
Angespornt durch einen Beitrag im Fontblog über den Wettstreit der Fonts mit den meisten Vektor-Ankerpunkten, hat formschub versucht, mit möglichst wenigen auszukommen – ohne Rücksicht auf Schönheit oder optimierte Lesbarkeit. »Et voilà: 68 Ankerpunkte für das komplette Versal-Alphabet. ›Frugal‹ scheint mir ein passender Name für die genügsame Studie. Less points, anybody?«
Ich glaube allerdings, die formschub-Methode ist – fonttechnisch – nicht ganz legal. Buchstaben in Fonts müssen durch eine Umrisslinie definiert sein. Das Aufspannen eines Bogens zwischen zwei Kurvenpunkten, um ein U zu erzeugen, funktioniert in Fonts nicht.

@formschub
Schreib doch mal das Wort BANANE. (-:
McDonalds ist entlarvt!
sonst erinnert mich der Entwurf stark an die Skia. Vor allem das D und das C
jürgen, du hast recht, es sind linien und keine objekte, so kann kein font funktionieren.
@Jürgen: die von mir im “Meiste-Punkte-Beitrag” erwähnte Variex von Emigre/Zuzana Licko bestand meiner Erinnerung nach damals (1988) auch nur aus Einzelpfaden. Die unterschiedlichen Schnitte waren einfach durch die Strichstärke definiert. Oder trügt mich mein Langzeitgedächtnis so sehr? Vielleicht hat jemand die Original 1988er Variex parat und könnte mal nachsehen?
Lt. Fontographer Manual aus dem zwanzigsten Jahrhundert gab es ein Vieh namens »Stroked Font« mit dem das beschriebene durchaus so zu realisieren war. Mit all den schönen Möglichkeiten zur Modifikation von »Strokes«, wie round caps etc.
But: You must generate these as Type 3 fonts, since neither True Type nor Type 1 allow stroked characters.
Wenn ich nicht (wieder) irre, lassen sich selbst bei diesen Rahmenbedingungen noch einige Ankerpunkte einsparen, also etwa bei P, T und S. Objekte wären damit schon entstanden, Schriftzeichen aber wohl kaum.
Das erinnert mich an die Phase, in der dank intensiven Illustratorgebrauchs die Welt in Ankerpunkte und Vektoren zerlegte. Das ist zum Glück vorbei.
Postscript Type 1 (und Type2 = otf) und Truetype Fonts erfordern die Definition von Flächen, also geschlossene Kurven.
Was zwichen den Kurven liegt wird Schwarz.
Die Pfade selbst haben keine Strichstärke.
In Postscript selbst ist die Definition einer Strichstärke hingegen möglich- kennt man ja von Freehand und Illustrator.
In Type 3 Fonts kann man auf das gesamte Postscript Repertoire zurückgreifen, dafür gibt es dann allerdings keine Bildschirmdarstellung.
Somit ist ein solcher single Stroke Font in normalen Anwendungen nicht benutzbar. Um eine Fräse oder einen Stiftplotter zu steuern sind Single Stroke Fonts allerdings durchaus oft die einzige Lösung.
@tom: danke. Ich hatte in der ersten Version in der Tat übersehen, dass A und N gleich aussahen, was aber ohne zusätzliche Ankerpunkte behoben werden kann, indem das Z zum N umgearbeitet wird. Mittagspausen sind zum Fonts entwerfen einfach zu kurz …
ich musste direkt an das 1845 für blinde erstellte moonalphabet denken.
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/a2/Moonalphabet.png/300px-Moonalphabet.png
mühselig… f und t gehen mit noch einem Punkt weniger, dann wird es aber wirklich hässlich.
“Wursti” wäre wohl ein guter Name…
Ist aber auf jedenfall eine sehr gelunge Pausenbeschäftigung gewesen. Ich find die Idee einfach klasse. Nur schade, dass es diese Schrift wohl nie auf einem Rechner geben wird. Stellt euch nuhr vor es wäre möglich solche Schriften zu entwerfen…
jaja. Das Spiel könnte man ewig weiterspielen.
z.B Die Quersumme aller Ankerpunkte muss von a bis z genau 24 ergeben. Oder die Ankerpunkte der Grossbuchstaben müssen doppel soviele ergeben wie die der Kleinbuchstaben.
usw und so fort tausende von Mittagspausen lang. Aber nachher wird wieder gearbeitet :-)
68 Ankerpunkte… leg ich noch 5 Gratis-Glyphen dazu.
Strike! M und W sehen sogar richtig gut aus, die Form erinnert an Lissajous-Figuren.
Besser als das Wort “Banane” könnte sogar noch die “Ananas” oder einfach der Name “Anna” aussehen!
Schafft es jemand mit noch weniger Ankerpunkte. Der Q von Your local glyph dealer finde ich nicht ganz okay?
Überschneidungen darf es auch nicht geben…
Metafont eilt zu Hilfe. Da geht das so.