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	<title>Fontblog &#187; Designdiskurs</title>
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	<description>Täglich News und Meinungen aus der Grafikszene</description>
	<lastBuildDate>Fri, 10 Feb 2012 15:55:24 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Braucht die Welt einen »Made in Berlin«-Stempel?</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 10:41:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Siebert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Designdiskurs]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[ernestine]]></category>
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		<category><![CDATA[made in berlin]]></category>
		<category><![CDATA[nadine roßa]]></category>
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		<category><![CDATA[stempel]]></category>

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		<description><![CDATA[Was soll man auf eine solche Frage anderes antworten, als: Nat&#252;rlich nicht! Was braucht die Welt &#252;berhaupt? Sicher keinen Sack Reis, der in China umf&#228;llt. Viele 1000 S&#228;cke Reis …unbedingt … zur Verf&#252;gung gestellt von wohlhabenden Erzeugern f&#252;r rund 900 Millionen hungernde Menschen auf diesem Planeten. &#160;&#160; Wenn das nur so leicht zu realisieren w&#228;re, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-22077" title="made-in-berlin-badge" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2012/01/made-in-berlin-badge.jpg" alt="" width="309" height="309" />Was soll man auf eine solche Frage anderes antworten, als: Nat&#252;rlich nicht! Was braucht die Welt &#252;berhaupt? Sicher keinen Sack Reis, der in China umf&#228;llt. Viele 1000 S&#228;cke Reis …unbedingt … zur Verf&#252;gung gestellt von wohlhabenden Erzeugern f&#252;r rund 900 Millionen hungernde Menschen auf diesem Planeten.<br />
&nbsp;&nbsp;<br />
Wenn das nur so leicht zu realisieren w&#228;re, wie es ausgesprochen ist.</p>
<p>Bleiben wir beim Thema dieses Blogs, der <em>visuellen Kommunikation</em>. G&#252;tesiegel, Herkunftsbezeichnungen, Testplaketten, Markenzeichen … es gab noch nie so viele davon wie heute. Zuletzt berichtete ich hier im Blog unter anderem &#252;ber den <a href="http://www.fontblog.de/der-blaue-engel-feiert-30-geburtstag" target="_blank">Blauen Engel</a>, das neue <a href="http://www.fontblog.de/mangelhaft-fuer-neues-warentest-siegel" target="_blank">Stiftung-Warentest-Abzeichen</a>, das <a href="http://www.fontblog.de/eu-biologo-es-darf-abgestimmt-werden" target="_blank">Bio-Logo der EU</a>, das <a href="http://www.fontblog.de/eu-sicherheitslogo-fuer-versandapotheken" target="_blank">EU-Sicherheitslogo f&#252;r Versandapotheken</a>, ein <a href="http://www.fontblog.de/biomineralwasser-noch-ein-siegel" target="_blank">Siegel f&#252;r Bio-Mineralwasser</a>, das <a href="http://www.fontblog.de/html5-logo" target="_blank">HTML-5-Logo</a> oder das neue <a href="http://www.fontblog.de/neues-logo-stiftung-preusischer-kulturbesitz" target="_blank">Logo Stiftung Preu&#223;ischer Kulturbesitz</a> – selbst das <a href="http://www.fontblog.de/das-deutsche-ei-hat-jetzt-ein-logo" target="_blank">deutsche Ei hat seit wenigen Tagen ein Logo</a>. Dazwischen ging es immer wieder mal um Standort-Werbung, f&#252;r <em>Cottbus</em>, das <em>Ruhrgebiet</em>, die <em>Region Stuttgart</em>, <em>Olympiabewerber</em> und nat&#252;rlich <a href="http://www.fontblog.de/sei-stadt-sei-wandel-sei-berlin" target="_blank">Be <em>Berlin</em></a>.</p>
<p>Herkunftslogos verkleistern. Wenn das Image einer Stadt f&#252;r Produkte oder Dienstleistungen positiv verankert ist, reicht ihr Name als Qualit&#228;tsmerkmal. Ein Start-up mit dem Ortsnamen <em>San Francisco</em> in der Adresse steht positiver da als eines aus <em>Hamburg</em>. Einer Zeitschrift aus <em>Hamburg</em> unterstellen Leser eine professionellere Qualit&#228;t als einer aus <em>Dortmund</em>. Dortmunder Bier muss besser schmecken als Leipziger Bier. Aber B&#252;cher aus Leipzig sind ordentlicher gesetzt und gedruckt als B&#252;cher aus D&#252;sseldorf. Das ist alles so wahr wie falsch … aber die menschliche Beurteilung basiert nun mal auf Urteil und Vorurteil.</p>
<p>Der Berliner ist daf&#252;r bekannt, das er vor Gro&#223;mauligkeit kaum laufen kann. Seitdem die Spreemetropole wieder Hauptstadt ist, steht die Gr&#246;&#223;enwahnsinnsampel auf gr&#252;n, gr&#252;ner geht’s nicht. Seit einigen Jahren lieben uns auch noch die Touristen …  Kunst, Design und Mode feiern sich pausenlos in Berlin … seit Montag sendet auch noch Thomas Gottschalk t&#228;glich live vom Gendarmenmarkt … wo soll das noch hinf&#252;hren. Zu weniger Schulden? Die Stadt ist sexy, aber arm. K&#246;nnen Logos daran was &#228;ndern? Das lokale Weblog <a href="http://www.techberlin.com/" target="_blank">techberlin</a> glaubt: Ja. Und so rief es im November 2011 zur <a href="http://www.techberlin.com/post/12553650867/made-in-berlin-badge-contest" target="_blank">Findung eines Made-In-Berlin-Badge auf</a>, ein Abzeichen, mit dem sich Start-ups zuk&#252;nftig schm&#252;cken sollen, nach dem Motto: Gemeinsam sind wir stark (und locken die kalifornischen Investoren in unsere B&#252;ros).</p>
<p><img src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2012/01/made_in_berlin.jpg" alt="" title="made_in_berlin" width="500" height="141" class="zentriert" /></p>
<p><em>Das »offizielle« Made-in-Berlin-Signet, Platz 1 beim techberlin-Wettbewerb<br />
</em><br />
Nun <a href="http://www.techberlin.com/post/15943495422/made-in-berlin-contest-winner" target="_blank">steht der Sieger fest</a> (Abb. oben), gew&#228;hlt von der Leserschaft, was nicht immer die beste Wahl garantiert. Mir gef&#228;llt Platz 3 viel besser (Abb. ganz oben), nicht nur weil er die Schrift FF Ernestine enth&#228;lt und aus der Feder unserer Freundin <em>Nadine Ro&#223;a</em> stammt … das Signet bringt genau die Portion Ironie (und Sympathie) mit, die es f&#252;r die Einf&#252;hrung und Akzeptanz eines solchen Siegels braucht. Misslingt das Experiment, war‘s wenigstens ein sch&#246;ner Versuch – sch&#246;n im Sinne von &#228;sthetisch.</p>
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		<title>»Gibt es nicht schon genug Schriften…?« oder:</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Dec 2011 12:12:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Siebert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Designdiskurs]]></category>

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		<description><![CDATA[Warum wir in die Zukunft der Typografie investieren m&#252;ssen von Matthew Butterick [Dieser Beitrag wurde heute morgen im Fontfeed in englischer Sprache ver&#246;ffentlicht. Ich freue mich, dass ich ihn &#252;bersetzen und hier ver&#246;ffentlichen darf – als letzter Designdiskurs des Jahres. Sein Autor Matthew Butterick ist Sprecher der TYPO Berlin im Mai 2012.] Es ist wahrscheinlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong>Warum wir in die Zukunft der Typografie investieren m&#252;ssen</strong></p>
<p style="text-align: right;"><em>von Matthew Butterick</em></p>
<p>[Dieser Beitrag wurde heute morgen <a href="http://fontfeed.com/archives/why-you-should-invest-in-the-future-of-typography/" target="_blank">im Fontfeed in englischer Sprache</a> ver&#246;ffentlicht. Ich freue mich, dass ich ihn &#252;bersetzen und hier ver&#246;ffentlichen darf – als letzter Designdiskurs des Jahres. Sein Autor Matthew Butterick ist Sprecher der <a href="http://typotalks.com/berlin/de/index.html" target="_blank">TYPO Berlin im Mai 2012</a>.]</p>
<p>Es ist wahrscheinlich die am h&#228;ufigsten gestellte Frage an Schriftentwerfer … die sie gleichzeitig ver&#228;rgert, weil sie unterstellt, dass ihr Job &#252;berfl&#252;ssig oder nutzlos sei: »Gibt es nicht schon genug Schriften?« Ich selbst bekam sie zum ersten Mal vor 20 Jahre gestellt. Damals empfand ich sie absurd. Das Schriftsetzen befand sich gerade auf dem Weg in die Desktop-Publshing-&#196;ra. Genug Schriften? Wir hatten kaum welche.<span id="more-21678"></span></p>
<p>Heute bewerte ich die Frage anders. Haben wir genug Schriften? Wir haben ganz sicher viele … 150.000, Tendenz steigend. W&#252;rden alle Schriftentwerfer auf diesem Planeten pl&#246;tzlich verdampfen, die Menschheit k&#246;nnte es &#252;berleben.</p>
<p>Doch unsere Schriftentwerfer sind nicht entfleucht. Daher geht die Frage von der falschen Pr&#228;misse aus: Ob wir »zu viele« Schriften haben ist irrelevant. Wenn wir das Handwerk und die Tradition der Typografie erhalten m&#246;chten, braucht es weiterhin Schriftentwerfer. Und so lange wir Schriftentwerfer brauchen, braucht es neue Schriften.</p>
<p>Warum? Weil Schriften ihr Einkommen sind. Jeder Nutzer, der eine Schrift kauft, ermutigt den oder die Schriftentwerfer/in, weiterzumachen. Und mit jeder neuen Schrift, werden sie oder er besser. Die Schriften werden besser. Anwender kaufen mehr. Das ist ein gesunder Kreislauf, angetrieben vom Motor der Wirtschaft.</p>
<p>&#220;ber Jahrhunderte schnurrte dieser Motor, weil Schriften eine begrenzte Lebensdauer hatte. Alle paar Jahrzehnte wurden sie unbrauchbar, entweder durch Abnutzung oder weil eine neue Satztechnik sie &#252;berholte. Dies bahnte den Weg f&#252;r neue Schriften … und f&#252;r Schriftentwerfer.</p>
<p>Diesem Muster der &#220;beralterung unterliegen alle technischen Produkte. Software, Hardware, Websites, Netzwerke – sie haben eine Nutzungsdauer, dann verfallen sie und irgend jemanden bietet dir einen Ersatz an.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-21704" title="Cycles" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2011/12/Cycles.jpeg" alt="" width="500" height="290" /></p>
<p><em>Links: Bleistiftskizze von Sumner Stone zur Schrift Cycles Eleven (in Entwicklung). Rechts: die Familienplanung f&#252;r Cycles, mit vier optischen Gr&#246;&#223;en, wie sie einst im Bleisatz entwickelt wurden</em></p>
<p>Doch in den letzten 20 Jahren haben sich die Schriften diesem Gesetz entzogen, sie wurden haltbarer. Als Test, habe ich mal die &#228;ltesten Font-Dateien aus meinem Archiv hervorgekramt. Ich fand eine Sans-Serif-Familie aus dem Jahr 1994, die <em>Matthew Carter</em> und ich f&#252;r ein l&#228;ngst verstorbenes Technologie-Unternehmen produzierten. Ich hatte die Fonts seitdem nicht mehr angefasst. Nur 10 Sekunden sp&#228;ter waren sie auf meinem Mac installiert. Weitere 10 Sekunden sp&#228;ter lag ein Schriftmuster in meinem Drucker. Ziemlich cool, oder?</p>
<p>Ja, aber auch alarmierend. Digitale Schriften k&#246;nnen einen f&#252;r immer die Treue halten. Das war lange Zeit ganz praktisch f&#252;r Schriftentwerfer und ihre Kunden. Doch auf lange Sicht kann das sch&#228;dlich sein. Wenn Schriften nicht verschwinden, so wie sie es in der Vergangenheit immer getan haben, wird es im Markt immer weniger Platz f&#252;r neue geben. Die gesunde Kreislauf bricht zusammen, weil das Alte das Neue aushungert.</p>
<p>Textschriften sind ein gutes Beispiel hierf&#252;r. Nehmen wir mal die <a href="http://www.100besteschriften.de/30_Minion.html#a30">Minion</a>. Sie erfreut sich unver&#228;nderter Beliebtheit, obwohl sie schon 20 Jahre alt ist. Was soll uns davon abhalten, dass wir sie noch weitere 20, 30 oder 50 Jahre lieben werden? So lange Adobe im Business ist … gar nichts.</p>
<p>Urspr&#252;nglich war Minion das Arbeitstier f&#252;r den Textsatz der fr&#252;hen digitale &#196;ra. Sie erreichte diesen Status, weil sie a) eine der ersten Digitalschriften war, fast konkurrenzlos, und b) &#252;ber Jahre mit Adobe-Anwendungsprogrammen gebundelt wurde. Und weil Minion nie altert oder sich abnutzt, kann sie sich f&#252;r immer auf diesen Lorbeeren ausruhen. Designer werden sie unbegrenzt weiter benutzen.</p>
<p>Aber k&#246;nnen wir jemals das Arbeitstier f&#252;r den Textsatz von morgen bekommen, wenn wir ihm heute keinen Basis bieten. Wenn Designer weiterhin zur &#252;berstrapazierte Minion greifen statt zu neueren, besseren und unentdeckten Talenten wie</p>
<p><a href="http://www.stonetypefoundry.com/cyclesoverview.html">Cycles</a>, <a href="http://www.fontshop.com/fontlist/super_families/freight/">Freight</a>, <a href="http://typography.net/fontfamilies/view/12">Kingfisher</a>, <a href="http://klim.co.nz/newzald_samples.php">Newzald</a>, <a href="http://www.houseind.com/fonts/paperback">Paperback</a> oder <a href="http://www.fontshop.com/fonts/downloads/mvb_fonts/mvb_verdigris_pro/">MVB Verdigris</a></p>
<p>treten zwei Dinge ein. Erstens sinkt der wirtschaftliche Anreiz f&#252;r Designer, neue Schriften zu entwerfen. Zweitens wird die Zukunft der Typografie nicht mehr von ihrer Vergangenheit zu unterscheiden sein, weil abgegriffene Schriften den Blick verstellen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-21705" title="Newzald" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2011/12/Newzald.jpeg" alt="" width="500" height="360" /></p>
<p><em>Erste Andrucke von Newzald mit den Anmerkungen ihres Entwerfers Kris Sowersby<br />
</em><br />
<strong>Ein Vorschlag zur G&#252;te.<br />
</strong><br />
Wenn Du ein Seitengestalter bist, dem Typografie am Herzen liegt, lass dich nicht von der Tr&#228;gheit anstecken. Andere tun das schon zu gen&#252;ge. W&#228;hle stattdessen den entgegengesetzten Weg. Meide gebundelte Fonts. Meide die Klassiker von gestern. Meide die Trends von heute. Und das wichtigste: Votiere mit deiner Brieftasche  <strong>und lizenziere Schriften von lebenden Schriftentwerferinnen und -entwerfern</strong>. Nimm diese Fonts f&#252;r alle deine Projekte. Ermutige andere, dasselbe zu tun.</p>
<p>Es geht nicht um Wohlt&#228;tigkeit, sondern um das prinzipielle Investment in die Zukunft der typografischen Gestaltung. Jeder Schriftenkauf spornt einen Type-Designer an. Au&#223;erdem verbessert es unsere eigene Arbeit, weil du gezwungen bist, neue Schriften bewusst zu w&#228;hlen und ordentlich einzusetzen. Alle gewinnen.</p>
<p>Ich entwerfe Schriften und verwende sie, bin also an beiden Seiten des Prozesses interessiert. Letztes Jahr ver&#246;ffentlichte ich ein Buch mit dem Titel <em>Typography for Lawyers.</em> Ich wollte es in meiner Lieblingsschrift Sabon setzen. Doch ich entschloss mich, einen Schritt weiter zu gehen. Ich entdeckte <a href="http://www.carvalho-bernau.com/retailfonts/lyon/">Lyon</a>, von <em>Kai Bernau</em>. Das brachte mich weiter, denn ich entdeckte eine gro&#223;artige Font-Familie, die viel besser f&#252;r mein Buch geeignet war. Kai hatte auch was davon, weil viele meiner Leser ebenfalls Lyon erwarben (die damit vor allem Times New Roman ersetzten).</p>
<p>Macht euch um Sabon keine Sorgen. Sie hatte einen guten Lauf in den letzten 40 Jahren. Es besteht keine Gefahr, dass sie verschwindet, weil Anwender, die sich nicht f&#252;r Neues interessieren, sie weiterhin einsetzen werden.</p>
<p>Ich bin ein Designer und wei&#223; wovon ich spreche. In der Masse der 150.000 Schriften gibt es jede Menge unentdeckter Juwelen. Also habe ich sie zu finden, zu kaufen und zu verwenden. Wenn ich das nicht tue, und die gro&#223;en Schriften von morgen schon heute verhungern, worauf ihre Sch&#246;pfer das Interesse an ihrer Arbeit verlieren, hab’ ich keinen Grund mich zu beschweren: Es war mein eigener Fehler.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-21706" title="MVB-Verdigris" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2011/12/MVB-Verdigris.jpeg" alt="" width="500" height="500" /></p>
<p><em>MVB Verdigris: historische Vorlagen (oben), zeitgem&#228;&#223; interpretiert von Mark van Bronkhorst (Mitte) und heute gedruckt (unten)</em></p>
<p><img class="zentriert" title="Matthew Butterick 1995" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2011/12/butterick_1995.jpg" alt="" width="500" height="626" /></p>
<p>Der <em>Jurist <strong><a href="http://www.buttericklaw.com/">Matthew Butterick</a></strong> ist Schriftentwerfer, Anwalt und Autor in Los Angeles. Seine Karriere startete er in Boston, als <a href="http://www.fontshop.com/fonts/designer/matthew_butterick/">digitaler Schriftentwerfer und Ingenieur</a>, wo er mit den Berufskollegen <a href="http://www.fontshop.com/fonts/designer/david_berlow/">David Berlow</a> und <a href="http://www.fontshop.com/fonts/designer/matthew_carter/">Matthew Carter</a> an Projekten f&#252;r Apple, Microsoft, Ziff-Davis und anderen arbeitete. Der Londoner Designer <a href="http://www.fontshop.com/fonts/designer/neville_brody/">Neville Brody</a> ver&#246;ffentlichte seine experimentellen Schriften in <a href="http://www.researchstudios.com/2011/04/21/fuse-1-20-publication-coming-soon/">FUSE</a>, der Publikation fpr experimentelle Typografie. Butterick war Sprecher auf der ersten FontShop-Konferenz, der FUSE95 in Berlin, wo das obere Foto entstand (© Gerhard Kassner). Weitere Schriften von Matthew Butterick sind <a href="http://www.fontshop.com/fontlist/families/hermes_fb/">Hermes FB</a>, die er 2010 erweiterte, sowie <a href="http://www.fontshop.com/fonts/downloads/font_bureau/alix_fb_ot/">Alix FB</a> and <a href="http://www.typographyforlawyers.com/?page_id=3047">Equity</a>.</em></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-21707" title="mb_fontfeed" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2011/12/mb_fontfeed.jpeg" alt="" width="500" height="250" /></p>
<p><em>Neben seiner Anwaltst&#228;tigkeit betreibt Butterick die beliebte Typografie-Website <a href="http://www.typographyforlawyers.com/">Typography for Lawyers</a>, deren Inhalte er als <a href="http://fontfeed.com/archives/typography-for-lawyers-the-book/">Buch</a> ver&#246;ffentlichte (heute erh&#228;ltlich bei <a href="http://typo.la/jmp">Jones McClure Publishing</a> und <a href="http://typo.la/amzn">Amazon</a>).</em></p>
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		<title>Deutsches Design Museum in Berlin?</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Sep 2011 11:53:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Siebert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Designdiskurs]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Rat f&#252;r Formgebung (Frankfurt am Main) hat K&#252;nstler, Galeristen, Designer, Museumsleiter und Ausstellungsmacher, Journalisten und Hochschullehrer gebeten, &#252;ber die Gr&#252;ndung eines Design-Museums zu diskutieren. Auf der Website www.deutschesdesignmuseum.de sind plakative Thesen zu dieser Idee ver&#246;ffentlicht. Sie sollen eine »ergebnisoffene Debatte« ansto&#223;en. Bitte beteiligen Sie sich dort … und hier im Fontblog. Stellvertretend 5 von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="zentriert" title="Deutsches Design Museum" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2011/09/deutsches.png" alt="" width="500" height="263" /></p>
<p>Der <a href="http://www.german-design-council.de/" target="_blank">Rat f&#252;r Formgebung</a> (Frankfurt am Main) hat K&#252;nstler, Galeristen, Designer, Museumsleiter und Ausstellungsmacher, Journalisten und Hochschullehrer gebeten, &#252;ber die Gr&#252;ndung eines Design-Museums zu diskutieren. Auf der Website <a href="http://www.deutschesdesignmuseum.de" target="_blank">www.deutschesdesignmuseum.de</a> sind plakative Thesen zu dieser Idee ver&#246;ffentlicht. Sie sollen eine »ergebnisoffene Debatte« ansto&#223;en. Bitte beteiligen Sie sich dort … und hier im Fontblog.</p>
<p><strong>Stellvertretend 5 von 13 Thesen:</strong></p>
<ul>
<li><strong>Man kann heute nicht mehr nur St&#252;hlchen ins Museum stellen. Wir m&#252;ssen &#252;ber den Designbegriff reden.</strong> <em><br />
Volker Albus</em></li>
<li><strong>Viele Museen f&#252;r Design sind wie Gr&#228;ber. Aber Design ist etwas Lebendiges.</strong> <em>Hans-Peter Jochum</em></li>
<li><strong>Gesellschaftliche Entwicklungen ragen in Kunst und Design hinein. Dieses Verh&#228;ltnis muss auf nicht reduktionistische Weise erforscht werden.</strong> <em>Isabelle Graw</em></li>
<li><strong>W&#228;re es nicht befreiend, auf eine Sammlung zu verzichten?</strong> <em>Andreas Murkudis</em></li>
<li><strong>Design ist das denkbar popul&#228;rste Thema.</strong> <em>Ulf Poschardt</em></li>
</ul>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das eBook wird uns lange begleiten</title>
		<link>http://www.fontblog.de/das-ebook-wird-uns-lange-begleiten</link>
		<comments>http://www.fontblog.de/das-ebook-wird-uns-lange-begleiten#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 16 Sep 2011 07:39:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Siebert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Designdiskurs]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Erwiderung von Martin Holland Vor einigen Wochen wurde an dieser Stelle die wundersch&#246;ne App des SZ-Magazins gelobt und eBooks wurden in einem zugeh&#246;rigen Artikel als »Zwischending« bezeichnet, die von bald Apps abgel&#246;st w&#252;rden. Dem m&#246;chte ich an dieser Stelle widersprechen, anhand eines eigenen Beispiels. Zun&#228;chst aber kurz zu mir: Ich arbeite f&#252;r das Augsburger Redaktionsb&#252;ro [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eine Erwiderung</strong><em> von Martin Holland</em></p>
<p>Vor einigen Wochen wurde an dieser Stelle <a href="http://www.fontblog.de/alles-richtig-gemacht-sz-magazin-furs-ipad">die wundersch&#246;ne App des SZ-Magazins gelobt</a> und eBooks wurden <a href="http://www.page-online.de/emag/szene/artikel/warum_e_books_nur_ein_zwischending_sind">in einem zugeh&#246;rigen Artikel</a> als »Zwischending« bezeichnet, die von bald Apps abgel&#246;st w&#252;rden. Dem m&#246;chte ich an dieser Stelle widersprechen, anhand eines eigenen Beispiels.</p>
<p>Zun&#228;chst aber kurz zu mir: Ich arbeite f&#252;r das Augsburger Redaktionsb&#252;ro <a href="http://contentplus.de/">Contentplus Communications</a> und wir haben Anfang September den „Contentplus City Guide Augsburg“ ver&#246;ffentlicht, f&#252;r dessen technische Umsetzung ich zust&#228;ndig war. Es gibt ihn als ePUB bei <a href="http://itunes.apple.com/de/book/contentplus-city-guide-augsburg/id464000066?mt=11&amp;uo=4">iBooks</a> oder <a href="http://www.epubli.de/shop/buch/contentplus-city-guide-Augsburg-Holger-H&#252;hn-Martin-Holland-Isabella-Hopp-9783844209716/10020">ePubli</a> und als leicht angepasste <a href="http://www.amazon.de/contentplus-city-guide-Augsburg-ebook/dp/B005LVOF6S/ref=zg_bs_627687031_6">Kindle-Version</a>.</p>
<p>Aber genug der Werbung: Ich schreibe hier, weil ich wei&#223;, dass ein gut gemachtes und durchdachtes eBook all die Vorteile bietet, die J&#252;rgen Siebert der App des SZ-Magazins anrechnet. Gleichzeitig leidet es nicht unter dem gravierenden Nachteil, dass es an ein bestimmtes Ger&#228;t oder Betriebssystem gebunden ist:</p>
<p><img class="zentriert" title="ibook1" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2011/09/ibook1.jpg" alt="" width="500" height="375" /></p>
<p>In einem ePUB (dem Standard schlechthin, der nur von dem in dieser Beziehung antiquierten Kindle nicht angezeigt wird) kann die Bildgeschichte aus »Sagen Sie jetzt nichts« genauso spannend inszeniert werden wie in der App. Auch eingebettete Videos sind m&#246;glich, werden aber bislang nur in iBooks wiedergegeben. Genauso kann Axel Hacke per integrierter Audiodatei in einem eBook seine Kolumne selbst vortragen. Noch hat iBooks bei der Unterst&#252;tzung des ePUB-Standards <a href="http://vimeo.com/24954073">einen immensen Vorsprung</a>, aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis <a href="http://www.walrus-books.com/2011/09/walrus-ibooks-love/">&#228;hnlich gute Programme f&#252;r Android</a> etc. erscheinen. Sp&#228;testens dann k&#246;nnen ePUBs den gro&#223;en Vorteil, auf jeder Plattform zu funktionieren, vollst&#228;ndig ausspielen.</p>
<p>Die Vorteile des Schriftenlexikons als App wiegen schon deutlich schwerer. Vor allem mit der typografischen Darstellung tun sich einige Reader n&#228;mlich noch immer viel zu schwer. Verschiedene Programme (wie Adobe Digital Editions f&#252;r PC und Mac oder Aldiko f&#252;r Android) sind aber bereits heute f&#228;hig, eingebettete Schriftarten anzuzeigen, wie im Standard gefordert. Ausgerechnet iBooks l&#228;sst das aber noch nicht zu. Auch hier bin ich aber der festen &#220;berzeugung, dass es bald Programme f&#252;r alle Plattformen gibt, die das unterst&#252;tzen.</p>
<p>Bis auf die leider noch aktuellen Probleme hinsichtlich der korrekten Anzeige, die aber, und das ist wichtig, bei eBooks nicht systembedingt sind, hat eine App also keine f&#252;r immer w&#228;hrenden Vorteile. Daf&#252;r gibt es aber schwerwiegende Nachteile, die in der Natur einer App wurzeln: Eine App wird immer nur f&#252;r ein bestimmtes Betriebssystem erstellt und erreicht so nur einen Teil des Marktes. Au&#223;erdem ist sie in der Produktion wesentlich teurer als ein ePUB. Daneben ist auch nie gesichert, dass die App ein Update des zugeh&#246;rigen Betriebssystems, geschweige denn den Wechsel auf ein Nachfolgeger&#228;t mitmacht.</p>
<p>ePUBs dagegen sind leicht zu erstellen (ich habe daf&#252;r das kostenlose Programm <a href="http://code.google.com/p/sigil/">Sigil</a> benutzt), komplett durchsuchbar und offen f&#252;r k&#252;nftige Innovationen wie beispielsweise Vorlesefunktionen. Sie k&#246;nnen bereits jetzt auf vielen Ger&#228;ten ge&#246;ffnet werden, wenn auch mit den erw&#228;hnten Einschr&#228;nkungen hinsichtlich der Anzeige. Ich muss nat&#252;rlich eingestehen, dass heute noch einige Anstrengungen n&#246;tig sind, um ein eBook so zu erstellen, dass es in iBooks, in <a href="https://market.android.com/details?id=com.aldiko.android&amp;hl=de">Aldiko</a> f&#252;r Android und auf dem Kindle gut aussieht. Auf dem PC liefern das Firefox-Plugin <a href="https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/epubreader/">EPUB-Reader</a>, der <a href="http://ebookstore.sony.com/download/">Sony Reader</a>, oder das bereits etwas &#228;ltere <a href="http://www.adobe.com/de/products/digitaleditions/">Adobe Digital Editions</a> dann aber bereits die erwarteten Resultate.</p>
<p><img class="zentriert" title="ibook3" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2011/09/ibook3.gif" alt="" width="500" height="667" /></p>
<p>Gerne m&#246;chte ich jetzt auch noch kurz auf unser eigenes ePUB eingehen, auch weil es rein technisch meines Wissens wenig Konkurrenz gibt. Bislang beschr&#228;nken sich die meisten eBooks auf wenige Designelemente, ohne dass die bereits bestehenden M&#246;glichkeiten ausgenutzt werden, geschweige denn etwas neues probiert wird</p>
<p>Beim »Contentplus City Guide Augsbug« haben wir uns entschieden, eine m&#246;glichst gro&#223;e Reichweite zu erzielen. Auch deswegen gibt es noch keine multimedialen Inhalte. Unser Ziel war es, einen Reisef&#252;hrer im anspruchsvollen Layout zu erstellen, der vor allem auf dem iPad das Gef&#252;hl vermittelt, ein wirkliches Buch in den H&#228;nden zu halten. Probleme, die bei der Erstellung aufgetaucht sind, hatten fast ausnahmslos damit zu tun, dass iBooks die Standards gr&#246;&#223;tenteils einh&#228;lt, Adobe Digital Editions, auf dem die Android-App Aldiko basiert, aber nur partiell oder fehlerhaft. So wurden zum Beispiel hochformatige Bilder auf dem quer gehaltenen Smartphone abgeschnitten. F&#252;r die Kindle-Version habe ich keine M&#246;glichkeit gefunden, die kleinen Icons einzubauen und auch die Unterst&#252;tzung der entsprechenden ASCII-Symbole folgt keiner Logik, war also nicht hilfreich. Mitwachsende Icons gibt es deswegen nur im ePUB.</p>
<p>Ein anderes Problem waren die »Hurenkinder« und »Schusterjungen«, die noch immer auf einigen Ger&#228;ten auftauchen. Im integrierten CSS steht der entsprechende Befehl f&#252;r ihre Vermeidung und wird hoffentlich bald &#252;berall umgesetzt. Prinzipiell nur in iBooks problematisch war wiederum die Farbe von Verweisen, deren Anpassung Apple noch verhindert. Sobald das aber mit einem Update behoben ist, wird die bereits eingebaute, dezentere Farbgebung auch angezeigt. Die eingebauten Karten kann man derzeit nur in iBooks auf 200 % vergr&#246;&#223;ern. In allen Versionen ist aber das hochaufgel&#246;ste Bild eingebaut. Auch dieses Feature wartet also noch auf die allgemeine Umsetzung des Standards.</p>
<p><img class="zentriert" title="ibook2" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2011/09/ibook2.gif" alt="" width="500" height="667" /></p>
<p>Das sind verschiedene technische Probleme, auf die ich im Lauf der Arbeit gesto&#223;en bin. Sie hatten aber fast ausschlie&#223;lich damit zu tun, dass das ePUB auch auf anderen Ger&#228;ten so aussehen sollte wie in iBooks. F&#252;r B&#252;cher, die nur aus Text bestehen, gibt es diese Einschr&#228;nkungen bei der Anzeige nicht und hier werden die Vorz&#252;ge der gr&#246;&#223;eren Reichweite &#252;berdeutlich. Da sie nicht unter den Anzeigeproblemen leiden und die Reader zum Lesen <a href="http://meedia.de/internet/kindle-vs-ipad-welches-geraet-fuer-wen/2011/04/21.html">sowieso ungeschlagen</a> sind, profitieren heute also ganz besonders Romane von den ungez&#228;hlten Readern/Programmen. Ich bin der festen &#220;berzeugung, dass das gleiche bald auch f&#252;r layoutlastigere B&#252;cher gilt und eBooks ihren festen Platz in unserem Leben einnehmen werden.</p>
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		<title>Gute Typograﬁe, jetzt (5): Du-mich-auch-Typograﬁe</title>
		<link>http://www.fontblog.de/gute-typografie-jetzt-5-du-mich-auch</link>
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		<pubDate>Thu, 15 Sep 2011 07:43:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Siebert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Designdiskurs]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern Abend feierte das Some Magazine seine neueste Ausgabe in der Berliner VUP Lounge (HBC). Die Zeitschrift verortet sich selbst »irgendwo zwischen Design und Kunst« (aus der Einladung). Sie wird von Studenten (Markus Postrach, Markus Lange, Falko Walter) an der Kunthochschule Burg Giebichenstein in Halle bei Professor Sven Voelker produziert. Dieser sa&#223; auch gestern als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="zentriert" title="someelectricinvite" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2011/09/someelectricinvite.jpg" alt="" width="500" height="305" /></p>
<p>Gestern Abend feierte das <a href="http://somemag.com/Some_Magazine,_a_new_magazine_between_design_and_art.html">Some Magazine</a> seine neueste Ausgabe in der Berliner <em>VUP Lounge</em> (HBC). Die Zeitschrift verortet sich selbst »irgendwo zwischen Design und Kunst« (aus der Einladung). Sie wird von Studenten <em>(Markus Postrach, Markus Lange, Falko Walter)</em> an der Kunthochschule <em>Burg Giebichenstein</em> in Halle bei Professor <em>Sven Voelker</em> produziert. Dieser sa&#223; auch gestern als einer von drei Diskutanten auf dem Podium, neben dem Designer, Journalist und Moderator <em>Maximilian Dax</em> und <em>Erik Spiekermann</em>. Das Trio sprach &#252;ber die Herstellung des Magazins, &#252;ber Berufszw&#228;nge, den Luxus des studentischen Treibenlassens, lebensgef&#228;hrlich-falsche Beschilderungen an Flugh&#228;fen und Typografie. Da wurde es dann spannend f&#252;r mich.</p>
<p>Es g&#228;be zu viele Schriften, hie&#223; es einmal. Fr&#252;her hat Spiekermann dieser These widersprochen, mit dem Konter, es k&#246;nne nie genug Musik oder Weine geben … jeder solle etwas f&#252;r seinen Geschmack passendes finden. Gestern schwieg er. Sven V&#246;lker br&#252;stet sich des weiteren damit, dass er eigentlich kaum Schriften kenne au&#223;er Arial, Helvetica und Akzidenz Grotesk … aber eigentlich Arial die beste sei und f&#252;r alle Zwecke ausreiche. Auch hier kein Mucks von Spiekermann, der sonst keine Gelegenheit ausl&#228;sst, &#252;ber Arial zu l&#228;stern. Man kann sie ja durchaus m&#246;gen und als selig machend preisen. Ich hoffe nur, dass diese steile These nicht in Halle gelehrt wird.</p>
<p><img class="rechts" title="some_magazine" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2011/09/some_magazine.jpg" alt="" width="250" height="318" />Im weiteren Verlauf der Diskussion wurde deutlich, dass Voelker viel mehr K&#252;nstler als Designer ist. Als K&#252;nstler darf ich mit gutem Recht darauf bestehen, Musikst&#252;cke zu komponieren, die aus nur einem Ton bestehen, oder Bilder mit nur einer Farbe malen oder ein Magazin herausgeben, das aus Arial gesetzt ist. Allerdings ist Typografie keine Kunst, sondern eine Dienstleistung. Der Unterschied besteht darin, dass ich als Editorial Designer das Lesen meines Magazins so angenehm wie m&#246;glich machen m&#246;chte. Das ist der Auftrag, den ich von den Autoren meines Magazins bekommen habe, denn sie m&#246;chten, dass ihre Texte gelesen werden.</p>
<p>Mehrmals im Monat landen Hefte auf meinem Schreibtisch, oft volumin&#246;se, die ich hier mal als »Kunst-Magazine« bezeichnen m&#246;chte. Damit meine ich aber nicht so etwas wie <strong><em>art</em></strong>, aus dem Hause <em>Gruner + Jahr</em>, sondern Zeitschriften, die von K&#252;nstlern gemacht werden und nicht von Dienstleistern. Da diese Sorte Zeitschriften kein neues Ph&#228;nomen sind, habe ich mir schon vor Jahren einen Schnelltest zur ersten Begutachtung angew&#246;hnt, unter Zuhilfenahme aller Sinne. Ich rieche, h&#246;re, f&#252;hle und schaue auf solche Druckwerke, indem ich sie einmal von vorne und einmal von hinten mit dem Daumen durch scanne. Das dauert rund 5 Sekunden. Bleibe ich h&#228;ngen, wird es eine Abendlekt&#252;re, bleibt nix h&#228;ngen, landet es im Papierkorb. Fr&#252;her habe ich statt des Papierkorbes einen Stapel aufgeh&#228;uft, der dann nach 2 Jahren im Papierkorb landete. Andere Menschen legen sich solche Magazine auf den Tisch (Coffee-table-Literatur) und warten … oft mehrere Wochen. Nur eines geschieht nicht: Dass sie noch mal reinschauen. Dies kann an den Fotos liegen (nicht meine Disziplin) oder an der Typografie. Diese ist meine Metier. Ich nenne die nicht dem Lesen verpflichtete Textgestaltung auch gerne <strong><em>Du-mich-auch-Typografie</em></strong>.</p>
<p>PS: Um Missverst&#228;ndnissen vorzubeugen. Das Some-Magazin (und viele vergleichbare) sind wunderbare Projekte und ich freue mich, dass Designhochschulen in diesem Land die technischen M&#246;glichkeiten und die Sponsoren haben, auf professionellen Niveau Zeitschriften zu produzieren. Das war vor 20 Jahren undenkbar. Doch die Studierenden sollten wissen, dass sie solche Magazin &#252;berwiegend f&#252;r sich selbst und die eigene Fortbildung erstellen, so wie Maler ihre Skizzen und Architekten ihre Modelle. Nur weil es zum Wesen einer Drucksache geh&#246;rt, dass sie in mehreren tausend Exemplaren entsteht, hei&#223;t das nicht automatisch, dass diese bei jedem Empf&#228;nger einen sofortigen Lesereflex ausl&#246;st. Das sollte man wissen, als Jungredakteur, um nicht entt&#228;uscht zu sein, wenn die Leserschaft ausbleibt. Besonders freut es mich auch, dass die Einladung zu der Veranstaltung (siehe oben) und auch Some #3 nicht in Arial gesetzt sind.</p>
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		<title>Gute Typograﬁe, jetzt (3): kostenlose Lehrmittel</title>
		<link>http://www.fontblog.de/gute-typografie-jetzt-3-kostenlose-lehrmittel</link>
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		<pubDate>Thu, 08 Sep 2011 13:48:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Siebert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Designdiskurs]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass schlechte Typografie teurer und zeitraubender ist als gute Typografie, haben wir in der Diskussion um die »Fahrschule Edelwei&#223;« gelernt: Ronald W. ist sauer auf uns Typografen. &#220;beraus erfreulich ist dar&#252;ber hinaus, dass es jede Menge kostenloses Lehrmaterial gibt, um gute Typografie zu lernen und umgehend zu praktizieren. Ein Klassiker ist das 15-seitige PDF Typokurz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.zvisionwelt.de/typokurz.pdf" target="_blank"><img class="rechts" title="typokurz_titelseite" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2011/09/typokurz_titelseite.gif" alt="" width="200" height="283" /></a>Dass schlechte Typografie teurer und zeitraubender ist als gute Typografie, haben wir in der Diskussion um die »Fahrschule Edelwei&#223;« gelernt: <a href="http://www.fontblog.de/ronald-w-ist-sauer-auf-uns-typografen" target="_blank">Ronald W. ist sauer auf uns Typografen</a>. &#220;beraus erfreulich ist dar&#252;ber hinaus, dass es jede Menge kostenloses Lehrmaterial gibt, um gute Typografie zu lernen und umgehend zu praktizieren.</p>
<p>Ein Klassiker ist das 15-seitige PDF <em><strong><a href="http://www.zvisionwelt.de/?page_id=56" target="_blank">Typokurz</a></strong></em> von <em>Christoph Bier</em>. Das Papier liefert den schnellsten &#220;berblick zu elementaren (mikro)typografischen Regeln, die der Leserlichkeit eines Textes dienen. Sie alle lassen sich von jedermann (und mit jede Textverarbeitung) sofort umsetzen. Der leicht verst&#228;ndliche Leitfaden ist in weniger einer Stunde durchgearbeitet … da gibt es keine Ausrede mehr f&#252;r schlecht gesetzten Text.</p>
<p>Auch <em>FontShop</em> bringt immer wieder mal n&#252;tzliches Lehrmaterial in Umlauf, zum Beispiel unsere drei <strong><em>Font-Fibeln</em></strong>. Sie widmen sich den technischen Formaten digitalisierter Schriften bzw. ihrer Einsatzgebiete: B&#252;ro (Font-Fibel 1), Internet (Font-Fibel 2) und Drucksachen-Gestaltung (Font-Fibel 3). Seit kurzem liegen die drei Faltbl&#228;tter auf der PDF-Plattform <a href="http://www.issuu.com" target="_blank">Issuu</a>, so dass ihr sie entweder gleich hiert unten aufrufen und am Bildschirm durchlesen k&#246;nnt, oder herunterladen … zum Drucken und sp&#228;ter lesen.</p>
<p><strong>Font-Fibel 1:</strong> Webfonts (4 S), <a href="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2011/FontFibel1_webfonts.pdf" target="_blank">PDF herunterladen …</a></p>
<div><object id="1a9a9377-6885-48ff-1b14-42563564ebdf" style="width: 500px; height: 355px;" classid="clsid:D27CDB6E-AE6D-11cf-96B8-444553540000"><param name="movie" value="http://static.issuu.com/webembed/viewers/style1/v2/IssuuReader.swf?mode=mini&amp;backgroundColor=%23222222&amp;documentId=110908131616-254981b256e3486b87a6229cacae8cdc" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="menu" value="false" /><param name="wmode" value="transparent" /><embed style="width: 500px; height: 355px;" type="application/x-shockwave-flash" src="http://static.issuu.com/webembed/viewers/style1/v2/IssuuReader.swf" allowfullscreen="true" menu="false" wmode="transparent" flashvars="mode=mini&amp;backgroundColor=%23222222&amp;documentId=110908131616-254981b256e3486b87a6229cacae8cdc"></embed></object></div>
<p><strong>Font-Fibel 2:</strong> Office-Fonts (4 S), <a href="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2011/FontFibel_2_offc.pdf" target="_blank">PDF herunterladen …</a></p>
<div><object id="63f5745c-0baa-58a5-46a3-8a19a0a34e34" style="width: 500px; height: 355px;" classid="clsid:D27CDB6E-AE6D-11cf-96B8-444553540000"><param name="movie" value="http://static.issuu.com/webembed/viewers/style1/v2/IssuuReader.swf?mode=mini&amp;backgroundColor=%23222222&amp;documentId=110615141836-fdc6b6bdf8bb4fd68b6e67d7aecc2560" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="menu" value="false" /><param name="wmode" value="transparent" /><embed style="width: 500px; height: 355px;" type="application/x-shockwave-flash" src="http://static.issuu.com/webembed/viewers/style1/v2/IssuuReader.swf" allowfullscreen="true" menu="false" wmode="transparent" flashvars="mode=mini&amp;backgroundColor=%23222222&amp;documentId=110615141836-fdc6b6bdf8bb4fd68b6e67d7aecc2560"></embed></object></div>
<p><strong>Font-Fibel 3:</strong> OpenType-Fonts (4 S), <a href="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2011/FontFibel_3_ot.pdf" target="_blank">PDF herunterladen …</a></p>
<div><object id="86b7af8e-ebc4-a54f-65b1-221920b34e09" style="width: 500px; height: 355px;" classid="clsid:D27CDB6E-AE6D-11cf-96B8-444553540000"><param name="movie" value="http://static.issuu.com/webembed/viewers/style1/v2/IssuuReader.swf?mode=mini&amp;backgroundColor=%23222222&amp;documentId=110615145508-85d1e54f27494d11846afb8442418db0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="menu" value="false" /><param name="wmode" value="transparent" /><embed style="width: 500px; height: 355px;" type="application/x-shockwave-flash" src="http://static.issuu.com/webembed/viewers/style1/v2/IssuuReader.swf" allowfullscreen="true" menu="false" wmode="transparent" flashvars="mode=mini&amp;backgroundColor=%23222222&amp;documentId=110615145508-85d1e54f27494d11846afb8442418db0"></embed></object></div>
<p>Eine letzte Drucksache, die ich heute empfehle ist unser <strong><em>Apfel i</em></strong>, herausgekommen im Dezember 2010. Es gibt noch wenige gedruckte Exemplare davon, von denen ich morgen gerne 10 kostenlos versende. Einfach unten einen Kommentar hinterlassen, mit funktionierender E-Mail-Adresse (bleibt f&#252;r andere unsichtbar), so dass ich die Postanschrift ermitteln kann. First come first go … <strong>[Aktion ist beendet]</strong>.</p>
<p>Ganz eilige laden sich Apfel i &#252;ber Issuu (<a href="http://issuu.com/fontshop/docs/apfel_i#download">Download-Link</a>) oder werfen gleich hier einen Blick hinein:</p>
<div><object id="da0acfc9-20d0-46e6-9400-adf556bbbc33" style="width: 500px; height: 355px;" classid="clsid:D27CDB6E-AE6D-11cf-96B8-444553540000"><param name="movie" value="http://static.issuu.com/webembed/viewers/style1/v2/IssuuReader.swf?mode=mini&amp;backgroundColor=%23222222&amp;documentId=101231154635-aca2474f9cf14d18886d7ee3aa5e8461" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="menu" value="false" /><param name="wmode" value="transparent" /><embed style="width: 500px; height: 355px;" type="application/x-shockwave-flash" src="http://static.issuu.com/webembed/viewers/style1/v2/IssuuReader.swf" flashvars="mode=mini&amp;backgroundColor=%23222222&amp;documentId=101231154635-aca2474f9cf14d18886d7ee3aa5e8461" wmode="transparent" menu="false" allowfullscreen="true"></embed></object></div>
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		<title>Gute Typograﬁe, jetzt (2): Zitat Matthew Butterick</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Sep 2011 07:49:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Siebert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Designdiskurs]]></category>

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		<description><![CDATA[“If you believe typography matters — visually, historically, culturally — consider it your duty to help make sure it doesn’t get washed away by declining expectations.” Matthew Butterick, Sep 6 2011, Fonts in Use »Wenn du glaubst, Typografie sei wichtig – visuell, historisch, kulturell –, betrachte es als deine Pflicht mitzuhelfen, dass sie nicht durch sinkende [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>“If you believe typography matters — visually, historically, culturally — consider it your duty to help make sure it doesn’t get washed away by declining expectations.”</strong> <em>Matthew Butterick</em>, Sep 6 2011, <a href="http://fontsinuse.com/typography-for-lawyers/#comment-7503" target="_blank">Fonts in Use</a></p>
<p><em>»Wenn du glaubst, Typografie sei wichtig – visuell, historisch, kulturell –, betrachte es als deine Pflicht mitzuhelfen, dass sie nicht durch sinkende Erwartungen zugrunde geht.« Matthew Butterick</em>, 6. 9. 2011 auf <a href="http://fontsinuse.com/typography-for-lawyers/#comment-7503" target="_blank">Fonts in Use</a></p>
<p><strong>Matthew Butterick</strong> studierte an der <em>Harvard University</em> Visuelle Kommunikation und Mathematik, bevor er Mitte der 90er Jahre bei <em>The Font Bureau</em> Schriften entwarf und digitalisierte. Sp&#228;ter gr&#252;ndete er in San Francisco das Web-Design-B&#252;ro <em>Atomic Vision</em>, das er 1999 verkaufte. Butterick zog nach Los Angeles, um seinem Berufsleben eine neue Richtung zu geben. Er studierte Jura und wurde Anwalt. Doch seine Leidenschaft f&#252;r gut gestaltete Texte ist ungebrochen. 2008 rief er die Website <a href="http://www.typographyforlawyers.com/" target="_blank">Typography for Lawyers</a> ins Leben. Matthew Butterick war Sprecher auf der ersten FontShop-Konferenz <a href="http://www.typoberlin.de/fuse95/" target="_blank">FUSE95</a>.</p>
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		<title>Ich fordere leidenschaftliche Typograﬁe</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Sep 2011 14:00:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Siebert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Designdiskurs]]></category>

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		<description><![CDATA[(Aufkl&#228;rung tut not. Deshalb habe ich in diesem Beitrag eine kleine Adobe-InDesign-Schulung versteckt … Wer ausschlie&#223;lich typografische Nachhilfe w&#252;nscht, gehe einfach nur die Bilder und Bildunterschriften durch. Wer mitdiskutieren m&#246;chte, lese die Abs&#228;tze dazwischen.) Sagt: Wollen wir mal alle zusammen f&#252;r bessere Typografie im Land k&#228;mpfen? Meine Tochter Marie (15) fragte mich am Wochenende: »Warum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(Aufkl&#228;rung tut not. Deshalb habe ich in diesem Beitrag eine kleine Adobe-InDesign-Schulung versteckt … Wer ausschlie&#223;lich typografische Nachhilfe w&#252;nscht, gehe einfach nur die Bilder und Bildunterschriften durch. Wer mitdiskutieren m&#246;chte, lese die Abs&#228;tze dazwischen.)</p>
<p><img class="zentriert" title="J&#228;gerschnitzel gesetzt aus LiebeDoni, oben teilnahmslos, unten leidenschaftlich" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2011/09/liebeDoni_jaegerschnitzel.png" alt="" width="500" height="186" /></p>
<p>Sagt: Wollen wir mal alle zusammen f&#252;r bessere Typografie im Land k&#228;mpfen? Meine Tochter <em>Marie</em> (15) fragte mich am Wochenende: »Warum sind eigentlich die amerikanischen und englischen B&#252;cher so viel sch&#246;ner gemacht als die deutschen?« Na weil die typografische Kultur dort weiter entwickelt ist, antwortete ich. Au&#223;erdem probieren die gerne mal was Neues aus.</p>
<p>Bleiben wir kurz beim Buch. Selbst ein jahrzehntealter Wettbewerb wie <a href="http://www.stiftung-buchkunst.de/home.html?rev=2" target="_blank">Die Sch&#246;nsten Deutschen B&#252;cher</a> leistet kaum einen Beitrag zur typografischen Kultur. Er spornt zwar die kleinen Kunst-, Kinder- und Coffee-Table-Buchverlage an, aber auf das gro&#223;e Brot-und-Butter-Verlagsbusiness f&#228;rbte er nicht ab. Doch …: die Schulb&#252;cher sind in den letzten 10 Jahren besser geworden. <span id="more-19677"></span>Aber vergleicht mal einen deutschen <em>Harry-Potter-</em>Band mit den anglo-amerikanischen. Zwischenfazit: Die Kluft zwischen gut gemachten und schlecht gemachten B&#252;chern vergr&#246;&#223;ert sich im Land.</p>
<p><img class="zentriert" title="Die Glyphen Palette in InDesign gibt sofort Auskunft &#252;ber die versteckten Sch&#228;tze einer Schrift" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2011/09/Glyphen_Palette_05.png" alt="" width="500" height="449" /></p>
<p><em>OpenType-Schriften (.otf) enthalten oft jede Menge typografischer Leckerbissen, wie Kapit&#228;lchen, Ligaturen, Schwungbuchstaben oder alternative Zeichen … das Glyphen-Fenster in Adobe InDesign liefert die perfekte Schnell&#252;bersicht: Men&#252; Schrift → Glyphen</em></p>
<p>J&#252;ngst hie&#223; es auf Twitter: Liegt es eigentlich an der unpraktischen OpenType-Bedienung von Adobe, dass kaum jemand im Land die OT-Features nutzt? Nee, es liegt nicht an Adobe, weil: Die britischen und amerikanischen Designer arbeiten mit denselben Programmen wie wir. Es liegt auch nicht an den Schriften, die noch nie seit Gutenberg eine derartige Ausdrucksvielfalt boten wie heute. Es liegt schlicht an der Faulheit und Tr&#228;gheit einer viel zu gro&#223;en Zahl von Verantwortlichen, die teils in Verlagsh&#228;usern, teils in Designb&#252;ros und teils auf Seiten der Auftraggeber anzutreffen sind (die sich jeden Mist andrehen lassen).</p>
<p>Damit dieser Beitrag nicht in der Schublade <em>Eigenwerbung</em> landet, habe ich zur Bebilderung mit einer Schrift gespielt, die es bei FontShop (leider) gar nicht gibt. Sie wurde von der Berliner Designerin <em>Ulrike Wilhelm</em> gezeichnet, manche Fontblog-Leser kennen sie vom monatlichen Berliner Typo-Stammtisch. Ihre Kollektion tr&#228;gt den sympathischen Namen <strong><a href="http://www.liebefonts.com/" target="_blank">Liebe Fonts</a></strong>, sehr zu Recht, denn die Alphabete sind mit viel Liebe gezeichnet und programmiert. Ja, programmiert! Moderne OpenType-Fonts sind keine Setzk&#228;sten, sondern intelligente, dialogf&#228;hige Softwares.</p>
<p><img class="zentriert" title="Einen Swash-Buchstaben einsetzen …" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2011/09/swash_einzeln.png" alt="" width="500" height="383" /></p>
<p><em>Neben dem Glypen-Fenster (siehe eine Abbildung weiter oben) bietet das OpenType-Men&#252; den Zugang zu vielen typografischen Leckerbissen, vor allem auch Voreinstellungen und Automatiken … zugegeben, es liegt etwas versteckt im Kopf der Zeichen-Palette</em></p>
<p>Traurig aber wahr: Gro&#223;e Schriftenh&#228;user wie <em>House Industries, Emigre, Linotype, LiebeFonts</em> und auch <em>FontFont</em> liefern seit Jahren exquisites Rohmaterial, das am breiten Markt vorbei zu zielen scheint. Wenn das PostScript-Type-1-Format (so etwas wie die Gl&#252;hbirne unter den Schriften) von der Industrie nicht beerdigt worden w&#228;re … so mancher »Typograf« w&#252;rde auch noch in 10 oder 20 Jahren seine Seiten im ASCII-Laufst&#228;llchen zusammen basteln. Ich wei&#223; wovon ich rede, weil wir tagt&#228;glich mit Kunden am Telefon und per E-Mail kommunizieren … ich meine <em>kommerzielle</em> Kunden, keine Heimarbeiter und keine Studierenden.</p>
<p><img class="zentriert" title="Kontextbedingte Buchstabenvarianten machen das Schriftbild lebendig" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2011/09/Kontextbedingte_Varianten.png" alt="" width="500" height="808" /></p>
<p><em>Eines der raffiniertesten OpenType-Features f&#252;r Schriften, die wie handgezeichnet aussehen m&#246;chten, sind kontextbedingte Varianten (einzuschalten im OpenType-Men&#252;), die bei LiebeDoni daf&#252;r sorgen, dass sich Doppelbuchstaben unterscheiden</em></p>
<p>Verlassen wir mal den bibliophilen Bereich. Am Wochenende stie&#223; ich zuf&#228;llig im Lichthof des Berliner <em>Kaufhaus des Westens</em> (KaDeWe) auf die Seidentuch-Ausstellung der franz&#246;sischen Luxusmarke <em>Hermès</em>, Titel <a href="http://www.kunst-magazin.de/%E2%80%9Eseidenblicke%E2%80%9C-im-kadewe/#more-14070" target="_blank">Seidenblicke</a>. In Kooperation mit dem renommierten US-K&#252;nstler, Designer und Szenenbildner <em>Hilton McConnico</em> entstand eine Ausstellung in zehn R&#228;umen, die ein M&#228;rchen erz&#228;hlt, in das sich mit viel Liebe und Geschmack rund drei Dutzend klassische Hermès-T&#252;cher einf&#252;gen. Ich kenne das Budget f&#252;r dieses 5-w&#246;chige Event nicht, sch&#228;tze es aber auf locker 6-stellig.</p>
<p><img class="zentriert" title="Stylistic_Sets" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2011/09/Stylistic_Sets.png" alt="" width="500" height="597" /></p>
<p><em>Beim Bauen von Headlines oder Logos k&#246;nnen alternative Zeichen, zu finden im Glyphen-Fenster oder im OpenType-Men&#252; unter Stylistic Sets, f&#252;r &#220;berraschungen in Wort oder Zeile sorgen</em></p>
<p>Als Designinteressierter muss man Luxusmarken m&#246;gen, denn wo sonst bilden wertvolle Materialien, sch&#246;ne Verpackungen und gute Gestaltung einen festen Produktbestandteil? Und wenn ich dann durch eine solch luxuri&#246;se Ausstellung wandere, f&#252;r die auch noch das Designb&#252;ro <a href="http://undo-redo.com/" target="_blank">Undo-Redo</a> einen sch&#246;nen Leporello entworfen hat, dann schau’ ich mir nat&#252;rlich aufmerksam die Beschriftung an.</p>
<p>Und dann leide ich meistens … Wieder einmal sind Texte lieblos gestaltet und unleserlich, wieder einmal best&#228;tigt sich meine These: Gute Typografie ist nicht teurer als schlechte*. Es h&#228;tte keinen Euro mehr gekostet, bei den Seidenblicke-Ausstellungstafeln (siehe unten) die Silbentrennung einzuschalten und von Blocksatz auf linksb&#252;ndig zu stellen. Und wenn der Auftraggeber auf echt luxusm&#228;&#223;ige, angenehm lesbar Typografie bestanden h&#228;tte … ja, es w&#228;re eine Investition zwischen 30 und 80 € n&#246;tig gewesen, um die passende Schrift zu finden und zu erwerben. Sollte f&#252;r Hermès bzw. f&#252;r Hermès-Partner kein Problem sein.</p>
<p><img class="zentriert" title="Bedingte Ligaturen" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2011/09/Bedingte_Ligaturen.png" alt="" width="500" height="349" /></p>
<p><em>Enth&#228;lt eine Schrift seltene oder ausgefallene Ligaturen, die nicht f&#252;r jeden Text geeignet sind, verbergen sich diese unter dem OpenType-Men&#252;punkt Bedingte Ligaturen, mit dem man sie ein und ausschalten kann.</em></p>
<p>*Zwei Fotos von der Ausstellung »Seidenblicke« im KaDeWe:</p>
<p><img class="zentriert" title="Ausstellung »Seidenblicke« im Berliner KaDeWe …" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2011/09/hermes1.jpg" alt="" width="500" height="291" /></p>
<p><em>10 Texttafeln in der Hermès-Ausstellung im Berliner KaDeWe erz&#228;hlen eine Art M&#228;rchen aus 1000 und einer Seidennacht …</em></p>
<p><img class="zentriert" title="… eine von 10 Beschriftungen in »Seidenblicke«" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2011/09/hermes2.jpg" alt="" width="500" height="283" /></p>
<p><em>… doch die Typografie der Tafeln ist unterirdisch, mit leseunfreundlichem Umbruch und eine beliebigen Schrift (jedenfalls ist sie weder im Hermès-Corporate-Design zu finden, noch im Begleitfaltblatt zur Ausstellung)</em></p>
<p>Dieser Beitrag soll der Auftakt einer Typografie-Qualit&#228;tsoffensive werden. Ich wei&#223; noch nicht, was als n&#228;chstes folgt und wie es weiter geht. Erst mal w&#252;nsche ich mir ein paar Verb&#252;ndete. Auch wenn die ausbleiben sollten: Ich werde keine Ruhe geben, bis ich einen Sinneswandel im Land sp&#252;re. Danke.</p>
<p style="text-align: right;">J&#252;rgen Siebert</p>
<p style="text-align: left;"><strong>PS:</strong> Vielen Dank an <em>Ulrike Wilhelm </em>und<em> Frank Rausch</em>, die mir nicht nur die Idee f&#252;r diese Initiative lieferten (unwissentlich), sondern auch die sch&#246;ne Schrift LiebeDoni sowie (dann auf Anfrage) die Screenshots f&#252;r den im Beitrag intergierten OpenType-Crashkurs. Und noch was, bevor hier der erste Kommentator &#252;ber meine J&#228;gerschnitzel-Typografie herzieht: Das ist ein Symbolbild, kein ernst zu nehmender Ratschlag f&#252;r eine Speisekarten-Gestaltung.</p>
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		<title>Die Web-H&#228;uptlinge hassen Typograﬁe…</title>
		<link>http://www.fontblog.de/die-web-hauptlinge-hassen-typograe</link>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 15:44:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Siebert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Designdiskurs]]></category>

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		<description><![CDATA[… aber nicht mehr lange. von Seth Godin* Es begann wahrscheinlich mit HTML, und danach Yahoo, nat&#252;rlich. Doch eBay &#252;berspannte den Bogen, bevor Google und Facebook es zur Methode erhoben: Eine beschissene Typografie, kein bisschen darauf zu achten wie man was sagt sondern und nur was man sagt – der typische Erst-die-Technik-Ethos des Internets. Sergey Brin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>… aber nicht mehr lange.</strong> <em>von Seth Godin*</em></p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-19641" title="seth" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2011/08/seth.jpg" alt="" width="312" height="295" />Es begann wahrscheinlich mit HTML, und danach <em>Yahoo</em>, nat&#252;rlich. Doch <em>eBay</em> &#252;berspannte den Bogen, bevor <em>Google</em> und <em>Facebook</em> es zur Methode erhoben: Eine beschissene Typografie, kein bisschen darauf zu achten <em>wie</em> man was sagt sondern und nur <em>was</em> man sagt – der typische <em>Erst-die-Technik</em>-Ethos des Internets.</p>
<p><em>Sergey Brin</em> formulierte einst, dass Ausgaben f&#252;r Marketing die Quittung f&#252;r lausige Produkt sei, und nat&#252;rlich ist ein gut gestalteter Text eine Form des Marketings. Sergey hat keine Ahnung vom Marketing, denn gro&#223;artige Produkte <em>sind</em> Marketing, und erst recht keine Ahnung vom Nutzen guter Typografie.</p>
<p>Es ist die Typografie, die Apple auf den ersten Blick vom Rest des Marktes unterscheidet. Es ist die typografische Gestaltung, die ein selbstverlegtes Buch meist alt aussehen l&#228;sst gegen&#252;ber einem »richtigen«. Typografie (genauer: die falsche) ist eine Gefahrenquelle in Flugzeugen: Wer hat festgelegt, das Sicherheitshinweise IN GROSSBUCHSTABEN GESCHRIEBEN SEIN M&#220;SSEN?</p>
<p>Die Wahl einer Schrift, ihre sorgf&#228;ltige Zurichtung und ihre Leserlichkeit ergeben einen starken Eindruck. Wenn deine Visitenkarte nichts anderes ist als Arial auf einem St&#252;ck Karton, teilst du den Empf&#228;ngern etwas mit … ziemlich genau das Gegenteil von dem, was du urspr&#252;nglich mit der Karte beabsichtigt hast.</p>
<p>Ironie der Geschichte: Es waren die Computer, allen voran Apple, die das Gestalten von Drucksachen in unsere H&#228;nde legten. Und dieselbe Computerindustrie nahm es uns wieder weg, entwertete unsere Ausdrucksm&#246;glichkeiten um zu demonstrieren wie besch&#228;ftigt wir mit dem Programmieren sind, auf dass nichts mehr vertrauensvoll oder reizvoll aussehen kann. <em>Typekit</em> und andere Webfont-Dienste packen dieses Problem nun beim Schopf, und es ist ziemlich sicher, dass die n&#228;chste Generation von Unternehmen online besser aussehen wird als die von heute.</p>
<p>Gute Typografie ist etwas aufw&#228;ndiger als schlechte, aber sie macht sich um ein Vielfaches bezahlt … nein: sie ist ein echtes Schn&#228;ppchen. Hier ein paar <a href="http://www.squidoo.com/getting-smart-about-typography" target="_blank">brauchbare B&#252;cher</a> (englisch; <a href="http://typefacts.com/news/die-besten-typografiebuecher-der-typografische-kanon" target="_blank">eine deutschsprachige Alternative</a>) und <a href="http://fontfonter.com/" target="_blank">ein nettes Tool</a>, gefunden <a href="http://www.swiss-miss.com/2011/07/fontfonter.html">bei Swiss-Miss</a>.<br />
_______________<br />
*&#220;bersetzung des Artikels <a href="http://sethgodin.typepad.com/seths_blog/2011/08/the-web-hates-typography.html" target="_blank">The web leaders hate typography (but not for long)</a> von Seth Godin, mit freundlicher Genehmigung des Autors. <a href="http://sethgodin.com/sg/" target="_blank">Seth Godin</a> ist ein New Yorker Autor, Unternehmer und Marketing-Experte. Sein Lieblingsthema: die post-industrielle Revolution. Er schrieb 13 Bestseller die in 30 Sprachen &#252;bersetzt wurden.</p>
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		<title>Minimalismus: Chance oder Gefahr f&#252;r gro&#223;e Marken?</title>
		<link>http://www.fontblog.de/minimalismus-chance-oder-gefahr-fuer-grosse-marken</link>
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		<pubDate>Tue, 21 Dec 2010 09:00:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Siebert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Designdiskurs]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Design-Beratungsunternehmen Antrepo Design Industry fragt sich: Kann es in einem maximierten Markt minimalistisches Design geben? »Unser neustes Projekt besch&#228;ftigt sich mit Vereinfachung. Wir haben versucht, f&#252;r weltweit bekannte Markenprodukte ein reduziertes Packaging-Design zu entwickeln. Wir glauben, dass sich jedes Produkt nach einer gewissen Zeit auf Minimalisierung untersuchen lassen sollte.« Die Designer von Antrepo praktizierten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2010/12/nutella_simple_gross.jpg" rel="lightbox[14934]"><img class="aligncenter size-full wp-image-14935" title="nutella_simple_klein" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2010/12/nutella_simple_klein.jpg" alt="" width="490" height="201" /></a></p>
<p>Das Design-Beratungsunternehmen <a href="http://www.a2591.com/" target="_blank">Antrepo Design Industry</a> fragt sich: <a href="http://www.a2591.com/2010/12/minimalist-effect-in-maximalist-market.html" target="_blank">Kann es in einem maximierten Markt minimalistisches Design geben?</a> »Unser neustes Projekt besch&#228;ftigt sich mit Vereinfachung. Wir haben versucht, f&#252;r weltweit bekannte Markenprodukte ein reduziertes Packaging-Design zu entwickeln. Wir glauben, dass sich jedes Produkt nach einer gewissen Zeit auf Minimalisierung untersuchen lassen sollte.« Die Designer von Antrepo praktizierten ein 2-stufiges redesign: a) minimal und b) extrem minimal.</p>
<p>Das interdisziplin&#228;re Design-Blog <a href="http://www.ignant.de/" target="_blank">Ignant</a> schreibt zu dem Experiment: »Nat&#252;rlich sind Geschm&#228;cker verschieden und w&#228;hrend die breite Masse eher die farbenfrohe Variante vorzieht, w&#252;rden mich zwei Farben, eine Typo und m&#246;glichst wenig Schnick-Schnack viel mehr ansprechen.« Es steht also die Frage im Raum: Erreichen weltber&#252;hmte Marken mit einem reduzierten Design m&#246;glicherweise ein anderes, neues Publikum? Oder aber: Reicht auch Stammkunden der schlichte Nutella-Schriftzug, um zu ihrem Lieblingsprodukt zu greifen? Sollte es f&#252;r bestimmte Marken zwei Packaging-Design-Schienen geben?</p>
<p><a href="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2010/12/schweppes_simple_gross.jpg" rel="lightbox[14934]"><img class="aligncenter size-full wp-image-14936" title="schweppes_simple_klein" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2010/12/schweppes_simple_klein.jpg" alt="" width="490" height="236" /></a></p>
<p>Weitere &#252;berarbeitete Marken <a href="http://www.flickr.com/photos/a2591/" target="_blank">auf dieser flickr-Seite.</a> (Via: <a href="http://twitter.com/#!/gerritvanaaken/status/17132600120320000">Gerrit van Aaken</a>)</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Anti-Anti-Design</title>
		<link>http://www.fontblog.de/anti-anti-design</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Nov 2010 08:30:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Siebert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Designdiskurs]]></category>

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		<description><![CDATA[von Florian Pfeffer Gestern, kurz nach Ver&#246;ffentlichung des Kommentars »Anti-Design« von Erik Spiekermann, schrieb mir Florian Pfeffer, Direktor der Stiftung :output in Amsterdam und Herausgeber/Gestalter des internationalen Jahrbuches :output f&#252;r Designprojekte aus Hochschulen: »Im Interesse zweier Generationen, die im Jahr 1964 (ich) bzw. im Jahr 2000 (meine Kinder) noch nicht geboren waren, m&#246;chte ich eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>von Florian Pfeffer<br />
</em></strong></p>
<p><em>Gestern, kurz nach Ver&#246;ffentlichung des Kommentars »Anti-Design« von Erik Spiekermann, schrieb mir Florian Pfeffer, Direktor der Stiftung :output in Amsterdam und Herausgeber/Gestalter des internationalen Jahrbuches :output f&#252;r Designprojekte aus Hochschulen: »Im Interesse zweier Generationen, die im Jahr 1964 (ich) bzw. im Jahr 2000 (meine Kinder) noch nicht geboren waren, m&#246;chte ich eine Replik auf den von Erik ver&#246;ffentlichten Artikel und das Manifest »First things first« schreiben.« Gesagt, getan, ver&#246;ffentlicht …</em></p>
<p><img class="rechts" title="Portraitfoto von Florian Pfeffer" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2010/11/florian_pfeffer.jpg" alt="" width="200" height="300" /><strong>Lieber Erik.</strong> Auch ich bin (unter anderem) »Design-Professor« – und zwar genau auf der Nachfolgestelle jener Person, auf die du in deinem Artikel anspielst – die n&#228;chste Generation eben. Ich bin au&#223;erdem Designer, Unternehmer und Kurator, ich spreche also nicht aus dem Elfenbeinturm. Und ich bin mit Dir eins, dass politische Plakate hier und heute gestalterische Bigotterie sind und dass es nicht besonders mutig ist, einen Artikel in einem Surfer-Magazin in <em>Zapf Dingbats</em> zu setzen.</p>
<p>Das alles vorangestellt, finde ich den in deinem Artikel beschriebenen Standpunkt aber ausgesprochen desillusionierend und visionslos. Er entl&#228;sst uns nicht aus dem Gef&#228;ngnis, den beide Manifeste um uns Designer herum aufgebaut haben. Schlimmer noch, der Artikel macht das Gef&#228;ngnis noch hoffnungsloser und die Mauern noch dicker: Nach fast 40 Jahren kommen wir zu dem Schluss, dass wir auch keine L&#246;sungen haben. Aber immerhin funktionieren die Espressomaschine und die Zentralheizung noch &#8230; where do we go from here?</p>
<p>Deine Ehrlichkeit muss man dir hoch anrechnen.<br />
F&#252;r das Manifest bedeutet dieser Umstand aber, dass es gescheitert ist.<br />
Es musste zweimal geschrieben werden und beim dritten Aufw&#228;rmen wird es schal.</p>
<p>Ich finde das nicht besonders &#252;berraschend.<br />
So nobel das Ziel des Manifestes, so eindimensional seine Botschaft.</p>
<p>Das Manifest hat einen Geburtsfehler, der das Design auf Jahre hinaus in seiner Entwicklung blockiert hat: Es unterscheidet zwischen <strong>»denen«</strong> (Hersteller von Hundekuchen, Kreditkarten, Haargel etc.) und <strong>»uns«</strong>, die mit Geld dazu gezwungen werden, f&#252;r diese Dinge Werbung zu machen, das »kranke System st&#252;tzen« und sich daf&#252;r sch&#228;men. Ich glaube, uns ist die historische Dimension dieses Geburtsfehlers gar nicht bewusst. Wo w&#228;re Design heute ohne diesen Unterschied?</p>
<p>Dieser Unterschied ist unser Gef&#228;ngnis: Wir m&#252;ssen uns entscheiden, ob wir zu »denen« oder zu »uns« geh&#246;ren. Es gibt keine Alternative. <strong>»Die«</strong> machen die Fehler, <strong>»wir«</strong> verkaufen sie &#8230; oder werden »K&#252;nstler-Designer«. Pest oder Cholera. Hat schon mal jemand auf <em>slanted.de</em> nachgez&#228;hlt, wie viele von Designern gemachte (und in hom&#246;opathischen Auflagen selbst finanzierte) Magazine &#252;ber »Orte«, »froh sein« oder »Kunst, Design und Fotografie« jeden Monat rauskommen? Das scheint die einzige real existierende Alternative zwischen <strong>denen</strong> und <strong>uns</strong> zu sein. Deprimierend.</p>
<p>Ich will nicht die billige Polemik aufmachen, dass wir alle Haargel, Kreditkarten und (so hoffe ich doch zumindest) Putzmittel verwenden bzw. Konsumkritik &#252;ben, w&#228;hrend wir auf Designerm&#246;beln sitzen. Das ist nicht das Problem.</p>
<p>Das Problem ist: Wir wollen als Designer mit der Planung und Herstellung sowie mit der Gestaltung der Umst&#228;nde, unter denen diese Dinge das Licht der Welt erblicken, nichts zu tun haben. Das sollen <strong>die</strong> machen: Die Wirtschaft und die Politik. <strong>Wir</strong> machen das Drumherum, ob nun <em>daf&#252;r</em> (Werbung/Corporate Design), <em>dagegen</em> (politische Plakate) oder <em>weder/noch</em> (Kultur). Damit sind wir nur <em>mit</em>schuldig, <em>un</em>schuldig oder <em>weder/noch</em>-schuldig.</p>
<p>Das ist zu wenig!<br />
Designer m&#252;ssen endlich aus diesem Gef&#228;ngnis ausbrechen!<br />
Weg mit den Grenzen von DIN A4, HKS und 72 dpi!<br />
Ich fordere Designer auf, sich <em>schuldig</em> zu machen, und zwar richtig!</p>
<p>Damit w&#252;rden wir tats&#228;chlich Verantwortung &#252;bernehmen und k&#246;nnten haftbar gemacht werden.<br />
Man m&#252;sste uns ernst nehmen, weil wir ernsthaften Schaden anrichten k&#246;nnten.<br />
Ganz nebenbei w&#252;rde auch die Bezahlung besser werden (wie an dieser Stelle so oft gew&#252;nscht wird).</p>
<p>Warum sind die meisten Wirtschaftsf&#252;hrer Ingenieure?<br />
Warum sind die meisten Politiker Lehrer oder Juristen?<br />
Weil sie nicht das Gef&#252;hl haben, ihren Beruf zu verraten, wenn sie an die entscheidenden Stellen in unserer Gesellschaft aufsteigen. Wir hingegen glauben, dass wir aufh&#246;ren w&#252;rden, Designer zu sein, wenn wir »die Seiten wechseln«. Dann w&#228;ren wir einer von <strong>denen</strong>, schmutzige Finger, der Feind &#8230; vorbei das sch&#246;ne Leben aus Farben und Formen.</p>
<p>Bertold Brecht hat geschrieben: <em>Was ist der &#220;berfall einer Bank gegen die Gr&#252;ndung einer Bank?</em><br />
Heute wissen wir: Wir k&#246;nnen das Gr&#252;nden von Banken nicht allein den Bankern &#252;berlassen. Das wird nichts.</p>
<p>Ich will beileibe nicht behaupten, dass Designer die besseren Menschen, Politiker oder Banker w&#228;ren.<br />
Genauso wenig sind Frauen die bessern Kanzlerinnen oder f&#252;hren weniger Kriege.</p>
<p>Aber: Wir vertrauen unsere Welt immer mehr Experten an, die die komplexen Probleme f&#252;r uns l&#246;sen sollen.<br />
Das bringt unsere Demokratie in Gefahr. Es ist heute beispielsweise nicht mehr m&#246;glich, den korrupten Vorstand einer Hamburger Bank zu entlassen, weil das den Einsturz der Bank bedeuten w&#252;rde. Wir sind in der Geiselhaft der Technokraten!</p>
<p>Designer hingegen sind Generalisten.<br />
Sie arbeiten sich in eine Vielzahl von Themen ein.<br />
Sie besch&#228;ftigen sich mit den Motivationen und Interessen von anderen Menschen.<br />
Sie machen Dinge benutzbar und n&#252;tzlich.<br />
Sie machen Zukunftsvorstellungen und Strategien verst&#228;ndlich.<br />
Sie entwerfen und stellen L&#246;sungen f&#252;r Probleme auf den Tisch – greifbar, konkret und &#252;berpr&#252;fbar.<br />
Sie vertrauen nicht immer dem »das haben wir schon immer so gemacht«&#8221;, sondern suchen neue Wege.</p>
<p>Das alles soll nur dazu gut sein, Magazine, Webseiten, Erscheinungsbilder und Plakate zu machen?</p>
<p>F&#252;r mich ist beispielsweise <em>Muhammed Yunus</em>, der Erfinder des Mikro-Kredits, ein Designer im besten Sinne. So viel zu den verteufelten Kreditkarten. Jetzt brauchen wir nur noch die besseren Hundekuchen. Wir sollten ganz oben ins Regal greifen. Das k&#246;nnen wir auch.</p>
<p>Die Grenzen in unseren eigenen K&#246;pfen sind bekanntermassen am schwierigsten zu &#252;berwinden. Das Land dahinter ist aber aufregend. Und dort liegt sehr viel Zukunft f&#252;r das Design.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Das Doppelleben des Designers (Anti-Design)</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Nov 2010 15:36:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Siebert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Designdiskurs]]></category>

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		<description><![CDATA[von Erik Spiekermann Der nachfolgende Beitrag erschien vorgestern unter dem Titel “The Designer’s Double Life” auf der Website des britischen Magazins Blueprint und wurde &#252;ber Twitter tausendfach empfohlen. Ich habe mir beim Autor die Genehmigung zum &#220;bersetzen und ver&#246;ffentlichen hier im Fontblog geholt. Foto: J&#252;rgen Siebert. Wenn Architekten vom Funktionalismus genervt sind, &#228;ndern sie Louis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>von Erik Spiekermann</em><br />
</strong><br />
<em>Der nachfolgende Beitrag erschien vorgestern unter dem Titel “The Designer’s Double Life” auf der <a href="http://www.blueprintmagazine.co.uk/index.php/everything-else/the-double-life-of-designers/" target="_blank">Website des britischen Magazins Blueprint</a> und wurde &#252;ber Twitter tausendfach empfohlen. Ich habe mir beim Autor die Genehmigung zum &#220;bersetzen und ver&#246;ffentlichen hier im Fontblog geholt. Foto: J&#252;rgen Siebert.</em></p>
<p><img class="links" title="Portraitfoto von Erik Spiekermann" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2010/11/Erik_Spiekermann.jpg" alt="" width="200" height="302" /><strong>Wenn Architekten vom Funktionalismus genervt sind,</strong> &#228;ndern sie <em>Louis Sullivans</em> Lehrsatz »Form follows function« in »Form follows fun« um und schm&#252;cken ihr Geb&#228;ude mit beliebigen Elementen. T&#252;rmchen, Betonsegel, Stufenpyramiden, B&#246;gen, Architrave und jede Menge Zierrat, der keinen Zweck erf&#252;llt au&#223;er Zierrat zu sein. Wenn Grafikdesigner gelangweilt sind von der Perfektion ihrer neuen Rechner, die ihre Arbeit pixelgenau rendern, rebellieren sie mit einem selbst geschriebenen Programm, das die Konturen von Buchstaben per Zufall ver&#228;ndert und Texte bei jedem Druck anders aussehen l&#228;sst. Ein Editorial Designer, dem der gelieferte Text eines Autors nicht gefiel, setzte ihn einfach aus einer unlesbaren Dingbats-Schrift.</p>
<p>Dieser Akt unfassbar mutiger Missachtung machte ihn ber&#252;hmt, zumindest in jenen Kreisen der Studenten, die dazu verdammt waren, ihr Leben als Layout-Sklave in einer Werbeagentur zu fristen. Mich nannte mal einen Design-Professor Verr&#228;ter, weil ich meine Mitarbeiter dazu anhielt, f&#252;r finstere kapitalistische Unternehmen zu arbeiten, w&#228;hrend er seinen eigenen Kampf gegen die Ausbeutung unseres Berufsstandes lobend hervorhob, der darin best&#252;nde, Plakate gegen die Verbreitung von Aids und Hunger zu entwerfen. Er dachte, dies seien unglaublich mutige Botschaften gegen das Establishment. Wen wundert’s, dass er heute, nach 30 Jahren in einem sicheren Job, die staatliche Rente genie&#223;t w&#228;hrend ich immer noch die Peitsche &#252;ber die armen Abh&#228;ngigen in meinem B&#252;ro schwinge.</p>
<p>Es war schon immer leicht, in der sicheren Umgebung von Kunstzeitschriften oder Galerien zu protestieren, vor einem Publikum aus Designern, die viel lieber K&#252;nstlern w&#228;ren, wenn es eine Aussicht auf ein sicheres Einkommen g&#228;be. Es ist in der Tat schwer mit dem Widerspruch zu leben, Botschaften zu entwerfen die Menschen dazu bewegen sollen, Geld auszugeben, das sie nicht haben, f&#252;r Dinge, die sie nicht brauchen. Wenn sie die Hochschule verlassen haben, m&#246;chten Designerinnen allzu gerne Kinderb&#252;cher illustrieren und Designer Plakate gegen das B&#246;se in der Welt gestalten. Monate sp&#228;ter sind sie froh vor einem Computer zu sitzen, der am laufenden Band endlose Variationen diagonal gestreifter Etiketten f&#252;r die n&#228;chste  »Light«-Produkterweiterung ausspuckt. Nat&#252;rlich ist unsere Welt in einem traurigen Zustand. &#214;ffentliche Einrichtungen sind pleite, der Verkehr ist ein Alptraum, die Luft ist das Atmen nicht wert, an k&#228;ufliche Politiker und hohe Arbeitslosenquoten haben wir uns gew&#246;hnt. Sollten wir unser F&#228;higkeiten als Kommunikatoren, Strategen und Probleml&#246;sen nicht auf die wichtigen Themen des Lebens richten? Den &#246;ffentlichen Verkehr? Effiziente und nachhaltige Energiequellen schaffen, bezahlbare Wohnungen und einen lebenswerten Kiez?</p>
<p>Als das First-Things-First-Manifest von 1964, unterschrieben von 22 britischen Designgr&#246;&#223;en, im Jahr 2000 wiederver&#246;ffentlicht wurde, unterschrieben es jede Menge Designer aus aller Herren L&#228;nder. Viele von ihnen arbeiteten und arbeiten immer noch in einem Umfeld, das im Manifest so beschrieben wurde:</p>
<p><em>… Designer … setzen ihr Talent und ihr Phantasie daf&#252;r ein, Hundekuchen zu verkaufen, Designerkaffee, Diamanten, Putzmittel, Haargel, Zigaretten, Kreditkarten, Turnschuhe, Kosmetik, Light-Bier und Gel&#228;ndelimousinen. Kommerzielle Arbeit hat unsere Rechnungen bezahlt, aber viele Grafikdesigner haben sie inzwischen zum einzigen werden lassen, was ein Grafikdesigner tut. Und genauso nimmt die Au&#223;enwelt inzwischen das Design wahr. Die Zeit und Energie unseres Berufes wird daf&#252;r benutzt die Nachfrage nach Dingen zu sch&#252;ren, die bestenfalls unwichtig sind …</em></p>
<p>Auch ich habe das Manifest unterschrieben, weil ich daran glaube, dass wir unsere F&#228;higkeiten viel eher daf&#252;r einsetzen sollten, die dr&#228;ngenden Fragen zu l&#246;sen als die oben zitierten. Aber wovon sollen wir dann leben? Regierungen und Beh&#246;rden sind die schlechtesten Auftraggeber, die man sich vorstellen kann. Sie untersch&#228;tzen und unterbewerten unsere Arbeit dauerhaft. Wir werden als das wahrgenommen, was wir haupts&#228;chlich tun: Leute, die dem h&#228;sslichen Gesicht des Kapitalismus ein Make-up verpassen. Au&#223;erhalb der kommerziellen Welt traut uns niemand einen wertvollen Beitrag zu. Dieser Teufelskreis wird nicht durchbrochen, indem man gegen seine Teuflischkeit protestiert. Wir werden uns keine Freunde au&#223;erhalb unserer kleinen eigenen Welt machen, wenn wir die Hand bei&#223;en, die uns f&#252;ttert. Am Abend in Kunstgalerien mit unserer nicht-kommerziellen Arbeit gegen Konsumterror und &#220;berdesign protestieren, um am n&#228;chsten Morgen wieder unserer gewohnten Arbeit nachzugehen mag unser Gewissen beruhigen, es l&#246;st aber nicht die Zwiesp&#228;ltigkeit unserer Arbeit.</p>
<p>Nicht dass ich eine L&#246;sung h&#228;tte … Wenn mein Sohn mir vorwirft, dieses kranke System zu st&#252;tzen, kann ich nur darauf verweisen, wenigstens unseren Mitarbeitern ein menschenw&#252;rdiges Umfeld zu bieten. Wir haben eine Zentralheizung, Espressomaschine, schnelle Computer und eine angenehme Beleuchtung. Wir zahlen p&#252;nktlich Geh&#228;lter, gew&#228;hren 30 Tage Urlaub im Jahr, Mutterschafts- oder Vaterschaftsurlaub und niemand wird eingestellt ohne Zustimmung der zuk&#252;nftigen Kollegen. Wir arbeiten auch nicht f&#252;r echt-b&#246;se Produkte, wie Zigarettenmarken oder Banken. Obwohl wir niemanden umbringen und uns selbst nicht f&#252;r unsere Kunden umbringen lassen, respektieren sie uns und wir respektieren sie und sie behandeln uns genauso gut wie wir sie behandeln. Wir bieten ein Umfeld mit so wenig wie m&#246;glich Entfremdung. Es geht nicht darum, was wir tun, sondern wie wir es tun. Ein ehrlichere Antwort f&#228;llt mir nicht ein.</p>
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		<title>Braucht »Atomkraft? Nein Danke.« ein Redesign?</title>
		<link>http://www.fontblog.de/braucht-atomkraft-nein-danke-ein-redesign</link>
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		<pubDate>Wed, 06 Oct 2010 10:50:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Siebert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Designdiskurs]]></category>

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		<description><![CDATA[Die S&#252;ddeutsche Zeitung fragt sich: »Laufzeitverl&#228;ngerung f&#252;r Atomkraftwerke? Das gilt auch f&#252;r den Widerstand. Es wird also Zeit, &#252;ber ein neues Design f&#252;r ein altes Protestbild nachzudenken.« Die ber&#252;hmte Sonne mit dem Schriftzug »Atomkraft? Nein Danke.« wurde 1975 von einer B&#252;rgerinitiative gegen Kernkraft im d&#228;nischen Aarhus entwickelt. Im Original hie&#223; er »Atomkraft? Nej tack«. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-13506" title="nein_danke" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2010/10/nein_danke.gif" alt="" width="490" height="121" /></p>
<p>Die <a href="http://www.sueddeutsche.de/leben/das-design-des-protests-prueder-zur-sonne-1.1006769" target="_blank">S&#252;ddeutsche Zeitung fragt</a> sich: »Laufzeitverl&#228;ngerung f&#252;r Atomkraftwerke? Das gilt auch f&#252;r den Widerstand. Es wird also Zeit, &#252;ber ein neues Design f&#252;r ein altes Protestbild nachzudenken.« Die ber&#252;hmte Sonne mit dem Schriftzug »Atomkraft? Nein Danke.« wurde 1975 von einer B&#252;rgerinitiative gegen Kernkraft im d&#228;nischen Aarhus entwickelt. Im Original hie&#223; er »Atomkraft? Nej tack«. Die SZ meint nur: »Nur weil die Politik einen Salto r&#252;ckw&#228;rts gemacht hat, m&#252;ssen wir das nicht auch tun. Wir wollen einen neuen Look. Laufzeitverl&#228;ngerung f&#252;r die alten Chiffren und Logos lehnen wir ab. Also haben wir den gro&#223;en deutschen Gestalter und Typographen <em>Erik Spiekermann</em> gefragt, ob ihm ein paar zeitgem&#228;&#223;e Versionen zum alten Klassiker einfallen.«</p>
<p>Spiekermann schickte vier Varianten und seine Thesen dazu, darunter ein nur leicht aktualisierter Entwurf (oben rechts), der an die zeitlose St&#228;rke des Originals ankn&#252;pft: die h&#246;fliche Gewaltlosigkeit. Die Alternative dazu w&#228;re eine Versch&#228;rfung der Tonart. S&#252;ddeutsche: »Redet ihr nicht mit uns, mauschelt ihr eure Deals mit der Atomwirtschaft, nehmt ihr unser Anliegen und eure eigenen Versprechen nicht mehr ernst, dann reden wir auch nicht mehr mit euch.«</p>
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		<title>Keine Angst vor dem Tod des Buches</title>
		<link>http://www.fontblog.de/keine-angst-vor-dem-tod-des-buches</link>
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		<pubDate>Tue, 21 Sep 2010 11:13:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Siebert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Designdiskurs]]></category>

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		<description><![CDATA[Nelson, Coupland und Alice sind drei E-Book-Konzepte der weltweit agierenden Innovationsberatung Ideo (Palo Alto, Kalifornien). Das oben eingebettete Video »The Future of the Book« stellt sie in 4 Minuten vor. Ein Klick auf das Vollbild- und das HD-Icon erh&#246;ht den Sehgenuss. Die Diskussion ist er&#246;ffnet …]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/15142335" width="490" height="275" frameborder="0"></iframe></p>
<p><em>Nelson, Coupland</em> und <em>Alice</em> sind drei E-Book-Konzepte der weltweit agierenden Innovationsberatung <a href="http://www.ideo.com/" target="_blank">Ideo</a> (Palo Alto, Kalifornien). Das oben eingebettete Video »The Future of the Book« stellt sie in 4 Minuten vor. Ein Klick auf das Vollbild- und das HD-Icon erh&#246;ht den Sehgenuss. Die Diskussion ist er&#246;ffnet …</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Was von Jungdesignern erwartet wird, was sie verdienen</title>
		<link>http://www.fontblog.de/was-von-jungdesignern-erwartet-wird-was-sie-verdienen</link>
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		<pubDate>Fri, 03 Sep 2010 10:13:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Siebert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Designdiskurs]]></category>

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		<description><![CDATA[Absolventen von Gestaltungshochschulen stehen am unteren Ende der Gehaltsskala: Dies ist das Fazit einer Umfrage, die das Mainzer Corporate Identity Institut (FH Mainz) gerade durchgef&#252;hrt hat. Ziel der Befragung war, die finanzielle Situation von Berufsanf&#228;ngern in Kreativjobs zu beleuchten. »Sexy und arm« – so &#252;berschrieb der BDG im Februar 2010 eine Blitzumfrage unter Designern zum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="zentriert" title="studie" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2010/09/studie.jpg" alt="" width="490" height="365" /></p>
<p>Absolventen von Gestaltungshochschulen stehen am unteren Ende der Gehaltsskala: Dies ist das Fazit einer Umfrage, die das Mainzer <a href="http://www.ci-in.de/" target="_blank">Corporate Identity Institut</a> (FH Mainz) gerade durchgef&#252;hrt hat. Ziel der Befragung war, die finanzielle Situation von Berufsanf&#228;ngern in Kreativjobs zu beleuchten.</p>
<p>»Sexy und arm« – so &#252;berschrieb der BDG im Februar 2010 eine Blitzumfrage unter Designern zum Thema Geh&#228;lter (<a href="http://www.fontblog.de/sexy-und-arm-bdg-ermittelt-designer-einkommen">Fontblog berichtete</a>). Dem vorausgegangen war eine rege Diskussion im Fontblog im Januar 2010, die sich mit einer im »stern« erschienenen Umfrage befasste: <a href="http://www.fontblog.de/grafikdesigner-verdienen-so-wenig-wie-nie-zuvor" target="_blank">»Grafikdesigner verdienen so wenig wie nie zuvor!«</a>. Nach dieser Umfrage erhielten Designer 2008 durchschnittlich 4.690 € brutto.</p>
<p>Das Mainzer Institut erinnert sich: »Die Umfrage des BDG widersprach dieser Aussage deutlich: 65% der Designer verdienen j&#228;hrlich nur bis zu 25.000 €. Und auch wenn die BDG-Umfrage nicht repr&#228;sentativ war, so zeigt sie sehr klar, dass Designer in Bezug auf ihre Bezahlung sehr schlecht dastehen. Die Gr&#252;nde hierf&#252;r sind vielf&#228;ltig.«</p>
<p>Die nun vom CI-Institut ver&#246;ffentlichte Studie (<a href="http://www.ci-in.de/files/umfrage_absolventen_2010.pdf" target="_blank">PDF laden</a>), die auf einer nicht repr&#228;sentativen Kurz-Umfrage basiert, widmet sich einem vergleichbaren Thema, n&#228;mlich der  Situation von Absolventen zu Beginn ihres Berufslebens. Der Leiter der Befragung, <em>Prof. Robert Paulmann</em> betont: »Bei unserer Umfrage ging es nicht darum, ein m&#246;glichst realistisches Bild der Gesamtsituation zu erstellen. Dass diese nicht rosig aussieht, ist allen Beteiligten bekannt. Vielmehr sollte dargestellt werden, was gute, seri&#246;se und faire Arbeitgeber Absolventen zahlen und von ihnen verlangen. Absolventen die sich hier&#252;ber im Klaren sind, werden es leichter haben, sich zu orientieren und u. a. ihr Studium entsprechend auszurichten.«</p>
<p>Eines sollte den Studierenden jedoch bewusst sein: Die von den Mainzern angefragten Agenturen gibt es nicht wie Sand am Meer. Das bedeutet, dass &#252;berhaupt nur ein Teil der Absolventen die Gelegenheit bekommen wird, einen dieser interessanten und einigerma&#223;en fair bezahlten Arbeitspl&#228;tze zu bekommen. Welche Kriterien – neben einer hervorragenden Mappe – hierbei eine zentrale Rolle f&#252;r die Auswahl spielen, wurde ebenfalls abgefragt und festgehalten. Zahlreiche Kommentare der Agenturen runden das Bild ab.</p>
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		<title>Edenspiekermann macht’s richtig</title>
		<link>http://www.fontblog.de/edenspiekermann-machts-richtig</link>
		<comments>http://www.fontblog.de/edenspiekermann-machts-richtig#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 12 May 2010 15:55:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Siebert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Designdiskurs]]></category>

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		<description><![CDATA[Als ich hier vor mehreren Wochen die ersten Webfonts vorstellte – Heute ist Webfont-Tag (1) vor allem aber Heute ist Webfont-Tag (2): Fragen &#38; Antworten – entbrannte schnell eine Diskussion &#252;ber Preise, Lizenzen, Technik und die Frage ›Mieten oder selbst hosten?‹. Was ich vermisst habe war eine wie auch immer formulierte Vorfreude auf neue Herausforderungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="zentriert" title="Edenspiekermann" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2010/05/edenspiek_banner.jpg" alt="" width="490" height="272" /></p>
<p>Als ich hier vor mehreren Wochen die ersten Webfonts vorstellte – <a href="http://www.fontblog.de/heute-ist-web-font-tag-1" target="_blank">Heute ist Webfont-Tag (1)</a> vor allem aber <a href="http://www.fontblog.de/heute-ist-webfont-tag-fragen-antworten" target="_blank">Heute ist Webfont-Tag (2): Fragen &amp; Antworten</a> – entbrannte schnell eine Diskussion &#252;ber Preise, Lizenzen, Technik und die Frage ›Mieten oder selbst hosten?‹. Was ich vermisst habe war eine wie auch immer formulierte Vorfreude auf neue Herausforderungen und Jobs f&#252;r Designer. <em>Erik Spiekermann</em> dr&#252;ckte das in einem Kommentar damals so aus: »… diejenigen, die immer schon vern&#252;nftige typografie auch online fordern, (sollten) dankbar sein, dass es diese m&#246;glichkeiten endlich gibt. FontShop International ist vorgeprescht, weil in unserem typeboard leute aus der praxis sitzen, die ihren lebensunterhalt mit dem gestalten von kommunikation in unterschiedlichen medien verdienen. Die webdesigner in meinem b&#252;ro sind auf jeden fall froh ….«</p>
<p>Die logische Konsequenz dieser Einstellung ist die heutige <a href="http://www.edenspiekermann.com/de/news/typographic-freedom-for-the-web" target="_blank">Pressemitteilung von Edenspiekermann</a>, die eigentlich nichts Sensationelles vermeldet und doch beispiellos ist, weil ich sie von anderen Designb&#252;ros so noch nicht wahrgenommen habe. Unter der Headline »Typografische Freiheit f&#252;rs Web« wirbt die deutsch-niederl&#228;ndische Agentur um Auftr&#228;ge f&#252;r das lange Zeit brachliegende Feld der Netz-Typografie: »Ein f&#252;r Webdesigner lang ersehnter Schritt erlaubt freies typografisches Gestalten im Internet. Dies erm&#246;glicht Unternehmen und Marken k&#252;nftig einen medien&#252;bergreifenden visuellen Auftritt. Edenspiekermann testet die neue Freiheit am eigenen Leib. Ab sofort erscheint die Homepage in der Hausschrift ESPI Sans &amp; Slab.« Fazit: »Edenspiekermann plant, seinen Auftraggebern die neue Dienstleistung bald anbieten zu k&#246;nnen.«</p>
<p>Das ist vorsichtig formuliert. Auch wenn das Angebot an Webfonts noch klein ist und der ein oder andere Browser noch nicht im Boot ist: Die Zeit ist reif f&#252;r die ersten Akquisen!</p>
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		<title>Zwei neue Jobportale f&#252;r Designer</title>
		<link>http://www.fontblog.de/zwei-neue-jobportale-fuer-designer</link>
		<comments>http://www.fontblog.de/zwei-neue-jobportale-fuer-designer#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 15:12:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Siebert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Designdiskurs]]></category>

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		<description><![CDATA[Netzschaffende, Leipzig Die Ausschreibungsplattform netzschaffende.de m&#246;chte Dienstleister und Auftr&#228;ge im Bereich Webdesign, Programmierung, Texte zusammenbringen. Zu erledigende Aufgaben werden nach Qualit&#228;tsstandards erfasst. Diese Bewertung soll es Freelancern erleichtern, den passenden Auftrag zu finden und Angebote abzugeben. Dar&#252;ber hinaus gibt es  Funktionen, mit denen die Zusammenarbeit einfacher und fairer werden soll: • Kontakt zu Auftraggebern und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Netzschaffende,</strong> Leipzig<strong><br />
</strong></p>
<p><strong><a href="http://netzschaffende.de/" target="_blank"><img class="zentriert" title="netzschaffende" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2010/03/netzschaffende.png" alt="" width="490" height="69" /></a><br />
</strong></p>
<p>Die Ausschreibungsplattform <strong><a href="http://netzschaffende.de/" target="_blank">netzschaffende.de</a></strong> m&#246;chte Dienstleister und Auftr&#228;ge im Bereich Webdesign, Programmierung, Texte zusammenbringen. Zu erledigende Aufgaben werden nach Qualit&#228;tsstandards erfasst. Diese Bewertung soll es Freelancern erleichtern, den passenden Auftrag zu finden und Angebote abzugeben. Dar&#252;ber hinaus gibt es  Funktionen, mit denen die Zusammenarbeit einfacher und fairer werden soll:</p>
<p>• Kontakt zu Auftraggebern und Benachrichtigung bei neuen Projekten<br />
• Sichere Bezahlung der Arbeit durch ein integriertes Treuhandkonto<br />
• einfachere Projektabwicklung &#252;ber ein unterst&#252;tzendes Projektmanagementsystem<br />
• Schutz der Ideen<br />
• Entw&#252;rfe sind erst nach Auftragsannahme sichtbar</p>
<p>Netzschaffende.de wird gef&#246;rdert durch das Bundesministerium f&#252;r Wirtschaft und Technologie im Rahmen der <a href="http://www.exist.de/" target="_blank">EXIST</a>-Initiative.</p>
<p><strong>Whitelabel.me,</strong> Hamburg<strong><br />
</strong></p>
<p><a href="http://www.whitelabel.me/" target="_blank"><img class="zentriert" title="whitelebaleme" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2010/03/whitelebaleme.png" alt="" width="490" height="69" /></a></p>
<p><a href="http://www.whitelabel.me/" target="_blank">Whitelabel.me</a> ist ein Portal f&#252;r Freischaffende im Bereich Marketing und Werbung, die sich »zeitsparend und hochwertig vielen Firmen gleichzeitig präsentieren wollen, um erfolgsversprechend Projekte zu akquirieren.« Auftraggeber besuchen den Marktplatz, um Freie mit bestimmten Spezifikationen und »zeitlicher Verfügbarkeit schnell und effizient in einem strukturierten Format finden und speichern wollen.«</p>
<p><img class="rechts" title="max_muster_whitelabel.me" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2010/03/max_muster_whitelabel.me.png" alt="" width="187" height="160" />Doch Whitelabel.me hat ein »Geschm&#228;ckle«, wie der Schwabe sagt. W&#228;hrend sich Netzschaffende.de um den Schutz von Ideen bem&#252;ht und seinen Respekt gegen&#252;ber dem Urheberrecht beweist, bedienen sich die Hamburger in ihrer Selbstdarstellung (PDF: <a href="http://www.whitelabel.me/downloads/207/Whitelabel.me_stellt_sich_vor.pdf" target="_blank">Whitelabel.me_stellt_sich_vor</a>) f&#252;r ein »Max-Muster«-Profilfoto (Abb rechts) einfach mal bei unseren Freunden von Pixelgarten (Projekt: <a href="http://www.pixelgarten.de/index.php?id=97" target="_blank">Um was es nicht geht</a>). Ungefragt, wohlgemerkt. Kein gutes Omen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>»Grafikdesigner verdienen so wenig wie nie zuvor!«</title>
		<link>http://www.fontblog.de/grafikdesigner-verdienen-so-wenig-wie-nie-zuvor</link>
		<comments>http://www.fontblog.de/grafikdesigner-verdienen-so-wenig-wie-nie-zuvor#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 08 Jan 2010 15:04:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Siebert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Designdiskurs]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.fontblog.de/?p=8193</guid>
		<description><![CDATA[Eine Gegenrede von Johannes Erler, Factor Design, Hamburg Die Ver&#246;ffentlichung angeblicher Gehaltsstrukturen im Grafik-Design – zun&#228;chst durch den Stern und in der Folge (allerdings ohne den Hinweis, dass der Stern-Durchschnittswert auf Basis von weniger als 25 Befragten zustande kam) durch Welt kompakt und Welt mobil – hat f&#252;r Wirbel gesorgt und bedarf der dringenden Korrektur. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><em>Eine Gegenrede von Johannes Erler, Factor Design, Hamburg</em></p>
<p style="text-align: left;"><img class="links" title="johannes_erler_neu" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2010/01/johannes_erler_neu.jpg" alt="johannes_erler_neu" width="200" height="301" />Die Ver&#246;ffentlichung angeblicher Gehaltsstrukturen im Grafik-Design – zun&#228;chst durch den Stern und in der Folge (allerdings ohne den Hinweis, dass der Stern-Durchschnittswert auf Basis von weniger als 25 Befragten zustande kam) durch Welt kompakt und Welt mobil – hat f&#252;r Wirbel gesorgt und bedarf der dringenden Korrektur.</p>
<p style="text-align: left;">Die ver&#246;ffentlichte Tabelle (vgl. Fontblog: <a href="http://www.fontblog.de/gehaltscheck-grafikdesigner-sind-spitzenverdiener" target="_blank">Gehaltscheck – Grafikdesigner sind heute Spitzenverdiener</a>) geht vollkommen an der Realit&#228;t vorbei und wirft ein falsches, sch&#228;digendes Licht auf unseren Berufsstand. In Wirklichkeit ist im Grafik-Design schon lange nicht mehr so wenig verdient worden, wie heute. Und nie waren die Perspektiven, dass sich dies in Zukunft deutlich bessern k&#246;nnte, schlechter.</p>
<p style="text-align: left;">Als Inhaber eines seit vielen Jahren im Prinzip erfolgreichen und angesehenen Designunternehmens kann ich zun&#228;chst einmal feststellen, dass die Honorare seit etwa 10 Jahren mehr oder weniger stagnieren und durch die Inflation sogar deutlich r&#252;ckl&#228;ufig sind (geht man von 2 % Inflation aus, summiert sich dies folglich auf etwa 20 % Honorarr&#252;ckgang).</p>
<p style="text-align: left;">Die anhaltende Krise hat zudem bewirkt, dass Kunden im vergangenen Jahr Reduzierungen von bereits verhandelten Honoraren gefordert haben und oft auch durchsetzen konnten. Zum Beispiel hat fast die gesamte, stark von der Anzeigenkrise betroffene Medienbranche (also z. B. die Verlage von Stern und Welt) schon Ende 2008 pauschal verordnete 10 % Honorark&#252;rzung durchsetzen k&#246;nnen. Die Angst vor der damals erst aufkommenden, bedrohlichen Wirtschaftskrise spielte den Verlagen in die Karten.</p>
<p style="text-align: left;">Das abgelaufene Gesch&#228;ftsjahr hat unser Unternehmen mit einem Umsatzr&#252;ckgang von fast 25 % beendet. F&#252;r die im Corporate Design t&#228;tigen Designb&#252;ros scheint dies einigerma&#223;en normal zu sein. Andere Berufszweige (z. B. das Packaging) sind angeblich nicht in diesem Ma&#223;e betroffen und haben dennoch ordentlich rudern m&#252;ssen.</p>
<p style="text-align: left;">Durch Kurzarbeit und Kostenersparnis an anderen Stellen haben wir diesen Verlust zum Gl&#252;ck auffangen k&#246;nnen. Wir beendeten das Jahr mit einer schwarzen Null. Und dar&#252;ber bin ich zun&#228;chst einmal froh, vor allem deshalb, weil wir die Lage perspektivisch im Griff haben. Und auch, weil die Stimmung in unserem B&#252;ro nach wie vor gut ist und die Leute gern bei uns arbeiten.</p>
<p style="text-align: left;">Trotzdem, und darum soll es hier gehen, kann man sich vielleicht vorstellen, dass unter diesen Umst&#228;nden Gehaltserh&#246;hungen allenfalls &#228;u&#223;erst moderat und eher symbolisch ausfallen k&#246;nnen. Was mich wiederum zu dem Schluss bringt, dass unsere Gehaltsstruktur grunds&#228;tzlich den Umst&#228;nden entsprechen angemessen und realistisch zu sein scheint.</p>
<p style="text-align: left;">In meinem B&#252;ro werden Geh&#228;lter f&#252;r Designer zwischen 2.200 Euro (f&#252;r Berufseinsteiger, die nach Beendigung des Studiums in der Regel noch einiges dazulernen m&#252;ssen, um im Designalltag bestehen zu k&#246;nnen) und 4.500 Euro (f&#252;r verdiente, selbstst&#228;ndige Kr&#228;fte mit einigen Jahren Berufserfahrung) bezahlt. Der Schnitt liegt wohl bei etwa 3.200 Euro.</p>
<p style="text-align: left;">Die meisten unserer Mitarbeiter sind nicht l&#228;nger als 5 bis 6 Jahre bei uns. Viele wechseln irgendwann das B&#252;ro, einige machen sich selbstst&#228;ndig. Ich w&#252;rde sagen, dass bei uns eine normale Fluktuation herrscht.</p>
<p style="text-align: left;">Ob die Selbstst&#228;ndigkeit ein h&#246;heres Einkommen garantiert, wage ich zu bezweifeln. Ein bereits relativ hoher Tagessatz von 400 Euro f&#252;r einen guten, erfahrenen Freien w&#252;rde, auf 20 Arbeitstage hoch gerechnet, spannende 8.000 Euro ergeben. Doch derart durchgebucht ist kaum jemand, freie Tage durch Urlaub oder Krankheit sind nicht bezahlt und es gehen hohe Kosten f&#252;r Ger&#228;te, Hard- und Software und manchmal Raum- oder Platzmiete ab. Unterm Strich verdient ein Freier nicht mehr, als ein einigerma&#223;en gut bezahlter Fester, hat jedoch ein wesentlich h&#246;heres Risiko zu tragen.</p>
<p style="text-align: left;">Dass in anderen B&#252;ros nicht wesentlich mehr verdient wird, wei&#223; ich &#252;brigens auch (wobei &#228;ltere, kompetente Designer auf gro&#223;en Etats und in gro&#223;en Agenturen sicherlich h&#246;here Einkommen erzielen. Aber so viele gibt es davon unterm Strich nicht).</p>
<p style="text-align: left;">Freuen kann sich, wer einen alten Anstellungsvertrag in einem gro&#223;en Verlagshaus besitzt, der also aus einer Zeit stammt, als die Werbegelder noch &#252;ppig flossen. Aber diese Zeiten sind vorbei und kaum eine Designleistungen ben&#246;tigende Branche entl&#228;sst heute dramatischer, als die Printmedien.</p>
<p style="text-align: left;">Wenn nun aber die erzielten Honorare die Kosten so gerade eben deckeln und ich – und das betone ich ausdr&#252;cklich – eigentlich der Meinung bin und den Wunsch habe, h&#246;here Geh&#228;lter zu zahlen, weil die Qualit&#228;t der Arbeit und der Einsatz, durch den diese Arbeit zustande kommt, mehr wert sind, dann stimmt etwas ganz grunds&#228;tzlich nicht. Und zwar mit den Honoraren.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Es stimmt was nicht, mit den Honoraren</strong></p>
<p style="text-align: left;">Die n&#228;mlich stehen den erbrachten Leistungen schon lange nicht mehr angemessen gegen&#252;ber und sind teilweise – ganz ohne Not – regelrecht besch&#228;mend. Womit wir  – mal wieder –  bei der generellen (Vermittlungs)krise unseres gesamten Berufsstandes w&#228;ren.</p>
<p style="text-align: left;">In der Zeitschrift »Wirtschaftswoche« wurde vor einigen Wochen und anl&#228;sslich des red dot-awards der gesch&#228;tzte Kollege <em>Jochen R&#228;deker</em> (Strichpunkt) zitiert, der eine der momentan &#252;blichen, unseri&#246;sen Jobanfragen eines mittelst&#228;ndischen Unternehmens vortrug (Pitch / l&#228;cherliche Honorare / haneb&#252;chene Vorstellungen vom Jobverlauf … er lehnte ab). Das jedoch ist die Realit&#228;t, der wir uns zu stellen haben, und es werden garantiert ausreichend andere f&#252;r Strichpunkt eingesprungen sein.</p>
<p style="text-align: left;"><em>Justus Oehler </em>(Pentagram Berlin) wurde im gleichen Artikel mit der Aussage zitiert, dass es eben einfach zu viele schlechte Designer g&#228;be, die den Markt und die Preise kaputt machen. Da ist leider auch was dran.</p>
<p style="text-align: left;">Und so befindet sich das deutsche Grafik Design eingangs des Jahres 2010 in der ziemlich bedauerlichen Zwickm&#252;hle, zwischen Wirtschaftskrise, Misshandlung des Designbegriffes durch jeden, der einen Computer bedienen kann, und Unwissen &#252;ber Nutzen, aber eben auch Kosten von Designleistungen auf Kundenseite. Und da n&#252;tzt es am Ende herzlich wenig, wenn vielerorts jubiliert wird, dass die Designbranche w&#228;chst und angeblich heute niemand mehr ohne Design auskommt. Denn welche Art von Design da gemeint ist, l&#228;sst sich kaum sagen, weil der Begriff derma&#223;en schwammig geworden ist, dass er den seri&#246;sen Designern am Ende eher schadet, als hilft.</p>
<p style="text-align: left;">Es wird voraussichtlich Jahre dauern, bis dieses Bild korrigiert ist. Und Artikel, wie in Stern und Welt werfen das Design erneut zur&#252;ck, weil sie ein Klischee best&#228;tigen, das so l&#228;ngst nicht mehr stimmt. Daf&#252;r geh&#246;ren den Redakteuren dieser Bl&#228;tter die Ohren lang gezogen.</p>
<p style="text-align: left;">Letztlich helfen uns am Ende nur die sorgf&#228;ltige Dokumentation erbrachter Qualit&#228;tsleistungen und der Wille und Mut, diese Leistungen &#246;ffentlich zu machen. Einzelk&#228;mpfertum n&#252;tzt wenig, weil die M&#246;glichkeiten des einzelnen, sich gegen beauftragende Unternehmen angemessen durchzusetzen, eher gering sind. Statt dessen w&#252;rde eine B&#252;ndelung der Kr&#228;fte  – in B&#252;ros (vielleicht sogar mit ganz anderen Hierarchiemodellen, als heute &#252;blich) und im Zusammenspiel der vielen guten B&#252;ros – mehr bewirken. Es wird dringend Zeit, dies zu organisieren. Es tut sich jedoch auch was.</p>
<p style="text-align: left;">Pitches geh&#246;ren abgeschafft, der Nutzen von Design muss besser herausgearbeitet werden, die Ausbildung muss besser werden (hier gilt es sich pers&#246;nlich zu engagieren!). Und nicht zuletzt m&#252;ssen wir selbst es organisieren, dass jeder potentielle Kunde zun&#228;chst einmal kompetent an die Hand genommen wird. Verst&#228;ndnis zu schaffen ist n&#228;mlich die beste Grundlage einer guten Beziehung.</p>
<p style="text-align: left;">Die Stern-Zahlen sind eine sch&#246;ne Vision und hoffentlich keine Utopie. Der Weg dorthin ist lang.</p>
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		<title>»Wehret den Anf&#228;ngen«, Schweiz?</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Dec 2009 12:36:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Siebert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Designdiskurs]]></category>

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		<description><![CDATA[Ralph du Carrois hat die Schweizer Flagge etwas umgestaltet. Er schreibt: »Bei dem Plakat das zum B&#252;rgerentscheid zum Minarett-Verbot in der Schweiz hing wird einen bang ums Herz und das Grafikerhirn beginnt Analogien zu kreieren.« Er schuf eine grafische Interpretation, zu der ich gerne verlinke, die ich hier jedoch nicht zeigen m&#246;chte. Kommentare? Ja, gerne [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ralph du Carrois</em> hat die Schweizer Flagge etwas umgestaltet. Er schreibt: »Bei dem Plakat das zum B&#252;rgerentscheid zum Minarett-Verbot in der Schweiz hing wird einen bang ums Herz und das Grafikerhirn beginnt Analogien zu kreieren.« Er schuf eine <a href="http://club.carrois.com/club-carrois.html">grafische Interpretation</a>, zu der ich gerne verlinke, die ich hier jedoch nicht zeigen m&#246;chte. Kommentare? Ja, gerne …</p>
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		<title>Design-Crowdsourcing: Schaden f&#252;r die Volkswirtschaft?</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 10:01:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Siebert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auf der Veranstaltung Volkssport Design (Berlin, Ende Oktober 2009, Fontblog berichtete) rechnete der K&#246;lner Designexperte Prof. Torsten Stapelkamp dem Publikum vor, was es volkswirtschaftlich bedeutet, wenn sich mehrere Dutzend Designer auf Dienstleistungsportalen (z. B. designenlassen.de) »um einen Auftrag pr&#252;geln«. In einem Kommentar zu Teil 2 Meiner Berichterstattung erl&#228;utert Prof. Stapelkamp die Kalkulation nochmals detailliert. Da [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="zentriert" title="volkssport_stapelkamp" src="http://www.fontblog.de/wp-content/uploads/2009/11/volkssport_stapelkamp.jpg" alt="volkssport_stapelkamp" width="490" height="218" /></p>
<p>Auf der Veranstaltung <em>Volkssport Design</em> (Berlin, Ende Oktober 2009, <a href="http://www.fontblog.de/volkssport-design-fontblog-berichtet-live">Fontblog berichtete</a>) rechnete der K&#246;lner Designexperte <em>Prof. Torsten Stapelkamp</em> dem Publikum vor, was es volkswirtschaftlich bedeutet, wenn sich mehrere Dutzend Designer auf Dienstleistungsportalen (z. B. designenlassen.de) »um einen Auftrag pr&#252;geln«.</p>
<p>In einem <a href="http://www.fontblog.de/volkssport-design-fontblog-berichtet-live-2#comment-119766">Kommentar zu Teil 2 Meiner Berichterstattung</a> erl&#228;utert Prof. Stapelkamp die Kalkulation nochmals detailliert. Da ich das Rechenmodell f&#252;r wichtig und diskussionsw&#252;rdig halte, bestelle ich seinen Kommentar einfach mal in den <strong><em>Designdiskurs</em></strong>.</p>
<p>Dies ist Stapelkamps Berechnung zu einem durchschnittlichen Design-Crowdsourcing-Projekt, mit realistischen Verg&#252;tungszahlen, also Listenpreise statt Selbstausbeutung (70 €/h):</p>
<p>Aufwand f&#252;r jeden beteiligten Kreativen: mind. 10 h<br />
Erforderlicher Stundensatz zur Deckung aller Kosten: 70 €</p>
<p>Durchschnittliche Teilnehmerzahl/Projekt: 119<br />
Durchschnitt. Umsatz/Projekt: 347 € (designenlassen.de: »Preisgeld«)<br />
Gewinn nach Abzug aller Kosten: 0 €<br />
Verlust pro Teilnahme: ca. 700 € (10 h x 70 €)<br />
Anzahl derer mit Totalverlust: 118 Teilnehmer<br />
Anzahl der ausgew&#228;hlten Teilnehmer: 1 Teilnehmer<br />
Verlust pro ausgew&#228;hltem Projekt: 353 € (= 700 € – 347 €)<br />
Bei mehr als 10 h entsprechend h&#246;her.</p>
<p>Kalkulatorische kollektive Arbeitsleistung: 10 x 70 € x 119 = 83.300 €.<br />
Volkswirtschaftlicher Schaden: 82.953 € (83.300 € &#8211; 347 €)</p>
<p>Um volkswirtschaftlich korrekt zu kalkulieren, sind zu den 82.953 € Schaden noch der Energieverbrauch/-verschwendung (Computer, Fahrzeuge, B&#252;roheizung etc.) addieren.</p>
<p>Stapelkamps Fazit: »Durch designenlassen.de werden pro Projekt 119 Personen aktiviert, um Zeit, Energie und Ideenpotenzial f&#252;r einen einzigen ›fiesen M&#246;pp‹ zu vergeuden, der sich ein Logo, ein Corporate oder einen Internetseitenentwurf f&#252;r durchschnittlich 347 € erschnorren m&#246;chte. Dabei entsteht ein volkswirtschaftlicher Schaden von rund 83.000 €, zuz&#252;glich der Energieverschwendung von 119 Personen/Computern/Fahrzeugen/B&#252;ros.«</p>
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