— In eigener Sache —


Fontblog zieht um …

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… aber ihr müsst nichts tun. Er wird weiterhin unter fontblog.de zu finden sein, aber sein neues Zuhause ist die komplett neu gebaute fontshop.de-Homepage, die Morgen ans Netz geht. Außerdem werden der Fontblog und der FontShop-Blog meiner Kollegin Sabine Gruppe inhaltlich verschmelzen. Wir berichten dann – unter dem Fontblog-Dach – abwechselnd aus der Grafikszene und über neue Schriften. Dies alles passiert in den kommenden Stunden … mit Sendepausen und Bildruckeln ist zu rechnen. Bis morgen. (Foto: mit freundlicher Genehmigung von Shutterstock)

Am Donnerstag erscheint »Hallo ich bin Erik«

Doppelseite aus ›Hallo ich bin Erik‹, Portrait, Büro 1986

Doppelseite aus ›Hallo ich bin Erik‹: Erik Spiekermann 1986, dem Geburtsjahr des Desktop Publishing und der digitalen Schriftgestaltung, in seinem Berliner Büro in der Motzstraße 58

Am kommenden Donnerstag feiert der Berliner Verlag Gestalten das Erscheinen der ersten umfassenden Erik-Spiekermann-Biografie. Mehr as ein Jahr lang haben Johannes Erler und sein Team – gemeinsam mit Spiekermann und vielen Weggefährten – für das 320-Seiten-Werk recherchiert, gesammelt, geschrieben und gestaltet. Ich durfte über das Wochenende bereits einen Blick in das Buch werfen und den kostenlosen Font Real Regular downloaden, die neueste Schrift von Erik, mit der die Texte der Biografie gesetzt sind.

Buchtitel ›Hallo ich bin Erik‹, erschienen bei Bestalten Berlin Schon der flapsige Titel und seine Interpunktion demonstrieren eindrucksvoll: Korinthenkacker haben keinen Platz in Spiekermanns Kosmos. Auch solcherart veranlagte Auftraggeber wurden mit ihm nie warm. Zitat: »Ich sieze nur Menschen, die ich nicht mag!« Natürlich wissen sowohl der Verlag, als auch die Texter und die Gestalter des Covers, dass in den drei Titelzeilen mindestens ein Komma sowie ein abschließendes Satzzeichen fehlen. So what. Cover sind in der grafischen Gestaltung das, was in der Schriftstellerei als Poesie bezeichnet wird – ein Kunstform, die sich die Freiheit nimmt wie es ihr gefällt. Wir blicken auf eine visuelle Arbeit, die für sich gestalterischer Freiheit reklamiert, das Gegenstück zur dichterischen Freiheit.

Erik Spiekermann hat selbst ein halbes Dutzend Bücher veröffentlicht, die sich meist nur am Rande mit dem eigenen Denken und Schaffen beschäftigten. Es erschienen auch schon Portraits über ihn, zum Beispiel die umfangreiche Semesterarbeit »Ursachen und Wirkungen«, von Simone van Nes, im WS 2002/2003 an der FH Münster verfasst; sie beschäftigt sich überwiegend mit dem Schriftschaffen des Designers. Andere beleuchteten sein Werk als Corporate Designer oder als Gestalter von Leitsystemen. Was bis heute fehlte, war eine visuelle Biografie, die sich dem gesamten Spektrum des Spiekermannschen Schaffens der letzten 45 Jahre widmete, also dem Schriftentwerfer, dem Designer und dem Unternehmer.

Erik Spiekermann 1973, selbst gedruckte Neujahrskarte

Links: Die Spiekermann-Handpresse in der Arno-Holz-Straße (Berlin Dahlem); rechts: die damit gedruckte Neujahrskarte von Joan und Erik zum Jahr 1973

Eine solche Gesamtschau liegt nun vor, sehr persönlich konzipiert und gestaltet von Johannes Erler, der sich 1992 bei Spiekermanns MetaDesign als Praktikant ins Berufsleben stürzte. Danach wäre er gerne bei Meta geblieben, bekam dort aber keinen Job, worauf er in seine Heimatstadt Hamburg zurückkehrte, um mit Olaf Stein, den er bei MetaDesign kennengelernt hatte, das Büro Factor Design zu gründen. »Vor über 20 Jahren habe ich Erik kennengelernt.« schreibt Erler in seinem Vorwort. »Seitdem haben sich unsere Wege unzählige Male gekreuzt. Und so ist dies nicht nur das Buch über einen großen Gestalter, sondern auch über einen Menschen, der mir über all die Jahre sehr vertraut geworden ist.«

Doppelseite aus ›Hallo ich bin Erik‹, mit Gastbeitrag von Joan Spiekermann

Einer von 24 Gastbeiträgen: Joan Spiekermann über die erste Begegnung mit Erik, abenteuerliche Reisen, Familiengründung und gemeinsame berufliche Wege

Beschäftigt man sich etwas tiefer mit Spiekermann’s Lebenswerk, so fällt zum einen die Fülle wegweisender Arbeiten auf und zum anderen, wie eng seine diversen Talente miteinander verflochten sind. Wort, Schrift und Gestaltung verbinden sich mit Unternehmertum, Networking und der Neugier auf Technik. Aus diesem Triebwerk entstand in fast 50 Jahren ein beeindruckender, grafischer Kosmos, der das Grafikdesign in Deutschland und weit darüber hinaus maßgeblich prägte.

Skizzen zur Officina Display, 2000 entworfen mit Ole Schäfer

Eine von vielen Skizzen zur Officina Display (2000), die Spiekermann mit Ole Schäfer und später mit Christian Schwartz entwickelte

Die ausführliche Werkschau, die auf Seite 28 von ›Hallo ich bin Erik‹ beginnt, unterteilt Spiekermanns Wirken in sieben Felder. Der ›Schriftgestalter‹ zeigt die wichtigsten Schriftentwürfe; ein komplettes Verzeichnis all seiner Schriften findet sich auf den rosa Seiten von 292 bis 307 (siehe unten). Der ›Designer‹ dokumentiert die wesentlichen Arbeiten auf dem Feld der visuellen Kommunikation. Der ›Unternehmer‹ beschreibt Spiekermann als Gründer zahlreicher Firmen, einschließlich FontShop (1989) und zuletzt EdenSpiekermann (2009). Der ›Netzwerker‹ erzählt von seinen berufsständischen Aktivitäten, zum Beispiel in Verbänden; Erik war unter anderem Vizepräsident des BDG, Mitbegründer des Forum Typografie und Sprecher auf ungezählten Konferenzen. Der ›Autor‹ verweist auf das Werk als Buchmacher und Kolumnist. Der ›Techniker‹ schildert Spiekermanns Interesse an klassischen und neuen Technologien für Schrift und Druck. Der ›Mensch‹ schließlich zeigt auf, dass Spiekermanns Begeisterung für Gestaltung weit in den privaten Bereich hineinreicht.

Doppelseite über die erste FontShop-Konferenz, die FUSE 95 in Berlin

Aus der typografischen Publikation FUSE (herausgegeben von Neville Brody, Jon Wozencroft und FontShop) entstand 1995 die erste interdisziplinäre Typografie-Konferenz, aus der später die TYPO wurde, die Erik Spiekermann 10 Jahre lang moderierte

Die Themenfelder sind in der gestürzten Zeile am Rand jeder Seite ausgewiesen. Sie wurden im Buch chronologisch verwoben, um zu zeigen, wie aus einer Aktivität die nächste entsprang. Der Werkteil beginnt mit der ersten Firmengründung im Jahr 1967. Auch die Jahreszahlen finden sich gestürzt. Sie bezeichnen stets den Beginn und das Ende eines Projektes. Das immense Lebenswerk verdanken wir Spiekermanns Talent, Partner und Mitarbeiter zu finden, die ihn bei seinen Ideen unterstützen. Auch diesen Mitarbeitern, zu denen er in der Regel bis heute kollegiale oder sogar freundschaftliche Verhältnisse pflegt, ist das Buch gewidmet. Zwei Dutzend von Ihnen, darunter Stars wie Neville Brody, Michael Beirut, Stefan Sagmeister, Wally Olins († 2014) und Christoph Niemann kommen mit eigenen Beiträgen zu Wort.

Doppelseite aus ›Hallo ich bin Erik‹, mit Illustration von Christoph Niemann

Die Buchstaben stehen ihm ins Gesicht geschrieben: So porträtiert der Illustrator Christoph Niemann seinen Kollegen und Freund Erik Spiekermann

Jedes Projekt, das in Kooperation entstand, weist die Biografie mit den wesentlichen Mitarbeiter aus. Auf Seite 308 des Buches beginnt eine Übersicht all dieser Kollegen und ihrer Kontaktdaten. Eine besondere Rolle nimmt im Buch das Schriftschaffen von  Spiekermann ein. Viele Alphabete er allein entwickelt, die meisten entstanden jedoch in Kooperation mit anderen Schriftgestaltern. Die rosa Seiten 292 bis 307 zeigen sie alle, sowohl die kommerziellen Projekte (meist für das von Erik mitgegründete Label FontFont) als auch die Exklusivschriften, zum Beispiel für die Bahn, Nokia und das Zweite Deutsche Fernsehen.

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Von Artz (Hamilton Wood Type), bis ZDF News (Zweites Deutsches Fernsehen): alle 25 Schriftfamilien, die Erik Spiekermann …

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 … in den Jahren 1967 bis 2014 erschienen sind, jeweils mit einleitenden Worten vom Entwerfer

Die Gründung von FontShop im Jahr 1989, als erstes Versandhaus für digitale Schriften, ist wahrscheinlich das typischste Ergebnis aus Erik Spiekermanns Begabung, Typografie und Schrift mit Unternehmertum, Netzwerk und technischem Know-how zu verknüpfen. Das Corporate-Design-Konzept sah vor, viele unterschiedliche Schriften des FontShop einzusetzen, aber nur drei Farben zu verwenden: Schwarz, Weiß und Gelb. Erik schreibt dazu: »Ich habe nie viele Farben jenseits der typografischen Klassiker Schwarz und Rot verwendet. Vor 25 Jahren allerdings, als Alex Branczyk und ich das Logo etc. für FontShop entwarfen, dachten wir, dass Schwarz und Weiß recht gut das digitale Prinzip symbolisieren könnten, genauso wie den Prozess, der in einem Laserbelichter abläuft. Schwarz und Weiß alleine war aber zu unscheinbar, also nahmen wir Gelb dazu.«

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Die erste Geschäftsausstattung von FontShop, den Spiekermann 1989 mit seiner Frau Joan gegründet hat, entstand in Kooperation mit Alex Branczyk

Ende 2013 gab Spiekermann bekannt, dass er im Mai 2014, also zu seinem 67. Geburtstag, als Vorstandsvorsitzender bei EdenSpiekermann ausscheiden und in den Aufsichtsrat wechseln werde. Selbstverständlich ist auch diese Zäsur Bestandteil von »Hallo ich bin Erik«, wie auch die Zukunftsplanung des Designers. Seit Anfang dieses Jahres verschiebt sich das Zentrum seines Wirkens in der Potsdamer Straße von EdenSpiekermann in das gegenüber liegende Hinterhof-Erdgeschoss einer ehemaligen Mädchenmalschule. Hier hat Spiekermann auf über 200 Quadratmetern seine Sammlung von Satz- und Druckutensilien aufgestellt, Straßenname und Hausnummer geben dem Ort seinen Namen: Galerie P98a.

Mit seinem Partner Jan Gassel will Erik im P98a ausprobieren, wie sich die alten Druckverfahren mit digitalen Werkzeugen kreuzen und nutzen lassen. Eigene Plakatschriften aus Holz sind in Arbeit, seit Sommer werden Workshops für Handsatz und Buchdruck vorbereitet. Demnächst mehr dazu hier im Fontblog.

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Erik Spiekermann heute, in seiner Druck- und Satzgalerie P98a

Über den Autor: Johannes Erler ist einer der führenden Köpfe der deutschen Gestaltungs- und Kreativszene. Mit seiner ersten Agentur Factor Design, die er 2010 verließ, prägte er visuelle Erscheinungsbilder und Positionierungen vieler namenhafter deutscher Marken und Institutionen. Seit 2011 arbeitet er mit dem Bureau ErlerSkibbeTönsmann für Kunden wie die Süddeutsche Zeitung, das Theater Bremen oder den Versandhausriesen Otto und verantwortete in dieser Zeit als Art Director auch den Relaunch des Wochenmagazins stern.

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Im Impressum des Buchs »Hallo ich bin Erik« befindet sich ein Freischaltcode für die Textschrift Real Regular, mit dem sich der Font auf fontshop.com downloaden lässt: einfach anmelden, Font auswählen, in den Warenkorb legen, mit dem Code »bezahlen« und downloaden

Die neue Real ist inspiriert von einem seltenen, halbfetten Schnitt der Akzidenz Grotesk, den es nur in ganz großen Plakatschriften gab – leichter als die Halbfett in Blei, Fotosatz und Digital. Extra für das Buch hat Erik Spiekermann eine Text- und eine Headline-Version der Real digital gezeichnet und die Daten dann an Ralph du Carrois gegeben, der sie gesäubert und ergänzt hat. Markante Änderungen in Real Text gegenüber der historischen Vorlage sind zum Beispiel ein angloamerikanisches g, eine Serife am l, Mediävalziffern mit einer angloamerikanischen 8, Serifen am Versal-I, ein breiteres f und t sowie runde Punkte.

Hat FontFont seine Designer getäuscht?

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Vorweg ein Kompliment an die PAGE-Redaktion, die mit zwei Beiträgen (»Monotype/FontShop … Was sagt die Community« Teil 1 und Teil 2) und angesehenen Experten die Debatte um die Akquise anführt. Gerne möchten Ivo und ich die Diskussion mit den Lesern an dieser Stelle fortsetzen. Dabei soll es (erneut) weniger um gute oder schlechte Gefühle bei dem Deal gehen, sondern um Fakten. Genauer: Um den Vorwurf, FontShop bzw. FontFont habe den Verkauf bereits im vergangenen Jahr vorbereitet oder eingefädelt. Als Indiz werden geänderte Vertragsbedingungen für die FontFont-Designer herangezogen, nämlich die Erhöhung der Tantiemen von 20 % auf 30 % und die Verlängerung der Vertragslaufzeit von 5 auf 10 Jahre.

Fakt ist: Es gab 2013 keinerlei Anfragen, Angebote oder Gespräche über einen Verkauf der FontFonts. Wäre dem so gewesen, hätten wir bestimmt nicht  den Designern das Angebot gemacht, ihre Marge zu erhöhen und die Verträge zu verlängern. Das widerspräche jeglicher Verkaufsstrategie, weil es entweder den Verkaufspreis drastisch nach unten gedrückt oder aber den Deal sofort zum Platzen gebracht hätte.

Der Grund für die Anhebung der Marge und die Verlängerung der Verträge waren vor allem geänderte Randbedingungen in der Font-Industrie:

  • es gab noch nie so viele professionelle Foundries, und damit Alternativen für Type-Designer, ihre Schriften auf den Markt zu bringen
  • auch der Schritt zur Ein-Mann/Frau-Foundry war ebenfalls noch nie so einfach und
  • alternative Vertriebswege versprachen höhere Einnahmen als der Verkauf über FontFont/FontShop

Und weil bereits einige FontFont-Designer ihre neueren Schriften woanders oder selbst vertrieben, sollte die angehobene Marge und die Verlängerung der Vertragsdauer dem FontFont-Marketing und -Vertrieb mehr Sicherheit bringen.

Dass die 10-Jahresfrist heute für die FontFont-Designer fast wichtiger zu sein scheint als für die Foundry, ist eine Ironie des Schicksals – geplant war es so nicht. (Ivo Gabrowitsch, Jürgen Siebert)

Warum FontFont so »independent« wie nie ist

FontFont_logoAls gestern der Deal zwischen Monotype und FontFont bekannt gegeben wurde, schrie das Netz auf und beklagte den Verlust der Unabhängigkeit: »FontFont ist nicht mehr die letzte große unabhängige Foundry …«, »It’s never been a better time – and larger argument – for independent type foundries than now.« … und so weiter, zigfach retweetet.

Als Typeboard-Mitglied begleite ich die Geschicke von FontFont seit Release Nº 2 (1991), soeben ist Release Nº 67 erschienen. Ich habe Zeiten erlebt, da fühlten wir uns alles andere als unabhängig. Das rasante Wachstum der Bibliothek und wechselnde Font-Formate fraßen Ende der 1990er Jahre alle Einnahmen auf. Unser Katalog schrumpfte zum CD-Booklet, statt Schriftmuster-Poster konnten wir nur noch Ansichtskarten herausgeben. Die zwischen 1998 und 2001 erschienenen FontFont-Focus-Hefte stemmten der kleine FontShop Benelux und FontSHop Deutschland fast ganz alleine.

Es war eine romantische Zeit. Wir wurden geliebt, die Drucksachen wurden gesammelt. Aber die FontFonts wurde zu wenig gekauft. Wir traten mehrere Jahre auf der Stelle. Viele unserer Schriftentwerfer litten mit uns.

Irgendwann um 2004 sprach sich die technische und die ästhetische Qualität der FontFonts endlich auch in den Marketingabteilungen von Großunternehmen herum. Unsere neuen Kollegen bei FontShop San Francisco sorgten mit einigen fetten Multilizenzen-Verträgen dafür, dass die FontFont-Zentrale in Berlin wieder Luft zum Atmen hatte. Es gab bald wieder einen Marketing-Etat für schöne Drucksachen und eine ordentliche Website. Die internationale Ausweitung des Vertriebs war das Erfolgsgeheimnis und machte sich deutlich bemerkbar.

Ab sofort profitieren die FontFonts von der Vertriebsstärke Monotypes. So wie die Independent Labels (Mute, Stiff, …) ihre Platten von den Majors in die Läden bringen ließen, so wird Monotype die FontFonts an Kundengruppen bringen, die wir in 25 Jahren nie erreicht haben: Gerätehersteller, Software-Entwickler, Betriebssystem-Entwickler. Monotype macht fast 60 % seines Umsatzes in diesem Segment.

Was bedeutet eigentlich »unabhängig« oder »independent« im kreativen Bereich? Doch nichts anderes als »Alle Macht dem Künstler« und so was wie »Vorfahrt für guten Geschmack.« Dafür stehen bei FontFont die fairen Designerverträge (Stichwort: Tantiemen, Urheberrecht) und die Unabhängigkeit des Typeboards. Beides steht nicht zur Debatte. Ja Monotype möchte dem Typeboard und dem FontFont-Marketing-Team unbedingt über die Schulter schauen, um für das Ansehen und die Umsätze  anderer Bibliotheken zu lernen.

Fazit: Die FontFonts werden mit fairen Verträgen, einem unveränderten Typeboard, mit dem gleichen Technikteam und dem unverändert hohen Qualitätsanspruch aller Beteiligten so weiter entwickelt, wie wir das seit 25 Jahren tun – erreichen aber dank Monotypes Kontakte mehr Anwender. Wo ist jetzt was verloren gegangen, außer Romantik?

FAQ zum Monotype-FontShop-Deal [Update]

(wird ständig aktualisiert und ergänzt)

Was ist FontShop?

FontShop (später: FontShop AG) wurde 1989 von Joan und Erik Spiekermann als weltweit erstes Versandhaus für Schriften in Berlin gegründet. Zwei Jahre später starteten Joan, Erik und Neville Brody die international ausgerichtete FontShop International GmbH (FSI) und hoben die bis heute erfolgreiche FontFont-Schriftenbibliothek aus der Taufe. In den 1990er Jahren wurde das FontShop-Netzwerk mit Filialen u. a. in Kanada, Österreich, Benelux und in den USA ausgebaut.
Außer mit der eigenen Font-Bibliothek erwarb sich die FontShop-Gruppe weltweites Ansehen durch wegweisenden Publikationen (z.B. FUSE, Druk, …), dem unabhängigen Nachschlagwewerk FontBook (heute eine iOS-App), den internationalen TYPO-Konferenzen und diversen digitalen Plattformen (FontStruct, fontfont.com, etc).

Wer ist Monotype?

Ursprünglich war Monotype der Name für eine Setzmaschine, die 1897 vom amerikanischen Ingenieur Tolbert Lanston erfunden wurde. Die Lanston Monotype Machine Company wurde nach mehreren Aus- und Umgründungen 1998 von Agfa/Compugraphic übernommen. Ein Jahr später folgte die Auslagerung der Schriften-Sparte in die neu gegründete Agfa Monotype. 2004 wurde Agfa Monotype an die Beteiligungsfirma TA Associates verkauft und in Monotype Imaging, Inc. umbenannt. 2007 ging Monotype unter dem Kürzel TYPE in die Börse (NASDAQ Global Market Exchange). Zum Monotype-Portfolio gehören heute u. a. die Schriftbibliotheken von Linotype, Bitstream, ITC und Ascender, die E-Commerce-Sites fonts.com, myfonts.com und linotype.com, sowie diverse Tools für Schriftbenutzer, zum Beispiel FontExplorer, Skyfonts und Typecast.

Warum hat Monotype FontShop übernommen?

Als börsennotiertes Unternehmen ist Monotypes Bestreben, ein international marktführender Anbieter für Schriften, sowie den damit verbundenen Technologien und dem Know-how zu werden. Monotypes Anspruch ist, für Designer und Unternehmen die schriftliche Kommunikation und Markenintegrität komfortabel und qualitätsvoll zu gestalten, unabhängig von Geräten, Plattformen oder Sprachen.

Mit FontShop und den FontFonts gewinnt Monotype erstmals eine Schriftbibliothek, die sich ausschließlich dem zeitgenössischen Schriftdesign widmet und jede Menge »moderne Klassiker« enthält, wie FF DIN, FF Dax, FF Scala, FF Meta und viele andere. Da sich FontShop seit seiner Gründung unter dem Motto »Von Designern für Designer« stets an kreative Kundengruppen gewandt hat, erschließt die Übernahme für Monotype Anwenderkreise, die das bisher auf Unternehmen un Marken fokussierte Profil ergänzen. Damit eng verbunden ist die Übernahme entsprechend geschulter Vertriebsmitarbeiter, Marketingkanäle und -Tools. Auch die in den USA und in Europa etablierte TYPO-Konferenz ergänzt die bestehenden Event wie Brand Perfect und Pencil to Pixel.

Was hat FontShop von dem Deal?

Als vergleichsweise junges und keines Schriftenhaus wird FontShop von der jahrzehntelangen Marktdurchdringung Monotypes profitieren, vor allem auch im Großkunden-Geschäft. Die finanzielle Stärke Monotypes hilft zudem, eigene Entwicklungen mit der gewünschten Qualität fortzusetzen, zum Beispiel next.fontshop.com oder die FontBook-App. Vor diesem Hintergrund kann sich auch die erfolgreich TYPO-Konferenz weiter entwickeln.

Was haben die Kunden von dem Zusammenschluss?

Schriften verschiedener Hersteller wachsen noch dichter und mit einer größeren Format-Bandbreite (.otf, .woff, .eot, …) unter einem E-Commerce-Dach zusammen, so dass sie sich einfacher vergleichen, testen und lizenzieren lassen. Parallel dazu versuchen die besten Leute aus beiden Unternehmen den Service zu verbessern, sowohl im Bereich E-Commerce, als auch im Telefon- und Großkundengeschäft. Schließlich soll über Blogs, Social-Media und Events das Wissen über Schrift und Typografie noch leichter zugänglich werden.

Warum spielen Erik Spiekermanns FontFonts eine Sonderrolle?

Die seit der Gründung von FontFont üblichen designerfreundlichen Verträge enthalten Urheberrechts- und Ausstiegsklauseln, die den Schriftenwerfern große Freiheit gewähren. Dies schränkt den Herausgeber der Schriften allerdings bei bestimmten Lizenz- und OEM-Geschäften ein. Da sich Monotype auf diesem Gebiet für die Bestseller von Erik Spiekermann maximale Handlungsfreiheit wünscht, wurde für diese das »schöpferische Eigentum« (intellectual property) mit erworben. Gleichwohl bleiben die Schriften von Erik Spiekermann Bestandteil der FontFont-Bibliothek, so wie alle anderen FontFonts auch.

Wird sich Erik Spiekermann aus dem Font-Business zurückziehen?

Ganz im Gegenteil. Erik Spiekermann zieht sich zwar aus dem Tagesgeschäft seines Designbüros EdenSpiekermann zurück, wird sich aber in Zukunft verstärkt in der eigenen Galeriewerkstatt seiner Leidenschaft Typografie und Druck widmen. Er bleibt aktives Mitglied des FontFont-Typeboard, wird die TYPO Berlin 2015 moderieren und für Monotype als Berater zur Verfügung stehen.

Wird die Marke FontShop sterben?

Nein, sie besteht weiter und wird weiter entwickelt, so wie FontFont, FontBook, TYPO und andere erfolgreiche »gelb-schwarze Marken«.

Bleibt Berlin als Standort erhalten?

Ja. Monotype erachtet den Standort Berlin als »strategisch wertvoll« für das Deutschland- und das Europageschäft.

Was geschieht mir FontShop Benelux und FontShop Österreich?

Beide gehen ihren Geschäften nach wie bisher.

Werden die TYPO-Konferenzen fortgesetzt?

Ja, die TYPO San Francisco findet vom 30. April bis zum 1. Mai statt, die TYPO Berlin vom 21. bis zum 23. Mai. Beide Konferenzen werden von denselben Teams organisiert wie bisher, teils mit Verstärkung. Der Character der TYPO-Konferenzen bleibt erhalten: “Design, Culture, Society and a little bit of kerning”.

Schade, dass die FontFont-Bibliothek keine unabhängige Foundry mehr ist.

Die FontFont-Bibliothek ist so abhängig oder unabhängig wie bisher. Mehr dazu in diesem Beitrag: Warum FontFont so »independent« wie nie ist

Type Talk 12: Schreibschrift – Gewinner und Verlierer

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Der kommende Type Talk (Mittwoch, 25. Juni, 19:00 Uhr, Apple Store Kurfürstendamm, Eintritt frei) widmet sich der Handschrift. Unser Referent ist Andreas Frohloff, gelernter Schildermaler, Kalligraf und heute typografischer Direktor der FontFont-Schriftbibliothek. Wie kein anderer versteht er die Brücke zu schlagen zwischen einem alten Handwerk und den heutigen digitalen Ausprägungen. Seine klassischen Schreibkurse sind sehr begehrt, vor allen unter jenen Schriftenfreunden und -entwerfern, die für ein paar Stunden den Computerarbeitsplatz verlassen, um den Bezug zum Ursprung der Schrift wieder herzustellen.

Frohloff selbst interessiert sich zunehmend für die digitale Simulation der Handschrift, auf dem Tablett oder am Computerbildschirm. Im Typetalk wird er mehrere Stifte und Apps vorstellen, mit denen sich nicht nur die traditionelle Kalligrafie simulieren lässt, sondern sogar weiter entwickeln, Kalligrafie 2.0.

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Zur Einführung werde ich am kommenden Mittwoch kurz auf neuere Forschungsergebnisse eingehen, die sich dem Thema Schreiben & Lernen widmen. Dass Handschrift irgendwie eine Rolle beim Lernen spielt, ahnen wir alle, wir glauben es sogar zu spüren. Wie das genau funktioniert, versuchen gerade Wissenschaftler in aller Welt zu entschlüsseln. Neuere Erkenntnisse bestätigen nicht nur das ganz spezielle Zusammenspiel von Handschrift und Gehirn, sondern auch den Unterschied in der neuronalen Verarbeitung von verbundener Schreibschrift und von Blockbuchstaben.

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Aktuelle Untersuchungen mit Studierenden sind dem Zusammenspiel von Lernen und Schreiben dicht auf den Fersen. Durch das Aufschreiben mit der Hand verarbeiten sie den Inhalt einer Vorlesung und packen ihn in einen neuen, eigenen Rahmen (reframe) … Diese Reflexion und Manipulation führt zu einem besseren Verständnis. Die Studien sagen nicht, dass das Schreiben auf Papier stattfinden muss. Und daher wird uns die Demo von Andreas Frohloff – am Ende seines Vortrags – die Augen für zukünftige Schreibszenarios auf dem Tablett öffnen.

Type Talk: Digitale Kalligrafie, mit Andreas Frohloff und einer Einführung von Jürgen Siebert, Mittwoch, 25. Juni 2014, 19:00 Uhr, Apple Store Kurfürstendamm, Eintritt frei, hier anmelden …

Wieschers Sherlock-Familie feiert den Meisterdetektiv

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ondon, Ende des 19. Jahrunderts. Das viktorianische Zeitalter steht in voller Blüte. Der genialste und exzentrischste aller Detektive löst mit seinem Freund und Partner, Dr. Watson, mysteriöse Kriminalfälle.

Der neblig-düsteren und atmosphärisch hoch verdichteten Romanreihe von Sir Arthur Conan Doyle widmet Gert Wiescher nun eine Script-Familie, benannt nach ihrem Helden: Sherlock.

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Erhält fast 120 Jahre nach seinem fiktiven Tod im Schweizer Reichenbachfall eine eigene Schrift: Der Meisterdetektiv Sherlock Holmes, hier seine Statue vor der Baker Street in London (Foto: dynamosquito)

Die 10 Fonts der Sherlock-Familie verbreiten in Print- und Web-Layout eine geheimnisumwitterte Stimmung. Gleichzeitig ist die unregelmäßige Script vortrefflich ausgestattet: Die Lettern können beliebig verbunden werden oder einzeln stehen; ein Caps-Schnitt und fünf Alternate-, Ligatur- und Swash-Schnitte erzeugen zusätzlich Spannung.

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Mit zehn Schnitten geht Gert Wieschers Sherlock-Familie auf Verbrecherjagd

Zierlinien schaffen handgeschriebene Atmosphäre und ein Dot-Schnitt sorgt für überzeugende Kleckse aus Tinte oder – wenn gewünscht – Blut. Schließlich huldigt ein Satz mit Finger- und Handabdrücken dem Vorreiter der forensischen Kriminalistik.

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Im Zeichenumfang der Sherlock: Blutstropfen und Zierbuchstaben

Ganz im Sinne des Meisters ist Sherlock mit hoher handwerklicher Präzision gezeichnet und digitalisiert. Die Pro-Version enthält über 800 Glyphen mit erweiterter Sprachunterstützung für europäische Sprachen und darüber hinaus vietnamesisch. Mit zahlreichen OpenType-Features versehen, lassen sich aus Script Pro und Stuff Pro eine große Palette kriminalistischer Effekte erzielen.

Sherlock eignet sich für den Einsatz auf Verpackungen, für Poster und Displays, Anzeigen, Web-Banner und versieht eine traditionelle Handschrift aus der „guten alten Zeit“ mit der besonderen Prise Spannung.

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Darf im Font für den Vorreiter der Forensik nicht fehlen: Fingerabdrücke

Pakete

Sherlock OT | 10 Fonts | € 34,50*

Sherlock OT Pro | 2 Fonts | € 34,50*

Sherlock Web | 10 Fonts | € 34,50*

Sherlock Web Pro | 2 Fonts | € 34,50*

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Alle Preise zzgl. MwSt., * einschl. 50 % Einführungsrabatt bis 19. Juni 2014

Flaggenalphabet: Bunter WM-Free-Font FF Copa

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Pünktlich zum Start der FIFA WM Brasilien 2014™: FF Copa downloaden, ein kostenloser Multicolor-Font (.ttf, .woff) von FontFont, der die Flaggen der teilnehmenden Nationen enthält. Moment mal: Ein Font mit mehrfarbigen Bildzeichen? So wie die Emoji auf dem Smartphone oder in Windows 8.1? Yes, the next big thing!

Tatsächlich beschäftigen sich zur Zeit mehrere Entwickler fieberhaft mit dem Thema Farbschriften, darunter Google, MicrosoftTypopixoSymbolset und auch das Tech-Team von FontFont. Bis zuletzt musste man digitalen Schriftzeichen die Farbigkeit irgendwie von außen zuführen, zum Beispiel über eine Stilvorgabe (CSS), eine OpenType-Programmierung (mit gerasterten Alternativzeichen), oder – wenn’s richtig bunt werden soll –, mittels Multi-Layer-Fonts (Ebenenschriften), wie zum Beispiel bei der Federal von Letterror und jeder Menge FontFonts (vgl: What Can Layer FontFonts Do?). ›Echte‹ Farbschriften dagegen enthalten  fix und fertig eingefärbte Pixelgrafiken (wie die Apple Emoji), oder vektorisierte Konturebenen mit integrierten Farbtabellen (Segoe UI Emoji, Windows 8.1).

Die ersten Versuche mit farbigen Schriftzeichen kommen aus Japan, genauer aus der mobilen Kommunikation seiner Bürger. Auf der TYPO 2002 »Information« gab uns Jan Chipchase einen ersten Einblick in die bunte Zukunft der digitalen schriftlichen Mitteilungen. Er führte verschiedene Mobiltelefone vor, auf denen es munter blinkte, darunter auch eines des größten japanischen Mobilfunkbetreibers DoCoMo. Dieses nutzte den mobilen Portaldienstes i-Mode, der www-ähnliche Seiten darstellen konnte und wegen seine Grafik bei Millionen Japanern immer beliebter wurde. Für i-Mode entwickelte der Ingenieur Shigetaka Kurita Ende der 1990er Jahre (teils animierte) Bildzeichen. Und so gilt Kurita heute als der Vater der Emoji.

Jan Chipchase führt i-Mode auf der TYPO Berlin 2002 vor

Der Kommunikationsforscher Jan Chipchase auf der TYPO Berlin 2002 mit einem der ersten i-Mode-Handys, in denen Emoji zu Einsatz kamen (Foto: kassnerfoto.de)

Der heute erstmals vorgestellte Flaggenfont FF Copa wurde im FontShop-Tech-Team entwickelt und versteht sich als Technologie-Demo für eine plattformübergreifende Lösung. Noch hat sich kein Standard für mehrfarbige Fonts durchgesetzt, den wir uns jedoch alle wünschen. Daher ist es im Moment auch nicht möglich, mit FF Copa einen Tweet oder eine Facebook-Nachricht abzusetzen. Aber Mails (siehe Abbildung oben) und mehr …

In der aktuellen Ausführung läuft FF Copa auf dem Mac mit allen Programmen, die auf die System-Textengine zurückgreifen, z. B. Word, TextEdit und auch Mail … wobei natürlich auch der E-Mail-Empfänger den kostenlosen Font installieren muss, um eine Flaggennachricht korrekt zu empfangen. Mit den Programmen, in denen FF Copa funktioniert, lassen sich auch PDFs und Grafiken erstellen. Programm mit eigener Textengine (z. B. Adobe CS) können nichts mit FF Copa anfangen. Leider auch viele Browser nicht, außer Firefox, der den Webfont mit SVG-Glyphen auf allen Plattformen darstellen kann, und Internet Explorer 11 auf Windows 8.1.

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Schnappschuss von der Arbeit an der brasilianischen Flagge in Robofont, mit dem Plugin RoboChrome

Um FF Copa zu bauen haben die FontFont-Techniker zunächst das Format der Apple-Farbfonts entschlüsselt. Anschließend hat Jens Kutilek das RoboFont-Plugin RoboChrome geschrieben, das demnächst als OpenSource erscheinen soll. Bei der Entwicklung des Fonts wirkte die FontFont-Praktikantin Inga Plönnigs mit, die das Reinzeichnen der Flaggen und die Programmierung der Farbebenen übernahm.

Das Downloadpaket von FF Copa umfasst einen Web-Font (.woff) und zwei TrueType-Fonts (.ttf-Standard und .ttf-Mac-optimiert), sowie EULAs und die unten abgebildete HTML-Datei.

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Der FF Copa-Webfont im Einsatz (Firefox); diese html-Site gehört zum Download-Paket

Zumindest für das Anreichern von Tweets mit Flaggen bietet Twitter eine (proprietäre) Lösung an, die zumindest in den eigenen Clients funktioniert. Während der Fußball-WM hängen die Server des Unternehmens an jeden amtlichen Nationen-Hashtag eine Flagge dran. Das sieht dann so aus:

Twitter schaltet zur WM, wie vor 4 Jahren, wieder seine Hashflags ein (Achtung Tippfehler: statt #IRN hatte ich #IRA geschrieben, und deshalb lieferte Twitter auch keine Flagge dazu)

Hier noch eine Großdarstellung der FF Copa-Flaggen, wie sie sich im Font-Verwaltungsprogramm Fontcase (Mac) darstellen:

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Und ganz zum Schluss, passend zur FF Copa und zur WM: »Ich habe eine Fahne«, Deichkind feat. Das Bo:

So war unsere »Nachtschicht«, letzten Freitag

Um in den vollen Genuss aller Bilddetails und Informationen zu kommen: Vollbild-Modus wählen und oben rechts auf »Info anzeigen« klicken:

FontShop besuchen, am Freitag zur ›Nachtschicht‹

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Bereits zum dritten Mal – nach 2012 und 2013 – öffnen in der Nachtschicht – Berlin Design Night Designbüros, Agenturen und deren Partner ihre Türen für die Öffentlichkeit. Und wie in den vergangenen  Jahren bietet der nächtliche Parcours wieder einen spannenden und lebendigen Einblick in das breite Spektrum des kreativen Schaffens der Hauptstadt. Die Organisatoren bei Create Berlin schreiben dazu: »In nächtlichem Rahmen präsentieren über 40 Industrial Designer, Grafikdesigner, Corporate-, Sound- , Interactive-, Messe- und Modedesigner sich und ihre Arbeiten in einem ganz besonderen Licht. Etablierte Agenturen sind ebenso dabei wie aufstrebende Studios.«

Und das wird FontShop übermorgen zwischen 19:00 und 24:00 Uhr anbieten:

  • Live-Erstellung des kollektiven Free-Script-Fonts ›Nachtschrift‹ (Axel Mattern)
  • Kurzvortrag zur effizienten Selbstorganisation (Jürgen Siebert)
  • Font-Technik-Q & A (FontFont, Jens Kutilek)
  • Lettering- und Kalligrafie-Kurs mit Ulrike Wilhelm (LiebeFonts)
  • TYPO-Talks-Video-Lounge (Bernd Rudolf)
  • Typografie-Quiz à la ›Wer wird Millionär‹ (Julia Czarnitzki)
  • 5-€-Schnäppchenmarkt (Bücher und Typo-Krimskrams)
  • Getränke, Snacks und Knabbereien

Das ist neu auf der TYPO 2014

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In wenigen Stunden öffnet die 19. TYPO-Berlin-Konferenz ihre Pforten. Wir erwarten rund 2000 Besucher im Haus der Kulturen der Welt, und damit ist es die größte TYPO die wir bisher veranstaltet haben. Über 70 internationale Sprecher werden auf 3 Bühnen (Hall, Show, Stage) ihre Gedanken zum Thema »Roots im Design« darstellen. Eine weitere Bühne (Nest) ist ausschließlich für die Präsentation von Studierenden reserviert. Neu ist der Workshop-Space im Foyer. Unser Partnerland ist Holland, unterstützt von der Botschaft der Niederlande in Berlin.

Weitere Highlights in den kommenden 3 Tagen:

  • 2 musikalische Performances: die schwedische Branding-Agentur SNASK (DO 20:00/Hall) werden nach ihrem Vortrag ein Konzert spielen; Grzegorz Laszuk (SA 11:00/Hall) führt mit Musikern und einer Opernsängerin eine Performance auf, die sich an Ken Garlands »First Things First«-Manifest anlehnt
  • Silent Auction: Schönes aus dem TYPO-Fundus wird für einen guten Zweck versteigert, die König-Bansah-Schule
  • Kalligrafie-Workshop mit Drury Brennan am Freitag um 18:00 im Foyer
  • FontShop-Geburtstagsfeier: Get-together im Foyer mit Livemusik, offenen Ständen und DJs; FontShop spendiert 2500 Freibier ab 21:00
  • Jim Avignon (FR 16:00, Hall) stellt sein Buch »Das musikalische ABC« vor, zu jedem Buchstaben im Alphabet gibt es ein Lied von Jim und eine passende Doppelseite im Buch. Das Buch kann zum Selbstkostenpreis nach seinem Vortrag im Foyer direkt bei ihm erworben werden; die Songs zum Buch werden auf der TYPO Party welturaufgeführt
  • Yang Liu (Vortrag SA 13:00, Show) zeigt Auszüge aus ihrem neuen Buch als Ausstellung im Untergeschoss des Haus der Kulturen
  • Hebräische Kalligrafie mit Patrik Marc Sommer, Christine Lange und dem Schriftexperten des Jüdischen Museum Berlin Amichai Green (Foyer): DO 17:00, FR 15:00
  • TypeCookers Sketching Session (Foyer), FR 13:00
  • Responsive Webdesign mit Vitaly Friedman (Foyer), SA 15:00
  • Drucken am Risographen mit Alexander Branczyk und Studierenden der FH Dortmund im Untergeschoss
  • Samstagabend: unsere Freunde vom Buchstabenmuseum eröffnen ihre Ausstellung mit Martina Flor und Giuseppe Salerno … 10 Minuten vom Café Moskau entfernt wo ebenfalls am …
  • Samstagabend die TYPO Night mit Neoangin (Jim Avignon), dem »Pixels of Fury«-Designwettbewerb, DJs, einem Weber-Grill-BBQ stattfindet

Neu auf Next FontShop: über 700 Fontlisten

Bereits eine Woche nach dem Launch von next.fontshop.com haben wir gestern bereits die erste Erweiterung ins Netz gestellt: nützliche Fontlisten. Hierbei handelt es sich um kuratierte und ständig aktualisierte Schriftempfehlungen zu unterschiedlichen Themen. Ein Großteil der Listen zeigt Alternativen zu häufig verwendeten Schriftklassikern (Helvetica, FF Dax, Futura, …). Andere bündeln Schriften nach Genre (Art-Deco, Geralde, 1930er Jahre, …), listen Problemlöser (Buchschriften, Zeitungsschriften, Stencil, Monospaced, …) oder widmen sich bestimmten Epochen. Zu den Fontlisten geht es über diesen Link oder über das Hauptmenü von Next Fontshop, dass sich hinter dem FontSHop-Logo verbirgt.

Fontlisten auf next.fontshop.com