— Spaß —


Auf vielfachen Wunsch: mein Pecha-Kucha-PDF

Vor drei Wochen fand der 25. Berliner Typo-Stammtisch statt, mit einem amüsanten Pecha-Kucha-Vortragsreigen:

  • Ole Schäfer »Rockdesign«
  • Alex Branczyk »Keine Bahnhofs-, eine Flughafenschrift!«
  • Jürgen Siebert »Die 10 größten Designjobmissverständnisse«
  • Frank Rausch »Money, Money, Money«
  • Georg Seifert »Glyphs (Teil 2)«
  • Andreas Frohloff »Einblicke in meine Federsammlung«
  • Christine Gertsch »Modono Mio«
  • Silke Schaffrath & Ilja Wanka »Kultur gut stärken«

In meinem Beitrag habe ich versucht, binnen 6 Minuten ein überzeugendes Sanierungskonzept für die Kommunikationsdesignbranche anklingen zu lassen. Auf 20 Folien prangerte ich – in einem Countdown à la David Letterman – die 10 beständigsten Vorurteile der Designszene an, beginnend mit Platz 10 und endend mit Platz 1, dem Top-Jobmissverständnis der letzten Jahre. Eine Schnellumfrage unter einem Dutzend Design-Koryphäen hat mir dabei geholfen, die Thesen umfassend zu entwickeln. Jede der 10 Thesen wird auf 2 gespiegelte Sichtweisen präsentiert, als:

  1. entlarvendes, teils bereits verinnerlichtes Selbstbild der Designer
  2. als sprach-taktisches Manöver des Auftraggebers

Die Erkenntnisse dieser Recherche waren die Basis für meine aktuelle PAGE-Kolumne, die vor wenigen Tagen in der gedruckten Ausgabe erschien und seit gestern auch online nachzulesen ist. Wer keine Lust zum Lesen langer Texte hat, klicke sich einfach durch das PDF meines Vortrags. Dabei ist lediglich zu beachten, dass man die gelbe These heftigst ablehnen sollte, um die darauf folgenden Zitate auf Rot unmittelbar zu belächeln. Nach den 20 Folien seid ihr gerüstet für ein selbstsicheres Gespräch mit eurem Auftraggeber.

Nichtlesen #31: Grüße aus dem ruhigen Lübberstedt

Bekanntlich führen die zahlreichen Dienstreisen unseren Herrn Grabowski mit schöner Regelmäßigkeit an die Tresen dieser Welt. Nicht so sein letzter Ausflug. Aus geschäftlichen Gründen buchte er eine private Reise zur Familie aufs Land, die er als »Projekt-Besprechung« steuerlich absetzen wollte.

Zu einer jeden guten Reise gehört nach der Anfahrt eine Ankunft, und die fand dann auch am Freitag letzter Woche statt. Und zwar in einem 300-Seelen-Dorf namens »Lübberstedt«, das rund 44 Kilometer südlich von Hamburg in der Lüneburger Heide liegt und mit dem Auto in einer halben Stunde Fahrt erreicht ist. In den Bildern dazu sehen Sie Grabowskis Aufnahmen vom Bahnhof Lübberstedt, intern auch »Grand Central Lübber-Station« genannt.

Laut Fahrplan für das Jahr 2010 (siehe Abbildung weiter unten) verkehrt hier auf der eingleisigen Bummel-Bahn-Trasse ein paar Mal im Jahr der »Heide-Express«, der Ausflügler durch die Lüneburger Heide kutschiert.

Sodann quartierte sich Herr Grabowski im familiären Domizil ein und verbrachte ein ungestörtes Wochenende mit Projekt-Besprechungen zu Themen wie »Käffchen?« oder »Kuchen?« und ähnlichen, bis es plötzlich in der Nacht von Sonntag auf Montag mit der ländlichen Ruhe vorbei gewesen sein sollte.

Kurz nach Mitternacht nämlich – Herr Grabowski arbeitete mit seinen Geschwistern gerade an der Umsetzung des Konzepts »Kaminfeuer an und Filmchen kieken!« – meinte man, in der Ferne eine Fanfare zu hören. Wenig später vernahm man die Fanfare aus der Nähe. Gleichzeitig wackelte das ganze Haus. Da Herr Grabowski von den Erschütterungen ohnehin schon aus dem Sessel geflogen war, ging er zum Fenster und schaute nach, was da los war.

Tatsächlich war da so einiges los; ein Güterzug immerhin! Und zwar ein echter Kaventsmann von einem Güterzug mit locker 20 bis 30 Waggons, der hier um kurz nach 0:00 Uhr durchs Dorf und etwa 7 Meter am Grabowskschen Haus und Wohnzimmer vorbeibretterte. Wieder ertönte die Fanfare, die sich jetzt als Signalhorn des Zuges herausstellte, sich deswegen aber nicht unbedingt leiser anfühlte.

Wenige Stunden später lag Herr Grabowski tief schlummernd im Bett, als er plötzlich vor Schreck fast aus dem Bett purzelte. Erneut das Signalhorn, wieder das Gerumpel, wieder ein Güterzug. Grabowski schaute auf die Uhr: Es war 3 Uhr 34 mitten in der Nacht von Sonntag zu Montag. Jetzt doch leicht ungehalten über die Störung und ja ohnehin unsanft geweckt, ging Grabowski zum Fenster, wo es ihm gelang, diese spektaktuläre Film-Aufnahme des zweiten durchs Dorf knatternden Güterzuges zu machen. (Spektaktulär an diesem Film ist zum Beispiel, dass man fast nichts sieht außer tiefschwarzer Nacht. Dafür hört man aber sehr schön. Wir empfehlen für vollen Film-Genuss, die Lautsprecher Ihres Abspielgerätes auf maximale Lautstärke zu stellen.)

Am Montag dann fuhr Herr Grabowski etwas verschlafen nach der zerschossenen Nacht zurück nach Berlin, wo er in dieser Angelegenheit recherchierte. Seine Ergebnisse zusammengefasst führen uns direkt zur Pointe dieser Geschichte, die da lautet: Es gibt keine. Das alles ist vollkommen real. Wir betonen das nur deswegen, falls es Ihnen so schwer wie uns fallen dürfte, das zu glauben. Und wie die Recherche weiterhin ergab, handelt es sich beim nächtlichen Güterzugverkehr vom letzten Wochenende auch nicht um eine Ausnahme. So sieht’s aus.

Michael Bukowski

P.S.: Falls Interesse, hier ein paar Links zum Thema: eine Bürgerinitiative und das verantwortliche Bahn-Unternehmen

Nichtlesen #30: Eine Liebe in Zeiten von Grabowski

s war eines Tages im Schönebereger Kiez – Agentur-Chef Grabowski ging gerade seinen Pflichten als Stammgast nach und saß demgemäß am Tresen –, als sich auf einmal etwas völlig verrücktes ereignete. Plötzlich nämlich betrat eine hübsche Frau das Lokal und setzte sich an den Tresen.

»Oha, eine Frau!«, werden Sie jetzt denken … und Sie denken richtig. Lassen Sie uns diesen Sachverhalt etwas eingehender beleuchten. Tatsächlich haben sich inzwischen nämlich viele und nicht gerade die unbegabtesten Geister mit dieser Angelegenheit beschäftigt. Bis heute kann man grob zwei verschiedene Gehlehrtengruppen unterscheiden: auf der einen Seite wäre die Frankfurter Schule (Frankfurt/Oder) zu nennen, deren Interpretation sich vereinfacht gesagt mit »Boah, krass! Ne hübsche Frau!« zusammenfassen läßt.

Auf der anderen Seite die Schöneberger Fraktion, deren Kern-These in einem beherzten »Nun ja, so oder ähnlich auch schon mal erlebt!« mündet. Aber lassen wir die Gelehrten sich mal alleine weiter streiten. Interessant ist nämlich, was dann passierte.

Das Szenario »hübsche Frau setzt sich an Tresen« hatte Grabowski nämlich prophylaktisch längst beplant, bzw. er hatte die Mitarbeiter instruiert, was in solchen Fällen zu tun sei; nämlich erstens:

Unauffällig einen der Deckenstrahler auf Grabowski adjustieren. Und zweitens: Eigens für diesen Anlaß angefertigte Hinweispfeile aus Styropor aufstellen und auf Grabowski ausrichten.

Fehlte nur noch eine dritte Maßnahme, die Grabowski persönlich in die Hand nahm. Er holte ein Buch des berühmten Soziologen und Systemtheoretikers Niklas Luhmann aus seiner Tasche und begann, sehr konzentriert und vor allem sehr offensichtlich darin zu lesen. Dieses Exemplar hatte er übrigens eigens deswegen erworben, weil der Name des Autors Luhmann in ungewöhnlich großer Schrift aufgedruckt und somit aus einiger Entfernung lesbar war.

Und nach wenigen Augenblicken war Grabowski höchst zufrieden über das Erscheinungsbild, mit dem er sich gegenüber der Frau präsentierte; also mit eigenem Spot, eigenen Pfeilen und anspruchsvollem Buch in der Hand. Vermeintlich Luhmann lesend, linste er verstohlen zur Dame am Tresen und siehe da: Er meinte ein leichtes Anzeichen von Interesse auszumachen!

Trotzdem: Ein bißchen flau, diese Reaktion, dachte er, und zog in Erwägung, die Polizei zu rufen. Aber er hatte noch einen Trumpf im Ärmel. Unauffällig gab er dem Barmann ein Zeichen, der daraufhin mit seinem Handy im Café anrief, woraufhin das Telefon an der Bar klingelte, das der Barmann dann persönlich abnahm, woraufhin er einen Augenblick später für alle hörbar laut über den Tresen rief: »Hey Grabowski, ist für dich. Steve Jobs ist dran. Er will mit dir dieses neue Cloud-Projekt besprechen, falls du Zeit hast.«

»Ja, passt schon«, sagte Grabowski und schlenderte betont lässig zum Telefon, an dem er ein paar angeberische Business-Phrasen absonderte – und zwar laut – und das angebliche Gespräch mit Steve Jobs dann euphorisch beendete, während er nebenbei nach der Frau am Tresen spähte. Und siehe da! Anscheinend hatte sie angebissen!

Wenig später saß Grabowski wieder auf seinem Hocker am Tresen, als die Frau sogar direkt auf ihn zukam und ihn ansprach.

- Hallo, ich bin Andrea.

- Guten Tag, ich bin Grabowski. Schön, dich kennenzulernen.

- Ja, freut mich auch.

Daraufhin plauderten die beiden etwas und wenige Minuten später hatte Grabowski – wie er sagt: aus Liebe! – bei Andrea eine TV-Zeitschrift abonniert und sich für das dreiteilige Reisekoffer-Set als Werbeprämie entschieden.

Michael Bukowski

Nichtlesen #29: »Wind of Change«

Heute morgen dachte sich unser Chefredakteur beim Verfassen dieses Beitrages: »So, jetzt erst mal ein gepflegter szenischer Einstieg!« Gesagt, getan:
Der so wolkenverhangen begonnene Tag sandte plötzlich ein paar zarte Sonnenstrahlen in den Keller des Café Wirleässig in Berlin-Schöneberg und illuminierte eine uralte Handschrift. In seinen vor Aufregung zitternden Händen hielt dieses Dokument der Text-Chef von Auweier Unhold & Partner, der auch als Leiter der historischen Forschungsabteilung der Werbeagentur fungiert. Eben hatte er im Archiv des Café-Kellers ein erstaunliches Dokument entdeckt, das dieses Zitat aus dem frühen 12. Jahrhundert in mittelhochdeutscher Schrift enthält:

»Windmül versauet mîr dehn Dîchters Blik.«

Damit war der historische Beleg für den frühesten Widerstand gegen die Windkraft gefunden. Eine Sensation! Verständlich allerdings nur, wenn man die Zusammenhänge kennt. Passen Sie auf, was ein populärer deutscher Dichter der Neuzeit vor einigen Jahren in einem der führenden Nachrichtenmagazine des Landes verlautbaren ließ:

»Windräder versauen mir den dichterischen Blick.« (Quelle: DER SPIEGEL, NR. 3/1999, »Kampf der Verspargelung«)

Die Ähnlichkeit zwischen den beiden Aussagen ist verblüffend. Anscheinend hat unser zeitgenössischer Denker einfach nur Windmühlen durch Windräder ersetzt und den Spruch ohne störende dichterische Freiheiten ansonsten übernommen.

Der wachsende zeitgenössische Widerstand gegen die Nutzung der Windenergie folgt also einer hunderte Jahre währenden Tradition. Bis heute war die Forschung von der Gründung der Widerstandsbewegung im 17. Jahrhundert durch den außerordentlich engagierten spanischen Bürgerprotestler Don Quijotte ausgegangen. Dessen Kampf gegen die Windnutzung hat der Journalist Cervantes bekanntlich in einer packenden und brillant recherchierten Reportage festgehalten. Herr Quijottes Feldzug gegen die Windmühlen war allerdings zum Scheitern verurteilt, da er als Einzelkämpfer ohne die Gründung einer Bürgerinitiative und ohne jeglichen juristischen wie wissenschaftlichen Beistand vorgegangen war.

Heute ist die Gegenwind-Bewegung erfahrener, organisierter und fundierter. Man kritisiert nicht mehr nur wie im 12. Jahrhundert die Beeinträchtigungen des dichterischen Schaffens durch die Verwindnutzung der Landschaft. Eine kurze Internet-Recherche im Milieu bringt überraschende Erkenntnisse zutage, wie folgende Beispiele zeigen:

Mit dem Wind Turbine Syndrome verfügt die Bewegung über ein eigenes Krankheitsbild mit Symptomen wie Schlafstörungen, Übelkeit, Kopfschmerzen etc. – empirisch belegt mittels einer Studie an »38 Personen vom Kleinkind bis zum Erwachsenen«. Desweiteren haben zahlreiche Schriftsteller und Professoren ein grundlegendes Papier verfasst und unterzeichnet, dank dem der Widerstand über eigenes Manifest verfügt; und zwar das Darmstädter Manifest.

Und wissenschaftliche Unterstützung erhält die Bewegung vom renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT). Hier wurde eine Studie mit diesem Ergebnis verfasst: »Windkraftanlagen können Klima schädigen: … in einer Klima-Simulation für das Jahr 2100 wurde festgestellt, dass die Temperatur über Land um mehr als ein Grad steigen könnte, wenn nur 10% des Weltenergiebedarfs aus Windkraft erzeugt werden. Gleichzeitig sinkt die Temperatur über den Ozeanen. Ursache ist die verringerte Luftbewegung; die lokalen Folgen könnten erheblich sein und sollten weiter untersucht werden.«

Wie man anhand der kompetenten Forschungs- und Rechercheleistung von Auweier Unhold & Partner sehen kann, hat die Gegenwind-Bewegung seit dem 12. Jahrhundert eine anhaltende Professionalisierung durchlaufen. Die Agentur dagegen geht einen ganz eigenen Weg. Bei Auweier Unhold & Partner ist man weder für noch gegen die Windkraft, sondern nutzt sie für eine beeindruckende Innovation. Auf Basis der Grundlagenforschung wurde ein echtes Win-Win-Wind-Wunder entwickelt.

In der ersten Ausbaustufe ist die Windnovation für gastronomische Betriebe angedacht. In Cafés, Restaurants etc. werden auf den Tischen kleine Windkraftanlagen installiert; quasi umgedrehte Tischventilatoren. Alle Gäste, die gerade nicht reden, müssen dann mittels Pusten die Windräder am Laufen halten. Die so erzeugte Energie wird direkt in den Stromkreislauf des jeweiligen gastronomischen Betriebes eingespeist. Mit den mundbetriebenen Windrädern wird die Energie für Licht, Musik, Backöfen und andere Verbrauchseinheiten erzeugt – absolut regenerativ und ökologisch einwandfrei. Ein schöner Nebeneffekt: Sollte einmal unangenehmes Schweigen zwischen zwei oder mehreren Personen an einem Tisch entstehen, fällt das gar nicht weiter störend auf, da man ja in die Windräder pusten kann und somit beschäftigt ist.

Natürlich eignet sich die neue Technologie in der nächsten Ausbaustufe auch für den Hausgebrauch: Anstatt von großen Windrädern mit den besagten Nachteilen wie Verspargelung, Versyndromung und Verklimaschädigung etc. ziehen die Windkraftwerke in entsprechender Größe in den Haushalt ein: Einfach zuhause im eigenen Wohnzimmer in die handlichen Privatwindräder pusten und so den eigenen Strom erzeugen. Aktuell erwägt man bei Auweier Unhold & Partner schon eine Adaption des Produkts für junge Zielgruppen. Denn in bunt angemalte Heim-Windkrafträder pustet auch der Nachwuchs gerne rein und da kommen ordentlich Kilowattstunden in den Kreislauf.

Dieses sensationelle Windkonzept von Auweier Unhold & Partner wurde bereits mit zahlreichen Innovationspreisen ausgezeichnet, mit Fördergeldern versehen und sogar besungen! Die deutsche Rock-Band »The Scorpions« komponierte eigens für die Auweier-Windkraft den Song »Wind of Change«, der längst als weltweiter Hit bekannt ist. Geht doch!

Michael Bukowski
Illustrationen: © Radius Images, via ZOOM

Nichtlesen #28: Geheimnis der ungelieferten Pizza

ekanntlich logiert die Werbeagentur Auweier Unhold & Partner im Café Wirelässig in Berlin-Schöneberg. Diese Adresse dient gleichzeitig als Hauptstadtrepräsentanz der Agentur, was ordentlich Kosten an Raum und Personal spart.

Kürzlich saß das Agentur-Team im Café und brütete über einem Problem. In letzter Zeit hatte sich nämlich eine gewisse Pitch-Müdigkeit in der Agentur breitgemacht. Dass ab und an ein potentieller Kunde bei einer AUP-Wettbewerbspräsentation einschlief, war noch legitim. Aber in letzter Zeit fielen immer öfter auch die präsentierenden Agenturvertreter mitten im eigenen Vortrag in tiefsten Büroschlaf. Was tun dagegen?

Einen ganzen Tag saßen die Leute zusammen, um das agentureigene Präsentationsproblem zu lösen. Etwa gegen 22 Uhr abends war es dem Team immerhin gelungen, sich in einem wichtigen Punkt auf einen Konsens zu einigen. Man verständigte sich ohne Gegenstimme darauf, dass inzwischen alle richtig Hunger hätten. Also rief einer beim Lieferservice an und bestellte sich Pizza ins Café.

Leider wartete man vergeblich auf die Lieferung. Die für das Projekt »Pizza bestellen« verantwortliche Auf-ne-Art-Direktorin Eisi Verspeisi rief noch mal beim Pizza-Laden an und fragte nach. Der Pizza-Bote sei schon lange unterwegs und müsste längst geliefert haben, sagte man ihr. Mehr wisse man auch nicht, entschuldigte man sich.

Erst am nächsten Tag ließ sich das Geheimnis der ungelieferten Pizza klären, bzw. es klärte sich von selbst in Form eines Zettels im Briefkasten vom Café Wirelässig. Auf dem Zettel hieß es, dass man die Bestellung leider nicht zustellen konnte, da man niemanden angetroffen habe, was natürlich Quatsch war, da die Leute ja den ganzen Abend konzipierend im Café Wirelässig verbracht hatten. Dazu folgte noch der Hinweis, dass die Bestellung am nächsten Werktag, aber nicht vor 17 Uhr abgeholt werden könne. Damit war die Sache klar: Eisi Verspeisi hatte versehentlich ausgerechnet jenen Pizza-Laden angerufen, der dafür berühmt ist, dass dort ein Pizza-Bote mit Paketzustellerhintergrund arbeitet.

Der Mann war hatte es auch im Privatleben nicht leicht. Wenn man sich erst mal über Jahre daran gewöhnt hat, anstatt zu klingeln gleich eine »Nicht angetroffen«-Benachrichtigung in den Briefkasten zu werfen, verankert sich dieses Verhalten tief in der Motorik. Die Freundin des Ex-Paket-, jetzt Pizza-Zustellers wartete zum Beispiel manchen Abend vergeblich zuhause auf ihren Freund und fand am nächsten Morgen einen Zettel im Briefkasten mit der Nachricht: »Ich konnte mich Dir leider nicht zustellen, da ich Dich gestern nicht angetroffen habe. Die bestellte Verabredung kann am nächsten Werktag, aber nicht vor 17 Uhr bei mir zuhause abgeholt werden.« Schon peinlich, auf ’ne Art.

Das soll aber mal nicht unser Problem sein. Denn wie eingangs erwähnt, stand die dringende Aufgabe der Pitch-Müdigkeit im Raum, die inzwischen gelöst wurde – und zwar mit diesem verblüffend simplen Konzept: Wenn die Agentur mitten in einer Wettbewerbspräsentation steht, setzen Auweier Unhold & Partner einfach bei »Pitch-Bet« auf ihre eigene Niederlage. Damit lagen sie bisher immer richtig und auf diesem Wege kommt längst viel mehr Kohle rein, als wenn man sämtliche Pitches gewinnen würde. Der weitere Vorteil ist, dass man beim Präsentieren guten Gewissens auch ein Nickerchen halten darf, was die Chancen auf den gewünschten negativen Ausgang enorm erhöht.

Das muss jetzt aber unter uns bleiben

Aber ist das nicht illegal, bei Pitch-Bet auf sich selbst zu setzen, meinen Sie? Völlig richtig. Lassen Sie uns das folgende daher bitte im Vertrauen sagen. Also unter uns jetzt: Natürlich darf keine Agentur bei Pitch-Bet auf einen Pitch tippen, in den man selbst involviert ist. Auweier Unhold & Partner haben daher einen Mittelsmann eingeschaltet, einen gewissen Joseph B. aus der Schweiz, der sich als sehr zuverlässig erwiesen hat, obschon er eine recht happige Provision verlangt.

Das muss jetzt aber nicht unter uns bleiben

Davon abgesehen nutzt man bei AUP die aus den verlorenen Pitches und Etats gewonnene Zeit, um sich um die Bestandskunden zu kümmern. Einen beachtlichen Erfolg feiert man dieser Tag mit einer SEO-Kampagne für die Lektüre für Nichtleser, die jetzt als eines der weltweit führenden Such-Ergebnisse im »leck mich«-Segment firmiert. Laut Screenshot vom 10. Juni 2011 rangiert Nichtleser auf einem sensationellen 1. Platz bei rund 1,14 Mio. »leck mich«-Ergebnissen.

Auf die Frage, wie dieser schöne Erfolg erzielt wurde, antwortete uns Agentur-Chef-Grabowski: »Wie wir das geschafft haben? Ganz einfach, mittels der »Aus Versehen«-Technology. In diesem Fall haben wir es so arrangiert, dass wir versehentlich während der ersten Wochen diese Kolumne hier falsch verlinkt hatten; nämlich auf einen Blog-Artikel mit dem Titel »Leck mich« und nicht auf die Startseite von Lektüre für Nichtleser. Die aus dieser unbeabsichtigten Fehlverlinkung resultierenden zahlreichen Zugriffe vom Fontblog aus haben uns jetzt zum Marktführer in den »leck mich«-Charts bei Google gemacht. Sie sehen: Manchmal ist es hilfreich, keine Ahnung zu haben, wenn man etwas erreichen will.«

Michael Bukowski

Nichtlesen #27: Vivantes viral – ›Machsdu misch was?‹

or kurzem startete eine der erfolgreichsten viralen Kampagnen überhaupt, aus dem Hause Auweier Unhold & Partner für den Klinikkonzern Vivantes. Die Kampagne basiert auf der in Berlin weit verbreiteten Redewendung »Isch mach Disch Krankenhaus«.

Moment mal: Krankenhaus? Das ist doch total unpersönlich, dachte man sich bei Auweier Unhold & Partner. Würden die Leute, wenn man es nur richtig kommuniziert, andere Leute nicht viel lieber in eine bekannte, vertrauensvolle Adresse machen als herzlos und anonym Krankenhaus?

Genau! Denn siehe da: Die Kampagne zündete umgehend und statt »Isch mach Disch Krankenhaus« hört man auf den Straßen Berlins eigentlich nur noch das weit freundlichere »Isch mach Disch Vivantes«.

Jetzt galt es, im Sinne des Kunden die Wirkung der Kampagne zu quantifizieren. Zur Messung der Real-Life-Engagements und -Likes stellte die Agentur einige hundert studentische Meinungsforscher ein, die mit einer klaren Ansprache für eine Straßenumfrage instruiert wurden. Dabei wurde die Popularität durch die offensive Kontrastierung mit dem Vivantes-Wettbewerber, der Charité, gestützt.

Aufgabe der Studenten war es, ihre Umfrage mit den Worten »Ey, isch mach Disch Schariteh« einzuleiten. Hier das Ergebnis: In einhundert Prozent der Fälle wurde die Ansprache der Studenten mit »Machsdu misch was? Schariteh? Hahaha!« beantwortet. Der weitere Verlauf der Interviews gliedert sich dann in drei verschiedene Ergebnisgruppen:

- 73 von 100 Studenten wurden nach dem Interview von den Interviewten konkret Vivantes gemacht.

- Nur 9 von 100 wurden Schariteh gemacht, was aber von Seiten der Machenden nicht beabsichtigt war und nur aus der zufälligen räumlichen Nähe zur Charité resultierte.

- Die restlichen 18 von 100 Studenten wurden leider ohne Umweg über einen Klinikaufenthalt Friedhof gemacht. Das ist natürlich ärgerlich, weil es nicht auf die Marke Vivantes einzahlt. Trotzdem handelt es sich prozentual gesehen um einen erstaunlich geringen Streuverlust.

Fazit: Obwohl die Berliner Charité der weit größere Krankenhauskonzern ist, liegt Vivantes nicht nur in der Bekanntheit weit vor dem traditionsreichen Wettbewerber. Auch im Bereich des handfesten Verhelfens anderer Mitbürger zu stationären Klinikaufenthalten mit entsprechender Umsatz-Generierung für den Konzern hat Vivantes eine führende Position erreicht.

Übrigens erweisen sich sogar die Ärzte der Vivantes-Krankenhäuser als spontan infiziert von der viralen Auweier-Kampagne. Immer öfter hört man bei Patientenvisiten oder Operation: »Ey, isch mach Disch Vivantes wieder raus».

Obwohl es noch viel über die genaue Ausgestaltung der Kampagne zu berichten gäbe, müssen wir leider schon zum Ende kommen, da Agentur-Chef Grabowski terminlich verhindert ist. Eben antwortete er auf die Anfrage unserer Redaktion nach mehr Infos zum Thema mit dieser SMS: »Jetze nich. Mach isch misch gerade Kampagnen-Award-Entgegennehmung.«

Michael Bukowski

Nichtlesen #26: Grabowski und die Jan-Jakobiner

ekanntlich befindet sich der Hauptsitz der Werbeagentur Auweier Unhold & Partner in einem Café in Berlin-Schöneberg. Mit diesem Schöneberger Kiez hat sich Agentur-Chef Grabowski offensichtlich näher beschäftigt. Heute erreichte uns dieser Bericht:

Die Gegend um den Kollwitzplatz in Berlin Prenzlauer Berg ist legendär für ihren Kindersegen und die Geschichte ist eigentlich hinlänglich abgefeiert in Satiren aller Art. Trotzdem müssen wir da noch mal kurz ran, denn inzwischen werden wir auch in Schöneberg vom Kindersegen à la Prenzlauer Berg heimgesucht.

Vielmehr aber als der Kinderreichtum an sich ist dabei die Attitüde der Eltern interessant. Kinder werden weniger aufgezogen, als vielmehr präsentiert. Über dem ganzen Gewese schwebt das Motto »Ich habe Kind, also bin ich« oder »Lassen Sie mich durch, ich bin Mutter!«.

Im Kleinformat etabliert sich dieses Soziotop jetzt leider inzwischen auch in Berlin-Schöneberg. Das hört man schon an den Namen, mit denen an einschlägigen Plätzen reichlich Kinder gerufen werden und mit denen man für die gewünschte soziale Distinktion sorgt. Lena, Lea, Leander, Leon … und wie sie nicht alle heißen, die mit einer Überdosis Bedeutung bizarrisierten Kleinen.

Besonders beeindruckt war ich kürzlich von einem Elternteil gewesen, das mehrmals laut und evoziert über die Café-Terrasse nach seinem Jan-Jakob gerufen hatte. Und zwar ungefähr so:

»Jan-Jakob, kommst Du bitte!«

»Jan-Jakob, nimm die Hände weg von der BILD-Zeitung! Das ist Pfui-Bäh. Wir hatten das doch bis zur Unterschriftsreife diskutiert, Jan-Jakob.«

»Jan-Jakob, geh weg von den Unterschicht-Kindern. Du holst Dir noch Hirnspam, Jan-Jakob!«

Nun, diese Nummer brachte mich auf eine Idee, die ich wenig später auch gleich in die Tat umsetzte. Ich borgte mir für einen Nachmittag den Hund einer Freundin und besuchte mit ihm die einschlägigen Plätze der Schöneberger Kinder-Szene. Kurzerhand taufte er den Hund, der eigentlich »Henrietta-Valentina« heißt, in Jan-Jakob um und ließ ihn ohne Leine über den Platz flanieren. Der freilaufende Hund gab mir nun reichlich Anlaß, wiederholt, laut und sehr distinguiert nach ihm zu rufen: »Jan-Jakob, kommst Du bitte!«

Im ersten Moment waren die anwesenden Eltern angenehm überrascht, dachten sie doch, in mir ein Mitglied ihrer Zunft auszumachen. Aber auf den zweiten Blick entdeckten sie, was wirklich los war.

Und in diesem Moment in die entsetzten Gesichter der Schöneberger Distinguiert-Eltern zu blicken, war eines der schönsten Erlebnisse meines Lebens. Leider ist es kaum möglich, Ihnen den schockierten Ausdruck der in ihren Grundfesten irritierten Eltern in Worten zu schildern. Wir bitten daher, daß Sie sich das kurz vorstellen. Versuchen Sie es ruhig und glauben Sie uns: Es lohnt sich! (Zumindest für alle ohne Kind namens Jan-Jakob.)

Und übrigens: Falls mich einmal jemand von Ihnen in Schönberg sucht, Sie erkennen mich ganz leicht: Ich bin der ohne Kinderwagen.

Davon abgesehen nutzen wir die Monokultur der Kindervornamen in Schöneberg für ein neues Spiel, das wir Kindernamen-Poker nennen. Es funktioniert ganz simpel. Hier mein Bericht einer Partie Kindernamen-Poker, die ich neulich mit einem Kumpel gespielt habe.

1. Runde: Spielplatz an der Akazienstraße. Mein Kumpel hat Anstoß. Er ruft laut über den Platz: »Leeeeeooooon«. Guter Versuch: Zahlreiche kleine Leons drehen sich zu uns um. Wir zählen durch und kommen auf 17 Punkte, also Leons. Nicht schlecht.

2. Runde, nächster Spielplatz eine Ecke weiter. Ich bin dran und versuche es mit »Leeeeenaaaaa«. Diverse kleine Mädchen drehen sich zu uns um, wir zählen durch und kommen auch auf 17. Verdammt! Unentschieden. Nein, Moment: da hinten, die Kleine bei der Rutsche, sage ich zu meinem Kumpel und tatsächlich … die Kleine bei der Rutsche guckt zu uns und sagt »Papi?«. Noch ein Treffer, macht 18 Punkte, bzw. Lenas!

Die erste Runde ging schon mal an mich. Danach battleten wir noch eine Runde an zwei weiteren Spielis, wo ich leider mit nur 3 Joshuas untergegangen bin gegen meinen Kumpel, der satte 12 Eliasse gemacht hatte. Aber was soll’s, macht Laune, das Spiel.

Michael Bukowski

Nichtlesen #25: Agentur-Battle!

Berlin, 20. Mai 2011. Erwarten Sie, liebe Nichtleserinnen und Nichtleser, nichts geringeres als einen knallharten Showdown, einen Kampf der Titaten der Branche! Es treten an: Scholz & Friends Group versus Auweier Unhold & Partner.

AGENCIES … let’s get ready to ruuuuuuuumble!

Aber zunächst ein Wort zur Vorgeschichte. Kürzlich weilte Herr Grabowski bei einer Veranstaltung zu Besuch in den neuen Räumlichkeiten von Scholz & Friends, wobei ein paar interessante Schnappschüsse entstanden sind. Denn bekanntlich logiert die Agenturgruppe inzwischen in einem komplett neu errichteten Areal namens Hackesches Quartier, dessen Lage gerne mit »mehr Mitte geht nicht!« (Anm. d. R. »… hüstel …«) beschrieben wird.

Schon vom Eingangsbereich (siehe Abb.) war Herr Grabowski begeistert. Zitat: »Sieht do’ super aus! Stabil modern und einladend, aber auch Respekt gebietend. Und die Lage erst mal: Holla die Waldfee, ist dis zentral heute hier wieder hier am Hackeschen Markt! Mehr Mitte geht nicht, würde ich mal sagen.«

(Anm.d.R.: Zum Glück ist Herrn Grabowski die Assoziationskette »Litfass-Platz – Litfasssäule – Reklame – Werbung – große Agentur« anscheinend entgangen, sonst hätte er sicher einen Witz auf »Brüller«-Niveau daraus gebaut. Wir begrüßen diese Unterlassung sehr.)

Sodann kam unser Agenturchef auf Fremdagenturbesuch auch im Gebäudeinneren (siehe Abb. unterhalb) aus dem Staunen nicht heraus. Zitat: »Weiß ich doch, was das ist! Das kenne ich doch von U- und S-Bahn-Stationen. Das ist nämlich Rolltreppe! Und ich fahre gerne Rolltreppe.«

Nachdem dann diverse standesgemäße Panorama-Blicke aus den höheren Etagen auf den Fernsehturm am Alex und die Skyline von Berlin oder so (Anm. d. R. Sie dürfen jetzt applaudieren.) absolviert waren, entdeckte Herr Grabowski ein Detail, das ihn final beeindruckte. Zitat: »Award Management, ick flipp aus! Ne eigene Abteilung nur für die Organisiere von die Award-Einreiche. Verdammt, diese coolen Säue! Ich gebe zu: Dit ham wa nicht bei uns zuhause bei die Auweiers. Mann, Mann, Mann … da sind die uns voraus. Meinen Respekt!«

Aber damit war Grabowskis Ehrgeiz geweckt und er beschloss, den Schwanzvergleich mit der Scholz & Friends Group anzunehmen. Dies konnte allerdings nicht über die direkte Messung der Größe und Mittigkeit der jeweiligen Agentur-Zentralen laufen, denn bekanntlich logiert die Werbeagentur Auweier Unhold & Partner im Café Wirelässig in Berlin-Schöneberg (am Tresen rechts, Tisch 1 bis 4). Das aber nicht etwa, weil man sich bei Auweiers so ein Headquarters-Baby nicht leisten könnte. Selbstverständlich könnte man. Vielmehr gebietet es die Mentalität von Auweier Unhold & Partner, auf einen solchen Gebäude gewordenen Traum vom Angekommensein in der fetten S-Klasse (siehe letztes Jahrhundert) ganz bewusst zu verzichten. Denn sie sind begeisterte Anhänger der etwas weltfremden Idee, nach der man den sterilen Bombastizismus, mit dem sich Scholz & Friends da an den Hackeschen Markt hingeneunzigert hat, für eine Art Abgesang auf eine längst untergegangene Epoche hält. (Anm. d. R. Seltsame Ansichten haben die da manchmal bei den Auweiers …)

Willkommen in Herrn Grabowskis Chalet

Jedenfalls, in Ermangelung einer Firmenzentralen-Retourkutsche, kontert Herr Grabowski daher mit einer exklusiven Homestory. Wie Sie sehen, hat er im privaten Bereich überhaupt keine Hemmungen, es amtlich protzen zu lassen. Die folgenden Bilder aus seinem Chalet bei Klein-Gastrow in der Hackemark durfte unser Redakionsfotograf kürzlich aufnehmen; und zwar nicht irgendwie, sondern mit seiner Kamera! Lesen Sie dazu Herr Grabowskis Schilderungen zu seiner, wie er es nennt, »kleinen Ferienhütte«.

(Abbildungen: Corbis RF via ZOOM, Corbis RF vie Zoom)

(Abbildungen: Corbis RF via ZOOM, Corbis RF via Zoom)

(Abbildungen: Corbis RF vie ZOOMCorbis RF via Zoom)

(Abbildungen: Corbis RF vie ZOOMCorbis RF via Zoom)

(Abbildung: Corbis RF vie ZOOM)

Herzlichen Dank für die Homestory, Herr Grabowski! Und damit kommen wir auch schon zum Ergebnis der großen Agentur-Battle: Ein Voting unter 500 vor Veröffentlichung dieses Beitrags befragten Fontblog-Lesern fiel eindeutig aus: 83 % sind heiß auf den Praktikumsplatz »Award Management« bei Scholz & Friends (siehe Abb. links) und immerhin 77 % möchten nicht in Grabowskis Chalet wohnen. Damit ist der Zweikampf entschieden. Unter allen Teilnehmern des Votings haben wir 10 Freifahrten mit der Rolltreppe am Litfass-Platz 1 verlost. Viel Spaß!

Michael Bukowski

Fotos Litfaß-Platz 1, Rolltreppe, Award-Management von Martin Oetting: veröffentlicht nach CC-Lizenz.

Nichtlesen #24: Gedisst, geshitstormt & gebeeft …

Berlin, Mai 2011. Die Werbeagentur Auweier Unhold & Partner übernimmt die FPD und wird trotz verantwortungsvoller Politik flächendeckend in den Medien kritisiert – bis hin zur persönlichen Beleidigung unserer Nichtlesen-Redaktion durch den Verleger Jakob Augstein. Lesen Sie dazu vorab diese Twitter-Meldung:

Was es mit diesem Tweet auf sich hat, erfahren Sie sofort. Zunächst die Vorgeschichte:

Wir erinnern uns: Vor einigen Jahren kam in der Berliner Studenten-Szene die Idee auf, geschlossen in die FDP einzutreten und dank der schieren Masse der neuen Mitglieder die Partei zu übernehmen. Das hat nicht funktioniert oder war vielleicht nicht konsequent durchgeführt worden. Möglicherweise war auch einfach die Zeit noch nicht reif.

Jetzt ist sie es. Denn vor kurzem traten auf Geheiß des Agenturchefs Grabowski sämtliche Mitarbeiter von Auweier Unhold & Partner in die FDP ein. Seitdem verfügt die Agentur in der Partei über eine solide bundesweite Zweidrittelmehrheit. Ob das daran liegt, dass Auweier Unhold & Partner so viele Mitarbeiter beschäftigt oder dass der FDP so wenige Mitglieder verblieben sind, darüber mag jeder selbst spekulieren.

Anfang des Jahres 2011 jedenfalls hatten Auweier Unhold & Partner (AUP) die FDP so weit gekapert, dass die Agentur seitdem eine eigene Partei besitzt. Das hat den Vorteil, dass man sämtliche Etats für Werbung und Kommuniktion abgreifen, bzw. sich selbst zuschieben kann (siehe Abbildung links das neue Agentur-Partei-Logo). Und mehr noch: Die Agentur mischt jetzt in der großen Politik mit. Im ersten Schritt griff man in die Personalpolitik ein, beendete die Herrschaft der Guidiotie und brachte frischen Schwung ins Personalkarussell. (weiterlesen …)

Nichtlesen 23: Neues Berliner Szenewasser – aus Chile

Berlin, Mai 2011. Auweier Unhold & Partner entwickeln neue Produktlinie und werden mit Preisen ausgezeichnet.

Die prosperierende Werbeagentur Auweier Unhold & Partner wirbt nicht nur für bekannte Marken, sie entwickelt und vertreibt inzwischen auch eigene Produkte. Kürzlich hat sich das Agentur-Team den Markt für Mineralwasser vorgenommen. Eine interne Analyse kam zu dem Fazit: Es gibt einfach zu wenige Mineralwasser-Sorten im Handel.

In Deutschland zum Beispiel hat der Konsument die magere Auswahl aus nur 3478 Wassermarken. Erschwerend kommt hinzu, dass das leider überwiegend qualitativ hochwertige deutsche Leitungswasser den Flaschen-Wässerchen verstärkt das Wasser abgräbt. Immer mehr Verbraucher trinken allein aus Umweltschutzgründen das Wasser aus dem Hahn, anstatt sich für die eigens aus aller Welt per LKWs und Schiffen importierte flüssige Ware zu begeistern.

Der Konsum von Leitungswasser mag ökologisch wünschenswert sein, schmälert aber den Absatz im Handel. An diesem Problem setzt die neue Produkt-Linie der Agentur an. Die Strategie ist simpel: Auweier Unhold & Partner bündeln die Vorteile beider Wasser-Gattungen in einem Produkt und bringen Leitungswasser in Flaschen abgefüllt in den Getränkehandel. Das heißt: Was bei den Leuten zuhause aus dem Hahn kommt, kann man jetzt auch in Supermarkt kaufen.

Bei der Ausgestaltung der neuen Produktlinie ging das Agentur-Team dann sozusagen zurück zur Quelle, um sich gegenüber dem Wettbewerb abzusetzen. Bekanntlich reichern die meisten Hersteller ihre Wasser mit künstlichen Eigenschaften wie »macht fit … ist gesund … voll mein Lifestyle« etc. an. Nicht so bei Auweier Unhold & Partner.

Der Produkt-Kern von Wasser liegt letztlich in seiner Wasserheit, analysierte man in der Agentur. Sprich: Die »Nassness« von Wasser ist der Core-Benefit des Produkts. Konsequent leitete das Kreativteam auch die Namensgebung für die neue Kreation ab. Die Marke heißt »Wasser« und wird in den drei gleich schmeckenden Geschmacksrichtungen »Wasser nass«, »Wasser flüssig« und »Wasser überflüssig« angeboten.

Als Rohstoff für die drei neuen »Wasser« fungiert reines Berliner Leitungswasser. Um die Produktlinie zielsicher im Szene-Segment zu etablieren, werden an Zusätzen noch künstliche Aromastoffe (Hipness-Flavour, ohne Geschmack) und künstliche Farbstoffe ohne Farbe beigefügt – fertig ist der Trend-Drink der Saison! »Wasser nass«, »flüssig« und »überflüssig« sind bereits vertrieblich pilotiert in einigen Berliner Szene-Locations erhältlich; zum Beispiel in Süd-Neukölln in der »Unfass-Bar« und in Spandau bei »Orthopädie-Technik Wippermann«.

Denk mal drüber nach!

Das entscheidende Merkmal von »Wasser« wäre damit aber noch gar nicht genannt. Denn das Produkt ist nicht nur ein Szenedrink, sondern auch ein vorbildliches Modell für umweltfreundlichen und nachhaltigen Konsum. Das erreicht man über einen außergewöhnlichen Produktions-Prozess: Das Berliner »Wasser« wird nämlich nicht in Berlin abgefüllt. Stattdessen werden die leeren Flaschen und Leitungswasser in Containern separat per Schiff nach Chile transportiert, wo ein Partner die Abfüllung übernimmt, woraufhin die gefüllten Flaschen zurück nach Deutschland verschifft werden. Warum das?

Ganz einfach: Mit dem »Berliner Leitungswasser aus chilenischer Abfüllung« machen Auweier Unhold & Partner auf den gegenwärtigen Irrsinn des gobalen Transports von Gütern aufmerksam, die auch regional vorrätig sind. Dank der Abfüllung in Chile weist »Wasser« eine katastrophale Öko-Bilanz auf. Für den anscheinend sinnlosen Transport um die halbe Welt und zurück werden für jede einzelne Flasche »Wasser« im Schnitt 14,8 Liter des besonders umweltschädlichen Schiffstreibsstoffs Schweröl verbraucht. Entsprechend horrend ist auch der Ausstoß an Schadstoffen wie CO2 und anderen. Diese erschreckenden Werte sind auch auf der Beschriftung von »Wasser« festgehalten.

Fazit: Der Konsum jeder einzelnen Flasche »Wasser« ist ein ökologischer Wahnsinn. Dieser Wahnsinn dient aber im zweiten Schritt der Umwelt. Denn »Wasser« enthält durch seine besondere Produktion den von Auweier Unhold & Partner kreierten »Denk mal drüber nach«-Effekt. Jede Flasche »Wasser« macht somit auf den weltweiten, höchst umweltschädlichen und großenteils überflüssigen Güter-Transport aufmerksam.

Für den »Denk mal drüber nach«-Effekt wurde das gerade erst in der Pilot-Phase eingeführte »Wasser« bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet (z. B. Red Dot und Berliner Umweltpreis) – als ein innovativer Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit durch Sensibilisierung der Verbraucher für Umwelt-Aspekte in der Getränkeherstellung.

Agentur-Chef Grabowski hat derweil schon mal einen ersten Kassensturz gemacht, denn das Projekt soll schließlich auch kommerziell erfolgreich sein. Hier seine Zwischenbilanz: »Wenn ich mal zusammenrechne, wie viel Geld wir mit »Wasser« im Verhältnis zum Marktpotential noch nicht verdient haben … das müssen ja Milliarden sein!«

Michael Bukowski

Abbildungen Flaschen: A German „Normbrunnenflasche“ for mineral water etc., designed by Günter Kupetz / Creative Commons Version 3.0; Montage: Fontblog

Nichtlesen 22: 180°-Grünwäsche

Wir erinnern uns: Journalismus-Azubis lernen das kleine ABC der unvoreingenommenen Berichterstattung anhand lehrreicher Anekdoten wie dieser fiktiven, aber aufschlussreichen Geschichte:

Der Papst besucht Brasilien. Bei der Ankunft fragt ein Journalist, ob er denn auch Kinderbordelle besuchen würde. Daraufhin entgegnet der Papst entrüstet: »Wo gibt es denn hier Kinderbordelle?« Am nächsten Tag lautet die Titel-Schlagzeile in einer Tageszeitung: »Papst: Wo gibt es denn hier Kinderbordelle? – Noch bei der Ankunft am Flughafen zeigte sich der Papst interessiert an Kinderbordellen …«

Offensichtlich haben auch die PR-Verantwortlichen der deutschen Kernkraft-Lobby ihr Journalismus-Latein in diesem Stil gelernt. Das zeigt die 2007 veröffentlichte Kampagne vom »InformationsKreis Kernenergie«. Mit verblüffender Logik wird hier der klimaschützende Aspekt der Atomkraft präzise herausgearbeitet und auf den Punkt gebracht (»CO2-Ausstoß: Null«) – bis heute ein unerreichter Meilenstein der Greenwashing-Technologie.

Die Motive der Klimaschützer-Kamapgne finden sich noch heute im Internet (Beispiel Abbildung oben), aber nicht mehr auf den einschlägigen Seiten der Atom-Lobby. Man darf annehmen, dass die Kampagne seit den Ereignissen in Japan und im Zuge des Atom-Moratoriums bei den Verantwortlichen etwas an Relevanz eingebußt haben dürfte.

Nicht so bei der Werbeagentur Auweier Unhold & Partner. Das Agentur-Team ist kürzlich bei Recherchen über die Klimaschützer-Kampagne gestolpert und Agentur-Chef Grabowski war auf Anhieb begeistert von der Idee, die Atom-Logik für eigene Zwecke zu nutzen – und zwar in Form einer Kampagne für die Automobil-Industrie.

Wir konnten Herrn Grabowski heute morgen am Flughafen erreichen und dieses spontane Interview mit ihm führen:

Nichtlesen-Redaktion: Herr Grabowski, wie ist es denn gelaufen in Brüssel?

Herr Grabowski: Großartig. Wir haben eben beim Verband der Automobilindustrie initiativ präsentiert und ich kann ohne zu übertreiben sagen: nahezu glatter Durchmarsch!

Das heißt, Ihre Kampagne wird umgesetzt?

Ziemlich sicher. Wir haben heute zwar erst beim Sicherheitsdienst und am Empfang vom VDA-Hauptsitz in der Rue de Commerce präsentiert, aber die waren sehr begeistert. Als man uns freundlich zum Ausgang geleitete, hat uns das Security-Team fest zugesagt, unsere Pappen mit den Kampagnen-Motiven an den Facility-Management-Vorstand weiterzuleiten. Man hat uns sogar in Aussicht gestellt, dass unser Papier-Material recycelt wird … so umweltfreundlich ticken die da! Unsere Kampagne kann also nur auf fruchtbaren Boden fallen. Das hat uns auch eine führende Fachkraft von der Abteilung Litter & Disposal Affairs bestätigt.

Glückwunsch!

Danke, danke! Wir sind alle schon ganz aus dem Häuschen hier und … Moment, bitte … man will mich sprechen … Was!? Ich soll bitte mitkommen? Wie, Tickets gefälscht? Quatsch: Nix gefälscht, das ist ein Re-Design vom Ticket-Layout, und zwar ein ganz notwendiges … Sorry, ich muss Schluss machen, dringender Meeting-Termin mit dem Flughafen-Management, wahrscheinlich wegen neuer Kampagne oder so … Tschüssi.

Herr Grabowski, vielen Dank für das Gespräch.

Genießen Sie hier exklusiv eine Vorschau auf die mit größter Wahrscheinlichkeit bald bundesweit geschaltete Kampagne von Auweier Unhold & Partner für den Verband der Automobilindustrie – und lassen Sie sich überraschen, wie viel Gutes Sie mit Ihrem eigenen Auto, falls vorhanden, für unser Klima tun!

Wie uns das Agentur-Team weiterhin mitteilte, setzt man bei Auweier Unhold & Partner im nächsten Schritt das Thema erneuerbare Energie auf die Agenda. Dazu Herrn Grabowskis Arbeitshypothese: »Nichts gegen erneuerbare Energie. Aber was in Deutschland wirklich fehlt, sind erneuerbare Energieversorger.«

Michael Bukowski

Abbildungen: (1) InformationsKreis Kernenergie, (2) © Corbis RF via ZOOM (Montage Fontblog), (3) Corbis RF via ZOOM (Montage Fontblog), (4) Corbis RF via ZOOM (Montage Fontblog)

Nichtlesen 21: Optimal!

iebe Leserinnen und Leser, leider ist unser Herr Grabowski wiederholt absent. Er weilt in Mönchengladbach, wo er einen weiteren Franchise-Nehmer bei der Eröffnung eines »Günter ihm sein Salon«-Standorts betreut (siehe Nichtlesen 20). Als Vertretung bemüht sich daher wieder unser CvD, der Herr Bukowski, um diese Kolumne. Wir bitten um Entschuldigung für etwaige Unannehmlichkeiten,

Ihre Nichtlesen-Redaktion

Guten Tag. Meine Name ist Herr Bukowski und ich habe mich optimiert. Ich bin jetzt optimal. Wie ich das gemacht habe, fragen Sie? Ganz einfach: Wie Sie vielleicht wissen, sind im Buchhandel zahllose, kompetente Personality- und Managment-Ratgeber erhältlich. Die habe ich großenteils gelesen und beherzige seitdem die vielen, wertvollen Tips zur Verbesserung der eigenen Persönlichkeit.

Ein Beispiel: Das Buch namens »Meconomy«. Der Titel ist schlichtweg genial! Falls Ihnen das nicht auf Anhieb einleuchten sollte, keine Sorge. Ich selbst kam auch erst nach einer guten Stunde Grübeln hinter den besonderen Kniff. Schauen wir uns den Begriff »Meconomy« einmal genau an. Da stecken doch zwei Wörter in einem! Nämlich »me« und »economy«. Das »e« teilen sich die beiden einträchtig zum Wohle des größeren ganzen … nämlich für ein neues Wort, das das Ich und die Wirtschaft zusammendenkt. Und dies, meine Damen und Herren, ist ein brillanter Schachzug, der uns im Prinzip schon ohne das Buch gelesen zu haben, den Zeitgeist und die spezifischen Anforderungen unserer modernen Arbeitswelt zum Wohle der eigenen Persönlichkeitsentwicklung sinnstiftend erklärt.

Aber auch der Buchumschlag und die begleitenden Werbetexte von und zu »Meconomy« bieten manche hilfreiche Überraschung. Wir erfahren nämlich folgendes: »Jeder ist eine Marke.«, »… und warum wir uns jetzt neu erfinden müssen.« und nicht zuletzt »Wie wir in dieser neuen Arbeits- und Lebenswelt mit Hilfe von Lifehacking, Personal Branding und globaler Mobilität Erfolg haben, erklärt dieses Buch anhand vieler Fallbeispiele, aktueller Studien, praktischer Tipps.« Ich finde ja allein schon die Wendung »sich selbst neu erfinden« absolut großartig. Das hat so viel Schönes, das klingt nach Aufbruch, man überwindet seine Schwächen und geht optimistisch ins Leben. Schön! (Und kannte ich übrigens noch gar nicht, diese Sentenz.) Auch die Idee, sich selbst als Marke zu denken: stark!

Durch dieses profunde Wissen allein schon auf dem Umschlag und der Website hatte ich mich bereits so vollumfänglich optimiert, dass ich das Buch gar nicht mehr zu lesen brauchte. Trotzdem habe ich es – aus Dankbarkeit und Loyalität gegenüber dem Autor – gekauft. Und nicht nur einmal. Nein, ich habe gleich einhundert Exemplare geordert, die ich seitdem im Freundeskreis verteile. Schließlich möchte ich es, optimiert wie ich inzwischen bin, nicht mit einem suboptimalen Freundeskreis zu tun haben. Da müsste ich mich dann ja immer erst auf deren Niveau deoptimieren, um ihre Gesellschaft aushalten zu können. Das ginge nur mit reichlich Alkohol, wäre also gar nicht optimal, sondern teuer und gesundheitsschädigend, sprich: kontraoptimal.

Und ein weiteres Optimier-Werk möchte ich nicht unerwähnt lassen, dessen geistiges Schaffen mich sehr zum besten meiner selbst geprägt hat. Es stammt vom berühmten Personality-Coach Johann Gotthilfihm Businessklaus Graf von Einen an der Waffel (siehe Portrait). Dessen Forschung verdanken wir bedeutende Erkenntnisse. Eine seiner wichtigsten Thesen: »Ein erheblicher Teil der Ursachen von Wirkungen sind Gründe.« Mit den Arbeiten des Graf von Einen a.d. Waffel gelang es mir zum Beispiel, meine Copy&Paste-Technik so weit zu perfektionieren, dass ich bei »Wetten, dass …?« kürzlich mit folgender Wette brillieren konnte: »Ich wette, dass ich 50 der meist gebräuchlichen Ratgeber-Phrasen – mit verbundenen Augen! – auf Anhieb genial finde.«

So weit, so optimal. Leider musste ich kürzlich einen schweren Systemfehler im Optitech-Segment konstatieren. Zwar bin ich persönlich nach dem Studium der entsprechenden Materie zweifelsohne optimaler denn je. Aber dies trifft inzwischen auf alle anderen auch zu. Skandalöserweise haben sich auch die anderen optimiert. Das Ergebnis: Wir sind alle gleich optimal. Der Abstand zwischen uns hat sich trotz meiner Mühen keinen Deut verändert. Ich sehe also keine andere Wahl, als mich durch noch mehr Optimier-Bücher zu fressen, um mir einen optimalen Vorsprung im Wettbewerb zu verschaffen. Ich werde weiter berichten.

Zum Schluss noch ein von mir persönlich – und ich sage das immerhin als jemand, der sich selbst die Schnürsenkel zubinden kann – entwickelter Ratgeber-Tipp, mit dem ich gute Erfahrungen gemacht habe: Sollte ein Business-Papier mal nicht richtig zünden, einfach »antizyklisch« auf den Titel schreiben, dann: Funzt!

Text: Michael Bukowski; Abbildung: © Image Source via ZOOM, CD Second Honeymoon

P.S.: Um zur ausführlichen Lobhudelei in diesem Beitrag auch einen Kontrast zu schaffen, möchte ich noch diesen Kurzverriss nachlegen: Auf nur rund 60 schmalen Seiten demonstriert der Karlsruher Philosophieprofessor Byung-Chul Han in seinem Essay »Müdigkeitsgesellschaft«, wie wenig Peilung er von der modernen Meconomy hat. Bloß nicht lesen!