— Tipp —


Zahlenmonsterplakat zum morgigen Pi-Tag

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Für Zahlenenthusiasten ist morgen der höchste Feiertag des Jahres: Zu Ehren der Kreiszahl π wurde der 14. März (nach amerikanischer Datumsschreibweise 3.14) zum Pi-Day erkoren. Das Berliner Designbüro State hatten nun die Idee, diesen Tag auch außerhalb der USA mit einem Plakat bekannter zu machen. Hierzu packte State 1 Million Dezimalstellen der irrationalen und damit unendlichen Zahl auf ein Poster im Format 70 x 100 cm, gesetzt in 2,55 pt große Ziffern. Veröffentlicht wird das Werk im Shop von All The World’s A Page, wo bisher komplette Klassiker der Weltliteratur auf einer Posterseite erschienen.

Auf genau vier Dezimalstellen berechnete der indische Mathematiker Aryabhatta schon im Jahre 499 n. Chr. den Wert von π. Er war der Erste, der erkannte, dass es sich um eine irrationale und damit eine unendliche, nicht-periodische Zahl handelt. Da das Unendliche aber schwer zu visualisieren ist, begnügt sich das Pi-Plakat mit einer Million Dezimalstellen, entnommen eine historisch verbürgten Reihe, die erstmals 1973 von Jean Guilloud und Martin Bouyer mit einem CDC-7600-Supercomputer berechnet wurde.

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Schon die ersten 47 Nachkommastellen von π haben es in sich: Die Reihe nimmt auf dem Poster nur 2,5 cm in der ersten Zeile ein, doch bereits dies übersteigt das Erinnerungsvermögen eines untrainierten Menschen. Wer eine Zeitlang in den Rest des grauen Zahlenschwarms hinein starrt, erkennt bald seltsame Muster, die sich – kaum entstanden – schon wieder auflösen: dünne Fäden aus 9en, neckische Paare von 2en und 3en, bedeutungslose Symmetrien. Vielleicht erkennt jemand sein Geburtsdatum oder seine Telefonnummer?

Das Poster ist gesetzt aus den Ziffern der Schrift Skolar von Rosetta Type Foundry. Weitere Details: 2-Farben-Offset (schwarz/Pantone 314)
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 Ziffern, gedruckt auf 150g/qm Munken Pure Rough, Preis: 20 € ab morgen im All-the-world’s-Shop …

Infoposter: Die Wettereskapaden in 35 Metropolen

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Nach dem Erfolg der iOS-Wetter-App Partly Cloudy entwarf das Design-Team von Raureif auf derselben Basis eine außergewöhnliche Wetter-Darstellung mit dem Titel Weather Radials. Für das oben abgebildete Poster wurde als Grundelement der Visualisierung der Zeitkreis aus der App übernommen und weiterentwickelt. Das Ergebnis ist gleichermaßen minimalistisch: Die farbenfrohe Infografik besteht nur aus Linien und Kreisen, begleitet von zurückhaltender Typografie. Alle Elemente sind auf einem einfachen Raster angeordnet, das dem Poster seine visuelle Struktur verleiht und zum Entdecken einlädt.

Der Jahreswetterverlauf 2013 von 35 Weltstädten wird durch eine radiale Zeitachse dargestellt. Dabei zeigen die Grafiken nicht nur allgemeine klimatische Eigenheiten eines Ortes auf, sondern auch metereologische Besonderheiten des Jahres. So erkennt man auf den ersten Blick den ungewöhnlich feuchten Frühling in Berlin, die langanhaltende Hitzewelle in Washington, die Rekordtemperaturen in Sydney und den Monsun in Mumbai. Die Diagramme vermitteln anschaulich was es heißt, in Reykjavík, Los Angeles oder Seoul zu leben. Um die Geschichten hinter den Wetterdaten zu vertiefen, sind auf dem Poster fast einhundert Ereignisse hervorgehoben, darunter Unwetter, Temperaturrekorde und andere metereologische Besonderheiten.

Die Kreisvisualisierungen wurden mit Hilfe von Processing generiert und anschließend in InDesign arrangiert. Das Poster wurde von Timm Kekeritz bei Raureif gestaltet, mit Hilfe des gesamten Büro-Teams (Jana Kühl, Karen Hentschel, Tobias Ottenweller und Frank Rausch). Es tritt nicht nur in die Fußstapfen der Wetter-App »Partly Cloudy«, sondern auch in die des preisgekrönten Plakats Virtual Water. (Fontblog berichtete).

Raureif hat Fontblog ein Poster zur Verlosung zur Verfügung gestellt. Um es zu gewinnen, hinterlasst bis kommenden Freitag (21. Feb, 16:00 Uhr) einen Kommentar unter diesen Beitrag mit eurer beeindruckendsten Wetter-Erinnerung 2013.

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Weitere Informationen: www.weather-radials.com

»Schrift Global«: Leipziger Typotag 2014

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Die 20. Leipziger Typotage widmen sich dem Themenspektrum Typografie und Schrift in einer globalisierten Welt. Neun Referenten betrachten »Schrift Global« aus diversen Blickwinkeln: wissenschaftlich-forschend, anwendungsfokussiert, gestaltend oder vermarktend. Unter den Rednern: Luc(as) de Groot, Boris Kochan, Ruedi Baur, Nadine Chahine, Ivo Gabrowitsch … Moderation: Andrea Tinnes.

Mehr Informationen auf der neuen, angenehm lesbaren Website www.typotage.de

Ira Glass: Über die »kreative Kluft …«

Designer in aller Welt erfreuen sich seit 48 Stunden an einem Video (siehe oben), das der Frankfurter Fotograf und Filmkünstler Daniel Sax ins Netz gestellt hat. Wie kam es zu der fotografischen Untermalung eines Interviewtexts, der 2009 aufgezeichnet wurde? Im Frühjahr 2012 stolperte Sax über eine typografische Animation des Filmstudenten David Shiyang Liu auf Vimeo: Ira Glass on Storytelling. Im Stil der Präsentationssoftware Prezi visualisierte Liu als erster die Textpassage* aus dem Interview mit dem amerikanischen Radiomoderator Ira Glass, Produzent der  vielfach ausgezeichneten Hörfunksendung This American Life. Bis heute wurde der Originalbeitrag auf Vimeo fast eine Million mal angesehen.

»Es war das anregendste und motivierendste Video, das ich je in meinem Leben gesehen habe.« erinnert sich Daniel Sax heute an diesen Moment. Er sah es sich immer und immer wieder an und war davon überzeugt, dass er nicht der einzige Kreative auf der Welt sei, der unter der Kluft zwischen dem eigenen Geschmack und den tatsächlichen Fähigkeiten leide. »Ende 2012 beschloss ich, die Worte von Ira Glass mit eigenen Bildern zu animieren. Ich brauchte rund ein Jahr vom Konzept bis zum Upload.«

Eigentlich produzierte Daniel Sax das Video nur für sich selbst und für alle, die mit ihrer kreativen Karriere auf der Stelle treten. Inzwischen ist er jedoch der Ansicht, dass die Worte von Ira Glass auf für viele andere Berufsgruppen eine Hilfe sein können.

This American Life (TAL) ist eine einstündige, wöchentlich übertragene Hörfunksendung, die vom US-amerikanischen Chicago Public Radio produziert wird und weltweit als Podcast erhältlich ist. Seit 1995 moderiert und produziert Ira Glass die vielfach ausgezeichnete Hörfunksendung. Sie erreicht fast 2 Millionen Hörer über mehr als 500 Sender. Im Mittelpunkt der Sendung stehen Reportagen, die sich einem spezifischen Thema widmen und teilweise durch Essays oder Kurzgeschichten ergänzt werden.

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*Die Worte von Ira Glass zum Mitlesen: “Nobody tells this to people who are beginners, I wish someone told me. All of us who do creative work, we get into it because we have good taste. But there is this gap. For the first couple years you make stuff, it’s just not that good. It’s trying to be good, it has potential, but it’s not. But your taste, the thing that got you into the game, is still killer. And your taste is why your work disappoints you. A lot of people never get past this phase, they quit. Most people I know who do interesting, creative work went through years of this. We know our work doesn’t have this special thing that we want it to have. We all go through this. And if you are just starting out or you are still in this phase, you gotta know its normal and the most important thing you can do is do a lot of work. Put yourself on a deadline so that every week you will finish one story. It is only by going through a volume of work that you will close that gap, and your work will be as good as your ambitions. And I took longer to figure out how to do this than anyone I’ve ever met. It’s gonna take awhile. It’s normal to take awhile. You’ve just gotta fight your way through.”

Editorial-Design-Konferenz in München

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Unter dem Motto Quo Vadis Editorial Design (QVED) nimmt Ende Februar die zweite Münchner Editorial-Design-Konferenz in der Alten Kongresshalle aktuelle Trends in der Zeitungs- und Zeitschriften-Gestaltung unter die Lupe. International angesehen Grafikdesigner, Journalisten und Verleger berichten über ihre aktuelle Arbeit, geben Einblick in gelungene und gescheiterte Projekte und zeigen Beispiele von anderen, die sie begeistern. »Am Scheideweg crossmedialer Gestaltung bringen sie zusammen, was heute Alltag ist: Bild und Schrift, App und Print, Lust und Leidenschaft.« heißt es auf der Website der Veranstaltung.

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Die Referenten: Johannes Erler (Stern), Stefan Kiefer (Spiegel), Mike Meiré (Meiré & Meiré), Raban Ruddigkeit (Freistil – Best Of German Commercial Illustration), Ahmed und Rashid Bin Shabib (Brownbook), Patrick Waterhouse (Colors), Pekka Toivonen (Kasino A4/FAT), Alex Breuer (Guardian), Will Hudson (It’s nice that), David Moretti (Wired Italia) und Wilhelm Vossenkuhl im Gespräch mit Rolf Müller. Kuratiert und moderiert von Boris Kochan, Mike Koedinger, Jeremy Leslie und Horst Moser. Die gesamte Konferenz wird sowohl Deutsch-Englisch als auch Englisch-Deutsch simultan übersetzt.

Den Schlusspunkt bildet die bereits legendäre Designers’ Battle: Johannes Erler moderiert den kreativen Schlagabtausch zwischen Mirko Borsche, Lars Harmsen und Mario Lombardo.

Veranstalter ist die Typographische Gesellschaft München (tgm), unterstützt von und gefördert durch Bayern Design und das Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie. Noch bis zum 27. Januar winken Early-Bird-Preise, das sind 150,– € für tgm-Mitglieder und 180,– € für Nichtmitglieder.

Trojanischer Text: Stellenanzeige im Free Font

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Die Hamburger Werbeagentur Jung von Matt macht mit einer ungewöhnlichen Recruiting-Aktion auf sich aufmerksam: Eine Stellenanzeige für Art-Direktoren versteckten die Kreativen in einer Schrift-Datei. Damit die Ausschreibung lesbar wird, haben ihre Urheber einfach die Zeichenbelegung verändert. In der Vorschau des Macintosh-Font-Installationsprobramms Schriftsammlung erscheint anstelle der Standardvorschau die Stellenanzeige, mit dem Wortlaut »Jung von Matt is looking for Art Directors with passion for typography«.

Die »anarchistische« Schriftart Troja Script wurde eigens für die Aktion entworfen und an Free-Font-Seiten und Designer-Portale verschickt, wo sie nun kostenlos heruntergeladen werden kann … zum Beispiel hier bei Designer in Action … Neben der Anzeigen-Version enthält die Schrift auch einen Schnitt mit normaler Zeichenbelegung.

Grafische Trends 2014, ermittelt von Shutterstock

Zum dritten Mal veröffentlicht die Online-Bildagentur Shutterstock ihre jährliche, globale Trendanalyse … als Orientierung für die Kreativen der Welt. Hierzu hat die New Yorker Zentrale 350 Millionen Downloads ausgewertet.

Die augenfälligsten Trends:

  • Kein Land gestaltet wie das andere. Von Pastellfarben in China zu lebendigen Texturen in den Niederlanden und globalen Bildelementen in Deutschland. Länderspezifische Themen sind stark im Kommen.
  • Flache, minimalistische Designs ersetzen Skeuomorphismus. Angetrieben durch Veränderungen in der App- und Software-Gestaltung, sind die Downloads von Flat Designs um 200 Prozent gestiegen.
  • Instagram-inspirierte Bilder sind visuelles Top-Thema. Mit der zunehmenden Beliebtheit von Retro-Filtern und mobilen Foto-Apps stieg die Suchanfrage nach Bildern mit Filterlook um 661 Prozent. Diese Entwicklung setzt sich weiter fort.
  • Gatsby, 3D Druck und BYOD (Bring Your Own Device) sind die Suchbegriffe mit den im Jahresvergleich höchsten Zuwachsraten von 625, 583 und 407 Prozent.
  • Video ist ein immer beliebteres Medium für visuelle Storyteller, und neue Auflösungsstandards wie 4k stehen zunehmend zur Verfügung. Beliebte Videokategorien sind aktuell Bildung, 3D-Renderings, Verkehr und Stadtansichten.

Die kompletten Designtrends sind im deutschsprachigen Shutterstock-Blog zu finden, wo man sich auch die nachfolgende Infografik ausleihen kann:

Brillen für typografische Entscheider

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Mit Brillengestellen, deren Form an zwei Schriftenklassiker erinnern soll, will der japanische Brillenhersteller Oh my Glasses seinen »typografisch gebildeten« Kunden die Entscheidung für eine Designrichtung erleichtern. Die Serie Type bietet im Moment zwei Linien an, Helvetica und Garamond, jeweils in Light, Regular und Back sowie in den Ausführungen schwarz, braunmeliert und kristallklar. Eine nette Idee, wobei die Schriftmerkmale Abstrich, Serifenform und Bogen bei der Gestaltung der Gestelle sehr frei interpretiert wurden … da wäre mehr drin gewesen.

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Für Farbfans: kostenloses HKS Colourmatch

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Mit dem Periodikum »Colourmatch« bewirbt der Offset-Druckfarben-Standard HKS regelmäßig eine kleine Auswahl aus seinem ca. 3000 Farbtöne umfassenden Farbsystem. Die Ausgaben greifen unterschiedliche Themen auf und inszenieren sie typografisch. Eingesetzt werden besondere Schriften meist von kleineren Foundries, die durch den Einsatz von Sonderfarbe besonders zur Geltung kommen. HKS verzichtet seit Einführung des Colourmatch völlig auf herkömmliche, in Prozessfarben gedruckte Produktwerbung und hat mit dem Colourmatch ein sammelwürdiges und inspirierendes Medium geschaffen. Jede Ausgabe ist aufwändig in fünf Sonderfarben gedruckt und kostenlos auf der Website www.hks-farben.de zu abonnieren. Gestaltet wird das Colourmatch von CLMNZ/Clemens Hartmann aus Karlsruhe. Im aktuellen Ausgabe werde die Schriften »Bloo« und »Caporal« von Damien Gautier vorgestellt.

Morgen: Buchstabenmuseum am neuen Standort

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Mit dem Umzug zum neuen Standort im HO|Berlin, früher eine DDR-Kaufhalle, hat sich das Berliner Buchstabenmuseum neu erfunden und erstmals thematisch geordnet. Auf über 350 Quadratmetern sind die Exponate ab morgen zu besichtigen. Ein Berlin-Bereich zeigt alte und neue Wahrzeichen der sich ständig wandelnden Hauptstadt, darunter Neuzugänge wie die fragilen Fragmente des Stadtbad Oderberger Straße … Lichtspiele und Konditorei werden erstmals präsentiert. Auch die legendären Zierfische erleuchten wieder in ganzer Pracht. Weitere stadtbekannte Schriftzüge der Sammlung sind Teile des Berliner Ostbahnhofes, als er noch Hauptbahnhof sein durfte, sowie ein kleines Stück Berlin-Geschichte, eine der Typo-Kacheln vom U-Bahnhof Alexanderplatz.

Technikbegeisterte können in einem eigenen Materialraum tief in das Innenleben der Buchstaben schauen. Es werden typografische Eigenheiten, verschiedene Stile und Herstellungsprozesse vorgestellt: selten-werdende Neonröhren, hochwertig verchromte Buchstaben oder aufwendig aus Steingut gebrannte Objekte sind nur einige Glanzlichter der Ausstellung.

Eröffnung: 6. Dezember 2013, 19 bis 22 Uhr
(Einlass ab 18 Uhr)

Es sprechen:
- Barbara Dechant und Anja Schulze, Vorstand Buchstabenmuseum
- Dirk Bücker, HO|Berlin
- Marcus Hahn, Leitung Ausstellungsbau und Planung Buchstabenmuseum
- Dr. Peter Funken, Kunstjournalist

Musik: DJ A.P.P. and live The Great Apes
Kulinarisch unterstützt durch: Roberta kocht
Beschriftet und Beleuchtet durch: hruby werbetechnik GmbH

Buch »Agiles Publishing«: Schluss mit Silodenken

agiles_publishing_titelDie Medienwelt steckt mitten im Wandel. Klassische Kanäle wie Fernsehen oder Print stehen durch das Aufkommen interaktiver, partizipativer und selbstbestimmter Formen der Mediennutzung vor großen Herausforderungen. Redaktionelle Inhalte und Nachrichten gibt es im Netz kostenlos. Damit steht das Web in Konkurrenz zu den herkömmlichen Printmedien. Löst das Internet die Zeitung und das Magazin ab, oder ergänzen sich beide Medien … irgendwann?

Überall wird über die Gründe der Veränderung und die eventuelle Auswirkungen auf die Kreativbranche, das Marketing und die Medienbranche diskutiert. Was fehlt sind Antworten auf den Fragenkomplex, wie Mediendesigner mit den Veränderungen im Publishing und in der Werbung umgehen sollen.

Genau hier setzt das Buch »Agiles Publishing« von Detlev Hagemann, Georg Obermayr und Matthias Günther an. »Agiles Publishing« ist keine Denkschrift, sondern ein Werkstattbuch: Traditionelle Arbeitsweisen der Medienproduktion werden auf den Prüfstand geschickt, konkrete Handlungshinweise machen Lust darauf, die Anregungen so schnell wie möglich in der Praxis umzusetzen.

Doppelseite 01, Agiles Publishing

Digitalen und cross­medialen Publishing-Produkte werden heute agil entwickelt. Agil sein, also schnell und flüssig handeln können, ist nach Meinung der Autoren das neue Fundament für Publishing und Marketing. Mit »agil« ist weniger eine sportliche Beweglichkeit gemeint, sondern eine neue Art kreative Prozesse zu denken und zu organisieren. Das Konzept der Agilität kommt ursprünglich aus der Software-Entwicklung. Statt einen kompletten Masterplan auf die Beine zu stellen, der vorne schon nicht mehr stimmt, wenn man hinten den Schlusssatz eingefügt hat, laufen agile Prozesse in kleinen Schritten und eng definierten Zeitfenstern ab. Zwischendurch wird Bilanz gezogen und korrigiert.

Um agil zu werden, appellieren die Autoren mit Leidenschaft an ihre Leser:

  • ändert eure Strukturen, befreit die Mitarbeiter aus ihren Silos
  • ändert eurer Medien- und Werbeproduktion, geht weg von starren Abläufen hin zu iterativen Prozessen
  • fokussiert euch auf Storytelling und die User Experience
  • lernt die spezielle Haptik digitaler Medien zu verstehen
  • implementiert Content-Strategien, Crossmedia-Planung, Data-driven Design und Responsive Thinking
  • setzt euch mit den Formaten und Ökosystemen von Digital Publishing auseinander
  • taucht ein in die technischen Herausforderungen der disruptiven Medien

Dieses Buch nimmt Medienschaffende mit auf eine spannende Reise in die Zukunft des Publishing. Es zeigt, wie Teams – aber auch Einzelkämpfer – mit kleinen agilen Schritten große Veränderungen erreichen können. Agile Teamarbeit eignet sich für jede etwas größere Medienwerkstatt, alleine wegen der IT-nahen Denke. Wer als Print-Unternehmen über eine E-Business-Erweiterung nachdenkt, muss sich unbedingt mit agilen Methoden auseinandersetzen, weil die alten nicht funktionieren werden.

Doppelseite 02, Agiles Publishing

Über die Autoren: Detlev Hagemann ist selbständiger Publishing-Consultant und -Trainer, Fachautor und Referent; Georg Obermayr leitet die Crossmedia Produktion in einer Werbeagentur, ist Fachautor und Referent; Matthias Günther arbeitet als Produktmanager für Publishing-Software und ist Hochschul-Dozent.

Mehr zum Buch auf der dazugehörigen Website: agile-publishing.de.
Hagemann, Obermayr, Günther: Agilers Publishing, 400 Seiten mit Schutzumschlag, erschienen im Kastner Verlag, ISBN 978-3-941951-86-0, Verkaufspreis: 39,90 Euro

Neue Fritz-Kahn-Monografie von Taschen (Verlosung)

fritz_coverDie weltweit erste Monografie über Fritz Kahn erschien im September 2009 (Fontblog berichtete) und war schnell vergriffen. Anlässlich des 125. Geburtstag des populärwissenschaftlichen Autors haben die Geschwister Uta und Thilo von Debschitz eine komplett überarbeitete und stark erweiterte Neuauflage herausgebracht: Der großformatige Bildband Fritz Kahn (Taschen, 2013) bietet einen noch tieferen Einblick in das Werk des fast vergessenen Pioniers der Infografik, mit über 350 Abbildungen auf 392 Seiten und in den Sprachen englisch/deutsch/französisch.

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»Die innere Atemfläche der Lunge mit ihren 350 Millionen Atemkammern ist so groß, dass sie als Zeitungsbogen ausgebreitet im Verhältnis zum Menschen die Riesenproportion dieser Zeitung erreichte« (1926)

Kernstück der Neuauflage ist der umfangreiche Bildteil mit 280 Illustrationen in zwanzig Kapiteln, die sich größtenteils an Kahns eigener Systematik orientieren. Gezeigt wird eine Auswahl der interessantesten Abbildungen aus dem veröffentlichten Gesamtwerk sowie einige noch erhaltene Originalentwürfe. Im Mittelpunkt stehen visuelle Analogien und Metaphern sowie grafisch oder inhaltlich besonders faszinierende Arbeiten. Um ihre Ausdruckskraft zur Geltung zu bringen und Verwandtschaften zwischen den Bildern erkennbar zu machen, wurden die Illustrationen aus dem Textverbund gelöst und ähnlich einer Sammelmappe neu zusammengestellt. Die meist vergrößerten Abbildungen lassen die visuelle Begeisterung erahnen, die Kahns reich illustrierte Bücher bei den Lesern damals auslösten. Original-Bildunterschriften erleichtern den Zugang zum Inhalt der Bilder, aber auch zu Kahns Denkweise.

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»Die Prinzipien des Wärmeschutzes bei Mensch und Thermosflasche«, 1926

Fritz Kahn erklärte in seinen Publikationen den menschlichen Körper bzw. die Phänomene der Natur so anschaulich, dass man auch ohne wissenschaftliche Vorbildung alles begriff. Das lag vor allem an den Illustrationen, die er von Grafikern und Künstlern anfertigen ließ. Deshalb gilt sein Werk zu Recht als Pionierleistung des Informationsdesigns. Man staunt über das, was man durch Fritz Kahn erfährt: So ist das Schienbein so stabil, dass es das Gewicht von 21 Männern tragen kann. Unser Körper produziert täglich 30 Meter Haarsubstanz. Ein Käfer kann 1.200 Tage hungern, bis er stirbt. In 300.000 Jahren steht Berlin unter Wasser …

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»Der Arzt der Zukunft« – in dieser Zukunftsvision von 1924 sagt Kahn die Telemedizin voraus

Eingerahmt werden Kahns Arbeiten von einem Vorwort des New Yorker Designhistorikers und Journalisten Steven Heller, einer Einführung zu Kahns beruflicher Laufbahn und Arbeitsweise sowie biografischen und bibliografischen Hintergrundinformationen. AUf diese Art präsentiert die Monografie einen Überblick über Kahns gestalterisches Werk, das damals wie heute durch außergewöhnliche Vielschichtigkeit und Lebendigkeit fasziniert.

Zwei Bände von Fritz Kahn möchten wir gerne unter den Leserinnen und Lesern des Fontblogs verlosen, die bitte die folgende Frage bis kommenden Freitag (15. 11. 2013), 12:00 Uhr beantworten (Nicht wundern: dein Kommentar mit der Antwort wird nicht vorübergehend nicht veröffentlicht):

Wie oft könnte man (nach Fritz Kahn) die menschlichen Blutzellen um den Globus wickeln, wenn man sie zu einer langen Kette aneinanderreiht?

Wer nicht gleich darauf kommt: Hilfreiche Details zur Lösung finden sich auf der Kahn-Projektwebsite.

Wer nicht warten möchte, kann Fritz Kahn von Uta und Thilo von Debschitz, Taschen 2013 (englisch/deutsch/französisch) gleich hier bei FontShop ordern, für nur 39,99 Euro …