Sommerspiele (7): Die anderen Medaillenspiegel

Anzahl der gemeldeten Athleten im Verhältnis zu den errungenen Medaillen: Togo vor Zimbabwe und Armenien; Deutschland auf Platz 40. (via)

Anzahl der Einwohner der teilnehmenden Nationen in Relation zu den errungenen Medaillen: Slowakei vor Neuseeland und Georgien; Deutschland auf Platz 17, China auf Platz 30. (via)


12 Kommentare

  1. Timo

    Zwar kein »anderer« aber dafür ein interaktiver Medallienspiegel, von der NY Times. Diese Datenvisualisierung zeigt alle Sommerspiele von 1896 bis heute.

  2. Donald Duck

    Endlich mal eine aussagekräftige Statistik! (Und das meine ich ernst.)

  3. Jan

    Anders ja, interessant (eher fun fact) ja, aussagekräftig nein. Einfach nur Medaillen/Athleten ist eine idiotische Berechnung.

  4. ff55

    Interessant. Aber die NY Times zählt in ihrer Rangliste einfach die Anzahl der Medaillen. In der offiziellen Liste hat z.B. eine Goldmedaille mehr Wert als eine silberne.

  5. Sebastian Nagel

    Im Grunde ist jedes In-Verhältnis-Stellen von Medaillenanzahl und Nation quatsch – egal wie rum jetzt genau gerechnet wird. Was hat ein Land in seiner Willkürlichkeit (Grenzen, Größen, Ressourcen, Politiker) mit der Einzelleistung eines Athleten zu tun? Ich wäre für eine gesamteuropäische Sportlerförderung, Teams werden meinethalben um Trainerpersönlichkeiten oder Leistungszentren herum gebildet, Nationen-Zugehörigkeit ist eher wurscht. Ist natürlich völlig unmöglich umzusetzen, weil die ganzen Sportverbände und Hierarchien komplett national ausgerichtet sind. Sowas wie eine Wirtschaft-/Sozial-/Struktur-Fördergemeinschaft “Interreg Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein” mit Beteiligung Deutschland/Österreich/Schweiz ist im Sport völlig undenkbar. Stattdessen müssen z.B. Vorarlberger Turner nach Wien reisen um “ordentlich” trainieren zu können, während Zürich doch viel näher läge.
    Gibt’s eigentlich noch andere Bereiche, in denen zwischen den Staaten so sehr gegeneinander “gearbeitet” wird wie im Sport?

  6. Ivo

    In diesem Jahr fällt mir auf, wie schlimm wir Deutschen eigentlich mit dem Sport, insbesondere Olympia umgehen. Da wird von »Blamage« und »Enttäuschung« und »Debakel« geredet. Eine Silberne ist eigentlich nix wert, die Bronzene wird kaum noch erwähnt. Der Vierte ist der Depp und ein frühes Ausscheiden wünscht man ja nun wirklich niemandem im deutschen Team. Vom olympischen Motto »Dabei sein ist alles« merke ich nichts. Ich weiß auch nicht, kommt mir das nur so vor, oder sind wir wirklich so geil auf Gold und können uns nicht am Sport selbst erfreuen? Und wenn ja, ist das nur hier so?

  7. Thomas

    Ich muss Sebastian etwas widersprechen wenn er “Europäische” Teams fordert. Zwar treten bei Olympischen Spielen Athleten gegen Athleten an und nicht Nationen gegen Nationen, allerdings ist doch eine deutliche Verbindung und Identifikation der jeweiligen Landesbevölkerung mit ihren Sportlern bemerkbar (man schaue nur mal dieser Tage in eine Sportsbar). Ich weiss nicht ob eine Identifikation sonst noch so einfach möglich wäre, ein “Anreiz” für die Zuschauer würde uU reduziert. Ich habe momentan noch nicht das Gefühl dass sich ganz Europa auch als ein Europa fühlt.

    Die Koordination wenn es um das Training geht ist eine komplett andere Sache, da stimme ich dir vollkommen zu, hier sollten flexiblere Lösungen gefunden werden.

  8. Sebastian Nagel

    Du hast natürlich recht mit der Identifikation, Thomas. Aber wäre die emotionale Bindung bei einer regionalen Ausrichtung der Teams nicht ebenfalls gegeben? Würde sich das Sportbar-Publikum z.B. mit dem Bodensee-Ruderteam nicht ebenso begeistern können (ich nehme das jetzt als Beispiel weil ich aus dieser Region komme und sie so als solche fassen kann)? Man müsste natürlich auch die Berichterstattung entsprechend umsetzen.
    Will sagen: wenn man wegkommen will von den Nationalstaaten als Abgrenzung “von den anderen” ist so ein Länderwettbewerb mit Medaillenspiegel natürlich kontraproduktiv. Grade so ein emotionales Thema wie Sport und Sportkonsum könnte man nutzen um ein Europa der Regionen fördern zu können, und so ein Europa wäre wohl für die Europäer eher ins Herz zu schließen wie eine Wirtschaftsunion.
    Aber ich habe 3 Jahre in diesem Bereich gearbeitet, und mir ist noch nirgends so eine an der Nation orientierte Ausrichtung begegnet wie in den Sportverbänden … Insofern habe ich da leider wenig Hoffnung, finde es aber schade.

  9. Sebastian Nagel

    Nachtrag: es würde auch die Sache aus der Welt schaffen, dass Sportler die in Land A “zu schlecht” und zu Land B wechseln weil sie ihren Sport eben trotzdem ausüben möchten, fast schon als Landesverräter gelten…

  10. Fischfix

    sport wird hoffentlich irgendwann kriegsersatz.

    vorarlberg verliert dann gerne gegen die ostschweiz…

  11. meistermochi

    http://meistermochi.de/?p=361

    super aufbereitet. stark aber, dass die amis trotzdem noch vorn dabei sind.

  12. Dieter

    Die Lösung für Sebastian’s und Thomas’ Vorschläge:

    http://www.EUCHAMPIONS.de

    Keine “europäische” Mannschaft, aber ein gemeinsames Freuen und verbindender Stolz auf das Gesamtergebnis aller EU Mannschaften. Entsprechend dem EU Motto:
    “In Vielfalt geeint”
    Getrennt marschieren, aber zusammen gewinnen! Dies funktioniert besser als eine EU Supermannschaft, so haushoch überlegen wie bei der derzeitigen Konstellation könnten wir dann sicher nicht mehr sein.
    Gerade im gegenseitigen Wettbewerb können die EU Länder sich zu Höchstleistungen anspornen – und das gilt sowohl für Sport, als auch für Wirtschaft, Bildung, Soziales usw. – aber gegenüber dem Rest der Welt müssen wir geschlossen auftreten, dann können wir unsere Stärke ausspielen.
    Der Medaillenspiegel von http://www.EUCHAMPIONS.eu zeigt dies überdeutlich: Großbritannien und Deutschland stehen ja noch ganz gut da, aber haushoch überlegen sind wir doch erst als Europäische Union. Und das sollte doch zu einem guten “Wir-Gefühl” beitragen.

    Denke europäisch!

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