Verpackungsdesign vs. Realität

Auf Pundo3000 sind 100 Produkte im Vergleich zu ihren Werbe- und Verpackungsfotos dargestellt. Alle Waren wurden eingekauft, die Verpackungen fotografiert, die Produktfotos vergrößert, die Produkte nach Verpackungsvorgabe zubereitet und zum Vergleich fotografiert. Die Seite versäumt nicht darauf hinzuweisen: »Alle Produkte befanden sich innerhalb des Haltbarkeitsdatums. Alle Produkte wurden aufgegessen.«

Das Projekt will keine Waren und keine Marken diskreditieren sondern sich kritisch mit den Methoden der Werbung auseinander setzen. Einige Produkte ähneln ihren Werbefotos sehr, andere weniger. Eine qualitative Bewertung findet nicht statt.


29 Kommentare

  1. Christian Büning

    Nie wurde die Arbeit von Fooddesignern und -fotografen so offensichtlich. Ohne würde man das meiste wohl nicht runterbekommen. Sind Fooddesigner dann jetzt Idealisten oder Utopisten? Fragen über Fragen…

  2. Heinrich

    für mich steckt die industrie doch dahinter.
    wie soll es denn z. b. mit dem eiersalat funktionieren?
    oder wollen wir es auf der packung so sehen wie es drin aussieht?
    ich habe das projekt schon auf anderen blogs gesehen und mich gefragt warum das so interessant sein soll, neu ist das nicht und es weisst doch jeder.

  3. robertmichael

    ich habe nichts gegen etwas mehr farbe oder ‘delikatere’ präsentation aber teilweise ist das betrug der durch das wort “serviervorschlag” kaschiert wird.
    siehe: http://www.pundo3000.com/htms/97.htm
    wo sind da die restlichen zwei drittel des inhalts hin?

  4. Martin Z. Schröder

    Fooddesigner, also die Gestalter dieser “Nahrungsmittel”, geizen offenbar mit Farbstoffen. Vielen Dank für diesen lustigen Link! Manches Bild des unverpackten Zeugs erinnerte mich an die Versorgung bei der Nationalen Volksarmee, der man aus dem Wege ging, sofern Freßpakete von zu Hause es ermöglichten – dafür sinnwa aba 89 nicht auf die Straße gegangen!

  5. TCR

    Ich habe mal irgendwann spätnachts irgendwo eine Doku über die Fast-Food Industrie gesehen bei der es auch um das Erstellen der Bilder für die Verpackung ging. War sehr spannend.

  6. mart

    So besonders neu ist das wirklich nicht.

    Teilweise finde ich die Verschönerungen sogar gerechtfertigt, z.B. da, wo es um Suppen, Soßen u.ä. geht. In der Realität sinken die ganzen, gröber geschnittenen Zutaten meist nach unten. Vorhanden sind sie aber, und durchaus ein Kaufgrund. Also lässt man die Rindfleischstückchen auf Fotos oben schwimmen.

    Um ein vielfaches schlimmer finde ich Werbung, die suggeriert, dass das Produkt direkt von der grünen Wiese, dem schnuckeligen kleinen Bauernhof kommt – wenn es in Wirklichkeit doch wieder nur der übliche hocharomatisierte Fabrikmatsch ist (gutes Beispiel: “Landliebe”).

  7. am

    Ja, jaa. Wie leicht es doch ist. Gibst Du mir dein Geld, geb ich Dir meine Lebensmittel. Niemand klagt.
    Würde ich Dir eine wunderschöne Frau/Mann für das und jenes versprechen, und Du würdest DAS bekommen (siehe http://www.pundo3000.com/htms/70.htm), würdest Du zurecht auf die Barrikaden steigen.

    Ich lese gerade das Buch »ABGESPEIST« (http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3100043073/100007103-21/?m=A3JWKAKR8XB7XF) von Thilo Bode, mal schauen, was ich danach alles weiß, besser weiß, oder bestärkt werde. Dass ein Lebensmittel nicht unbedingt so ausschaut wie auf der Verpackung, ist das eine. Dass aber 90% des Ruccolas mit Schadstoffen versehen ist (laut dem Buch von Bode), Orangen, Mandarinen und andere Früchte und Gemüse belastet sind, geht mir irgendwie auf dem Saque. Warum gibt es nicht wirklich Kontrollinstanzen, die auch ein Sanktionsrecht haben?

  8. sukisouk

    lustiger link – was passiert wenn laien fotografieren,
    kann man auf unzähligen dönerbuden (zB) begutachten.
    die fotostrecke hat für mich hauptsächlich eine botschaft:
    den leuten wird untergejubelt, und solang es schön billig ist
    stört es auch keinen groß :-/

  9. sukisouk

    oh da fehlt ein wort …
    es soll heißen “den leuten wird müll untergejubelt”

  10. thomas | BFA

    erwartet wirklich jemand, der bei klarem verstand ist, das fisch so aussieht wie auf der packung? ich verstehe das problem bei verpackter nahrung nicht ganz. bei fast food kann ich es nachvollziehen. aber selbst, wenn wir zu hause kochen, sieht es nicht so aus, wie im kochbuch.

    ich kann absolut verstehen, das hier geschönt wird. und so einen fiesen döner, wie er auf den entprechenden buden zu sehen ist, will doch keiner freiwillig essen.

    das einzige, was mich grundsätzlich an foodverpackungen stört ist das ungleichgewicht zwischen preiswerten marken und deren verpackung.

    hier muss ich, glaube zum wiederholtem male die belgische kette »delhaize« anführen. deren billigmarke ist auch preiswert im design. da wird nicht gelogen, die ist ehrlich. nur drei farben, keine bilderorgien und mit weißem fond. nüchtern und nichtmal abstoßend hässlich.

    sukisouk:
    ich würde auch nicht soweit gehen zu behaupten, dass nur müll in den verpackungen ist nur weil sie bunt sind. das ist sehr verkürzt gedacht. wovon ernährst du dich?

  11. sharif

    Eine Überraschung kann das nur für jemanden sein, der noch nie den Kochlöffel geschwungen hat. Jeder selbstgemachte Eiersalat sieht doch auch nicht anders aus als das oben – nach �?investigativem Deckellüften“ – gezeigte Industrieprodukt.
    Ein zerhackstückeltes Ei auf der Verpackung sagt mir eben: Eiersalat. Finde ich völlig okay.

  12. mart

    @Thomas: zumindest Spar ging hierzulande anfangs einen ähnlichen Weg. «Die Weißen» waren genau wie die «delhaize». Leider wurde das Konzept sehr schnell verwässert.

  13. thomas | BFA

    sharif: eben. ein essen so kunstvoll zuzubereiten, das es überwältigend aussieht ist eben auch ein extra-bonus den köche erbringen müssen.

  14. robertmichael

    @ thomas, das macht doch JA und SmartPrice (walmart) schon länger: http://www.spackonauten.org/adoe/images/008.html

    wie gesagt, klar will keiner das zeug auf den verpackungen so sehen wie es nach dem öffnen aussieht aber es geht darum das teilweise sachen suggeriert werden die so nicht stimmen. warum wird eigentlich die verpackung verschönert und nicht das eigentliche produkt? das geht durch die herstellung sicher nicht bei allen aber hanuta wäre doch so ein kanditat: http://www.pundo3000.com/htms/34.htm

  15. thomas | BFA

    stimmt JA fiel mir da auch ein. aber zwischen reduziert und trotzdem designt und wenig und billig aussehend wie bei »smart price« sehe ich immer noch einen unterschied.

  16. sukisouk

    @ thomas, hin und wieder auch so was fertiges,
    wenn es nicht anders geht; sonst selbstgekochtes.
    es geht auch nicht um die buntheit der verpackung,
    sondern um das verhältnis zum essen.
    und vorgebratene frikadellen und packerlsuppen zB
    widersprechen meinem selbst-wert-gefühl.

    aber diese diskussion ist hier wohl fehl am platz.

    aber ich finds überhaupt nicht verwerflich,
    (mieses) essen hübscher aussehen zu lassen,
    am familienfoto für den schreibtisch
    stempelt man die pickel der tochter ja auch weg -.-

  17. Daniel

    Diese »Wunschfotos« gibt es nicht nur im Food-Design, auch im Textil-Bereich. Jeder kennt doch das Problem, mit »diesen Fotos«, aber was soll man schon dagegen machen?

    Wenn mir was nicht gefällt, dann kaufe ich es einfach nicht. Besser: frisch kochen (was kaum noch einer kann, weil er es nicht kann oder keine Zeit dafür hat) und die Klamotten nicht im Netz bestellen, sondern vor Ort anprobieren. So kann man sich wenigstens vor Entäuschungen bewahren.

  18. s-z

    ja, kenne diese auch aus dem Textilbereich. Kann da auch meinem Vorredner nur zustimmen: wenn mir was nicht gefällt dann wird es auch nicht genommen.

  19. Wolfgang

    Aber ein bischen verarsche ist das schon. Und genau genommen auch irreführende Werbung.
    Kann man mit dem Wort “Seriervorschlag” wirklich tun und lassen was man will?
    Das ist ja nicht nur wie “sikisouk” sagte, “die Pickel der Tochter wegstempeln”, das ist eher “die Pickelige Tochter komplett wegstempeln und durch Heidi Klum ersetzen”
    Auch bei dem hier: http://www.pundo3000.com/htms/19.htm
    hat man doch als kunde keine chance, das zu bekommen (Inhalt), was man kauft (Packung). Da hilft doch auch kein “Serviervorschlag”

    P.S.: Hier finde ich ja den Inhalt schöner als das Produktfoto auf der Packung:
    http://www.pundo3000.com/htms/63.htm

  20. Superchef

    Ich weiss noch, wie ich als Kind den “Serviervorschlag” auf der Suppentüte nachgestellt habe, und meine Spargelcremesuppe auf rot-weiss kariertem Tischtuch nebst einem Schinkenbrot auf dem Holzbrett arangierte.

  21. robertmichael

    ritter sport fand ich auch äußerst fragwürdig.

  22. Ilja G.

    naja ganz klar und kennen wir doch auch schon alle von diversen fast food ketten deren burger nie im leben aussehen als in diversen kampagnen.

  23. Alex

    stell dir vor, es würde so auf den verpackungen aussehen… würdest du es dann kaufen :D
    also mal ehrlich^^
    ich nicht.. und jeder hersteller versucht halt viel zu verkaufen.. da sind fastfoodketten keine ausnahme^^

  24. Ivan

    Also ich weiß nicht.
    Ich finde es sieht beides lecker aus :P

  25. Sport Man

    Also ich finde ja das die Nahrung auf den Plakaten und so eh immer “ein wenig” von der Realität abweicht :) Am besten sieht man das meiner Meinung nach bei McDonald und so. Aba auch immer erstaunlich was man mit Wachs und sonstigen künstlichen Mitteln alles so zauebrn kann :D

  26. SMS-Man

    Besonders bei Chips-Packungen fällt es sehr auf. Oft ist 1/3 der Packung leider leer.

  27. Prepaid Man

    Man das sieht echt lecker aus,
    habe jetzt hunger drauf bekommen. :D

  28. Michael Thode

    Coole Seite, habe mich fasziniert durch die Fotostrecke geklickt. War ganz spannend, obwohl man ja jeden Tag selber beim Einkaufen und danach beim Verzehr der Produkte diese Erfahrung macht.

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