»Gibt es nicht schon genug Schriften…?« oder:

Warum wir in die Zukunft der Typografie investieren müssen

von Matthew Butterick

[Dieser Beitrag wurde heute morgen im Fontfeed in englischer Sprache veröffentlicht. Ich freue mich, dass ich ihn übersetzen und hier veröffentlichen darf – als letzter Designdiskurs des Jahres. Sein Autor Matthew Butterick ist Sprecher der TYPO Berlin im Mai 2012.]

Es ist wahrscheinlich die am häufigsten gestellte Frage an Schriftentwerfer … die sie gleichzeitig verärgert, weil sie unterstellt, dass ihr Job überflüssig oder nutzlos sei: »Gibt es nicht schon genug Schriften?« Ich selbst bekam sie zum ersten Mal vor 20 Jahre gestellt. Damals empfand ich sie absurd. Das Schriftsetzen befand sich gerade auf dem Weg in die Desktop-Publshing-Ära. Genug Schriften? Wir hatten kaum welche.

Heute bewerte ich die Frage anders. Haben wir genug Schriften? Wir haben ganz sicher viele … 150.000, Tendenz steigend. Würden alle Schriftentwerfer auf diesem Planeten plötzlich verdampfen, die Menschheit könnte es überleben.

Doch unsere Schriftentwerfer sind nicht entfleucht. Daher geht die Frage von der falschen Prämisse aus: Ob wir »zu viele« Schriften haben ist irrelevant. Wenn wir das Handwerk und die Tradition der Typografie erhalten möchten, braucht es weiterhin Schriftentwerfer. Und so lange wir Schriftentwerfer brauchen, braucht es neue Schriften.

Warum? Weil Schriften ihr Einkommen sind. Jeder Nutzer, der eine Schrift kauft, ermutigt den oder die Schriftentwerfer/in, weiterzumachen. Und mit jeder neuen Schrift, werden sie oder er besser. Die Schriften werden besser. Anwender kaufen mehr. Das ist ein gesunder Kreislauf, angetrieben vom Motor der Wirtschaft.

Über Jahrhunderte schnurrte dieser Motor, weil Schriften eine begrenzte Lebensdauer hatte. Alle paar Jahrzehnte wurden sie unbrauchbar, entweder durch Abnutzung oder weil eine neue Satztechnik sie überholte. Dies bahnte den Weg für neue Schriften … und für Schriftentwerfer.

Diesem Muster der Überalterung unterliegen alle technischen Produkte. Software, Hardware, Websites, Netzwerke – sie haben eine Nutzungsdauer, dann verfallen sie und irgend jemanden bietet dir einen Ersatz an.

Links: Bleistiftskizze von Sumner Stone zur Schrift Cycles Eleven (in Entwicklung). Rechts: die Familienplanung für Cycles, mit vier optischen Größen, wie sie einst im Bleisatz entwickelt wurden

Doch in den letzten 20 Jahren haben sich die Schriften diesem Gesetz entzogen, sie wurden haltbarer. Als Test, habe ich mal die ältesten Font-Dateien aus meinem Archiv hervorgekramt. Ich fand eine Sans-Serif-Familie aus dem Jahr 1994, die Matthew Carter und ich für ein längst verstorbenes Technologie-Unternehmen produzierten. Ich hatte die Fonts seitdem nicht mehr angefasst. Nur 10 Sekunden später waren sie auf meinem Mac installiert. Weitere 10 Sekunden später lag ein Schriftmuster in meinem Drucker. Ziemlich cool, oder?

Ja, aber auch alarmierend. Digitale Schriften können einen für immer die Treue halten. Das war lange Zeit ganz praktisch für Schriftentwerfer und ihre Kunden. Doch auf lange Sicht kann das schädlich sein. Wenn Schriften nicht verschwinden, so wie sie es in der Vergangenheit immer getan haben, wird es im Markt immer weniger Platz für neue geben. Die gesunde Kreislauf bricht zusammen, weil das Alte das Neue aushungert.

Textschriften sind ein gutes Beispiel hierfür. Nehmen wir mal die Minion. Sie erfreut sich unveränderter Beliebtheit, obwohl sie schon 20 Jahre alt ist. Was soll uns davon abhalten, dass wir sie noch weitere 20, 30 oder 50 Jahre lieben werden? So lange Adobe im Business ist … gar nichts.

Ursprünglich war Minion das Arbeitstier für den Textsatz der frühen digitale Ära. Sie erreichte diesen Status, weil sie a) eine der ersten Digitalschriften war, fast konkurrenzlos, und b) über Jahre mit Adobe-Anwendungsprogrammen gebundelt wurde. Und weil Minion nie altert oder sich abnutzt, kann sie sich für immer auf diesen Lorbeeren ausruhen. Designer werden sie unbegrenzt weiter benutzen.

Aber können wir jemals das Arbeitstier für den Textsatz von morgen bekommen, wenn wir ihm heute keinen Basis bieten. Wenn Designer weiterhin zur überstrapazierte Minion greifen statt zu neueren, besseren und unentdeckten Talenten wie

Cycles, Freight, Kingfisher, Newzald, Paperback oder MVB Verdigris

treten zwei Dinge ein. Erstens sinkt der wirtschaftliche Anreiz für Designer, neue Schriften zu entwerfen. Zweitens wird die Zukunft der Typografie nicht mehr von ihrer Vergangenheit zu unterscheiden sein, weil abgegriffene Schriften den Blick verstellen.

Erste Andrucke von Newzald mit den Anmerkungen ihres Entwerfers Kris Sowersby

Ein Vorschlag zur Güte.

Wenn Du ein Seitengestalter bist, dem Typografie am Herzen liegt, lass dich nicht von der Trägheit anstecken. Andere tun das schon zu genüge. Wähle stattdessen den entgegengesetzten Weg. Meide gebundelte Fonts. Meide die Klassiker von gestern. Meide die Trends von heute. Und das wichtigste: Votiere mit deiner Brieftasche und lizenziere Schriften von lebenden Schriftentwerferinnen und -entwerfern. Nimm diese Fonts für alle deine Projekte. Ermutige andere, dasselbe zu tun.

Es geht nicht um Wohltätigkeit, sondern um das prinzipielle Investment in die Zukunft der typografischen Gestaltung. Jeder Schriftenkauf spornt einen Type-Designer an. Außerdem verbessert es unsere eigene Arbeit, weil du gezwungen bist, neue Schriften bewusst zu wählen und ordentlich einzusetzen. Alle gewinnen.

Ich entwerfe Schriften und verwende sie, bin also an beiden Seiten des Prozesses interessiert. Letztes Jahr veröffentlichte ich ein Buch mit dem Titel Typography for Lawyers. Ich wollte es in meiner Lieblingsschrift Sabon setzen. Doch ich entschloss mich, einen Schritt weiter zu gehen. Ich entdeckte Lyon, von Kai Bernau. Das brachte mich weiter, denn ich entdeckte eine großartige Font-Familie, die viel besser für mein Buch geeignet war. Kai hatte auch was davon, weil viele meiner Leser ebenfalls Lyon erwarben (die damit vor allem Times New Roman ersetzten).

Macht euch um Sabon keine Sorgen. Sie hatte einen guten Lauf in den letzten 40 Jahren. Es besteht keine Gefahr, dass sie verschwindet, weil Anwender, die sich nicht für Neues interessieren, sie weiterhin einsetzen werden.

Ich bin ein Designer und weiß wovon ich spreche. In der Masse der 150.000 Schriften gibt es jede Menge unentdeckter Juwelen. Also habe ich sie zu finden, zu kaufen und zu verwenden. Wenn ich das nicht tue, und die großen Schriften von morgen schon heute verhungern, worauf ihre Schöpfer das Interesse an ihrer Arbeit verlieren, hab’ ich keinen Grund mich zu beschweren: Es war mein eigener Fehler.

MVB Verdigris: historische Vorlagen (oben), zeitgemäß interpretiert von Mark van Bronkhorst (Mitte) und heute gedruckt (unten)

Der Jurist Matthew Butterick ist Schriftentwerfer, Anwalt und Autor in Los Angeles. Seine Karriere startete er in Boston, als digitaler Schriftentwerfer und Ingenieur, wo er mit den Berufskollegen David Berlow und Matthew Carter an Projekten für Apple, Microsoft, Ziff-Davis und anderen arbeitete. Der Londoner Designer Neville Brody veröffentlichte seine experimentellen Schriften in FUSE, der Publikation fpr experimentelle Typografie. Butterick war Sprecher auf der ersten FontShop-Konferenz, der FUSE95 in Berlin, wo das obere Foto entstand (© Gerhard Kassner). Weitere Schriften von Matthew Butterick sind Hermes FB, die er 2010 erweiterte, sowie Alix FB and Equity.

Neben seiner Anwaltstätigkeit betreibt Butterick die beliebte Typografie-Website Typography for Lawyers, deren Inhalte er als Buch veröffentlichte (heute erhältlich bei Jones McClure Publishing und Amazon).


15 Kommentare

  1. R::bert

    »Gibt es nicht schon genug Schriften…?«

    Seltsam, dass die Frage bei Musik, Filmen, Fotos – jeder könnte die Liste noch beliebig weiterführen – nicht gestellt wird.

  2. florian

    Wenn ein Markt gesättigt ist, die Produkte keiner unfreiwilligen und keiner geplanten Obsoleszenz mehr unterliegen dann sollte man das akzeptieren und sich freuen statt mit allen Mitteln die Leute zum Konsum zu bringen. Denn meines Erachtens ist das eins der größten Probleme der westlichen Welt in der heutigen Zeit: Die hemmungslose Konsumgesellschaft.

    Wenn ausreichend Schriften in ausreichender Qualität vorhanden sind wird der Markt auf ein gesundes Maß schrumpfen und die freigewordene Arbeitskraft kann dann gerne sinnvolleren Unterfangen zugeführt werden. Liebhaber, Enthusiasten und Innovatoren wird es trotzdem immer weiter geben, dementsprechend mache ich mir um ein ausreichendes Maß an frischem Material keine Sorgen.

  3. R::bert

    @ florian
    Ja das Angebot ist riesig. Aber bzgl. Qualität und Leistungsfähigkeit einer Schrift muss man schon sehr genau und lange suchen, um den passenden Font zu finden. Da ist sicher immer noch genug Luft nach oben.

    @ Jürgen
    Könntest Du noch die verlorenen Links wieder herstellen?

  4. Plamen Tanovski

    Optische Designgrößen, besonders unter 10pt, sind absolute Mangelware. Da nützt keine so tolle Anlehnung an hist. Vorbilder, wenn die Fußnoten im wiss. Satz unlesbar, oder auffallend unterschiedlichen Grauwert zum Haupttext besitzen.

    Darüberhinaus bin ich äußerst unzufrieden mit der fortschreitenden Schrumpfung der einfachen Mathezeichen wie “+” und “×”.

  5. Jürgen Siebert

    Könntest Du noch die verlorenen Links wieder herstellen?

    Welche meinst Du?

  6. R::bert

    Die Frage müsste lauten: »Gibt es nicht schon genug Schnellschuss-Schriften?«

    @ Jürgen:
    Ich sehe nur das Foto mit dem FUSE95-Shirt. Alle anderen Bildflächen haben das blaue Fragezeichen.

  7. Jürgen Siebert

    OK, verstehe … ich habe die Abbildungen einfach beim Schwesterblog Fontfeed gehotlinked … werde das gleich ändern.

  8. sharif

    Seltsam, dass die Frage bei Musik, Filmen, Fotos – jeder könnte die Liste noch beliebig weiterführen – nicht gestellt wird.

    Die Frage wird nicht gestellt, weil es sich bei Musik, Filmen u.s.w. eindeutig um (meistens, doch nicht so eindeutig) künstlerische Werke handelt. Da stellt sich die Frage, ob man „das braucht“, nicht. (Andere Diskussion :))

    Bei Schriften ist das anders. Sie sind für den „Gebrauch“ gemacht.

    Trotzdem: Ich freue mich über ein reichhaltiges Angebot an allen Dingen die ich als Konsument hier und da, zu dieser oder jener Gelegenheit wählen und „gebrauchen“ kann. Nur Rotis wäre Sozialismus. Brrrr … Grausam.

  9. Torsten

    ich finde ja die freefonts echt klasse. ok,.. viele sind unbrauchbar… dennoch komme ich mit einigen gut klar. ein schönes gegengewicht zu den etablierten schriften von denen doch sehr viele immer gleich aussehen. wir haben zwar sehr viele schriften, nur wenn ich suche – dann oft stundenlange um mal eine zu finden die mir gefällt. nach so vielen jahren kann ich nur sagen… es wird immer schwerer eine schrift zu finden die das gewissen etwas hat.

    eine frage… wird das hier jetzt immer mehr ein werbeblog oder warum werden so viele sonderangebote gepostet? :-)

  10. Sebastian Nagel

    @2 (Florian) Ich finde ja, gerade bei immateriellen, beliebig oft duplizierbaren Gütern, die keinen bzw. nur geringsten Fußabdruck hinterlassen, kann es nicht genug Auswahl geben, da der Schaden (jenseits von schwer kalkulierbarem “Arbeitskraftverlust”*) dadurch nicht größer wird.
    Und auch wenn ich es beim Lesen fast befürchtet hatte, wurde kein “Verfallsdatum für Schriftdateien” gefordert, sondern für freiwillige Förderung der Weiterentwicklung – insofern gerne.

    * ich bin ja selbst Grafiker und Teilzeit-Schriftgestalter. Ich betreibe letzteres derzeit als ernsthaftes “Hobby”, als Ausgleich zu meiner Grafiker-Tätigkeit, zur Schärfung meines Verständnisses für Formgebung, … – und auch wenn ich nicht produktiv genug bin, um davon leben zu können, motiviert mich die Vergütung, die ich ab und an dafür erhalte, doch auch immer wieder, weiter zu machen. Nicht mal wegen des Geldes, sondern weil da draußen offensichtlich Leute sind, die meine Produkte gebrauchen können.

  11. Jürgen Siebert

    eine frage… wird das hier jetzt immer mehr ein werbeblog oder warum werden so viele sonderangebote gepostet? :-)

    Wenn Weihnachten ist, wenn Weihnachten ist,
    da kommt zu uns der heilige Christ.
    Er schenkt uns ein Uh,
    Er schenkt uns ein Äh,
    Er bringt uns eine DIN-OTäterätätä,
    Eine Rute, eine Tute,
    Ja da kriegen wir
    Die allerschönste DIN-OTäterätätä.

  12. R::bert

    @ sharif
    … nicht, wenn man Schrift auch als Identität stiftende Ausdrucksform nutzt und begreift : )

  13. Ryan

    Seltsam, dass die Frage bei Musik, …

    Dieser Verglich mit Musik höre ich in letzter Zeit des öfteren. Denke ich darüber nach, würde ich das eher so definieren: Songs = Grafische Anwendungen, Musiker = Gestalter, Schriften wären demzufolge Sounds und Instrumente.
    Hier kommt die Fragestellung schon etwas näher beieinander. Brauchen wir wirklich neue Klänge um gute Musik und neue Hits zu machen? Die Antwort ist nein, aber es gibt immer wider Hits die hauptsächlich durch einen originellen Sound zu diesem werden.

    Zur Illustration dieser These: Nehmen wir zB. Autotuning, könnte man dies gerne mit der slickheit der omnipräsenten FF Dax vergleichen. Weiter Stimm-Verzerr-Spielarten hätten denn eine Analogie zu anderen abgeschliffenen bis hin zu beinahe deformierter Nachfolgern.
    Sub-Bässe die sich langsam in alle Musikgenres schleichen könnte man mit dem Trend zu überfetten blockigen Display-Schriften vergleichen.
    Während auf der einen Seite ein klares Interesse in solcher neuer Sounds besteht um seine Musik zu schmücken oder unterstreichen, vermögen es andere Musiker mit dem originellen Umgang von klassischer Instrumentierung oder schlichtweg gutem Songwriting aufzufallen.

  14. Kurt

    Lieber Herr Siebert, ich gebe Ihnen dahingehend recht, wenn Sie sagen, man solle die Arbeit der Designer unterstützen, indem man ihre Schriften nutze. Und: Jan Tschicholds Sabon ist auch meine Lieblingsschrift, was überhaupt nicht heißt, dass ich keine anderen Schriften benutze. Weil ich kein Schriftdesigner bin, wie es hier im Blog aber viele sind, habe ich zum Glück nicht die Kenntnis, welche alt und eingesessen ist und welche neu, weshalb ich vermutlich beide, alte und neue, verwende. Bei einigen weiß ich den Namen, die Herkunft … bei vielen jedoch nicht. Wenn ich nichts darüber weiß, liegt es daran, dass sie gebundelt in einem meiner Programme, die ich verwende, vorkommen. Über die, die ich gekauft habe, weiß ich dafür Bescheid.

    Leider sind es meistens die Kunden, die einen großzügigen Einkauf von guten Schriften verhindern, weil sie mit der Arbeit von Designern nichts anzufangen wissen und nur noch billige Arbeit annehmen. Schuld daran sind natürlich die Designer selbst, weil sie sich nicht um ihre künftigen Kunden kümmern. Damit meine ich, dass sie sich nie darum gekümmert haben, dass künftige oder eventuelle, zukünftige Kunden mehr über die Arbeit der Designer wissen.

    Konkret bedeutet dies, dass wir uns darum zu kümmern haben, dass andere Berufsgruppen mehr über Design erfahren – und natürlich über Text, weil heute jeder meint, er könne alles selber machen und er sei genauso gut, wie ein ausgebildeter Grafiker und/oder Texter. So glauben auch die Grafiker, dass sie gleich gut texten können, wie es ein ausgebildeter Texter “können tut” {:-), was eindeutig beweist, dass auch innerhalb der Branche ein grobes Maß an Dummheit herrscht, wie ja auch die neuesten Werbungen deutlich zeigen – besonders von Großkunden wie zum Beispiel von VW mit Texten wie: “2012 geht’s up!” …, was nur noch als Phrasendrescherei durchgehen kann und als Verarscherei des Kunden zu deuten ist. Anscheinend gibt es heutzutage extrem überhebliche Studienabgänger, die allesamt glauben, dass alle, die nicht studiert haben, blöd sind; und solche Geisteskrüppel finden auch noch ‘ne Anstellung, weil sie sich in ihrer Überheblichkeit selbst bestärken – sie können ja sonst sehr oft recht wenig! Leider ignorieren sie sich dabei selbst, weil es sehr oft vorkommt, dass Werbungen rausgehen, die bei den Entscheidern selbst nicht ankommen würden, wenn sie vom Konkurrenten kämen und man die Entscheider darüber befragte, ob dieser oder jener Spot … gut sei. Außerdem wird auch übersehen, dass es heute immer mehr Leute mit mindestens einem Studienabschluss gibt, wobei man oft schon fragen darf, wie die überhaupt das Abitur geschafft haben, bei dementsprechend schlechten Deutschkenntnissen. Ich selbst bin nicht mal Deutscher, kann aber bezeugen, dass sehr viele Deutsche mit Abitur und Studium die eigene Sprache schlechter beherrschen, was kein gutes Zeichen sein kann.

    Wie ist dem Problem beizukommen? Ganz einfach: Indem man sich überlegt, in den Berufsschulen Aufklärung über die Wichtigkeit unserer Arbeit zu leisten, ohne den Schülern gleich das Gefühl zu geben, dass sie dies alles selbst bewältigen (Text, Bild, Layout …) könnten. Sie müssen ihre Überforderung in einem Maß wahrnehmen, wie sie ein Designer wahrnimmt, wenn er einen Schraubstock feilen oder (weniger schlimm!) eine Wasserleitung zusammenschließen müsste. Daran muss gearbeitet werden, wenn Sie alle, die diesen Blog lesen, wieder bessere Einkommenschancen haben wollen. Solche Strategie müsste allerdings mit Bedacht ausgearbeitet werden: Nur darin sehe ich ein Problem, wenn nämlich wieder die falschen, überheblichen Personalgruppen darin ihre Arbeit sehen und auch bekommen!

  15. Katrin Lampe

    Zustimmung!

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