Krieg der Buchstaben

Nur wer Business-Englisch versteht, überlebt das Wortgefecht. Das Hamburger Büro des kanadischen Post-Production-Unternehmen Optix hat für die Sprachschule Inlingua einen aufregenden Animationsfilm erstellt, der nur aus Buchstaben besteht. (via UnderConsideration)


18 Kommentare

  1. Bernd

    So ein Schwachsinn. Die Buchstaben stehen nicht für Sprache und das ganze ist völlig unsympathisch. Da sabbern doch bloß wieder selbst ernannte Typografen.

  2. Gnu

    erst wenn Worte versagen, gibt’s Krieg …

  3. philipp

    schick, type in motion, packend animiert.

    die Botschaft, genauer, die wahl der Metapher finde ich bedenklich. Wonach streben Leute, die so ein Sprachcamp absolvieren? Welche Vorstellung von Kommunikation steht dahinter? Meine, glaub’ ich, nicht.

  4. Alex

    Bei mir funktioniert das nicht. Zu unruhig, zu sehr Saving Private Ryan
    Wieso setzt man Worte in einen Schlachtfeldkontext? Habe ich etwas verpasst?

    Da gefällt mir der Audiblespot deutlich besser:
    http://de.sevenload.com/videos/mLYCUgI-Lebendige-Worte-Eragon-Dragon-for-Audible-de

  5. CHris

    naja, sind halt die gewöhnlichen broker-soldaten, chart-kämpfer und pitches-veteranen. technisch gesehen echt interessant wenn auch stark an alex gopher erinnernd, die message ist zweifelhaft …

  6. Liz

    sehr gut gemacht und auch passend, denn die typen betrachten sich wirklich als soldaten -.-

  7. +++

    Gestern abend gegen 21.30h gab es hier einen Link zu iraqbodycount.net. Diesen fand ich ganz passend. Ich war 1996, kurze Zeit nach dem Dayton-Vertrag, in Bosnien. Und konnte/musste sehen, was Krieg bedeutet. Getötete Menschen, eine zerstörte zivile Infrastruktur, eine zerstörte Umwelt. Kriegsgerät/Schlachtfeld als Metapher für eine harte/unbarmherzige Businesswelt zu nutzen, finde ich 1. falsch da der wirkliche Sinn und Zweck dieser Apache-Hubschrauber und Haubitzen gefährlich verharmlost wird. Und, 2., will ich gerade in der heutigen Zeit, wo eigentlich mehr denn jeh ein gesellschaftlicher Solidargedanke wichtig wäre, auch als Geschätsmann nicht mit solch einer brachialen, stumpfen Rethorik angesprochen werden. So wichtig gutes Englisch auch ist. Ich verstehe wirklich nicht, wie jemand seinem CD diese Idee verkauft hat, und die Agentur die Idee an den Kunden. Anscheinend wurde dort durch die Rumsfeldsche Brille der Überäthetisierung von Krieg und der Illusion von Militärschlägen als chirurgische Eingriffe ohne Opfer (oder zumindest unschuldige Opfer) geschaut. Ob der Film nun aus animierten Buchstaben, oder animierten Weintrauben besteht, ist schlichtweg egal. Die Idee ist einfach dumm und menschenverachtend. Warum wurde der Link gelöscht, Jürgen?

  8. Yanone

    Meine Güte, wie schrecklich! Der Film ist traumatisch. Auf der ganzen Welt leben und sterben täglich Menschen in exakt solchen Kriegsituationen. Und ihr schreibt sowas hier und findet es auch noch »WOW, geil«?
    Schämt Euch, ihr Handlanger des Markenimperialismus!
    Unerträglich!

    Hallo +++. Solche menschlichen Worte darfst Du auch unter deinem eigenen Namen schreiben, würde ich sagen.

    andré FAIL.
    fontblog FAIL.

  9. christoph

    die eigentliche botschaft: zu viel spielerei mit dem computer macht unmenschlich.

  10. Jan M.

    Ich nehme mal an andré bezog das »WOW, geil« nicht auf die realen Kriegssituationen, in denen Menschen sterben, sondern auf die grafische Umsetzung des Themas.
    Ich stimme zu, dass es grenzwertig ist, gerade eine solche Metapher zu benutzen. Aber ich wage mal zu behaupten, dass Krieg in diesem Filmchen hier nicht verharmlost oder heroisiert wird. Ich denke, die meisten können vermuten, wie scheiße Krieg ist, auch wenn sie, wie +++, es nicht selbst erlebt haben. Natürlich wird hier auch nicht die Situation kritisch hinterfragt, wie in manch einem “Unterhaltungsfilm”, aber traumatisch finde ich diesen Film nicht.

  11. Thomas/+++

    Jürgen, warum hast du den Link denn nun gelöscht?

  12. Yanone

    Übrigens, tut mir leid, dass mein Ton so scharf war.
    Ich konnte als Kind nach der Revolution 1991 in Äthiopien nachts weinend vor Angst nicht schlafen, weil in der gesamten Stadt die Maschinengewehrsalven hallten, und ich morgens auf dem Schulweg selten die Leichen im Straßengraben gesehen habe, bevor sie weggeräumt wurden. Deshalb explodiere ich förmlich, jedesmal wenn ich was von Krieg höre, erst recht in so einer dummen, dummen, dummen Form.

  13. Stephan

    Interessant ist auch, das Optix mit einem Spot für Amnesty International einen “red dot” Award gewinnen konnte, der auf die Missachtung der Menschenrechte aufmerksam macht. Für Geld macht der Teufel eben alles. Und manchmal eben auch einen Kriegsfilm für Business Heinis, die über Leichen gehen und sich mit dieser Metapher angespochen fühlen.

    und nun etwas anderes ;-)
    http://www.youtube.com/watch?v=zVPfTlpCKaw&feature=related

  14. Alex

    Stephan, so deplatziert der Spot auch sein mag, aber “über Leichen gehen” oder “Für Geld macht der Teufel alles” – ist das nicht überdramatisiert?

    Der Typolution-Film hingegen ist super!

  15. caram

    The war of words is on…

  16. Stephan

    @Alex
    ja natürlich ist das überspitzt. Mir scheint der Spot auch von übermäßigem Ehrgeiz (oder Geldgier) angetrieben zu sein. Dieser Spot bemüht die Metapher der “Wortschlacht” und nicht des Dialogs. Optix muss sich ja aus irgendeinem Beweggrund dafür entscheiden haben.
    Typolution zeigt ja so schön, dass es auch viel besser und tiefsinniger geht. Davon wünsche ich mir mehr.

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