— In eigener Sache —


★ der Woche: Aim High, Keep Moving! 45,00 9,90 €

»Aim High, Keep Moving!« ist ein typisches Objekt-Buch, entstanden aus dem Umfeld der beliebten OFFF-Konferenz (Paris, 2010). Die Autoren haben es als Reisetagebuch inszeniert. Alles, was Spannendes in der Geschichte des Festivals passiert ist, wird auf eine dazu passende Art und Weise wiedererzählt: als Anekdote, Statement, Foto oder Zitat ihres Schöpfers. Zu Wort kommen unter anderem Designer und Künstler wie Erik Natzke, Kyle Cooper, Hi-Res!, Hillman Curtis, Rob Chiu, Michael Paul Young, Digital Kitchen, Fallon, John Maeda, Multitouch Barcelona, Paula Scheer, Tomato, Vasava, Joshua Davis, Alex Trochut oder Neville Brody. Eine sehr emotionale und anregende Lektüre, die zum Abschweifen einlädt, damit der Leser seinen eigenen Horizont erweitert.

In dieser Woche bietet FontShop »Aim High, Keep Moving!« zum absoluten Tiefpreis von 9,90 € statt 45 € an, inkl. MwSt. und versandkostenfrei. Zur Bestellung …

Endlich wieder Praktikumsplätze bei FSI

FontShop International, Herausgeber von FontFont, FontBook/FontBook App und fStop, bietet Praktikumsplätze an. Gesucht werden ständig Studentinnen/Studenten oder Absolventinnen/Absolventen mit schriftgestalterischem/typografischem Interesse.

Wesentliche Schwerpunkte der Tätigkeit während eines Praktikums/Volontariats bei der FontShop International GmbH sind:

  • Testen von Fonts unter Windows und Mac OS, (z. B. Ausdrucke anfertigen und auswerten, Funktion von OpenType Layout Features prüfen …)
  • technische und visuelle Überprüfung von Fonts und Fontquelldateien
  • teilweise Outlinekorrekturen für Font-Updates
  • Hinting von PostScript-Outlines
  • Testdokumente weiterentwickeln
  • Kerning- und Sprachraumrecherche
  • Fontübersichten/Schriftmuster erstellen
  • Zuarbeiten bei Einreichungen für Wettbewerbe, Animationen/Illustrationen …
  • Einblick in die professionelle Fontproduktion von FSI …

Praktikumsdauer: sechs Monate mit 40-Stundenwoche. Vergütung: 400 € pro Monat. Start ab 1. März 2012 oder später, der Praktikumsort ist Berlin.

Interessenten melden sich bitte bei:

Andreas Frohloff
Head of Type Department
FontShop International GmbH
Bergmannstr. 102
10961 Berlin
Phone: +49 (30) 693 70 22
Fax: +49 (30) 692 84 43
andreas@fontfont.de

★ der Woche: Lush OT, 1650 Glyphen 46,00 35,00 €

»Lush war zunächst eine statische, formale Schreibschrift im Stil der 40er/50er Jahre« erläutert ihr Entwerfer Neil Summerour im Lush-Schriftmuster-PDF (16 S., 700 K), »bis ich mal einen über den Durst getrunken hatte und etwas lockerer wurde.« Dies färbte sich durchaus auf die Schrift ab, so dass eine lockere und trotzdem verbindliche Schreibschrift entstand, verspielt und mit viel Charme. Letztlich liegt es in der Hand der Benutzer, wie viel Charakter Lush entwickelt: bis zu 15 verschiedene Varianten stehen für manche Buchstaben zur Verfügung, von neutral bis exzessiv. Und damit ist Lush nicht nur eine der flexibelsten digitalen Schreibschriften, sie ist auch ein wahrer Verwandlungskünstler.

Als Stern der Woche bietet FontShop die gut ausgearbeitete Lush-OpenType-Script für  35 € statt 46 € an (alle Preise zzgl. MwSt.) Einfach beim Bezahlen auf www.fontshop.com den Promocode DE_star_2012_05 eingeben (gütig bis 05. Februar 2012).

★ der Woche: Logo Lounge Library 1 34,50 14,89 €

Mit diesem Buch legte die LogoLounge, bekannt wegen ihrer Logo-Trend-Reports, vor 2 Jahre den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte. Inzwischen sind 6 weitere Bücher erschienen, alle mindestens so erfolgreich wie die Premiere Master Library 1. Das Kompendium enthält 3000 professionelle Logos, die im weitesten Sinne Initiale oder Wappen darstellen. Gezeigt werden die Arbeiten großer Namen, darunter Saffron, Sagmeister, Office, Landor, MetaDesign, FutureBrand und viele mehr.

Die Sammlung ist für für Tausende von Grafiker und Designer zur unverzichtbaren Inspirationsquelle geworden. In dieser Woche bei FontShop zum Sonderpreis, statt 34,50 € nur 14,89 € (inkl. MwSt.). Keine Versandkosten! Hier auf www.fontshop.de bestellen …

Die TYPO kommt nach Hamburg

Endlich ist es soweit: Erstmals verlässt die TYPO-Konferenz ihre Heimat Berlin, um in der Hansestadt Hamburg zu gastieren. Am 23. März findet im ehemaligen Hauptzollamt Hafen Hamburg (Speicherstadt) der 2. TYPO Day statt. Das Font-Technik-Tagesseminar für Verlage, Agenturen und Auftraggeber beginnt um 9:00 Uhr und endet gegen 17:30 Uhr. Die Sprecher: Erik Spiekermann, Henning Krause, Tim Ahrens, Indra Kupferschmid, Rolf Mehnert, Ivo Gabrowitsch, Jens Kutilek, sowie Jürgen Siebert (Moderation).

Die Themen des TYPO-Day-Referate sind geprägt von den aktuellen Entwicklungen im Print-, Web- und App-Design. Wir sprechen über die konsistente typografische Ausstattung aller Kommunikationskanäle eines Unternehmens, welche neuen Entwicklungen auf dem Gebiet der digitalen Schrift 2012 zu erwarten sind und wie sich Designer und Auftraggeber besser verstehen, um schnell das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

TYPO-Day-Frühbucher sind klar im Vorteil, nicht nur weil die Veranstaltung auf 100 Plätze limitiert ist: bis 15. Februar 2012 kostet ein Ticket nur 222 € statt 249 €. Weitere Informationen und direkt zur Online-Anmeldung: http://typotalks.com/day.

FontFont-Jahresbericht erschienen

Erstmals in seiner 22-jährigen Geschichte legt das Schriftenhaus FontFont einen Jahresbericht vor. Mit gutem Grund: Noch nie gab es innerhalb von 12 Monaten so viele Entwicklungen und Neuerscheinungen wie 2011 – angefangen mit der Aufnahme von vier FontFonts in die ständige Ausstellung des New Yorker MoMA bis hin zur Veröffentlichung der Mobile FontFonts für tragbare elektronische Geräte. Der 52-seitige Report kann hier als PDF geladen (13 MB) oder direkt am Bildschirm betrachtet werden (Issuu-Link).

(weiterlesen …)

★ der Woche: Bree-Bundle (5 Fonts) 119 99 € [Update]

Die kürzeste Beschreibung für die charmante Bree von Typetogether lautet: aufrechte Italic. Genau dieses Formmerkmal macht ihren Reiz aus, und ihre Einzigartigkeit, denn viele gerade Italics gibt es nicht in der Welt der Schriften. Und wenn, dann stellen sie sich meist als Ergänzung zu einer aufrechten Roman (Serif) oder Humanist (Sans) heraus. Bei Bree ist die Gratwanderung Konzept. Und so sind ihre dominierenden Merkmale das geschlossene a, das f mit Unterlänge, ein g mit Schlaufe, ein florales Q und weitere Eigenschaften, die man von kursiven Schriften kennt.

Entstanden ist die Familie aus dem Logo ihres Herausgebers Typetogether. Die Foundry wurde 2006 von Veronika Burian und José Scaglione gegründet, die sich im Schriftkurs der University of Reading kennenlernten. Und Bree war ihr erste gemeinsamer Entwurf und Verkaufsschlager. Es folgte jede Menge weiterer wegweisender Schriften, einige davon ausgezeichnet mit TDC and ED-Awards.

Die Grundfamilie besteht aus 5 Schnitten: Thin, Light, Regular, Bold und Extrabold. Optional gibt es tatsächlich eine schräge Version, die konsequenterweise Slanted heißt. In der Abbildung unten sind die typischen Merkmale der Bree markiert: kursive Bauform, kurvige Ausläufe, Ink-traps und spitzwinklige Ecken. Weitere Informationen zur Schriftfamilie in diesem Bree-Schriftmuster-PDF (5 MB), zur Verfügung gestellt von Typetogether.

Als ersten Stern der Woche 2012 bietet FontShop die komplette aufrechte Bree-Familie (5 Fonts) für 99,00 statt 119,00 € an, hier im Download auf www.fontshop.com …

[Update: Um in den Genuss des Angebots zu kommen, gebt bitte den folgenden Promo-Code ein DE_star_2012_03, der bis zum 22. Januar 2012 gilt]

Kalender-Preisrutsch 2012

Wie haben noch einige Exemplare von drei Kalendern, die wir seit heute zum Sonderpreis anbieten … ohne Versandkosten (all Preise zzgl. MwSt.):

1. Typodarium 2012: bisher 15,70 €, jetzt 10,00 €

2. Time Cube: bisher 41,85 €, jetzt 29,00 €

2. Niggli Farbkalender 2012: bisher 23,28 €, jetzt 16,00 €

❤ der Woche: Roßa/Schmidt/Sommer “Typoversity”

Typoversity, herausgegeben von Nadine Roßa, Andrea Schmidt und Patrick Marc Sommer, riecht erst mal ganz wunderbar, wenn man auspackt und aufschlägt. Auf 240 Seiten präsentieren die Autoren (erschienen bei Norman Beckmann, Preis; 24,90 €, Bestelllink) aktuelle Projekte aus Ausbildung und Studium. Das Trio lässt auch jede Menge Lehrende und Experten zu Wort kommen. In Interviews mit Prof. Heike Grebin, Prof. Nora Gummert-Hauser, Prof. Jürgen Huber & Christian Hanke, Prof. Indra Kupferschmid, Prof. Jay Rutherford, Prof. Betina Müller, Prof. Ulrike Stoltz, Prof. Rayan Abdullah und Dan Reynolds berichten die Lehrenden über ihr Lehrkonzept und verraten, wie es ihnen gelingt, Studierende für Typografie zu motivieren und zu begeistern.

Typoversity diskutiert die Rolle der Typografie für die gestalterische Arbeit und ihre gesellschaftliche Relevanz. Es beantwortet Fragen wie: Wie steht es um den typografischen Nachwuchs in Deutschland? Wie gehen die Studierenden mit Typografie um? Wie sieht die typografische Ausbildung in Deutschland und anderswo aus? Die Ausbildung hat sich im Laufe der letzten 20 Jahre durch den Wandel der Technik enorm verändert. Sie ist sowohl schneller und globaler geworden, und nicht immer kann die Lehre folgen. Typoversity hilft, den Überblick zu behalten, den Wandel besser zu verstehen und die eigenen Schwerpunkte zu finden. Wie für das oben vorgestellte Buch von Gerbaulet gilt auch für Typoversity: Dem Design-Nachwuchs dringend zu empfehlen!

Das neue FontBook 2.0 – jetzt tagesaktuell

Fünf Monate nach ihrer Premiere hat FontShop International heute ein wegweisendes Upgrade zur FontBook-App fürs iPad veröffentlicht (App-Store-Link). Version 2.0 bietet unter anderem die folgenden Neuerungen:

  • Über 250 neue bzw. aktualisierte Font-Familien
  • erweiterte Homepage mit den Neuzugängen News + Trends, Verwendung und Vergleichen
  • zwei Arten von Lesezeichen: Favoriten und Vergleichen
  • tagesaktuelle Typo-Nachrichten, Inspirationen, Charts und Empfehlungen
  • gezielte Schriftensuche nach Zweck, Genre und Epoche
  • kuratierte Listen zu ähnlichen Schriften und Großfamilien
  • automatische Over-the-air-Aktualisierung aller Inhalte

Die Homepage 2.0 der FontBook-App mit den neuen Sektionen News + Trends, Verwendung und dem Vergleichen-Lesezeichen

So schnell konnte man sich noch nie durch die Welt der Schriften bewegen. Erstmals können Fonts über thematisch sortiert Listen gesucht werden, zum Beispiel nach Zeitalter, Zweck, Ähnlichkeit, Genre oder Bestenlisten. Zum Merken und Vergleichen der Lieblingsschriften hilft ein zweites Lesezeichen namens »Vergleichen«, die Ergänzung zum Favoriten-Bookmark. Durch die News-Sektion wird die FontBook-App tagesaktuell, denn hier werden die Schriftgeschichten aus FontShop-Blog und Fontblog eingespielt (in der englischen Version aus FontShop Blog und Fontfeed). Auch die suchbaren Inhalte der App, zum Beispiel neue Schriften und aktualisierte Listen, werden erstmals »over-the-air« aktuell gehalten.

News+Trends-Einstiegsseite: tagesaktuelle Nachrichten aus FontShop-Blogs, sowie Empfehlungen, Neuerscheinungen und eine Übersicht der 2011 prämierten Schriften

Die in die FontBook-App neu aufgenommenen thematischen Verzeichnisse basieren auf rund 900 Listen, die in den vergangenen Jahren für die Website www.fontshop.com entstanden sind. Unter der Leitung von Stephen Coles hat die FontShop-Redaktion Tausende von Schriften nach Zweck, Aussehen, Neuerscheinungen, Genre und vielen stilistischen Kriterien bewertet. Die daraus entstandenen Listen wurden für die App aktualisiert, neu sortiert und zu Gruppen zusammengefasst. In der Sektion Verwendung laden fünf Listengruppen zum Stöbern ein – Doppelgänger, Zweck, Genre, Zeitalter und Schriftsippen –, im News-Bereich gibt es Listen mit prämierten Schriften, monatlichen Neuerscheinungen sowie Empfehlungen und Charts.

Empfehlungen und Charts: Es ist gut zu wissen, was neu ist … noch besser ist es, Neues und Beeindruckendes auf einen Klick zu finden

Ein entscheidender Schritt, um alle Inhalte der FontBook-App aktuell zu halten, ist die erstmals implementierte Fernaktualisierung, von Programmierern Over-the-air-Update (OTA) genannt. Um in den Genuss neu erschienener Fonts, aktualisierter Listen oder News zu kommen, muss weder ein FontBook-Update geladen, noch ein Kabel angeschlossen werden: Sie werden automatisch über die Internetverbindung des iPad in die App geladen. Eine dezente Statusmeldung unterhalb der Menüleiste informiert die Benutzer beim Start der App über diesen Prozess.

Tagesaktuelle, redaktionell betreute Listen: Schnell und zuverlässig Schriften für einen bestimmten Zweck finden

Eines der beliebtesten Funktionen der FontBook-App ist das Vergleichen von Schriften, entweder mit den vorgegebenen Blindtexten in drei Größen, oder einem selbst eingegebenen Musterwort. In Version 1.0 musste man zum Vergleichen die gewünschten Schriftfamilien mit einer Stern-Taste zum Favoriten machen. Jetzt gibt es dafür ein eigenes Lesezeichen, so dass Favoriten und Vergleichsschriften zwei separate Merklisten ergeben.

Schriften vergleichen … zum Beispiel um die richtige Wahl für ein Restaurant-Logo zu treffen; die Auswahl stammt aus der Verwendung-Liste Genre ➞ Pseudogriechisch

Weitere Änderungen und Verbesserungen in Version 2.0:

  • Schriftklasse und -subklasse wurden in das gelbe Datenblatt der Schriftfamilie(n) aufgenommen
  • neue Warten-Animation für Online-Font-Rendering-Prozesse
  • erweitertes Mini-Schriftmuster: Rag statt Rg
  • Vergleichen-Merkliste: Einträge löschen durch wischen
  • sofortige Aktualisierung des Vergleichen-Baukasten bei geänderter Merkliste
  • 15 Schriftentwerfer mit einem »von« im Namen (z. B. Erik van Blokland) sind nicht mehr bei V einsortiert

Das Upgrade der FontBook-App ist kostenlos. Über Änderungen informiert stets aktuell der Twitter-Kanal der FontBook-App.

Dieses Video zeigt in sieben Minuten alle wichtigen Bereiche und die grundlegenden Funktionen der FontBook-App:

FontBook 2.0 im App-Store besuchen …

Danke fürs Mitmachen …

Zeit für ein dickes Dankeschön zum Ende des Jahres. Für drei Leser, die gestern hier im Fontblog kommentiert haben, soll sich das richtig gelohnt haben … ich überreiche 3 TYPO-Tickets für unsere Konferenzen in San Francisco (5. und 6. April 2012), Berlin (17. bis 19. Mai 2012) und London (Oktober 2012). Die Glücklichen sind:

  • Liz Dizon: TYPO Ticket für San Francisco
  • Diederik Corvers: TYPO Ticket für Berlin
  • Roland Steiger: TYPO Ticket für London

Bitte sendet Eure Kontaktdaten an typo@fontshop.de. Einen Trostpreis für das beste Fan-Foto geht an Jo. Ich möchte dir gerne ein Buch schicken; bitte maile mir deine Adresse (jsiebert … fontshop.de).

Vielen Dank

J” (Foto: kassnerfoto.de)

Die richtige Schwarz-Weiß-Balance: FF Ernestine

Ein bemerkenswertes Schriftdebut bereichert seit dieser Woche die FontFont-Bibliothek: FF Ernestine, von Nina Stössinger. Die 8-köpfige Familie entstand aus der Suche nach einer vielseitigen monolinearen Textschrift. Stössinger wusste von Anfang an, wie sich diese Schrift anfühlen sollte: warm und gleichzeitig ernst, feminin und doch fest, dazu charmant aber robust. Ihre klaren Vorstellungen zur Anmutung der Schrift wurden zur Grundlage für die Entwicklung der ersten Buchstabenformen. Sie begann mit kräftigen Slab-Serifen, besonders ausgerägt bei I, L oder V. Den Kontrast bilden ballförmige Endungen – besonders deutlich bei J, K oder S.

Anatomie der FF Ernestine: hohe Mittellänge, breite Formen mit großzügigen Punzen sowie keil- und ballförmige Serifen geben FF Ernestine einen unverwechselbaren Touch und machen sie gleichzeitig  zu einer hervorragend lesbaren Brotschrift

Die Bewegung zwischen den Extremen hart und weich setzt sich fort bei der großen Mittellänge, gepaart mit breiten, offenen Formen, zwei Merkmale, die vor allem in kleinen Punktgrößen für beste Lesbarkeit sorgen. Beim Neuentwurf von Ernestine war die Bewegung zwischen den Extremen eine dauerhafte Herausforderung.

Was lehrt einen die erste eigene Schrift über Typografie?

Nina Stössinger beschreibt es so: »Entscheidend war für mich die Balance zwischen Schwarz und Weiß. In meinem Studium habe ich nie wirklich verstanden, was damit gemeint ist; aber wenn man Schrift zeichnet, wird sehr schnell klar, wie wichtig Innenräume und Abstände sind und dass die schwarzen Formen nicht in einem Vakuum sitzen. Nicht selten habe ich mich dabei ertappt, wie ich die weißen Flächen gestaltete, damit die schwarzen richtig aussahen. Die Kunst, zwischen weißen und schwarzen Formen ›umzuschalten‹ war etwas, was ich erst im Laufe der Zeit gelernt habe.«

FF Ernestine Textmuster Buch

Überzeugt als charismatische Brotschrift: FF Ernestine

Mit weiteren Finessen wartet  FF Ernestine bei Alternate-Zeichen auf. Eine reiche Auswahl an Stil- und Kontext-Ligaturen, Pfeilen und zwei Größen von Small Caps bereichern die typografische Palette ebenso wie der Zeichenvorrat zum Setzen der armenischen Sprache.

Warum ein Ausbau in Armenisch?

»Diese Entscheidung geht auf meine Reise nach Armenien im Sommer 2009 zurück, auf der ich auch meinen Projektpartner Hrant Papazian traf«, berichtet Stössinger. »Ich war fasziniert von dem einzigartigen armenischen Alphabet. Zugleich fiel mir vor Ort deutlich auf, wie wenige wirklich verwendbare digitale Fonts es für Armenisch gibt. Und dies, obwohl das Land über eine reiche Schriftgeschichte und -Tradition verfügt und die Armenier auf ihr eigenes Alphabet sehr stolz sind. In Richtung moderner, freundlicher Slab-Serifen habe ich dort eine große Lücke wahrgenommen.«

Der erste öffentliche Auftritt von Ernestine, 2009 auf dem Buchtitel Neuroästhetik, erschienen bei Seemann/Henschel

Was als Studienprojekt des Type-Design-Programms in Zürich als Zeichnung des Roman-Schnittes begann, setzte sich mit dem Italic-Schnitt im Dialog mit dem armenischen Design von Hrant Papazian fort. Drei Jahre  und unzählige Nachtschichten mit Skizzen und Reinzeichnungen später liegt eine moderne Textschrift als gelungener Erstling vor. Die armenische Komponente der FF Ernestine beeinflusst die Proportionen und verstärkt den harmonischen Charakter der Familie.

Warum zu Beginn der Karriere eine aufwändige Textschrift?

»Ich wollte unbedingt eine Textschrift machen, da mich die Herausforderung gereizt hat, etwas zu gestalten, das nicht nur hübsch aussieht, sondern auch angenehm für Text funktioniert. Besonders spannend ist es, in eine für Lesegröße gedachte Schrift trotzdem einen stark wiedererkennbaren Charakter hineinzubringen. Eigentlich liegt mir Reduktion mehr als Extravaganz. Das liegt wohl in meinem Schweizer Herkunft begründet. Dass Ernestine einen Schuss Büroästhetik bzw. Schreibmaschine enthält, liegt wohl daran, dass ich diese Geräte sehr gerne mag – ich habe damals sogar mit einer mechanischen Schreibmaschine Lesen und Schreiben gelernt.«

Gleichermaßen umfangreich wie außergewöhnlich ist die Pro-Font-Sprachausstattung der Ernestine, mit Central-European-Zeichensätzen und Armenisch

Die vier Schriftschnitte der FF Ernestine und die passenden Armenischen Schnitte der Pro-Version, die gestalterischen Einfluss auf die Italic-Formen nahmen

Info-PDF-FF-Ernestine-Reg-Pro

Übersicht: FF Ernestine Pro | FF Ernestine Offc Pro | FF Ernestine Web Pro

  • FF Ernestine Pro-Varianten: Die Web-, Offc-, OT- sowie die drei Basic-Pakete liegen auch in der Pro-Variante vor. Pro-Fonts enthalten einen erweiterten Zeichenumfang, zum Beispiel neben den Standard-Zeichen für 48 unterstützte Sprachen, zusätzlichen Zeichenvorrat für 76 Sprachen. Die ausführlichen Schriftmuster-PDF-Dokumente informieren über alle enthaltenen Zeichen und zeigen Satzmuster. Auch Einzelschnitte können als Pro-Variante erworben werden, zum Beispiel für die Texte in vielsprachigen Gebrauchsanleitungen.

Info-PDF-FF-Ernestine-Web-Off

  • FF Ernestine Basic-Pakete: Für Einsteiger oder kleine Gestaltungsprojekte sind die Web- und Offc-Basic-Pakete gedacht. Sie enthalten die Grundschnitte Regular und Bold mit passenden Kursiven und Kapitälchen. Als Extra enthält das Paket regular und bold Small-Caps-Italic-Schnitte, insgesamt sechs Fonts. Mit 139 Euro attraktiv kalkuliert.

Achtung: Bis 31. 12. 2011 gibt es FF Ernestine Pro, FF Ernestine Web Pro (mit je 8 Fonts) und FF Ernestine Office Pro (mit 16 Fonts) zum Einführungspreis von nur 69,– Euro (zzgl. MwSt., statt 442 Euro!)

FF Ernestine_Nachtschicht

Zahlreiche Nachtschichten mit Skizzen, Reinzeichnungen, Ausdrucken, Skizzen, Reinzeichnungen, Ausdrucken … lagen zwischen den ersten Entwürfen und der Veröffentlichung von FF Ernestine

Nina Stössinger wurde 1978 bei Basel geboren. Auf der Suche nach ihrer Berufung studierte sie zunächst einen Fächerkanon aus Geschichte, Medien- und Filmwissenschaft, dann Englisch und skandinavische Sprachen. Nebenbei brachte sie sich die Website-Programmierung bei und unternahm erste Gehversuche in Photoshop (und Fontographer). Ab 2002 studierte sie an der Burg Giebichenstein in Halle Multimedia-VR-Design und wurde im Grundstudium mit Kursen in Schrift und Typografie »überraschend glücklich«. Nach dem Studienabschluss kehrte sie in ihre Heimatstadt Basel zurück, wo sie als selbständige Designerin arbeitet. Stössingers Liebe zur Typografie dauert an. 2008/2009 gelingt ihr im Kurs »CAS Type Design« an der Zürcher Hochschule der Künste der offizielle Einstieg in die Schriftgestaltung. Dort liegen auch die Anfänge von FF Ernestine.