Wikipedia-App für iPhone und Apple Watch

Die neue Wikipedia-App Viki bringt das Online-Lexikon nicht nur auf iPhone und iPad, sondern sogar ans Handgelenk. Per Spracheingabe lässt sich auf der Apple Watch im Handumdrehen nach Wikipedia-Artikeln suchen. Die schnell erreichbare Umgebungssuche zeigt Lexikon-Einträge über Orte in der Nähe an und stellt die Suchergebnisse übersichtlich dar. Die Lesbarkeit ist für die Apple Watch eigens optimiert und holt das Beste aus dem Mini-Display heraus. Auf der Uhr gefundene Artikel können auf dem iPhone weitergelesen werden.

Auch in der App-Version für iPhone und iPad steckt viel Liebe zum Detail: Gestaltet hat Viki der App-Typografie-Experte Frank Rausch, der für die Darstellung von Wikipedia-Artikeln auf mobilen Geräten eine aufwendige Layout-Optimierung entwickelte.

App-Fonts sorgen für optimale Lesbarkeit und durch die warme Farbgebung fühlt sich das Stöbern mit Viki so gut an, wie das Blättern in einem historischen Lexikon. Die Bedienung ist schnell, aufgeräumt und macht Spaß – so wie man es von einer iOS-App erwartet.

Fontblog hat Frank Rausch von Raureif zu den Schriften in Viki befragt:

Fontblog: „Welche Fonts hast du für Viki ausgewählt? Warum hast du dich genau für diese entschieden? Welche Anforderungen müssen sie erfüllen?

Frank Rausch: „In die Diogenes von Ludwig Übele habe ich mich sofort verliebt, als sie veröffentlicht wurde. Das charmante an ihr finde ich, dass sie total klassisch und unaufgeregt wirkt – eine wunderbare Leseschrift. Auf den zweiten Blick sieht man ihr an, dass sie mit digitalen Werkzeugen für digitale Medien gemacht wurde. Im Gegensatz zu Garamond oder Bembo sind nämlich Details oft perfekt geometrisch gezeichnet, z.B. die dünnen rechteckigen Serifen oder die Punzen der Kursiven  – ohne dass es eine geometrische Schrift wäre, ganz im Gegenteil. Diese Präzision und Härte im Detail ergibt ein schönes knackiges Schriftbild, das trotzdem freundlich wirkt und keine Aufmerksamkeit auf die Schriftwahl zieht.

Die serifenlose Komet von Jan Fromm habe ich ausgewählt, weil auch sie es schafft, trotz vieler witziger  Einfälle des Gestalters und ungewöhnlicher Details ein ruhiges und unaufdringliches Schriftbild zu erzeugen.

Mit ihren offenen Formen und großzügiger Laufweite ist sie außerdem ausgezeichnet zu lesen, besonders in kleinen Größen.

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Besonderen Wert legte Frank Rausch von Raureif auf die Auswahl der Schriften: Klassisch lexikalisch in der Anmutung einerseits und andererseits für die Lesbarkeit auf kleinen Displays auf dem modernsten technischen Stand  

Ich verwende die Komet in der App für alles, was kein Lesetext ist, also für Beschriftungen in der Benutzeroberfläche und für Tabellen. À propos Tabellen: Ich habe mir von Jan Fromm eine Version der Komet für Viki maßschneidern lassen. Diese enthält standardmäßig Tabellenziffern und ein etwas schmaleres Leerzeichen.

Die CamingoCode, ebenfalls von Jan Fromm, kommt in Viki selten zum Einsatz. Viele Nutzer werden sie nie zu Gesicht bekommen, aber wer bei Wikipedia technische Artikel liest, in denen Programmcode vorkommt, wird CamingoCode zu schätzen wissen. Seit ihrem Erscheinen ist CamingoCode meine Lieblingsschrift für Code und Korrespondenz – ich verwende sie täglich viele Stunden beim Programmieren und in meinem E-Mail-Programm.“

Raureif hat die Enwicklung der App, die fast ein Jahr gedauert hat, aus eigenen Mitteln finanziert – aus Leidenschaft für iOS und als Studie über gute Typografie und Lesbarkeit in Apps.

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Über den App-Entwicker:

Die Raureif GmbH aus Berlin konzipiert und entwickelt Apps mit ausgeklügelten Benutzeroberflächen und Liebe zum Detail. Mit Know-How für Typografie und Datenvisualisierung entstehen seit einigen Jahren hochwertige Apps mit Stil und Haltung. Frank Rausch ist Interaktionsdesigner und Spezialist für die typografische Gestaltung von User Interfaces (UI). Er  sprcht regelmäßig auf TYPO Days über Responsive Typography und entwickelte für Monotype das deutsche App-Font E-Booklet, einen Leitfaden für Fonts und Typografie in Apps.

Über die Viki-App:

Viki ist im App Store erhältlich und läuft auf allen iOS-Geräten mit iOS 9 und watchOS ab Version 2.

Weitere Informationen:
http://viki-app.com

Direkter Download-Link:
https://itunes.apple.com/app/id993435362

Markenhinweise:

Wikipedia is a registered trademark of the Wikimedia Foundation, Inc.
Apple, the Apple logo, iPad, and iPhone are trademarks of Apple Inc., registered in the U.S. and other countries. Apple Watch is a trademark of Apple Inc. App Store is a service mark of Apple Inc.
Other company and product names may be trademarks of their respective owners.


21 Kommentare

  1. Curd

    Wer jemals in Wikipedia einen Artikel zu schreiben begonnen hat oder einen geschrieben hat oder Zusätze eingetragen hat, der hat Erfahrungen gemacht, die ihn ganz bestimmt auf die App verzichten lassen werden: 100 %ig sicher sogar.

  2. Curd

    … perfekt geometrisch … Meine Hochachtung vor Schriftgestaltern. Was das geometrisch anbelangt, so erinnere ich mich an eine Aussage Erik Spiekermanns, die beinhaltete, dass solche Fonts keine ausgezeichneten Lesefonts darstellten.

    • Curd

      … im Gegenteil. Diese Präzision und Härte im Detail ergibt ein schönes knackiges Schriftbild, das trotzdem freundlich wirkt und keine Aufmerksamkeit auf die Schriftwahl zieht …

      Das ist wohl wahr; bis auf das mit keiner Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

      Meine Aufmerksamkeit ziehen gerade immer die ausgezeichneten Leseschriften auf sich. Es gibt nämlich kaum schönere Fonts, die detaillierter ausgearbeitet sind als diese.

      Besonders die Designerschriften nicht, obwohl sie beim ersten Blick und oberflächlich betrachtet stärker ins Auge fallen. Aber das ist eben oberflächlich betrachtet, meine zumindest ich.

  3. Kurt

    Hä! Wohin hat sich der lange oben gestanden habende Link zum Font Shop verflüchtigt, der so einfach aufzufinden und anzuklicken gewesen ist?

    Gibt es den Font Shop nicht mehr? Oder zeigt nur mein Browser nicht alles an?

  4. amica

    Fontblog ist tot. Keine relevanten Meldungen/Meinungen mehr.
    Schade eigentlich.

  5. Stephan

    Warum ist Wikipedia als App plötzlich nicht mehr Wiki ist sondern Viki? Will man keinen Bezug zur Quelle haben? Eine freie Enzyklopädie bleibt hoffentlich nicht nur auf’s iOS beschränkt ;)

  6. Andy

    Wikipedia am Handgelenk, da freuen sich wohl sämtliche Schlüler und Studenten :) Hoffe dass die Usabilty gut umgesetzt wird und tiefgreifende Informationen schnell abrufbar werden.

    • Peter Resetaritz

      Vor kurzem in einer Druckerei beratend tätig gewesen seiend, habe ich feststellen müssen, dass die alles Apple-Geräte benutzten – wie ich. Mit dem Unterschied, dass ich bei der CS6 stehen geblieben bin, die schon bei CS5.

      Eine Umstellung sei ihnen deswegen zu teuer und die Cloud wollen sie nicht – wie ich. Auch ich werde, wegen der Cinema R17-Lizenz auf diesem System kaum umsteigen. Weil mit jedem Update die Gefahr besteht, dass entweder Cinema oder aber CS nicht mehr funktioniert, werde ich mich heuer dazu entschließen, auch den jährlich mit 600 € zu veranschlagenden Servicevertrag aufzukündigen und auf dem Stand stehen zu bleiben. Schon, weil ich weiß, dass andere sogar mit der R12 auskommen.

      Dass sich die Druckerei all diese aufgezwungenen Probleme nicht neu erwirtschaften möchte, hat mich dann doch stark gewundert. In meinem Fall liegt das allerdings anders. Aber schön für mich zu sehen, dass es wenigstens einige gibt, die sich nicht in jede noch so dämlich verbrecherische Ecke zwingen lassen. Ist ja schon die reine Diktatur diese sogenannte freie Marktwirtschaft.

    • Peter Resetaritz

      Ups, was ich sagen wollte: Diese Firma soll sich lieber mal um die zunehmend schlechter werdende Zusammenarbeit und um die schon sehr üble, eigene Usabilty [sic!] kümmern!

  7. Mehmed

    Ich finde “Viki” im Appstore nicht, aber “Wikipedia mobile”. Die App ist unglaublich produktiv und leicht zu bedienen, dazu typisch Wiki: kostenlos. Ich verstehe nicht, warum einige gegen Wikipedia hetzen, ich bin begeistert von der Aktualität der Inhalte. Daumen hoch!

  8. Tina S.

    Also generell mag ich diese Elektro-Watchs nicht so. Aber Wikipedia auf am Handgelenk ist schon eine interessante Sache. Nach eurem Bericht glaube ich, das sollte ich mir näher ansehen.

  9. Moss the TeXie

    Tja, jetzt wär’s natürlich schön, wenn die Schrift-Links zu FontShop oben zu den Schriften führten. Tun sie aber nicht, sondern zeigen wild irgend welche „best matches“; und wenn man mal direkt sucht, bekommt man für die Diogenes nur eine Fehlermeldung:

    We couldn’t find anything matching Diogenes

    … und für die Komet gar nichts.

    Was soll das?

    • Sabine Gruppe

      Hallo Moss the TeXie,

      danke für den Hinweis. Die Links zu Komet und Diogenes sind mit denen zu einigen anderen Schriften vorübergehend außer Betrieb. Grund dafür ist eine Datenbank Umstellung auf der FontShop-Site. Wir versuchen Fehler, die sich beim Linkaufbau ergeben haben, so schnell wie möglich zu beheben und bitten um etwas Geduld.

    • Moss the TeXie

      Geht immer noch nicht.

    • Sabine Gruppe

      Danke, Moss. Wir wissen das und arbeiten mit Hochdruck an der Wiederherstellung der Links.

  10. Sven

    Mit Viki kann man auch seine Umgebung durchforsten und so leichter hinkommen. Das ist wirklich super, wenn man in einer unbekannten Stadt ist.

    • Tina S.

      Das stimmt wirklich. Haben wir letzten Monat in Lisabon ausprobiert und zahlreiche Museen angeboten bekommen. Mit kleinen Verbesserungen bei den nächsten Updates wirds noch besser klappen. Empfehelnswert.

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