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Marken-Redesigns 2009

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Das Corporate-Designblog Brand New hat sich die wichtigsten Markenüberarbeitungen 2009 angesehen und bewertet: The Best and Worst Identities of 2009. »Es war ein großes Jahr für Brand New mit einer endlosen Flut von Markenüberarbeitungen in aller Welt. Und wir hatten viel Spaß dabei, sie auf ihre Gesundheit hin zu überprüfen – von krank bis kräftig. Heute bringen wir es auf den Punkt: Die Guten und die Schlechten.«

Für jeder Kategorie hat Brand New 12 Kandidaten ausgewählt. Einige sind auch den Fontblog-Lesern bekannt, denn wir habe im vergangenen Jahr ebenfalls heftig mitgestritten. Einige der von Brand New bewerteten Marken sind lediglich von lokaler Bedeutung.

Die 5 schlechtesten Markenüberarbeitungen laut Brand New:
1. Bing 2. msn 3. Xe (vorher: Blackwater), 4. City of Philadelphia und 5. Kraft Foods (zusätzlich Platz 6, weil die Marke zweimal erfolglos überarbeitet wurde)

Die 5 besten Marken-Redesigns laut Brand New:
1. Aol. 2. City of Melbourne 3. Nickelodeon, 4. New York Public Library und 5. Pfizer

Wir gratulierenden Kollegen von Myfonts zu Platz 6 (bei den Guten) und MetaDesign zum Commerzbank-Relaunch auf Platz 10 (ebenfalls unter den Gelungenen).

Ein Blütenlogo für die UEFA EURO 2012

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In Kiew wurden vor wenigen Minuten das offizielle Signet, das Corporate Design und der Slogan für die Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine vorgestellt. Die beiden Gastgeber wollen »Zusammen Geschichte schreiben«, so das Motto des Turniers. Höhepunkt der Zeremonie war die Enthüllung des Logos vom Präsidenten des Polnischen Fußballverbands, Grzegorz Lato, seinem ukrainischen Amtskollegen Grigoriy Surkis und UEFA-Präsident Michel Platini.

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In der offiziellen Verlautbarung der Veranstalters UEFA heißt es: »Mit dem Logo möchte man der UEFA EURO 2012™ eine eigene Persönlichkeit geben. Die visuelle Identität wird sich auch auf Promo-Artikeln, den Eintrittskarten und Internet-Bannern wiederfinden. Ziel ist es, das Turnier – welches zu den größten Sportereignissen der Welt zählt – weiter zu vermarkten und es mit einem Wiedererkennungswert zu versehen.«

Bei der Konzipierung des Logos wurde darauf geachtet, dass die Gastgeber darin fest verankert sind und so orientierte man sich am »wycinanka«, einer traditionellen Art Schnittbilder aus Papier herzustellen, wie es vor allem in den ländlichen Gegenden in Polen und der Ukraine geschieht. Damit soll auch die Tier- und Pflanzenwelt der Region gewürdigt werden. Das Logo besteht aus zwei Blüten, die jeweils eine Gastgebernation repräsentieren, und einem Ball in zentraler Position zur Verdeutlichung der Emotion und der Leidenschaft, die der Wettbewerb mit sich bringt. Der Stiel kennzeichnet den strukturellen Aspekt des Turniers, also die UEFA und den europäischen Fußball. Die Natur diente auch als Inspiration für weitere Eigenschaften des CI, so steht grün für die Waldgebiete, gelb für die Sonne, blau für das Wasser und den Himmel.

Das 2-minütige UEFA-Video »The Brand Story« verrät mehr über die Typografie, Farbgebung und das Zusammenspiel der Formen im Corporate Design der Fußball EM 2012:

Das Motto der Europameisterschaft lautet »Zusammen Geschichte schreiben«. Die Austragung der UEFA-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine hat einen Eintrag in den Geschichtsbüchern sicher, weil noch nie zuvor ein Turnier in Zentral- und Osteuropa durchgeführt wurde.

Der neue grafische Auftritt des Deutschen Bundestags

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Der Deutsche Bundestag hatte bis zuletzt kein übergreifend einheitliches Erscheinungsbild. Nach einer deutschlandweiten Ausschreibung wurde das Stuttgarter Büro Uebele mit der Entwicklung einer visuellen Identität betraut. Der Wettbewerb stellte zunächst die Frage, ob der  direkt gewählte Souverän der Republik überhaupt ein »Logo« brauche. Die Antwort war »Jein«, denn er hat bereits ein Signet mit hohem Bekanntheitsgrad, das allerdings über Jahre ohne einheitliche Spielregeln verwendet wurde.

Signet: Der dreidimensionale Adler, 1953 entworfen vom Kölner Künstler Ludwig Gies, hält durch formale Abstraktion auf sympathische Weise die Balance zwischen hoheitlicher Distanz und einer naturalistischen Darstellung. Und weil jeder Mitarbeiter und jedes Mitglied der Institution dieses Zeichen mit Stolz trägt oder verwendet, spricht alles dafür, diese ikonografisch eindeutige Marke zu behalten. So wurde das Wappentier von Uebele lediglich für die zweidimensionale Benutzung überarbeitet, die jedoch eng am Giesschen Adler angelehnt ist. Der neue Adler wurde – für die Kleindarstellung – einfacher gestaltet. Das Gefieder ist auf eine Lage reduziert und die Binnenlinien sind dicker gezeichnet, um den drucktechnischen und Hinterlicht-Anwendungen gerecht zu werden. Die Schnabelendung ist durch einen kleineren Radius freundlich gezeichnet. Alle Teile der Figur weisen ähnliche Radien und Formenmerkmale auf.

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Der Bundestagsadler vorher (Strichzeichnung) und nachher

Farbe: Die Farben der neuen visuellen Identität sind schwarz, weiß, silber und grau. Sie entsprechen dem hoheitlichen und seriösen Auftritt. Das Farbklima ist auch die Folge einer grafischen Konsequenz, denn die Form des Bundestagsadlers verträgt sich nur schwer mit Farbe, weil sie ihre souveräne und selbstverständliche Kraft aus dem eingeführten Symbol schöpft. Grautöne ergänzen die Palette zu einem ruhigen, ausdrucksstarken Klang.

Schrift: Der kräftigen Bildmarke mit den vielen Radien steht eine feine, aber strenge und klar konstruierte Schrift gegenüber: die serifenbetonte Melior, 1952 entworfen von Hermann Zapf. Ihre Rundungen sind eine Zwischenform von Kreis und Rechteck und ermöglichen so eine bandartige Wirkung der Wortbilder, die das Auge beim Lesen unterstützt. Für digitale Anwendungen wie Internet und E-Mail wird als Ersatz die Systemschrift Georgia eingesetzt.

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Design: Nach einer deutschlandweiten Ausschreibung wurde das Büro Uebele Visuelle Kommunikation aus Stuttgart, sowie sieben andere Teilnehmer, zu einem Wettbewerb für das Erscheinungsbild des deutschen Bundestags eingeladen. In dem mehrstufigen Verfahren erhielten nach der ersten Präsentation noch drei Büros die Chance zu einer zweiten Präsentation vor dem Bundestagspräsidenten Dr. Norbert Lammert. Die mit fünf Grafikdesignern kompetent besetzte Jury entschied sich einstimmig für den Entwurf von Büro Uebele.

(Abbildungen und Text basieren auf einer Pressemitteilung von Büro Uebele, Stuttgart; Bundesadler © Prof. Ludwig Gies/Überarbeitung Büro Uebele).

EU-Biologo: es darf abgestimmt werden [Update]

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Die Europäische Union versucht seit zwei Jahren ein einheitliches Biologo für Lebensmittel einzuführen. Das im März 2008 vorgestellte Signet wurde zurückgezogen, weil es dem Biologo von Aldi zu ähnlich sah (Fontblog berichtete: Neues EU-Biosiegel ähnelt Aldi-Biologo). Ein Jahr später rief die Europäische Kommission zu einem Studentenwettbewerb auf (Fontblog berichtete: EU sucht neues Biologo per Wettbewerb). Nun liegen drei Entwürfe vor, über die wir Bürger abstimmen dürfen (bis 31. Januar 2010). Auf dieser (englischsprachigen) Voting-Seite …

Auf einer News-Seite erfahren wir, das 3422 Vorschläge eingereicht wurden. Eine hochkarätige Jury hat eine Short-List (100 Entwürfe) erstellt, aus der nun die Generaldirektion für Landwirtschaft der EU-Kommission in Brüssel 3 Finalisten ausgewählt hat. Mit dem neuen EU-Logo sollen ab Juli 2010 alle ökologisch produzierten Nahrungsprodukte gekennzeichnet werden. Durch die Online-Abstimmung will die Europäische Kommission sicherstellen, dass das neue Logo »so viele Menschen wie möglich anspricht«. Gleichzeitig trage die öffentliche Auswahl zum Ziel bei, die Menschen für die Bedeutung des biologischen Landbausektors zu sensibilisieren, erklärte EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel (ihr Weblog).

[Update] Da Jury-Mitglied Erik Spiekermann gerade bei FontShop im Haus weilt, habe ich ihn um einen Kommentar gebeten. »Die Jury war einstimmig für das linke Motiv, weil es dynamisch ist und die europäische Flagge – mit einem Augenzwinkern – zitiert. Gleichzeitig meldeten wir gegenüber dem Designbüro Verbesserungsvorschläge: etwas größere Sterne, realistischere Perspektive. Dass nun neben diesem Motiv zwei ziemlich redundante bzw. nichts-sagende Alternativen zur Wahl stehen ist wieder mal typisch EU.«

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Es gibt Berufszweige, die gerne auf die immer gleiche Schrift zurückgreifen: siehe Branchenschriften, Branchenschriften (2) und Branchenschriften (3). Zur Lieblingsschrift der Gärtnereien hat sich die Cooper Black (nur 19 €) gemausert, vielleicht, weil sie zu Flower-Power-Zeiten – Ende der 60er Jahre – ihren 3 Frühling feierte. Durchaus passend für die Logistiker ist die windschnittige Slipstream, die einzige Schrift mit Rallyestreifen. Antique Olive ist die Type der »großen weiten Welt« (Peter Stuyvesant), weil sie jahrzehntelang bei der Air France im Einsatz war – von diesem Renommee können Reisebüros heute noch profitieren. Die Schrift Broadway passt ganz automatisch zu kleinen und großen Theatern, weil sie ein Kind der Musical-Meile New Yorks ist. Die zerbrechliche, biomorphe Papyrus schließlich ist der Liebling aller Wellness-Einrichtungen.
Wer kennt weitere Branchen, denen es an typografischer Imagination mangelt? Bitte Kommentar mit Bild …

Branchenschriften (3)

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Es gibt Berufszweige, die gerne auf die immer gleiche Schrift zurückgreifen: siehe Branchenschriften und Branchenschriften (2). Zur Lieblingsschrift der Print- und Copyshops hat sich die Comic Sans gemausert, wahrscheinlich, weil sie billiger als eine A4-Kopie ist, nämlich kostenlos. Durchaus passend für die Berufsgruppe Gas-Wasser-Sanitär ist die Bauhaus, deren Buchstaben wie Siphons und Leitungsrohre gebogen sind. Der Klassiker im Antiquitätenmarkt ist die Jugenstilschrift Arnold Boecklin. Dem Fontblog-Leser passant verdanken wir den Hinweis auf die Schrift Bertram für das Bowlingcenter am Rande der Stadt, aber auch Spielzeugläden. Opernhäuser schmücken sich, wahrscheinlich wegen des Schriftnamen, zunehmend mit FF Scala. Wer kennt weitere Branchen, denen es an typografischer Imagination mangelt? Bitte Kommentar mit Bild …

Branchenschriften (2)

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Es gibt Berufszweige, die gerne auf die immer gleiche Schrift zurückgreifen: siehe Branchenschriften. Die Lieblingsschrift der Kosmetikbranche ist seit vielen, vielen Jahren Optima. Durchaus passend zur pharmazeutischen Industrie ist deren Liebling Rotis Serif und Semi-Serif, zwei Schriften aus der Retorte. Ob Athener Grill, Akropolis oder Restaurant Hellas … eine Lithos an der Hauswand verspricht genau das, was die Küche halten wird. Biomarken und Bioläden erklären die Qualität ihrer Produkte, durchaus angemessen, am liebsten mit der informellen ITC Officina, aber bitte doch nicht alle. Sehr beliebt bei Imbissbuden mit osteuropäischem Einschlag: Algerian. Wer kennt weitere Branchen, denen es an typografischer Imagination mangelt? Bitte Kommentar mit Bild …

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Es gibt Berufszweige, die gerne auf die immer gleiche Schrift zurückgreifen – nicht nur in Deutschland. Die Lieblingsschrift der Tannenbaumverkäufer in den vorweihnachtlich geschmückten Städten ist sicherlich Hobo. Ein Klassiker bei den Frisören ist seit Jahren Peignot. Mitte der 90er Jahre entdeckten die Architekten die Rotis als ihre Schrift. Die Schriftenexperten dieser Welt gähnen über die (typografische) Einfallslosigkeit Hollywoods – Trajan auf über 50 % aller Plakate. Aufsteiger des Jahrzehnts beim Verpackungsdesign ist Zapfino, vor allem bei süßen Säften und bitteren Schokoladen. Wer kennt weitere Branchen, denen es an typografischem Einfallsreichtum mangelt? Bitte Kommentar mit Bild …

Petition gegen Halle-Saale-Logo

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wappen_halleIm Sommer schrieb ich über die Panne beim Halle-Saale-Logo. Das geplante hallesaale*-Logo (Abbildung oben) sieht dem einer lokalen Internet-Plattform (HalleForum.de) zum Verwechseln ähnlich, zudem stößt es bei der Bevölkerung aus ästhetischen Gründen auf wenig Gegenliebe. Dies drückt sich nicht zuletzt durch eine E-Mail-Petition aus, die heute an Künstler und Hallenser versendet wurde.

Darin heißt es: »Auch Deine Stimme ist nötig, um nicht in Zukunft zunehmend auf etwas Identitätsstiftendes wie das Hallesche Wahrzeichen mit Sternen und Halbmond (Abbildung links) verzichten zu müssen zugunsten eines grafisch und orthografisch unsinnigen Logos. Und genau dafür sollen am Mittwoch, 25. November 2009, im Stadtrat die Weichen gestellt werden!«

Es bleibt nur wenig Zeit. Wer die Petition unterstützen möchte, muss sie bis morgen, 10 Uhr unterschrieben mailen oder faxen. Kontakt zum Anfordern des Petition-PDFs: steffen.wendt@gmx.de

AOL Brand Identity Sneak Preview

Und hier in HD-Qualität. Bleibt nur zu hoffen, dass es auch in Drucksachen funktioniert. Aber die werden ja sowieso immer unwichtiger. (via: http://twitter.com/visuphil)

McDonald’s Logo wird grün, AOL wird Aol.

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Wenn einen zweimal innerhalb von 15 Minuten unglaubwürdige Logo-Nachrichten ereilen, dann blickt man reflexartig auf den Kalender. Also: Es ist Montag, der 23. November 2009. Die Financial Times Deutschland meldet heute exklusiv, dass sich die Fast-Food-Kette McDonald’s von der Farbe Rot verabschiedet. Wortwörtlich heißt es: »Während bisher der gelbe Firmenlogobuchstabe M auf einem roten Hintergrund an den Restaurants prangte, wird bei Neueröffnungen jetzt ein grüner Hintergrund eingesetzt.« Der Grund: »Respekt vor der Umwelt.«

Die Huffington Post berichtet von einer neuen Brand Identity beim Online-Riesen AOL. Inzwischen teilte das Unternehmen auch gegenüber der deutschen Presse mit, warum das blaue Dreieck mit dem weißen Kreis drin bald verschwindet. Ab dem 10. Dezember, dem Tag von AOLs Börsengang, wird ein Logo-Streichelzoo im Corporate Design die Macht übernehmen, der unaufhörlich wachsen und sich fortpflanzen soll (Konzept: Wolff-Olins). Im Kern eines jeden Motivs steht der weiße, gemischt geschriebene Schriftzug Aol mit einem . dahinter, unterlegt von einem bunten, freigestellten Irgendwas (Abbildung oben rechts).

[Update: Danke für den Hinweis auf McDonald’s Frankreich … habe das linke Bild in meiner Abbildung von dort übernommen]

Niiu, meine eigene Tageszeitung

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Seit Montag bin ich Herausgeber einer Tageszeitung – so steht es jedenfalls im Impressum. Titel: Niiu. Auflage: 1 Exemplar. Umfang: 24 Seiten. Preis: 1,80 €. Erscheinungsweise: täglich außer Sonntags per Zusteller. Wie geht das?

Niiu ist die erste individualisierte Tageszeitung Deutschlands und im Moment (leider) nur in Berlin lieferbar. Auf der Internetseite www.niiu.de wähle ich als Leser und Herausgeber aus Hunderten Print- und Online-Inhalten, was am nächsten Morgen in meiner persönlichen Niiu stehen soll. Lieferanten der Inhalte sind zur Zeit die Berliner Morgenpost, Tagesspiegel, B.Z., Abendzeitung München, Hamburger Abendblatt, Nord West Zeitung, Mitteldeutsche Zeitung, Bild, Frankfurter Rundschau, Neues Deutschland, Handelsblatt, New York Times, Herald Tribune, Washington Times, Komsomolskaya Prawda, RBC Daily sowie Blogs und andere Online-Quellen.

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Die 5 Spalten der ersten und der letzten Niiu-Seite werden mit Texten aus dem Internet gefüllt – das sieht zur Zeit grausam aus und ist eigentlich unlesbar (Abbildung ganz unten). Die Seiten im Innenteil sind 1:1 Kopien aus den beteiligten Tageszeitungen.

Um zu verstehen, wie so eine Niuu aussieht und sich »anfühlt«, habe ich meine Ausgabe von heute abfotografiert, zu einem PDF zusammengebaut und auf issuu.com hochgeladen. Dieser wunderbare Service macht es möglich, dass ihr in meiner Niiu von heute durchblättern könnt, Full-screen. In der Bildunterschrift habe ich notiert, aus welchen Elementen sie komponiert ist:

Die Inhalte meiner persönlich niiu: Titelseite (Kopf, Internet-Inhalte, Wetter, eigenes Foto); S. 2–5 die Titelseiten von Bild, Taz, BZ und Tagespiegel; S. 6–9 die Seiten 2/3 von Handelsblatt und Taz,; S. 10–12 die Meinungsseite von Frankfurter Rundschau, Taz und Neues Deutschland; S. 13–18 die Lokalseiten von Berliner Morgenpost (2), BZ (2) und Taz (2); S. 19–21 die Sport-Seiten von Bild (3); S. 22–23 Werbung, auf die ich keinen Einfluss habe; S. 24 Internetinhate

Über die Kinderkrankheiten von Niiu habe ich schon mehrfach getwittert. Am Montag erhielt ich statt meiner eigenen Niiu die Ausgabe einer Nachbarin namens Katrin. Gestern kam zwar mein persönliches Exemplar, aber so spät (7:45 Uhr), so dass ich sie nicht ins Büro mitbringen konnte um darüber zu schreiben. Heute lief alles wunderbar.

Die Idee einer individualisierten Tageszeitung ist reizvoll. Bei der Benutzung muss man sich an das Neue gewöhnen. Zunächst mal riecht Niiu nicht nach Zeitung, sondern nur nach Papier, was am Druckverfahren liegt. Die Zeitung wird auf einem Digitaldrucker ausgegeben, einem Océ JetStream 2200, für den Druckerschwärze Schnee von gestern ist. Dass er generell bei Schwarz ein Problem hat, mag an der Einstellung liegen … das Druckbild der Niiu ist flau, die Fotos lassen Tiefe vermissen.

Irritierend sind die wechselnden Typografie- und Layout-Welten, in die man beim Umblättern geworfen wird. Doch was kann man anderes von einer Patchwork-Zeitung erwarten? Dabei fällt auf, dass sich nicht jede externe Tageszeitungsseite auf das Schweizer Format (320 mm × 475 mm) der Niiu herunterbrechen lässt. Während B.Z.- und Frankfurter-Rundschau-Seiten fast 1:1 wieder gegeben sind, erscheinen Berliner-Morgenpost- und Bild-Seiten extrem verkleinert und damit schlecht lesbar.

Unentschuldbar ist das Massaker an den Internet-Texten aus Blogs wie Basic Thinking, Qype, Laut oder den Blogpiloten. Da werden – völlig unnötig – Links in voller Länge aufgedröselt, so dass sie sich über mehrere Zeilen erstrecken. In diesem Umfeld vergeht sich das hilflos überforderte Trennprogramm an kurzen Wörtern durch meterweites Sperren – ein typografischer Kardinalfehler –, was für den endgültigen Zusammenbruch der Lesbarkeit sorgt.

Ein Wort zu den Schriften. Für die selbst gesetzten Texte verwendet Niiu die serifenlose Schriftfamilie Antenna von The Font Bureau. Das sieht in den Headlines ziemlich gut aus, für den Brottext sollten die Niiu-Layouter zu einem kräftigeren Schnitt greifen, der dann auch einen halben Punkt kleiner gesetzt werden könnte. Seiten der zitierten Tageszeitungen erscheinen natürlich in deren Hausschriften, wobei ich mich frage, wie die jeweiligen Schrifthersteller diese Huckepack-Veröffentlichung (PDF, .jpg, …) lizenzrechtlich bewerten.

Aber: Dies alles ist lösbar. Ich freue mich auf die nächsten Ausgaben. Niiu bleibt nach 3 Exemplaren ein spannendes Experiment, dem ich Zukunft gebe.

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Himmelschreiend unlesbar: die Typografie der automatisch gesetzten Texte auf S. 1 und S. 24 von Niiu, und dabei leicht zu vermeiden (Abbildung klicken zum Vergrößern)

[Update: Das Wirtschaftsblog Board of Innovation (engl.) weiß mehr über das Businessmodell von Niiu …]