— Tipp —


Auf zur TYPO-Vorabend-Vernissage

Wir freuen uns auf eine maßgeschneiderte Vorspeise zur TYPO Berlin 2013: Die neue Ausstellung Word Jazz bei Mota Italic eröffnet am Mittwochabend mit einer kleinen Party. Weitere Details hier …

Das gute Bild – auf einen Klick

Der freie Artdirector Michael Preidel ist ein Photoshop-Anwender der ersten Stunde: »Meine erste Photoshop-Version hatte die Versionsnummer 1.0.6 und passte 1991 auf eine 3½ Zoll-Diskette«. Seitdem hat sich viel getan. Doch auch mit der aktuellen Version CS6 sind seiner Ansicht nach zu viele grundlegende Aktionen umständlich an einander zu reihen. Gerade bei der Bildbearbeitung muss für ein perfektes Ergebnis noch vieles per Hand erledigt werden: Schatten müssen aufgehellt, Spitzlichter abgemildert werden, manche Bildbereiche brauchen eine Nachbelichtung, die Sättigung in den Dreivierteltönen passt manchmal nicht richtig, manche Motive wirken erst mit einer Vignette, die Hauttöne in einem Portrait müssen verbessert werden usw.

»Im Laufe der Jahre habe ich eine Reihe von Photoshop-Aktionen entwickelt, die mich bei diesen Aufgaben unterstützen.« Um sein Wissen mit anderen zu teilen, hat Preidel die besten und nützlichsten davon unter dem Motto »Das gute Bild« veröffentlicht: 37 Photoshop-CS6-Aktionen für den professionellen Fotografie-Workflow, inklusive Photoshop-Palette.

Bis zum 15. Mai 2013, also kommenden Mittwoch, gibt es die Aktionen-Sammlung inklusive Photoshop-Palette zum Einführungspreis von 8,99 Euro, danach kosten sie 14,99 Euro. Ich habe die Palette selbst getestet und bin völlig begeistert.

Fontblog-Leser haben bis zum Mittwoch außerdem die Chance, eine von 3 kostenlosen Das-gute-Bild-Paletten zu gewinnen. Hinterlasst einfach einen Kommentar hier unter diesem Beitrag, in dem ihr mir in einem Satz verratet, welche Photoshop-Bildkorrektur ihr am häufigsten in eurem Arbeitsalltag einsetzt.

Schriftdesign-Messe in Mainz

»Plattform für Schriftgestaltung« lautet das Motto der ersten »Imprint Fair« in Mainz. Die Messe für Schriftgestalter und Schriftverleger findet am 8. Juni erstmals im Rahmen der Ausstellung »Call for Type« (7.6. – 8.9. 2013) im Gutenberg-Museum statt. Sie dient als Plattform für Schriftgestaltung und möchte den persönlichen Austausch fördern. Ziel ist es, den konstruktiven Dialog mit Gleichgesinnten zu unterstützen und auszubauen. Etwa 20 Schriftgestalter und -verleger aus ganz Europa werden vor Ort sein, um ihre Entwürfe, Kataloge und freien Arbeiten zu präsentieren oder zu verkaufen. Parallel dazu können alte und neue Schriftentwicklungen diskutiert, beurteilt und hinterfragt werden.

Parallel zur Messe starten am 7. Juni auch die »Gespräche über Schrift«, die am 8. Juni und am 19. Juni 2013 ihre Fortsetzung finden. Jeweils 3 bis 4 Typedesigner stellen sich und ihre Arbeit vor: den Prozess der Gestaltung, von der Idee über die Entwicklung bis hin zur Anwendung. Am Beispiel einer von ihnen gestalteten Schrift tragen sie ihre persönliche Idee und Absicht vor, sprechen über Inspiration und Motivation und geben so einen exklusiven »Werkstatteinblick«.

Die dritte Initiative im Rahmen der Mainzer Schriftveranstaltung ist der Wettbewerb »Open Call for Type« (bereits abgeschlossen). Er wurde vom Gutenberg-Museum und dem Institut Designlabor Gutenberg (FH Mainz) ausgelobt und stieß auf große internationale Resonanz. 290 Schriftentwürfe aus 18 Ländern verdeutlichen auf eindrucksvolle Weise den Stand des aktuellen Type-Designs. Nun wurden von der Jury (Petra Eisele, Lars Harmsen, Bernhard Hofmacher, Akira Kobajashi, Annette Ludwig, Isabel Naegele, Robin Scholz) 50 Arbeiten für eine Ausstellung ausgewählt, die ab dem 6. Juni im Mainzer Gutenberg-Museum gezeigt werden.

Weitere Informationen zu den drei Veranstaltungen …

Neues Poster: Digital world seen by eBoy

Unsere Freunde von eBoy (Berlin, Vancouver) sind die ungekrönten Hofmaler des Cyberspace. Zu ihren Auftraggebern gehören Unternehmen wie Amazon, Google, Oracle und Panic, sowie die Sprachrohre der Szene: Wired, Der Spiegel, Fortune, The Guardian, das Spin Magazine und viele mehr. Ihr soeben erschienenes Pixel-Poster BazQux liefert auf großflächigen 1189 × 841 Millimetern ein aktuelles Wimmelbild der Netzwelt (coole 22,– €, plus Versand).

Folgende Mitwirkende habe ich bereits entdeckt: Wikipedia-Weltzeituhr, Google-Glass-Radfahrer, Android (geöffnet), Instagram-Mobil, BoingBoing-Meta-Floater (blau), Spotify-Floater, John McCarthy, eBaySucker, Kevin Kelly (mit Fahrrad), Engadget-Plane, eine Wikileaks-Einheit, Google-Plus-Baum, den Tumblr-Truck und ein Piece Of God. Viel Spaß beim Suchen. Bestellseite für das Poster …

Kopfkino: Chandler, illustriert von Thomas M. Müller

So lange Verlage Bücher wie dieses herausbringen, mache ich mir keine Sorgen um die Zukunft des gedruckten Buchs. An Raymond Chandler »Der große Schlaf«, herausgegeben von der Edition Büchergilde, stimmt einfach alles: Es riecht gut, liegt gut in der Hand, ist wunderbar ausgestattet, aufregend bebildert, hervorragend gesetzt … und liefert eine spannende Story. Raymond Chandler, dessen 125. Geburtstag in wenigen Wochen gefeiert wird, gilt als der Pionier der »hardboiled detective fiction«. Sein erster Roman »The Big Sleep« machte ihn weltweit bekannt. Mit diesem schuf er die Figur des Detektivs Philip Marlowe, dessen Darstellung durch Humphrey Bogart im gleichnamigen Film ihm für immer ein Gesicht gegeben hat.

Der Verlag Büchergilde, die Herstellungsleiterin Cosima Schneider und der Illustrator Thomas M. Müller ziehen alle Register, um den Leser in eine Art Kinosessel zu versetzen. Weil die Hauptfigur Philip Marlowe raucht wie ein Schlot, wählten sie als Vorsatz ein Silberpapier, wie man es aus Zigarettenschachteln kennt. Schneider: »Ich wollte ein Papier, das etwas rauer ist und nicht so stark glänzt. Und es darf auch Gebrauchsspuren bekommen. Nun wird dieses Papier extra für uns hergestellt.«

Die 20 Illustrationen von Müller sind so konzipiert, als wäre man der Regisseur eines Kamera-Gegenschnitts: Die rechte Seite zeigt einen Raum, nach dem Umblättern sieht der Leser die andere Seite des Raumes. Dies war eine Idee Thomas Müllers, und die Herstellungsleiterin fand sie sofort großartig. Die Illustrationen sind übrigens mit Pinsel gezeichnet und am Computer koloriert. Anschießend hat Müller die Abbildungen auf gestrichenem Papier proofen lassen. Da das Buch jedoch auf offenem Werkdruck-Papier gedruckt ist, ließ man die Abbildungen mit einer seidenmatten Lackschicht überziehen, so dass sie im Buch genauso speckig rüberkommen wie im Atelier.

Thomas M. Müller, 1966 in Gera geboren, studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und an der Kantonalen Schule für Gestaltung in Luzern. Heute lebt und arbeitet er in Leipzig. Über seine Arbeit für das Chandler-Buch sagt er: »Die Illustrationen schießen wie Billardkugeln zwischen dem Text umher. Sie sind ein bisschen flüchtig, nicht immer bietet sich der Blick vom Logenplatz aufs Geschehen. Sie sind Begleitmusik: manchmal bereichernd, manchmal störend. Sie machen Appetit, aber nicht satt.« Für die Büchergilde hat Müller die »Der Hardrock-Himmel« von T. C. Boyle sowie »Ein Ablehnungsbescheid und die Folgen« von Charles Bukowski illustriert, sowie mehrere Einbände, Umschläge und Vorsatzpapiere.

Als Leseschrift dient die wunderbar rauhe Poliphilus von Monotype, Auszeichnungsschrift ist die DIN. Dazu Cosima Schneider: »Es war von Anfang an klar, dass die Leseschrift nicht gerade und sauber sein, sondern ein bisschen abgegriffen wirken sollte. Ich habe schließlich eine Schrift gefunden, die aussieht wie eine klassische Antiqua, aber kleinere Unregelmäßigkeiten aufweist. Man kann sie sehr gut lesen, aber man merkt auch, dass sie ein paar dickere Stellen hat.«

Kickstarter-Projekt: Sigmund Freuds Handschrift

Die Handschriften berühmter Persönlichkeiten üben eine magische Anziehungskraft auf den Frankfurter Schriftentwerfer Harald Geisler aus. Vor einem Jahr setzte er sich bereits mit den privaten Aufzeichnungen von Albert Einstein auseinander, nun steht Sigmund Freund im Mittelpunkt seines Interesses. Geisler möchte auf Basis seiner Handschrift eine digitale Schreibschrift erstellen, finanziert über Kickstarter. Hier erläutert er seine Beweggründe in einem sympathischen Video: Sigmund Freud Typeface – A Letter to your Shrink.

TypoJournal Ausgabe 4 ist da

Die neueste Ausgabe des typografischen Fachmagazins von Typografie.info ist soeben erschienen. Ausgabe 4 des TypoJournals beschäftigt sich mit dem Schriftschaffen im deutschsprachigen Raum: Von Gutenbergs Druck mit beweglichen Bleilettern bis zu den jungen talentierten Schriftgestaltern der Gegenwart. Es werden ausgesuchte Schrifthersteller und -gestalter, Museen, Druckereien sowie typografische Organisationen portraitiert, eine Auswahl von aktuellen Arbeiten aus den Designhochschulen fehlt ebenfalls nicht.

Einige Themen aus dem aktuellen Heft:

  • Linotype damals und heute: Von der Setzmaschine zum Schriftanbieter
  • Die Leser von Morgen: Typografie als Strategie der Leserkonditionierung um 1800
  • Über den Stempelschneider Justus Erich Walbaum
  • Das Gutenberg-Museum Mainz (Kurzvorstellung)
  • Die Schriftsammlung des Museums für Druckkunst Leipzig
  • Große Liebe: Das Buchstabenmuseum in Berlin rettet typografische Riesen
  • Ungewöhnliche Umlaute: Eine kleine Systematik
  • Der Schriftanbieter URW, Wiege der skalierbaren Schrift
  • Als die Schrift laufen lernte: Die Kurrent um 1900
  • FontShop und die FontFonts
  • Schriftanbieter: Eine Übersicht zum deutschen Sprachraum
  • Aus der Hochschule: Kurzvorstellungen
  • und vieles mehr

Das TypoJournal gibt es zur Lieferung nach Deutschland, Österreich und die Schweiz exklusiv im Online-Shop von fonts.info … Preis: 9,90 € plus Versand.

Ausstellung »Typen« in Frankfurt am Main

Am Samstag, den 23. März 2013, eröffnet um 19 Uhr im WerkbundForum am Ernst-May-Platz in Frankfurt am Main die Ausstellung Typen von Elmar Lixenfeld. Das Grußwort spricht Rainer Maria Kiesow (École des hautes études en siences sociales, Paris).

In der Ausstellung begegnen sich drei Aspekte der Arbeit von Lixenfeld:

  • eine Gruppe von 19 physiognomischen Plastiken
  • ein Schwarm von 89 Scherenschnitten
  • eine Reihe von 7 Buchstaben aus eigenen Alphabeten.

Die Serie von 19 Köpfen entstand als Beitrag für die Publikation »Gesichter der Wissenschaft. Eine Studie über gesellschaftliche Klischees von Wissenschaft«, herausgegeben von Eva-Maria Engelen und Rainer Maria Kiesow. Die 89 Schwarzpapierprofile entmaterialisieren die Gesichtszüge auf ein Minimum, sie erscheinen quasi als greifbare Schatten, nähern sich der abstrakten Form: typische Konturen. Die 7 großformatigen a-Minuskeln hüllen sich in eine typografische Metaphorik.

Elmar Lixenfeld, Jahrgang 1963, studierte visuellen Kommunikation in Offenbach und an der Accademia di Belle Arti, Rom. Seit 1989 eigenes Büro für Fragen der Visuellen Kommunikation. 1998 bis 2002 Dozent an der Goethe- Universität Frankfurt am Main, Buch- und Medienpraxis. 2009/2010 Jurymitglied beim Wettbewerb »Die schönsten deutschen Bücher«. Arbeitet konzeptionell, typografisch, fotografisch, schriftentwerfend, zeichnerisch, plastisch. Hauptsächlich buchgestaltend.

Ein Musikvideo für Schrift-Liebhaber(innen)

Das Genre des Lyric Video ist nicht neu in der Musikbranche. Viele werden sich noch an Prince’s “Sign ‘O’ The Times” (YouTube-LInk) erinnern. Nun setzt die französische Band Husbands mit dem Video für “Dream” neue Maßstäbe. Es unterscheidet sich in einem Punkt von vielen in den letzten Jahren erschienenen Lyric Videos: Es wurde analog gedreht und geschnitten. Das Design-Duo Cauboyz aus Nancy hat es produziert, mit einer realen Wand aus Schriftzügen, die im richtigen Rhythmus beleuchtet wurden. »Wir wollten was Einfaches machen, mit Poesie dahinter« so beschreiben sie ihre Intention hinter der Aufnahmetechnik. Das 2,5-minütige Making-of ist ebenfalls sehenswert:

Making Of / Husbands – “Dream” from Cauboyz on Vimeo.

Danke an Stefan Kiefer vom SPIEGEL für den Tipp.

Video zur verantwortlichen Schriftwahl (E)

Selten hat jemand verständlicher über die Bedeutung der Schrift, Schriftdesign, Gutenberg, das Schicksal der Comic Sans und die Verantwortung aller Schreibenden für die richtige Schriftwahl gesprochen. Und das alles in nur 10  Minuten. Sehenswert! Auch für Profis geeignet, die Probleme haben, sich Laien verständlich zu machen … Danke, Michael Stevens.

tgm: 3 Tage, 2 Konferenzen, 1 Ticket

Für visuelle Gestalter, die sich vom 22. bis 24. Februar 2013 in augedehnte Designwelten stürzen wollen, bietet die Typografische Gesellschaft München (tgm) ab sofort ein Kombiticket für die beiden Konferenzen #qved und Typotag an. Natürlich kann man die Konferenzen auch einzeln buchen. Zur Anmeldung …

#qved 2013 – Quo vadis Editorial Design? 23., 24. Feb 2013, Literaturhaus München

Auf dem Gebiet der gedruckten Information herrscht Verwirrung. Im Content-ist-King-Proklamat schien es lange Zeit so, als ob ein Überleben nur in flüchtigen digitalen Medien möglich wäre. iPad-App, Kindle Touch und Instapaper als die Heilsbringer der Perioden-Publikationen? Weit gefehlt: Special Interest- und gut gemachte (Kunden-)Magazine boomen.

Auf der #qved 2013 berichten wegweisende Gestalter, Journalisten und mutige Verleger über ihre aktuelle Arbeit, geben Einblick in gelungene und gescheiterte Projekte und zeigen Beispiele von anderen, die sie begeistern. Am Scheideweg crossmedialer Gestaltung bringen sie zusammen, was heute gestalterischer Alltag ist: Bild und Schrift, App und Print, Lust und Leidenschaft.

Unter anderem mit Regina Anzenberger, Paul Barnes, Mirko Borsche, Peter Breul, Anke Eberhardt, Boris Kochan, Mike Koedinger, Jeremy Leslie, Mario Lombardo, Horst Moser, Anne Prinz, Omar Sosa und Richard Turley. Weitere Informationen …

9. Münchner Typotag, Kreativität trifft Code trifft Signal, 22. Feb 2013, Halle 27 Kochan & Partner

Gespeist aus Datenmengen entstehen heute Infografiken, die selbst komplexe Inhalte leichtfüßig und animativ, selbst animiert erzählen. Visual Storytelling statt Tabellenquälerei: Information, Emotion und Visualität haben sich längst befreundet. Neue visuelle Welten sind entstanden und entstehen jeden Tag. Der 9. Münchner Typotag lädt ein zur Entdeckungsreise durch Orientierungssysteme und Infografiken. Unter anderem mit Stefan Fichtel, Claudius Lazzeroni, Albert-Jan Pool, Jan Schwochow, Moritz Stefaner, Michael Stoll, Andreas Uebele, Christopher Warnow, Benjamin Wiederkehr und Carlo Zapponi. Weitere Informationen …

Endlich: The Berlin Design Guide

Nach dem Melbourne- und dem Sydney-Design-Guide gibt es nun, in bewährt hoher Qualität, den Berlin-Design-Guide, erschienen bei Alphabet Press, herausgegeben von Viviane Stappmanns und Kristina Leipold. Das 264-seitige, kompakte Handbuch ist der aktuellste Wegweiser, um die pulsierende Großstadt anhand ihrer kreativen Schauplätze kennenzulernen – egal ob Tourist oder Berliner Bürger. Das Buch beleuchtet Hotspots aus Architektur, Design, Kunst und Mode und verbindet sie zu einem Gesamtbild der Berliner Designszene. Zusätzlich enthält der Guide Interviews und Porträts einheimischer Kreativer und vermittelt damit persönliche Eindrücke zur Dynamik der Stadt.

Mehr Information unter thedesignguide.org. Hier bei FontShop bestellen … (16,90 €)