Teilnahmeschluss MFG-Award: 1. Aug 2014

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Noch bis zum 1. August 2014 können Arbeiten zum MFG-Award eingereicht werden. Seit 1992 gibt es den vom Bundesverband Druck veranstalteten Designwettbewerb Wettbewerb für herausragende Druckerzeugnisse aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wegen seiner nicht-kommerziellen Ausrichtung gilt der MfG als einer der fairsten Designwettbewerbe, kleine wie große Unternehmen können sich eine Teilnahme leisten. Gewinner werden nicht mit zusätzlichen Kosten belastet.

Noch bis zum 1. August können die besten Druckprodukte zum MfG-Award 2014 für die folgenden Kategorien eingereicht werden:

  • Raffinesse (ausgezeichnet werden Drucksachen, die durch drucktechnische Andersartigkeit überraschen)
  • Umweltbewusstsein (ausgezeichnet werden Drucksachen, die Ressourcen durch die Verwendung von Recyclingmaterial schonen oder neue Materialien unter Berücksichtigung natürlicher Ressourcen verwenden)
  • Vereinfachung (ausgezeichnet werden Drucksachen, die bei der Bewältigung von Komplexität helfen – zum Beispiel benutzerfreundlich gestaltete Bedienungsanleitungen oder Gebrauchsanweisungen oder Printmedien mit hohem Infografik-Anteil)
  • Emotion (ausgezeichnet werden Drucksachen, die durch das Zusammenspiel von Inhalt und Umsetzung das Herz der Jurorinnen und Juroren berühren)
  • Individualität (ausgezeichnet werden Drucksachen, die in hohem Maße für den Nutzer angefertigt wurden, z. B. durch individuelle Ansprache, handschriftliche Personalisierung etc.)

Außerdem gibt es noch die Kategorie Debütanten, in der Einsendungen von Auszubildenden und Studenten bewertet werden.


Morgen in Berlin: Bock auf Design

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Zusammen mit vier befreundeten Künstlern und dem »Topmodel« Barbara Meier veranstaltet der Shootingstar der Berliner Illustrationsszene, Frank Höhne, morgen im Fluxbau ein Grafik-Happening. Hinter der Kunstaktion »Bock auf Design« steht der Studiengang Marken- und Kommunikationsdesign (Visual and Corporate Communication) der Berliner AMD Akademie Mode & Design, betreut von Prof. Alex KlugProf. Ralf Lobeck (AMD Düsseldorf), Hendric Wilke (AMD München) und Michael Weies (AMD Hamburg).

Frank Höhne, zukünftiger Dozent, sucht spontane und außergewöhnliche Motive visueller Darstellung zu den Standorten der AMD, Hamburg, Düsseldorf, München und Berlin. Höhne wird auf eine 6,50 m breiten Wand die ersten Skizzen positionieren, die dann von den vier eingeladenen Illustratoren Mawil, Florian Sänger, Serafine Frey und Sebastian Lörscher weitergezeichnet werden. Am Ende wird ein gigantisches Bild entstehen, dass in 26 Teile segmentiert wird. Durch die öffentliche Veranstaltung führt »Germany’s Next Topmodel«-Gewinnerin Barbara Meier. Weitere Informationen …


Design-Werkschau an der TH Nürnberg

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Am Freitag, den 18. Juli 2014, feiert die Fakultät Design der Technischen Hochschule Nürnberg über 50 frisch gebackene Absolventinnen und Absolventen. Diese präsentieren mit der Werkschau Sommer 2014 ihre Abschlussarbeiten aus den Bereichen Cast, CGI, Film & Animation, Fotografie, Illustration, Interaktionsdesign, Grafikdesign, Raum- und Eventdesign, Typografie und Verbale Kommunikation. Die Ausstellung bietet Zeit und Raum, um einen Überblick über das kreative Schaffen der Studierenden zu gewinnen und mit den Absolventen ins Gespräch zu kommen.

Das Spektrum der Arbeiten ist auch dieses Jahr breit gefächert. »Ikone: Gesichter elektronischer Musik« basiert auf den Schwarz-Weiß-Fotografien von David Rasche und ist visueller Streifzug durch die deutsche elektronische Musiklandschaft. Nina Kreitlein hat mit »escape«: ein System für die Kommunikation und Interaktion einer Reise-Community gestaltet. »The Taste of Color« widmet sich unter anderem der Frage, ob Paprika wirklich rot und die Heidelbeere tatsächlich blau schmeckt. Auch eine neue, zeitgenössische Schrift ist zu bewundern, Franz Sans. Weitere Informationen …


Internationales Teletext-Kunstfestival 2014

ITAF2014Es ist wie mit der Schreibmaschine und dem Gameboy: Kurz bevor sie vom Aussterben bedroht sind, findet sich eine treue Schar von Fans, die solche Technik-Dinos am Leben erhält, ja zum Kult macht. So könnte es auch dem Teletext ergehen, der in Deutschland Videotext heißt. Er begleitet das TV-Programm der großen Sender mit Nachrichten, Bauklötzchen-Texten und bildhaften Darstellungen, die in der Austastlücke des Fernsehsignals versteckt sind und sich mit der Fernbedienung aufrufen lassen.

Die Künstlerkooperation FIXC organisiert vom 14. 8. bis zum 14. 9. 2014 zusammen mit ARD Text, ORF Teletext, Schweizer Teletext und arte Teletext die Internationale Teletextkunstausstellung ITAF 2014. In diesem Zeitraum werden die Kunstwerke im Teletext der teilnehmenden Fernsehsender gezeigt. Mit der Eröffnung von ITAF 2014 am 14. 8. wird »Lucky Cat« von Dragan Espenschied als erstes Kunstwerk ins Museum für Teletextkunst einziehen.

Aus dem Programm:

  • Offizielle Eröffnung und eine Ausstellung von ITAF-Werken der Jahre 2012, 2013 und 2014 im Fernsehzentrum des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) in Berlin
  • Eröffnungsveranstaltung in der Z-Bar, Berlin
  • “ITAF in the house”, ein Dokumentationsprojekt zu Teletextkunst in der (privaten) Öffentlichkeit
  • Verleihung des Teletext-Kunstpreises
  • Finissage im MuseumsQuartier, Wien
  • Finissage im FISH, Helsinki

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Heute ist Comic-Sans-Tag

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Der Moment ist gekommen, gleich zwei Festtage zu feiern, nein drei …
Da wäre zunächst mal der Comic-Sans-Tag, den die niederländischen Radiomoderatoren Coen Swijnenberg und Sander Lantinga 2009 ins Leben gerufen haben. Nach ihrer Definition fällt er stets auf den ersten Freitag des Monats Juli. Zweitens haben Comic-Sans-Entwerfer Vincent Connare und Microsoft die Schrift vor genau 20 Jahren herausgebracht, ein runder Geburtstag also. Dritter Grund zum Feiern ist der heute veröffentlichte »große Bruder« der Comic Sans, entworfen von Diederik Corvers und Serious Sans getauft.

comic_sampleDer als TYPO-2010-Sprecher bekannte Entwerfer von Ogentroost (Fontblog berichtete) sagt über seine Neuheit: »Sie sieht auf den ersten Blick ziemlich seriös aus. Aber weil sie direkt mit Comic Sans verwandt ist, kann Serious Sans eine gewissen Freundlichkeit nicht verbergen.« Pünktlich zur Premiere hat er die Website www.serioussans.com ins Leben gerufen, wo die neue Schrift ausführlich vorgestellt wird und geladen werden kann.

Corvers weiter: »Serious Sans erinnert an eine mit Filzstift gezeichnete Schrift. Die meisten Winkel und Ecken sind leicht gerundet, kaum eine Horizontale und Vertikale ist wirklich gerade.« Zu unser aller Freude bietet Diederik Corvers ab heute eine Basisversion der Serious Sans kostenlos an. Sie enthält 69 Zeichen, das sind alle Groß- und Kleinbuchstaben, die Ziffern, ein paar Satzzeichen und das @-Symbol. Die Vollversion wird 475 Glyphen enthalten und für 39 € erhältlich sein. Kursiv und Bold sind in Arbeit. Weitere Informationen …


Ed Sheeran’s Album Cover Fail

Left: Original Ed Sheeran Album cover with wrong glyph x; right: simulation with correct glyph × (multiply)

Links: Original-Cover von ×; Rechts: ungefähr so hätte es eigentlich gestaltet sein müssen (Simulation: Fontblog)

Es gibt jede Menge Musiker und Bands, die ihr 10. Album einfach X getauft haben: Def Leppard (2002), Inxs (1990), Peter Maffay (2000), Air Liquide (2001), Chicago (2003), und andere … Der britische Singer-Songwriter Ed Sheeran hat gerade sein zweites Album herausgebracht, das nicht x heißt sondern ×, also »mal« oder im Englischen »multiply«; sein erstes Album hieß übrigens +. Leider zeigt das Albumcover einen falschen Titel, nämlich ein x.

Ein Paradebeispiel dafür, warum es in der Typografie auf Kleinigkeiten ankommt, die eine große Wirkung haben können.


REGENERIERENDE FUßCREME von Hansaplast

packshotHansaplast hat eine neue Fußcreme herausgebracht. Sie wurde im Rahmen von dermatologischen Studien getestet. Ihre Formel habe sich zur Pflege bei extrem trockener Haut als äußerst wirksam und hautverträglich erwiesen. Bereits nach einer Woche Anwendungsdauer »erhöht die Creme die Hautfeuchtigkeit signifikant um 67 %« sagt Hansaplast. Weitere Informationen und Tipps gegen trockene Haut und Hornhaut findet ihr unter Harte Zeiten für Ihre Füße?

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Was mir zu dem Produkt auf den ersten Blick einfällt:

  • Hansaplasts Regenerierende Fußcreme enthält typografische Schadstoffe.
  • Kann ich einer dermatologischen Studie trauen, wenn sich ein Schreibfehler durch alle Abteilungen eines Unternehmens schleicht?
  • Hat die Einführung des Versal-Eszett zur Beliebigkeit bei der Benutzung des scharfen S geführt?
  • Nein, die Schrift Myriad von Adobe enthält kein versales Eszett.

Type Talk 12: Schreibschrift – Gewinner und Verlierer

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Der kommende Type Talk (Mittwoch, 25. Juni, 19:00 Uhr, Apple Store Kurfürstendamm, Eintritt frei) widmet sich der Handschrift. Unser Referent ist Andreas Frohloff, gelernter Schildermaler, Kalligraf und heute typografischer Direktor der FontFont-Schriftbibliothek. Wie kein anderer versteht er die Brücke zu schlagen zwischen einem alten Handwerk und den heutigen digitalen Ausprägungen. Seine klassischen Schreibkurse sind sehr begehrt, vor allen unter jenen Schriftenfreunden und -entwerfern, die für ein paar Stunden den Computerarbeitsplatz verlassen, um den Bezug zum Ursprung der Schrift wieder herzustellen.

Frohloff selbst interessiert sich zunehmend für die digitale Simulation der Handschrift, auf dem Tablett oder am Computerbildschirm. Im Typetalk wird er mehrere Stifte und Apps vorstellen, mit denen sich nicht nur die traditionelle Kalligrafie simulieren lässt, sondern sogar weiter entwickeln, Kalligrafie 2.0.

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Zur Einführung werde ich am kommenden Mittwoch kurz auf neuere Forschungsergebnisse eingehen, die sich dem Thema Schreiben & Lernen widmen. Dass Handschrift irgendwie eine Rolle beim Lernen spielt, ahnen wir alle, wir glauben es sogar zu spüren. Wie das genau funktioniert, versuchen gerade Wissenschaftler in aller Welt zu entschlüsseln. Neuere Erkenntnisse bestätigen nicht nur das ganz spezielle Zusammenspiel von Handschrift und Gehirn, sondern auch den Unterschied in der neuronalen Verarbeitung von verbundener Schreibschrift und von Blockbuchstaben.

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Aktuelle Untersuchungen mit Studierenden sind dem Zusammenspiel von Lernen und Schreiben dicht auf den Fersen. Durch das Aufschreiben mit der Hand verarbeiten sie den Inhalt einer Vorlesung und packen ihn in einen neuen, eigenen Rahmen (reframe) … Diese Reflexion und Manipulation führt zu einem besseren Verständnis. Die Studien sagen nicht, dass das Schreiben auf Papier stattfinden muss. Und daher wird uns die Demo von Andreas Frohloff – am Ende seines Vortrags – die Augen für zukünftige Schreibszenarios auf dem Tablett öffnen.

Type Talk: Digitale Kalligrafie, mit Andreas Frohloff und einer Einführung von Jürgen Siebert, Mittwoch, 25. Juni 2014, 19:00 Uhr, Apple Store Kurfürstendamm, Eintritt frei, hier anmelden …


Leipzig: Schrift, vom Buch auf die Straße

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Zusammen mit der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) zeigt das Museum für Druckkunst Leipzig vom 27. Juni bis 28. September die Ausstellung »Vom Buch auf die Straße. Große Schrift von 1600 bis 1920«. Die Ausstellung findet im Rahmen des 250-jährigen Jubiläums der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig statt.

Unter der Leitung von Julia Blume, Prof. Fred Smeijers und Pierre Pané-Farré (alle HGB Leipzig) recherchierten Studierende der Fachklasse Type-Design in Leipziger Archiven und Bibliotheken nach Zeugnissen, die die visuelle Kraft und den Facettenreichtum von Schrift darlegen. Betrachtet wurde besonders der Zeitraum zwischen 1600 und 1920, aber auch frühere Belege und Tendenzen wurden einbezogen. Für die Ausstellung wurden Plakate, Schriftmuster, Postkarten, Drucksachen und Fotografien sowie Objekte und Filme ausgewählt. Ein Schwerpunkt lag hier auf Artefakten, die einen engen Bezug zu Leipzig aufweisen.

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Schriften verließen ab dem 18. Jahrhundert zunehmend den Raum des Buches und prägten das Stadtbild besonders im 19. Jahrhundert. Ob politisch oder kommerziell: Buchstaben transportierten an Plakatwänden, Litfaßsäulen oder Schaufenstern Botschaften in die Öffentlichkeit. Neben gedruckten Erzeugnissen existierten von Hand gemalte Schriften auf Schildern und Schaufenstern, in Stein gehauene Straßenbeschriftungen oder wandfüllende Mauerbeschriftungen. Diese diversen Techniken der Umsetzung, wesentliche Entwicklungen in der Druckindustrie sowie Einflüsse aus Architektur und Malerei (z.B. Art Nouveau und Jugendstil) führten im ausgehenden 19. Jahrhundert im deutschen Sprachgebiet zu einer einzigartigen Vielfalt an Schriftformen.

Ein  Teil der Ausstellung zeigt die für Schrift häufig verwendete Methode des Schablonierens. Anhand eines rekonstruierten Schabloniertisches können Besucher diese Reproduktionstechnik selbst erproben. Eine Auswahl von historischen Objekten gibt Einblicke in die Herstellung und Entwicklung dieser manuellen Technik. Die Fachklasse Type-Design, die als profilbildender Strang der HGB Leipzig auf eine 110-jährige Tradition zurückblicken kann, ermöglicht somit auch einen Einblick in die eigene Arbeitsweise eines Schriftgestalters, bei der die historische Reflexion einen wesentlichen Anteil einnimmt.

Abbildungen oben: Schablonenring, Messing, New York Stencil Works, 1868-1871, Durchmesser 250mm; Mitte: Schablone M, Art Nouveau, um 1910. Höhe 158mm.


Buchtipp für Designer: »Die Aura des Wertvollen«

pricken_wertvoll Viele von uns glauben ein Gefühl dafür zu haben, was wertvoll ist. Tatsächlich ist Wert mindestens ein relatives Kriterium, wenn nicht sogar zu einem hohem Maße subjektiv. Der US-amerikanische Großinvestor Warren Buffet hat das mal so beschrieben: »Der Preis ist, was wir bezahlen. Der Wert ist, was wir bekommen.« Anders ausgedrückt: Die Dinge haben in hohem Maße einen Wert, den wir selbst ihnen geben. Ob etwas wertvoll ist, liegt also im Auge des Betrachters? Ganz so einfach ist es auch nicht. »Meine Frau begehrt dieses Paar Schuhe nicht deshalb, weil sie es als wertvoll wahrnimmt, sondern wertvoll erscheint es ihr nur deshalb, weil sie es begehrt.« so beschreibt der Autor und Kreativtrainer Mario Pricken (»Kribbeln im Kopf«) die psychologische Begleitmusik des Themas im Vorwort seines neuesten Buches »Die Aura des Wertvollen«, das gerade erschienen ist.

Vier Jahre lang hat Pricken über 300 Objekte untersucht und vorrangig nach jenen Faktoren Ausschau gehalten, die es – unabhängig von bestimmten Branchen, Lebensbereichen und Moden – schaffen, ein Ding zum Strahlen zu bringen. Im ersten Schritt stellte er sich die Frage, welche Parameter oder Codes ein Objekt enthalten muss, damit es in einem Menschen Wertvorstellungen auslöst. Anschließend gruppierte er diese Produkte zu Klassen (Designmöbel, Kosmetika, Mobiltelefone, …), analysierte diese und filterte schließlich jene Parameter heraus, die mit ihrer suggestiven Kraft üblicherweise nur im Verborgenen wirken.

Auf rund 200 Seiten legt Mario Pricken dar, wie und mit welcher Intention bestimmte Produkte Geschichten erzählen, die Emotionen bei ihren Konsumenten wecken. Diese Emotionen bindet uns an Produkte. Insgesamt 80 Parameter hat Pricken identifiziert, die sich zum Beispiel in den Biografien wertvoller Autos, Uhren, Genussmittel, Kunstwerke oder auch Dienstleistungen wiederfinden. Das können Elemente der Einzigartigkeit sein, der Verknappung, der Wirkung von Zeit oder inszenierter Übergaben. Am Ende liefert das Buch einen umfassenden Fragenkatalog als Anregung für die Entwicklung eigener Ideen, um Produkten oder Services jene Aura zu verleihen, die Begehren auslöst.

»Die Aura des Wertvollen« ist sowohl ein Werkstattbuch für kreative Vordenker und Markenentwickler, als auch ein Lesebuch für den Konsumenten in uns. Es zielt auf Intuition und Verstand, ist zugleich inspirierend, unterhaltsam und leicht verständlich – nicht zuletzt durch die minimalistischen Illustrationen von Christina Hrdlicka und Maximilian Mauracher.

Mario Pricken: »Die Aura des Wertvollen«, Publicis Publishing, Erlangen 2014, 252 Seiten, 24,4 x 22,2 x 2,1 cm, 39,90 €, ISBN 978-3895784385


»Captcha« Designfestival: Befreiung der Schrift

CAPTCHA-logo-redaptcha ist ein neues Designfestival vom 2. bis zum 8. August, kreiert und organisiert von Studierenden der Fakultät für Gestaltung in Mannheim. Ihre Motivation: ausgewählte Themen intensiver erforschen und sich mit Designern und anderen Hochschulen austauschen. Die »revolutionäre Premiere« des Festivals ruft auf zur »Befreiung der Schrift«. Als Befreier sind renommierte Gäste aus den Bereichen Design und Gestaltung eingeladen. Da die Sprecher in unterschiedlichen Design-Bereichen (Analog, Digital, Print, Installation) aktiv sind, entsteht für die Besucher ein breit gefächerter kreativer Input. Moderiert wird die Veranstaltung vom Plakatdesigner Götz Gramlich.

Mit Workshops, einem Symposium und einer Ausstellung wollen die Veranstalter der Nachweis führen, dass Schrift heute viel mehr ist, als nur ein Mittel zur Nachrichtenübermittlung. In verschiedenen Kursen und Workshops entstandene Ausstellungsstücke bilden ein breites Spektrum der gestalterischen Möglichkeiten ab. Über Illustrationen, Printgestaltungen, Foto- und Videoarbeiten und interaktiven Ansätzen entsteht so ein erster Eindruck wie Schrift und Zeichen weiter entwickelt werden können.

Für insgesamt 80 Studierende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es vier Workshops, in denen sich die Teilnehmer experimentell mit Schrift und Zeichen auseinandersetzen. Sie werden das Leitmotiv »Befreiung der Schrift« von verschiedenen Seiten aus beleuchten und so den vielfältigen Methoden der Gestaltung gerecht werden.

Weitere Informationen: Captcha Mannheim …


12 Alternativen zur FIFA-WM-Schrift 2014

Über das Briefing der FIFA beziehungsweise deren Agentur The Works Ltd zur Brazil-0815-Schrift Pagode kann man nur spekulieren. Zwei Schnitte wurden gefordert – Regular und Bold –, der grafische Stil: irgendwas zwischen verspielt, spontan und handgemacht. Das Ergebnis: Kindergarten. Nichts gegen kindliche Schriften, ausgeschnittene Buchstaben oder Pinselstriche. Das Problem von Pagode ist, dass ihre Buchstaben keinen gemeinsamen Nenner haben. Und weil ihre Formen beliebig sind, ist Pagode keine Schrift sondern eine Ansammlung von Glyphen. Ein solches Konglomerat funktioniert noch halbwegs in der floralen visuellen Sprache der WM 2014, und in deren definierter Farbwelt. Außerhalb sind die Pagode-Lettern beliebig, was bei einer Produktserie wie den Lidl-Team-Shirts unmittelbar deutlich wird. Die Trikots sehen nicht offiziell lizenziert aus, obwohl sie es sind, sondern wie selbst mit einem Testilstift beschriftet.

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Die hier gezeigten Verwandten zur FIFA-Schrift Pagode tummeln sich auf dem gleichen Spielplatz: kindlich-naiv, unkonventionell, laut, teils  provokativ – ein durchaus spannendes Terrain im Schriftdesign. Sie alle wurden von angesehene Schriftentwerfern geschaffen, darunter Max Kisman, Hannes von Döhren, Cyrus Highsmith, Richard Kegler und Rian Hughes. Und obwohl ihre Lettern schriftintern starke Kontraste aufweisen, haben ihre Designer auf eines geachtet: eine gemeinsame formale Sprache. Diese manifestiert sich in den Formen und Dimensionen von Vertikalen, Horizontalen und Innenräumen, aber auch in den seit Jahrhunderten geltenden Regeln für das Zusammenspiel lateinischer Buchstaben. Erst wenn dies gelingt, entsteht ein Glyphen-Gebinde, das sich Schrift nennen darf und belastbar ist für die Kommunikation von Marken, Produkten oder Veranstaltungen. Pagode erfüllt dieses Kriterium nicht.