
Anfang der 60er Jahre gründeten 13 europäische Computer- und Schreibmaschinenhersteller die ECMA (European Computer Manufacturers Association) mit Sitz in Genf. Die Hauptaufgabe des Verbandes war die Standardisierung der optischen Zeichenerkennung, zum Beispiel für den maschinenlesbaren Zahlungsverkehr. Vor allem wollte man verhindern, dass die kurz zuvor in den USA eingeführte Schrift OCR-A zum Einsatz kommt, die man abfällig als »Roboterschrift« bezeichnete. Gemeinsam mit Adrian Frutiger setzte man dieser nach 2-jähriger Entwicklungszeit die für das menschliche Auge angenehmere OCR-B entgegen.
Die Lesemaschinen der Hersteller werteten unterschiedliche Merkmale der OCR-Schrift aus: den Abstand zwischen den Buchstaben, deren Form, Zeichenhöhe, die Innenräume und andere Eigenschaften. Ein großes Problem stellte die Unterscheidung von B und 8 dar. Vor allem die Maschinen, die die Innenräume auswerteten, konnten beide Glyphen nicht unterscheiden. Da kam Adrian Frutiger eine einfach wie auch geniale Idee. Welche?
Wenn Eure Antwort in den kommenden Stunden nicht in den Kommentaren erscheint, ist sie möglicherweise richtig. Damit die Spannung lange anhält, legt nämlich mein Quizfilter die richtigen Antworten erst mal zur Seite.
Für die richtige Antwort winkt heute das aktuelle TypoQuiz von Susanne Lechner aus dem Schmidt-Verlag (5. komplett überarbeitete Auflage). Es enthält 100 Wissenskärtchen mit neuen kniffligen Typo-Fragen. Die hier gestellt ist allerdings nicht darunter.
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[Update] Danke für die rege Beteiligung … es gab 37 richtige Antworten. Die Lösung war: Adrian Frutiger konstruierte die Ziffern der OCR B etwas höher als die Versalien. Das Los entschied für Felix Beckheuer. Ich gratuliere zum Typodarium.

Weil gerade keine Zeit für die Übersetzung: “One of the most difficult pairs of characters to distinguish is B and 8. The machine recognizes two closed interior spaces in each of these, with two lateral 1/4 foyers in the middle and four 3/4 foyers in the corners. The difference is that B lacks a foyer at the left. All letters and figures are easily recognizable and distinguishable from one another by these and similar features. “
Adrian Frutiger kam auf die Idee die Ziffern höher als die Versalien zu machen. Dadurch können auch die 8 und das B leichter unterschieden werden.
er definierte für alle ziffern eine größere versalhöhe.
Er zeichnete eine »runde« Acht, welche sich deutlich vom Versal-B unterschied. In der Ocr-A war die Acht noch eckig.
Kontextbezogen, d.h. von VERSAL- auf Minuskelschreibweise umschalten und schauen, ob’s Sinn ergibt. Funktioniert wahrscheinlich nicht mit Kryptischem Buchstaben-Zahlen-Salat (z. B. Bestellnummern).
OCR-B liegt ein feineres Grundraster zugrunde und ähnelt daher im Gegensatz zur OCR-A sehr viel stärker einer normalen serifenlosen Druckschrift. So war es möglich, die in der OCR-A komplett eckige 8 abzurunden und somit vom B unterscheidbar zu machen.
Frutiger wählte einfach unterschiedliche Zeichenhöhen für Ziffern und Versalien. Da auch die Zeichenhöhe ausgewertet wird, ist so eine einfache Unterscheidung möglich.
Frutiger hat den oberen Teil der “OCR-A 8″ verkleinert, und so den Innenraum verkleinert. Das “OCR-A B” belässt er mit gleichgroßen Punzen.
Die Ziffern haben eine größer definierte Versalhöhe. Somit kann ganz klar zwischen Buchstaben und Ziffern unterschieden werden.
Meines Wissens hat er das Problem gelöst, indem grundsätzlich alle Zahlen schlanker und höher ausfallen als die kapitalen Zeichen. Aber nagelt mich nicht fest. ;)
Die Majuskel sind niedriger als die Ziffern und die Minuskel.
Er erhöhte die Höhe (Versalhöhe?) aller Ziffern, dadurch konnte die »8« eindeutig vom »B« unterschieden werden..?
Adrian Frutiger verabschiedete sich von der einheitlichen Versalhöhe und ließ die Ziffern etwas größer werden. Das war für die Maschinen dann erkennbar, vermute ich.
Frutiger hatte die Idee, die Majuskeln etwas kleiner (“weniger hoch”) zu machen als die Zahlen. Für das menschliche Auge kein Problem, für Maschinen aber klar erkennbar.
Die Ziffern wurden etwas größer als die Versalien angelegt – was sich auch auf Größe und Position der Innenräume auswirkt.
Die daraus resultierenden, normalerweise unerwünschten Unregelmäßigkeiten in gemischtem Satz spielen bei OCR-Texten keine Rolle.
Bei der OCRB sind die Ziffern größer als die Versalbuchstaben. So kann kann man die 8 mit dem B nicht mehr verwechseln.
Sämliche Ziffern sind höher als die Versalien.
Frutiger hat die Ziffern größer gezeichnet als die Versalien. Dann funktionierte die Erkennung.
Hm, das ist schwer dieses Mal… mir scheint, die Punzen des B sind signifikant groesser als die der 8, was dann zusammen mit der Kantenerkennung bessere Ergebnisse bringen koennte?
Er hat die acht rund gezeichet statt eckig, womit sie sich deutlich vom Versal B unterschied.
Also, da nicht nur “8″ und “B”, sondern auch z.B. “5″ und “S” Probleme bereiteten, und die Computertechnologie zu dieser Zeit insofern Fortschritte gemacht hatte, als dass eine feinere Auswertung der Zeichen möglich war, kam Frutiger auf die Idee, das Grundraster der Schrift zu verfeinern und die Unterscheidung ähnlicher Glyphen möglich zu machen. Die Arbeit mit der Ecole Estienne und Bull Electronics hieran dauerte ca. 5 Jahre, macht die OCR-B, die sich deutlich von der amerikanischen OCR unterscheidet, dann aber 1973 zum ISO-Standard.
Grundgedanke hierbei war, eine Schrift zu entwerfen, die sowohl für Maschinen, als auch für das menschliche Auge angenehm zu lesen sind.
Er hat den Raum außerhalb der Zeichenform (sog. Foyers) aufgeteilt: Bei der 8 erkennt die Maschine zwei seitliche 1/4 Foyers in der Mitte und vier 3/4 Foyers in den Ecken – beim B hingegen ist es nur ein seitliches 1/4 Foyer in der Mitte …
Frutiger zeichnete die Versalien der OCR-B kleiner als die Ziffern.
Er hat sich auf die Außenräume konzentriert?!
Die Zahlen wurden konsequent größer als die (Groß-)Buchstaben entworfen.
Die Ziffern der OCR-B sind etwas größer als die Buchstaben, wodurch auch die Unterscheidung von Null und Versal-O ohne Strich in der Null möglich wurde.
Die obere Punze der 8 ist, im Gegensatz zu der beim B, kleiner als die untere.
Soweit ich mich erinnern kann, war ein wesentlicher Punkt in der Neugestaltung die Einführung von Kleinbuchstaben. In so fern wird das Problem der Notwendigkeit zur Unterscheidung, zumal wenn im Kontext gelesen, erheblich reduziert.
… oder vielleicht hat er die 8 einfach abgeschafft. Seit dem ist 4 + 4 = 7,9. Klappt im Alltag zwar ganz gut, nur mit dem Achterbahnfahren ist’s seitdem ziemlich schwierig geworden.
Im Moment liegen 17 richtige Antworten in meinem Kommentartresor ;-)
MMh… hätte auch auf feineres Grundraster getipt.
Oberlänge erhöht, rund, mitte der 8 überkreuzen sich.
…
Frutiger schreibt in seinem “Buch der Schriften”:
“Die Zeichen können auf einem feineren Raster gezeichnet werden. Zudem wird vom Lesegerät nicht nur der einfach Schwarzweißkontrast erkannt, sondern die einzelne Zelle erfaßt auch die Randrichtung der Form und zerlegt sie in die Diagonalteilung der Zelle.”
Dadurch kann dann, denke ich mal, die gerade linke Seite vom B deutlich von der kurvigen (=diagonale Randrichtungen) linken Seite der 8 unterschieden werden.
Die Ziffern sind größer als die Buchstaben, somit ist die 8 durch ihre Versalhöhe als Zahl definiert und muss rein formal nur noch von den anderen Ziffern unterscheidbar sein und nicht mehr von einem Buchstaben.
Die »8« sieht aus wie ein um 90° gedrehtes Unendlichkeitszeichen (und nicht wie zwei gestapelte Kreise). Dadurch haben ihre Innenräume eine Tropfenform, bzw. einander zugewandte Spitzen (die das »B« nicht hat).
Die Versalien sind deutlich kleiner als die Ziffern
Mist! ;-)
Die Ziffern sind etwas größer als die (Versal-)Buchstaben.
Vielleicht hat er einfach die Innenräume vergrößert ^^;
dass B verfügt nicht über Foyer auf der linken Seite
Die Zeichen-Höhe der 8 ist deutlich höher als die der Buchstaben. Ich nehme mal an das dies auch der Fall ist für die 5 und das S.
Ich würde ja mal mutmaßen (genau weiß ich es nämlich nicht) das der angewandte Trick der ist das Herr Frutiger die Ziffern höher, größer als die Versalhöhe gemacht hat.
das b hat 2 gleich große punzen im gegensatz zur 8.
Das “B” hat einen senkrechten Aufstrich und einen dazu rechtwinkligen Steg, während die “8″ aus 2 kreisrunden Elementen – ähnlich einem gedrehten “Unendlich” – gebildet ist.
Eine Texterkennung kann allein durch eine nicht vorhandene Senkrechte am Anfang des Objektes einen Buchstaben ausschließen.
Hinzu kommt, dass die obere Punze der “8″ bei unscharfen Bildern eher zuläuft als die untere. Beim “B” mit seinem symmetrischen Aufbau behält stets einen ausgeglichenen Grauwert.
Er hat das B innerhalb der Zelle verschoben, da nicht nur die Konturen sondern die ganze Zelle gelesen wurden.
mh. Also man kann erkennen, dass die Versalhöhe der OCR-A gleich der Höhe der Zahlen ist. Im Gegensatz dazu sind die Versalien der OCR-B sichtbar verkleinert als deren Zahlen.
Sämtliche Ziffern sind grösser als die Buchstaben, so kann die 8 eindeutig den Ziffern und der B den Buchstaben zugeordnet werden.
Unwahrscheinlich aber es könnte daran liegen, dass er die Ziffern größer gezeichnet hat als die Versalien. Und daher allein durch die Zeichenhöhe eine Unterscheidung möglich ist.
Er hat die Zahlen etwas größer (höher) gezeichnet als die Versal Buchstaben, so dass die Maschine zwischen Zahlen und Buchstaben unterscheiden kann?
Mal schauen, ob es diesmal stimmt.
Bei der Analyse der Schrift ist mir aufgefallen, dass die Versalien alle kleiner sind als die Ziffern, ich würde sagen ca. 90 – 94%.
Somit konnte es keine Verwechslung mehr geben, auch nicht bei anderen Kombinationen (S,5 & D,0)
Die Zahlzeichen/Ziffern sind allesammt ein Stück größer als die Großbuchstaben/Majuskeln. Somit unterscheidet sich die 8 vom großen B eindeutig durch ihre etwas längere Höhe.
Die 8 ist größer als die Versalhöhe.
Vielleicht hat er die Zeichen dahingehend verändert, dass eine Verwechslung durch die 2 Scanzeilen, die jeden Buchstaben erfassen nicht mehr möglich ist.
Ich könnte mir hier eine vertikale Verschiebung bzw. eine asymmetrische Verkleinerung/Vergrößerung der jeweiligen Glyphenteile (oben/unten) vorstellen.
Darf man auch zweimal? ;o) Bei der neu gestalteten Acht ergibt sich durch die Linien ein deutliches Kreuz (sozusagen ein X). Das dürfte sich von den eher waagerechten Unterteilungen des B klar unterscheiden.
Das B machte er innen rund, die Acht dagegen eckig.
Er machte die Versalien allesamt kleiner als die Zahlen.
Hallo, die 8 hat eine größere Höhe als das B und ist rund. ;-)
Mist, hätt ich gerne das Typodarium gewonnen. :-0
Die Zahlen sind höher als die Versalbuchstaben der Schrift!
Die einfache und geniale Idee Adrian Frutigers bestand darin, die Ziffern der OCR-B ein Stück höher zu zeichnen als die Majuskeln. Die Ziffern beginnen auf der Grundlinie und enden, im Gegensatz zu Versalziffern «gewöhnlicher» Antiqua-Schriften, nicht auf Majuskelhöhe sondern auf der Oberlängenhöhe.
Dieser Höhenunterschied macht die zuverlässige maschinelle Unterscheidung von B und 8 möglich.
Adrian Frutiger hat die Buchstaben deutlicher unterscheidbar gezeichnet:
Das B hat gleich große Bögen/Punzen oben und unten; dazwischen ist ein horizontaler Steg –> horizontal-symetrische Buchstabenform
Die 8 hat stark unterschiedlich große Bögen/Punzen (oben enger/kleiner als unten); alle Bögen enden in diagonalen Geraden, welche als X zusammentreffen (es gibt also keinen horizontalen Steg) –> vertikal-symetrische Buchstabenform
(eckige Bögen wie in der OCR-A hat er bewusst vermieden)
Viele Grüße
Typomane
Ist das nicht dieses komische B, was oben so supereng ist?
Die vom Computer als 8 erkannte Form basiert bei der OCR-A auf einer Matrix von 5×9 Feldern. Bei der OCR-B von Frutiger sind es 14×19 Felder, die zusätzlich diagonal geteilt werden konnten, was wesentlich feinere Formen zulässt.
Dennoch konnten Maschinen welche die Innenräume der Lettern auswerteten die Zeichen 8 und B nicht richtig erkennen. Erst als Frutiger alle Versalien gegenüber den Ziffern verkleinerte, bereiteten ihm auch diese Lettern kein Bauchweh mehr.
neben den zuvor genannten Änderungen (Zusammespiel von feinerem Raster, Berücksichtigung der diagonale Randrichtungen und der Tropfenform) wurde das B deutlich verbreitert – einfach aber effektiv.
namensänderung.