— In die Tonne —


Die Schenkelklopfer der »Grünen Woche«

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gruene_woche_schuelerprogrammZur Zeit läuft in Berlin die Messe Grüne Woche, eine Leistungsschau der Bauern dieser Welt. Die Stadt hängt voller Plakate, auf denen vier seltsame Lebewesen zu sehen sind: Kartoffelelch, Aubergineente, Bananefisch und das besonders eklige Kiwischwein. Als ob es nicht schon genug Proteste am Rande der Messe gibt, gegen Genmanipulation, Industriehaltung und denaturierte Lebensmittel. Die Grüne Woche setzt einen oben drauf und zeigt per Photoshop, was wirklich möglich wäre. Nein, sie macht sich lustig, über die Produkte der Bauern, ihrer Aussteller.

Ach hätten die Messeverantwortlichen doch nur das Logo für das diesjährige Schülerprogramm gewählt, das leider ein Schattendasein auf der Webseite fristet … gezeichnet von einem unbekannten Nachwuchstalent, bei weitem aussagekräftiger und ganz sicher preiswerter in seiner Machart als die hochglanzpolierte Monstergalerie.

Soll das ein fairer Deal sein, brand eins?

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Ich zitiere, aus der oben abgebildeten »Ausschreibung«:

»Erste Runde: Für eine Vorauswahl brauchen wir nichts weiter als ein Papier mit kurzen Antworten auf zwei Fragen: Warum wollen Sie für brand eins werben? Was ist – knapp skizziert – Ihre Idee?
Zweite Runde: Wir wählen fünf Ideen aus und laden zu einem Pitch, bei dem wir die Ausarbeitung der Idee mit jeweils 2000 Euro honorieren. Die Idee, die uns am meisten überzeugt, wird umgesetzt.
Das Honorar: brand eins wächst seit zehn Jahren kontinuierlich, ohne nennenswerten Marketingetat, in erster Linie durch Mundpropaganda. Diese Wachstumsraten sind die Basis – und wir honorieren nach Steigerungsraten. Wächst die Auflage, verdienen Sie; wenn nicht, nicht. Warum sollten Sie sich darauf einlassen? Weil es Spaß macht, für ein gutes Produkt zu werben. Weil Sie zeigen können, dass Ihre Werbung wirkt. Weil wir das sicher nicht verschweigen werden.«

In der Wirtschaft nennt man das Risikoabwälzung, und sie gehört nicht gerade zu den fairsten Methoden einer Zusammenarbeit. Zur Brand-Eins-Ausschreibung …

Veräppelung: The Beatles Reloaded

weisses_albumSeit langem verfolge ich die digitale Verfügbarkeit des Lebenswerks der Beatles, was im Fontblog bereits 4-mal seinen Niederschlag fand:
1/4 Beatles jetzt in iTunes (Mai 2007)
1/2 Beatles jetzt in iTunes (August 2007)
3/4 Beatles jetzt in iTunes (August 2007)
4/4 Beatles jetzt in iTunes (Oktober 2007)

Alle Solo-Projekte von Paul McCartney, John Lennon, Ringo Starr und George Harrison sind inzwischen legal downloadbar. Was fehlt, sind die 13 Alben der Beatles (also ist 4/4 noch kein Ganzes.).

Die Fans der Fab Four fieberten jüngst dem 9. September entgegen. Dies war sowohl der Erstverkaufstag des erstmals digital abgemischten Beatles-Katalogs (auf 13 CDs) als auch der Launch von iTunes 9.0, mit neuen visuellen Features. Unter anderem lassen sich jetzt Alben mit Cover-Art, Texten und Bonusmaterial veröffentlichen. Während die Beatles-Fans bereits 1 + 1 zusammenzählten (= 2) und auf eine Wiedergeburt ihrer Idole im iTunes-Store hofften, ruderte die Plattenfirma EMI noch a selben Tag zurück und dementierte die Gerüchte. Und so blieb es beim armseligen Angebot von 6 Alben in neuer iTunes-LP-Ausstattung.

Auch ich war enttäuscht und kaufte mir nun doch mein Lieblingsalbum The Beatles (das »Weiße Album«) in der Remastered-Qualität als CD – definitiv meine letzte. Und definitiv das letzte Mal, das ich mich von einer Plattenfirma veräppeln ließ. Keine Spur von Qualitätsverbesserung. Man höre nur mal das Piano-Intro von »Martha My Dear« und die ersten Takte des sich anschließenden »I’m So tired« – da rauscht es im Hintergrund immer noch so stark wie vor 40 Jahren auf Vinyl.

In einem englischen Forum zu diesem Thema habe ich dann den folgenden Kommentar gefunden, denen ich mich uneingeschränkt anschließe: »This remastered edition is one more example how big record companies (in this case EMI) steal money from music lovers. A little bit of EQ, limiting and almost none of the noise reduction (just listen to ›I Want You (She’s So Heavy)‹ from the album Abbey Road, with loads of tape hiss), that’s what Apple Corps has to offer to Beatles fans? They spent four bloody years (so they said) remastering the lousy stereo and mono masters, instead of remixing the multitracks like it was done for ›Anthology‹, ›Let It Be Naked‹ and ›Yellow Submarine Songbook‹.

Example – go to www.bbc.co.uk (Radio 2) and find the show ›The Record Producers‹, episode with George Martin. Listen to the end of that show, when they’re analysing the mix of ›Come Together‹. You will hear the perfect clarity of that great recording, channel to channel, then joined together in a mix… and then compare it with the new ›remastered‹ (yeah, right) version. Oh, what a difference, isn’t it?

So, now we have this … 22 years after the first appearance of Beatles on CD we get almost the same thing … this time with a touch of bass and treble enhacement and removal of some bad edits. Very, very disappointing. It’s shocking to read all the reviews and comments praising this box.

And what will happen next … in five or ten years they (EMI) will probably decide to do the real remixes, including 5.1 versions … and we’ll have to pay again for some new box.«

Prima Typografiewettbewerb

heimatdesign 5Gestern erhielt ich eine E-Mail der MagazinShopAgentur Heimatdesign mit informationen über einen hauseigenen Typografiewettbewerb und der Bitte um Veröffentlichung. »Gesucht wird jeweils eine Schrift für Überschriften (Headline), Vorspann (Lead/Caption) und Fließtext. Die TeilnehmerInnen können sowohl für nur einen dieser Teilbereiche eine Schrift einreichen als auch Beiträge zu allen drei Einsatzzwecken einsenden. Beteiligen können sich Profi-GrafikerInnen und StudentInnen entsprechender Studiengänge; in jedem Fall müssen sie aus Nordrhein-Westfalen kommen.«

Und weiter im Text: »Mit den Gewinnerschriften wird die kommende Ausgabe von Heimatdesign (Juli 2009) komplett gestaltet, die GewinnerInnen werden außerdem mit einem Kurzporträt im Heft vorgestellt, zusätzlich winkt ein Buchgutschein für Werke aus dem Verlag Hermann Schmidt im Wert von insgesamt 150 Euro. Der Wettbewerb beginnt im März. Abgabefrist: 02. 05. 2009.«

Die Webseite zum Wettbewerb wird noch etwas deutlicher: »Alle Schriften sollten möglichst gut ausgebaut zur Verfügung stehen (inklusive Ziffern, Umlaute, Satzzeichen, gängige Sonderzeichen). … Voraussetzung ist, dass Sie die Schrift(en) jeweils selbst entworfen haben, die Nutzungsrechte an der/den Schrift/en besitzen und Ihre Schrift/en im Gewinnfall für die Verwendung in der kommenden Heimatdesign-Ausgabe kostenlos zur Verfügung stellen werden.« (Hervorhebung durch Fontblog).

Frank-Walter Steinmeier tappt in Crowdsourcing-Falle

Dass ich rein gar nichts von Crowdsourcing halte, ist weitgehend bekannt (siehe auch: Die Utopie Design-Crowdsourcing ist tot). Viele Versuche endeten im Mittelmaß, andere scheiterten komplett, zum Beispiel das Redesign des Spreeblick-Logos und der Selbstversuch von shopbetreiber.de (Fontblog berichtete hier und hier).

Leider hat sich diese Erkenntnis nicht bis zur SPD bzw. ihrer Online-Agentur A&B Face2Net herumgesprochen. Diese suchte nämlich seit Februar über die Crowdsourcing-Plattform Jovoto ein Logo für den anstehenden Bundestags-Wahlkampf des SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier: »2009 ist Superwahljahr in Deutschland. Die SPD startet einen Contest für ihren Kanzlerkandidaten. Für Frank-Walter Steinmeier. Die Aufgabe ist es, ein Signet für den SPD-Kanzlerkandidaten zu entwerfen.«

Am 24. März meldete Jovoto Vollzug: Die Community hat entschieden, der Frank-Walter-Steinmeier-Contest ist beendet. Knapp 350 Beiträge in über 1100 Versionen wurden von der Jovoto-Community eingereicht. Über mehrere Wochen wurden die Beitrage von den Mitgliedern mit 2432 Kommentaren diskutiert und schließlich mit 10.000 Bewertungen die Gewinner des Wettbewerbes gewählt. Nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen entschied sich die Community für das oben abgebildete »Auf. Stufe für Stufe.« vom Jovoto-Mitglied Berkeley. Weitere Crowdsourcing-Ergüsse auf der dieser Seite der Remscheider Jusos.

Wenn es um Qualität geht, ist Masse das Gegenteil von Klasse. Ich prophezeie, dass Steinmeier das Runen-Logo garantiert nicht verwenden wird. Kommentare im Jovoto-Blog und beim Designtagebuch sprechen eine deutliche Sprache. Fazit: 5000 € Preisgeld in den Sand gesetzt, aber wenigstens 350 Menschen beschäftigt.

Schluss mit den schönen »kleinen Preisen«

Im Juli 2008 hat das Bundeskartellamt den Zusammenschluss der Discountketten Netto (gehört zu Edeka) und Plus (Tengelmann) genehmigt. Damit entsteht im deutschen Lebensmittelhandel ein neuer Billiganbieter – der drittgrößte hinter Aldi und Lidl – mit 3800 Filialen, 50 000 Mitarbeitern und einem Umsatz von mehr als zehn Milliarden Euro im Jahr. Nur noch fünf Konzerne beherrschten heute 90 Prozent des Marktes: Edeka, Rewe, Aldi, Lidl und Tengelmann.

Zur Zeit werden die 2500 Plus-Märkte in Netto-Märkte umgewandelt. Damit verschwindet eines der markantesten Corporate Designs in der deutschen Geschäftslandschaft. Die Plus-Hausfarben Orange/Blau hatten einen hohen Wiedererkennungswert, auch typografisch war Plus mit seiner abgerundeten, »eurostiligen« Exklusivschrift führend im Discount-Bereich (mal abgesehen von ALDI Süd).

Damit ist nun Schluss. In der Plus-Filiale gegenüber FontShop (Bergmannstraße) hängen schon die ersten Ekel-Netto-Schilder (Foto oben). Sie zeigen vollkommen wirr zusammengewürfelte Wortgebilde auf farbigen Flächen, ohne ein Spur Gestaltung: PREISSENKUNG – GROSSE – 500 – auf Dauer – Discountpreise – BILLIGEN PREISE. Auf ähnlichem Niveau heute die Anzeige in den Berliner Tageszeitungen (Abbildung ganz oben).

Nun wird mancher argumentieren: Wer billig verkauft darf auch billig aussehen. Dem stimme ich (1.) nicht zu, weil sich die Ansprüche der Verbraucher gewandelt haben und (2.) sind die Netto-Drucksachen nicht billig gestaltet, sondern einfach nur lieblos zusammengekloppt. Wenn die ihre Waren mit der gleichen Leidenschaft auswählen, einkaufen und prüfen …

Marriott zwingt Designerin zur Aufgabe

Es war eines meiner Lieblingsrestaurants am Potsdamer Platz: der Midtown Grill des Marriott Hotels. Da geh’ ich jetzt nicht mehr hin. Habe eben bei Spießer Alfons erfahren, dass Marriott mit juristischer Brachialgewalt die Designerin Mari Otberg (Gipsstraße, Berlin) und ihr Hochzeitsmode-Label JustMariOT platt gemacht hat.

Auch das Stadtmagazin Tip berichtete ausführlich darüber. Otbergs Markenname war die Verbindung aus »Just married« und ihren Initialen OT. Marriot sagt sinngemäß: Alles Lüge – ihre Marke schmückt sich mit unserem guten Namen. Übergeschnappt!

Foto: www.mariotberg.com

Neues Logo bei Kraft Foods

Das Corporate-Design-Blog Brand New macht auf das neue Logo des Lebensmittelkonzerns Kraft Foods aufmerksam, das gestern eingeführt wurde. Für Verbraucher besteht kein Grund zur Beunruhigung: Die Dickschiffe des Konzerns (Philadelphia, Miracel Whip, Mirácoli, Ketchup und Mayonnaise) werden auf ihren Packungen weiterhin das vertraute rot-blaue 6-Eck-Signet tragen (Übersicht der aktuellen Kraft-Markenzeichen). Allein die Investoren und Mitarbeiter werden mit dem neuen Logo gequält.

Brand New schreibt treffend: »Man kann ihm nichts Positives abgewinnen. Wenn ich ganz lange überlege, könnte ich dem gemeinen k ein ›sehr hübsch‹ attestieren. Mehr aber auch nicht. Was für ein kümmerliches Logo für einen solch großes Unternehmen. Das rote ›Lächeln‹, die farbige Wunderkerze – das ist so abgedroschen und banal, einfach nur kindisch. Und, Ohmygod, ist das Tekton in der Unterzeile? Ich habe diese Schrift schon eine Ewigkeit nicht mehr außerhalb der Ironiezone gesehen.«

Atemberaubend: Pepsi-DNS entschlüsselt

So etwas muss auch mal sein, zur Erheiterung zwischendurch. Brand New erfreut sich seit einer Woche an einem Dokument, in dem das Redesign des Pepsi-Logos quasi-wissenschaftlich erläutert wird.  Es stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit aus der Agentur, der wir das neue Markenzeichen verdanken, der Omnicom-Schwester Arnell Group. Für einen nachträglichen Scherz scheint es zu aufwendig inszeniert.

Erik Spiekermann meint dazu: »Es sieht so aus, als habe eine Handvoll Praktikanten alles ergoogelt, was man über Proportionen und Gestaltung im Web finden kann, und dies dann per Cut & Paste zu einer ›Studie‹ zusammengefrickelt, um eine Marketing-Abteilung zu beeindrucken. Was bedeuten die Oszillationen? Vollkommen willkürliche Kurven die nix sagen und keine Logik folgen, außer vielleicht einigen Adobe-Illustrator-Filtern. Das Papier ist ganz und gar nicht harmlos. Hier werden Lügen im Namen des Fortschritts aufgetischt. Solange in unsere Gesellschaft diese Art Argumentation toleriert wird oder sogar erfolgreich ist, geht es uns noch zu gut.«

Gönnt Euch die Lektüre des PDFs Pepsi Gravitational Field (6 MB).

Berliner Sparkasse wirbt mit falschen Versprechungen

Der SPIEGEL titelt diese Woche: »Die Schamlosen: Innenansichten einer unbelehrbaren Zunft«. Es geht um die Finanzwelt, und ich verstehe genau was die meinen. Die Berliner Sparkasse wirbt zur Zeit in der Hauptstadt für: Das Girokonto (Radio, Print, Internet…). Wörtlich heißt es in der Werbung: »Für 2 Euro bietet die Berliner Sparkasse nun allen Berlinerinnen und Berlinern Das Girokonto an. Und dort ist alles drin, was draufsteht. So bekommen Sie nicht nur die Kompetenz der 2000 Beraterinnen und Berater und das dichteste Filialnetz mit über 190 Standorten in Berlin. Es gibt vor allem auch keine Sternchen oder Kleingedrucktes.« (Hervorhebung durch Fontblog).

Ich bin ein großer Gegner von Sternchen und Kleingedrucktem. Wer ein Vertragshandy hat, weiß wovon ich spreche. Ich weiß aber auch, dass es ohne Kleingedrucktes (dem juristisch Notwendigen) keine Geschäftsbeziehung geben kann. Auf Sternchen zu verzichten, das wäre schon mal ein großer Schritt.

Ich will die Aussage der Berliner Sparkasse überprüfen und beginne auf der Bestellseite ein Girokonto für 2 € abzuschließen. Nach dem ersten Schritt kommt genau das, was ich erwartet habe – nein, was da kommt übertrifft meine Erwartungen bei weitem. Ich werde aufgefordert 10 (!) Dokumente mit Kleingedrucktem zu lesen und anzuerkennen:

• Allgemeine Geschäftsbedingungen der Sparkasse (AGB)
• Informationen für den Verbraucher zum Privatgirokonto
• Bedingungen für den Überweisungsverkehr
• Bedingungen für das Dauerauftragsverfahren
• Wertstellungsregelungen und Überziehungszinssatz im Giroverkehr
• Bedingungen für die Verwendung von SparkassenCards
• Informationen für den Verbraucher zur Teilnahmevereinbarung Direkt-Banking
• Bedingungen für das Online-Banking
• Kundenbedingungen für Kreditkarten (VISA/MasterCard)
• Informationen für den Verbraucher zum Reisepaket

Liebe freundliche Berliner Sparkasse: Wie kannst Du glauben, dass ich Dir mein Geld anvertraue, wenn meine Gutgläubigkeit bereits beim Kennenlernen enttäuscht wird? (Abb.: Berliner Sparkasse)

Songsmith, der PowerPoint-Killer?

Microsoft hat eine Rückwärts-Karaoke-Musiksoftware entwickelt. Songsmith (dt: Liedschmied) fügt einem gesungenen Text mit wenigen Mausklicks die Begleitung hinzufügt. Kinderleicht zu bedienen. Und ansteckend … auch für die beteiligte Werbeagentur. Gestern Abend dachte ich noch: Folter. Heute kann ich mich nicht mehr satt sehen, an dem Video.

Es ist nicht der erste misslungene Werbespot in den zurückliegenden Monaten aus Redmond. Ein ehemaliger Weltmarktführer hat komplett die Bodenhaftung verloren. Es scheint in dem Unternehmen keine Finanz- und Geschmackskontrolle mehr zu geben. Eine völlig benebelte Werbeagentur erlaubt sich Kardinalfehler (ein telegenes, mit Prilblümchen getarntes MacBook Pro spielt die Hauptrolle in dem Clip) und Seitenhiebe auf die hauseigene Cash-cow-Applikation PowerPoint. Die Entwicklungsleiter von Songsmith, Dan Morris und Sumit Basu, können später nicht behaupten, sie seien von alledem überrascht: beide spielen Hauptrollen in dem Clip »Everyone has a song inside«.

Fußball-Logo-Posse in der Steiermark


Der Provinzfußballclub FC Lassnitzthal (Steiermark) wurde erst vor einem Jahre gegründet, doch in Österreich ist er jetzt in aller Munde. Er schmückte sich bis zuletzt mit dem leicht abgeänderten Signet des Schweizer Super-League-Vereins FC Luzern. Ein Fan dieses Clubs machte die Lassnitzthaler auf das Plagiat aufmerksam. Kurz darauf reagierten auch die Schweizer verärgert, deren Vereinszeichen 1998 von der Werbeagentur Schmid & Partner entworfen wurde: »Wir haben mit dem Vorsteher des Vereins gesprochen und ihm eine Frist gesetzt, um das Logo von der Website des FC Lassnitzthal zu entfernen», äußerte die Marketingleiterin des FC Luzern Sabine Haidan gegenüber der Neuen Luzerner Zeitung.

Das Signet wurde zwar vom FC Luzern als Marke beim Eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum urheberrechtlich für die Schweiz geschützt, »einen Schutz auf internationaler Ebene erachteten wir damals für nicht nötig … auch weil dies ziemlich teuer ist«, ergänzt Haidan. Nun will der FC Luzern das Geld aber doch investieren, damit nicht noch jemand auf die Idee kommt, das Logo abzukupfern.

Der FC Lassnitzthal ruderte inzwischen auf seiner Webseite zurück: »Uns war bei der Gründung des FC Lassnitzthal nicht bewusst, dieses schöne Luzerner Logo nicht ausreichend geändert zu haben. Jeder Versuch, ein eigenes Logo zu entwerfen, scheiterte an der Professionalität und an mangelnde finanzielle Mitteln.« Jetzt will man mit Hilfe der Fans im Laufe des kommenden Jahres ein neues Vereinszeichen einführen.

Dass man eine komplett neue Idee braucht, scheint die Vereinsführung noch nicht kapiert zu haben. Auf derselben Seite steht weiter unten: »Da uns doch einiges mit dem bisherigen Logo verbindet, wäre wünschenswert eines zu entwerfen, das dem FC-Luzern-Logo ähnelt, jedoch markenrechtlich genehmigt wird.« Das kann noch lustig werden. Fontblog bleibt am Ball.

(Quellen und Abbildungen: baz.online, zisch.ch, wikipedia und fc-lassnitzthal.at)