— Creative Morning —


Was geschah auf dem 15. Creative Morning

Der Designer und Entwickler Harry Keller von EdenSpiekermann demonstrierte heute morgen im Orangelab überzeugend, wie sich in den kommenden Monaten die Rolle der Mediengestalter verändern wird (oder sollte). Sein Fallbeispiel war das Redesign der Abelton-Website, die nicht mir statischen Mock-ups begann sondern mit einem komplett funktionsfähigen HTML-Gerüst, das iterativ weiterentwickelt wurde. Der komplette Vortrag demnächst als Film auf Vimeo, hier schon mal ein kleiner Anreißer:

Edenspiekermann has been doing responsive webdesign since 2010, but in 2012 they brought it to a whole new level when they worked closely together with Ableton to revamp their website. The result is an immersive, fully responsive page that utilizes media queries and a fluid grid to showcase the Ableton products and their online shop in the best way possible, regardless of device, screen size or operating system.

It launched in October and was widely praised to contain “some of the most original & well thought out responsive design […] to date”. This notion was recently underlined by .net magazine when they talked to industry leaders and compiled the top 25 responsive sites of 2012. Harry Keller: “There are lots of fantastic entries and we are very proud that Ableton.com is included. Take a look at the whole list or at the Ableton website here.”

Weitere Fotos von heute morgen …

Video: Erik Spiekermann about Type On Screen

Creative Morning Berlin #13: Erik Spiekermann from CreativeMornings/Berlin on Vimeo.

So war’s: Creative Morning mit Erik Spiekermann

Kleine Diashow (16 Fotos) vom heutigen Creative Morning Berlin im Orangelab:

12. Creative Morning Berlin: Jetzt ansehen

“What is home?” Der wunderbare Vortrag von Van Bo Le_Mentzel vom vergangenen Freitag über die ideale Wohnfläche (laut Ikea), minimale Wohnflächen (konzipiert von internationalen Architekten) und das Wohnen im freien Raum.

Creative Morning Berlin #12: Van Bo Le-Mentzel from CreativeMornings/Berlin on Vimeo.

So war’s heute beim 12. Creative Morning

Ein paar Fotos vom 12. Berliner Creative Morning, heute morgen im Orangelab am Ernst-Reuter-Platz:

Creative-Morning-Sprecher Van Bo Le-Mentzel (links) und Gastgeber Jürgen Siebert stellten das 1-Quadratmeter-Haus vor

Weitere Bilder in der Diashow auf Flickr:

Live-Demo … so funktioniert das 1-SQM-Haus:

Full House im Orangelab:

Bald online: Das Video von Le-Mentzels Vortrag auf dem 12. Creative Morning Berlin:

Keine Ruhe! Häuser, Boote, Creative Morning.

Heute vor zwanzig Jahren griff ein aufgebrachter Mob in Rostock-Lichtenhagen die Aufnahmestelle für Asylbewerber und ein Wohnheim mit Vietnamesen an, das »Sonnenblumenhaus« (Abb. oben, Quelle: Wikipedia). Die Ausschreitungen dauerten mehrere Nächte. Am 24. August 1992 setzten die Randalierer den Plattenbau, in dem sich 100 Flüchtlinge und ein Fernsehteam des ZDF aufhielten, mit einem Molotowcocktail in Brand. Tausend Schaulustige applaudierten. Die Polizei zog sich zeitweise völlig zurück. Die im brennenden Haus Eingeschlossenen waren schutzlos sich selbst überlassen. Heute will die Stadt an die Geschehnisse erinnern. Viele Anwohner wollen nur eines, ihre Ruhe.

Am kommenden Freitag lernen die Besucher des Creative Morning Berlin den Designer Le van Bo kennen. Le van … wer? Klingt irgendwie vietnamesisch. Ist es nicht. Van Bo stammt aus Laos, wo er 1977 geboren wurde. Sein Vater ist chinesischer Herkunft, was der Familienname Le verrät, der eigentlich »Li« ausgesprochen wird.

Nach dem Ende des Vietnamkrieges 1975 übernahmen kommunistisch geprägte Kräfte die Macht in Laos und proklamierten eine Demokratische Volksrepublik. Durch politische und wirtschaftliche Repressionen blieb das Land unsicher und instabil. Etwa zehn Prozent der Bevölkerung verließen Laos Richtung Thailand, USA, Australien und Europa, darunter die Familie Le.

Der Vater und seine Freunde, alle Piloten, planten Laos über den Luftweg zu verlassen. Da dies nicht ungefährlich war und niemand wusste, ob man es sicher schaffen würde, machten sich alle Beteiligten mit einer Abmachung Mut: Wer es aus Laos raus schafft, muss seinen Kindern den Namen des Flugzeugs geben, mit dem die Flucht gelang.

Van Bo heißt eigentlich Jumbo Jet, sein Bruder bekam den Namen Boeing. Als die Familie 1979 in Berlin Wedding ankam, schafften es die originellen Namen jedoch nicht in die Einreisepapiere. Aus Jumbo Jet wurde das holländisch klingende »van Bo«, was dem Namen sogar einen adeligen Touch gab. Weil Van Bo vor einigen Wochen geheiratet hat, lautet sein Name inzwischen Van Bo Le-Mentzel, also aufgeschlüsselt Vorname: Van Bo, Nachname: Le-Mentzel.

Le-Metzel kam zu einer Zeit nach Deutschland, als die Stimmung gegenüber Asylsuchenden ausgesprochen positiv war. Unser Land nahm unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit die so genannten Boat-People auf: Flüchtlinge aus Vietnam, Laos und Kambodscha, die dem Grauen des Vietnamkrieges und seiner Folgen entgehen wollten. Ihre Aufnahme und Integration erfolgte auf der Grundlage neu geschaffener Rahmenbedingungen, die von der Bundesregierung 1979 als »Programm zur sozialen Beratung und Betreuung ausländischer Flüchtlinge« verabschiedet wurden.

Die Immigranten erhielten von Anfang an eine Perspektive für ein sicheres, menschenwürdiges Leben in Deutschland. Sie genossen eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis, hatten Zugang zu Schule, Bildung und Arbeitsmarkt und konnten alle Fördermöglichkeiten wie zum Beispiel Stipendien in Anspruch nehmen. Staatliche Mittel, aufgeschlossene Verwaltungen, Wohlfahrtsverbände und Kirchen sorgten für das positive Umfeld der Integration.

Bronzetafel in Hamburg mit einer Danksagung der vietnamesischen Flüchtlinge an das Komitee Cap Anamur (Quelle Wikipedia)

Der deutsche Journalist Rupert Neudeck gründete mit Gleichgesinnten das Hilfskomitee »Cap Anamur – Deutsche Not-Ärzte e.V.«. Sie charterten den Frachter Cap Anamur und bauten ihn zu einem Hospitalschiff um. In ganz Deutschland wurde dafür gespendet. Mit einem Team aus freiwilligen Technikern, Logistikern, Ärzten und Pflegern an Bord erreichte das Schiff im August 1979 das Südchinesische Meer. In drei Jahren konnten über 9500 Bootsflüchtlinge gerettet werden. Doch bald entspann sich ein (partei)politisches Tauziehen um die Aufnahme von Flüchtlingen in der Bundesrepublik. Im Juli 1982 beschloss die deutsche Regierung einen Aufnahmestopp. Heute gedenken wir brennender Asylbewohnerheime und machen uns Sorgen über die latente Fremdenfeindlichkeit im Land.

Ist es nicht absurd, dass uns nun einer dieser Flüchtlinge mit einem Design-Projekt an die soziale Kälte erinnert, die in den letzten 20 Jahren über dieses Land gezogen ist? Van Bo Le-Mentzel nennt sein Projekt (ironisch) Hartz-IV-Möbel (»Konstruieren statt konsumieren«) … sie könnten auch Ikea-Nein-Danke- oder DIY-2.0-Möbel heißen. Es geht schlicht um Gegenstände zum Selberbauen, aus denkbar günstigsten Rohstoffen. Die Pläne dafür sind frei und können von der Community weiter entwickelt werden. Der angesehene Buchverlag Hatje-Cantz hat den Wirbel im Netz verfolgt und Le-Mentzel sofort für ein Buch verpflichtet, das gerade erschienen ist (Look Inside).

Auf dem Creative Morning am kommenden Freitag im Orangelab (es gibt noch einige Tickets) wird der Architekt und Designer sein 1-qm-Haus vorstellen, das selbst anwesend sein wird. Wir werden erfahren, wie es funktioniert und wie man es nachbaut. Hier ein kleiner Vorgeschmack aus einem CNN-Beitrag über das 1-SQM-Haus von Van Bo Le-Mentzel:

Bilder vom heutigen Creative Morning [Update]

[Update] Watch the Video …

Creative Morning Pop-up: Auf in die Kunsthalle!

Der morgige Creative Morning taucht spontan an einem anderen Ort auf: In der anarchistischen Kunsthalle am Hamburger Platz, eine ehemalige Kaufhalle, die von Studierenden der Kunsthochschule Berlin Weißensee zum Event-Gebäude umfunktioniert wurde (Fontblog berichtete: Aktionsausstellung in der neuen Kunsthalle Berlin). Damit treten wir in die Fußstapfen der Creative-Morning-Erfinderin Tina Roth-Eisenberg (Swissmiss), die vor 14 Tagen mit ihrer Frühstücksvorlesung vom Stammplatz Brooklyn in eine Hochschule zog, der Rhode Island School of Design (RISD). Hintergrund: Zum ersten Mal in ihrer jungen Geschichte widmen sich in diesem Monat alle 29 Creative Mornings einem gemeinsamen Thema, der Schnittstelle von Kunst und Technik. Schirmherr dieser Initiative ist der legendäre »Designkünstler« John Maeda, Rektor der RISD.

Das Tolle an »unserer« Hochschule: Sie liegt in keinem anderen Bundesland, sondern mitten in Berlin. Und die Sprecherin unseres Creative Mornings ist zufälligerweise nicht nur die (Pro-)Rektorin der Kunsthochschule, sondern auch die Mitbegründerin der Kunsthalle … darüber hinaus eine angesehene deutsche Künstlerin.

Else Gabriel wurde 1962 in Halberstadt (DDR) geboren, studierte von 1982 bis 1987 in Dresden an der Hochschule für bildende Künste und war Mitbegründerin der Künstlergruppe der Auto-Perforations-Artisten. Seit 1990 ist sie unter dem Künstlerlabel (e.) Twin Gabriel bekannt, meist in Zusammenarbeit mit Ulf Wrede. Nachdem sie 1997 an Hochschulen in Hamburg, Kassel, Kiel und Saarbrücken lehrte, ist sie seit 2009 Professor in der Abteilung Bildhauerei an der Kunsthochschule Berlin Weißensee. Ausstellungen: Musée de la ville (Paris), County Museum of Art (Los Angeles), Deutsches Historischens Museum (Berlin), Palazzo delle Esposizioni (Rom), South London Gallery u.v.m.

Ihren Vortrag für den morgigen Creative Morning titelt Else Gabriel »Kunst ohne Knochen? (von Viren im Wahren)«. Sie schreibt dazu: »Mein Thema ist die Schwierigkeit, in einem oder mehreren Beziehungs-, Bedeutungs- und Wertesystemen zu agieren und sie gleichzeitig in ihrer Banalität zu durchschauen. Ich möchte anhand einiger Beispiele die Durchmischung von eigener Biografie mit künstlerischer Positionierung, Lehre und Administration, den Aufbau des Äthermuseums (als Grundlage für die Kunsthalle am Hamburger Platz) und die Definition von Performance als Kunstform der Peinlichkeit berichten.«

29 Creative Mornings unter gemeinsamen Thema

For our English speaking readers…

Zum ersten mal in ihrer jungen Geschichte werden sich im Juni alle 29 Creative Mornings einem gemeinsamen Thema zuwenden, der Schnittstelle von Kunst und Technik. Als Partner für diese Aktion konnte die Creative-Morning-Gründerin Tina Roth-Eisenberg (Swissmiss) die Rhode Island School of Design (RISD) gewinnen. Im oben eingebetteten Interview spricht sie mit John Maeda, dem Rektor der Schule, über die Ziele der thematischen Kooperation.

Fazit: “The arts are often seen as a ‘nice to have’, especially amidst tight budgets. But we see things differently. It is through mixing arts and design with other disciplines that we can foster the next generation of creative doers and makers.”

Der Berliner Creative Morning findet in einer Woche, am 15. Juni um 8:30 Uhr, im Orangelab statt (Ernst-Reuter-Platz 2). Als Referentin konnten wir die Künstlerin Else Gabriel gewinnen. Sie wurde 1962 in Halberstadt (DDR) geboren, studierte von 1982 bis 1987 in Dresden an der Hochschule für bildende Künste und war Mitbegründerin der Künstlergruppe der Auto-Perforations-Artisten. Seit 1990 ist sie unter dem Künstlerlabel (e.) Twin Gabriel bekannt, meist in Zusammenarbeit mit Ulf Wrede. Nachdem sie 1997 an Hochschulen in Hamburg, Kassel, Kiel und Saarbrücken lehrte, ist sie seit 2009 Professor in der Abteilung Bildhauerei an der Kunsthochschule Berlin Weißensee. Ausstellungen: Musée de la ville (Paris), County Museum of Art (Los Angeles), Deutsches Historischens Museum (Berlin), Palazzo delle Esposizioni (Rom), South London Gallery u.v.m.

Ihren Vortrag für den Creative Morning Berlin titelt Else Gabriel »Kunst ohne Knochen? (von Viren im Wahren)«. Sie schreibt dazu: »Mein Thema ist die Schwierigkeit, in einem oder mehreren Beziehungs-, Bedeutungs- und Wertesystemen zu agieren und sie gleichzeitig in ihrer Banalität zu durchschauen. Ich möchte anhand einiger Beispiele die Durchmischung von eigener Biografie mit künstlerischer Positionierung, Lehre und Administration, den Aufbau des Äthermuseums (als Grundlage für die Kunsthalle am Hamburger Platz) und die Definition von Performance als Kunstform der Peinlichkeit berichten.«

Rettet den Chromschriftzug … Online-Museum

Beim vergangenen Creative Morning Berlin stellte der Autor und Typograf Stephen Coles sein neuestes Projekt Chromeography vor, ein Online-Archiv glänzender Schriftzüge, wie man sie auf Automobilen und Elektrogeräten findet. Seiner Ansicht nach genießen diese typografischen Preziosen viel zu wenig Aufmerksamkeit. Im Laufe der Jahrzehnte verschwinden sie von der Bildfläche, meist mit ihren Trägern, manche gehen schon vor der Verschrottung verloren oder kaputt. Fans dieser Embleme haben ihnen auf chromeography.com ein Denkmal gesetzt. Sie katalogisieren, beschriften, steuern historische Informationen bei und erwecken sie zu neuem Leben.

Hier der 20-minütige Vortrag, der mit einem Quiz beginnt:

So war’s beim 10. Creative Morning

Heute morgen fand der 10. Creative Morning Berlin statt. Rund 100 Besucher folgten dem Aufruf zur Frühstücksvorlesung mit Stephen Coles (Autor, Blogger, Schriftexperte und FontFont-Typeboard-Mitglied), der sich seit längerem mit den Chrom-Zierschriften von Autos und Elektrogeräten beschäftigt. Das Ergebnis ist die von ihm gegründete Social-Foto-Website chromeography.com, auf der Gleichgesinnte bereits mehrere hundert Fundstücke hinterlegt und diskutiert haben. Zeit für eine erste Zwischenbilanz des zusammengetragenen Wissens.

Wir sind stolz auf einen neuen Kaffee-Sponsor, der wie kein anderer zu einer schnellen, temporären Frühstücksvorlesung passt: die mobile Electric-Espresso-Bar …

Electric Espresso ist ein Start-up von Michael und Erik Spiekermann, die 4 Vespa Ape Kleintransporter zu rollenden Espressomaschinen umbauten, ausgestattet mit Elektroantrieb, also umweltfreundlich und in Gebäuden einsetzbar … an sonnigen Tagen wir heute selbstverständlich auf dem Kopfsteinpflaster des Ernst-Reuter-Platz

Creative-Morning-Referent Stephen Coles und seine Partnerin Laura Serra (vgl. Foto unten) wärmten das Publikum zunächst mit einem Automarken-Logo-Ratespiel auf, bevor es in die Tiefen eines sehr speziellen typografischen Disziplin ging …

… den (zumeist historischen) Chrom-Schriftzügen an Fahrzeugen und Elektrogeräten. Sie werden überwiegend von Ingenieuren mitentwickelt, wodurch sich spannende typografische Innovationen ergeben, denn »je geringer der Freiheitsgrad, um so einfallsreicher die Work-arounds« (Jürgen Siebert, Foto: Jens Tenhaeff)

Mindestens genauso wichtig wie der Vortrag beim Creative Morning sind die Gespräche davor und danach … hier sind Axel Nagel und Laura Serra bei einem solchen festgehalten

Ein Novum für die Besucher des Berliner Creative Mornings: Professioneller Espresso, Latte oder Cappuccino aus der italienischen Maschine … mancher griff instinktiv zur Geldbörse … aber nicht doch: Free for registered Creative Morning guests (Foto: Jens Tenhaeff)

Creative-Mornung-Besucher und -Sponsor Erik Spiekermann im Gespräch mit den Schriftentwerfern und -technikern Tim Ahrens und seiner Frau Shoko Mugikura, Gründer des Type-Labels Just Another Foundry in Berlin

Weiter Fotos in dieser Flickr-Dia-Show von Jens Tenhaeff:

Traum-Kaffee-Partner für Creative Morning

Ich bin überglücklich, einen neuen Kaffee-Sponsor für unseren nächsten Creative Morning gewonnen zu haben. Er ist nicht nur sympathisch, gutaussehend, sportlich, mobil und wendig … die Qualität ist der Hammer. Danke Electric Espresso. Film dazu ansehen …