advertising & Packaging fertig vorbe­rei­tete. Das wird jedoch auch nichts für 99,– €, selbst 999,– € werden nicht reichen, denn die Serie beginnt mit den größeren Design-Herausforderungen und wird sich langsam nach ›unten‹ entwi­ckeln (im Gespräch sind Leitsysteme, Plakate, …). Die Premium-Positionierung liegt ganz auto­ma­tisch auch daran, dass gerade die FontFont-Bibliothek mit sehr vielen anspruchs­vollen und großen Familien gesegnet ist. Ich scheue mich ein wenig davor, diese zu zerschlagen und in den klas­si­schen 4er-Sets (Reg, Italic, Bold, Bold Italic) denn die Vielfalt und die Wahlmöglichkeiten inner­halb einer Familie ist eine ganz entschei­dende Qualität, die man dann verlieren würde.

  30. Der Sven

    Danke für die Antwort. Die FF Skill Sets Idee klingt an sich gut – schade, dass es das nicht 4 Jahre früher gab. Allerdings teilt die Premium-Positionierung die Gestalter in diesem Fall wohl in eine Art 2-Klassen-Gesellschaft. Hätte mir halt gewünscht, dass Fontshop auch attrak­tive Angebote für Leute wie mich bereit­hält, die wohl nicht in der Zielgruppe der Großfamilien-Nutzer liegen. Bleibt daher scheinbar nur die Wahlmöglichkeit zwischen T 26 und dem sauern Apfel der stück­weisen Einzelschnitt-Einkäufe.

  31. Oliver

    @ Jürgen
    … selbst 999,– € werden nicht reichen…

    Und damit ist das Paket – so inter­es­sant es auch klingen mag – für eine Vielzahl kleiner Agenturen kaum noch erschwinglich.

    @Der Sven
    …lieber mit dem Mac Pro noch ne Weile warten und hin und wieder mal in Schriften investieren…

    Ja genau. Ich habe neulich bei einer befreun­deten Agentur miter­leben dürfen, wie sie (Ende 2005) endlich den Umstieg von OS 9 auf OS X angingen und dabei die alten G4/450 MHz aussor­tiert haben. Und weißt du, was statt­dessen ange­schafft wurde? Keine G5, keine Mac Pro, sondern 3 Mac mini. Aus Kostengründen – mehr Finanzkraft war nicht da.

    Die wenigsten „Kleinen“ wollen geizig sein, sie müssen. Gründe siehe mein vorhe­riges Posting.

  32. Der Sven

    @Oliver: Dein Bespiel trifft es sehr gut. Ein Mac mini reicht für die meisten DTP-Anwendungen voll­kommen aus. Das tolle ist ja: man hat die Wahl zwischen Mac Pro und Mac mini. Das wünsche ich mir auch im Schriften-Bereich: Pakete, die profes­sio­nelles Arbeiten in klei­nerem Rahmen möglich machen. Große Agenturen kaufen Mac Pros und ne teure Fontlibrary und kleine Agenturen oder Freie kaufen einen Mac mini (oder einen gebrauchten G5) und … ja was können sie im Schriften-Bereich kaufen?

  33. Samo

    Das Problem ist doch auch, dass eine quali­tativ hoch­wer­tige Schrift einen sehr großen Aufwand bedeutet — und dieser muss entlohnt werden. 

    Vielleicht könnte man ja bei Unternehmen wie Fontshop auch Systeme andenken, die „flei­ßige Schriftenkäufer“ entlohnen? Zum Beispiel könnte man Kunden die binnen der letzten 3-6 Monate eine Schriftfamilie gekauft haben die Option geben bei der nächsten Familie deut­lich zu sparen, oder von ein paar Schriftschnitten auf die volle Familie günstig aufzu­rüsten. Oder sogar den Rabatt auf neue Schriften von den vorher­ge­gan­genen Einkäufen berechnen lassen, so wie es bei manchen Kundenkarten diverser Unternehmen der Fall ist? 

    Ich kann nur für mich spre­chen, aber wenn ich Schriften suche und pro Schnitt Spannen von 24,90 bis 49,90 Euro sehe und die nicht sofort nach­voll­ziehen kann, bin ich viel weniger bereit die teurere (bessere?) Schrift zu kaufen. Da tue ich mir bei Apple’s iTunes Store leichter, pro song 1 Euro, pro Album 10 und ähnlich für Filme. Das wird aufgrund der verschie­denen Preise diverser Foundries aber eher schlecht gehen, nehme ich an… 

    Ich verstehe auch, dass die Foundries kein Preisdumping betreiben wollen, vor allem mit guten/neuen Schrifen. Aber viel­leicht kann man, wie schon von Anderen angd­acht, sich ein System über­legen um jungen Grafikern den Einstieg etwas zu erlei­chern — wenn man gut zu den Kunden ist, bleiben diese nämlich auch loyal. In diesem Sinne finde ich auch die Diskussion hier super!

  34. microboy

    @ oliver

    die geschichte mit den drei mac minis klingt fuer mich ziem­lich schraeg. ich denke die jungs sollten sich ueber­legen ob sie nicht in einen anderen beruf wech­seln – mit grafik scheinen sie ja grad so die miete zahlen zu koennen. liegt es an den fehlenden auftra­egen oder wird schlecht kalku­liert? man brauch sicher keinen mac pro fuer normales dtp – aber ein mac mini ist dann doch ein biss­chen wenig.

    @ samo

    eine art rabatt­system faende ich auch super. wenn man fonts fuer bvei­spiels­weise 500 euro­ge­kauft hat gibts fonts fuer 50 euro umsonst. gerade fuer reseller bietet sich so ein system doch an. bei font bureau berechnen sich die font­preise zumin­dest schon heute so – aber drei schrift­schnitten wirds pro schnitt billiger und so weiter …

  35. microboy

    ups … tipp­fehler bitte ueberlesen! :/

  36. Oliver

    @ microboy

    Welcher Mac liegt denn zwischen Mac mini und Mac Pro? Etwa der iMac? Mit einem iMac kaufst du ein minder­wer­tiges (im Sinne von: nicht so hoch­wertig wie ein teurer, kali­brierter Monitor) Display dazu, das du gar nicht brauchst. Somit bleibt dir nur die Wahl zwischen dem Mac mini und dem Mac Pro. Und wenn drei Mac Pro zu teuer sind, musst du auf drei Mac Mini auswei­chen. Dass der Mac Mini nicht die Ideallösung darstellt, versteht sich von selbst. Aber es war die Lösung, die der Ideallösung möglichst nahe kam.

    Aber wir eröffnen hier gerade einen Nebenschauplatz.

  37. microboy

    @ oliver

    es gibt also kein geld fuer mac pros aber fuer displays von eizo oder wie? ich perso­en­lich find den iMac einen sehr prak­ti­schen small-busi­ness-rechner. farb­ver­bind­liche displays und der dazu­ge­ho­e­rige work­flow kosten einfach immer noch zuviel. die farb­si­cher­heit stell ich dann lieber ueber einen proof her ….aber lassen wir das thema.

  38. Der Sven

    @ microboy: Aussagen wie »… die jungs sollten sich ueber­legen ob sie nicht in einen anderen beruf wech­seln – mit grafik scheinen sie ja grad so die miete zahlen zu koennen.« sind extrem arro­gant. Ja – ehrlich gesagt: sie sind eine Frechheit. Ist man nur dann ein guter Gestalter, wenn man sehr viel Geld verdient und sich alles leisten kann? Hallo? Ist das die Realität? Muss sie das sein? Ich bin mit einem gebrauchten G5 mehr als zufrieden und meine Art zu Gestalten würde sich durch schnel­lere Hardware nicht verän­dern. Ich werde auch niemals im Agentur-Ranking oben stehen und auch niemals mit sechs­stel­ligen Honoraren hantieren. Das macht aber nichts. Das ist nicht mein Ziel. Ich habe Freude an meinem Job und habe neben der Arbeit auch noch ein Leben. Leider geht in unserer Branche wohl der Trend dahin, nur was zu zählen, wenn man mit jeder tech­ni­schen Neureung (und sei sie noch so über­flüssig) mithalten kann, möglichst dicke Referenzen auf seiner Homepage präsen­tiert (und seien sie nur dadurch zustande gekommen, dass man mal ne Weihnachtskarte für einen dicken Kunden gebas­telt hat) und am besten Tag und Nacht schuftet. Ist das der »Grüne Zweig«, von dem in der Überschrift dieses Blogeintrags die Rede ist? Was manchem hier fehlt ist ein gesunder Bezug zur Realität – und zwar nicht nur zur eigenen. Um aufs Schriften-Thema zurück zu kommen: Ich wünsche mir als Ex-Mac-mini-Gestalter einfach eine für mich anspre­chende Möglichkeit, Schriften zu testen um sie dann in einem für mich sinn­vollen Umfang an Schnitten zu kaufen. Das gute Schriften Geld kosten ist mir klar. Meine Frage lautet: richtet sich Fontshop neben den dicken Kunden, die natür­lich auch das meiste Geld da lassen, auch an »kleine« Gestalter, oder sagt man sich insge­heim: Wenn ein Gestalter keine 500 Euro für ne Schrift locker machen kann, hat er seinen Beruf verfehlt?

  39. microboy

    @ der sven

    mein state­ment war bewusst ueber­spitzt – sorry wenn du das anders verstanden hast. es ging mir nicht um ein „tech­ni­sches mithalten“ oder ein „dickes einkommen“. aber man sollte sich ueber seinen job zumin­dest soweit finan­zieren koennen, dass man nicht zu ille­galen hand­lungen (soft­ware, fonts, …) „gewzungen“ ist.

  40. Der Sven

    @ microboy: War in der Tat sehr über­spitzt, aber danke für die (Er)klärung.
    »… aber man sollte sich ueber seinen job zumin­dest soweit finan­zieren koennen, dass man nicht zu ille­galen hand­lungen (soft­ware, fonts, …) “gewzungen�? ist.«
    – da stimme ich dir voll­kommen zu.

    (mal ne andere Frage: wie bekommt man das denn bei den Kommentaren hin, dass die Typo kursiv ist und so ein nettes Blümchen/Sternchen am Anfang hat? So wie oben bei Nick Blume)

  41. Nick Blume

    Denn das Lebewesen „ehrli­cher Grafiker“ ist wirk­lich vom Aussterben bedroht, massiv bedrängt von den „Billig-Hobbygrafikern“ und der einher gehenden Geiz-ist-geil-Mentalität.

    Nicht zu vergessen ist, daß es auch »soge­nannte Marketing-Werbeagenturen« gibt, die gegen eine Pauschale von 149 oder 249 Euro den kompletten Geschäftsbericht einer Arztpraxis gestalten – und das oft kläg­lich, weil vorge­geben und vorge­staltet. Und wenn ein Arzt es selbst machen möchte und keinen anderen als dieses Unternehmen kennt, wird es sehr teuer, noch teurer als ein Freelancer.

    Zu den Schriften: leider bekomme ich auch in der Beratung von Kunden, wenn ich denen sagen, daß »eigene« Schriften was kosten (ca. 250 Euro), dann ernte ich ein »Hä?« und den Hinweis, daß es auch tolle 10.000-Fontpakete für 99 Euro gibt. Immer noch. Schade. Wenige rück­sicht­volle Kunden, der Rest will nur kostenlos.

    Seit dem Fontbook ist die Argumentationsbasis breiter geworden, da man echt den Text in live präsen­tieren kann… mal sehen, wie es wird.

  42. Florian

    an Oliver, den Sven: Ihr beklagt das Preisdumping auf dem krea­tiven Markt und fordert gleich­zeitig billi­gere Schriften, Rabattpakete etc.? Das passt doch echt nicht zusammen.

    8 Schnitte der Meta (1) gibt es z.Zt. für 271,—. Als OpenType sind derer 4 für 249,—. Wer die benutzen will (muss ja keiner), sollte sich einge­stehen, dass das so teuer nun auch wieder nicht ist. Nicht für jedes Projekt und jeden Auftrag muss eine neue Schriftsippe her – und die Lizenz eines einmal erwor­benen Fonts gilt (zum Glück) auf ewig.

    Zu den Vorschaumöglichkeiten: Klar, Verbesserungsspielraum gibt es wohl immer. Andererseits: Wie kommst Du denn (bei den aber­tau­senden auf dem Markt vorhan­denen Formen) auf die Idee, eine bestimmte Schrift kaufen oder auspro­bieren zu wollen, wenn Dich ihre Formen nicht schon irgendwo ange­spro­chen, ange­macht, über­zeugt haben? Mal davon abge­sehen, dass das Fontbook mit einem Preis von ca. 99 € schwer­lich als über­teuert bezeichnet werden kann, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich Schriftmuster zuzu­legen. Viele Foundries versenden (oft kosten­lose) Muster, im Netz gibt es Myriaden von »fonts in use«-Seiten, und selbst darf man ja auch gelun­gene Drucksachen aufheben und sammeln. Ich empfehle dazu wärms­tens die hier schon bespro­chene neue »Spatium«.
    Ich vermisse weiter­füh­rende Testmöglichkeiten nicht und denke, wenn ganze Schriftzüge indi­vi­duell (inkl. Kerning) vorab erstellt werden können, wird der Missbrauch auch steigen.

    wie bekommt man das denn bei den Kommentaren hin, dass die Typo kursiv ist und so ein nettes Blümchen/Sternchen am Anfang hat?

    Mit den HTML-Tags für Zitate; <blockquote>Zitat</blockquote>

  43. Der Sven

    @ Florian:

    Ihr beklagt das Preisdumping auf dem krea­tiven Markt und fordert gleich­zeitig billi­gere Schriften

    Habe mich zu Preisdumping meines Wissens nicht geäu­ßert. Als Mitglied der AGD habe ich den Vergütungstarifvertrag als Grundlage meiner Kalkulation und meis­tens ist es mir da egal, wie andere kalku­lieren. Bin auch nicht dafür, Schriften zu verram­schen. Meine Frage war ledig­lich die, ob es nicht möglich ist, Rabatte auch im klei­neren Rahmen für kleine Kunden anzu­bieten – ebenso wie es große Rabatte für große Kunden gibt. Falls nicht, werde ich meine Fontlibrary stück­chen­weise mit Einzelschnitten ausbauen müssen – so wie ich es seit einigen Jahren mache.

    (Danke übri­gens für den HTML-Tag-Hinweis)

  44. Oliver

    Ihr beklagt das Preisdumping auf dem krea­tiven Markt und fordert gleich­zeitig billi­gere Schriften, Rabattpakete etc.? Das passt doch echt nicht zusammen.

    Uh, vorsichtig, bitte. Ich fordere billi­gere Schriftpakete wegen des Preisdumpings. Wenn ich unsere Arbeitsstunden mit mindes­tens 65 Euro kalku­lieren muss (und das ist unterste Grenze) und es Billigkonkurrenten gibt, die die Gestaltung eines 8-Seiters mit 250 Euro veran­schlagen, dann ist da keinerlei Spielraum mehr für Schriftpakete für mehrere hundert Euro. Das ist Fakt.

  45. Florian

    Sven:

    Habe mich zu Preisdumping meines Wissens nicht geäußert.

    Oh, entschul­dige bitte. Hatte mich ledig­lich auf Dein Beispiel mit Meta, der Forderung nach klei­neren Paketen und den Vergleich mit T26 bezogen – und wollte darauf hinweisen, dass zwischen Einzelschnitt und Pro-Komplett-Paket durchaus noch andere Größen für den mitt­leren Geldbeutel ange­boten werden.

    Oliver:

    Ich fordere billi­gere Schriftpakete wegen des Preisdumpings.

    Genau das ist der Punkt. Das klingt danach, als sei die Gewinnspanne der Typedesigner und Fontvertreiber über­zogen hoch und beliebig kalkuliert.
    Bereicherung der mäch­tigen »Software-Giganten« auf Kosten der gebeu­telten Nutzer … Oft hört man diese Meinung (nein, nicht von Dir, ich will Dir nix unter­stellen), dass Schrift und Fonts »irgendwie« ja Allgemeingut seien und neue Trends (und gerade auch die bewährten Klassiker) bitte von jedem preis­wert mitnutzbar sein müssten. Nein, so ist es eben nicht. Fonts sind ein künst­le­ri­sches Produkt und per se Luxus. Ein Recht auf schöne Fonts zu medio­kren Preisen gibt es nicht – und braucht es nicht, weil auch ohne unzu­mut­bare Investitionen hoch­wer­tige Drucksachen möglich sind (das ist übri­gens erst seit wenigen Jahren so).

  46. Ivo

    Ich fordere billi­gere Schriftpakete wegen des Preisdumpings. Wenn ich unsere Arbeitsstunden mit mindes­tens 65 Euro kalku­lieren muss (und das ist unterste Grenze) und es Billigkonkurrenten gibt, die die Gestaltung eines 8-Seiters mit 250 Euro veran­schlagen, dann ist da keinerlei Spielraum mehr für Schriftpakete für mehrere hundert Euro. Das ist Fakt.

    Aber was soll dann die Konsequenz sein? Dass Adobe sein CS-Paket für 30 Euro verkauft und die Macs 250 Euro kosten? Einen 8-Seiter gibt es nicht für 250 Euro, zumin­dest nicht in Deutschland mit Schrift, Bildbearbeitung etc. auf legalem Wege. Wer das als Kunde glaubt sucht bestimmt auch in den Autohäusern nach einem VW-Golf-Neuwagen für 3000 Euro. Nur da wird er komi­scher­weise lange suchen können.

  47. Samo

    Aber was soll dann die Konsequenz sein? Dass Adobe sein CS-Paket für 30 Euro verkauft und die Macs 250 Euro kosten? Einen 8-Seiter gibt es nicht für 250 Euro, zumin­dest nicht in Deutschland mit Schrift, Bildbearbeitung etc. auf legalem Wege. Wer das als Kunde glaubt sucht bestimmt auch in den Autohäusern nach einem VW-Golf-Neuwagen für 3000 Euro. Nur da wird er komi­scher­weise lange suchen können.

    Die Kunden glauben das, was sie sehen und hören. Wenn jemand es um 250 Euro anbietet, dann meinen viele es kostet nicht mehr. »Bilder gibt es eh im Internet« und »5000 Schriften für 99 Euro!«.
    Grafiker müssen oft erst lernen ihre Dienste auch als Premium-Produkt zu verkaufen und sie müssen das glaub­haft tun (mit Anzug & Co). Am Anfang ist es natür­lich schwer, aber man muss den Preis langsam hoch­ziehen. Die meisten Kunden haben damit auch wirkich kein Problem, wenn man es denn argu­men­tieren kann.
    Leider Gottes ist es aber bei den Kunden oft so, dass Leute in Entscheidungsprozesse invol­viert sind, die meinen was gutes zu tun in dem sie den Grafiker im Preis nieder­ringen, bei den Schriften und beim Papier sparen und am Ende mit dem Resultat noch zufrieden sind.
    Hat FontShop da even­tuell Broschüren, die einfach auf das Thema gute schrift/schlechte Schrift eingehen und viel­leicht als Aufklärungsmaterial von den Grafikern verwendet werden könnten? Ich meine nichts zu kompli­ziertes, bloß ein paar Seiten mit dem selben Text, einmal „tech­nisch“, einmal „klas­sisch“ oder „elegant, modern“ gesetzt? Vielleicht sollte man den Type-Select Fächer eher in die Richtung pushen, einfach als Werkzeug, welches man (unbe­dingt) mit zum Kundengespräch nimmt.

  48. Jürgen Siebert

    Hat FontShop da even­tuell Broschüren, die einfach auf das Thema gute schrift/schlechte Schrift eingehen und viel­leicht als Aufklärungsmaterial von den Grafikern verwendet werden könnten?

    Solche Broschüren haben wir nicht. Als Händler sollten wir uns da auch zurück­halten und neutral bleiben, finde ich. Würde eine Buchhandlung von guten und schlechten Büchern reden, und mögli­cher­weise nur die ›guten‹ führen, fühlte ich mich als Leser bevor­mundet. Für die Bewertung der Bücher sind Kritiker zuständig. Auch für die Bewertung von Schriften. Da gibt es jede Menge brauch­bare Literatur: ange­fangen von PAGE, novum, form bis zu den Büchern von Hanspeter Willberg.

  49. Samo

    Würde eine Buchhandlung von guten und schlechten Büchern reden, und mögli­cher­weise nur die ›guten‹ führen, fühlte ich mich als Leser bevormundet.

    Ich habe nicht so sehr die Bewertung des Aussehens gemeint, sondern ganz objek­tive Kriterien wie z.B. die Vorteile, die man durch mehrere Schriftschnitte hat, die Tatsache, dass profes­sio­nelle Schriften einfach mehr Zeichen zur Verfügung haben, dass die Spationierung stimmt, die Lesbarkeit und so weiter. Meistens sind das Sachen, die die Kunden erst im Laufe der Verwendung der Schrift kennen­lernen und, bei „profe­sio­nellen“ Schriften, auch zu schätzen lernen.
    Da gibt es ja schon das Corporate Font Broschüre PDF und das Corporate Font Check PDF, viel­leicht eine Komination aus den beiden? Das erstere ist ja eher als Werbung für die FontShop Dienste ange­dacht – könnte aber, meiner Meinung nach, leicht in eine kurze Info-Broschüre umge­baut werden, mit der man Kunden für das Thema Schriften sensi­bi­li­sieren kann.

  50. Eixi

    Das Problem wird sicher nicht besser werden, solange die Produkte unge­recht­fer­tigt für einen Teil der Welt teurer sind. Hab mir grad das FF DIN OT Paket gekauft – und zwar bei der US-Seite http://​www​.font​font​.com und nicht bei http://​www​.font​shop​.at (gehört font­font nicht auch zu fontshop?).
    Wie schon beim LT Essentials Paket sind nämlich die Preise in Amerika um einiges güns­tiger (und zwar um EUR 259,- statt EUR 279,- exkl. MwSt.)… und das, obwohl die Schrift ja die „Deutsche Industrieschrift“ sein sollen.
    Jetzt müssen wir Gestalter es uns schon gefallen lassen, dass die US-Software wie Adobe oder Quark in Europa um etli­ches teurer ist als auf der anderen Seite des großen Teiches, und dann ist das sogar bei unseren „expor­tierten“ Gütern so. Irgendwie fühl ich mich – auch in Zeiten des Verständnisses für die finan­zi­elle Mehrbelastung der Unternehmen in Europa – verarscht…

  51. Uwe

    [M] e i n e M e i n u n g :
    a Computer haben die Produktionsmittel demokratisiert
    b jeder kann jetzt Schrift setzen
    c man sollte es unbe­dingt erlernen
    d die Postscript und Open-Type Fonts sind viel zu teuer
    e die Preise passen nicht auf den Massenmarkt
    f das Jammern der Lizenzeigentümer ist heuchlerisch
    g Wem gehört Beethovens Klaviersonate Nr. 23 f-Moll op. 57?
    h Wem gehört die Garamond?
    i Die Schriftentwerfer sollten über eine Art Kopierpfennig und nach einer Erhebung über die Verwendungshäufgkeit ihrer Erzeugnisse bezahlt werden. Schriften sind von öffent­li­chem Interesse und kein privates Wirtschaftsgut.

    Danke für die Aufmerksamkeit.

  52. Heiko

    Simone, Du hast voll­kommen recht.

  53. Strafverteidiger München

    Ja, Jungs, that’s busi­ness. Wenn man den Mumm hat und sich sebst­ständig macht, hat man Möglichkeiten, aber man trägt auch das Risiko. Doch Risiko zahlt sich auch aus. Meistens :-)

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