Steinmeier-Logo … alles wurde gut

Vor zwei Wochen ging ein Signet durch die Medien, dass für Aufsehen sorgte: Das Siegermotiv des Frank-Walter-Steinmeier-Logo-Crowdsourcings, veranstaltete von der Kreativ-Plattform Jovoto (Fontblog berichtete: Frank-Walter Steinmeier tappt in Crowdsourcing-Falle). Das treppenförmige Motiv weckte falsche Assoziationen. Was in dem Zusammenhang jedoch nicht gesagt wurde: 1. muss das Gewinnerlogo – anders als bei vielen Wettbewerben – nicht zum Einsatz kommen und 2. hatte der Designer schon längst eine Überarbeitung angefertigt, die jedoch erst nach dem Einsendeschluss bei Jovoto eintraf.
Die Entscheidung für das endgültige Logo fiel gestern im Willy-Brand-Haus in Berlin-Kreuzberg. Am besten kam bei den SPD-Werbern die Idee »Franky goes Web 2.0« von Jovoto-Mitglied Marco Slowik alias maggo an. Seine runde Wortmarke in Rotweiß mit einer überdimensionalen fw-Ligatur und einem kleineren, versal gesetzten »Steinmeier« darunter wird das Wahlkampf-Signet für den SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier. Das Motiv war vor der Übergabe mit dem Schöpfer und der Agentur A+B FACE2NET überarbeitet worden.
Das Foto oben zeigt die Logo-Übergabe, im Hintergrund weitere Ergebnisse des Jovoto-Wettbewerbs, links der Sonderpreis-Gewinner Diogo da Silva Novaes, in der Mitte der Außenminister und SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier, rechts Marco Slowik (Ideengeber). Der SPD-Bundesgeschäftsführer Karl-Josef »Kajo« Wasserhövel (nicht im Bild) überreichte bei dieser Gelegenheit den Scheck über 3000,– € Lizenzgebühr an maggo für die Nutzung des Signets.
Das jetzt gewählte Signet will die SPD auf ihrer Website wahlkampf09.de zum Einsatz bringen, aber der Webseite des Kanzlerkandidaten auch auf Steinmeiers Facebook-Seite und auf anderen Portalen.
(Foto: SPD)

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am 8. April 2009 um 14.06 Uhr:
Der Knaller ist das jetzt aber auch nicht.
am 8. April 2009 um 14.09 Uhr:
Lucky Strike für Franky?! Auf den ersten Blick sieht’s gefällig aus, finde ich. Auf den zweiten nicht, denn es ist ein Entschlüsselungs-Logo und damit zu »schwierig«: Wofür steht »fw«, werden sich viele fragen: doch nicht etwa für »falsche wahl«?!
Warum ist der eignetliche Name STEINMEIER so winzig (auf dem Foto schon fast nicht mehr auf einen Blick zu entschlüsseln)? Ist er ein »kleiner«, gar »kleinkarierter« Politiker? Schämt er sich etwa seines Nachnamens? »fw« ist irgendwie maniriert, anbiederungsartig: »Und hier kommt unser fw« – nee, passt nun wirklich nicht zu Steinmeier …
Meiner Meinung nach ein schönes Beispiel für ein Design im Sinne von »Styling« ohne Berücksichtigung von Positionierung im Sinne von »Prozess« oder gar »Strategie«. Nix für mich!
am 8. April 2009 um 14.13 Uhr:
Mag ja mal gar nicht, wie das Steinmeier da eingequetscht ist. Das Ding ist aber wieder, das «Design» hier auf auf bunte Bilderkes reduziert wird.
Im Sinne von Design im weiteren Sinne würde ich eher sagen, dass Politiker weniger Obama-Logos brauchen und gerade in Deutschland – und gerade ein Typ wie Steinmeier (oder EFFWEE?) – auch kein Obama IST, also eine zu seiner eher trockenen Art passende Schiene braucht. Seriöser, ganzheitlicher.
Und Marketing-Maßnahmen, auf denen das Subjekt der Maßahme mit SO einem Photo durch die Presse geht, schießen nach hinten, oder?
am 8. April 2009 um 14.22 Uhr:
Look at the backdrop in the picture: tons of designs. Imagine all the effort put in this by dozens of designers. And for what: a 3000 euro fee and a lot of not too positive publicity.
My advice to serious designers: stay away from ‘competitions’ like this.
am 8. April 2009 um 14.39 Uhr:
Hurra, Franky goes to Hollywood – Ne halt, to Web 2.0!
Wo ist denn die Spiegelung, der Verlauf? Da kann man doch noch pimpen! Mehr Bunt, mehr Lustig, mehr noch weiter weg vom vermutlich unbuntesten, unlustigsten Kanzlerkanditaten aller Zeiten.
Aber mal abgesehen von meiner persönlichen Einschätzung, darf sich Herr Berluschi damit rühmen, solch ein Logo zu verwenden.
Bitte Herr Steinmeier, lieber einfach Univers benützen! Damit machen Sie nichts falsch *hust*
Noch besser natürlich einen Grafikdesigner beauftragen, der sich auch Überlegungen macht, wie das Ergebnis wirken soll, bevor er ins Blau hinein gestaltet.
am 8. April 2009 um 14.45 Uhr:
hehe. 3000 euro für die gestaltung, erstellung und als sahnehäubchen auch noch die nutzungsrechte. gut abgezockt, würde ich da mal sagen. allein die nationalen nutzungsrechte wären ein vielfaches wert…
(bekommt raymond loewy eigentlich auch ein bisschen was vom “preisgeld”? wo er doch mindestens 60 prozent der gestaltung geleistet hat?)
am 8. April 2009 um 14.55 Uhr:
wählen Sie fireworks
am 8. April 2009 um 14.56 Uhr:
hahaha… der oliver hat den bogen abgeschossen.
“fw für falsche wahl” und dann auch noch kleingeschrieben. ich schmeiss mich weg!
aber schön das die so steuer/parteigelder unter die leute schmeissen, das nenne ich aufschwung ;)
am 8. April 2009 um 14.59 Uhr:
Musste irgendwie direkt an dieses Fleischereifachgeschäft “F” denken, also an Metzgerei. Nette Assoziation wie ich finde…
am 8. April 2009 um 15.00 Uhr:
»Franky goes Web 2.0« hä, wieso? was ist daran web 2.0?
am 8. April 2009 um 15.23 Uhr:
vroni-detections say:
fw steht auf alle Fälle für feuerwehr oder fiese weiwa.
am 8. April 2009 um 15.27 Uhr:
meine erste Assoziation war ja forward steinmeier. Schnell vorspulen zum nächsten Kandidaten.
am 8. April 2009 um 15.28 Uhr:
Den Steinmeier kann man gar nicht positionieren.(Ebensowenig die ganze SPD im Augenblick).
Weil es nixen zum Positionieren gibt. Due to maintenance, no content available at the moment. Das hat der kluge Logo-Designer folgerichtig erkannt und ihm einfach ohne Gedöns was Schickes gemacht. Und Steinmeier so klein wie geht. (Hätte ich auch). Verbeugung (earnest).
am 8. April 2009 um 15.29 Uhr:
Wäre ich Kommunikationsberater von Steinmeier, würde ich den Blick lenken auf die Kampagne von Obama-Kontrahent McCain, nämlich auf dessen Straight-Talk-Kampagne. Also: Klar sagen, was ist. Fakten, kein Herumeiern. Lösungen. Wahrheiten, keine Tricks à la Abwrackprämie. Unerschütterlich. Für jeden klar.
Also auch mal klar sagen: Mindestlohn: muss sein. Maxilohn: muss auch sein.
Steinmeier also klar positionieren als »Fels (= Stein) in der Brandung« gegen Zappelliese (Gabor Steingart) Merkel. Warum nicht gerne belächelte, aber wichtige sog. »deutsche Tugenden« modern interpretieren: Solide, seriös, besonnen, ehrlich, führungssicher, arbeitsam.
Passt dazu dieses fw-Logochen?
am 8. April 2009 um 15.38 Uhr:
Also die Haupt-Positionierungsarbeit muss vom Auftraggeber kommen. Fakt. Das ist was strategisch Politisches, da würde ich als Grafikdesigner in der Realwelt die Finger von lassen, wenn strategische Arbeit nicht abgefragt ist in der Auftragsbeschreibung. (Dann wird sie nämlich auch nicht bezahlt, ha!). Wie komme ich dazu.
Ich habe deswegen nicht mitgemacht auf jovoto, weil ich das Briefing auf jovoto (wohl von Steinmeier oder von SPD, weiß ich jetzt nicht so genau) dermaßen hohl fand, dass sich bei mir sofort Hirnerweichung eingestellt hat :-) Mir fiel einfach nix Verbales und nix Formales und schon gar keine inhaltiche Idee zu dem Briefing ein außer: mayday, designers block! (Normalerweise in der freien Kundenwelt, wo ich diene, gibbet es von mir dann ein Creative Re-Brief, das ist aber bei so einem Wettbewerb nicht möglich.
Und designers block kommt bei mir selten vor. Eigentlich nur, wenn ich tot bin, und da muss man mich zweimal derschalgen, weil das Mundwerk und das Hirn immer noch geht :-)
am 8. April 2009 um 15.52 Uhr:
@Vroni
Was das konkrete jovoto-Ding angeht: einverstanden! Aber:
Also die Haupt-Positionierungsarbeit muss vom Auftraggeber kommen. Fakt.
Da isses wieder: Was kann, darf, soll Design bewirken. Der Designer muss von vornherein mit am Tisch sitzen (Design = Prozess, Strategie, Designleiter etc. pp. – siehe entsprechende Threads hier im Fontblog). Ansonsten wirds nur Vanille- = Crowdsoße aufm Pudding.
am 8. April 2009 um 15.52 Uhr:
ich bin übrigens für eine abwrackprämie für fonts, ich schicke meine 12 jahre alten ps-fonts zu fontshop und erhalte gegen einen kleinen aufpreis neue ot-files ;)
am 8. April 2009 um 15.53 Uhr:
die einen machen logos, die anderen reden drüber.
hier sind die, die drüber reden. haha!
am 8. April 2009 um 15.54 Uhr:
Klar, Oliver.
aber sag das DENEN.
:-)
@ zoo
du büstn klener Quatschkopf
am 8. April 2009 um 16.03 Uhr:
vielleicht ein bisschen drastisch formuliert von zoo. aber einen gedanken teile ich. denn auf jovoto kann zu jeden entwurf kommentiert werden, sowie auch hier gerade kommentiert wird. der unterschied ist aber (unter anderem), dass dort jeder der einen kommentar abgibt auch eigene arbeiten preisgibt und damit kritisierbar wird.
warum hast du Vroni auf jovoto nichts kommentiert, warum erst jetzt hier?
am 8. April 2009 um 16.07 Uhr:
ich muss bei dem logo permanent an zott sahne joghurt denken.
http://img11.imageshack.us/img11/4128/zottsahnejoghurterdbeer.jpg
am 8. April 2009 um 16.08 Uhr:
yo, vroni.
und: klar ist das logo scheisse.
aber die ganze sache ist eh so komplett uninteressant und irrelevant. das beste logo für steinmeier wäre das gewesen, das man gar nicht erst gemacht hat. das hat logos so beliebig und wertlos gemacht: dass für jeden pups ein logo her muss. dieser globale logo-overkill ist echt nicht mehr feierlich.
einem kunden ein logo ausreden, das ist quasi die königsdisziplin fähiger und umsichtiger designer.
am 8. April 2009 um 16.10 Uhr:
@ Mark
Hey, wenn ich auf jovoto nix abgeliefert hab (und ich hab nicht, aus oben erklärten Gründen), soll ich dort kommentieren? buffer overflow
am 8. April 2009 um 16.10 Uhr:
@ zoo
YES
am 8. April 2009 um 16.16 Uhr:
Ich gönn’s maggo. Jeden Euro.
Er hat grafisch ordentliche Arbeit geleistet.
Aber ich kann die SPD jetzt noch weniger leiden. (Und ich war in meinem früheren, netteren Leben SPD-Frontfrau als Juso)
Ich glaube, das war Klartext. Oder?
am 8. April 2009 um 16.20 Uhr:
Web 2.0?
Naja, irnkwie schon.
Habe naemlich zuerst geistig sowas wie “Steinmeier ftw” geparst und mich ueber das fehlende “t” gewundert.
am 8. April 2009 um 16.25 Uhr:
ich gönns ihm auch. wobei das logo ja nochmal überarbeitet wurde weil die agentur ja auch was verdienen will ;) aber langweilig und unnütz ist es trotzdem.
am 8. April 2009 um 16.26 Uhr:
@Vroni
naja. du hast geschrieben, daß dir nix einfiel als du das briefing gelesen hast. nun ja, andere studenten und jungdesigner haben es aber wenigstens probiert.
was ich dir sagen will ist: hättest du das was du jetzt hier sagen musst, schon während des prozesses bei jovoto rausgelassen, wären deine gedanken in jedem falle fruchtbarer gewesen als jetzt hier.
klartext?
am 8. April 2009 um 16.27 Uhr:
Vielleicht kann’s der peinliche Schröder-Klon für einen eigenen Fußballverein nutzen?
am 8. April 2009 um 16.34 Uhr:
Das Logo ist langweilig, tatsächlich. Aber die Deutschen sind auch langweilig und deshalb wird es funktionieren. Ihr hab euer Image vollkommen zu Recht. Ihr seid genauso wenig mutig und optimistisch wie meine Österreicher. Deshalb gehören wir irgendwie auch zusammen. (:
am 8. April 2009 um 16.37 Uhr:
… Guido …welle als Aussenminister, könnte peinlicher werden. Kann mal jemand den frankwalter richtig beraten, bitte …
am 8. April 2009 um 16.37 Uhr:
@ Mark
Guter Einwurf.
Glaub’ ich aber nicht, das das dann dort fruchtbarer gewesen wäre.
Da habe ich 1. so meine Erfahrungen in real life Meetings und auch virtuellen Foren (und ich bin verglichenn mit ein alter, abgeklärter Business-Knacker): Alles was du vorher sagst/prophezeist und nicht ganz konform geht zum hoffnungsvollen mainstream, ist immer erst mal: Mist. Und Schlechtreden von was ganz Tollem. Nur hinterher sind alle schlauer, und der eine oder andere gibt dir, wenn du Glück hast, ganz still, aber nur still, Recht. Aber nie öffentlich :-) Gruppendynamik, you know…
Und 2. häte es kaum etwas gebracht, weil die Möglichkeit eines Re-Briefs definitiv aufgrund des Systems nicht gegeben war. Was soll es denn dann. Da machst erstmal gor nix.
Es heißt: Entweder mitmachen und schlucken oder: gehen. Stay or go. Alles andere ist: madig machen. Oder wird so definiert. Daher schwieg ich fein stille. :-)
am 8. April 2009 um 16.46 Uhr:
wieso muss ich bei dem logo unweigerlich an zott sahnejoghurt denken?..viel zu lasch und kuschelig..
am 8. April 2009 um 16.46 Uhr:
Gaehn!
Fand das Treppenlogo um einiges ansprechender und schoener.
Warum nicht einmal Sachen wagen und etwas in die Menge schmeissen? Endlich mal weg von der sicheren Schiene und der Welt zeigen, dass es auch Aesthetik gibt, die ausserhalb des konservativen Mainstreams stattfindet.
Schade sag ich da nur…
am 8. April 2009 um 16.53 Uhr:
erinnert mich an eine Joghurtmarke o_O Nur welche? ah zott. Ich bin also nicht alleine (siehe Hannes)
am 8. April 2009 um 16.53 Uhr:
Ja. Tolle ÄSSthetik! Wow!
Bin schon für wagen.
Es muss jedoch auch passen. Pech aber auch.
am 8. April 2009 um 16.58 Uhr:
@steffen
Zott war auch mein erster Gedanke :)
am 8. April 2009 um 16.58 Uhr:
@Vroni: Vielleicht konnte man in diversen Variationen SS hineinlesen, doch waere das Logo mit ein paar Veraenderungen sicherlich um einiges Besser als Lucky Strike meets Metzgerei.
Naja, passt wohl zum ganzen Konzept. Jetzt strahlt wenigstens alles Langeweile aus. ;)
am 8. April 2009 um 17.07 Uhr:
Das Logo an Herrn Steinmeyers Kopf hat mich spontan an das Smashing Mag Logo erinnert..
siehe http://www.smashingmagazine.com/
am 8. April 2009 um 17.08 Uhr:
Tja, was die SPD gerne gehabt hätte, wäre eine 2009er Version von “Willy wählen!”.
Nur hat die SPD halt keinen Willy mehr, sondern nur einen fw.
Und vor dem Hintergrund bietet das Logo mehr als man erwarten durfte: Es kommt ohne peinlichen Schnickschnack wie Verläufe, 3D-Effekte oder Spiegelungen aus, es paßt recht gut zum quadratischen SPD-Logo und es ist handwerklich o.k. gemacht. Und das ist zumindest nicht das schlechteste, was man über ein Logo sagen kann.
am 8. April 2009 um 17.09 Uhr:
fw? Der Steinmeier ist jetzt bei den Freien Wählern? Na die werden sich freuen.
Und wenn das Teil noch von der Agentur überarbeitet wurde, dann will ich gar nicht wissen, wie es vorher aussah (hm, vielleicht ja auch besser).
am 8. April 2009 um 17.13 Uhr:
da bin ich ganz bei dir bauwrk. bei dem runending hat einer nach dem anderen erklärt, dass er ss assoziationen hat, reife leistung. aber niemand hat das mal als chance gesehen diese assoziation damit aufzubrechen und das zeichen von der symbolik zu entfernen.
es brauchte eine fussball wm damit sich die deutschen mit ihrer nationalflagge wohlfühlen. wie lang wird es dauern bis man ein s wieder hinter das andere setzen darf.
öfter mal in die zukuft als in die vergangenheit.
das ding jetzt ist 0815 und passt deshalb perfekt.
am 8. April 2009 um 17.28 Uhr:
Auch mich erinnert es 100% an Zott Joghurt….
Naja immerhin besser als die Variante davor…
am 8. April 2009 um 17.31 Uhr:
..und der Entwurf rechts vor seinem Kopf erinnert stark an das Logo vom Smashing Magazine.
am 8. April 2009 um 17.31 Uhr:
aber niemand hat das mal als chance gesehen diese assoziation damit aufzubrechen und das zeichen von der symbolik zu entfernen.
Weil so Wahrnehmung und Marketing nicht funktionieren. SS und »die« SS werden für alle Zeiten verbunden sein, zumal in dieser Runen-Assoziation. Ein schwerer Fehler, wollte man die Wahrnehmungsgesetze auf eigene Faust ändern
am 8. April 2009 um 17.31 Uhr:
Also mir gefällts. (Ertappe mich selbst dabei, wie stark ich von einer amerikanischen Zigarettenmarke geprägt bin in meiner Wahrnehmung.)
am 8. April 2009 um 17.33 Uhr:
Zott und Lucky sind anders:
am 8. April 2009 um 17.36 Uhr:
@christopher: es gab keinen entwurf davor. dieses logo hier war auf platz 152 bei jovoto. das andere logo war nie zu umsetzung gedacht(steht auch oben im text).
steinmeiers agentur hat quasi alle eingereichten entwürfe gleichbereichtigt nebeneinander verglichen.
am 8. April 2009 um 17.37 Uhr:
Das Logo ist ganz klar »Zeitgeist style«. In Grau würde es auch zu einer Newmedia Werbeagentur passen. Reine Spielerei. Was soll das fw, das da so bedeutungslos und übergroß auf dem Button prangt? Der Mann heißt Frank Walter Steinmeier. Wer sagt denn zu ihm fw Steinmeier?? Das ist nur Dekoration – ohne Sinn. Einzig das Rot mag überzeugen, da es sich um einen SPD Kandidaten handelt. Und gerade SPD Kandidaten sollten sich um Inhalte kümmern und nicht um Buttons.
Nach dem Motto: » O.k. wir machen das mit den Fähnchen.«
Politik wird langsam zum Supermarkt. Fehlt nur noch ein Claim:
»Weil Walter einfach besser ist.«
am 8. April 2009 um 18.14 Uhr:
Ach du schande, das sieht aus wie das Logo von nem Wurstfabrikanten
am 8. April 2009 um 18.34 Uhr:
na Wurst ist doch deutsch. Wonach hätte es denn aussehen sollen?
am 8. April 2009 um 18.39 Uhr:
oliver hat recht, darum gibts auch keine nummernschilder mit SS. ich muss aber zugeben das ich bei dem ‘runen-logo’ nicht an SS gedacht habe, ich fands eigentlich ganz schick bis ihr alle daran herumgenörgelt habt ;) und ich bin sonst der erste der sowas unmöglich findet. siehe SPD-umbra aus den letzten jahren.
am 8. April 2009 um 18.45 Uhr:
und nach zott und lucky sieht es wirklich nicht aus, sonst könnte man auch solche assoziationen damit verbinden:
am 8. April 2009 um 18.47 Uhr:
das “steinmeier” hätte wenigstens kursiv sein können?
liesse sich noch schön ‘dynamik’, ‘fortschritt’ und positionsbedingt womöglich gar ‘aufschwung’ hinein-dampfplaudern..
am 8. April 2009 um 19.31 Uhr:
Gefällt mir das Logo, ab sofort werde ich jedesmal wenn ich einen Bananenaufkleber sehe an ähm … Beck? nee Steindingens denken.
am 8. April 2009 um 21.04 Uhr:
Gewisse Ähnlichkeiten – neben Zott und Lucky Strike – sind auch mit dem Hoover-Logo nicht zu verkennen: http://images.google.de/images?hl=de&q=hoover+logo
War zumindest meine erste Intention.
am 8. April 2009 um 21.13 Uhr:
“Politik wird langsam zum Supermarkt.”
IST, ist.
Langweiliges Logo, nicht langweiliges Logo. Hallo? Wer da? Um das geht es doch nicht. Pidde nicht die Grafiker hauen, die haben ihr Bestes getan. Leider. Sie haben einer Null-Idee die Haare schön gemacht. (Passiert im echten Leben zu 70-80%, also fast immer). Ich muss und musste das auch oft tun, keine Sorge.
Nur kann ich mich besser wehren, wenn ich statt in der Meute designen und heulen zu müssen, mir den Genossen Steinmeier selber schnappen kann. Mit echten Kunden zum anfassen geht das.
Was entschieden gegen virtuelles Crowdsourcing und Wettbewerbe spricht, die sich keinen Deut darum scheren, die Vorgaben hinterfragen zu lassen.
am 8. April 2009 um 21.48 Uhr:
@Chris:
Ich meinte damit die variante die zuvor der versammelten Öffentlichkeit wie der Sieger präsentiert wurde.
Das es nicht der definitve Sieger ist/war / sein sollte, ist mir auch klar…
am 8. April 2009 um 21.53 Uhr:
Mein erster Gedanke war: “Ist der jetzt bei den Freien Wählern?”
am 8. April 2009 um 21.53 Uhr:
Man müsste einen Begriff erfinden für Design, das eigentlich keins ist, sondern sich nur so nennt – «Stylen» oder sowas.
am 8. April 2009 um 22.33 Uhr:
An Lucky Strike musste ich auch erst denken. Und dann an die Firma mit den Joghurts, auf deren Namen ich nicht kam. Nee, gefällt nicht. Kryptisch. Unseriös. Laissez Faire. Dieses Logo ist alles, was Steinmeier hoffentlich nicht verkörpern will.
am 8. April 2009 um 23.17 Uhr:
@58 – freie wähler, dachte ich auch.– oder Feuerwehr.
Zur Identifizierung von Personen sind doch Namen ein inzwischen bewährtes Modell, warum müssen wir da jetzt mit Loghi anfangen? Ist doch grundsätzlich Quatsch, oder?
@Philipp (den groß geschriebenen): bin nicht du, macht aber nix. Ich werd mir trotzdem kein Logo zeichnen.
am 8. April 2009 um 23.18 Uhr:
ich musste gerade jemand völlig fachfremden erklären, was crowdsourcing und »design by gremium« ist. ich habe auf die schnell nicht das cottbus-logo finden können, welches ja quasi als musterbeispiel für »worst case« in jede startvorlesung von designern gehört.
aber das obige exemplar erfüllte seinen zweck dann auch ganz wunderbar.
am 9. April 2009 um 01.24 Uhr:
Hauptsache SPD verliert weiterhin Mitglieder und solange die FDP auf ihrem Weg zur Volkspartei nicht aufgehalten wird, ist alles erlaubt…
Go Franky, Go!
am 9. April 2009 um 03.11 Uhr:
@HD Schellnack: Wie wär’s mit «frisieren»? ;->
am 9. April 2009 um 07.10 Uhr:
Manchmal ist der Rummel um ein Logo medienwirksamer als das eigentliche neue Logo. Das fw die Initialen des Herren sind, hat sich mir nicht auf den ersten Blick erschlossen. Ich hatte eher die Idee von Foreward abgekürzt auf fw. Tja typisch. Da hat man sich als Grafiker wochenlang den Kopf zermartert und der Kunde (Betrachter) erfasst die Idee nicht beim ersten Blick.
am 9. April 2009 um 08.31 Uhr:
Auch ich musste direkt an die Feuerwehr denken, Abkürzung und Farbgebung sind sehr überzeugend :P Aber eventuell wird er ja die Feuerwehr für Deutschland die uns alle rettet ;)
am 9. April 2009 um 09.12 Uhr:
hübsch
am 9. April 2009 um 09.46 Uhr:
Oh. Die SPD macht jetzt auch Joghurts? Oder warum das “Zott”-look-alike-Logo?
am 9. April 2009 um 09.53 Uhr:
bleibt mal cool… ist ja nur ein logo
am 9. April 2009 um 10.14 Uhr:
Bernd Kreutz wäre der einzig richtige für diesen Job als Kommunikationsberater für die SPD. Das “erste” heissdiskutierte Steinmeier Signet gefiel mir (persönlich) besser. War frischer.
am 9. April 2009 um 10.53 Uhr:
@vroni
vielen dank für diese schöne aussage – die hat mir jetzt schon den tag gerettet:
“Pidde nicht die Grafiker hauen, die haben ihr Bestes getan. Leider. Sie haben einer Null-Idee die Haare schön gemacht.”
logo für fwsteinmeier – das ist doch wirklich ein bohai und echt nicht der rede werd.
am 9. April 2009 um 11.35 Uhr:
Das Bild spricht Bände: Genauso befremdet wie Steinmeier und seine Designer nebeneinander stehen, genau so geht Steinmeier auch mit professioneller Kommunikation um. Das Briefing ist wahrscheinlich so präzise wie für alle DAX-Unternehmen und Amnesty international zusammen, da kann man wirklich nur die Haare schön machen.
Will er mit dem Signet absoluten Politikmuffeln zeigen, dass es ihn überhaupt gibt oder Multiplikatoren ansprechen?
Wenn er die Muffel ansprechen will, muss er anders auftreten als mit dieser Raiffeisenbank-Jeanskonto-Allüre. Will er Multiplikatoren ansprechen, sollte er seine Zeichen etwas reflektierter und medienkritischer setzen. Dieser hübsch frisierte Konsens trifft irgendwo in das Niemandsland dazwischen.
am 9. April 2009 um 12.58 Uhr:
@ Voroni
»Sie haben einer Null-Idee die Haare schön gemacht.«
Jeder bekommt eben genau das was er verdient. Es ist allerdings nicht nur eine Null-Idee, es ist eine dem US Wahlkampf nachgemachte Null-Idee.
Nur dort hat sie funktioniert weil sie irgendwie inspiriert war. Hier in Deutschland wird daraus ein beliebiges Etikett, das genauso gut auf einem Joghurt Becher stehen könnte.
am 9. April 2009 um 14.01 Uhr:
wenn ich mich recht erinnere, ist das SPD-erscheinungsbild eher durch eckigkeit geprägt. steinmeier kommt sehr rund daher. ist hier das erklärte ziel die zugehörigkeit des spitzenkandidaten zur eigenen partei, zum partei-programm zu „verschleiern“?
soweit ich weiß, ist deutschland eigentlich einen parteiendemokratie … deswegen kreuzt man ja auch nicht steinmeier oder merkel an, sondern SPD oder CDU u.a.
als „alter sack“ könnte man daher zu dem schluss kommen, dass ein persönliches logo vollkommener mumpitz ist. appell an die politiker: kümmert euch um die probleme des landes und nicht um persönliches marketing!
am 9. April 2009 um 15.04 Uhr:
@ Homie
“bleibt mal cool… ist ja nur ein logo”
Ja gern. Ist auch nur unsere Arbeit und unsere Existenz, die wieder einmal mit so einer Jeanskonto- Raiffeisenbank-PR-Nummer verhohnepipelt wird.
am 9. April 2009 um 16.56 Uhr:
Ich kann mir nicht vorstellen das das Logo wirklich irgendwo Verwendung findet (Ausser vielleicht auf den T-Shirts irgendwelcher juso Fanboys/girls). Wie viele hier schon gesagt haben: Die Kreation eines eigenen Signets für den kandidaten ist in sich völlig unsinnig und der Kommunikation eher hinderlich – mehrere Logos sind immer schwächer als ein einziges, und ich kann mir nicht vorstellen das Steinmeier ohne den (unfassbar verschlimmbesserten) SPD Würfel auf Stimmenfang gehen wird.
Ebenso behagt es mir gar nicht das sich Steinmeier durch die Bildung einer “Eigenmarke” von seiner Partei und deren Inhalten loslöst – was soll das denn? Ich will keine Personen, ich will Lösungen für Probleme.
am 9. April 2009 um 22.58 Uhr:
Hehe, einfach mal das Smashing Magazine Logo kopiert :D (s. Hintergrund).
am 10. April 2009 um 18.17 Uhr:
fw = freie Wähler? Das ist doch eine ganz andere Partei?!
am 10. April 2009 um 21.20 Uhr:
@Vroni / #76 und alle anderen werten Kommentatoren und -innen
Wer kümmert sich um die Journalisten, wo jeder denkt, er könnte durch blogs und andere Instrumente Öffentlichkeiten erzeugen? Welcome to citizen journalism. :D
Ich denke, Leitplanken zu setzen für den offenen Kanal der aktuellen Strömungen und dem rasanten Schritt der digitalen Gestaltungsmöglichkeiten und der damit verbundenen Freisetzung kreativen Potentials ist die Herausforderung – nicht das Wehklagen oder Verhohnepipeln.
Wer “disst”, fühlt sich angegriffen, bietet Angriffsfläche. Warum? Ist es ein Grundzug der Gestalter, erstmal alles zu vermeckern statt zu begrüßen? Was ist das für eine Geistesgemeinschaft und -haltung, die zuerst fleddert, statt sich progressiv zu nähern?
Perspektivwechsel sollte eine Stärke des Design sein, Crowdsourcing ist eine Möglichkeit des IdeenFLUSSES – handwerk hin oder her. Die regulierende Instanz samt Jovoto und Jury war in diesem Fall gesetzt, so why the fuss?
Freundliche kollegiale Grüße! :)
am 10. April 2009 um 21.26 Uhr:
Verstehe den Vorwurf nicht. Hier wird doch nicht gedisst. Selten eine solche fundierte Debatte genossen … und ich bin wirklich etwas verwöhnt, hier.
am 10. April 2009 um 21.28 Uhr:
Ähm, Disse?
Wer disst.
Das ist hier ein Fachblog und Fachleute müssen sagen dürfen, was sie von Sachen und Vorgängen halten.
Fachleute hier gehen hier weder nach strenger altdeutscher Sitte zum Lachen in den Keller noch zum Krisitieren in den Keller.
Wem das nicht passt und wer eine sagen wir mal angepasstere “Meinungskultur” etablieren will, braucht in entsprechenden Blogs nicht zu lesen. Sondern soll selber eins nach seinem Geschmack aufmachen.
Das hier ist KEIN gottverdammtes PR-Blog.
(Dank an Jürgen Siebert)
Also darf hier geredet werden, wie einem der Schnabel gewachsen ist. PR darf dann gern woanders gemacht werden, habe ich gar kein Problem mit :-)
am 10. April 2009 um 21.32 Uhr:
Danke für euer schnelles Feedback. Gut, dann nehme ich das dankbar auf als streitbare Meinungskultur. Olé! :)
am 10. April 2009 um 21.34 Uhr:
Diesem Steinmeier-Dingens kann man sich nicht progressiv nähern.
(Wobei: Ich überlege grade fieberhaft, versuche zu imaganiieren, wie das geht: sich etwas progressiv nähern. Ein echtes Schmankerl.)
Any ideas in der Linguisten-Runde?
__PR-ler haben schon ein beträchtlcihes Bullshitbingo drauf, alle Achtung.
am 10. April 2009 um 21.36 Uhr:
OT: Hoffe, hier sind auch Systemiker ;)
am 10. April 2009 um 21.49 Uhr:
Also der alte Palo-Alto-Systemiker näch, der ist seit Jahren schon genervt, immer diese zirkulären Dingens. Der strebt jetzt die ultimative Lösung der Henne-Ei-Frage an:
Lösung: Stramme Henne. Spiegelei auf Huhn. Ois zamma, nei in die Pfanne!
:-D
___Info für nicht-kochende Systemiker: Strammer Max ist Spiegelei auf Leberkäs.
am 10. April 2009 um 22.09 Uhr:
schöner joghurtdeckel – mehr leider nicht.
am 14. April 2009 um 10.12 Uhr:
Original Zott! Sieht aber nicht nach seriöser Politik sondern nach marktschreierischer Werbung aus.
am 25. September 2009 um 15.46 Uhr:
Ein anonymer Steinmeier-Berater rechnet in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung Der Freitag auf vier großzügigen Seiten mit seinem Gastspiel in der SPD-Zentrale ab. Auch das misslungene Logo-Crowdsourcing kommt zur Sprache. Die Süeddeutsche Zeitung fasst es so zusammen (http://www.sueddeutsche.de/politik/515/488908/text/): »Fehler und Seltsamkeiten passieren da reichlich. Etwa bei der Auswahl des Frank-Walter Steinmeier-Logos. Die SPD wollte sich rühmen, dies als erste Partei in einem Crowdsourcing-Verfahren entwickelt zu haben. Über das Internet werden die Nutzer dafür zu einem Wettbewerb aufgerufen. Der von den Nutzern favorisierte Entwurf erinnerte die Parteispitze aber zu stark an SS-Runen der Nazis. Der von der SPD-Führung akzeptierte Entwurf hingegen wurde von der Community als Abklatsch eines Joghurt-Logos verrissen.
Der unbekannte Autor: ›Die SPD sieht sich als ‘first mover’ weil sie als erste große Partei ‘Crowdsourcing’ eingesetzt hat. [...] Und dann wird der Kanzlerkandidat der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands mit einem Logo ‘gebrandet’, das an einen Joghurt-Becher erinnert.‹«