
Vergangene Woche hat die Crowdsourcing-Plattform designenlassen.de, nach langer Entwicklungszeit, wesentliche Änderungen eingeführt, unter anderem Vorkasse-Projekte, einen Nutzungsvertrag und neue Vergütungsregeln. Geschäftsführer Michael Kubens, der nächste Woche auf der TYPO-Berlin-Konferenz am TYPO-Panel Quo vadis Designprofession teilnehmen wird, gegenüber Fontblog: »Sie hatten im letzten Jahr einen offenen Brief an unser Unternehmen designenlassen.de ins Fontblog aufgenommen, der Beitrag wurde intensiv kommentiert. Für uns war diese Diskussion nicht neu und wir haben uns dieser gerne gestellt. Als Ergebnis führen wir einige Neuerungen auf unserer Plattform ein.«
Bis zuletzt war das Business auf designenlassen.de so geregelt:
- Es gab keine Vorkasse-Option, das heißt die Zahlungsabwicklung und die Übergabe der Feindaten zwischen Auftraggeber und Gewinner-Designer wurden generell nach Projektende zwischen beiden Parteien geregelt. Die Plattform war daran nicht beteiligt.
- Alle Projekte liefen nach dem »the winner takes it all«-Prinzip ab, 100 % des Preisgeldes gingen an den Gewinner-Designer.
- Die Nutzungsrechte wurden auf Basis unserer AGB übertragen, es gab keinen expliziten Nutzungsvertrag den man sich ausdrucken konnte.
Die jetzt eingeführten Neuerungen betreffen die Vorkasse-Option, die Aufteilung des Preisgeldes und den Nutzungsvertrag:
- Bei Vorkasse wird das Preisgeld bei der Einstellung des Projektes an designenlassen.de bezahlt. Wenn ein Gewinner bestimmt wird werden die Daten über die Plattform übergeben. Sobald der Auftraggeber den Eingang der Daten bestätigt hat wird das Preisgeld auf den Designer-Account übertragen und kann ausgezahlt werden. Hierfür wird bei Auszahlung eine Handling-Gebühr von 10% erhoben.
- Bei Vorkasse-Projekten werden nur 75% an den Gewinner und 25% an diejenigen Designer ausgeschüttet, die eine gute Bewertung Ihres Designs erhalten haben. Dadurch wollen wir die Plattform gerechter machen, denn ein Großteil der Projekte wird öffentlich durchgeführt und oft ist ein gutes Gewinnerdesign das Ergebnis eines erfolgreichen Projektverlaufs bei dem mehrere Designer gute Ergebnisse beigesteuert haben.
- Es gibt jetzt einen separaten Nutzungsvertrag zwischen Auftraggeber und Gewinner-Designer
Vorkasse ist derzeit eine Option. Es gibt nach wie vor die klassischen Projekte ohne Vorkasse. Ziel sei es, so Michael Kubens, irgendwann alle Projekte so abzuwickeln. Auch eine Garantie-Option werde es bald geben, dann verpflichtet sich der Auftraggeber zur Auszahlung des Preisgeldes. Derzeit besteht immer die Möglichkeit auch keinen Gewinner zu bestimmen und das Preisgeld nicht auszuzahlen.
Alle Änderungen im Detail sowie die ersten Kommentare dazu im Blog von designenlassen.de …

Naja, diese neuen Vergütungsregeln sind sicher nicht der große Wurf. Aber das ist meine persönliche Meinung — ich stehe der Kombination Design und Crowd-Sourcing sehr kritisch gegenüber, weil sie keine sinnvolle Arbeitsbasis für eine vernünftige Zusammenarbeit von Auftraggeber und Designer bietet.
Aber ich will nicht alles negativ sehen: Es freut mich wirklich zu sehen, dass aus einer zuweilen SEHR lebhaften, und teilweise leider wenig konstruktiven Diskussion konstruktive Schlüssen gezogen werden! Das ist sehr erfreulich! Bitte diesen Weg weiter gehen.
Grüße
Peter Roth
Hallo,
bei Projekten ohne Vorkasse-Option sehe ich weiterhin ein sehr hohes Missbrauchspotential. Wer überprüft ob überhaupt ein Vertrag zustande gekommen ist oder ob einfach nur die Ideen abgegriffen wurden?
MfG
es gibt leider noch weitere mängel auf designlassen. die jetzigen besserungen sehen eher so aus, als wolle man die fachbesucher kurz vor der typo berlin beruhigen, bzw. das angebot von designlassen beschönigen.
ein blick in den sogenannten ‘logoshop’ zeigt, dass man hier leider wenig respekt vor grafikdesign hat.
Die bereits gestalteten Firmenlogos werden mit allen Nutzungsrechten zu Festpreisen von 90 € + MwSt bis 190 € + MwSt verkauft.
natürlich sind die angebote zu 90 % unterste schublade und sicherlich keine 190 euro wert (http://www.designenlassen.de/logoshop/logos/637751.jpg).
logoshop trifft es daher genau auf den punkt: es sind logos von der stange, massenware, keine maßgeschneiderte designermode eher kik. aber anscheind gibt es genügend kunden die nur etwas buntes oben rechts in der ecke des briefkopfes brauchen. dies zeigt deutlich das niveau von dieser plattform, grafiker die ihr handwerk verstehen sind dort eher selten zu finden. und ich denke solange dort logos für 90 euro inklusive aller nutzungsrechte verschleudert werden, werden sich echte grafiker dort auch kaum anmelden.
ich habe übrigens bis heute noch nicht verstanden warum man als kunde zu so einer plattform greift, dass liegt doch sicher nur am budget? der kunde bekommt viele bunte entwürfe für wenig geld. masse statt klasse. ich rate allen auftraggebern: geht zu dem grafiker um die ecke, wenn ihr keinen kennt, fragt im bekanntenkreis. dort kosten die entwürfe und leistungen sicherlich etwas mehr geld, dafür bekommt man in den meisten fällen ein passendes konzept geliefert, keine massenware bei der nur die farben und schriften vom vorherigen entwurf getauscht wurden.
Hallo,
ich versuche mal meinen Einwand vom ersten Posting zu präzisieren. Das Modell geht in etwa so:
Ein Auftraggeber schreibt eine Arbeit aus und lässt sich die Entwürfe zeigen. Diese werden von einem qualifizierten Grafiker geprüft und analysiert. Dieser nimmt sich nun die guten Ideen und wirft diese billigen oder gar kostenlosen Praktikanten zur Umsetzung vor. Diese sind im Umkreis von HfG preiswert erhältlich. In großen Mengen durchgezogen rechnet sich das schnell. Der kreative Teil der Entwicklung ist ein nicht unerheblicher Kostenfaktor und kann so stark reduziert werden.
MfG
es sind nicht die details, es ist das prinzip, das falsch ist.
ich muss gestehen das ich auf dieser plattform mitgemacht habe und auch zu einer der besseren gehörte, jedoch ist das mittlerweile für mich der größte abzockladen den ich gesehen habe. mit abstand wurden die miesesten arbeiten vom auftraggeber gewählt, wenn dann einer sich mal entschlossen hatte. der auftraggeber kann sich nie entscheiden weil in seinen augen immer wieder etwas besseres kommt. die schlimmsten auftraggeber waren Frauen die konnten sich nie entscheiden. diese plattform ist für den grafiker sehr nerven aufreibend und stressig, depressionsfaktor hier sehr hoch. die jetzigen verbesserungen bringen nichts, ein tropfen auf einem heißen stein. hier wird eher an den Auftraggeber gedacht als an den grafiker. geschweige von der leistung. und mit diesem lösungsansatz wird dann dem grafiker nochmal 10% weggenommen sollen sie doch die einstellgebühren hochschrauben finde ich ne schweinerei!
So what? designenlassen bedient doch eh nur Ahnungslose mit Bückware. Warum darüber aufregen?
Kunden die sich dort gleichermaßen wie die Gestalter veräppeln lassen würden auch außerhalb dieses Modells keinen Pfifferling an Geld dafür bewegen.
Ist doch Genugtuung genug, dass sich deren “Kunden” anschließend auch noch mit Ihrem Zeichen der Geringschätzung schmücken und wirklich “nur was Buntes” für den Briefbogen haben, anstatt eine ausgearbeitete Lösung, die langfristig trägt und angemessen kommuniziert.
Lasst die Bauern mit den Bauern spielen und ihre Abziehbildchen tauschen – sie wissen es einfach nicht besser und wollen das auch gar nicht.
Ich glaube, das Beunruhigende an Plattformen wie designenlassen.de ist vor allem die Tatsache, dass uns Designern hier besonders deutlich vor Augen geführt wird, welch geringen Stellenwert unsere Arbeit in unserer Gesellschaft besitzt.
Vielleicht ist dennoch etwas mehr Gelassenheit angesagt im Umgang mit derartigen Auswüchsen. Schließlich ist unsere Branche nicht die einzige, die sich mit dem Phänomen auseinandersetzen muss, dass kaum noch jemand Geld für individuelle und qualitativ hochwertige Produkte ausgeben will, wenn mans beim Discounter um die Ecke doch für einen Bruchteil bekommt.
Oder anders ausgedrückt:
Derjenige von uns, der keine IKEA-Möbel in seiner Wohnung stehen hat, sondern sich alles vom Schreiner anfertigen lässt, der werfe den ersten Stein.
Ich finde was “armer designer” sagte interessant. Das Frustrationspotential eine Arbeit in dieser Form durchzuführen ist riesig. Ich kann zum Teil junge Grafikdesigner und Studenten verstehen, die daran teilnehmen, aufgrund mangelnder anderer Aufträge, oder gar mehr oder minder um Praxis Erfahrung zu bekommen. Ich bezweifle aber, dass der anonyme Prozess viel Erfahrung bringt in dem Sinne grafische Lösungen zu Problemen zu entwickeln. Wenn man sich die Kommentare der Auftraggeber, in der Diskussion zu den Projekten anschaut: “Schatten bitte wie in #134, Logo aus #61 und bitte in hellgrün, wie von User X in #123″ … der Gestalter reduziert als Software-Bediener. Okay, das ist wohl den meisten hier klar, aber meine Empfehlung für all jene, die am Anfang stehen und nach der gestalterischen Praxis suchen:
In jedem Bekanntenkreis gibt es die Notwendigkeit für gestalterisches Arbeiten: Visitenkarten, Logos, Speisekarten, … man kann sich diese Arbeit auch Schaffen, mit Angeboten, Verbesserungsvorschlägen usw. (“Wie wäre es, wen ich euch ein neues Logo mache?”) In diesem Falle muss man auch direkt im wahren Leben kommunizieren. Die Entlöhnung wird zu Beginn ähnlich schlecht sein, wie bei dieser Plattform, aber man knüpft Kontakt in der wirklichen Welt und eines kann zu anderen führen, und man beutet sich nicht für eine anonyme Firma aus, sondern tut etwas Gutes für seine Freunde. Wenn die Arbeit für sich spricht kommen Kunden und kommt Geld.
@janni
Design hat nicht unbedingt einen geringen Stellenwert in der Gesellschaft. Designleistungen sind nachwievor hochpreisig, individuell und Ausdruck von Wert. Die Gesellschaft ist nicht stereotyp. Es gab und gibt immer Menschen deren Schwerpunkte unterschiedlich gewichtet sind.
Menschen gehen auch für 10€ zu einem All-you-can-eat-Brunch. Sterneköche werden beklagen sich aber auch nicht darüber, weil die ohnehin nicht deren Gäste wären.
designenlassen bedient eben den Grabbeltisch, nicht die Feinkosttheke.
Hallo,
Schatten wie in #XY, aber bitte noch ZX ins Motiv … Ich stelle mir das auch als Außenstehender extrem frustrierend vor. Besonders wenn der Auftragegeber keine gestalterischen Fähigkeiten hat und der Erfüllungsgehilfe am Rechner sieht wie er von einer guten Lösung abgleitet und immer mehr nach unten rutscht.
Kann es sich ein Gestalter leisten einfach den Entwurf hinzulegen und zu sagen: Nehmen Sie den Entwurf oder vergessen wir die Sache? Als Amateur geht das problemlos und spart viel Nerven und Zeit (die man für die echte Arbeit braucht). Vielleicht wäre da eine gesunde LMAA-Haltung angebracht? Aufträge einteilen in echte Arbeit und LMAA? Crowd-Sourcing ist IMHO echtes LMAA.
MfG
ich stimme ‘amer designer’ in allen punkten zu. auch ich bin dort angemeldet und habe bei einem wettbewerb mitgemacht, weniger um zu gewinnen oder ‘geld zu verdienen’, sondern um das system zu verstehen und zu schauen wie so etwas abläuft.
mein fazit:
je höher das ‘preisgeld’ desto mehr designer beteiligen sich am projekt. einige laden massig entwürfe hoch (teilweise nur leicht verändert in schrift und farbe) in der hoffnung das einer der entwürfe genommen wird. der auftraggeber schaut aller paar tage mal rein, setzt einen kommentar unter den entwurf , ähnlich wie das Anton Reichert schon beschrieb. wenn jetzt ein anderer designer den kommentar ließt, ist es natürlich auch einfach diesen entwurf zu verbessern und dem kunden nach xxx kommentaren genau das zu zeigen was er will … egal wie es aussieht. selbst wenn man was mit köpfchen macht, was auf den kunden zugeschnitten ist (also nicht clipart + freefont) dann versteht das der kunde meist nicht und irgendwie fehlt auch der direkte kontakt zum kunden um ihm die idee zu vermitteln/verkaufen.
ergebniss von meinem logo-wettbewerb (preisgeld 300 euro):
es wurde kein ergebniss erzielt.
die ausschreibung war am 4.9.2009 ausgelaufen, bis dahin wurden 127 logos eingesendet (eigentlich mehr, da viele vorschaubilder 2–3 varianten enthielten). der auftraggeber hat sich nicht an sein eigenes briefing gehalten und mehrmals seine wünsche geändert.
zum ende des wettbewerbs schrieb der auftraggeber:
Hallo zusammen,
wie das bei wichtigen Entscheidungen so ist brauchen wir wohl noch 2-3 Wochen Bedenkzeit. Wir bitten noch um ein wenig Geduld und melden uns.
ich hab soeben nachgesehen, weil ich die plattform schon wieder aus den augen verloren hatte, der letzte kommentar vom auftraggeber ist vom 11.05.2010:
leider haben wir uns für keinen Gewinner entschieden, es war leider nichts dabei was uns überzeugt hat.
8 (acht) monate später. hahaha!
das lustigste kommt noch: der auftraggeber hat natürlich in der zwischenzeit ein neues logo, jedoch keines aus dem wettbewerb. ich muss zugeben, da waren einige designs dabei die waren teilweise nicht schlecht, wenn auch 08/15 aber sie waren ordentlich umgesetzt. jetzt hat er eines nach dem prinzip ‘buntes clipart + coole schrift’. für mich sieht es so aus, als wollte der auftraggeber nur mal sehen was mit seinem namen, bzw. seinem alten logo alles machbar ist, eine art stiller zuhörer bei einem brainstorming.
sorry, leute – aber für mich klingt das nach betrug. im realfall hätte ich bei einem normalen kunden mein geld schon rein, auch wenn ihm die entwürfe nicht gefallen.
8 monate … tse, kein wunder das der depressionsfaktor groß ist.
und wie BigWhoop schon sagte, die kunden die dorthin gehen sind keine normalen auftraggeber. wahrscheinlich sind sie in anderen agenturen schon rausgeflogen.
dadurch das die vorkasse-regelung derzeit eine option ist, wird sich dort auch nicht viel ändern. die handlinggebühr ist zudem noch ein schlag in die richtung der gestalter.
noch ein kleiner aufruf an alle die dort mitmachen oder mitgemacht haben:
zieht nach der beendigung eines wettbewerbs eure entwürfe zurück, sofern ihr nicht gewonnen habt. wer weiss was damit noch geschieht … den bei designenlassen gibt es zwei gewinner: der auftraggeber und die plattformbesitzer. der designer zählt leider nicht dazu.
“stylenlassen” wäre vermutlich der bessere name.
Utopie?
“Der Auftraggeber (…) ist meist durch gesellschaftliche Bindungen, durch Konventionen oder individuelle Anschauungen (Geschmack) festgelegt. Es ist möglich, daß sich diese Anschauungen während der Zusammenarbeit und vor allem bei Vorlage eines eindrucksvollen Entwurfs ändern können. Aber solche Möglichkeiten sind begrenzt, und es ist zweckmäßig, diese Spanne richtig einzuschätzen und notfalls, wenn die Wünsche des Auftraggebers gegen das künstlerische Gewissen des Gebrauchsgrafikers oder Typografen verstoßen, den Auftrag abzulehnen. (…) Der zweite Faktor, der zu bedenken wäre, ist die Art und der Zweck des Auftrags. Es ist durchaus nicht selten, daß der Auftraggeber von der Typografie nur wenig versteht. Es genügt deshalb nicht, den schriftlich formulierten Auftrag in der gegebenen Form anzunehmen. Man muss möglichst erfahren, welchen Zweck der Auftrag verfolgt, ob nicht andere Mittel der Kommunikation besser geeignet sind, um das angestrebte Ziel zu erreichen (…).”
Albert Kapr / Walter Schiller in Gestalt und Funktion der Typografie, VEB Fachbuchverlag Leipzig, 1977
Wie wäre es, den Grafikdesignern die von einem Auftraggeber zu einem Projekt eingeladen werden, eine Aufwandsentschädigung von 150 Euro für jeden Entwurf zu zahlen? Dann könnte man vielleicht von einem sinnvollen Konzept sprechen.
Ansonsten kann man diese Lotterie der Scheinlösungen nur als den Niedergang der grafischen Kultur und Ausbeutung von Arbeitszeit bezeichnen.
Die Auftraggeber sollten sich lieber die Profile auf http://www.grafiker.de anschauen oder sich in ähnlichen Foren umsehen und danach Aufträge vergeben. Jedenfalls wenn sie durchdachte Gestaltungslösungen von seriösen und ausgebildeten Grafikdesignern für ihr Geld haben wollen.
gestaltung im allgemeinen wird überbewertet…
Bauzeichnung für Teehäuschen
http://www.my-hammer.de/db/Sonstige-Dienstleistungen/-/de/d302-Berlin/r775-Berlin/a2750888-Bauzeichnung-fuer-Teehaeuschen/
Preisvorstellung: 10 € inkl. MwSt.
auch wenn jeder ernsthafte Designer weiß, dass Design mehr ist als dekorieren, wird der discount-Bereich nicht wegzudünkeln sein. vielmehr sollten wir uns Gedanken machen, wie faire regeln aussehen könnten. ich finde es nicht fair, dass die Arbeit vieler Teilnehmer nicht vergütet wird.
wie wäre es denn, wenn die Kunden gezielt Designer zu einem Wettbewerb einladen würden und ein pitchhonorar vereinbaren. das ginge in die richtige Richtung.
Hallo,
@robertmichael, Bezug auf Nachricht 12: Danke für die Bestätigung meiner Annahme. Das Modell ist geradezu eine Einladung für dieses Verhalten. Nein, es ist wie geschaffen dafür und vmtl. auch deswegen entwickelt worden.
Crowd-Sourcing ist die konsequente Weiterentwicklung der alten und plumpen Methoden aus der Zeit vor 2000 über Wettbewerbe an Know-How zu kommen. Ich kam mir damals sehr verarscht vor und habe im Geist den Machern einen Stinkefinger gezeigt. Aber das was ich jetzt so sehe spottet jeder Beschreibung.
MfG
Ich muss zu meiner Schande gestehen, ich kannte das Projekt garnicht. Daher vielen Dank für den Link. Mit der Vergütung ist natürlich was ich so lese auch bei dem neuen Modell so eine Sache. Aber ich werde mir die Seite mal in Ruhe anschauen.
Die Neuerungen sind in meinen Augen reine Kosmetik. Es bleibt dabei dass diese und ähnliche Internetplattformen eine Einladung zur Selbstausbeutung für die Gestalter darstellen. Für die Auftraggeber ist es die Bestätigung, dass Designerarbeit nichts wert ist und somit auch nichts kosten darf.
Warum erinnere ich mich in dem Zusammenhang an die eine Szene in Douglas Adams’ Anhalter-Saga? Die Bewohner des Planeten Golgafrincham hatten ein ganzes Raumschiff mit Telefon-Desinfizierern, Versicherungsvertretern, Friseuren und sonstigen unsinnigen Berufen vollgepackt und unter dem Vorwand Golgafrincham würde demnächst von einem Meteoriten getroffen, als “Arche B” ins All geschickt. Diese Leute landeten schließlich auf der prähistorischen Erde :P
Was geht? Erik Spiekermann macht’s doch vor: We don’t participate in unpaid pitches.
Gute Kunden muß man sich erarbeiten. Und das heisst auch, den Bodensatz, sprich, die Abripper, Kostenloshabenwoller und Crowdsourcer ignorieren zu lernen. Man hat vielleicht anfangs ein paar Kunden weniger, aber wenn man ein paar gute Namen kennt, werden die einen auch weiterempfehlen – an die richtigen Partner/Freunde/Kollegen und nicht an die falschen, weil man als sich als Lowcostidiot einen Namen gemacht hat.
Frei nach Aerosmith: „I kept the right ones out and let the wrong ones in.“
Andersrum wird ein Schuh draus. Und das klappt auch. Erik Spiekermann wurde auch nicht an einem Tag berühmt.